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Re: Der kleine Salon
Andrew Simmons - 08.10.2006, 19:44Der kleine Salon
Hierhin führt Richard seine Gäste, wenn er plant etwas länger mit ihnen zu plaudern.
Re: Der kleine Salon
Richard Concord - 08.10.2006, 22:58
pp: Spieleinstieg
Richard wandte sich von Gillian ab, verschwand in einer Nische des Raumes, und kehrte kurze Zeit später wieder zu der rothaarigen Schönheit zurück.
In seinen Händen hielt er einige dunkle Kleidungsstücke, die er ihr reichte.
„Ich denke, das dürfte gehen.“ Meinte er, als er sie noch einmal prüfend musterte, ohne zu erklären, woher die Damenkleider stammten, die er ihr gab.
Ohne weitere Worte zu verlieren schritt er zu dem Kamin, während er Gillian die Zeit ließ, sich hinter die spanische Wand zurückzuziehen, um sich dort ihrer zerschlissenen Kleidern zu entledigen.
Selbstverständlich hätte Richard ihr angeboten, über Nacht zu bleiben.
Aber das wäre nicht nur unschicklich, sondern auch unsinnig gewesen, wusste er doch genau, dass Gillian dieses Angebot ablehnen würde.
Der Blick der blassgrünen Augen ging in Richtung der hell auflodernden Flammen, und das leise Knistern des Feuers trug seine Gedanken weit weg.
Schweigend reihte er all die Ereignisse der vergangenen Tage, einschließlich Gillians Schilderungen aneinander.
All das kam ihm bekannt vor, auf eine Weise, und doch ergab es keinen Sinn.
Es war ein Gefühl, als wüsste er genau, was vorging, war aber zu unfähig, es zu erkennen.
Als läge ein dünner Nebel auf seinem Verstand, der verhinderte, dass er klar sah, was offensichtlich war.
Wenn er nur dahinter käme…
Ein verhaltenes Klopfen an der Türe ließ ihn aufsehen, und mit der üblichen Unscheinbarkeit trat sein Butler ein.
„Der Bote ist unterwegs.“ Sagte der Mann mit starrer Miene und Richard nickte.
„Und der Tee ist ebenfalls serviert.“ Fügte er hinzu, wollte sich bereits abwenden hielt dann allerdings noch einmal inne.
„Und Mr. Simmons erwartet Sie im Wintergarten, Sir…“ Die Miene des Butlers blieb ausdruckslos, als er sich abwandte, und wieder irgendwo im Haus verschwand.
Richard runzelte kurz die Stirn, und wandte sich dann wieder der spanischen Wand zu, um in Erfahrung zu bringen, wie weit Gillian derweil war.
Re: Der kleine Salon
Gillian Jenings - 08.10.2006, 23:19
pp: Spieleinstieg
Gillian fragte nicht, woher Richard die dunklen Kleider hatte. Es gab Dinge, die wollte selbst sie nicht allzu genau wissen.
Hinter der Spanischen Wand begann sie langsam damit sich umzukleiden und streifte den weichen Stoff der fremden Kleidung über ihre helle Haut.
Sie hörte die verhaltene Stimme des Butler und während ein Teil ihres Bewusstseins seine Informationen aufsog, beschäftigte sich der andere noch immer mit ihrer eiskalten Wut.
Was ging hier vor?!
Gillian runzelte die Stirn. Sie mochte es nicht, wenn sie nicht Herrin der Situation oder zumindest wusste, woran sie war. Die Kontrolle nicht zu besitzen, bedeutete die Situation nicht wirklich vernünftig verändern zu können.
Gillian blickte an sich herab und betrachtete das bodenlange Kleid nachdenklich. Mit seinen weit ausgestellten Ärmeln und dem Gürtel mit den blutroten Steinen war es ihr eine Spur zu romantisch, doch sie beklagte sich nicht, sondern richtete ihr Haar und trat dann hinter der Wand hervor.
Richard schien sie bereits zu erwarten.
Re: Der kleine Salon
Richard Concord - 08.10.2006, 23:46
Wie auf ihr Stichwort trat Gillian hinter der spanischen Wand hervor, und das lange, rote Haar kontrastierte erfolgreich das dunkle Samtkleid.
Gillian sah wie immer atemberaubend aus, doch das kalte Funkeln war ebenso wenig aus ihren Augen gewichen, wie die die Eiseskälte aus ihrem Gesicht.
Trotzdem legte sich das altbekannte, spöttische Lächeln auf Richards Lippen, als er sie musterte.
Er sparte es sich, ihr zu sagen, dass sie gut aussah - das wusste, sie, davon war er überzeugt.
Der zarte Hauch ihres Parfums stieg ihm in die Nase, und für einen kurzen Augenblick zweifelte Richard an, dass es tatsächlich einen Moment geben sollte, in welchem er ihre Anwesenheit nicht mit jeder Faser seines Körpers spürte.
Es war ein elektrifizierendes Gefühl, und schmerzlich zugleich, erinnerte sie ihn doch auch jede Sekunde an das, was er nicht wünschen sollte, und an die Sehnsucht, die unerfüllt bleiben musste.
Und dennoch, so wusste Richard, würde er weiterhin jede einzelne ihrer Berührungen, jede Sekunde in ihrer Nähe, und jeden noch so winzigen Hauch ihres Parfums genießen, bis er irgendwann einmal erhalten würde, wonach er sich so sehr verzehrte.
Oder letzten Endes über dieses Verlangen triumphierte, was Richard aber zumindest im Augenblick sehr stark zu bezweifeln vermochte.
Er bot ihr höflich seinen Arm an, überließ es ihr dann allerdings, ob sie die Geste annehmen, oder ablehnen wollte.
"Ich habe Tee aufsetzen lassen." Sagte er mild.
"Manchmal wirken heiße Tassen Tee wahre Wunder." Fügte er lächelnd hinzu, während er die Tür öffnete, und mit Gillian auf die Korridore trat.
Re: Der kleine Salon
Gillian Jenings - 09.10.2006, 00:06
Gillian lächelte ein wenig, als sie Richards durchaus höfliche, aber irgendwie doch verklärte Geste bemerkte und tat ihm den Gefallen, sie anzunehmen.
Gemeinsam schritten sie auf die Korridore hinaus und Gillian lauschte der Stimme des Okkultisten, die ungewohnt sanft klang.
Sie verkniff sich ein spöttisches Lächeln. Gillian war zwar berechnend und kalt, aber sie wusste, bei wem sie wie weit gehen konnte und wann ihre Art mehr zerstörte, als erhielt. Richard jetzt zu belächeln, wäre nichts als unfair und ihr fragiles Gleichgewicht war von vitaler Bedeutung für ihr kleines gemeinsames Spiel.
Richard führte sie erneut in den kleinen, gemütlichen Wintergarten und Gillian hob das Kinn ein wenig, als sie auf den Mann blickte, der auf einem der Stühle saß und langsam aufstand, als sie eintraten.
Gilli und Richie tbc: Wintergarten
Re: Der kleine Salon
Andrew Simmons - 11.10.2006, 12:59
Richard und Andrew pp: Wintergarten
Andrew schaffte es zwar nicht, sich allzu schnell fortzubewegen, aber er schaffte es und der Erfolg gefiel ihm. Jeder kleine Sieg war dennoch ein Sieg.
Richard öffnete die Tür und gemeinsam schritten sie in den düster wirkenden Korridor hinaus. Andrew erinnerte sich noch gut daran, wie sein Freund sich, auch wenn er es nicht hatte zeigen wollen, geziert hatte, als er zum ersten Mal das Haus in Londons Nähe betreten hatte. Weil Richard selbst so war, hatte er ein spöttisches Lächeln von Andrew erwartet, als dieser sein zugegebenermaßen außergewöhnliches Interieur kennen gelernt hatte. Andrew jedoch war viel zu neugierig, um so handeln zu können. Er war ein Sammler von Eindrücken und Ideen, von Geschmäckern und Gesten. Er verklärte sie nicht, wie manch anderer es tat. Er war einfach nur neugierig sie anzusehen und erleben zu dürfen.
Der Korridor, in welchen sie traten, rief eben jene Erinnerung in ihm hervor und Andrew lächelte still.
Sie hatten viel Neues am anderen entdecken können. Andrew hatte von Dingen erfahren, die ein Arzt in seiner Ausbildung niemals so verstehen würde, während Richard von seinem Idealismus und seinem Optimismus angesteckt worden war, die Welt nicht als Bestrafung, sondern als Möglichkeit zu sehen.
Sie beide hatten vielleicht einfach zu spät erkannt, wie filigran ein solches Verhältnis trotz all der Innigkeit immer blieb.
Sie traten auf den Salon zu, von dem Andrew hoffte und fast sicher ausging, dass er angenehm warm sein würde. Sein Bedürfnis nach Wärme war im Moment nahezu schmerzhaft, auch wenn er wusste, dass er die Kälte in sich nicht würde besiegen können.
Er ließ sich in einen der Sessel sinken und nahm dankbar die Tasse entgegen, die Richard ihm vorsorglich reichte. Als sich ihre Hände kurz berührten, wurde Andrew wieder bewusst wie kalt seine Finger wirklich waren.
Nachdenklich sah er Richard an, während dieser sich ihm gegenüber niederließ.
"Zwischen meinen Sachen habe ich ein Diarium gefunden. Auch wenn ich mich nicht daran erinnern kann, scheine ich Aufzeichnungen gemacht zu haben." erklärte er und fuhr dann fort: "Ich denke, dass es sinnvoll wäre, das dusselige Viech zu sezieren und unsere Erkenntnisse festzuhalten. Ich weiß, dass du das von dir aus schon tun würdest, aber ich würde dir zumindest gerne dabei helfen. Immerhin kann ich mit professioneller Miene mit tollen lateinischen Fachbegriffen um mich werfen. Sehr beeindruckend. Habe ich studiert. Jahre gebraucht, um meine Performance zu perfektionieren. Und nicht einmal eingesetzt. dabei habe ich vorm Spiegel geübt... Aber ein ordentlicher Arzt macht so was ja nicht. Beschäftigt sich mit den Lebenden."
Er lächelte kurz ironisch. Richard war einer der wenigen Menschen, der wusste, dass der Arzt Frederick nicht selten durch seine pathologischen Untersuchungen in diversen Mordfällen geholfen hatte, obwohl es strengstens verboten war, Leichen zu öffnen.
"Selbstverständlich nur, wenn es die Zeit zulässt."
Andrew wusste, dass er im Moment nicht genügend Kraft aufbringen würde, um Richard assistieren zu können und der Okkultist würde nicht ewig auf ihn warten können. Wie immer, so löste sein Verstand auch jetzt das Problem auf seine Weise.
"Sagen wir, wenn ich morgen lange genug stehen kann, gibts Krähenragout a la Concord und Simmons... ansonsten lasse ich dich kochen und nehme a la Carte... iek, ich bin abartig." grinste er. "Aber ich kann ja jetzt alles auf schwarze Schlangen schieben."
Andrew machte lächelnd eine wegwischende Handbewegung und nippte an dem Tee.
"Nein, also im Ernst. Wenn ich kann, helfe ich dir morgen gerne."
Re: Der kleine Salon
Richard Concord - 11.10.2006, 15:04
Richard schritt voran, und führte Andrew zielsicher durch die Korridore des großen Hauses, bis sie im kleinen Salon angelangten.
Im Kamin war bereits ein Feuer entfacht worden, welches erfolgreich die Kälte und die Dunkelheit aus dem kleinen Raum verdrängte, und auf dem kleinen Tisch vor dem Kamin stand ein neues Teeservice für sie bereit, das wie von Zauberhand dorthin gekommen war.
Die schweren, dunklen Samtvorhände waren zugezogen worden, so dass sie das Tageslicht aussperrten.
Richard war froh darum.
Er spürte kein Verlangen danach, den Blick auf die trügerische, weiße Welt vor seiner Haustüre zu werfen und sein Bedarf an Natur und wilden Tieren war für diesen Tag bereits vollends gedeckt.
Er trat zur Seite, und schloss die Türe hinter Andrew, bevor er kurz inne hielt und sich in dem Salon umsah.
Richard zog sich gerne hier her zurück, aber für gewöhnlich tat er das alleine.
Den Raum zierten einige reich verzierte, aber wie gewöhnlich dunkle Möbel, und der Kamin war die einzige Lichtquelle, die es gab.
Der Boden war mit einem flauschigen, dunkelgrünen Teppich ausgekleidet, und stand in starkem Kontrast zu den mit dunkelrotem Samt überzogenen Sesseln.
Normalerweise brachte dieser Raum genau zwei unterschiedliche Emotionen zu Stande.
Entweder, man betrat ihn, und fühlte sich augenblicklich unwohl, in der Dunkelheit und den Schatten, die überall zu lauern schienen, so dass man panikartig den Salon verließ, so wie es die meisten Menschen bislang getan hatten, denen es gelungen war, bis hierher vorzudringen.
Oder man war fasziniert, fühlte sich wohl, und konnte sich entspannen, so wie es bei Richard der Fall war - und auch bei Andrew der Fall sein würde, so wie er seinen Freund einschätzte.
Es war ein komisches Gefühl, diesen Raum mit Andrew zu teilen, aber gleichzeitig... glaubte Richard auch, dass es ein Schritt in die Richtung war, in die er langsam zu gehen beginnen sollte.
Er lächelte kurz. Für gewöhnlich empfing er keine Gäste auf diesem Anwesen, und heute waren es schon ganze drei.
Und es würde sich gewiss nicht ändern, bis sein anderes Haus wieder aufgebaut war...
Irrsinnigerweise störte es ihn im Augenblick wenig.
Schweigend trat er zu der Teekanne, füllte Andrews Tasse, und reichte sie ihm.
Er berührte flüchtig die Hand seines Freundes, und gewahrte die Kälte, die in dessen Fingern schlummerte.
Bevor er allerdings ansetzen konnte, etwas zu sagen, hatte Andrew bereits das Wort ergriffen, um auf die gewohnt spritzige, aber in letzter Zeit seltene Andrew´sche Art eine Unterhaltung zu beginnen.
Richard hob zunächst erstaunt eine Augenbraue, teils überrascht darüber, dass Andrew das Gespräch begann, teils auch überrascht über den nicht unbedingt gehaltvollen Inhalt des Gesagten.
Dann allerdings lächelte er im Gegenzug, und es war kein spöttisches oder mitleidsvolles Lächeln, sondern ein ehrliches, aufrichtiges.
Ein solches, wie Richard es für gewöhnlich nur rar sähte.
"Gerne." Erwiderte er und griff nach seiner Teetasse.
"Was... diverse... Parasiten betrifft... schon mal über eine heiße Dusche... nein, ich nehm das zurück." Die blassgrünen Augen glitzerten amüsiert.
"Was ich eigentlich fragen wollte... dir ist nicht zufällig nach Erbrechen zumute, oder?" Er betrachtete Andrew eingehend.
Die gute Laute seines Freundes färbte auf ihn ab, aber wie immer bemühte sich Richard dennoch das Gesamtbild - in diesem Falle seine Gesamtsorgen - im Blick zu behalten.
"Du weißt, ich verabscheue Unaufrichtigkeit." Begann er erneut, aber noch immer lächelte er. "Daher sage ich dir klipp und klar, dass es mir nicht unrecht wäre, wenn du das Ding langsam ausspucken würdest... nach Möglichkeit nicht gerade hier auf den Fußboden..." Sein Lächeln wurde breiter und seine Stimme ein wenig amüsierter. "Aber draußen auf der Diele würde es mir nichts ausmachen..." Er zwinkerte Andrew zu.
"Nein, im Ernst. Solange... das da... sich nicht von die verabschiedet hat, kann ich... das Haus nicht ordentlich... schützen. Das heißt, weitere Riesenkrähen und weitere Fledermäuse... und gaaaanz viele Leichen zum sezieren... und ich weiß ja, dass ihr Ärzte Übung braucht... aber ich denke, drei oder vier tote Tiere würden reichen... wenn du es also einrichten könntest..."
Re: Der kleine Salon
Andrew Simmons - 11.10.2006, 15:30
Andrew sah misstrauisch auf den Tee, während er zu lachen begann. Er hob die Tasse in einer bezeichnenden Bewegung.
"Naaaaaaa? Was ist da drin?"
Er lächelte ein wenig, wurde dann aber wieder ruhiger.
"Nun ja... ich bin Arzt wie du weißt. Ich habe sicherlich irgendetwas in meinem kleinen Köfferchen, das mein momentan sehr moderates Verlangen mich zu erbrechen steigern könnte."
Andrew grinste erneut. Sprachen sie beide gerade tatsächlich darüber?!
Er nippte erneut an dem Tee und spürte die Wärme sich langsam in ihm ausbreiten. "Das dürfte also kein Problem sein, vorausgesetzt meine Tasche ist hier irgendwo... oder wird es demnächst sein."
Neugierig sah er Richard an. "Wenn das dann... weg ist, kannst du das Haus... sicherer gestalten? Machen? Tatsache? Das wäre großartig!"
Er lehnte sich zurück und stellte die Tasse ab.
"Ich sagte vorhin etwas davon, dass wir uns verändern werden. Oder verändert haben. Auch wenn ich keine Ahnung habe, wieso wir das tun sollten, glaube ich, dass wir einen Ort brauchen werden, wo wir das begreifen können."
Andrew stand auf und trat zu dem Kamin, dessen Flammen weiche Schatten auf sein Gesicht legten. "Es könnte sein, dass London... uns noch seltsamer finden wird, als es das ohnehin schon tut... je nachdem, wie diese Veränderungen aussehen... ich würde einiges darum geben, das zu wissen... Wer weiß, vielleicht kommt das ja noch..."
Nachdenklich strich er sich die gelöste Haarsträhne zurück.
"Also nicht, dass du glaubst, ich würde dich überfallen wollen... aber wir werden irgendwo ungestört reden können müssen, ohne dass neugierige Bedienstete ihre Ohren spitzen."
In diesem Moment trat einer der Bediensteten ein und reichte dem überraschten Andrew seine Tasche.
"Na sowas. Expresslieferung. Mongolischer Pony-Express? Nein? Deren Postwesen war großartig... Entschuldigung..." sagte er betreten, als er sah wie sein Gerede den Mann irritierte.
Andrew ließ sich auf dem Sessel nieder und mit einem Klacken öffnete sich das portable Krankenhaus.
"Skalpelle... okay, das ist die letzte aller Lösungen. Zur Not rausschneiden. Klappt bestimmt." Er legte das Set von Messern behutsam auf den Tisch neben sich. Die weiche Lederhülle glänzte sanft in dem weichen Licht.
"Laudanum... meinst du wir können es einschläfern? Hehe. Alkohol... betrunken machen? Nein? Schade." Andrew grinste. "Morphium... nein, wohl nicht."
Vorsichtig legte er nach und nach alles zurück in die Tasche, behielt aber ein kleines Fläschchen in der Hand zurück.
"Das dürfte gehen. Ich hasse das Zeug. Wenn das nicht hilft, hilft nichts. Ist eigentlich dazu gedacht bei oral aufgenommenen Giften zu eben dem Effekt zu führen, den wir uns auch wünschen... hattest du danach gefragt? Nein, oder? Entschuldigung... ich sollte Dozent werden. Da ist mein immenses Mitteilungsbedürfnis wenigstens gut aufgehoben."
Andrew grinste und seine Augen glitzerten.
Re: Der kleine Salon
Richard Concord - 11.10.2006, 16:15
Richard sah Andrew belustigt dabei zu, wie dieser sein Köfferchen auszuräumen begann, und hob ab und an die Augenbraue, ob der Dinge, die Andrew da an den Tag beförderte.
Interessant, was so ein Arzt alles benötigte!
Der Okkultist grinste.
"Kein Opium?" Warf er süffisant ein, erwartete aber keine Antwort darauf.
Er persönlich hielt von den meisten Ärzten nicht sonderlich viel, und ließ sie daher nicht näher an sich heran, als es sein musste, und schon gar nicht nahe genug, ihn untersuchen zu können.
Andrew war da die große Ausnahme.
Und obwohl Richard bislang von den unglückliche Umständen, selbst einen Arzt aufsuchen zu müssen, verschont geblieben war, wusste er, dass es nur einen einzigen Arzt gab, dem er sein Vertrauen schenkte.
Sein Lächeln wurde noch eine Spur amüsierter.
Und dieser Arzt, Richard sitzt dir im Augenblick gegenüber, und redet Unsinn.
"Nun denn... dann wollen wir hoffen, dass das Zeug dich zum erbrechen bringt, und nicht etwa deinen kleinen Mitbewohner..." Er zwinkerte Andrew tatsächlich kurz zu.
"Allerdings würde ich dir raten, erst einmal in Ruhe deinen Tee auszutrinken." Fügte er hinzu, und sah zufrieden, wie Andrew das Mittelchen aus der Hand legte, und auf dem Beistelltischchen stellte.
"So ist´s brav, Herr Doktor..." Richard grinste einmal mehr und rührte in seinem Tee.
Nachdenklich starrte er in die dunkle Flüssigkeit, bevor er wieder Andrew ansah, und die grünlich blauen Augen fixierte.
"Soso, du willst mein Haus also zu einem Treffpunkt machen, und meine Dienerschaft nach draußen verbannen?" Nahm er Andrews Gedanken wieder auf, denn er hatte sehr wohl verstanden, welches Thema Andrew anzuschneiden versucht hatte, bevor sie unterbrochen worden waren.
"Na schön." Antwortete er gleich darauf.
"Einverstanden." Er grinste wieder, als ihm bewusst wurde wie völlig chaotisch das in seinen Ohren klingen musste.
"Und ja, ich kann dieses Haus vor... sagen wir..." Er grinste. "Unpassenden Energien abschirmen. Was soviel heißt wie, die nächste dämonische Präsenz, die versucht, uns auf den Geist zu gehen, wird leider gebruzelt werden, bevor sie die Schwelle von Fenster oder Türe passiert... Je nachdem wie oft sie´s versuchen, werden wir also recht häufige Krähe á là Maison zu essen bekommen..."
Re: Der kleine Salon
Andrew Simmons - 11.10.2006, 16:24
Andrew sah Richard aufgeregt an. "Au ja! Krähen hausgemacht! Oh, toll!"
Er zog den Kopf ein wenig ein und lächelte dann beschämt.
"Das ist eigentlich gar nicht witzig... eigentlich. Und was das Haus angeht..." Er lächelte wieder scheu. "Ich dachte eigentlich deswegen an dich, weil deine Dienerschaft gar nicht erst weggeschickt werden muss. Die Leute sind deutlich loyaler als normale Bedienstete. Das zumindest dachte ich bislang... außerdem ist die geographische Lage hervorragend... hoppla... du hattest bereits zugesagt, nicht wahr? Gut... dann... höre ich einfach auf, dich überzeugen zu wollen, ja?"
Andrew lächelte und erhob sich. Seinen Tee zu trinken hielt er jedoch für keine gute Idee. Wieso sollte er erst etwas trinken, um es dann nachher wieder ausspucken zu müssen? Da trank er lieber danach noch eine Tasse... wenn er das Bedürfnis verspüren sollte. Jetzt lehnte er sich entspannt neben dem wärmenden Kamin an die Wand und betrachtete fasziniert die Schatten auf dem grünen Teppich.
"Ich bin gespannt, was noch so auf uns wartet." murmelte er.
Re: Der kleine Salon
Richard Concord - 11.10.2006, 16:41
Richard lächelte verständnisvoll.
"Du darfst mich auch gerne weiter überzeugen, wenn du dich dadurch besser fühlst... wir können auch einfach so tun, als wäre ich nicht einverstanden...!" Er grinste ein weiteres Mal.
"Oder ich kann meine Meinung ändern, damit du mich umstimmen kannst." Ein leises Lachen entrang sich seiner Kehle, als er Andrew ansah.
"Und... was meine liebreizende Dienerschaft betrifft... ich könnte sie beurlauben... oder hier lassen, mir ist es gleich. Ich weiß, dass ich mich auf sie verlassen kann... davon einmal abgesehen, ist es immer schwer, eine neue Anstellung zu finden, wenn man einmal für Luzifer persönlich gearbeitet hat." Er zuckte mit der Schulter.
Er nippte an seinem Tee, und sein Blick wanderte zum Schein der Flammen.
"Weißt du, was merkwürdig ist?" Fragte er schließlich leise, und ohne Andrew anzusehen.
"Ich weiß, dass ich mich fürchten sollte. Und dass alle meine Sinne mir sagen, dass das, was da kommt, gefährlich ist. Dass es böse ist. Aber... ich bin mir gar nicht so sicher, ob das was passiert..." Er stockte kurz, als wäre er sich unsicher darüber, ob er das tatsächlich aussprechen wollte.
"Nicht vielleicht... gut für uns ist. Notwendig."
Der Okkultist wollte noch etwas zufügen, doch in diesem Moment öffnete sich die Türe zum Salon, und Bernard reichte ihm schweigend ein Stück Pergament.
Richard überflog es kurz, nickte dann und bedeutete Bernard zu gehen.
"Danke, Bernard." Fügte er hinzu, bevor der Butler den Salon wieder verlassen hatte.
Richards Züge hatten sich wieder verschlossen, als er das Pergament vorsichtig zur Seite legte.
"Eine Nachricht von Frederick." Erklärte er langsam.
"Lisas Beerdigung." Fuhr er fort.
"Sie ist morgen."
Re: Der kleine Salon
Andrew Simmons - 11.10.2006, 16:57
Andrew sah wie Richards Züge sich wieder verschlossen und seufzte innerlich. Als der Okkultist zu sprechen begonnen hatte, hatte er gewusst, dass sie auf dem richtigen Weg waren. Sie mussten sich langsam vorantasten, aber so etwas Schmerzhaftes wie eine Beerdigung war zu viel verlangt.
Notwendig. Vielleicht. Aber Andrew hatte jetzt keine Chance mehr vernünftig daran anknüpfen zu können. Alles, was ihm in Sekundenschnelle durch den Kopf geschossen war an Worten war nun dahin.
Er wandte sich ab.
Lisa.
Sie war da. Noch immer. Er hatte sie nicht los gelassen. Sein Verstand sagte ihm, dass sie noch immer irgendwo auf ihn wartete. Morgen würde er sich der Erkenntnis stellen müssen, dass dieses Irgendwo ein Grab tief in der Erde war.
Andrews Gesicht war eine Maske der Trauer, aber ihr wurde die Schärfe genommen durch die weichen Schatten, die geradezu tröstend von den Flammen auf seine Züge gezaubert wurden.
"Notwendig." sagte Andrew nun doch, der sich selbst in seiner Trauer nicht helfen konnte und instinktiv von Richard keine Hilfe erwartete. Sie zu geben war einfach zu schwer für seinen Freund und ein Teil seiner Persönlichkeit konnte das verstehen. Es tat weh, Freunde leiden zu sehen und war schwierig sie in ihrem Kummer zu erreichen. Richard sollte durch ihn nicht noch mehr Sorgen erfahren, als er es ohnehin tat.
"Irgendetwas ist passiert, Richard. Irgendetwas haben wir... oder zumindest ich verändert. Ich spüre, wenn ich auf diese Hände sehe," Er hob sie vorsichtig und betrachtete die makellosen Finger, die nur hier und da von einem feinen Narbengeflecht überzogen waren. "Dass ich etwas mit ihnen in Gang gesetzt habe, dem wir uns nicht entziehen können. Ich habe es nicht bewusst getan... aber das schützt mich nicht davor mich jetzt den Konsequenzen zu stellen... und euch zu helfen, wo ich es kann."
Er wandte den Kopf ein wenig und die Augen erschienen dunkler vor Trauer, als sie es waren.
"Morgen also?" fragte er leise und nickte dann. "So soll es sein. Es wird Zeit, dass sie endlich Ruhe findet."
Auch wenn es die letzte ist.
Andrew blickte wieder nach vorne und seine Züge entspannten sich, während er an seine Frau dachte und daran, dass ihr Kampf zuende gegangen war und sie nicht länger leiden musste.
Re: Der kleine Salon
Richard Concord - 12.10.2006, 09:02
"Morgen." Erwiderte Richard nickend.
Er wandte Andrew den Blick zu, und sah ihn nachdenklich an.
Glaubst du, du wirst das schaffen, Andrew?
Glaubst du, du wirst die Kraft dafür aufbringen?
Es wird niemand da sein, um dich zu stützen.
Du wirst alleine sein.
Nur wenn du fällst, werde ich zur Stelle sein, dich aufzufangen.
Lisa war diejenige, die dir Stärke gab.
Die jeden noch so dunklen Pfad mit dir beschritten hat.
Aber jetzt fehlt sie.
Und wir alle trauern stumm, jeder auf seine Weise, und du dennoch am meisten.
"Frederick hat versucht, die Beerdigung ein wenig aufzuschieben, damit du dich erholen kannst." Erklärte er. "Aber morgen ist der späteste Termin auf den sich ihr Vater eingelassen hat. Alles andere ist bereits organisiert." Obwohl Richard eigentlich beabsichtigte, tröstlich zu klingen, bemerkte er, wie sich mehr und mehr ein sachlicher Ton in seine Stimme schlich.
Als wäre diese Beerdigung nur ein Ding, welches schnell hinter mich zu bringen meine Absicht ist...
Er schüttelte unmerklich den Kopf, und trank einen weiteren Schluck Tee.
"Es tut mir leid, Andrew." Wiederholte er leise, und dennoch war es das erste Mal, dass so etwas wie stille Anteilnahme in seiner Stimme erklang.
Er hatte Lisas Tod bereits realisiert und akzeptiert, doch bis jetzt keine Zeit gefunden, um sie zu trauern. Und er würde es auch jetzt nicht tun.
Bei der Beerdigung würden ihn Sarkasmus und Zynismus davor schützen, Gefühle zeigen zu müssen, und so war das, was er nun gab, alles, was er geben konnte.
Re: Der kleine Salon
Andrew Simmons - 12.10.2006, 11:11
Aus Andrews linkem Auge fiel eine einzelne Träne, die geheimnisvoll in dem Flammenschein glitzerte. Kein Laut drang über seine Lippen, kein unterdrücktes Schluchzen schüttelte ihn. Seine Augen waren die einzige Verbindung von seiner Seele zur Außenwelt und sie abzuwenden, war nicht schwer.
Erst, wenn man gelernt hatte alleine zu leben, konnte man es auch zu zweit tun. Andrew hatte diese Weisheit stets beherzigt und wusste, dass er nur deswegen eine so respektvolle und gegenseitig ergiebige Ehe hatte führen können. Sie waren niemals abhängig voneinander gewesen, sondern hatten die Nähe des anderen aus freien Stücken gesucht.
Er wünschte sich, ein letztes Mal mit ihr sprechen zu können, doch wenn er sprechen wollte, so musste er es nun in die Stille tun und hoffen, dass es tatsächlich etwas gab, das seine Worte an Lisas Ohr tragen würde.
"Danke." sagte er ebenso leise wie Richard. Sein Freund bereitete ihn bereits jetzt hervorragend darauf vor, wie sich morgen alles anfühlen würde. Richard meinte es ehrlich und der Schmerz in seiner Stimme verriet, dass auch er jemanden verloren hatte, den er schätzte. Obwohl seine Worte ihn erreichten, so wusste Andrew doch, dass er ab jetzt alleine bleiben würde.
Er wandte den Blick von den Flammen im Kamin und drehte seinen Kopf Richard zu. Zwar glitzerten seine Augen noch immer, doch ein mildes, kaum sichtbares Lächeln lag um seine Lippen und nahm die Hoffnungslosigkeit aus seinen Zügen.
Er würde das schaffen.
Re: Der kleine Salon
Richard Concord - 12.10.2006, 15:15
Richard nickte.
Er schwieg eine kurze Weile, und ergriff dann wieder das Wort.
"Vielleicht sollten wir dann..." Begann er langsam, und sein Blick fiel auf das Fläschchen auf dem Beistelltisch.
"Besser mit dem unangenehmen Teil anfangen." Er lächelte flüchtig.
"Du wirst sicherlich keine Lust haben, dass Schlangenvieh mit zur Beerdigung zu schleppen." Merkte er an. Bei Andrews Glück beschloss das Dämonending noch, mitten in den Trauerfeierlichkeiten seinen Körper zu verlassen.
Die Publicity konnten sie nicht brauchen.
Was gemunkelt wurde, reichte auch so schon!
"Bist du soweit?" Fragte er während er Andrew musterte.
"Dann sollten wir nach draußen gehen." Er lächelte erneut.
"Es gibt da einen Raum... den du noch nicht kennst." Tatsächlich zuckte es geheimnisvoll um die Mundwinkel des Okkultisten, als er davon sprach, und überraschenderweise amüsierte ihn der Gedanke, Andrew sein kleines Beschwörungszimmerchen zu zeigen.
Er erhob sich aus dem Sessel, stellte den Tee zurück auf den Tisch, und sah seinen Freund abwartend an.
Re: Der kleine Salon
Andrew Simmons - 12.10.2006, 15:27
Andrews Trauer wurde ein wenig durch die Neugier gemildert. Seine blaugrünen Augen funkelten ein wenig, während er zwischen Richard und dem Fläschchen hin- und hersah.
Schließlich löste er sich vom Kamin und trat auf den kleinen Tisch zu, um seine Hand um das Behältnis zu schließen.
Er zuckte kurz zusammen, als ein siedender Schmerz durch seine Eingeweide fuhr, straffte sich dann aber.
Das kleine Drecksvieh wurde unverschämt und ihm persönlich passte das überhaupt nicht.
"Lass uns anfangen. Je schneller wir das hinter uns bringen, desto besser." sagte Andrew und trat mit einem etwas gequälten Lächeln neben Richard.
"Außerdem habe ich so etwas noch nie gemacht und bin dementsprechend sehrrrrrr neugierig!"
Jetzt lächelte er tatsächlich aufrichtig.
Richard und Andrew tbc: Kleines Be- und Entschwörungszimmer
Re: Der kleine Salon
Richard Concord - 12.10.2006, 23:10
pp: Kleines Be-und Entschwörungszimmer (Richie und Andy)
Gemeinsam betraten die beiden den Korridor, und der geheime Gang, der zu dem unterirdischen Zimmer in dem alten Gemäuer führte, verschmolz wieder spurlos mit dem Rest der Wand, so dass er vor den Augen unwissender verborgen wurde.
Richard nickte zufrieden, und die beiden Männer begaben sich erneut in Richtung des kleinen Salons.
Als sie den gemütlichen keinen Raum erreichten, stand bereits eine neue Kanne Tee auf dem Tisch, und das Kamin im Feuer knisterte herausfordernd.
Manchmal fragte sich Richard wirklich, ob seine Dienerschaft wohl in der Lage war, seine Gedanken zu lesen... oder ob sie ihn einfach so gut einschätzen konnten... vielleicht war er aber auch nur berechenbar geworden?
Wie auch immer, jetzt gab es wichtigeres als das.
Er bot Andrew einen Platz an, und sorgte dann dafür, dass sie ungestört blieben, in dem er die Türe hinter ihnen verschloss.
Er füllte die erste Tasse mit Tee, hielt dann allerdings überrascht inne.
"Oh... scheint als wäre Schwarztee aus.." Stellte er überrascht fest, als er die grünliche Färbung des Tees bemerkte.
Der erfrischende Geruch von Pfefferminze stieg ihm in die Nase, und er grinste.
"Nimmst du auch Minze?" Fragte er nach.
"Oder jagst du mich in die Stadt, zum Schwarztee kaufen?"
Re: Der kleine Salon
Andrew Simmons - 12.10.2006, 23:43
Andrew ließ sich in einem Sessel nieder und lächelte, als er Richard lauschte.
"Iwo! Ich trinke Minze fast genauso gerne wie Schwarztee. Du musst also nicht mehr..." Andrew sah bezeichnend auf die Uhr. "In die Stadt fahren und in einen Teekontor einbrechen."
Er nippte lächelnd an dem Tee und fühlte sich augenblicklich besser.
Andrew schloss kurz die Augen und entspannte sich. Morgen war die Beerdigung, aber er war zuversichtlich das mit Würde und Anstand durchzustehen. Außerdem hatte er hier die nötige Ruhe, um wirklich zu begreifen, was zumindest in Bezug auf Lisa geschehen war.
Danach oder nebenbei würde er beginnen zu erforschen welches neue Wissen sich in seinem Kopf verbarg und ob er darauf zugreifen konnte, oder ob er darauf warten musste, dass das Wissen ihn überfiel.
Das interessierte ihn tatsächlich mehr als ein wenig, aber er wollte jetzt nicht weiter darüber nachdenken. Irgendwann musste Schluss sein. Für heute hatten sie genug erlebt. Jetzt galt es los zu lassen.
Wieder lächelte Andrew und seine Augen glitzerten.
Re: Der kleine Salon
Richard Concord - 13.10.2006, 00:01
"Einbrechen? Ach, die sind doch so froh mich zu sehen, die würden mir sicherlich auch noch mitten in der Nacht aufmachen... wobei mir einfällt, ich gehe meistens Nachts einkaufen..." Richard grinste schief.
"Die Dinge, die ich kaufe, will nicht einmal ich bei Tageslicht ansehen müssen."
Er reichte Andrew die heiße Tasse Pfefferminztee, und nahm sich dann die zweite, bevor er sich nachdenklich in seinem Sessel zurücklehnte, und einmal mehr über das Geschehene resümierte, wobei sich seine Gedanken allerdings mehr um die letzten Stunden, als um den Gesamtzusammenhang drehten.
Nachdenklich schaute er Andrew an, musterte ihn von oben bis unten, und störte sich zu seiner eigenen Überraschung nicht ein bisschen an dem dunklen Haar seines Freundes.
Es wirkte zwar ungewohnt, aber auf seltsame Art und Weise kam es ihm gleichzeitig so vor, als ob es genau so und nicht anders gehörte.
Als ergänze das dunkle Haar etwas, von dem Richard zuvor nicht bemerkt hatte, dass es fehlte, es dafür im Moment umso deutlicher begriff.
Richard, warum verschwendest du deine Gedenken nur wieder mit derlei unwichtigen Einzelheiten?
Andrews Haar steht doch gar nicht zur Debatte!
Der Okkultist nippte schweigend an seinem Tee, aber obwohl sich wieder Stille zwischen sie gesenkt hatte, war es kein beklemmendes, drückendes Schweigen, welches zwischen ihnen herrschte, sondern eher eine Art stilles Verständnis, daher brach Richard das Schweigen erst wieder, als er es auch für angebracht hielt.
"Andrew ich... will dir nicht auf die Nerven fallen... bin nur neugierig... aber... wie viel weißt du von dem was... da unten geschehen und... gesagt worden ist noch?"
Re: Der kleine Salon
Andrew Simmons - 13.10.2006, 00:30
Andrew lehnte sich zurück.
Seitdem er denken konnte, suchte er in allen Dingen nach der perfekten Lösung.
Der Traum.
Ganz gleich, was er tat, es musste vollendet sein. Für alle. Jeden Patienten, den er untersucht hatte, hatte er begleitet, bis er wieder gesund geworden war. Jeden Tod hatte er persönlich genommen. Jedes Gespräch, das in eine Diskussion ausgeartet war, war seine Schuld gewesen. Jedes Experiement, das nicht zu einem Ende gekommen war, hatte er falsch angepackt.
Obwohl er ein solcher Perfektionist war, war Andrew immer sympathisch geblieben, was an seiner nahezu unerschöpflichen Energie und seinem Optimismus lag. Es gab immer einen Weg.
Jetzt hob der Wissenschaftler seinen Blick und sah Richard an. Er suchte nach der perfekten Antwort. Andrew wog ab, was geschickter wäre zu sagen, versuchte alle Vor- und Nachteile zu überblicken und schüttelte schließlich den Kopf.
"Ich weiß nicht, ob..." Er machte eine wegwischende Handbewegung. "Ich erinnere mich an alles."
Seine Augen funkelten, doch dann senkte er die Lider.
"Aber das Ding hatte Unrecht. Es behauptete mich zu kennen. Wie kann es das, wo ich mich selbst nicht begreife? Es war ein niederträchtiges, kleines Drecksvieh. Es war etwas, das es meiner Meinung nach nicht geben dürfte und was das wichtigste ist, es war ein verdammter Lügner und Heuchler."
Einen Moment lang blitzten Andrews Augen auf. Das Wesen war vollkommen aus ihm entfernt, doch der Wissenschaftler hatte den Grund seines Daseins noch nicht erfasst und würde es auch für eine sehr lange Zeit nicht tun.
Jetzt jedoch strahlte er für einen Moment eine Finsternis und Kälte aus, die seine Entschlossenheit untermalte, ihm gehorchte und seinem Willen untergeordnet war. Nichtsdestotrotz blieb sie eisig und gefährlich.
Die Flammen tauchten die eine Hälfte seines Gesichtes in Licht, während die andere dunkel blieb. Dann jedoch beugte Andrew sich vor und seine weichen Züge waren wieder vollkommen sichtbar.
Er lächelte.
"Glaube mir, alle kleinen Gemeinheiten, die ich dir ins Gesicht hätte sagen wollen, habe ich dir ins Gesicht gesagt. Du kennst mich. Ich bin direkt. Lisa war diplomatisch. Es zeigt mir nur, dass das Ding weder Intuition, noch Menschenkenntnis besitzt. Sein Pech. Unser... Vorteil."
Andrew lehnte sich zurück und legte die Fingerspitzen aneinander.
"Vielleicht werden sie lernen. Wenn es soweit ist, werden wir uns davon nicht überraschen lassen. Sie sind nicht mit allen Wassern gewaschen. Meinetwegen sollten sie mal meine Desinfektionslösung ausprobieren. Die würde ihnen sicher gefallen... hehe."
Re: Der kleine Salon
Richard Concord - 13.10.2006, 01:31
Richard beobachtete seinen Freund aufmerksam.
Sie beide kannten sich schon lange, vielleicht zu lange, um einander etwas vormachen zu können, und Richard wusste aus Erfahrung, dass Andrew instinktiv nach der Antwort suchen würde, die für sie beide das das kleinste Übel bedeutete.
Und er war gespannt, wie Andrews Antwort ausfallen würde, und zwar gleich aus mehreren Gründen.
Zum einen war da seine Neugierde, was neue Erfahrungen betraf.
Er hatte bislang noch keinem Exorzismus beigewohnt, noch keinen durchgeführt, und daher keinerlei Ahnung, wie viel ein Besessener während der Dauer seiner Besessenheit von dem mitbekam, was er tat oder sagte.
Zum Anderen... auch wenn es Richard schwer fiel sich das selbst einzugestehen, waren es nicht zuletzt auch Andrews Worte die ihn beschäftigten. Oder auch die Worte des Dämons, wie man es nennen wollte.
Immerhin sollte er wissen, wie er damit umzugehen hatte.
Wenn Andrew davon wusste, konnte er schlecht so tun, als wäre all das nie gesagt worden.
Als Andrew zu Sprechen ansetzte hob Richard eine Augenbraue.
Er schätzte die Ehrlichkeit seines Freundes, auch wenn er sich nicht ganz sicher war, ob er für gut befand, was Andrew ihm offenbarte.
Aber noch während der Doktor sprach, änderte sich das.
Er begann zu begreifen, dass das, was er sagte wichtig war, für sie beide, und vorallem dass es nichts war, dessen man sich schämen brauchte.
Richard nickte unmerklich.
"Du meinst also, sie perfektionieren uns irgendwann?" Fragte er aufmerksam.
"Nette Vorstellung. Erschieß mich bitte, bevor du zulässt dass sich ein Dämon in mir einnistet." Obwohl er grinste, wurde deutlich, dass er es ernst meinte.
Dann zuckte er mit der Schulter.
"Naja. Wenigstens kamen wir jetzt zu dem Gespräch, an dem wir schon seit Jahren arbeiten." Er lächelte wieder.
"Dass es dazu erst zwei Dämonen und einen Todesfall braucht ist doch gar kein sooo schlechter Schnitt." Sein Grinsen wurde schief, und er entschied, dass es doch besser war keine Witze mehr zu reissen.
"Gut, und jetzt mal im Ernst... ich bin wirklich froh, dich hier zu haben, Andrew. Macht das Haus gleich weniger leer."
Re: Der kleine Salon
Andrew Simmons - 13.10.2006, 11:25
Andrew schwieg eine ganze Weile und vor seinem inneren Augen zogen die vergangenen Jahre des Schweigens und der höflichen Distanziertheit vorbei. Sie beide hatten auf ihre Weise nie aufgegeben und nicht aufgehört an den anderen zu glauben. Jetzt, so schien es, streckte dieser Glauben vorsichtig seine Finger aus und schien den jeweils anderen zaghaft zu berühren.
Andrew dachte an die trügerisch stille Winternacht zurück, die sie auseinander gerissen hatte. Sie war so still und unschuldig gewesen, wie der Winter, den sie jetzt erlebten. Sie allerdings war lange vorbei. Ihr Winter jedoch war gerade erst gekommen und Andrew spürte, dass er genauso kalt und bitter werden würde, wie der erste, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Sie würden einander brauchen, um ihn zu überstehen. Sie alle.
"Ich bin gerne hier." sagte er leise und meinte es ernst. Ihn erschreckten weder die dunklen Möbel, noch geheime Beschwörungszimmer. Andrew vertraute Richard dermaßen stark, dass er von ihm oder seiner Umgebung keinerlei Gefahr erwartete. So konnte auch das Haus ihn nicht schrecken.
"Und was das Gespräch betrifft, so glaube ich, dass wir längst alles gesagt..." Seine Stimme nahm den hellen Klang der Jugendlichkeit an, der sie immer wieder aufs neue gleichsam verletzlich wie sanft erscheinen ließ. "Nur vielleicht einander nicht zugehört haben."
Andrew senkte langsam die Lider und sein Blick fiel auf den Teppich, den Sessel, seine Beine und die Hände, die darauf ruhten. In dem flackernden Licht der Flammen gewannen Richard und er weiche, geschwungene Konturen, die Schuld und Schmerz verbargen und nur eine seltsame Art der Wärme und Vertrautheit zurückließen.
Re: Der kleine Salon
Richard Concord - 13.10.2006, 13:10
Richard nickte leicht und schwieg.
Wahrscheinlich hatte Andrew damit recht.
Es gehörte nicht viel dazu, um zu sprechen, sondern viel mehr, um zu zuhören.
Botschaften zu verstehen, die in Worte gepackt hatten, die diese niemals in all ihrer Fülle, all ihren Facetten wiedergeben konnten.
Und vielleicht brauchte Richard manchmal einfach Grenzerfahrungen, um das zu begreifen.
Er lächelte still vor sich hin, als er darüber nachdachte, und ließ zu dass die Flammen Schatten auf sein Gesicht malten.
Das Feuer war warm und angenehm, ließ die Kälte außerhalb der Wände in Vergessenheit geraten, und sorgte dafür, dass man sich wohl fühlen konnte.
Andrew hatte gesagt, dass er gerne hier war, und Richard glaubte ihm, auch wenn er der erste Mensch war, aus dessen Mund er dergleichen hörte.
Richard kannte die Außenwirkung seines Hauses - und seines Tuns, und er machte sich dahingehend keine Illusionen.
Frederick begab sich nicht gerne in sein Haus in London.
Dieses Haus allerdings hatte Frederick noch nie betreten, und Richard zweifelte nicht an, dass der Kriminologe sich hier noch weitaus unwohler fühlen würde.
Der Gedanke daran ließ ihn erneut lächeln, als er sich erinnerte, dass sich sich der Mann dennoch über kurz oder lang hier einfinden würde.
Er führte die Tasse Tee an seine Lippen, und nippte daran, während er Andrew amüsiert beobachtete.
"Ich nehme an, dass du dich nachher zurückziehen willst?" Fragte er freundlich, als versuche er in seinem Kopf bereits den Rest des Tages zu planen.
Re: Der kleine Salon
Andrew Simmons - 14.10.2006, 10:26
"Wenn du meine Hilfe nicht gebrauchen kannst, werde ich mich nachher zurückziehen, ja." sagte der Wissenschaftler und lächelte kurz. "Ich fürchte, dass ich dir wahrscheinlich eher hinderlich als nützlich bin."
Der Anflug von Finsternis war vollkommen verschwunden. Andrew war wieder genau derselbe Mensch, der er zuvor gewesen war.
... ein... verlorener Träumer... ein dunkler Illusionist... und ein bester Freund...
Andrew schüttelte den Kopf. Das waren nicht seine Gedanken. Er klopfte leise auf die hölzerne Sessellehne, während seine Augen versuchten die Ferne zu fixieren, ohne es zu können, da die Vorhänge vor den Fenstern vorgezogen waren.
"Richard, wie kann es passieren, dass eine solche Präsenz sich in einem menschlichen Körper festsetzt? Weißt du etwas darüber?" fragte Andrew nachdenklich. "Ich meine... sie muss schon eine Weile da gewesen sein, aber wann genau es begonnen hat, weiß ich nicht mehr. Wo fängt man sich so etwas ein? Oder suchen die sich wahllos Menschen aus?"
Fragend sah der Wissenschaftler seinen Freund an und ignorierte gekonnt das leise, bösartige Lachen, welches sich in seinen Verstand zu schleichen versuchte.
Er war frei. Da konnte lachen, wer wollte!
Re: Der kleine Salon
Richard Concord - 14.10.2006, 13:34
Richard nickte leicht.
Er hatte erwartet, dass Andrew ihn danach fragen würde, und er hatte sich selbst schon Gedanken darüber gemacht.
Besessenheit war nicht gerade eines seiner Fachgebiete, aber er beabsichtigte, es dazu zu machen.
Nicht nur die Umstände, sondern auch die neugeweckte Neugierde verlangten gerade zu danach.
Außerdem wusste Richard immer gerne, worauf er sich denn nun genau einließ.
Er stellte die Tasse auf dem kleinen Tisch ab, und musterte Andrew dann abschätzend.
"Nein, nicht wahllos." Entgegnete er schließlich langsam.
"Aber für gewöhnlich..." Er sah Andrew an, und verfinsterte sich. Dann seufzte er kurz.
"Sie benutzen deinen eigenen Willen, deine Motivation, deine Ziele gegen dich. Wenn sie kommen, merkst du es nicht." Die blassgrünen Augen ruhten auf Andrew.
"Du wolltest ein Heilmittel für Lisa finden. Und ich weiß, du hättest alles gegeben, um sie retten zu können. Dein Leben. Deine Seele. Das war es, was sie anzog." Er sah, wie Trauer in Andrews Augen aufschimmerte.
"Das machte dich für sie zugänglich, aber... du solltest auch wissen, dass du sie gar nicht bemerken konntest." Er beugte sich ein wenig nach vorne, und seine Augen funkelten.
"Sie geben vor, ein Teil von dir zu sein, weisen dir unterbewusst einen Weg... versprechen dir Wissen... das Erreichen deiner Ziele... und dein Glauben daran nährt sie, stärkt sie, bis sie die Macht haben, die Kontrolle zu übernehmen. Das ist der Augenblick, in dem sie dich mit ihrer Präsenz konfrontieren. Der Augenblick, in dem du gegen sie ankämpfen kannst." Er verstummte.
Und das hast du getan mein Freund. Du hast tapfer gekämpft, und dich wacker gehalten.
Richard lächelte wieder flüchtig.
"Es gibt nichts, dass du dir vorwerfen müsstest, denn was zu tun dir möglich war, hast du getan." Das Lächeln verschwand wieder, als er zum Tee griff und mit amüsierter, aber sachlicher Stimme fortfuhr.
"Ich habe von Fällen gehört, in denen dämonische Besessenheiten zu bestialischen Massakern ausgeartet sind, weil sie niemand aufgehalten hat. Die... Opfer gaben ihren Körper widerstandslos auf und das ist ín jedem Falle immer das Anfang vom Ende."
Re: Der kleine Salon
Andrew Simmons - 15.10.2006, 00:35
"Aufgeben?" fragte Andrew gedankenversunken, als hätte er das Wort noch nie gehört.
Wenn man immer mit dem Kopf durch die Wand will, wird man eines Tages feststellen, dass manche Wände zu hart sind. Und dass es gut ist, dass sie es sind. Manche Wege, obwohl man sie begehrt, sollten nicht beschritten werden.
Träume sind so zerbrechlich. Wer garantiert, dass wenn man sie in Händen hält, sie nicht zu Bruch gehen?
Andrew erhob sich und seine Bewegungen wirkten zaghaft, nicht schwächlich aber filigran.
Wann gibt man auf? Wann weicht man nur ab? Gibt es da eine Grenze? Habe ich aufgegeben? Wäre es nicht besser gewesen, ich hätte es getan? Bedeutet aufzugeben etwas in vollem Bewusstsein sein zu lassen, während Abweichen nur die akzeptable Variante des Aufgebens ist, weil man andere Möglichkeiten sieht? Wieso verzweifelt man beim Aufgeben und nimmt beim Abweichen hin?
Andrew blieb stehen und wandte sich zum Sessel um, um seine Unterarme entspannt auf die Lehne zu legen.
"Lisa hat einst gesagt, dass seine Ziele nicht zu erreichen kein Aufgeben, nicht mal ein Versagen bedeuten kann." sagte er leise. "Ich habe alles erreicht, was ich erreichen wollte. Ich habe immer auf der Sonnenseite des Erfolgs gestanden. Und... ich habe sie nicht verstanden."
Er schwieg einen Moment.
"Es gibt Grenzen, die ich nicht überschreiten kann. Vielleicht werde ich euch dabei zusehen und vielleicht werdet ihr mich dann zurücklassen müssen... vielleicht werde ich enttäuscht sein und euch nachsehen müssen. Vielleicht auch nicht."
Andrew lächelte nicht, aber in seinen Augen glitzerte es warm und die ganze Erscheinung des Mannes strahlte Ruhe und Gelassenheit aus.
"Ich habe verstanden, dass man im Leben keine Anerkennung dafür zu erwarten hat, wenn man immer und immer wieder nach vorne blickt. Man bleibt, was man ist. Es gibt keinen Unterschied, ob du ein Mensch bist, der sich über nichts freuen kann oder jemand, dem ein sonniger Tag bereits Garant für Freude ist. Letztendlich sind wir alle gleich. Und doch..."
Er richtete sich langsam auf und während er einige Schritte vom Sessel fort machte, strich seine Hand über das Polster.
"Entscheiden wir uns immer wieder dafür zu kämpfen. Warum auch immer."
Andrew ließ sich erneut in dem Sessel nieder.
"Und kämpfen werden wir müssen." sagte er und klang dabei so sicher, als ob es sich um die Diagnose einer Erkältung handelte.
"Wir alle. Zusammen."
In seinen Augen leuchtete kurz ein fremdartiges, aber nicht bedrohlich wirkendes Licht auf und schien den Raum wärmer und freundlicher werden zu lassen, bevor Andrew zu lächeln begann.
"Nun? Schickst du mich ins Bett oder wagst du es meine dilettantische Hilfe anzunehmen?"
Re: Der kleine Salon
Lara Resnick - 21.01.2007, 02:48
pp: Foyer (Lara & Lea)
Der Butler hielt den beiden Damen die Türe auf, so dass sie den wesentlich kleineren, aber auch deutlich gemütlicheren weil nicht so protzig und üppig ausgestalteten Raum betreten konnten.
Auch hier waren die Möbel dunkel, aber es gab weniger Vitrinen, weniger Gemälde und weniger Artefakte, was den Raum gleich sehr viel weniger düster und unbequem wirken ließ, obwohl auch hier die Fenster hinter langen und schweren dunklen Samtvorhängen verschwanden und tiefen Schatten in die Wände zogen.
Der Butler schritt zielstrebig zum Kamin und entzündete diesen, sowie einige weitere Kerzen die in passenden Abständen im Ganzen Raum platziert war, und stellte gleich darauf das Teeservice auf den edlen kleinen Holztisch.
"Haben die Damen noch weitere wünsche?" Fragte Charles mit ausdrucksloser Miene und gelangweilter, monotoner Stimme, so wie er es bisher jedes einzelne Mal getan hatte, seit Lara an diesem Abend das Haus betreten hatte, und sie schüttelte den Kopf.
"Nein danke, das wäre alles." Erwiderte sie.
Den finsteren Butler wollte sie keinen Moment länger um sich herumhaben, als es unbedingt sein musste.
Als der Mann gegangen war und die Türe hinter sich geschlossen hatte, entspannte sich die hübsche junge Frau zunehmends, und griff erleichtert nach der Tasse heißen Tees.
Das tat gut!
Schließlich stellte sie die Tasse wieder auf deren Untersetzer, und die blauen Augen musterten Lea neugierig.
Sie wusste, dass die junge Frau sich um Lisa gekümmert hatte, und zwar nicht gerade kurz.
Und sie wusste auch, dass Andrew - oder besser Nestor - versucht hatte, sie zu töten.
Was sie nicht verstand war, was genau Lea hier tat.
Was auch immer es war, Lara bewunderte sie dafür, dass sie trotz der Ereignisse keine Angst vor Andrew zu haben schien.
Etwas, das Lara von sich selbst nicht zu einhundert Prozent behaupten konnte, obwohl sie den Mann inzwischen seit einigen Jahren kannte.
"Und Sie sind hier... warum genau?" Fragte Lara freundlich, als sie befand, dass sie lange genug geschwiegen und sich an dem heißen Tee erfreut hatten.
"Stehen Sie in Richards Diensten? Oder kommen Sie hier genau wie wir im Augenblick nur... einfach nicht weg?"
Re: Der kleine Salon
Lea Rubenstein - 21.01.2007, 12:42
Lea lehnte ich ein wenig zurück und schloss die Finger ihrer schlanken Hände fest um die Teetasse, während sie Lara wohlwollend ansah. Man konnte förmlich spüren wie eine große Last von ihr abfiel und es war nicht schwer für Lea nachzuvollziehen wie sich die junge Frau fühlen mochte. Wahrscheinlich hatte sie heute mehr von ihrem Mann kennen gelernt, als ihr lieb gewesen war und auch wenn sie bedingungslos zu ihm stehen würde, war es eine jener Konstanten, über die sie schon im Fall Simmons nachsinniert hatte. Lara würde lernen damit leben zu müssen, dass das Temperament ihres Mannes vielleicht nicht so ganz dem entsprach, was sie gedacht hatte.
"Ich stehe in Mr. Concords Diensten, ja... irgendwie zumindest. Eigentlich bin ich hier, um Doktor Simmons zu pflegen und werde für die Dauer dieser Aufgabe wohl hier leben." antwortete Lea und schenkte der Einrichtung des Salons kurz ihre Aufmerksamkeit.
"Es ist am einfachsten so, da ich keine Fragen zu stellen brauche." Sie lächelte flüchtig. "Auch wenn ich nicht gedacht hätte, dass ich dieser Aufgabe gewachsen sein würde."
Langsam stellte sie ihre Teetasse wieder ab und strich sich kurz eine imaginäre Falte aus dem Kleid.
Zuerst hatte sie diesen Mann nur noch verabscheuen und hassen können. Sie erinnerte sich noch deutlich daran wie Concord sie angeschrien hatte, etwas zu tun, während Nestor? Simmons? langsam verblutet war und sie sich keinen Zentimeter bewegt hatte. Der Okkultist musste gedacht haben, dass sich alle meinten gegen ihn verschwören zu müssen, der eine schoss, die andere tat nichts. Und so hatte sie alle Gillian Jenings überrascht, indem sie sich Stoff aus dem zweifelsohne kostbaren Kleid riss und damit recht vernünftig wie sie glaubte von ihrer Warte aus gesehen zu haben, die Wunden verband.
"Mörder!"
Dieses Wort war es gewesen, das Lea in die Wirklichkeit zurückgeholt hatte. Dieses Wort und der unheimliche Schmerz auf Concords Zügen, den sie nicht zu sehen erwartet hatte. Sie hatte angenommen, dass diesen Mann überhaupt nichts bewegen konnte, aber offensichtlich hatte sie sich da getäuscht. Mit dieser Erkenntnis kam auch die Erinnerung zurück, dass sie Krankenschwester geworden war, weil sie Menschen hatte helfen wollen.
Aber war das Wesen dort vor ihr überhaupt ein Mensch?
Es hatte einige Zeit gedauert, bis sie sich diese Frage hatte beantworten können, doch seitdem war sie nicht mehr von Simmons Seite gewichen und hatte gnadenloser als jeder andere damit weitergemacht nicht zuzulassen, dass der Arzt sich für Nestor verantwortlich fühlte und immer stärker darauf hingewiesen, dass es zwei Wesen waren, die nichts miteinander zu tun hatten.
"Aber ich denke," Lea lächelte. "Dass ich das bis jetzt ganz gut hinbekommen habe, obwohl es nicht leicht ist. Sie glauben gar nicht, wie schwer Ärzte sein können, wenn sie zu Patienten werden."
Leas Lächeln vertiefte sich ein wenig und wurde eine Spur spöttischer.
Re: Der kleine Salon
Lara Resnick - 21.01.2007, 16:46
Lara erwiderte Leas offenes Lächeln und die blauen Augen musterten die quirlige Krankenschwester freundlich.
Nachdem, was Lara heute von Lea gesehen hatte, schätzte sie die Frau nun ein wenig anders ein als zuvor.
Ihr war zwar bewusst gewesen, dass es sich bei Miss Rubenstein um eine starke Persönlichkeit handelte, aber ihr kurzer effizienter Ausbruch ließ darauf schließen, das da noch sehr viel mehr Kraft hinter dem hübschen Gesicht steckte, als man annahm.
Das gefiel Lara.
Sie mochte Menschen, die eben nicht genau das waren, was sie auf den ersten Blick schienen und sie freute sich meist, wenn sie neue Seite an ihr bekannten Personen entdeckte. (Obwohl sie sich bei manchen Leuten auch wünschte, diese niemals genauer kennen zu lernen zu müssen.)
"Nun ja, sie sind ganz definitiv noch am Leben und bei..." Lara brach ab, als ihr bewusst wurde, was sie zu sagen im Begriff war.
Eine dumme Anspielung!
Immerhin wäre Miss Rubenstein um ein Haar Nestors Opfer geworden - hätte Frederick nicht geschossen!
"Entschuldigen sie." Bat sie ein wenig verlegen.
"Ich habe das... nicht so gemeint." Sie strich eine Strähne ihrer blonden Locken zur Seite und griff zu der Teetasse um die unangenehme Situation zu überspielen, in welche sie sich gebracht hatte.
Schließlich sah sie Lea wieder an.
"Sie pflegen also Andrew." Nahm sie das Gespräch wieder auf, und in ihren Augen schimmerte stumme Anerkennung.
Lara hatte lange nicht alles gesehen, nicht alles mitgekommen, was geschehen war, als Andrew seinen Verstand verloren hatte.
Aber sie wusste, hätte sie sich an Rubensteins Stelle befunden... hätte Andrew versucht, sie zu töten, sie hätte es nicht so leicht vergessen können.
Sie hätte seine Nähe gefürchtet, obwohl sie ihn seit Jahren kannte.
Obwohl sie sein friedfertiges Wesen kannte, musste sie zugeben, dass er sie noch immer ängstigte.
Die Ungewissheit, von der Frederick wieder und wieder sprach, fand sich auch in ihren Gedanken, selbst wenn sie es geflissentlich verbarg.
Und die düstere Umgebung des Hauses trug nicht gerade dazu bei, daran etwas zu ändern.
Re: Der kleine Salon
Lea Rubenstein - 21.01.2007, 18:14
Lea legte die Hände übereinander und nickte schließlich.
"Ich versuche es zumindest. Es ist nicht ganz einfach, da er... schwer zugänglich ist, auch wenn das seltsam klingt." Lea runzelte kurz die Stirn. "Eigentlich hatte ich ihn für einen unkomplizierten Mensch gehalten, aber da habe ich mich wohl getäuscht. Er ist weitaus schwieriger, als seine mhhh Art zugeben möchte."
Lea erinnerte sich sehr gut an den jungen Arzt, vor dem sie am Anfang einen solchen Respekt gehabt hatte, dass es ihr schwer gefallen war, auch nur ein einziges Wort in seiner Anwesenheit zu sagen.
"Und weil der Herr nun schon wieder viele Dinge selbstständig kann, meint er- wie übrigens viele Männer, die ich gepflegt habe- meiner Hilfe nicht mehr zu bedürfen." Leas Augen blitzten spöttisch auf. "Es stellt sich also ein wenig schwierig dar, ihm von der Falschheit dieser Annahme zu überzeugen, ohne dabei den Mediziner herauszufordern, der mich vermutlich ohne Punkt und Komma in den Boden argumentieren würde."
Sie grinste kurz.
"Obwohl ich das bei Zeiten, so denke ich, doch einmal riskieren werde."
Lea nahm erneut einen Schluck von ihrem Tee.
"Es hat sich viel geändert, nicht wahr? Wie war es denn früher...?" fragte Lea, die keine Ahnung von den Ereignissen vor Lisas Erkrankung hatte. es würde sie interessieren, ob Simmons schon immer so gewesen war, Richard und Frederick sich von jeher nicht gut verstanden hatten und wie Lara selbst in dieses Geflecht von Beziehungen zueinander gepasst hatte.
Re: Der kleine Salon
Lara Resnick - 21.01.2007, 20:30
Lara lächelte auf Leas Frage hin.
Ja, wie war es früher denn gewesen?
Als noch alles in Ordnung gewesen war?
Sie sank in den Sessel zurück, und ihre Hände umfassten nachdenklich die warme Teetasse.
"Zu sagen, es wäre jemals einfach gewesen, wäre sicher gelogen." Erwiderte sie schließlich, aber ihre Augen sprachen plötzlich von einem völlig anderen Glänzen, welches sie auf eine unbestimmte Art strahlen ließ.
"Anders war es aber dennoch." Ihr Blick richtete sich auf Lea.
Lara schwieg einen weiteren Moment, während sie darüber nachdachte, wie sie wohl am Besten in Worte fasste, was sie fühlte, wenn sie an die vergangenen Zeiten dachte und lächelte wieder, freundlich und warm.
"Wir waren freier. Unbeschwerter. Kannten die Sorgen, die uns heute quälen nicht. Und der Umgang... miteinander war nicht so gezwungen." Versuchte sie Rubenstein zu erklären.
"Lisa war eine starke Persönlichkeit. Und sie hat es immer verstanden, die Balance zwischen allen dreien zu wahren, ob es nun wohlpositionierte Bemerkungen, auffordernde oder strenge Blicke oder auch nur kurze Gespräche waren." Lara schluckte schwer.
Sie hatte Lisa gemocht, so wie alle anderen sie gemocht hatten.
Und ihr Verlust schmerzte noch immer.
"Und weil Lisa so ein bezaubernder Mensch war, kam jeder gut mit ihr aus. Mit Lisa an seiner Seite, hat Andrew sehr viel mehr gelacht. Die beiden waren füreinander gemacht." Das Glänzen in ihren blauen Augen wurde intensiver.
"Ich habe die beiden immer nur zusammen erlebt, und wenn ich Andrew jetzt sehe, dann weiß ich, wie viel Kraft Lisa ihm gegeben haben muss." Obwohl Lara nun sehr viel trauriger klang, blieb das Lächeln auf ihren Lippen.
"Wenn es tatsächlich zu einem Streit zwischen Andrew, Richard, oder Frederick kam, war Lisa zur Stelle, ihn zu schlichten, denn so erstaunlich es klingen mag, jeder der drei hatte für ihre Worte ein offenes Ohr." Vorsichtig stellte die junge Frau ihre Teetasse wieder beiseite.
"Es war nicht so steif und zäh wie es jetzt ist." Erklärte sie.
"Damals gab es nämlich keine Möglichkeit, sich aus dem Weg zu gehen. Es gab nicht die Möglichkeit, nicht miteinander zu sprechen, so wie die Herrschaften es jetzt tun. Wenn damals etwas im Argen lag, wurde es ausdiskutiert und nicht ignoriert und überspielt, so wie heute." Sie seufzte leise, als sie begriff, wie sehr ihnen Lisa wirklich fehlte.
"Auf... eine komische, aber sehr schöne Art, war sie eine Art Pfeiler, der uns alle verband. Und der uns unsere Differenzen vergessen ließ."
Lara sah Lea mit festem Blick an und verstummte.
Lisa war eine gute Freundin. Und ein herzensguter Mensch.
Und ohne sie, so scheint es mir nun, bricht alles auseinander, obwohl ich das nicht für möglich gehalten hätte.
Ich weiß nicht, was Andrew an Frederick bindet, oder an Richard.
Ich weiß auch nicht, was es war, dass Frederick und Richard verbunden hat.
Aber ich weiß, dass was immer es war, im Augenblick dabei ist, zu sterben, so wie Lisa es bereits vor Monaten tat.
Und das macht ihren Verlust nur umso größer.
Wieder lächelte Lara freundlich.
"Es tut mir leid, wenn ich Ihre Frage nicht so beantwortet habe, wie Sie es sich vielleicht gewünscht hätten. Aber seien Sie versichert, ich habe mein bestes getan, Miss Rubenstein, zu beschreiben, was mit Worten nicht zu fassen ist."
finally finished - you may (or are supposed to) answer now
Re: Der kleine Salon
Frederick Resnick - 26.01.2007, 11:11
pp: Foyer
Frederick störte die beiden nur ungern, wusste er doch, wie wenige Gelegenheiten es für Lara gab, sich mit anderen Frauen zu unterhalten.
Seit Lisas Tod war sie nicht mehr oft ausgegangen.
Frederick tat es leid, doch an seinem Leben war nichts zu ändern. Er arbeitete den ganzen Tag und kam erst spät nach Hause.
Lara musste sich langweilen und es tat Frederick weh zu wissen, dass er rein gar nichts dagegen tun konnte.
„Es tut mir leid, euch unterbrechen zu müssen.“ sagte Frederick mit einem entschuldigenden Lächeln, das jedoch leicht erzwungen wirkte.
„Richard braucht einen persönlichen Gegenstand von dir, damit wir endlich das Haus verlassen können.“
Re: Der kleine Salon
Lara Resnick - 26.01.2007, 11:51
Lara sah überrascht auf, als sich die Türe öffnete.
Als sie in der Person, die hereintrat, jedoch ihren Mann erkannte, schenkte sie ihm ein warmes Lächeln.
Frederick sah müde aus, doch das sanfte Glitzern in seinen Augen verriet ihr, dass Richard ihn nicht zerfleischt und er sich offensichtlich doch irgendwie mit Andrew geeinigt hatte.
Das war gut.
Frederick war ohnehin viel zu sehr im Streß und überarbeitet.
Sein Schweigen Andrew betreffend hatte es nicht besser gemacht, und Lara hoffte, dass wenigstens das nun besser würde.
Sie nickte leicht um ihn zu begrüßen und runzelte dann die Stirn.
Einen persönlichen Gegenstand? Von ihr?
Irgendwie war ihr das unangenehm.
Was, wenn Richard sie mit irgendwelchen Vodoo Zaubern belegte?
Sie zögerte kurz, und begegnete Fredericks Blick.
Ihr Mann vertraute Richard auch jetzt noch, dass wusste sie.
Warum sollte sie es dann anders halten?
Langsam wanderten ihre schlanken Finger an ihren Hals, und sie löste die feine, silberne Kette, welche ihren Hals umspielt hatte.
Diese reichte sie Frederick mit nachdenklichem Blick.
Ihr Mann wusste, was er tat.
Hoffte sie.
"Ich hoffe, das wird reichen." Erwiderte sie mit milder Stimme.
Re: Der kleine Salon
Frederick Resnick - 26.01.2007, 20:11
„Das wird es.“ sagte Frederick bloß und nahm dann die Kette an sich.
Er war sich plötzlich gar nicht mehr so sicher, ob dies alles der richtige Weg war.
Wenn Richard falsch lag, waren sie die nächsten Opfer und es machte Frederick fast krank, sich dieses Szenario vorstellen zu müssen.
Vor allem wollte er nicht, dass Lara von seinen Zweifeln erfuhr. Zumindest einer von ihnen sollte sich keine Sorgen machen müssen.
Nachdenklich betrachtete er das Schmuckstück in seiner Hand und wandte sich dann von Lara ab.
Er hatte einen Entschluss gefasst und diesen würde er auch nicht mehr umstoßen.
Er war schon fast wieder zur Tür raus, als er sich nochmals zu den beiden Frauen umdrehte.
„Richard bat mich zu erwähnen, dass das Essen angerichtet ist. Falls ihr beide hungrig seid, solltet ihr euch in den Speisesaal begeben.“
Re: Der kleine Salon
Lara Resnick - 26.01.2007, 20:44
Lara sah zu Frederick auf.
Er war merkwürdig abweisend.
Irgendetwas beschäftigte ihn, aber was, das konnte sie nicht einmal erahnen.
Sie wusste nur, dass er versuchte, es vor ihr zu verbergen, was sie traurig stimmte, auch wenn sie diesen Zug an ihm bereits kannte.
Bevor Frederick gehen konnte, fuhr Laras Kopf noch einmal zu ihm herum.
"Beabsichtigst du nicht, und Gesellschaft zu leisten?" Fragte sie mit fester Stimme, konnte nicht verhindern, dass ein leiser Vorwurf in ihren Worten mitschwang, während sie ihren Mann intensiv musterte.
Als er nicht gleich antwortete, ging sie zu einer anderen Taktik über.
"Weder Miss Rubenstein noch ich kennen uns in diesem Haus aus." Sagte sie recht überzeugend.
"Du dagegen schon. Ich möchte nicht wieder von dem gruseligen Butler auf den Gängen überrascht werden."
Re: Der kleine Salon
Frederick Resnick - 26.01.2007, 21:12
Frederick war gerade im Begriff nach der Türklinke zu greifen, als ihn Laras Worte inne hielten ließen.
Manchmal wählte seine Frau die unpassendsten Zeitpunkte, um ihren Willen durchzusetzen.
Sie kannte ihn viel zu gut und seine abweisende Art musste sie stutzig gemacht haben.
Er fand den Augenblick jedoch mehr als unpassend, um diese Sache auszureden. Dies würde warten müssen, bis sie wieder nach Hause zurückgekehrt waren.
Wenn
Hör auf so einen Unsinn zu denken!
Er wandte sich abermals zu den beiden Frauen um und versuchte ein Lächeln zustande zu bekommen.
„Dann wird es mir eine Ehre sein, euch beiden den Weg zu zeigen.“
tbc: Foyer
Re: Der kleine Salon
Lara Resnick - 26.01.2007, 21:27
Lara bemerkte, dass Frederick ihre Bemerkung mißfiel, aber sie war nicht bereit, sie zurückzunehmen.
Sie lebten nun schon seit einiger Zeit zusammen, waren verheiratet, und auch wenn sie sich in der Öffentlichkeit immer zurückhielt, so wie es sich gehörte, waren sie dennoch privat gleichberechtigt, und, was noch viel wichtiger war, sie waren sich ebenbürtig.
Frederick hatte ihr immer das Gefühl gegeben, etwas besonderes zu sein.
Etwas anderes zu sein, als das was ihr immer eingeredet wurde.
Er hatte sie niemals aufgrund ihrer Herkunft schlechter behandelt als andere Menschen. Er hatte sie, seit sie verheiratet waren, nie daran erinnert.
Und er tat es auch jetzt nicht.
Im Gegenteil.
Sie erkannte seine aufrichtige Liebe darin, dass er ihr ihren Willen ließ, und auch einsehen konnte, wenn sie im Recht war.
Das gab Lara wiederum den Mut, auch das ein oder andere Mal auf ihre Meinung zu bestehen, wenn sie der Ansicht war, dass sie richtiger war, als Fredericks.
Sie lächelte strahlend hell und reichte Frederick ihre Hand, der sie auch sogleich ergriff und ihr aufhielt.
"Danke." Erwiderte sie leise, und ihre schlanke Hand legte sich um Fredericks Oberarm.
Sie berührte ihren Mann flüchtig an der Schulter - eine kaum sichtbare Geste der Zuneigung.
Und sah dann auffordernd zu Miss Rubenstein, bevor sie sich anschickte den Raum zu verlassen.
tbc: Foyer oder so
Re: Der kleine Salon
Lea Rubenstein - 26.01.2007, 23:59
Lea lächelte liebevoll, während Lara ihr versuchte zu beschreiben, wie es früher gewesen war. Es klang wunderschön und sie wünschte sich einen Moment lang die Herrschaften nur einmal so zu erleben, wie sie damals gewesen sein mochten. Das aber würde immer ein Traum bleiben.
Lisa Simmons.
Sie hatte die junge Dame auf Anhieb gemocht. Sie war sanftmütig und geduldig gewesen, aber hart im Nehmen, wenn es sein musste und niemals verbittert, obwohl ein nahezu perfektes Leben auf hinterhältige Weise zerstört worden war.
Lea senkte kurz die Lider und fragte sich, wie es den Menschen gehen musste, die Lisa nahegestanden hatten, wenn sie bereits jetzt nach so kurzer Zeit einen solchen Schmerz empfand sie verloren zu haben. Sie konnte es sich nicht vorstellen. Umso schlimmer wurde es dann zu wissen, dass die Freunde, die sich einst um Lisa gedreht hatten, nun nicht einmal mehr miteinander sprechen wollten. Lea seufzte innerlich und wünschte sich sehnlicher als zuvor endlich einen Gegner zu haben, auf den man all seine Wut und Verzweiflung richten konnte. Bislang aber war da nichts.
Sie wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als Mr. Resnick den Raum betrat und sich ein kurzes Gespräch entwickelte, in Folge dessen sich auch Lea erhob, um dem Ehepaar zu folgen. Schweigend betrachtete sie die beiden Menschen, aus deren Gestik das Unglücklichsein und die gleichzeitige Liebe sprachen und wünschte sich mehr denn je, dass es für sie alle doch endlich eine akzeptable und gute Lösung geben würde.
tbc: Foyer
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