Hexe!

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    Re: Hexe!

    Kaye - 07.11.2006, 22:06

    Hexe!
    Hexe!

    Tarja strich sich ihr feuerrotes Haar aus der Stirn, als sie sich bückte und den Wasserkrug ins Wasser gleiten ließ. Langsam schöpfte sie das kristallklare Wasser aus dem Bach. Dabei verschwamm ihr Spiegelbild in tausend kleine Wellen.
    Tarja konnte sich noch genau daran erinnern, wie sie hier immer mit ihrer Großmutter gekniet hatte beim Wäschewaschen oder auch nur beim Wasserholen. Nun musste sie es alleine machen. Ihre Großmutter war Heilerin gewesen, bis sie vor einer Woche gestorben war. Niemand war da gewesen, der über ihre Seele wachte, während sie starb. Nur Tarja. Sie hatte ganze drei Nächte bei ihr gesessen, bis sie schließlich ins Reich des Todes geglitten war.
    Tarja seufzte und zog den schweren Tonkrug aus dem Wasser.
    Sie ächzte, als sie den Krug auf ihre Schultern lud, doch sie biss die Zähne zusammen. Sie würde es alleine schaffen! Ganz alleine…
    Sie machte sich auf den beschwerlichen Weg durch das kleine Dorf. Die Bewohner waren alle eifrig dabei, ihrem Tagewerk nachzugehen. Doch als Tarja auf dem kleinen Weg zwischen ihren Häusern entlangkam, hielten sie inne und starrten ihr nach. Einige flüsterten untereinander. „Hexenbrut“ oder „Verdammtes Balg!“, waren noch die sanftesten Ausdrücke, die Tarja hören musste. Sie sah nicht nach rechts oder links, sondern setzte ihren Weg fort.
    Früher hätten sie das nie gewagt. Ihre Großmutter war die beste Heilerin des Dorfes und zudem die Älteste. Niemand hätte es gewagt, ihre Enkelin zu beleidigen. Doch auch damals hatte man schon gespürt, dass Tarja nie akzeptiert werden würde. Die Tochter einer, als Hexe verbrannten Frau und zudem auch noch rothaarig. Natürlich konnte Tarja für beides nichts und ihre Mutter war verurteilt worden, als sie noch ganz klein war. Normalerweise wurden die Kinder von Hexen ebenfalls verbrannt, doch ihre Großmutter konnte sie schützen.
    Verbissen rückte sie den Tonkrug noch einmal auf ihrer Schulter zurecht und ging dann weiter. Die kleine Hütte, die ihre Großmutter und sie bewohnt hatten, befand sich ganz am Ende des Dorfes und stand ein kein wenig abseits am Waldrand. Tarja hatte sie immer als gemütlich betrachtet und die kleine Bank hinter dem Haus war ihr Lieblingsplatz. Doch es gab auch Menschen, die neidisch darauf waren und alles dafür tun würden, um eine Hütte wie diese zu besitzen. Tarja wusste nicht, wie lange man sie noch hier im Dorf dulden würde, nachdem ihre Großmutter gestorben war, doch sie wollte vorerst nicht darüber nachdenken.
    Stöhnend stellte sie den Tonkrug vor der Hütte ab und rieb sich die schmerzende Schulter. Dann hielt sie mitten in der Bewegung inne. Es drangen einige Stimmen aus der Hütte. Wütende Stimmen. Fordernde Stimmen. Tarja lauschte, konnte jedoch nichts verstehen.
    Entschlossen reckte sie das Kinn vor. Noch war dies ihre Hütte. Sie hob die Hand und wollte die Tür aufstoßen, als sie plötzlich von Innen aufgedrückt wurde.
    Einige Dorfälteste und die zweite Heilerin des Dorfes standen in der Wohnküche. Sie schienen sich eifrig zu unterhalten. Die Tür war von dem kleinen Sohn der Heilerin aufgestoßen worden. Er lief an ihr vorbei, doch Tarja achtete nicht auf ihn.
    Als die Dorfbewohner sie in der Tür stehen sahen, blickten sie Tarja hasserfüllt an und kamen bedrohlich auf sie zu. Tarja widerstand der Versuchung zurückzuweichen.
    „Du“, keifte die Heilerin los. „Du, Hexenbalg, hast etwas, das ich haben will… Diese Hütte… Da ich nun die älteste Heilerin bin, steht sie mir zu.“ Ihr Blick funkelte boshaft. Tarja dachte rasch nach. Rechtlich gesehen gehörte die Hütte ihr. Doch was war schon in diesem kleinen Dorf das Recht des Königreichs wert? Nichts…
    Nun wich Tarja doch zurück. „Nein… Sie gehört mir…“, brachte sie nur noch leise und mit zitternder Stimme heraus. Die Ältesten und die Heilerin kamen immer näher.
    „Hexenbalg…“ Der Dorfälteste gebot der Heilerin zu schweigen. „Mir sind da einige Fälle zu Ohren gekommen, die deine Hexenkünste betreffen…“ Er kniff die Augen zusammen und schwieg einen Moment. Tarja wusste nicht, was sie darauf erwidern sollte. Widerspruch war zwecklos. So sagte sie nichts, versuchte nur dem Blick des Mannes standzuhalten.
    „Du wirst diese Hütte abtreten müssen…“ Gespielt bedauernd schüttelte er den Kopf. „Außerdem wirst du dich verantworten müssen, für deine Taten.“ Er kam noch einen Schritt näher. Die anderen Dorfbewohner, die sich immer noch im Eingang der Hütte befanden, wagten nicht, etwas zu sagen, doch sie nickten zustimmend.
    Plötzlich krümmte sich die Heilerin, wie in unsäglichen Schmerzen zusammen und hielt sich den Magen. Tarja konnte sich nicht erklären, was passiert war, doch später wurde ihr klar, dass dies alles geplant war. Man wollte sie loswerden und nicht auch noch eine Anhörung oder einen der Hexenprüfungen durchführen müssen.
    Die Dorfbewohner scharten sich besorgt um die Heilerin, die nun auf dem Boden zusammengekrümmt dalag und zu zucken begann. Tarja war hilflos. Sie wusste nicht, was sie machen sollte. Der Dorfälteste schien diese Hilflosigkeit zu bemerken und wandte sich wieder ihr zu. Auch die anderen starrten sie erneut hasserfüllt an.
    „Was hast du getan, Hexe?“, fragte er mit einer leisen, erbarmungslosen Stimme. Tarja konnte nichts erwidern. Nun wurde ein grausames Geflüster angestimmt.
    „Hexe… Hexe… Hexe…“, flüsterten sie alle gemeinsam und drängten sie zurück. Immer näher kamen sie. Tarja wollte schreien, konnte jedoch nicht. Sie wich immer weiter zurück, bis sie schließlich gegen einen Baum stieß. Sie hielt sich schützend die Hände vor das Gesicht, doch auch das konnte ihr nicht mehr helfen.
    „Hexe… Hexe… Hexe…“, flüsterten sie immer weiter und schließlich sackte Tarja zusammen und flüsterte ebenfalls nur noch hilflos:
    „Hexe…“ Sie sank in sich zusammen und wehrte sich nicht, als die Dorfbewohner ihr Handschellen anlegten und auch, als sie sah, dass die Heilerin wieder aufgestanden war und sich ebenfalls dem Hexenzug anschloss, der sie durch das Dorf brachte. Mit leerem Blick ließ sie alles mit sich geschehen…

    Am anderen Tag loderten die Feuer des Scheiterhaufens hoch in den Himmel hinauf und färbten ihn mit dem Rauch schwarz…



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