Routinierte Tieftaucher

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    Re: Routinierte Tieftaucher

    infoshark - 06.11.2006, 09:18

    Routinierte Tieftaucher
    Fast eine ganze Stunde lang können Schnabelwale unter Wasser bleiben.

    Cambridge. Kein anderes Säugetier taucht routinemäßig so tief und so lange wie die Schnabelwale. Auf der Jagd nach Tintenfischen schwimmen die Wale bis auf rund 1,9 Kilometer Tiefe hinab und bleiben dafür fast eine ganze Stunde unter Wasser. Das berichtet eine Gruppe um Peter Tyack von der Woods Hole Oceanographic Institution (US-Staat Massachusetts) im britischen „Journal of Experimental Biology“. Zwar seien bei einigen Walen vereinzelt noch tiefere Tauchgänge beobachtet worden, doch handele es sich dabei um seltene Ausnahmen.

    Bei den von Tyack und seinen Kollegen mit kleinen elektronischen Datensammlern ausgestatteten Tieren handelt es sich um Cuvier- und Blainville-Schnabelwale. Die Cuvier-Schnabelwale blieben im Durchschnitt mit 58 Minuten länger als jede andere Luft atmende Art unter Wasser. Anschließend haben die Tiere eine längere Pause nötig, die erste Art blieb zwischen den Tauchgängen durchschnittlich 63, die zweite 92 Minuten in der Nähe der Oberfläche. Diese Zeit sei nötig, um sich von dem Sauerstoffmangel zu erholen und sich auf den neuen Tauchgang vorzubereiten.

    Tyack berichtet zudem, dass der Wasserdruck den Körper der Tiere und damit auch deren Lungen zusammendrückt. Das verhindere, dass weitere Gase ins Blut überträten. Ab einer Tiefe von 100 Metern ändere sich daher der Stickstoffgehalt des Blutes nicht mehr, heißt es in dem Journal.

    Stickstoff ist auch bei Tauchern ein kritisches Gas: Es löst sich während des Tauchgangs im Blut. Beim Aufstieg verringert sich der Umgebungsdruck. Geschieht das zu schnell, perlt der Stickstoff aus und verstopft die feinen Adern.

    Mutmaßlich helfe das Tauchverhalten mit langen Pausen und langsam zunehmender Tiefe den Tieren, die gefährliche Krankheit zu vermeiden. (dpa)



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