Pille zum Aufhören (Zyban)

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    Re: Pille zum Aufhören (Zyban)

    Katzenvater - 08.10.2006, 07:57

    Pille zum Aufhören (Zyban)
    Zyban - Die Pille zum Aufhören

    Die meisten Medikamente zur Raucherentwöhnung enthalten alle genau jenen Suchtstoff, von dem sie entwöhnen sollen: das Nikotin der Zigarette. Zyban® ist das erste Entwöhnungsmedikament, das selbst kein Nikotin enthält.

    Der Zyban-Wirkstoff Bupropion (auch Amfebutamon) ist schon seit Jahren als Antidepressivum bekannt. Seine Wirkung als Entwöhnungsmedikament wurde durch Zufall entdeckt als depressive Patienten, die mit Amfebutamon behandelt wurden, plötzlich aufhörten zu rauchen. Dieser Mechanismus wurde weiter erforscht, bis Zyban® entwickelt wurde. In den USA wurde Zyban® 1997 als Medikament zur Raucherentwöhnung zugelassen. Seit Juli 2000 ist das Medikament auch auf dem deutschen Markt.

    Ein Jahr nach der Zulassung in Europa, meldete die britische Gesundheitsbehörde Bedenken an. In dieser Zeit seien 5000 Meldungen zu Nebenwirkungen eingegangen, darunter etliche Berichte über Krampfleiden (Epilepsie) und mehr als 40 Todesfälle. Auch dem in Deutschland zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte lagen zu dem Zeitpunkt über 100 Verdachtsberichte zu Nebenwirkungen vor.

    Deshalb wurde das Dosierungsschema geändert. In den ersten sechs Tagen wird nun eine Tablette eingenommen, ab dem siebten Tag steigert man auf zwei Tabletten täglich. Die frühere Empfehlung sah eine Steigerung auf zwei Tabletten bereits am vierten Tag vor. Besondere Vorsicht ist angebracht bei Patienten, die zusätzlich Medikamente wie Appetithemmer, Malariamittel und Insulin benötigen. Diese Medikamente fördern ebenfalls die Bereitschaft für die zentralnervösen Krämpfe.



    Für wen ist das Arzneimittel geeignet?

    Die Zielgruppe für eine Medikamenten-Therapie zur Rauchentwöhnung sind keine aktiven Raucher, die Lust an ihren Gewohnheiten haben und allenfalls von Freunden oder Angehörigen zum Aufhören überredet werden sollen. Zielgruppe sind Aufhörwillige und alle, die bereits einen Aufhörversuch unternommen haben. Alle, die motiviert sind, auf Zigaretten zu verzichten, können sich das Medikament von Ihrem Arzt verordnen lassen.



    Wie wirkt das Raucher-Entwöhnungsmittel?

    Amfebutamon, greift in einen komplizierten körpereigenen Wirkmechanimus ein: Nikotin setzt sich im Körper an eine bestimmte Bindungsstellen der Nervenzellen. In der Folge erhöhen sich die Konzentrationen der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin im Gehirn. Dopamin ist für den Genusseffekt, aber auch für die Sucht verantwortlich. Noradrenalin steigert die Aufmerksamkeit und die Leistungsfähigkeit des Körpers. Durch ständigen Zigaretten- bzw. Tabakgenuss gewöhnt sich der Körper an die erhöhte Konzentration dieser Botenstoffe.

    Gibt jemand das Rauchen auf, fehlt dem Körper das gewohnte Nikotin. Der Anteil an Dopamin und Noradrenalin sinkt, und der Körper reagiert mit Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und "Heißhunger" nach der Droge.

    Hier setzt die Wirkung von Amfebutamon ein. Es hält die Konzentration der beiden Botenstoffe im Gehirn konstant und verhindert damit die Entzugssymptome und das starke Verlangen nach der Zigarette. Der große Vorteil des Amfebutamon ist, dass es selbst nicht an den gleichen Bindungsstellen wie das Nikotin ansetzt und daher nicht dessen Sucht auslösende Wirkung hat.



    Welche Nebenwirkungen können während der Anwendung auftreten?

    In der Regel ist das Medikament gut verträglich. Unter Studienbedingungen traten zu Beginn häufiger Mundtrockenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Hautausschlag auf, die sich aber im Laufe der Therapie wieder legten. Bauchschmerzen und Übelkeit könnten Anzeichen einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung sein. In seltenen Fällen ( 0,1 Prozent) traten Krampfanfälle auf. Das Suchtpotenzial dieses Wirkstoffs wird als sehr gering eingeschätzt.

    Während der Behandlung traten selten psychiatrische Störungen auf, darunter Schlafstörungen, Nervosität, aber auch Angstzustände und Depressionen bis hin zu Selbstmordversuchen. Meistens hatten diese Patienten jedoch bereits vorher schon eine psychische Erkrankung. Auch ist nicht geklärt, ob diese Ereignisse Nebenwirkungen des Medikamentes oder des Nikotinentzugs sind. Patienten müssen während der Entwöhnungstherapie daher sorgfältig überwacht werden.



    Wie verläuft eine Therapie mit dem Entwöhnungsmittel?

    Eine Entwöhnungstherapie mit Zyban® dauert normalerweise sieben bis neun Wochen. Sie ist also wesentlich kürzer als die Therapie mit Nikotinersatzpräparaten, die oft mehrere Monate andauert. Das Medikament wird von einem Arzt verschrieben, der einen aufhörwilligen Raucher auch über den genauen Verlauf der Therapie aufklärt.

    Man beginnt mit der Behandlung noch während des Rauchens, da das Medikamentes erst nach acht bis zwölf Tagen ausreichend wirkt. Bis dahin sollte der Zigarettenkonsum kontinuierlich eingeschränkt werden. Zu Therapiebeginn wird ein "Rauchverzichtstag" festgesetzt, ein Termin, ab dem der ehemalige Raucher keine einzige Zigarette mehr in den Mund nehmen sollte.

    Wie bei jeder anderen Entzugstherapie sollte der aufhörwillige Raucher auf seinem Weg psychologisch begleitet werden, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen.



    Was kostet diese Therapie?

    Zyban® wird von den Krankenkassen nicht bezahlt, auch wenn Nikotinabhängigkeit seit 1999 als eigenständige Krankheit anerkannt ist. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und soll zukünftigen Ex-Rauchern auf private Kosten verordnet werden. Die Tagestherapie-Kosten entsprechen in etwa dem Preis für eine Schachtel Zigaretten.



    Wem darf das Medikament nicht verschrieben werden?

    Da Bupropion in geringem Maße Epilepsien hervorrufen kann, darf es bei diesen Anfallsleiden und Zuständen, die das Risiko dafür erhöhen, nicht eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem die Einnahme bestimmter Arzneimittel, exzessiver Alkoholkonsum, Drogensucht und Gehirntumore.

    Auch eine manische Depression, Bulimie oder Magersucht sind Gründe, die gegen eine Behandlung sprechen. Reagiert man allergisch auf das Medikament, muss man es absetzen.



    Wie hoch sind die Erfolgsaussichten?

    Grundsätzlich ist eine Heilung der Nikotinsucht nicht möglich. Ein Rückfall in die angestammten Rauchgewohnheiten und somit in den Nikotinkonsum ist unter bestimmten Umständen immer möglich. Darum kann es auch keine Erfolgsgarantie für die Behandlung geben.

    Während der Behandlung ist eine fachkundige und möglichst intensive Verhaltenstherapie sinnvoll, weil die Heilungschancen dadurch gesteigert werden. Nach der Entwöhnung sollten ehemalige Raucher besonders darauf achten, rückfallträchtige Situationen, wie einen Kneipenbesuch mit rauchenden Freunden, zu vermeiden.

    In der bislang größten Zyban-Studie konnten nach siebenwöchiger, kombinierter Medikamenten- und Motivationstherapie 49 Prozent der Teilnehmer von der Zigarette lassen. Nach einem Jahr rauchten immerhin 30 Prozent nicht mehr regelmäßig. Rund 18 Prozent blieben das ganze Jahr über abstinent. Die Erfolgsquote ist damit ungefähr doppelt so hoch wie bei einer der herkömmlichen Therapien.



    Quelle:

    http://www.netdoktor.de/topic/zyban/rauchentzug_zyban.htm


    Rainer



    Re: Pille zum Aufhören (Zyban)

    Anonymous - 08.10.2006, 18:16


    Für mich gilt fast immer... :10:

    Bloss nicht die Packungsbeilage lesen....


    Lieben Dank für den Beitrag Rainer!
    stiftl



    Re: Pille zum Aufhören (Zyban)

    Anonymous - 08.10.2006, 21:07


    ..... gerne geschehen, habe ich zufällig gefunden :45:

    Sehr bemerkenswert die psychiatrischen Nebenwirkungen..... :05:

    Da habe ich ja nochmal Glück gehabt :04: :02:


    Gruss Rainer
    (96 Tage ohne Fluppe/24 Tage davon auch ohne Pflaster) :27:



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