zeitungen heut zutagen über den film van Hellsing

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    Re: zeitungen heut zutagen über den film van Hellsing

    2BaD - 24.09.2006, 19:57

    zeitungen heut zutagen über den film van Hellsing
    Van Helsing
    Ein Mann jagt die Monster

    Irre recycelt

    Atemraubend! Genau, der stärkste Ausdruck muss her, um diesen Film zu beschreiben. Seine fantastischen Bilder, so schaurig-schön, so düster-unwirklich, so gruselig über die Maßen, welch ein Triumph der digitalen Trickkünste! Idiotisch? Genau, das mürrischste Wort langt kaum hin, um die Enttäuschung des Betrachters zu beschreiben. Eine dämliche Story, so spannungsarm, so zusammengeklittert, so dürftig in ihrem Witz, welch ein Armutszeugnis für ihren Erfinder! Innovativ, hier zeigt sich’s deutlich, scheint ein Synonym für hirnverbrannt zu sein.

    Stephen Sommers, der Regisseur, gilt als innovatives Genie des Horror- und Fantasy-Films, seitdem er die "Mumie" reanimierte und mit ihrer Rückkehr gleich noch einen Welthit draufsetzte, fast eine halbe Milliarde Dollar schwer. Solch ein Mann ist allemal für einen Blockbuster gut, hat man sich wohl in Hollywood gedacht, solch einem Mann können wir jederzeit auch den Horrorfundus unserer Universal-Studios zur Plünderung überlassen. Die Klassiker der eigenen Kinotradition zur Ausschlachtung freizugeben, das wird ja neuerdings Mode. Womit man freilich nicht gerechnet hat in Hollywood, das war die selbstherrliche Dussligkeit des Filmschöpfers. Sommers nämlich wähnte, an ihm sei ein exzellenter Autorenfilmer verloren gegangen, und folglich wähnte er auch, er müsse das Drehbuch am besten selber verfassen. Dementsprechend sieht das jetzt aus.

    Denn obwohl sein Kinospektakel vor lauter fürchterlichen Action-Szenen und lüfteverwirbelndem Vampirgeflatter geradezu wetterleuchtet, herrscht darin schwärzeste Langeweile: es ist Höllenturbulenz von seltsam einschläfernder Wirkung, total undramatisch, gleichförmig. Denn leider ist dem Meister Sommers nichts eingefallen außer der tauben Grundidee, einfach mal alles zu verschnetzeln, was das Panoptikum der historischen Horribilitäten hergibt - also in einem einzigen Film den Grafen Dracula zusammenzuzwingen mit Frankensteins Monster und mit Dr. Jekyll und dem Wolfsmann und Mr. Hyde und tausend Vampiren und denen allen eine Lichtgestalt auf den Hals zu hetzen, den Grövaz Van Helsing, den größten Vampirjäger aller Zeiten. Der Rest - ist Effekt.

    Gut hundertfünfzig Millionen Dollar hat der Dreh verschlungen, jetzt muss natürlich die Vermarktung laufen, das Begleitgeschäft mit Fanartikeln, Postern, Gewinnspielen, dem Roman zum Film. Zielgruppe sind nicht die Erwachsenen, sondern die Teenager und alle, die sich nichts Spannenderes wissen als PC-Games und Computer-Animationen. Was Wunder, dass die besonders wachen Spezialeffekte-Freaks sich längst im Internet den Trailer zum Film besorgten? Auch eine Fülle ausgesuchter Van-Helsing-Bilder gab es herunterzuladen, ins Netz gestellt teils von russischer, teils von französischer Seite - misslich scheinbar, auch illegal, in Wahrheit werbewirksam. Prompt wird jeder Journalist bei der Pressevorführung nun am Saaleingang gescannt.

    Vermarktung, Verwurstung: das ist das Zauberwort. Mit Bram Stokers Dr. Van Helsing, der ein alter, grausamer, doch auch schwärmerisch bewegter nekrophiler Lüstling war, hat Sommers’ Leinwandheld natürlich nicht das Mindeste zu tun. Im Gegenteil: ein jugendlicher Heroe soll er sein, langhaarig wie Fanfan der Husar, allerdings angetan mit einem Schlapphut, als hätte es den Abenteurer Indiana Jones nach Transsilvanien verschlagen. Hugh Jackman mimt diesen Typ einigermaßen taff und herkulisch, aber kaum von größeren Gemütsregungen ereilt. Überhaupt lässt der Film den Betrachter gänzlich kalt - nix da Erotik, nix da Humor, selbst der Thrill hält sich in Grenzen. Nur Action, Action gibt’s. Massenhaft.

    Toll: die rasende Kutschfahrt durch die düsterschluchtigen Karpaten, sechsspännig hinfliegend über den Abgrund; toll: die fahlen leibarmen Vampirinnen, raubtierisch niedersausend aus höchsten, fernsten Himmelshöhen, ermöglicht dank Krankamera und tälerweit geschlenztem Cablecam-System (wobei, schwärmt Sommers, die Windsbräute zustande kamen als "einmalige Mischung aus Live-Action und Motion-Capture-Technologie, abgerundet mit Digitaleffekten"); toll auch: wie der Bruder der schönen stolzen Mitstreiterin sich in einen Werwolf verwandelt, schneller und scheußlicher, als je ein Prinz hinübergemorpht worden ist in die Kontur eines zähnefletschenden Ungeheuers! Aber offen gestanden: einen Film schafft man damit nicht, höchstens eine Art Computerspiel auf der Cinemascope-Leinwand, mit Realszenen zusammenkopiert, umwummert von bombastischem Sound, wohinein der Komponist Alan Silvestri allerlei Choralgetöse und, kurios, Anklänge an die Discomusik der siebziger Jahre mixt.

    Der juvenile Rächer Van Helsing, welcher dem Bösen den Kampf angesagt hat und den Grafen Dracula samt allen nachtaktiven Gefährten ums ewige Leben bringen will, hat zwar eine hochverehrte schöne Mitstreiterin (Kate Beckinsale, rundlicher denn je) und einen mönchischen Gefährten, der ihm ein ganzes Arsenal von Armbrüsten und Wunderwaffen zur Verfügung stellt (hier plündert Sommers zur Abwechslung bei James Bond); aber am Ende erfährt er doch Schmerzliches: Werwölfisch schluchzend hält er die tote Gefährtin im Arm, in letzter Sekunde verwandelt er sich zurück in Menschengestalt. Ist das ein Drama, ein Jokus, ist es satirisch oder ganz bierernst gemeint? Der Regisseur weiß es selbst kaum. "Es fällt mir schwer", sagt er, "diesen Film zu klassifizieren. Er hat Action, Abenteuer und episches Drama, dazu Tonnen von Spezialeffekten." Was er nicht hat, das ist eine Handlung, ein Ziel, eine vernünftige Absicht. Trotz aller Länge: dieser Film wirkt wie der Trailer zu einem Film.



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