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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Monicca - Hubert - Gerd Forum: Schihu-Forum Forenbeschreibung: Willkommen auf meinem Board!!! aus dem Unterforum: Hier kannst du Beiträge über deine Erfahrungen mit Alkohol schreiben: Antworten: 13 Forum gestartet am: Freitag 09.06.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Ich muß da jetzt raus Letzte Antwort: vor 16 Jahren, 5 Monaten, 11 Tagen, 8 Stunden, 48 Minuten
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Re: Ich muß da jetzt raus
Monicca - 17.09.2006, 11:17Ich muß da jetzt raus
Hallo zusammen,
ich bin 37, weiblich und seit ca. 15 Jahren Alkoholikerin. Ich versuche, hier erst mal das Wesentliche zu erzählen:
Habe im Studium (Köln) angefangen, war sozusagen eine Pflicht, dachte ich damals, obwohl es mir noch gar nicht schmeckte.
Mein Freund und späterer Mann trank damals schon sehr viel, war mehrfach die Woche nach Kneipenbesuchen sturzbesoffen und ich sorgte die nächsten Jahre dafür, dass er unbeschadet nach Hause kam. Er beschimpfte mich, aber ich hatte Geduld und am nächsten Tag hat er sich entschuldigt...eine Haß-Liebe -Beziehung entstand und ich, blind vor Liebe, machte trotz Demütigungen weiter.
Trank dann irgendwann mit, erst wenig, dann um zu warten, bis er endlich die Kneipe verlassen wollte, später, um es auszuhalten
Lange Rede kurzer Sinn, ich hab ihn, Gott weiß warum, mit 21 geheiratet und bereute es eigentlich schon Monate später. Heute kann ich das nicht mehr nachvollziehen.
5 Monate nach der Hochzeit bekam ich Panikattacken, der Stress mit ihm war nicht mehr auszuhalten, jeden Tag Streit und Kampf, zogen aufs Dorf, da er dort ne Stelle als Lehrer bekam 1992, damals war es schwer, etwas zu finden.
Ich studierte weiter in Köln, hasste das Dorf fühlte mich einsam und dann noch die Panik.
Jetzt ging es richtig los, Alk gegen die Angst....das dann bis zu meiner Scheidung 2001. Er trank mitllerweile nur noch "geregelt "sein Bier und beschimpfte mich nun als Alki. Ich konnte da nicht mehr raus und merkte auch nicht soviel...war nie "besoffen".
Abends 3- 5 Flaschen Bier oder vergleichbar, erst später, dann Wein.
Jetzt ist es ein Selbstläufer. Bin seit 4 Jahren wieder verheiratet, sehr glücklich, aber die Panik immer noch (besser, aber einfach zu lange schon in mir drin...kenne s ja nicht mehr anders)
Kann seit 15 Jahren nur sehr schwer das Haus verlassen. Heute schon sehr gut mit Begleitung, damals war das immer ein Kampf..und bin noch weiter zur Uni gegangen, aber mehr gekrochen)
Bin also nur noch zuhause und trinke (habe getrunken) aus Langeweile und Frust über mein verpfuschtes Leben.
Hab mich jetzt irgendwann gefragt, warum ich das noch mache...bin doch glücklich, zu mindest in meiner Beziehung?...Also hab ich immer wieder versucht, aufzuhören...negativ
Erst als ich im Internet las und dann noch dummersweise Symptome bei mir fesstellte, die auf Lebrekrankheit(Entzündung / Zirrhose) schließen könnten, da bekamm ich Panik und es machte Klick! Hört sich dumm an, aber wenigstens ein Auslöser.
Ich hatte rote Hände bei mir festgestellt , weiß noch nichtmal, ob ich die nicht schon immer so ähnlich hatte (bin ein ganz heller Typ)
aber das hat mich irre gemacht und ich hab mehr und mehr gelesen und dann auch wieder mehr getrunken, aus Angst.
Dann bin ich ins Forum, bat um Erfahrungen...kam aber nicht viel...ich würde ja sowieso weitertrinken wollen...
Stimmt nicht, ich will schon lange nicht mehr, konnte es nur nicht.
Achso, war vor 3 Jahren im Krankenhaus wegen einer anderen Sache und da machten sie auch die Leberwerte, hatte enorme Angst...sagte ihnen auch, dass ich täglich trinke..nur die Menge hab ich verringert (auf 5 Gläser Wein)
Werte waren: Gamma-Gt 72 (37Grad)
GPT 22 und die anderen leberbezogenen Werte AP/ Ldh/ Albumin/ Elektrophorese...normal
Wegen dem Bluthochdruck verschrieb man mir Betablocker, nahm sonst nie was.
Ein paar Wochen später beim nächsten Arzt(ich hatte weitergetrunken) Gamma gleich, Gpt plötzlich 65 andere wieder normal
Und in einer Gerinnungsklinik wieder 4 Wochen später (mußte dorthin wg. der Krankenhaussache) Gpt runter auf45...Naja, seitdem verfolgen mich diese Werte, aber ich hatte es nicht geschafft aufzuhören, der Wille wurde zwar stärker, aber ich packte es nicht, durchzuhalten.
Die Ärzte sagten nie etwas, vielleicht hatte ich ja darauf gewartet, aber nun traue ich mich gar nicht mehr hin.
Trinke jetzt seit 2 Wochen nicht mehr, der Druck ist da...immer in kurzen Gedankenschüben. Halte mich am Forum fest, lese, lese, lese. Trinke Unmengen an Tee.
In ein paar Wochen, will ich dann doch mal zum Arzt,( hab noch nicht mal einen, meines Vertrauens) und dann möchte ich das abklären. Hoffe, bis dahin, hat sich einiges getan und das es nicht zu spät ist für meine Leber und für mich.
Hab wieder viel zuviel rumgesülzt, war nichts mit Kurzfassen, sorry.
Ist vielleicht auch alles etwas durcheinander, aber fragt gerne...dann ergänze ich oder ich erkäre.
Achso, Therapien gegen die Panikattacken habe ich gemacht (3).
Die Ärtze sagten, es sei meine erste Ehe gewesen und meine Unfähigkeit mich zu lösen. Nun sei es schon so fest in mir drin, dass Heilung schwer möglich sei. 16 Jahre wäre zu lang, aber halt weiterprobieren.
So , nun bin ich aber wech und lasse das mal hier. Hoffe, dass man hier ein wenig meine Ängste versteht und vielleicht kann mir auch jemand etwas aus seinen Erfahrungen (med/ psych.) mit auf den Weg geben.
Mit dem Tee in der Hand..grüßt M.
Re: Ich muß da jetzt raus
Hubert - 17.09.2006, 13:31
Hallo Monicca,
:D Willkommen hier in meinem Forum!!! :D
Ich finde es wirklich toll und auch einen riesen Schritt dass du dich nun entschlossen hast dich hier öffentlich zu outen!!!
Du hast die Erkenntnis für dich erlangt, dass es so nicht weiter geht. Das ist schon mal der Erste und auch mit einer der schwersten Schritte auf dem Weg in die Abstinenz! Du möchtest aufhören zu trinken und dein Leben ändern.
Nun. Der Wille ist das einzige und auch einzig richtige „Werkzeug“ dazu. Aber wie es nun mal mit neuen Dingen und Veränderungen so ist musst du erst noch lernen wie du dein „Werkzeug“ benutzen musst/kannst. Wie du es für dich einsetzen kannst und aus dem Teufelskreis der Sucht und den Ängsten langsam wieder herauskommst.
Ich schreibe bewusst „langsam“, da ich weiß dass dies ein Prozess ist der seine Zeit braucht! Es hat viele Jahre gebraucht bis du in die Abhängigkeit „geraten“ bist und es wird auch viele Jahre brauchen bis du all deine Ängste und die/deine damit verbundene Sucht für dich „befriedigend“ verarbeitet hast und anfängst ein „normales“ Leben zu führen.
Du hast nun einen Kampf begonnen der sehr viel Kraft und Ausdauer braucht und ein „Dankeschön“ wirst du nur von dir selbst zu erwarten haben. :( Es ist schon richtig, dass es „normale“ Leute nicht verstehen und auch nicht verstehen können. Wie auch? „Man“ kann ja nur etwas verstehen das „man“ selber auch kann, oder sich dafür intensiv interessiert! :(
(damit meine ich z.B. auch „nicht aufhören können“)
Bei „gesunden Menschen“ ist dass bis auf wenige Ausnahmen sicherlich nicht der Fall, ja es ist ihnen sogar meist peinlich und sie haben "Angst" davor wie sie denn mit „uns“ umgehen sollen,...
Du schreibst:
Zitat: Trank dann irgendwann mit, erst wenig, dann um zu warten, bis er endlich die Kneipe verlassen wollte, später, um es auszuhalten
Das ist ein typischer Fall wie jemand von der Co-Abhängigkeit selbst zum Abhängigem wird.
Meine Frau hatte damals auch immer mit mir mit getrunken, oder mir was „weg-getrunken“. Zeitweise hat sie sich selbst bewusst betrunken, nur damit sie es ertragen konnte und wir sozusagen auf „dem gleichen“ Level waren und es nicht zu Streitereien kommt,...
Nachdem ich meine Abstinenz angefangen habe hat sich dass aber schlagartig verändert. Heute trinkt sie nur mal gelegentlich was, manchmal auch längere Zeit gar nichts,...
Das zeigt mir auch wieder sehr schön wie sich auch die Umwelt im Umgang mit mir verändert,...
Weiter schreibst du:
Zitat: Die Ärzte sagten nie etwas, vielleicht hatte ich ja darauf gewartet, aber nun traue ich mich gar nicht mehr hin.
Ein Arzt wird dich nie (oder in den seltensten Fällen) auf deine „offensichtlichen“ Alkoholprobleme hin ansprechen, solange dein Gesundheitszustand nicht, noch nicht „lebensgefährlich ist! Das ist wenigstens meine Erfahrung, auch von vielen Gesprächen mit anderen Betroffenen. Ein Arzt ist auch nur ein Mensch, warum sollte er anders reagieren als alle anderen auch? Angst brauchst du aber deswegen nicht mehr haben dort hin zu gehen. Ok, es gibt gute und schlechte Ärzte und es gibt auch Ärzte die sich viel oder überhaupt nicht mit der Suchtproblematik auskennen (letzteres ist meiner Ansicht nach vermehrt der Fall,...). Aber eines haben alle Ärzte gemeinsam: sie wissen, dass eine Behandlung ziemlich zwecklos ist wenn der Patient offensichtlich ein Alkohol (oder anderes) Suchtproblem hat und nicht darüber von selbst anfängt während des Besuchs in der Praxis darüber zu sprechen. :!: :!: :!:
Ein Arzt weiß ganz genau, dass es nur Sinn macht wenn DU von einem (deinem) PROBLEM anfängst. Wenn du darüber nicht,s sagst, dann muss er entweder davon ausgehen dass du kein Problem hast (viele Menschen trinken zuviel, sind aber „noch“ keine Alkoholiker) oder dass du zwar offensichtlich eines hast aber es dir nicht selbst bewusst ist oder du es dir nicht selbst eingestehen willst. Damit wäre sowieso jeder Ansatz zwecklos! Findest du nicht auch? Du schreibst du hast schon viel in Foren gelesen. Da muss dir diese Erkenntnis aber sicherlich auch schon gekommen sein.
ICH RATE DIR:
Sprich offen mit deinem Arzt und lass dir helfen. Nur wer um Hilfe bittet der bekommt sie auch.
Wenn du keinen Arzt hast dem du vertrauen kannst, dann wende dich an die Suchtberatungsstelle in deiner Nähe und lass dir dort zumindest ein paar Adressen von umliegenden Ärzten geben die mit der Beratungsstelle oft zusammen arbeiten. Du solltest auch gleich noch einen Termin in der Beratungsstelle selbst geben lassen!
Außerdem ist es auch sehr gefährlich wenn du wie du schreibst einen Entzug selbst „in die Hand“ nimmst! Auch wenn du erst langsam reduziert hast, bis du nun vor 2 Wochen eine Trinkpause eingelegt hast (mehr ist es im Moment noch nicht) Nur eine gewisse Zeit nichts zu trinken ist nicht mit „trocken“ zu vergleichen. Trocken wird man "im Kopf", der Alkohol ist nur „deine Medizin“ die du brauchst um deine Probleme „zu behandeln“ die du hast. Was glaubst du macht dein Körper wenn du ihm seine „Medizin“ plötzlich wegnimmst ohne im einen Ersatz zu geben? Psychisch u. physisch gesehen. Das kann sehr schlimm ausgehen. Über plötzliche Krämpfe, bis zum Schock und sogar bis zum Tode führen. Ich habe schon einen „kalten“ Entzug hinter mir ich weiß wovon ich spreche. Ich kann nur jedem davon abraten!!!
So Monicca, ich mache da nun mal Schluss, sonst wird,s mir und anderen zu lang zum lesen.
Bitte nicht böse sein wenn ich nicht auf jeden wichtigen Punkt deines Beitrags hier eingegangen bin, aber es ist ja schon sehr umfangreich das/dein Thema. Ich denke dass (für mich) wichtigste konnte ich dir hier mitteilen, obgleich ich eigentlich noch viel mehr dazu zu sagen hätte. Vielleicht später noch mal, ok.
Also ich wünsche dir viel Kraft und Ausdauer auf dem „steinigen“ Weg in die Abstinenz!
Bis dann,
Gruß
Hubert.
:D :D :D
Re: Ich muß da jetzt raus
Monicca - 18.09.2006, 11:13
Lieber Hubert,
lieben Dank für deine ausführliche und verständnisvolle Antwort- soetwas kann ich im Moment ser gut gebrauchen und es hilft mir über die schwere Zeit weg.
Was den Entzug betrifft, hatte mich Simone auch gewarnt (kannte das gar nicht). Hatte immer mal wieder für kurze Zeit aufgehört, einige Tage und kannte meine Raktionen. Ich gleube ich bin mehr kopfabhängig. So schlimm es klingt, erst trank ich aus Frust, später aus Langeweile.
Wenn man nicht rauskann und nur der Fernseher mit einem redet, wird man irgendwann wahnsinnig. Das Trinken hat das Zeitfenster verkürzt, irgendwie... Der Tag kam mir nicht mehr so lang vor. Wenn ich mich so lese, denke ich: "das soll eine intelligente Frau sein"?.....Wie kann man so blöd sein??????
Ich galube aber auch, dass ich den Alkohol und seine Folgen immer unterschätzt hab und nachdem ich mich informierte mußte der Schock ja kommen, leider nur so spät.
Nachdem, was im Netz steht (15 Jahre über 20 g Alk), hab ich wirklich schon verloren.
Wie sind deine(eure) Erfahrungen mit Langzeit-Spiegeltrinken...
Wie schlecht oder gut stehen meine Chancen darauf, vielleicht doch noch ein nüchternes und bewußtes Leben zu führen?
Ich will keine Diagnose, aber ein paar Erfahrungen wären sehr hilfreich. Alle sagen, ich soll mich nicht so verrückt machen...vieles wäre Übertrieben im Netz und zu allgemein...
Ich entwickle mich langsam zum Hobbyhypochonder, aber wenigstens weg vom Säufer...
Ganz liebe Grüße Anja
Re: Ich muß da jetzt raus
Hubert - 18.09.2006, 18:27
Hallo Monicca,
es freut mich dass dir meine Zeilen „etwas gebracht“ haben, was das Verständnis betrifft, - dass ist in meinem Falle ja wohl verständlich. :D :D :D
Nun wird,s aber wieder etwas Lang!
Ich versuche mal deine bisherigen Aussagen etwas "auseinander zu pflücken" und dir auch noch unbeantwortetes zu beantworten,... :arrow:
Schau, was die „anderen“ dir gesagt haben dass hat doch genau etwas mit dem zu tun was du selbst schreibst:
Zitat: Ich glaube ich bin mehr kopfabhängig.
Natürlich bist du dass! Die Sucht (egal welche) fängt immer im Kopf an und es entwickelt sich im Laufe der Zeit ein Verhaltensmuster wie du ("man") deine Probleme versuchst zu bewältigen. In deinem Falle bewältigst du deine Probleme mit dem Alkohol anstatt sich ihnen zu stellen.
Zitat: Nachdem, was im Netz steht (15 Jahre über 20 g Alk), hab ich wirklich schon verloren. Wie sind deine(eure) Erfahrungen mit Langzeit-Spiegeltrinken...
Du hast erst dann „verloren“ wenn du
1. nicht endlich anfängst „Nägeln mit Köpfen“ zu machen und aufhörst dich zu bedauern.
- denn dann machst du es nämlich nur noch schlimmer und kommst gar nicht aus dem Sumpf raus! :cry:
2. kannst du überhaupt nichts verlieren wenn du wirklich etwas an deinem im moment unzufriedenem Leben ändern willst!
- im Gegenteil!
- selbst 100 Anläufe sind besser als gar keiner und aus jedem wirst du was lernen!
Zitat: Wie sind deine(eure) Erfahrungen mit Langzeit-Spiegeltrinken...
In wie fern? Na ja, - die Höhe des zu haltenden Spiegels verhält sich halt progressiv zur „Trinkdauer.“
Zitat: **Wie schlecht oder gut stehen meine Chancen darauf, vielleicht doch noch ein nüchternes und bewußtes Leben zu führen?
Das liegt an dir selbst (mehr kann ich dazu nicht sagen)!
Grundlegend zu deinen Chancen:
- nüchternes bewusstes Leben: du musst es selbst wollen und daran festhalten (**die Besten Chancen)
Zitat: Ich will keine Diagnose natürlich willst du eine!
-kommt nur darauf an was du hören möchtest:(?)
a.) Es hat keinen Sinn mehr, es ist zu spät,... (dein Fazit: dann kann ich ja weitersaufen!)***siehe unten Therapie
b.) Es ist nie zu spät, aber du musst auch dafür kämpfen,... (Dein Fazit: Ja dass will ich/ Nein, ist mir zu anstrengend, hab keine Kraft mehr, lieber bedauere ich mich weiter,...)
Zitat: paar Erfahrungen das sind meine Erfahrungen!
- Erfahrungen die ich selbst gemacht habe (vor und nach meinem Ersten Rückfall,...)
- Die Erfahrungen die ich mit anderen gemacht habe (so wie mit dir jetzt z. B.)
Zitat: Alle sagen, ich soll mich nicht so verrückt machen...vieles wäre Übertrieben im Netz und zu allgemein...
Ja, da haben sie Recht! Mach dich nicht verrückt und – Im Netz wird sicherlich vieles übertrieben,...
Aber: es hat doch auch was mit Glauben zu tun? Oder etwa nicht? Glaubst du alles?
Es ist deine Entscheidung was du glaubst und was du damit machst! Ich habe noch keinen „echten trockenen“ Alkoholiker kennen gelernt der übertrieben hat wenn er/sie über SEIN/IHR SUCHTLEBEN gesprochen hat!
Übertreiben tut man doch nur wenn man auf etwas Stolz ist und sich damit Brüsten möchte (meine Meinung, - ok,...) denkst du dass ich Stolz bin auf dass was ich bisher mit meinem Leben gemacht habe (zumindest dieses Kapitel)?
Außerdem: Wer solche Behauptungen in Bezug auf Sucht aufstellt, der ist entweder selbst nicht davon betroffen, oder er gehört zu den Menschen denen es sowieso peinlich ist darüber zu sprechen. (vielleicht meinten sie es ja auch nur gut mit dir, aber dass gehört wieder in das andere Co-Abhängige verhalten)
Anstatt dir damit „die Ängste zu nehmen, sollten sie dir lieber „in den Hintern treten“ und dich tatkräftig unterstützen. (schönen Gruß!) Meinst nicht auch?
Im Übrigen zeigst sicherlich ein „Hypochonder-Verhalten“, aber zu einem gewissen Grade soll es ja auch Gesund sein! (?)
Vielleicht wäre es besser wenn du dich etwas weniger um die Symptome kümmerst und dich eher auf die Ursache konzentrierst. Denn sonst bekommst die schrecklichen gesundheitlichen Gefahren sowieso nicht los, oder etwa nicht?
Überleg mal was ich hier alles geschrieben habe. Fass dir mal an deine Eigene Nase.
Ganz am Anfang hast du geschrieben:
Zitat: Dann bin ich ins Forum, bat um Erfahrungen...kam aber nicht viel...ich würde ja sowieso weitertrinken wollen...
Kannst du dir erklären woran dass vielleicht gelegen hat, dass die soetwas behaupteten?
Ich denke schon. :roll:
Allerdings würde ich nicht unbedingt sagen dass du sowieso weitertrinken willst, ok, ich habe noch nicht so viel von dir gelesen, aber ich würde eher darauf schließen dass du einfach noch nicht soweit bist! Was keine Aufforderung zum Weitersaufen sein soll!!!
Beispiel:
Bei mir hat,s über 4 Jahre gebraucht bis ich es mir selbst gegenüber eingestanden habe (wirklich eingestanden, ohne wenn und aber) dass ich Alkoholiker bin und nie mehr etwas trinken darf wenn ich nicht wieder einen Rückfall haben will! Beim Ersten mal bin ich zwar auch lange trocken geblieben, aber ICH war doch kein ALKI! (?) Merkst was?
Und ich will und brauche bestimmt keinen weiteren Rückfall mehr! Einer hat mir gereicht, da hab ich drei Jahre zu gebraucht wieder raus zu kommen,...) OK, man soll nie Nie sagen, aber so wie es mir heute geht, da kann ich nur mit „schaudern“ an früher zurückdenken!
So, nun mach ich mal langsam Schluss hier,... :roll:
:idea: Monicca: Alles was ich hier schreibe, soll keinerlei Vorwurf oder Angriff auf dich sein! Es soll dir nur einen Anstoß in eine andere Denkrichtung geben. Versuch mal darüber nachzudenken.
Du hast alles selbst in der Hand und dir wird auch geholfen wenn du dir Helfen lässt. Bisher hast du noch keine große Anstalten gemacht etwas zu bewegen (oder ist mir etwas entgangen?). Im Moment hast du nur Angst. Das versteh ich. Du bist mit dir selbst noch nicht soweit wie ich es zumindest aus deinen Zeilen herauslese. Deswegen lohnt es sich aber trotzdem weiter daran zu arbeiten! Du bist schon auf dem Weg. Wie lange er ist, kommt auf dich an. Auf jeden Falle beschäftigst du dich schon damit, das ist auch schon ein Anfang.
Ein schönes Sprichwort sagt:
„Du musst erst ganz unten angelangt sein, damit es nur noch den einen Weg gibt, - den nach oben!“
Leider trifft dies meist 100% das Verhalten Süchtiger und den Zeitpunkt der Selbsterkenntnis.
(Willst du denn erst ganz unten sein bevor du anfängst etwas zu tun?)
Es liegt an dir!
In diesem Sinne,
lieben Gruß
Hubert. :D :roll: :D
************************************************************************************
ps.
Ach ja:
Zitat: In ein paar Wochen, will ich dann doch mal zum Arzt
Warum erst in ein paar Wochen? Und warum überhaupt „...doch mal...“
Nochmal: Merkst du was?
Zitat: Achso, Therapien gegen die Panikattacken habe ich gemacht (3).
Und wie kommst du nun damit zurecht?
Zitat: dass Heilung schwer möglich sei. ...schöne Diagnose (deine Worte?)
Schau, es heißt 2 Dinge! 1.) Es ist nicht leicht und 2.) es ist möglich! (nicht unmöglich)*** siehe oben
Beim Alkohol, der ja „nur“ Suchtmittel ist (also nicht die Ursache) ist es doch genauso!
Re: Ich muß da jetzt raus
Gerd - 19.09.2006, 14:05
Hallo Anja,
hier erst mal ein Willkommen im Forum, denn ich bicn eigentlich selten hier. Ich habe aber deinen Thread gelesen und wollte mal so "meine Meinung" dazu sagen.
Es iteressiert mich einfach nur das nachfolgende:
Zitat:
...was im Netz steht (15 Jahre über 20 g Alk)...
Lass das, was im Netz steht - damit kann man sich verrückt machen. Wenn Du weitere Sieten darüber nach liest, schreibt fast jeder anders und verrückter, dass man durch dreht, wenn man fertig ist. Nach meinem langjährigem Alkoholgenuss wäre es demnach schon so schlimm, dass ich gar nicht mehr zu retten bin.
Ich habe etwa 1964 angefangen und 1994 aufgehört, nach dem 2. Versuch - also 30 Jahre schön getrunken. Nicht nur Bier, nein, auch Schnaps, Wein, Sekt. Manchmal drehte es so sehr, dass ich nicht mehr wusste,wie ich ins Bett bin( wenn überhaupt), wenn mir meine Frau nicht davon erzählte. In den letzten 2 - 3 Jahren mehr Schnaps( etwas 1 Flasche Schnaps und höchtens 3 Flaschen Bier). Ja, dann habe ich den Entzug gemacht und bin seit dem trocken.
Deine Chancen,ein nüchternes und bewußtes Leben zu führen sind immerhin besser, als meine damals waren und ich denke, das Du es schaffst. Stärke gehört allerdings dazu und der Wille, welcher aus dem Kopf kommt.
Das Andere hat ja Hubert soweit bestens beantwortet. Du wolltest doch bestimmt auch meine Erfahrung wissen und wünsche Dir viel Glück, denn:
Der Mensch hat nicht nur seine Krankheit, sondern er macht sie auch. Sie hat etwas mit seiner Wahrheit, mit seiner Existenz zu tun.
Re: Ich muß da jetzt raus
Monicca - 19.09.2006, 17:06
Lieben Dank an euch beide...ich stehe wohl wirklich noch am Anfang. Die letzten Wochen in Foren, auf medizinischen Seiten habe mich total verwirrt...denke schon an nichts anderes mehr. Muß erstmal verdauen.
Gerd, ich danke dor für deine Erfahrun´gen, es beruhigt mich zumindest ein wenig, genug, um nicht noch eher zur Flasche zu greifen.
Meinen Konsum hatte ich ja nicht so deutlich angegeben, abgesehen vom Start...die letzen 6 Jahre waren es je nach Sorte entweder 6 Flaschen Bier oder 2 Flaschen Wein...nie drüber, aber das reicht ja. Zumindest habe ich mich nie gesteigert. Hab mal Schnaps versucht, aber mir wurde immer so schlecht davon, dass ich 2 Tage nichts trinken konnte. Das zu meinem Spiegel. Vorher waren es halt ca 3-4 Flaschen Bier oder eine bis anderthalb Flaschen Wein. Zuviel, vielzuviel .
Das Netz hat mich verrückt gemacht, als ich auf Leberhautzeichen stieß...schaute auf meine Hände und sah die roten Ballen...da dachte ich, nu ist es vorbei. Überall wurde in dem Z usammenhang die Leberzirrhose erwähnt. Hab mir dann promonente Säufer im Netz angesehen (Hagmann, Coltrane...die haben es genauso)...mir wurde ganz schlecht.
Sorry, klingt alles blöde, aber das war mein erster Schritt zum Nachdenken.
Muß jetzt erstmal nen Gang runterschalten und erstmal alles setzen lassen.
Liebe Grüße und vielen Dank für euer Bemühen um mich.
Anja
Re: Ich muß da jetzt raus
Hubert - 07.10.2006, 19:32
Hallo Anja,
du hattest geschrieben dass du "das" erst einmal "setzen" lassen muss und deine Gedanken erst mal wieder ordnen musst (so hab ich,s verstanden), deshalb habe ich dich auch erst mal etwas "in Ruhe" gelassen. :wink:
Nun sind schon knapp 3 Wochen vergangen und ich wollte einfach mal nachfragen wie es dir gerade geht? Ich hoffe es ist soweit alles in Ordnung (mal vom Alkohol teilweise abgesehen)? :roll:
Was du da an täglichen Konsum geschrieben hast ist auf jeden Falle schon mal ein bedenklicher Zustand. Das findest du ja auch selber. Wie schaut es denn nun gerade aus? Ist es dir in den letzten Wochen gelungen etwas für dich zu erreichen? Z. B. ein Arzt-Termin, oder bei der Beratungsstelle, oder auch nur dass du deinen Konsum eingeschränkt hast? Irgend etwas :?:
Ich hoffe (für dich) dass du, nun nachdem du "etwas beruhigt" gewesen bist nicht alles wieder wie gehabt so weiterlaufen lässt wie zuvor. Nun hast dich doch schon mal ziemlich intensiv damit beschäftigt. Wie schaut es denn nun gerade aus, was machst du, wie geht,s dir gerade und was hast du im Moment diesbezüglich gerade vor?
Nur mal so angefragt. Wie gehts den weiter jetzt?
Lieben Gruß
Hubert. :D :D :D
Re: Ich muß da jetzt raus
Gerd - 07.10.2006, 20:20
Hallo Anja,
ich schliesse mich mal den Rufen nach Dir vom Hubert an. Ich bin ja auch ein selten gewordener Gast im Forum, na ja, soll sich ändern.
Trotzdem interessiert es mich auch, wie es Dir inzwischen geht. Melde Dich mal!
Re: Ich muß da jetzt raus
Monicca - 11.10.2006, 13:23melde mich
Hallo, ihr Lieben!
Also erstmal danke, dass ihr nachfragt. Sorry dafür, dass ich mich nicht gemeldet hab.
Ich mußte erst mal mein Ding machen, erst mal runterkommen, weil ich in letzter Zeit soviel, auch in anderen Foren lese.
Viel habe ich wahrscheinlich noch nicht geschafft ( wie in allen Foren kommentiert würde), aber ich bin halt ich und kann es nur so.
Ich halte seit 5 Wochen ca. einigermnaßen durch. Mein Konsum ist im schlimmsten Fall auf ein Achtel meines damaligen Konsums reduziert. Ich arbeite daran, diesen völlig zu streichen.
Genauer, manchmal 1 Bier statt 7 oder 8 , oder 1-2 Flaschen Wein.
Wein rühre ich gar nicht mehr an, ich kann da nicht aufhören.
Das , was geblieben ist muß auch noch weg, aber ich bin schon stolz, da zu sein, wo ich bin. Ich weiß, das diese Denkweise überall kritisiert wird, aber den totalen Cut hab ich noch nicht geschafft.
Bin schon stolz, dass kaum mehr Druck vorhanden ist.
Er kommt nur, wenn ich über meine "bedenkliche Konsumvergangenheit und deren Folgen" nachdenke. Ich versuche , das nicht zutun und dann klappt es mit dem Tee.
Diese Flasche bier habe ich in den Wochen nie überschritten. Für mich ein riesen Fortschritt. Fühle mich körperlich gut, hab 3 Kilos abgenommen und auch wieder Hunger.
Der Arzt steht an, wenn ich komplett runter bin, also gar nichts mehr. Nur so kann ich das. Versuche, mich auf mich und das neue nüchterne Gefühl zu konzentrieren.
ZU einer Gruppe kann ich nicht, auf Grund meiner Panikattacken, ich kann ja kaum raus (nur in Begleitung). Die habe ich ja nun seit 16 Jahren und waren mit ein Grund für diesen Konsum. Also mache ich hier mein Ding, allein und das dauert halt länger und ist schwerer.
Wenn gar nichts mehr geht, verbiete ich mir laut das Trinken, aber irgendwie ist der Druck weniger stark, als ich dachte. Der Tee schmeckt und es sind wirklich nur noch Momente und kein Stück Normalität mehr.
Im Moment bin ich trockener denje, aber noch nicht total trocken...das wurmt mich, aber das Wurmen, wird auch noch Früchte tragen.
Gebe mir alle Mühe!!
LG Anja
Re: Ich muß da jetzt raus
Hubert - 11.10.2006, 22:46
Hallo Anja,
na dann ist ja alles in Ordnung! Weißt du ich/wir fühlen uns da schon auch etwas "verpflichtet" uns noch weiter um dich "zu kümmern" wenn du schon mit deinem Problem zu uns/mir kommst und Hilfe suchst und es dir auch nicht gut geht,... :wink:
Aber ich muss schon sagen es ist wirklich toll dass du nun doch schon so einen "Schnitt" in deinem Leben gemacht/angefangen hast!!!
Toi, Toi, Toi! Mach weiter so und lass dich nicht (von dir selbst) unterkriegen. Deinen "inneren Schweinehund" kannst du nur durch Ausdauer besiegen. Du merkst ja jetzt schon dass er immer "leiser" wird. Dass du das auf deine Art machen musst, machen willst ist ja auch verständlich. Es gibt zwar vielerlei Erfahrungswerte und Statistiken aber letztendlich muss es jeder selbst wissen wie er es denn für sich am Besten durchzieht. Was zählt ist nur dein Wohlbefinden und der stetig wachsende Erfolg und Zuversicht eines abstinenten Lebens.
Zitat: Im Moment bin ich trockener denje, aber noch nicht total trocken...das wurmt mich, aber das Wurmen, wird auch noch Früchte tragen.
Das wünsche ich dir auch für deine Zukunft :!: :wink:
Nur noch am Rande: wie du ja schon unterschwellig angemerkt hattest (andere Foren) ist das kontrollierte Trinken sicherlich ziemlich indiskutabel für einen Alkoholiker und du wirst da von mir/uns auch nichts anderes hören, ja ich kann dir nur Raten bald das eine letzte Bier auch noch wegzulassen. Die Kraft die du brauchst um nicht eine zweite Flasche zu öffnen ist größer als gar keines erst zu öffnen. Ich hätte es nie für möglich gehalten mal soetwas zu schreiben, aber es ist wirklich so!
Diese eine Flasche Bier ist immer noch "der Strohhalm" die "Krücke" an die du dich bei deinen Problemen klammerst,...
Ok, ich werde hier nicht mehr weiter darauf eingehen (nicht jetzt!), denn du bist schon auf einem super guten Weg in die "richtige Richtung". Ich wünsche dir dass es so auch weitergeht und du siehst ja schon dass es dir jede Woche mehr, auch körperlich, gut tut,... :idea:
Ich freue mich immer wieder etwas von dir zu hören. Wie du sicherlich gesehen hast, habe ich dir ja schon dein persönliches Tagebuch eingerichtet, wenn du es für dich an diesem Punkte anfangen willst kann ich es dir nur empfehlen dies auch für dich zu tun. Es wird dir über die schlimmsten Minuten/Stunden des Drucks hinweghelfen (und es können wirklich nur besondere Mitglieder mit gleichen/ähnlichen Problemen lesen :cool: ).
So, ich wünsche dir noch einen schönen Abend,
lieben Gruß
Hubert. :D :D :D
Re: Ich muß da jetzt raus
Monicca - 12.10.2006, 07:58Kopf noch dran
Hallo Hubert,
melde mich nur mal kurz, da ich gleich zu meiner Mutter nach Köln fahre (gefahren werde, mein 1x wöchentlicher Ausgang quasi).
Bin sehr erstaunt und irgendwie glücklich, ´dass ich nicht direkt ein paar drüber bekommen habe, obwohl ich die Wahrheit über meine noch eingeschränkten Erfolge geschrieben habe. Das geht nicht überall.
Irgendwie motiviert mich das, gibt ein gutes Gefühl, kein kompletter Versager zu sein. Ich sag mir das zwar täglich selber, aber von betroffener und erfahrener Seite, das ist schon etwas anderes.
Das mit der Krücke ist absolut richtig!! und diese Krücke ärgert mich auch noch ungemein.
Körperlich ist das kein Problem, das ist zu schaffen...es ist immer ein bestimmter Zeitraum am Tag ( zwischen Mittag und Nachmittag), wieso, weiß ich auch nicht.
Ich bin ja schon mal so froh, dass nach dieser Flasche, niemals eine andere folgt...das hätte ich früher nicht geschafft. Eigentlich ein Irrwitz, das diese überhaupt noch sein muß. Hat ja auch keine Wirkung in dem Sinne. Also, ich bin danach nicht irgendwie sediert. Es ist verrückt.
Spreche auch mit meinem Mann darüber und er sagt: " die letzte schaffen wir auch noch".
Naja, erstmal bis hierhin...muß jetzt in die Maske und dann los.
Vielen Dank für das Nicht-den Kopf- abreißen, denn das hätte mich wahrscheinlich zum Kühlschrank geführt.
Jetzt hab ich was mehr Mut . Die Werte müßten ja jetzt auch langsam nach 5 Wochen in die Norm wandern und das wiederum motiviert mich auch. Ich hoffe, sie tun es!?
Liebe Grüße und wünscht mir noch ein wenig mehr Power
Anja
Re: Ich muß da jetzt raus
Hubert - 12.10.2006, 11:47
Hallo Anja,
ich wünsche dir nicht nur ein „wenig mehr“ Power, sondern viel mehr Power auch über einen langen Zeitraum hinweg!!!
Anja, - dir wird hier sicherlich NICHT „der Kopf abgerissen“ wenn du es noch nicht ganz gepackt hast! Der Weg ist das Ziel. Der Wille und deine Einstellung etwas zu ändern und auch deine Ersten „Gehversuche“ sind schon eine Leistung für sich und verdienen auch dass sie gelobt werden. Dass es damit noch nicht getan sein sollte ist dir ja auch klar (geworden). :roll:
Jeder der den Mut und den Entschluss gefasst hat etwas an seiner Situation zu verändern wird von mir/uns auch dafür anerkannt. Auch Rückfälle sind „verzeihlich“ wenngleich sie nicht zur Regelmäßigkeit „ausarten“ sollten, denn sonst wird dir auch irgendwann keiner mehr glauben,...:?
Das du es aber auch ehrlich gestehst dass es noch nicht ganz ohne geht finde ich echt super (dir und uns gegenüber)! Lügen bringt auch nix. Je ehrlicher du damit umgehst um so „leichter“ (Gewissen) wird es auch. Du belügst dich damit auch nicht wieder selbst und das ist gut!
Was ich übrigens ganz toll finde ist dass dich dein Mann da so unterstützt (und auch Mut macht)! Ich denke auch dass deine Veränderung die du gerade durchmachst auch eurer Beziehung sehr gut tut. Dein Mann lernt dich nun wieder irgendwie neu (und nüchtern) kennen und er wird sicherlich auch lieber und aufmerksamer auf deine Probleme eingehen und versuchen dir zu helfen wenn er sieht dass es nicht nur „heiße Luft“ ist, dass du wirklich etwas verändern willst,... oder?
Zitat: ...Eigentlich ein Irrwitz, das diese überhaupt noch sein muß. Hat ja auch keine Wirkung in dem Sinne. Also, ich bin danach nicht irgendwie sediert...
Ja das ist halt das Hauptproblem. Da du ja keine körperliche Abhängigkeit (oder zumindest keine „große“) entwickelt hattest ist dir bisher der Entzug auch etwas einfacher gelungen wie es bei körperlicher Abhängigkeit nun mal währe. Der Knackpunkt ist aber die psychische Abhängigkeit die jeder Alkoholiker in mehr oder weniger ausgeprägtem Maße eben hat.
Die braucht einfach seine Zeit. Die wirst du aber niemals richtig bekämpfen können wenn du von deinem „Medium“ 1 Flasche Bier nicht endlich loslässt! Es muss sein. Es geht einfach nicht dass du daran weiter fest hältst. Du wirst sonst den Rest deines Lebens immer wieder daran festhalten wollen und irgendwann bleibt es mit Sicherheit nicht mehr nur bei der einen Flasche. Das kann ich dir mit Sicherheit prophezeien. :!:
Also, lass los! Erst wenn du ganz losgelassen hast kannst du auch wirklich neu anfangen. Dein Mann wird dich sicher dabei unterstützen. Vielleicht solltest du dir mal überlegen was eigentlich in der Zeit zwischen Mittagessen und Nachmittag in dir passiert. Vielleicht findest du eine Lösung wie du diese Leere überbrücken kannst. Vielleicht kann dir da auch dein Mann helfen, oder er hätte ein paar Vorschläge für dich? Red halt mal mit ihm darüber.
So, ich mach nun mal Schluss hier, sonst wird es wieder ewig lang (ich weiß ja, wenn ich mal anfange zu schreiben fliegen die Finger nur noch so über die Tasten,...)
Ich wünsche dir einen schönen Tag bei deiner Mutter, lieben Gruß
Hubert.
:D :D :D
Re: Ich muß da jetzt raus
Hubert - 16.10.2006, 17:38Thema beendet,...
Anmerkung des Administrators:
Dieser Tread wird nun auf Wunsch geschlossen, da Monicca nun ein Tagebuch (nicht öffentlich) angefangen hat und es hier sicherlich nicht mehr alles öffentlich sein soll was sie an privaten problemen, etc. schreibt.
Wer auch ein (nicht öffentliches) Tagebuch führt hat auch die Berechtigung Ihres zu lesen.
Ich hoffe, wünsche mir dass sich viele Betroffene ein Beispiel daran nehmen Hilfe zu suchen und hier ihre Beiträge/Fragen,... einstellen.
Vielleicht wird Monicca ja dann auch darauf antworten und jemandem anderen versuchen zu helfen oder einen Ratschlag geben können,...oder sie fängt hier nochmals ein öffentliches Thema an,...?
Jeder Beitrag ist eine große Hilfe für den Betroffenen selbst und auch für diejenigen die das gleiche, ähnliche Problem haben und duch lesen dieser Beiträge einen nutzen für sich herausziehen,...(oder wenigstens zum Denken angeregt werden).
Gruß von der Administration.
Hubert.
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