Der Zorn der Zwerge - Den Elben zum Trotz

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    Re: Der Zorn der Zwerge - Den Elben zum Trotz

    Loaerderonix - 23.09.2006, 16:59

    Der Zorn der Zwerge - Den Elben zum Trotz
    Der Zorn der Zwerge - Den Elben zum Trotz



    Einst, da die Götter selbst, Khraccus, der göttliche Schmied, Esainas, die Göttin der Luft, der Erde und alles Schönem, Wuil, der Gott des Zorns, des Todes und des Hasses, und Yal und Yas, das allmächtige Geschwisterpaar, noch in das Geschehen der Welt eingriffen, entstanden die Völker.

    Khraccus schuf sein Volk klein, doch stark, zu allem entschlossen und bärtig im Gesicht. Er setzte seinen Zwerg in einen hohlen Berg, und befahl ihm, den Berg mit Kunst auszuschmücken.
    Doch Khraccus sah, das der Zwerg einsam war. Er schuf neben ihm noch 6 weitere. Er lehrte sie das Sprechen, das Schmieden, das Gemmen schleifen, die Baukunst, den Kampf und die Entschlossenheit. Der göttliche Schmied ließ sie ihre Namen selbst aussuchen, er wollte kein Unfriede in sein kleines Völkchen sähen.
    Der zuerst Erschaffene nannte sich Antazas Dauerbart, er war der Gründer des Stammes der Ersten.
    Die weiteren 6 nannten sich Frandolin Immeraxt, der Begründer des Stammes der Zweiten, Hisanos Irrblick, der Begründer des Stammes der Dritten, Endolin Treugeleit, der Begründer des Stammes der Vierten, Zantanil Immerbreit, der Begründer des Stammes der Fünften, Suanas Stahlhaut, der Begründer des Stammes der Sechsten, und schließlich Cronan Starkhand, der Begründer des Stammes der Siebten.
    Sie bildeten die Gemeinschaft der Stämme.
    Doch Khraccus sah, dass die Zwerge sich nicht fortpflanzen könnten. Er schuf ihnen 7 Frauen, eine jede anders als die andere. Die Zwerge freuten sich, dass sie nun nicht mehr die einzigen waren. Denn, sie wollten, dass ihre Stämme wachsen und gedeihen würden.
    Die Stämme setzten sich in die Gebirge in der Landesmitte, und an den Rändern des Landes fest. Der Stamm der Ersten hatte seinen Sitz im Westen des Gebirges in der Mitte, der Stamm der Zweiten seinen Sitz im Osten des Gebirges in der Mitte.
    Der Stamm der Dritten saß im Westen aller Länder.
    Der Stamm der Vierten im Südosten. Der Stamm der Fünften saß im Norden, der Stamm der Sechsten im Osten. Der Stamm der Siebten saß im Süden.
    Und Khraccus sah, dass sein Werk gut war.

    Esainas schuf ihr Volk hoch gewachsen, schön von Gestalt, und alle Natur verehrend. Sie nannte sie Elben. Esainas setzte den Elben in einen riesigen Wald. Sofort begann der Elb, alles auszuschmücken, den Bäumen zuzusingen, sodass sie ihre Form veränderten, den Sträuchern zuzudichten, sodass sie für ihn Instrumente und Werkzeuge herstellten. Alles war perfekt auf den Elb eingerichtet. Bis auf, dass er allein war.
    Esainas sah, das der Elb traurig war. Sie schuf ihm 9 genaue Ebenbilder, 4 davon waren Frauen.
    Der Elb sah es, freute sich, lief auf die weiteren 9 Elben zu, und begann sofort, sie alles zu lehren, was er wusste.
    Esainas gab einem jeden von ihnen einen Namen. Ihren ersterschaffenen nannte sie Ach’izani Schönhaar, den Hochkönig der Elben.
    Die anderen 9 nannte sie Jakan Silberhaut, den König des Nordens des Landes, Asighan Trennleben, den König des Nordwestens des Landes, Yinac Meisterwort, den König des Nordostens des Landes, Xalis Braunauge, den König des Ostens des Landes, Fa’zanas Breithand, den König des Westens des Landes, Klatas Klarverstand, den König des Südwestens des Landes, Qul’jaún Dickschild, den König des Südens des Landes, Gratas Meisterbogen, den König des Südostens des Landes, und La’ukan Geisterklinge, den König der Mitte des Landes.
    Das Land der Elben ward der Norden der Welt, die Silbernen Hügel waren die Ausläufer der Gebirge im Norden, im Westen und im Osten des Landes der Elben.
    Der Wald war das Herzstück des Landes, umringt von den anderen Reichen der Elben.
    Und Esainas sah, dass die Elben zufrieden waren, sich vermehrten, und verehren würden.
    Sie sah, dass die Elben gut waren.

    Wuil schuf Kreaturen des Hasses, des Zornes, der Wut, des Todes. Sobald er ein Volk erschaffen hatte, warf er es auf die Erde, und begann mit dem neuen.
    Er war nicht damit zufrieden, dass seine Völker nur einen Teil des Landes in besitz nahmen. Er wollte, dass sie alles bekamen.
    Zuerst erschuf er die Orks, große, muskelbepackte, stinkende Wesen mit grüner Haut, die in einem Reich westlich des Gebirges der Mitte der Welt lebten.
    Danach schuf er die Oger, er schuf sie 3 Schritt groß, und sagte ihnen, sie sollen ihr Fett auf der Haut gegen Muskeln tauschen, indem sie trainierten, wofür die steinigen Hügel im Süden des Gebirges in der Mitte der Welt hervorragend geeignet war.
    Als vorletztes schuf er die Albae, Elbengleiche Wesen, die nur durch ihre Hinterhältigkeit, ihre Grausamkeit, ihren Hass auf Elben und ihrem Zorn auf alles Grünende.
    Deswegen suchten sie sich ihr Reich südlich des Reiches von Gratas Meisterbogen.
    Als letztes, stärkstes und grausamstes schuf er die Atâl, riesige, schreckliche Wesen, die dazu bestimmt waren, die Schwachen auszurotten, und mit den Starken zu ringen. Doch Wuil sah, dass die Atâl seine anderen Völker abmetzeln würden, deswegen schmiss er sie über den Nordpass.

    Yal und Yas schufen ihr Volk zusammen. Sie wollten, dass es standhaft, ehrlich, doch zugleich treu und folgsam.
    Sie schufen ihr Volk, und nannten es Menschen. Sie lehrten sie alles, was man zum Überleben brauchte.
    Sie setzten ihnen 8 Könige ein, und zeigten ihnen ihr Land. Dazu setzten sie ihnen hunderte Untertanen hinzu, denn sie wollten, dass ihr Volk alle Zeit nutzte, die es hatte, da es nicht lange zu Leben hatte.
    Yal und Yas gaben den Königen Namen, den König des Menschenreiches des Nordens nannten sie Frador den Ehrlichen, den König des Reiches im Osten nannten sie Gudrus den Starken, den König im Land im Westen nannten sie Kalnar den Folgsamen, den König im Land im Südwesten nannten sie Vakran den Heiligen, den König im Süden nannten sie Ubar den Großen, den König im Land im Südosten nannten sie Xatin den Alten, den König im Land im Nordwesten nannten sie Renem den Schönen, den König im Menschenreich im Nordosten nannten sie Pratas den Weisen.
    Und das Geschwisterpaar sah, dass die Menschen sich ausbreiteten.
    Sie waren zufrieden, dass sich die Menschen das gesamte Land im Süden, das noch nicht von Oger, Orks oder Albae besetzt war, sicherten.



    Re: Der Zorn der Zwerge - Den Elben zum Trotz

    Loaerderonix - 23.09.2006, 17:00


    Die Alarmglocken im Reich der Ersten und Zweiten läuteten.
    Vor ihren Toren standen wieder einmal tausende stinkende Bestien.
    Vor dem Tor der Ersten fiel eine 20 Schritt breite und 100 Schritt tiefe Schlucht hinab, vor dem Tor der Zweiten standen hunderte riesige Granitblöcke, die das Zielen mit einem Bogen erschweren sollten. In den Granitblöcken allerdings warteten zwergische Maschinen, die den vorbeilaufenden Truppen einen fürchterlichen Tod bringen konnten.
    Drei magisch verschlossene Mauern außerhalb des Felsens und zwei innerhalb erschwerten auf der Seite der Zweiten das Einnehmen so sehr, dass allein schon der Gedanke an das Einnehmen töricht war.
    Auf der Seite der Ersten standen 2 magisch verschlossene Tore mit dicken Mauern vor dem Felsen, bevor innerhalb dessen eine weitere wartete.
    Die Bestien vor den Toren waren so von dem Wunsch besessen, die Zwergenreiche einzunehmen, dass sie ganz vergaßen, welche Hindernisse ihnen im Weg standen.
    „Ich zähle hier mindestens 7.000 Bestien!“, schätze der Stammvater der Ersten die Anzahl der Bestien, die dort vor den Toren standen.
    „Die Zweiten haben Meldung gegeben, dass bei ihnen mindestens 11.000 vor den Toren stehen!“, keuchte ein Bote, der soeben neben Antazas Dauerbart angekommen war.
    „Auch diesen Sturm werden wir überleben!“, meinte Antazas leicht hin.
    „Keine Bestie hat bisher ein Zwergenreich betreten, ohne von hunderten scharfen Äxten begrüßt zu werden!“
    „Aber, es waren noch nie so viele! Normalerweise versuchen es höchstens 2.000 auf einmal!“, meinte der Bote.
    „Ich werde keine Bestie die Mauern überwinden lassen!“, sagte der Stammvater entschlossen, und packte seinen Schild, der ebenso groß war wie er, ebenso wie seine doppelblättrige einhändige Axt fester.
    Die Zwerge luden ihre Speerschleudern, ihre Katapulte, und ihre Armbrüste.
    Sie waren genauso entschlossen wie ihr Stammvater.
    Die Bestien gierten, versuchten, mit ihren Waffen Stiegen in den Granit zu schlagen, in den die Schlucht gefräst worden war.
    Der Stammvater hob den Arm mit der Axt, die Waffen wurden auf die Bestien ausgerichtet.
    Schnell sauste der Arm nach unten. Tausende Bolzen und hunderte Steine und Speere verursachten bei den Bestien schreckliche Verluste…

    „Sie haben 49 Oger!“, sagte Frandolin Immeraxt zu einem Boten an seiner Seite.
    „Es wird sie nicht retten können! Sie werden dank unserer Fallen vergehen!“, meldete sich der Bote zuversichtlich.
    „Wenn die Bestien schlau genug wären, einen von uns zu fangen, der die Formeln für die Tore weiß, anstatt sie erst einmal zu fressen, wären wir verloren!“, senkte der Stammvater der Zweiten die Stimmung.
    „Es würde sie nicht retten können!“, sagte der Bote dennoch.
    „Lass Meldung geben, dass die Soldaten in den Blöcken sich bereitmachen sollen!“, befahl Frandolin.
    Die Bestien waren noch außer Reichweite für Katapult, Speerschleuder, Armbrust oder die Maschinen innerhalb der Granitblöcke.

    „Glaubst du, sie werden uns überwältigen, König?“, fragte ein Krieger Antazas Dauerbart.
    „Sie werden uns nicht überwinden!“, antwortete Antazas zuversichtlich, und schaute über die Reihen der Bestien.
    Plötzlich sirrten Pfeile heran, töteten einen Zwerg nach dem anderen. Die langen Geschosse fanden in jeder noch so dicken Rüstung eine Schwachstelle. Für die plötzliche Unterstützung der Bestien kamen nur zwei Völker in Frage:
    Die Elben oder die Albae.
    Das verräterische Surren heran fliegenden Pfeile war in dem Gebrüll der Bestien nicht zu hören.
    „In Deckung!“, schrie Antazas laut, und schmiss sich auf den Steinboden. Er sah einen Pfeil, der in einem Bolzenschrank stecken blieb, und eigentlich ihm gegolten hatte.
    Alle Zwerge schmissen sich auf den Boden.
    Ein Zwerg neben Antazas warf plötzlich ein Seil hinüber zu den Bestien, an dem sich diese auf die Mauer zogen.
    „Was machst du da?!“, schrie Antazas den Zwerg an.
    Dieser wandte ihm den Kopf zu.
    „Tod den Stämmen!“, schrie der unbekannte Zwerg, und holte mit seiner Axt aus. Antazas sah sein Ende kommen, doch der Zwerg wurde zuvor von einem Pfeil ins rechte Auge getroffen. Allerdings waren schon zu viele Bestien auf dem Gang, als das man ihn noch unter dem ständigen Beschuss hätte retten können.
    „Zurück zum zweiten Wall!“, befahl Antazas.
    Alle Zwerge, die nicht in den Nahkampf mit den Bestien, die nun neue Seile hinüber warfen, verwickelt waren, flüchteten zum zweiten Wall.
    Doch das magische Tor öffnete sich nicht.
    Antazas musste erst die Formeln aufsagen, was den Bestien mehr Zeit einbrachte.
    Als das Tor offen stand, waren die Bestien bereit direkt hinter Antazas.
    „Wir geben die äußeren Verteidigunganlagen auf!“, schrie der Stammvater der Ersten, und rannte gradewegs zum Eingang in das Zwergenreich.

    Plötzlich öffneten sich die Tore der Mauern der Zweiten, und erlaubten den Bestien, ohne Schaden in das Zwergenreich zu gelangen.
    Direkt hinter dem Tor stand ein Zwerg in Zaubererpose, und sprach die geheimen Formeln.
    Ein Bolzen streckte ihn nieder, bevor er alles hätte aufsagen können, um den Bestien somit jedes Tor zu öffnen.
    4 der 5 Tore waren durch den unbekannten Zwerg geöffnet worden.
    „Rennt zurück zum letzten Wall!“, schrie Frandolin befehlend. Kein Zwerg sollte unnötig sein Leben verlieren.
    Hinter dem dritten Wall blieb er stehen, und sprach ein weiteres Mal die Formeln, um die ersten 4 Tore zu öffnen.
    Langsam schlossen sich die 4 Tore, Frandolin selbst gelangte beinahe zuspät durch das vierte Tor. Doch es standen schon hunderte Bestien in den Zwischenräumen, und beschädigten und zerstörten die riesigen Granitriegel, mit denen die Tore auf magische Weise geöffnet und geschlossen werden konnten.
    Das Reich der Zweiten hatte nur noch 2 Tore zur Verteidigung, bis die Bestien über die herfielen.
    Doch Frandolin hatte nicht mit der Heimtücke von manchen Zwergen gerechnet, die sich verborgen in seinem Stamm untergebracht hatten.
    Drei weitere Zwerge sprachen nun die Formeln, um die letzten beiden Tore zu öffnen…
    Und sie schafften es.
    Die Tore des Reiches der Zweiten standen offen, die Bestien drängten hinein.
    Eine geschlossene Formation von 1500 Zwergen stand hinter dem letzten Tor, und erwartete die Bestien.
    Sie waren von einem zivilen Zwerg, der auf der dritten Mauer gestanden hatte, in Bereitschaft gesetzt worden.
    Frandolin und der Rest der Zwerge von den verlorenen Wällen stießen zu ihnen, und schlossen sich ihrer Formation an.
    Die Bestien rannten gradewegs in die gezogenen Waffen der Zwerge hinein.

    Doch das Tor in dem Berg stand offen, die Wächter gemeuchelt, die Riegel zerstört.
    „Khraccus, zeige mir den Zwerg, der das vollbracht hat, damit ich ihn vierteilen kann!“, knurrte Antazas angesichts dieser Zerstörung.
    „Zu den Tunneln! Wir retten uns in die Reiche unserer Brüder! 5 Kompanien soll uns den Rücken frei halten!“, schrie Antazas seine Befehle.
    Die 48. und 49. Kompanie der Berserker, die 22. Kompanie der Armbrustschützen und die 98. und 104. Kompanie der einfachen Soldaten übernahmen die ehrenvolle Aufgabe, den Stammvater mitsamt allen anderen Zwergen der Ersten zu schützen.
    Niemand würde die 250 mutigen Zwerge jemals wieder sehen, die für tausende andere Zwerge ihr Leben hingaben. Sie waren die, an die man sich erinnern würde.

    Die Zwerge des Stammes der Zweiten überlebten das Gemetzel nur durch ein Wunder.
    Es war der Beistand von Khraccus, der ihnen half. Nachdem die ersten 10 Bestien erschlagen waren, stürzte der Boden unter allen Bestien hinweg. Wo ein Zwerg stand, da hielt der Stein, wo eine Bestie stand, da gab er nach.
    Jubelnd freuten sich die Zwerge. Nach kurzer Zeit kam das Gestein wie von Zauberhand in die Höhe geschossen, befleckt vom Blute der Bestien.

    „Die Zwerge wurden niedergemäht, wie Gras von einer geschliffenen Axt!“, meldete ein Bote, den Antazas zurückgeschickt hatte.
    „Sollen sie kommen! Wir sind Zwerge!“, schrie Antazas, und erregte den Kampfesgeist seiner Soldaten.
    Eine Armee von 4.500 Zwergenkriegern fand sich zusammen, um den Frauen und Kindern, und manchen anderen Zwergen, die Flucht zu ermöglichen. Sie wollten die Bestien nur solange hinhalten, bis die Loren bereit waren.
    „Khraccus!“, schrieen die Zwerge als Schlachtruf, als sie gegen die Bestien stürmten.
    Die Zwergenkrieger beschäftigten die Bestien, den Frauen und Kindern, und schließlich auch allen anderen Zwergen, gelang die Flucht. Sie flüchteten zu den Vierten, zu Endolin Treugeleit.



    „Wir bringen schlechte Kunde aus unserem Reich!“, sagte Antazas Dauerbart zu Endolin Treugeleit, als er aus der Lore stieg.
    „Wir wurden verraten…von Zwergen!“, sagte Antazas, und ein Raunen ging durch die Ankunftshalle. Es hatten sich hunderte Zwerge hier versammelt.
    „Von Zwergen?!“, fragte Endolin schockiert.
    „Wahrscheinlich war es kein Zwerg aus unserem Stamm, der uns verraten hatte!“, schätze Antazas.
    „Aber selbst für Zwerge aus anderen Stämmen wäre es ein unverzeihlicher Frevel!“, sagte Endolin sogleich.
    „Wie viele Tote?“
    „Wenn man bedenkt, dass wir im Angesicht des Todes doch von dort weggekommen sind, sind die 3.000 toten Zwergenkrieger doch nur ein Minimum. Sie standen auf den Wällen und gehörten zu denen, die uns den Rücken freihielten!“, gestand der Stammvater der Ersten.
    „Ich berufe sogleich den Rat der Stämme ein!“, verkündete Treugeleit, und bedeutete Antazas, mitzukommen.
    „Bist du sicher, dass die Zweiten nicht auch überrannt wurden?“, fragte Endolin Antazas auf dem Weg.
    „Ich weiß es nicht. Ich hoffe aber, sie sind noch am Leben!“, meinte Antazas.
    „Die anderen Stämme müssen erfahren, was geschehen ist!“, entschloss Endolin Treugeleit, Stammvater der Vierten.



    Re: Der Zorn der Zwerge - Den Elben zum Trotz

    Loaerderonix - 23.09.2006, 17:01


    „Baïnal?!“, schrie eine Stimme durch einen unterirdischen Gang.
    Fluchend lief ein Zwerg von vielleicht 80 Sonnen durch den Gang.
    „Ich habe etwas, was du für mich erledigen musst!“, meinte ein alter Mensch. Bei ihm konnte man nicht sehen, wie alt er war. Er musste aber sehr alt sein.
    „Welcher Kamin ist verstopft, Kafas?“, fragte Baïnal.
    „Kein Kamin. Du darfst meinen Schülern beim Bücher schleppen helfen!“, sagte der Zauberer Kafas.
    Kommentarlos lief Baïnal wieder aus dem mit Büchern voll gestopften Raum hinaus, und eilte den Gang weiter entlang, den er zuvor gekommen war.
    Unterwegs traf er ein paar Schüler die versuchten, eine Lampe mittels Gedanken zu löschen.
    Doch meistens flammten die Flammen in den Lampen dann nur noch höher.
    Kurze Zeit später war er dann schließlich in einem hohen Raum angekommen, indem 12 Regale standen, voll gestopft mit Büchern.
    Baïnal wusste genau, wohin er musste, und wem er helfen musste.
    Zielstrebig ging er zum siebten Regal, klopfte siebenmal mit der rechten Hand gegen, klopfte 12-mal mit dem Zeigefinger-Knöchel der linken Hand gegen die Holzwand, und wartete…
    Und wartete…
    Das Holz dehnte sich, und formte sich zu einer Tür. Unwissende hätten vielleicht Angst, das Regal könnte einstürzen, sollten sie die Tür öffnen, doch der Zwerg wusste genau, was er machen sollte.
    Kurzerhand öffnete er die Tür, trat ein, und fand sich in einer noch größeren Bibliothek wieder.
    Und nur eine einzige Person besuchte diese, Kafas und ihn ausgenommen.
    „Bist du endlich da, Baïnal?!“, fragte eine melodiöse Stimme.
    „Ich bin ja hier, Yrasa!“, schrie der Zwerg durch die Gänge.
    „Dann hilf mir auch!“, schrie die elbenhafte Stimme.
    Schnell trabte der Zwerg los, alle Gänge absuchend.
    Im 43. Gang fand er sie, eine Elbin von großer Gestalt.
    Weißes Haar hatte sie, und grüne Augen. Baïnal persönlich fand sie zu hübsch, als das es hätte war sein können.
    Er schob es auf die Zauberei, die sie ausübte. „Trag das Buch Ach’izanis Wege zur Selbstverteidigung, Ach’izanis Wege zur Magie und La’ukans Wege zur Perfektion zum Ausgang. Dann komm in den 68. Gang!“, befahl die Elbin.
    Wortlos hob der Zwerg die drei je 2000-Seiten-Bücher auf, und trug sie zum Ausgang.
    Danach trabte er zum 68. Gang, wo auch schon die Elbin wartete.
    „Nun trag das Buch Yinacs Lehrgang zur Perfektion der Sprache und der Redegewandtheit ebenfalls zum Ausgang. Und wehe dir, du lässt das 800 Sonnen alte Buch fallen!“, schärfte sie ihm ein, und der Zwerg hob das Buch auf.
    Das dicke 4000-Seiten-Buch war ebenfalls kein Problem für den muskulösen Zwerg, doch irgendwo wunderte es ihn schon, dass Elben jegliche körperliche Arbeit scheuten.
    „Nun nimm alle vier Bücher, und komm mit!“, befahl die Elbin ihm, und zeigte auf den Bücherstapel.
    Immer noch schweigend hob Baïnal die Bücher auf. Wenn Elben jegliche körperliche Arbeit scheuten, wie konnten sie dann ihre Heimat verteidigen?
    Das Gewicht der Bücher fiel ihm gar nicht auf, so beschäftigt war er mit dem Gedanken.
    Als die Elbin dann stehen blieb, lief er in die hinein. Wütend drehte sie sich um, der Zwerg wurde aus seinen Gedanken gerissen, und…ließ die Bücher fallen.
    Die 10.000 Seiten knallten mit voller Wucht auf die Füße der Elbin, die vor Schmerz aufschrie, und ihn bei seinem Bart packte.
    Ein normaler Zwerg hätte diese Elbin jetzt wo gevierteilt, doch er war kein normaler Zwerg.
    Vor Wut schnaubend hob sie ihn hoch, als ob es das leichteste auf der Welt wäre, einen 130-Kilogramm-Zwerg samt Axt, Schmiedehammer und Khraccus-Glücksbringer aus Gold hochzuheben.
    Diese Elbin hätte die Bücher sehr wohl schleppen können, dachte der Zwerg in diesem Moment.
    Sie störte sich nicht an seinem Gewicht, und schleuderte ihn über die Schulter in ein Bücherregal.
    Baïnal krachte gegen die Bretter, die schon durch das Gewicht der Bücher nach unten gedrückt worden waren, und schlug hart auf dem Steinboden auf.
    Das Brett brach, die Bücher fielen auf das Brett da drunter, auch das brach, und diese Bücher krachten auf das unterste Brett. Auch das brach.
    Da das Regal nur dank aller Bretter stehen konnte, kippte es um, stieß gegen das nächste Regal, kippte auch das um, und dieses zweite Regal krachte danach gegen das Dritte…
    „Du dämlicher Zwerg! Du…Felslaus! Du…du…Nicht-Elb!“, schrie die Elbin aufgebracht.
    „Warum hast du mich denn gegen das Regal geschmissen?!“, grinste der Zwerg.
    „Ich könnte dich töten!“, schrie die Elbin zornig.
    „Versuchs doch!“, grinste der Zwerg weiter, und zog seine Axt.
    „Das erzähle ich Kafas!!“, schrie Yrasa.
    „Mal gucken, wer zuerst bei ihm ist!“, grinste der Zwerg wieder, und rannte los.
    So wenig Luftwiderstand wie möglich bietend, erreichte der Zwerg die Tür, und warf sie zu. Die Elbin war immer noch drinnen.
    Dreimal trat er mit dem rechten Fuß gegen, und rannte dann weiter.
    Die Tür verschwand, die Elbin war eingeschlossen…
    Das glaubte er zumindest.
    „…und dann sind alle Regale eingestürzt!“, beschwerte sich Yrasa bei Kafas, als Baïnal grade hinein kam.
    „Stimmt das, Baïnal?“, fragte Kafas geduldig.
    „Sie hat mich über die Schulter geworfen!“, widersprach der Zwerg.
    „Sie?! Nein, sie kann das nicht!“, lachte Kafas.
    „Baïnal, du bleibst hier, Yrasa kann schon mal gehen!“, meinte er dann wieder ernst.
    Yrasa wandte sich zu ihm um, und lächelte grausam.
    Ihre Züge nahmen kurz die von einem Albae an…
    „Sie…sie…Kafas!“, schrie der Zwerg, die Axt hatte er grade erst wieder eingesteckt, da hatte er sie auch schon wieder in der Hand.
    „Weg mit der Axt!!“, kochte Kafas.
    Yrasas Züge wandelten sich wieder in die einer Elbin um, und dann ging sie.
    „Komm her, Baïnal!“, befahl Kafas, wurde dann doch etwas versöhnlicher.
    „Ich habe eine weitere Aufgabe für dich! Ich brauche etwas von einem meiner Schüler. Er wohnt in der Nähe des Zwergenreiches der Vierten, in einem Dorf namens Heimatschön. Geh zu ihm, und gib ihm diesen Sack da!“, sagte Kafas, und zeigte auf einen Sack mit gelben Band, der in einer Ecke zusammen mit anderen Säcken lag.
    „Fordere von ihm einen Sack mit blauem Band!“, befahl Kafas.
    Wortlos ging Baïnal zu der Sack-Ecke, und hob einen Sack mit grünem Sack auf.
    Den Unterschied bemerkte er nicht…
    Dabei geriet der Sack mit dem gelben Band unter alle anderen Säcke.
    „Lass dir Proviant für 600 Meilen geben!“, sagte Kafas zu ihm, und deutete auf die Tür.
    „Nun geh!“
    Baïnal ging wortlos. Das alles schmeckte ihm nicht. Er war zwar schon oft auf Botengängen, aber das die Elbin, oder die Albae, was sie jetzt auch immer war, ohne Strafe davongekommen war, fand er nicht richtig.
    Etwas besser gelaunt lief er in Richtugn Küche.
    „Ah, Kafas schickt dich auf einen neuen Botengang?“, fragte die junge Köchin, eine Frau von höchstens 20 Sonnen.
    „Kannst du mir Proviant für 600 Meilen geben?“, fragte Baïnal.
    „600 Meilen? Das ist kein Botengang! Das ist eine Wanderung!“, meinte die Köchin, und ging in die Vorratskammer.
    „Da wirst du aber eine Weile zu laufen haben!“
    „Solange ich nur durch ein Drittel des Landes marschieren muss, ist es mir recht!“, grinste Baïnal.
    Die Köchin kam voll beladen wieder, und gab ihm den Proviant, den er verlangt hatte.
    „Das dürfte reichen!“, meinte sie, und drückte ihm mit einem Augenzwinkern etwas Geld in die Hand.
    „Ich weiß doch, wie gerne du Bier trinkst!“, lachte sie.
    Grinsend verbeugte sich der Zwerg.
    „Danke für diese Gabe!“, lachte er, und lief hinaus.
    Als der Zwerg in seiner kleinen Schmiede ankam, fragte ihn bereits der alte Schmied:„Eine weitere Wanderung, nicht wahr?“
    Nickend lief Baïnal weiter.
    „600 Meilen!“, meinte er leichthin, und stopfte den Sack und den Proviant in den Rucksack.
    „Aha. Dann wird die Zauberer-Schule ohne dich auskommen müssen?“, fragte der Schmied hoffnungsvoll, dass man ihn wieder brauchen würde.
    „Nicht sehr lange!“, sagte Baïnal.
    „Ich breche jetzt auf. Sag Kafas, dass ich vielleicht etwas länger brauche, damit sie dich brauchen!“, grinste der Zwerg, und ging hinaus, denn seine Schmiede war direkt am Eingang.
    Schnell legte er sich seine Augenbinde an, durch die er zwei Sehschlitze geschnitten hatte.
    Seine Augen bräuchten eine Weile, bis sie sich an das Licht gewöhnen würden.
    Dann ging er los…



    Re: Der Zorn der Zwerge - Den Elben zum Trotz

    Loaerderonix - 23.09.2006, 17:03


    Der Raum füllte sich mit Zwergen aus dem gesamten Land. Zu der Erleichterung von Antazas und Endolin war auch der Stammvater der Zweiten unter den Ankömmlingen.
    Bald waren alle anwesend.
    Endolin erhob sich.
    „Wahrscheinlich fragt ihr euch alle, warum ich den Rat der Stämme einberufen habe!“, schallte seine dunkle Stimme durch den Raum. Die Clanoberhäupter und die Stammväter gaben ihre Zustimmung kund.
    „Es sind eine Menge Dinge geschehen. Es ist etwas geschehen im Gebirge der Ersten!“
    Endolin setzte sich, Antazas erhob sich.
    „Wir wurden von Bestien angegriffen. Nun, eigentlich ist dies nicht wirklich schlimm, doch eine Sache hat es geschafft, mich zu verwundern: Wir wurden von Zwergen verraten.
    Ein Zwerg. Und sogar ausgerechnet ein Zwerg, der die Formeln kannte!“, verkündete Antazas, und setzte sich.
    Nun erhob sich auch Frandolin.
    „Auch wir wurden verraten. Doch durch Khraccus Beistand gewannen wir die Schlacht. Der Boden sackte unter den Bestien hinweg!“, verkündete Frandolin.
    „Doch wir haben viele Toten zu beklagen!“
    Der Stammvater der Zweiten setzte sich wieder.
    „Lasst uns auf die Toten trinken, auf das sie ruhmreich in Khraccus’ Schmiede einziehen!“, rief Endolin aus.



    „Sagt uns, Unterirdischer: Was sucht ihr in unserem schönen Offenblick?“, fragte ein Söldner an dem Tor einer lückenhaften Palisade.
    „Ich bin ein Zwerg. Und ich will hier rasten!“, sagte Baïnal, und wartete auf die Reaktion des Menschen.
    „Gibt es einen Unterschied zwischen Unterirdischen und Zwergen, Unterirdischer?“, fragte der Söldner misstrauisch.
    „Nein, es ist nur eine schönere Formulierung!“, widersprach Baïnal.
    „Dein Pech, Unterirdischer!“, schnauzte der Söldner ihn an, und deutete mit dem Kopf in das Dorfinnere.
    „Mach bloß keinen Unsinn!“
    „Mach ich, keine Angst, langes Elend!“, sagte Baïnal spöttisch, und ging hinein.
    Das Dorf war belebter als es zunächst von außen aussah, viele Menschen rannten über die Straße.
    Plötzlich rannten 6 Kinder auf Baïnal zu.
    „Wer bist’n du?“, fragte ein Junge von höchstens 8 Sonnen.
    „Ein Zwerg, Kleiner!“, antwortete Baïnal.
    „Und was ist ein Zwerg? Ein Kind mit Bart?“, fragte ein Mädchen von 5 Sonnen.
    „Ich habe immer gedacht, Zwerge wären größer!“, meinte ein Mädchen von 10 Sonnen.
    „Sind alle so wie du?“, fragte ein Junge.
    „Haben auch Zwergen-Frauen so einen Bart?“, fragte ein weiterer Junge von höchstens 7 Sonnen.
    „Wie klein sind eigentlich Zwergen-Kinder?“, fragte ein Mädchen von 15 Sonnen.
    „Geht Spielen oder so!“, scheuchte der Zwerg sie weg, bevor sie ihn weiterhin mit Fragen bombardieren konnten.
    Langsam lief der Zwerg weiter. Die Menschen beäugten ihn misstrauisch, sie kannten keine Zwerge, die sich soweit nach Norden wagten.
    Und dann sogar von Norden kamen.
    Offenblick war 500 Meilen vom Gebirge der Vierten entfernt.





    Tausende Bestien drängten gegen den Pass des Zwergenreiches der Fünften.
    Es war sogar beinahe so, als ob sie flüchten würden.
    „Armbrüste laden!“, schrie Khera Donneraxt, Generälin der Streitkräfte der Fünften. Sie hatte uneingeschränkte Macht über die Fünften, während Zantanil Immerbreit bei den Vierten weilte.
    „Feuer!“, schrie die Generälin, und tausende Bolzen prasselten auf die Bestien, die gegen den Pass der Fünften anstürmten.
    „Katapulte laden!“, schrie die Katapultmeisterin Khiras Meisterschlag.
    „Speerschleudern laden!“, schrie der Speerschleudermeister Asatis Weitblick.
    „Feuer!“, schrieen Khera Donneraxt, Khiras Meisterschlag und Asatis Weitblick gleichzeitig.
    Tausende Bolzen, hunderte, zentnerschwere Gesteinsbrocken, und 5 Schritt lange riesige Speere brachten den Bestien schwere Verluste.
    Doch noch immer gaben die Bestien nicht auf. Als ob die Zwerge das, im wahrsten Sinne des Wortes, kleinere Übel wären, rannten die Bestien sich die Schädel an den riesigen Granittoren ein.
    Plötzlich ertönte ein schriller Todesschrei. Er übertönte den gesamten Schlachtlärm. Angreifer wie Verteidiger waren starr vor Angst.
    Gewaltiges, ohrenbetäubendes Siegesgeheul brandete heran. Nun rannten alle Bestien gegen die Zwergenmauern, versuchten, sich an dem spiegelglatten Granit emporzuziehen…
    Vergebens…
    Schon rannten riesige Geschöpfe heran, größer und schrecklicher als alles, was je gesehen ward.
    „Was ist das?“, stotterte ein Soldat neben Khera Donneraxt.
    Auch sie empfand furchtbare Furcht vor dem, was dort mit einer Leichtigkeit, die nicht einmal Zwerge besaßen, die Bestien abmetzelte.
    „Nicht schießen!“, schrie Khera Donneraxt in ihrer Angst, dass diese Ungetüme sich auf sie stürzen könnten. Doch, nachdem diese Wesen die Bestien abgemetzelt hatten, verschwanden sie auch schon wieder.



    Re: Der Zorn der Zwerge - Den Elben zum Trotz

    Loaerderonix - 23.09.2006, 17:05


    „He, Unterirdischer!“, schrie ein Mann von vielleicht 40 Sonnen Baïnal zu.
    „Ich bin ein Zwerg!“, verbesserte Baïnal.
    „Dein Pech, Unterirdischer. Bring mir mal etwas von dem Bier, dass ihr immer dabei habt!“, befahl der Mann.
    „Welches Bier, Bartloser?“, fragte der Zwerg verwundert.
    „Lüg nicht, Felslaus! Gib mir Bier!“, schrie der Mann Baïnal an, ging auf ihn zu und hob drohend die Faust.
    Zwei lachende Söldner marschierten in die Taverne, doch als sie merkten, dass hier etwas nicht stimmte, nahmen sie an, Baïnal wäre daran schuld, dass es hier gleich eine Prügelei gäbe.
    “He Zwerg! Du darfst gerne vor dem Dorf Unruhe stiften, aber nicht hier!“, schnauzte einer der beiden ihn an.
    „Ich w-“, hob Baïnal zu einer Erklärung an, wurde jedoch sofort unterbrochen.
    „Du wolltest Unruhe stiften, Filzkugel! Raus mit dir!“, schrie die Wache, und zog ihr Schwert.
    Langsam trottete Baïnal nach draußen, und wurde dort von weiteren 3 Söldnern bis vor das Südtor befördert.
    „Aber…“, versuchte Baïnal noch einmal, die Söldner umzustimmen…
    „Kein Aber! Verschwinde!“, schrie ein Söldner ihn an, und drohte mit seiner gezogenen Waffe.



    „Wie viele Stück wollt Ihr für Euer Heer bestellen, Herr Meisterbogen?“, fragte ein Unterhändler von La’ukan Geisterklinge Gratas Meisterbogen.
    „20.000 Stück. Bestelle deinem Herrn, dass ich sie bald brauchen werde. Er soll sich beeilen!“, antwortete Gratas Meisterbogen, und schickte den Unterhändler von La’ukan fort.
    Das Heerlager seiner Armee war größer als so manche Städte. Gratas hatte etwas vor, wovon die anderen Könige der Elben nichts mitbekommen durften.
    Nur La’ukan Geisterklinge und Qul’jaún Dickschild durften wissen, was er vorhatte.
    Schon betrat der Unterhändler von Qul’jaún sein Audienzzimmer.
    „Wie viele Stück von den besten Rüstungen meines Meisters wollt Ihr haben, König der Bogenschützen?“, fragte der Elb.
    „20.000 Stück brauche ich. Sage ihm, er soll sich beeilen. Er hat 8 Monate Zeit, sie mir zu schicken!“, befahl Gratas Meisterbogen.
    „Jawohl, Herr Meisterbogen!“, erwiderte der Unterhändler, und verschwand.
    „Wir wären dann bereit!“, sagte eine raue, dunkle Stimme in seinem Rücken, der es offensichtlich überhaupt nicht gefiel, von Elben umgeben zu sein.
    Meisterbogen drehte sich um.
    „Ah, mein Herr Starkschild!“, lächelte Gratas seinen zwergischen Heermeister an.
    „Zu Diensten, Spitzohr. Aber nur, solange du noch lebst!“, knurrte der schwer gerüstete Zwerg.
    „Die Rüstungen von euch zwicken, sie sind nicht gut genug! Deswegen habe ich mir meine eigene Rüstung gekauft! Von fahrenden Zwergen!“, antwortete der brutal aussehende Zwerg auf die stille Frage, warum er eine pechschwarze dicke Plattenrüstung trug.
    Auf den Fingerknöcheln saßen Metallnieten, die mit einem Schlag allein üble Wunden schlagen konnten. Auf seinem Helm, den er vor sich auf den Boden gelegt hatte, wuchs eine riesige Axtklinge in die Höhe.
    Auf seiner Brustplatte sah man auf einem dunkelroten Hintergrund eine pechschwarze Axt, dass Zeichen der Siebten.
    Niemand hatte etwas gegen die Siebten, die meisten hatten nur etwas gegen ihre Art zu kämpfen und zu schmieden.
    Sie schmiedeten nur das pechschwarze Metall, von dem sie in ihrem Gebirge genug fanden.
    Auf dem Schild, das der Zwerg an sich selbst gelehnt hatte, und nebenbei so groß war wie er, war das gleiche Wappen, nur doppelt so groß.
    Als Waffe schwang der Zwerg entweder einen riesigen Eisenhammer, den er benutzte, wenn er sein Schild nicht dabei hatte, oder aber eine doppelblättrige Einhand-Axt.
    „Sind auch meine Elben bereit?“, fragte der Elb den Zwerg.
    „Sie sind so stark wie Ochsenmist, und halten so viel aus wie Gras!“, schmähte der Zwerg die Kampfkraft der Elben.
    „Wir greifen in 8 Monaten an, Taskhrun Starkschild! Seid unbesorgt!“, lächelte der Elb.
    „Ich weiß, wir bewerfen die Mauern der Sechsten mit Grashalmen und Gänseblümchen bis sie umkippen!“, knurrte Taskhrun Starkschild, aus dem Stamm der Siebten, Cronan.
    „Ihr habt es wieder einmal wunderbar ausgedrückt. Wir bewerfen die Mauern der Sechsten mit Baumstämmen und riesigen Steinbrocken, bis sie umkippen. Unsere Pfeile werden die Sechsten in Schach halten!“, offenbarte Gratas Meisterbogen seinen Plan.
    „Du kennst die Sechsten nicht, Kleiner. Deine Truppen werden überhaupt keine Zeit haben, zu schießen, so schnell werden deine läppischen 20.000 sterben!“, spie der Zwerg.
    „Und Eure 5.000 Zwerge werden standhalten?“, fragte Gratas gespielt verwundert.
    „Wir wissen, wie der Hohe Torweg verteidigt wird!“, bestätigte Taskhrun.



    Qul’jaún und La’ukan gefiel das, was Gratas vorhatte, überhaupt nicht. Doch sollten sie ihm die Waffen und Rüstungen verweigern, würden sie den Zorn von Ach’izani auf sich ziehen.
    Und das bedeutete, den Zorn von Esainas selbst auf sich zu ziehen.
    „Dir hat er auch offenbart, was er will, oder, La’ukan?“, fragte Qul’jaún La’ukan.
    „Ja. Es ist doch unglaublich, wie kann man nur so verblendet sein? Er will das Gebirge der Sechsten! Ein Gebirge auch noch!“, sagte La’ukan.
    „Wäre es dir lieber, wenn er gegen die Menschen ziehen würde? Oder wenn er gar gegen einen von uns ziehen würde?“, fragte Qul’jaún verwundert.
    „Nein, aber es wäre mir sehr viel lieber, wenn er gegen die Orks, Oger und Albae ziehen würde! Dann hätten auch die Ersten und die Zweiten weniger zu tun!“, meinte La’ukan.
    „Hast du es nicht mitgekriegt? Das Gebirge der Ersten wurde erobert! Aber so etwas zu tun, wie Zwerge anzugreifen kam selbst mir noch nie in den Sinn!“, zweifelte Qul’jaún an dem Verstand von Gratas Meisterbogen.
    „Gratas hat den Verstand verloren!“, waren sich Qul’jaún und La’ukan einig.



    Re: Der Zorn der Zwerge - Den Elben zum Trotz

    Loaerderonix - 23.09.2006, 17:07


    „Die Rüstungen und Waffen sind angekommen!“, berichtete ein Bote Gratas Meisterbogen.
    „So schnell? Innerhalb von einem Monat? Selbst ich hatte mit mindestens 4 Monaten gerechnet!“, fragte Gratas verwundert. Der Bote nickte.
    „Die Soldaten rüsten sich grade aus!“, meldete ein nun schon voll ausgerüsteter Soldat.
    Taskhrun begutachtete die Rüstung, und musste grinsen. Sie würde nicht einen zwergischen Armbrustbolzen davon abhalten, in das Fleisch einzudringen.
    „Gut!“, war das einzige Kommentar, das Gratas dazu abgab.
    Schnell ging Taskhrun hinaus. Seine Fünftausend Zwerge standen in Reih und Glied nebeneinander, alle mit Eisenhammer, Axt und Schild ausgestattet.
    Taskhrun stieg auf sein Pony, und ritt die Reihen der Zwerge entlang.
    Er war stolz darauf, eine solch große Armee anzuführen.
    Eine solch große Armee, die auch mit den 20.000 Elben fertig werden könnte, wenn sie nur wollte.
    Jeder von den Zwergen war mindestens doppelt so stark wie einer von den Elben.
    Innerhalb der nächsten beiden Tagen waren die Elben Marschbereit, die Zwerge wollten endlich kämpfen…



    Baïnal musste nun schon in der Nähe von Heimatschön sein, das glaubte er zumindest.
    Denn immer öfter sah er Schilder, auf denen stand, dass es hier zum Dorf ging.
    Bald darauf sah er eine riesige Rauchsäule.
    Unwillkürlich beschleunigte Baïnal seinen Schritt, rannte schließlich, nur um sofort wieder stehen zu bleiben.
    Vor ihm erstreckte sich ein riesiges Leichenfeld, Mensch, Zwerg und Ork lagen nebeneinander.
    Und im Mittelpunkt des Leichenfeldes lag ein verbranntes Dorf.
    Als Baïnal zum Tor lief, erkannte er ein Holzbrett, das schief an einem Palisadenpfosten hing.
    Auf dem Brett stand:
    Willkommen in Heimatschön, Wanderer.

    Plötzlich hörte er Kampflärm, und grimmiges Zwergengelächter.
    Hoffentlich lebt noch jemand, der mir erklären kann, was hier passiert ist, dachte Baïnal.
    Schon bald sah er eine Gruppe von zwanzig Orks.
    Immer wieder flog einer mit zertrümmertem Schädel hinaus oder mit zerschlagenem knie und zertrümmertem Brustkorb.
    Mutig zog Baïnal seine Axt, und rannte auf die Orks los.
    Sie bemerkten nicht, dass er kam.
    Das versuchte er zu seinem Vorteil auszunutzen.
    Dem ersten Orks hackte er mit seiner stumpfen Axt in die Kniekehle, und versuchte danach vergeblich, mit seiner Axt durch die Rüstung des Ork zu schlagen.
    Doch der lachende Zwerg schlug sich mit einem riesigen Hammer einen Weg durch die Orks, und zertrümmerte dem liegenden Ork den Brustkorb, als ob es das leichteste auf der Welt wäre.
    Und dazu kam auch noch: Der Zwerg war blind.
    Er hatte sich ein schwarzes Tuch über die Augen gebunden.
    Wie gelähmt starrte Baïnal auf den kämpfenden Zwerg, der spielend leicht Orks fällte, immer mal eine Klinge abwehrte, um dann nur wieder zuzuschlagen.
    Jeder der Orks wollte den Zwerg aus Rachedurst unbedingt töten, doch sie behinderten sich gegenseitig.
    Nachdem der blinde Zwerg die Orks niedergemacht hatte, stellte er sich Baïnal vor: „Ich bin Suänos Blindschlag!“
    „Ich bin Baïnal!“, stellte sich auch Baïnal vor.
    „Was machst du hier, Baïnal? Vor allem wundert es mich, weil du nicht kämpfen kannst!“, fragte Suänos.
    „Ich-“, versuchte Baïnal zu Erklären, dass es doch kämpfen konnte. Doch der blinde Zwerg unterbrach ihn.
    „Du kannst nicht kämpfen. Und wenn doch, warum hast du den Ork dann nicht sofort geköpft, anstatt wie wild mit einer stumpfen Axt auf seinen Brustpanzer zu schlagen?“, stellte ihn der Zwerg zur Rede.
    „Ich…wollte den Ork am Leben lassen, um ihn zu verhören!“, versuchte Baïnal sich zu retten.
    „Dann hättest du erst gar nicht auf seinen Brustpanzer geschlagen!“, erwiderte Suänos.
    Zufrieden, dass er Baïnal an die Wand geredet hatte, grinste Suänos.




    Eine riesige Armee von 25.000 Soldaten marschierte in Richtung des Gebirges der Sechsten.
    Die Elben voran marschierten die Soldaten, die Zwerge als Elite-Einheit hinter der eigentlichen Streitmacht.
    „Deine Elbelein werden sterben!“, versuchte Taskhrun auf Gratas einzureden.
    „Werden sie nicht! Wir stellen die Schwertkämpfer in die erste Reihe, so treffen die Feinde nur auf sie und nicht auf die verwundbareren Bogenschützen!“, beharrte Gratas.
    „Das ist keine Feldschlacht, verdammt noch mal! Das ist eine Belagerung! Wie willst du eigentlich die magischen Tore aufkriegen?“
    „Indem ich sie mit meinen Zaubern attackiere!“
    „Es wird dir nichts nützen, das ist Zwergen-Magie! Trotzig wie der Fels, dick wie eine Mauer und tödlich wie eine Axt! Da bringt dir deine Elbelein-Magie überhaupt nichts!“, beschwor ihn Taskhrun.
    „Wie wollt Ihr denn die Tore zerstören?“
    „Gar nicht. Wir umgehen sie, indem wir durch die geheimen Tunnel benutzen, die alle Gebirge miteinander verbinden!“
    „Ich werde keinen Fuß in so ein stinkendes Gebirge setzen!“, trotzte der Elbenkönig
    „Es wird der Tod deiner Soldaten sein! Außerdem: Wie willst du ein Gebirge erobern, wenn du es nicht betreten willst?“
    „Indem meine Soldaten es betreten!“
    „Und wenn sie es auch nicht betreten wollen?“
    „Dann sterben sie!“
    „Das tun sie so oder so! Du rennst gegen eine Zwergen-Festung! Da hilft dir niemand!“, beharrte der Zwerg.
    „Wie wolltet Ihr denn mit euren 5.000 Zwergen überleben?“, fragte Gratas.
    „Ich kenne die Schwachstellen einer hohen Mauer! Du nicht!“
    „Ja und? Dann machen meine Soldaten eben genau das Gleiche wie deine Soldaten!“
    „Die 5.000 Zwergen-Krieger sind die Elite der Truppe! Sie kommen erst zum Einsatz, wenn deine Elbchen auf der Mauer sind!“
    Nun schwieg Gratas vorerst.
    „Es macht keinen Sinn mit Zwergen zu diskutieren. Ihr seid so trotzig wie ein Grashalm, dick wie ein Gebirge und tödlich wie ein Gänseblümchen!“, erklärte Gratas.
    „Wie willst du eigentlich deine Soldaten ausnutzen? Auf dem langen, schmalen Pfad?“, fragte Taskhrun. Es stimmte, der Weg zum Tor der Sechsten war ein Pfad, wo links und rechts die Wände hunderte Schritt weit abfielen.
    Auf dem Pfad konnten nur 10 Zwergen-Soldaten nebeneinander laufen, also geschätzte 15 Elben.
    Eine meilen-lange Schlange müsste sich bilden, damit die 20.000 Elben überhaupt auf den Pfad passten. Dazu kam auch noch, dass an den Gebirgsflanken, die im Abstand von 50 Schritt zu dem Pfad lagen, von Zwergen besetzt waren.
    Falls die Elben die Flucht beschließen sollten, wären die 5.000 Zwerge auch noch im Weg. Die Beharrlichkeit des Volkes der Zwerge würde dazu führen, dass die Zwerge die Festung einnehmen wollen würden.
    Die Elben allerdings würden dann versuchen zu flüchten.
    „Indem ich die Bogenschützen nach vorne stelle. Sie stehen vorne, und schießen die Zwerge von den Mauern. Danach schubsen die Schwertkämpfer die Bogenschützen in die Tiefe, und klettern an der spiegelglatten Oberfläche des Steines auf die Mauer. Dann stehen wir im Zwergenreich!“
    „Man kann aber nicht an einem spiegelglatten Stein hochklettern. Dazu kommt auch noch, dass die Sechsten 3 Mauern haben!“, stöhnte der Zwerg.
    „Dann hole ich meine Bogenschützen eben wieder hoch, und so kommen alle über die Mauer. Danach benutzen wir deine Zwerge, um den Mechanismus zu zerstören, damit deine Zwerge hinüber kommen können!“, erklärte Gratas.
    „Ich glaube, ich habe es mit einem Verrückten zu tun!“, stöhnte Taskhrun, und überlegte sich, wie er aus dieser Zwickmühle mitsamt seinen 5.000 Zwergen heil rauskommen könnte.



    „Wohin willst du gehen?“, fragte Baïnal Suänos, während dieser aß.
    „Ich gehe jetzt zurück zum Gebirge der Vierten. Von dort gehe ich zum Gebirge der Sechsten. Ich bin ja schließlich selbst ein Sechster!“, lachte Suänos.
    „Dürfte ich dich begleiten?“, fragte Baïnal.
    „Klar darfst du mich begleiten. Aber merk dir eins: Die ersten 10 Plattnasen gehören mir!“, schärfte ihm Suänos lachend ein.
    „Wo kommst du eigentlich her? Aus dem Gebirge der Fünften kannst du nicht kommen, da kann jeder Weichzwerg kämpfen. Aus dem Gebirge der Ersten oder Zweiten?“, fragte Suänos.
    „Nein…“, verneinte Baïnal traurig.
    „Vielleicht aus dem der Dritten? Oder der Siebten? Sag’ mal, wo du her kommst!“, sagte der blinde Zwerg.
    „Ich komme nirgends her…“, murmelte Baïnal.
    „Was? Du kommst nirgends her? Kann gar nicht sein. Du musst aus einem Gebirge stammen!“
    „Nein, ich stamme aus keinem Gebirge!“, beharrte Baïnal. „Leider…“
    „Dann bist du ab heute ein Sechster!“, grinste Suänos.
    „Sind eigentlich alle Zwerge wie du?“, fragte Baïnal interessiert.
    „Nein, nur die Starken!“, lachte der Blinde.



    Re: Der Zorn der Zwerge - Den Elben zum Trotz

    Loaerderonix - 23.09.2006, 17:10


    „Dahinten ist der Aufgang zum Pfad!“, machte ein Elb Gratas auf einen breiten Weg aufmerksam, wo 150 Elben noch nebeneinander laufen konnten.
    „Seht Ihr, Taskhrun? Es können 150 meiner Elben auf einmal dort entlang laufen, nicht nur 15!“, lachte Gratas Taskhrun aus.
    „Noch. Was nicht ist kann ja noch werden!“, grinste der Zwerg zurück.
    Ihm war nun etwas eingefallen, wie er sich aus der sich zuziehenden Schlinge retten konnte.
    Schnell lief er in Richtung der Reihen seiner Zwerge, und brüllte seine Befehle auf zwergisch.
    Die 5.000 Zwerge gaben den Befehl weiter, alle verlangsamten ihre Schritte.
    „Was ist?“, fragte Gratas Meisterbogen den zurückkehrenden Taskhrun.
    „Nichts ist…“, gab Taskhrun als Antwort, und schaute voraus.
    Die ersten Elben marschierten den Aufgang hinauf.



    Staunend betrachtete Baïnal die Festung „Nordwest-Khraccus-Burg“, als sie durch die Tore hinein liefen.
    4 gigantische Mauern waren dort zu sehen.
    Doch Suänos meinte: „Als ich noch mein Augenlicht besaß, fand ich dies auch schön. Doch wenn du das hier als wundervoll betrachtet, fallen dir im Reich der Sechsten die Augen raus!
    Rasten wir erstmal bei einem Freund von mir. Vielleicht kommt ja auch er mit!“
    Als Suänos und Baïnal in die eigentliche Stadt traten, fielen Baïnal schon hier die Augen raus.
    Beinahe.
    Der Blinde bemerkte das Staunen, sagte jedoch nichts.
    Zielstrebig, als ob er noch sein Augenlicht besäße, lief Suänos auf ein großes Haus zu.
    Auf der steinernen Tür stand:

    Sprich wenn du es weißt, Sprich und versuche es. Sprich nicht das Falsche, Sprich wahr und gut!

    Suänos sprach etwas, was Baïnal noch nie zuvor gehört hatte.
    Es hörte sich rau an.
    Auf Baïnals Frage, was das für eine Sprache sei, antwortete der blinde Zwerg lachend: „Das ist Zwergisch!“
    Die beiden Zwerge traten ein, Baïnal stolperte über etwas, und aus den Wänden ragten plötzlich Äxte.
    „Er ist ein Ingenieur!“, erklärte Suänos, und sprach wieder etwas in Zwergisch.
    Diesmal erschien ein muskulöser Zwerg, der hinter einer Ecke hervor sprang, zwei Äxte haltend.
    Doch als er Suänos sah, steckte er die Äxte weg und ging auf sie zu.
    Nun sah man, dass er sein linkes Auge verloren hatte.
    „Ich grüße dich, Suänos. Auch dich, Fremder!“, sagte der Zwerg.
    „Ich bin Cretin Vieldenker, Meisteringenieur von Zwergenstadt!“, sagte er. “Und ihr beide seid hier in Zwergenstadt!“
    „Er ist Baïnal!“, sagte Suänos, und grinste.
    Cretin verstand.
    „Klar komm ich mit! Ich bin schließlich gerne in der Heimat!“, lachte Cretin.
    „Geht schon mal zu den Tunneln, ich werde gleich nachkommen!“



    Baïnal bestaunte die Loren, mit denen man durch die schwarzen Tunnel fahren konnte.
    Eine Lore war schon für sie bereitgestellt worden, der Zwerg am Eingang hatte an einer Schnur gezogen.
    Schnell folgte auch Cretin nach, und setzte sich zu ihnen in die Lore.
    „Das erste Mal mochte ich die Fahrt überhaupt nicht!“, sagte er zu Baïnal, bevor die Lore in die Tiefe raste.
    Baïnal schrie, er dachte, die Lore würde gegen einen Stalaktiten krachen, und sie alle hinaus schleudern.
    Er schwor sich, so eine Fahrt nie wieder zu machen.



    Im Gebirge der Sechsten rannten alle durcheinander.
    Die Frauen und Kinder rannten weiter in das Berg-Innere, alle Männer und Soldaten rannten in Richtung der Tore.
    „Hussa! Kommen wir wohl grade richtig für eine Schlacht hier an?“, lachte Suänos, der auch ohne Augen verstand, worum es sich hier handelte.



    Die Elben liefen weiter, die Zwerge blieben immer weiter zurück.
    Taskhrun rief etwas auf Zwergisch, die Zwerge formatierten sich zu einer langen Reihe, wo nur 10 Mann nebeneinander liefen.
    Auf einen weiteren Befehl hin packten sie ihre Schilde, und bildeten eine „Schildkröte“.
    Eine Formation, wo vorne, oben, an den Seiten und hinten Schilde waren. Dazu konnte man noch Speere durch die Schlitzte zwischen den Schilden stecken.
    Die Elben bemerkten das zwergische Tun, beachteten es allerdings nicht weiter.
    Taskhrun lief an der Spitze der Formation, trat noch nicht hinter die rettenden Schilde.
    Schon sah man, wie die Klappen an den Gebirgsflanken geöffnet wurden.
    Plötzlich hörte man bei den Elben an der Spitze entsetzte Schreie. Sie hatten offenbar entdeckt, dass der Weg plötzlich von der Breite von 150 Elben an einer Stelle auf die Breite von 15 Elben überging. Ein paar Elben hatten es wohl nicht bemerkt, und stürzten in die Tiefe.



    Re: Der Zorn der Zwerge - Den Elben zum Trotz

    Loaerderonix - 23.09.2006, 17:10


    Baïnal nahm sich wie auch Cretin eine Armbrust aus der Waffenkammer, Suänos entschied sich dafür, am Tor zu stehen, um mit hinauszustürmen, sollte ein Ausfall gemacht werden.
    Baïnal und Cretin stellten sich auf den Torbogen.
    Die Elben marschierten weiter, bis zu 10 Schritt an die Mauer heran, die 5.000 Zwerge fielen noch weiter zurück.
    Ein elbischer Befehl ertönte, die Bogenschützen legten Pfeile auf die Sehnen.
    Die zwergischen Katapulte, Speerschleudern und Armbrüste wurden geladen.
    „Feuer!“, schrie jemand, die Katapulte schossen ihre tonnenschweren Gesteinsbrocken ab.
    Ein weiterer Befehl, und die Speerschleudern schossen die 5 Schritt lange Speere ab.
    „Feuer frei!“, schrie jemand ganz in Baïnals Nähe, und alle Soldaten schossen ihre Armbrüste ab. Auch er und Cretin.
    Ein weiterer elbischer Befehl ertönte, die Bogenschützen zielten.
    Ein zwergischer Befehl ertönte, die Nahkämpfer hinter den Fernkämpfern traten vor, und hielten ihre Schilde vor die Armbrustschützen.
    Die Elben schossen, die Pfeile brachten kaum Verluste.
    Ein weiterer Befehl ertönte, jemand sagte die Formeln auf, damit sich das Tor öffnete.
    Die Zwerge wagten einen Ausfall.


    „Jetzt oder nie!“, schrie Taskhrun auf Zwergisch, und rannte in die elbischen Reihen.
    Dort schlug er mit seiner Axt wie wild um sich.
    Die anderen Zwerge seiner kleinen Armee rannten ebenfalls gegen die Elben an, die die Zwerge verstört anschauten.



    „Was ist da los?!“, schrie Gratas Meisterbogen empört.
    „Die Zwerge haben uns verraten!“, sagte ein Elb.
    Sofort zog Gratas seine Klinge, und hieb sie dem Elb schräg in den Hals.
    „Niemand verrät mich!“, schrie Gratas aufgebracht, zog die blutige klinge heraus, entriss dem Toten sein eigenes Schwert, und schleuderte dieses in die Reihen der verräterischen Zwerge.
    Ein heller Ton, das Schwert zerbrach an einem massiven zwergischen Eisenschild.



    Baïnal und Cretin rannten hinunter, und zogen ihre Waffen. Auch sie wollten in den Nahkampf stürmen, den natürlichen Hass auf Elben auslassen.
    Kein Zwerg mochte Elben, nur bei Baïnal war er nicht ganz so ausgeprägt. Doch die riesige Armee der Elben schrumpfte, vor allem weil der zwergische Beschuss nun nicht nur von der Mauer kam, sondern auch von den Gebirgsflanken.



    Wütend schlug Gratas seine Klinge in den Kopf von einem x-beliebigen Reiter, und warf die Leiche in den Abgrund, nur um dann sein eigenes Schwert in Richtung der Mauer zu werfen. Das Schwert traf den Kommandanten der Katapulte, der auf dem Weg über die Mauer zu den drei Katapulten wollte, die sich jeweils an den Enden der Mauer befanden.
    Schnell stieg er auf das Pferd, und ritt in Richtung der Festung, um wenigstens noch hinter die erste Mauer zu kommen.
    Doch er hatte nicht mit Suänos gerechnet, der lachend um sich schlug. Der Hammer zertrümmerte dem Pferd den Schädel, der blinde Zwerg holte wieder Schwung, und der Brustkorb von Gratas Meisterbogen barst unter dem zwergischen Schlag, der selbst Stein zum Erzittern gebracht hätte. Ein weißes Haar von Gratas geriet in eine Fuge zwischen dem Stein.



    Re: Der Zorn der Zwerge - Den Elben zum Trotz

    Loaerderonix - 23.09.2006, 17:12


    ooc/ bitte um Kretik. Ist meine erste Geschichte, die nicht MSG ist/ooc



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