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Re: Dramaturgischer Aufbau und Typus . (Stand 8.Nov 06)
liquiem - 09.11.2006, 22:18Dramaturgischer Aufbau und Typus . (Stand 8.Nov 06)
Stand: 08. Nov. 2006 - Vorschlag!!!!
Dramaturgischer Typus: Heldenreise, der der Mythos einer modernen Familie zu Grunde liegt.
Dean (Held) – In diesem Falle: Anti-Held. Dean ist NICHT bereit seinen eigenen Nutzen der Gesellschaft unter zu ordnen.
Psychologische Funktionen (P.F.):
- bildet das ICH
- personifiziert Identität und Ganzheit der inhaltlichen Aussage.
- Betrachter soll eigene Eigenschaften an Hand des (Anti-)Helden überprüfen.
Dramaturgische Funktionen (D.F):
- Empathie oder Argwohn
Träume und Wünsche müssen zu Beginn nachvollziehbar sein.
Persönliche Entwicklung:
Dean erlebt innerhalb des Filmes eine permanente Entwicklung, die anfangs auf die üblichen Träume eines Jungen hin deuten, das spätere Handeln aber diese archetypischen Vorraussichten vergessen macht und Dean in einem Wandel radikaler Annäherungen sich dem zu wendet, was ihm von Anbeginn blockiert hatte; der Hass auf die Worte…. Worte wie Familie, Zusammenhalt und Chancengleichheit. Worte, die einer angeblich ausgeglichenen sozialen Relevanz unterliegen, was immer das auch bedeuten mag, Worte, die ihre Kraft im normalen Prozess der Konditionierung finden und die dem Menschen sagen was er glauben soll. Dean will klar sehen, was bedeutet; er will die Dinge sehen, ohne dass jemand zwischen den Bildern und ihm steht. (Bildhaftes Beispiel: Der Bauer sieht eine Kuh und weis genau mit was er es zu tun hat, d.h. er sieht klar.) Er selbst löst den Vater aus seiner Mentorenstellung ab und beruft sich zu Beginn unbewusst, später dann bewusst und mit Absicht selbst zu seinem eigenen Mentor.
Vater (Mentor1/Antagonist/Schwellenhüter/Gestaltenwandler) – wie von Gott beseelt, alt und weise, gibt er dem Helden Ratschläge mit auf den Weg. Ratschläge, die im grauen geschundenen Blick des Vaters wie Drohungen oder unausweichliche Weissagungen auf ihn treffen und die Mitgrund seines Aufbruches darstellen. Sein Vater, eine Person mit zwei Gesichtern. Zunächst brutal und zielstrebig, in der Aussichtslosigkeit des Finales, verbittert und bemitleidenswert, steht er dem Ziel des Helden entgegen, personifiziert die Charaktereigenschaften die der Held nicht ausstehen kann, die aber zugleich Teil von ihm sind.
Psychologische Funktionen (P.F.):
- Repräsentiert zu Beginn die höchsten Ziele, die Moral und Vorbild. Im Laufe der Entwicklung entsteht eine Polarisierung, die dem Vater den Stellenwert des Mentors nimmt und ihm zum Antagonist, Schwellenhüter und Gestaltwandler werden lässt: - Schuldgefühle, Ängste, Traumas
- Bildet und personifiziert die größte Herausforderung des Helden
- Das Gewissen, das überprüft, ob der Held für Veränderung bereit ist. (Ambivalentes Erscheinen: Vater ist zugleich Hassobjekt als auch das erzogene Gewissen)
- Repräsentiert die Neurosen des Helden.
- Repräsentiert unterdrückte Eigenschaften des Helden
- Animus und Anima
Dramaturgische Funktionen (D.F):
- Elemente des Zweifels
- Prüfung der Festigkeit der Vorsätze
- Held gewinnt mit jeder Schwelle Kraft (Schwellenhüter)
Genet – Hund (Trickster/Herold) – Ausrufer, Verbündeter, „Freund“.
Psychologische Funktionen (P.F.):
- Personifiziert die innere Alarmglocke
- Provoziert Gelächter
- Sympathieträger
- Warnt vor Hochmut und Torheit
- Symbolhaftigkeit für ersehnte Werte
Dramaturgische Funktionen (D.F):
- Liefert Gründe für Aufbruch
- Bestimmt die Fallhöhe
Mutter (Mentor2/ Antagonist/Schwellenhüter/Gestaltenwandler)
Dramaturgischer Aufbau:
1. Die gewöhnliche aber ungewohnte Welt
- Stimmung setzen
- Metapher für die Welt des Filmes setzen
- Teile der neuen Welt in die alte einbauen
- Kernfrage stellen
- Mangelfrage: Frage nach dem Bewusstsein, was fehlt dem Pro?
- Was steht auf dem Spiel? (Bildhafte Vergleiche die zeigen: NICHTS)
- Vorgeschichte erzählen
- Identifikationen schaffen (Hund: Beispiel dafür, dass Menschen sich von Menschen abwenden. Vater: Personifizierung der Misszustände des Pro ect.)
- Charakterliche Mängel und Stärken des Pro. festlegen.
2. Berufung und Begegnung mit dem Mentor
- Schicksalhafte Begegnung/Erfahrung des Helden
- Falsche Fährten: Mentor (Vater) als Gestaltwandler
- Held wird gereizt
- Erkundung: Das „Böse“ sondiert die Lage
- Es gibt keinen Ausweg mehr
- Warnungen für den Helden
- Ein Bote der Wandlung muss auftauchen (Herold, Hund?)
- Held übernimmt Verantwortung
3. Weigerung
- schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit
- Ausflüchte
- Beharrliche Weigerung endet tragisch
- Schwellenhüter prüfen Helden (Tag für Tag)
- Held betritt verbotenes Terrain
4. Überschreiten der 1. Schwelle
- 1. vor der Schwelle
- Kampf mit dem Schwellenhüter
- Überschreiten der Schwelle
- Schmerzvolle Landung in der „neuen Welt“
- Danach: Pol der Ruhe: Wasserstelle?
5. Proben, Verbündete, Freunde (?), Feinde
- Kontrast zur „Alten Welt“
- Kämpfe (zunächst NICHT auf Leben und Tod)
- Prüfungen, Teams, Gefährten
- Neue Regeln
6. Annäherung an den Feind
- Vorbereitung auf die Prüfung
- Bewaffnung
- Annäherung, Einfluss fordern
- Komplikationen: scheinbare Resignation
- Liebeserwähnung; Verführung, Täuschung
- Kein Ausweg mehr: Erkenntnis: Bald geht es um LEBEN und TOD
7. Die äußerste Prüfung
- Ende einer Beziehung (tödlich? Im Streit?)
- Tod und Wiedergeburt?
- Gibt es Zeugen dieses Opfertodes?
- Apotheose und Schlussbild: Verwandlung des Heldencharakters
- Flucht des Feindes !!!
8. Belohnung
- Rast (Lagerfeuer)
- Selbsterkenntnis des Helden: Negation
9. Rückweg
- Ein neuer Alarm (Herold) erinnert den Helden an eigentliches Ziel
- Der Feind muss vollständig vernichtet werden
- Verfolgung
- Aussichtslosigkeit noch immer im Blickfeld
10. Die Auferstehung
- letzte Prüfung
- vorübergehende Zweifel
- Held gibt letztes Opfer
- Kampf und Sieg dem Antagonisten
- KEIN BLICK IN DIE ZUKUNFT!!!
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