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Re: jetzt ist mal MEINE story dran ...
Aicha - 06.10.2006, 14:46jetzt ist mal MEINE story dran ...
Nur deinetwegen!
Kapitel 1
Mary machte sich auf den Weg zur Arbeit. Sie nahm ihre Tasche, warf die Tür ins Schloss, sperrte zu und ging los. In Florida herrschte bereits strahlender Sonnenschein. Die Luft war erfüllt vom Geruch des Meeres, Wärme, Autolärm und lachenden Kindern. Einen Moment erlaubte sie sich, stehen zu bleiben und die Augen zu schließen. Sie träumte sich wieder nach Hause, nach Österreich.
Vielleicht sollte ich wirklich wieder zurückkehren? Ich vermisse meine Freunde und meine Eltern. Hier ist es zwar schön, aber ich habe nicht so viele Freunde. Nach diesem Denkanstoß schüttelte Mary ihre nussbraune Mähne und schlug die Augen wieder auf. Ihre klaren, hellgrauen Augen strahlten stets etwas Geheimnisvolles aus und sie wurde oft deswegen angesprochen. An diesem Morgen jedoch würdigte sie niemand auch nur eines Blickes.
Am Weg zum Auto rann ein Mann an ihr vorbei, der sich ihre Handtasche schnappte. „Shit. Ich bin doch eh schon spät dran.“ Schnell lief sie dem Mann hinterher und hoffte auf Hilfe. „Der Mann hat meine Handtasche. Kann mir vielleicht irgendjemand helfen?“ schrie sie. Ein junger Mann reagierte augenblicklich und nahm die Verfolgung auf. Er war schnell und fasste den Dieb schon bald.
Ich bedankte mich bei dem fremden Mann und wollte weitergehen. „Wie heißen Sie?“ fragte er. „Mary. Wollen Sie eine Belohnung? Wie viel möchten Sie?“ Er grinste breit, was ihm sympathisch wirken ließ. „Ich möchte Sie zum Essen einladen.“ Ich sah ihm genauer an. Er war ungefähr 1,80 groß, blonde Haare, gut gebaut, nettes Gesicht und einen schelmischen Grinser. Er gefiel mir und ich sagte zu. „Und wie heißen Sie?“ „Jeremy. Kann ich deine Nummer haben?“ Ich gab ihm meine Handynummer und er versprach, sich zu melden.
Zu Mittag traf ich mich mit Lola, sie war hier geboren und machte sich ein tolles Leben in Florida. Ich bewunderte sie insgeheim, denn sie entsprach dem Traumbild aller Männer. Blassrosa Lippen, naturblonde Haare, braungebrannt, strahlend blaue Augen und eine sportliche Figur. Wir arbeiten beide als Kellnerinnen in einer Bar am Strand. Ich begrüßte sie erst gar nicht, sondern begann gleich zu sprechen: „Ich sag dir, heute früh ist mir der total süße Typ über den Weg gelaufen.“ Lola lächelte leicht. „Und? Habt ihr miteinander geredet?“ Ich verdrehte die Augen. „Na klar und er hat mir geholfen, den Typen zu fangen, der meine Tasche klauen wollte. Jetzt will er mit mir ausgehen. Ich hab ihm meine Nummer gegeben.“ „Das ist ja super, Mensch Mary, dann kommst du endlich weg von deinem Singletrip.“
Ich verdrehte wieder die Augen. Lola war einfach unverbesserlich. „Und mit wem gehst du heute aus?“ „Am Nachmittag treffe ich mich mit Brian, den ich heute früh getroffen habe und am Abend dann Simon.“ „Mit Simon triffst du dich ganz schön oft für deine Bedürfnisse.“ „Er ist echt nett.“ Ich musste grinsen. Es bedeutete eine Menge, wenn sie einen echt nett fand.
„Der hat dir wohl ganz schön den Kopf verdreht.“ Erstaunt sah sie mich an. „Wie kommst du darauf?“ Grinsend erwiderte ich: „Na ja. Normalerweise ist es so, dass Männer für dich nicht echt nett sind.“ „Ich kenne ihn auch schon seit Monaten.“ Ernst sah ich sie an. „Was hat er, was die anderen nicht haben? Da will ich ihm doch echt mal kennen lernen.“ „Er ist einfach anders. Er ist richtig romantisch und so gutgläubig. Er ist nicht wie die anderen und er ist auch noch gebildet.“ „Klingt danach, als wärst du verliebt.“
Lola verneinte und wir wechselten das Thema. Nach dem Essen gingen wir wieder an die Arbeit. Ich sah auf einmal Jeremy auf die Bar zuschlendern. Er gefiel mir noch immer ziemlich gut und ich eilte zu Lola, um ihr zu sagen, wer da sei. „Hey, der sieht ja echt gut aus. Schnapp ihn dir. Geh schon!“
Ich nahm meinen Mut zusammen und ging auf ihm zu. Er lächelte mich bereits an. „So sieht man sich wieder. Wusste gar nicht, dass du als Kellnerin arbeitest.“ „Woher denn auch?“ „Ich habe hier ein Meeting mit ein paar wichtigen Leuten. Könntest du uns vielleicht einen Tisch freimachen?“
Bald kamen die wichtigen Leute, von denen Jeremy gesprochen hatte. Ich servierte an den Tisch, er warf mir einen verschwörerischen Blick zu, zwinkerte und ich verschwand wieder. Das Meeting dauerte ungefähr zwei Stunden und es war um die Zeit herum, bei der ich eine Menge zu tun hatte. So bekam ich nicht mit, um was es ging. Ich war ziemlich neugierig. Jugendliche scharrten sich um Lola und mich herum, wobei die Burschen meistens flirten wollten. Lola ging meist drauf ein, aber ich konnte so etwas nicht, also ließ ich es gleich bleiben. Ich war eher schüchtern und zurückhaltend.
Nach ungefähr einer Stunde kehrte wieder Ruhe ein und Mr. Amty kam. Dieser ältere Mann kam jeder Tag um 16 Uhr her und trank seinen Eiskaffee. Dann verschwand er wieder. Ich hatte schon öfters versucht, ihm in ein Gespräch zu ziehen, aber er schien nicht sehr gesellig zu sein. Ich nahm es hin und bediente ihm jeden Tag mit einem freundlichen Lächeln. Er war mir sehr sympathisch und gab mir ordentlich viel Trinkgeld.
Das Meeting war vorbei und Jeremy kam auf mich zu. „Hast du Zeit, noch heute auszugehen?“ „Ich hab in einer halben Stunde Schichtwechsel. Dann können wir gern was machen.“ „Vorher kannst du dich ruhig umziehen. Ich hole dich dann mit meinem Wagen ab.“ „Alles klar, um sieben?“
Freudig arbeitete ich meine Schicht zu Ende. Mr. Amty wollte bezahlen. „Wie war noch einmal Ihr Name, Miss?“ „Mary. Mary Hauser.“ „Der Familienname klingt nicht amerikanisch.“ „Ich komme aus Österreich, einem kleinen Land in Europa.“ „Österreich ist ein schönes Land.“ Er schien in Erinnerungen zu versinken, dann sah er mich wieder an. „Kann ich mir Ihren Namen aufschreiben?“ „Gerne. Wieso?“ „Ich weiß gerne, mit wem ich es zu tun habe.“
Das war das meiste, was wir je miteinander gesprochen hatten. Es kam mir ein wenig seltsam vor, aber bei diesem Mann durfte man sich nicht wundern. Nachher machte ich mich fertig, Lola und ich hatten endlich Schichtwechsel und wir gingen nach Hause. „Einen schönen Abend mit Jeremy.“ „Danke, und dir einen schönen Abend mit Simon.“
Zuhause angekommen rief ich Jeremy an. „Wohin gehen wir denn essen?“ Erklärend fügte ich hinzu: „Damit ich weiß, was ich anziehen soll.“ Er dachte kurz nach. „Zieh ein Kleid an und richte dich einfach nur her.“ Ich ging schnell duschen und überlegte, ob ich das schwarze oder rosa Kleid anziehen sollte. Ich entschied mich für das rosa Kleid und zog mich an, föhnte meine Haare und schminkte mich. Keine Sekunde zu früh läutete das Telefon und gleichzeitig die Klingel. „Shit. Was jetzt?“ Ich entschied mich für die Türklingel und öffnete Jeremy. Dann lief ich zum Telefon.
„Ja?“ Am anderen Ende war eine traurige Stimme. „Mary?“ Ich erkannte sie sofort, auch nach all den Jahren. „Mom!“ „Hallo Schatz. Hast du Zeit?“ Ich dachte an Jeremy. „Sonst immer, aber jetzt bin ich am Fortgehen.“ „Dad ist tot.“ Das hat gesessen! „Das meinst du nicht im Ernst?“ „Er hatte einen Herzinfarkt, die Ärzte konnten nichts mehr tun.“ „Ich komme nach Hause, Übermorgen. Es tut mir so leid.“ Ich legte den Hörer auf. Ich wusste in diesem Moment selber nicht, was ich gesagt und wieso ich aufgelegt hatte.
Jeremy stand im Zimmer, sah mich an. „Was war los? Was meinst du mit ‚Ich komme nach Hause.’?“ „Nichts Wichtiges. Das sag ich nur so. Gehen wir?“ Dad ist tot! Der Mann, dem ich mehr liebte als alle anderen und mit dem ich seit Jahren nicht mehr gesprochen hatte, er war tot! Wieso? Was soll ich nur machen?
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jetzt ist mal MEINE story dran ... - gepostet von Aicha am Freitag 06.10.2006
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