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Re: Machtkampf bei 1860: Kompromiss mit Verlierer
Claus - 10.10.2006, 16:08Machtkampf bei 1860: Kompromiss mit Verlierer
09.10.2006 12:16 Uhr (SZ)
Machtkampf bei 1860
Kompromiss mit Verlierer
Karsten Wettberg ist als Präsidentenkandidat vorerst gescheitert: Im neuen Aufsichtsrat werden seine Gegner wohl überwiegen.
Es war kurz nach halb zwei am Sonntagnachmittag, als Karsten Wettberg aus der Geschäftsstelle des TSV 1860 trat, kurz sah es aus, als wolle er die Flucht ergreifen und durch das Haupttor Richtung Parkplatz verschwinden. Dann allerdings blieb er doch stehen, sanft genötigt durch eine Gruppe von Journalisten, die ihm aus professionellen Gründen den Weg versperrten, aber für Wettberg schien das freilich kein Problem zu sein.
Als erprobter Redner, als politisch engagierter Bürger, als langjähriger Fußballtrainer hat der 64-Jährige genug Erfahrung gesammelt, um hier, in diesen Minuten, die richtigen Worte zu wählen, und sie kamen, natürlich. Er sehe die Ereignisse ,,keinesfalls als Niederlage an‘‘, er werde ,,weiter machen wie bisher‘‘, ,,wo Wettberg drauf steht, ist Wettberg drin‘‘, überhaupt: ,,Was soll das für ein Rückschlag sein? Mein Wohl hängt nicht von 1860 ab.‘‘
Vor allem zur letztgefällten Aussage mochte man ihn rundum beglückwünschen, denn es ist ja seit diesem 8. Oktober 2006 wahrscheinlicher geworden, dass Wettberg entgegen seiner persönlichen Ambitionen nicht Präsident bei den Münchner Löwen werden wird.
Ursächlich für diesen neuen Trend ist der 1860-Wahlausschuss, der gestern ein für den weiteren Verlauf des Machtkampfes um einen neuen Aufsichtsrat und ein neues Präsidium wesentliches Urteil fällte. Nach Gesprächen mit den 24 Kandidaten, verkündete der Ausschussvorsitzende Rainer Volkmann sichtlich geschafft, habe man neun Kandidaten ausgewählt, die am 23. Oktober den Delegierten zur Abstimmung präsentiert werden.
In jedem geordneten Dorfverein wäre an dieser Stelle die in einem Containerbüro einberufene Pressekonferenz beendet gewesen und alle wären in Frieden nach Hause gegangen. Bei 1860 dagegen ist es ein Naturgesetz, was Volkmann lächelnd vortrug: ,,Wir hatten eine ungewöhnliche Sitzung, aber das Ungewöhnliche ist bei 1860 das Gewöhnliche.‘‘ Und so folgte nach der Begrüßung eine Fragestunde, die etwas chaotisch verlief und in der Reporter wie der Vorsitzende bisweilen den Überblick über die Lage verloren.
Fakt vorerst ist: Der Wahlausschuss hat sich - so die öffentliche Verlautbarung - für eine Kompromisslösung entschieden und möchte den Aufsichtsrat gerne ausgewogen besetzt sehen. Daher wurden je drei Personen der drei bestehenden Lager ausgesucht, die die Zukunft bei 1860 gestalten wollen. Nominiert wurden Christian Ude, Otto Steiner, Alfred Heiß (als ehemalige Aufsichtsräte), Josef Brauner, Curt Cress, Dirk-Reiner Martens (als Kandidaten um den Präsidentschaftsaspiranten Steiner) sowie Christoph Öfele, Karl Rauh, Christian Waggershauser (als Kandidaten um Wettberg und als Vertreter der Organisation Pro 1860). Da der Aufsichtsrat den neuen Präsidenten vorschlagen wird, ist es entscheidend, welche Fraktion die Mehrheit besitzt, seit gestern ist also offiziell, dass Wettberg vorerst gescheitert ist.
Für ihn und seine Leute hatte sich allerdings diese Wende angebahnt, und so versuchten sie vorab tagtäglich, das Unheil abzuwenden. Es ist keine Übertreibung zu behaupten, dass sich in einem Endspurt sämtliche Machtkampffraktionen zu Endlosgesprächen getroffen hatten. Einen demokratischeren Verein als 1860 gibt es kein zweites Mal, hier darf jeder mitreden, sogar am Sonntagmorgen noch, unmittelbar vor der Wahlausschusssitzung, schacherten Steiner, Manfred Riedl von der Arbeitsgemeinschaft der Fanclubs (Arge), Karsten Wettberg und Pro 1860-Mann Albrecht von Linde drei Stunden lang an einem allerallerletzten Kompromissentwurf.
Demnach präferierten sie ein 4-4-Ude-Modell, es sollten je vier Kandidaten von Steiner und Pro 1860 sowie Ude als OB in den Aufsichtsrat gehievt werden. ,,Wir wollten uns aber nicht vorschreiben lassen, wen wir zu wählen haben‘‘, sagte Volkmann entschieden und verwies darauf, dass der Wahlausschuss auf Integration aller Fraktionen setzen wolle. Ehrenwert klang das, doch auch der offiziell neutrale Volkmann konnte nicht verbergen, dass er und seine vier Ausschusskollegen längst ein Teil des Machtkampfes bei 1860 geworden sind.
,,Es ist eine Zumutung an einen Verein, zu sagen, wir wollen die ganze Macht haben‘‘, sagte Volkmann mit bebender Stimme und zielte auf die Forderung von Wettberg und Pro 1860, dass deren eingereichte neun Aufsichtskandidaten nur im Block wählbar seien. ,,Diese Aussage hat unsere Arbeit wahnsinnig schwer gemacht‘‘, urteilte Volkmann weiter, der als SPD-Landtagsabgeordneter und langjähriger Ausschussvorsitzender bei 1860 um politische Kniffe bestens Bescheid weiß. Folglich beteuerte er seine Unabhängigkeit, gleichzeitig machte er auf subtile Weise keinen Hehl daraus, Wettberg und Pro 1860 als Unruhestifter zu betrachten. Pro 1860 lobte er zweideutig: ,,Die sind ständig in Veränderung und haben eine gute Streitkultur.‘‘ Generell sprach er: ,,Wir wollen Kandidaten, die sich nicht ins Tagesgeschäft einmischen.‘‘ Diese Gefahr, das ist sicher bis zu Volkmann durchgedrungen, sehen viele bei einem Präsidenten Wettberg. Wird daher nun Steiner der neue starke Mann?
Möglich ist es, doch wohl aus taktischen Gründen bezeichnete sich der 43-Jährige ,,nicht als Sieger‘‘, Steiner setzt weiter auf Diplomatie. ,,Meine Kandidaten im Aufsichtsrat sind nur mit der Bedingung angetreten, mich nicht wählen zu müssen‘‘, stellte er ernst klar, er weiß: Der Weg an die Macht ist längst nicht frei, Pro 1860 stellt mit 120 der über 230 Delegierten die größte Fraktion, die - sollte sie geschlossen abstimmen - den neuen Aufsichtsrat ablehnen könnte. Welch blockierende Gedanken bei Pro 1860 vorhanden sind, zeigte sich gestern - vorerst wollen die drei neuen Aufsichtsratskandidaten von Pro 1860 nicht antreten, als Trotzreaktion. Volkmann gewährte daraufhin einen Aufschub ihrer Entscheidung bis Dienstagfrüh; sollten sie ganz absagen, würde Volkmann den Rechtsanwalt Peter Lutz, den ehemaligen 1860-Profi Manfred Schwabl und Carl Woebcken vom Studio Babelsberg nachnominieren. Pro 1860 hätte im Aufsichtsrat dann gar nichts mehr zu sagen.
Und jetzt? Geht das Geschachere in eine neue Woche. An diesem Montag beratschlagen Wettberg und die Pro 1860-Anhänger, wie sie weiter verfahren sollen. Steiner derweil weiß, dass er die Pro 1860-Front bearbeiten muss, und lobte prophylaktisch die ,,vernünftigen Menschen von Pro 1860‘‘ und den ,,besonnenen Wettberg‘‘, der nicht dafür sorgen werde, dass Pro 1860 den neuen Aufsichtsrat blockiere und ,,1860 ins Chaos stürzt‘‘. Angesichts der aktuellen Zustände mag man sich dieses Szenario wirklich nicht vorstellen.
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