Stellungnahme des TSV-Vorsitzenden

Mögliche Errichtung eines Lidl-Marktes auf dem Jahnsportplatz in Immenhausen
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    Re: Stellungnahme des TSV-Vorsitzenden

    admin1 - 15.09.2006, 09:08

    Stellungnahme des TSV-Vorsitzenden
    TSV 1889/06 Immenhausen e. V.

    LIDL oder die „Unendliche Geschichte“

    Ja, ich weiß: Den Meisten hängt es schon zum Hals heraus und trotzdem müssen wir uns mit dem Thema der möglichen Einrichtung eines Lidl-Einkaufmarktes auf dem Jahnsportplatz befassen. Um die ganze Geschichte für jeden zu veranschaulichen, wird das nun Folgende in diverse Abschnitte unterteilt sein und am Ende gibt es auch noch mal ein Fazit für die ungeduldigen Leser.

    Die zeitliche Entstehung

    13. Juni:
    Stadtverordnetenversammlung. Grundsatzbeschluss, ein Beteiligungsverfahren einzuleiten. An diesem Tage wurde erst die Standortfrage geklärt und seit diesem Zeitpunkt können u. a. wir uns als TSV an der Diskussion beteiligen

    14. Juni:
    Ein Zeitungsartikel der HNA zur Lidl-Thematik wird veröffentlicht

    14. Juni:
    Bürgerbrief an alle Einwohner seitens der Stadtverwaltung

    14. Juni:
    Brief der Stadt an die TSV mit dem Angebot für einen Gesprächstermin

    14. – 19. Juni:
    Urlaub meinerseits und somit leichte Verzögerung der weiteren Vorgehensweise

    20. Juni:
    Sitzung des geschäftsführenden Vorstandes unter Beteiligung des Ehrenvorsitzenden Adolf Deichmann und dem Fußballabteilungsleiter Harald Koch; erste Positionierung

    21. Juni:
    Brief an die Stadt mit Inhalt, dass die TSV am Liebsten den Jahnsportplatz behalten möchte. Sollte dies aber unumgänglich sein, erklärt sich die TSV unter klar definierten Voraussetzungen bereit, einen Kompromiss einzugehen: Den „halben Sportplatz“ bestehen lassen und entsprechenden Ersatz dafür erhalten (grob zusammengefasst). Aus diesem Kompromiss heraus erfolgte eine Pressemitteilung, die nicht wirklich perfekt in der HNA wiedergegeben wurde.

    29. Juni:
    Sitzung des erweiterten Vorstands mit ähnlicher Beschlussfassung und späteren Berichterstattung an die Stadt

    6. Juli:
    HNA Bericht, dass der Firma Lidl die Hälfte des Jahnplatzes genügen würde

    6. Juli:
    Außerordentliche Mitgliederversammlung mit 150 Anwesenden von möglichen 1400 Stimmberechtigten - kontroverses „Für und Wieder“, wobei das Letztere überwog. Zwei Abstimmungsvarianten lagen vor: Die kompromisslose Ablehnung bzw. die Variante, die der Vorstand favorisiert hat. Im Laufe der Diskussion zieht sich jedoch die Politik zurück und möchte das Bauleitverfahren einstellen. Das Resultat bei der Wahl war entsprechend 90prozentig gegen eine Ansiedlung des Marktes - mit dem Zusatz, dass die TSV bei neuen Gesichtspunkten auch weiterhin mitreden will.
    Die HNA befragt den Vorsitzenden wie auch den Bürgermeister telefonisch und strickt einen Zeitungsbericht, der nicht ganz eindeutig das Ergebnis der Versammlung wiedergab

    11. Juli:
    HNA Lesertreff, bei dem erste Planungen auf dem Jahnplatz offengelegt sind und weitere Gefahren beleuchtet werden - Wobei hier jedoch auch klar wird, dass für die TSV jegliche Mitsprache in Frage gestellt wird, wenn ein evtl. Bürgerwahlentscheid den dargestellten Plänen zustimmt.
    In der Sommerpause signalisiert die Firma Lidl, dass tatsächlich jenseits der Mittellinie gebaut werden könnte.

    2. September:
    Gespräch zwischen der Stadt und den Fußballfunktionären über die mögliche Schaffung eines Kunstrasenplatzes an Stelle des Hartplatzes mit zusätzlicher Umkleidemöglichkeit im Stadionnebengebäude.

    5. September:
    Zustimmung – sogar ein Fordern der Fußballjugendleitergemeinschaft des angestrebten Kompromisses.


    Einige Fakten
    Leider ist es so, dass der Jahnsportplatz sich im Besitz der Stadt und nicht der TSV befindet. Aus rechtlicher Sicht haben wir also wenig Einspruchsmöglichkeiten. Allerdings hat die Stadtverordnetenversammlung geäußert, ihre Entscheidung vom Votum der TSV abhängig zu machen. Standortalternativen gibt es für Lidl in Immenhausen nicht - Nachbargemeinden sind Ausweichvarianten. Mit weniger Sportplatz kommt die Fußballabteilung nicht aus. Im Gegenteil: Für die Zukunft wird das vorhandene Angebot nicht ausreichen. Der in Aussicht gestellte Kunstrasenplatz ist einer der neusten Generation, besser noch als der Vellmarer (nicht vergleichbar mit dem der Dörnberger). Die weitere Umkleide würde zusätzlich für einen reibungslosen Betrieb sorgen. Kosten fallen für die TSV nicht an. Selbst die städtischen Aufwendungen wären durch einige Zuschüsse und dem Verkaufserlös des westlichen Jahnplatzes gering. Die Erde ist rund.

    Einige Fragen
    Gibt es Möglichkeiten, dem steigenden Spiel- und Trainingsbedarf zu begegnen? Was für Auswirkungen hat es, wenn Lidl in einem nächstgelegen Ort siedelt - und wie wirkt sich die daraus resultierende sinkende Nachfrage am Immenhäuser Angebot auf die heimische Beschäftigungsstruktur (z. B. auch bei Edeka...) aus? Welche Vorteile ergeben sich für die TSV bei einer Ansiedlung und welche Nachteile? Ist die Erde wirklich rund?

    Wenige Antworten
    Mehr Spielfläche könnte nur geschaffen werden, wenn ein Kunstrasenplatz anstelle des Hartplatzes entstehen und gleichzeitig ein Kleinspielfeld an der Jahnturnhalle beibehalten würde. Vermutlich geht Einiges an auswärtiger Kaufkraft verloren – ebenso Jobs bei Edeka und Aldi, sollte die Firma Lidl nicht hier seinen Standort wählen. Bei einem Bau eines Lidl-Marktes bliebe der Charakter der Jahnturnhalle zwar erhalten, jedoch wäre die Nostalgie des etwa 80Jahre alten Jahnsportlatzes dahin. Die vielen Erinnerungen und Eindrücke, der Schweiß und das Herzblut würde auf die Hälfte der Fläche komprimiert werden müssen. Aber der perspektivische Blick wäre nach vorn gerichtet. Die Spielfläche wäre zwar an der Jahnturnhalle kleiner, allerdings würden die räumlichen Möglichkeiten um einiges vergrößert durch die Schaffung eines Kunstrasenplatzes - und dies zu jeder Zeit! Einerlei, ob im Dunkeln oder in den feuchten Wintermonaten, in denen sowohl Stadion als auch Jahnplatz mitunter gesperrt sind. Aus Sicht der Wissenschaftler ist der Weltball rund.

    Fazit
    Eine kuriose Zeit liegt hinter uns. Nicht ausschließlich geprägt durch Freude, wohl aber durch echte Freunde. Zusammenfassend lässt sich festhalten: Wir als Sportverein müssten es mit dem Hammer kriegen, wenn wir ein Angebot ausschlagen würden, in dem uns ein Kunstrasenspielfeld in Aussicht gestellt wird. Im Gegenzug müssten wir lediglich eine Hälfte des feuchten Jahnsportplatzes hergeben. Erinnerungen hin oder her: Der Blick muss nach vorne gerichtet werden. Es wäre doch als Funktionär Irrsinn, dies negativ zu bescheiden, wenn die aktiven Spieler in der Mehrzahl die eben genannte Variante fordern.

    Persönliche Schlussbetrachtung
    Ich bin nicht gerade eine Fan von Discountern. Am besten wäre es, wenn wir alle bei den Produzenten - sprich Bauern - auf altherkömmliche Weise einkaufen könnten; die Lebensmittel betreffend. Uns blieben Gammelfleisch und ähnliche Skandale erspart. Als TSV-Vorsitzender muss ich an den ge-samten Verein denken. Ich verstehe all diejenigen, welche einfach viel Liebe an dem gesamten Sportplatz haben. Aber kann diese Liebe nicht weiterleben, wenn der halbe Rasenplatz erhalten bleibt (welcher übrigens durch Ballfangnetze nebst Hecke zum Markt hin abgeschirmt wäre)? Kann die Zuneigung nicht sogar noch gesteigert werden mit dem Wissen,

    - dass die Fußballer noch optimalere Spiel- und Trainingsmöglichkeiten haben,
    - dass die Weichen für die Zukunft gestellt sind,
    - dass eigentlich lediglich ein wenig Sportplatz hergegeben wird für eine zukunftsorientierte Spielfläche?

    Finale
    "Kennzeichnend für die heutige gesellschaftliche Situation scheint mir nämlich vor allem die Tatsache zu sein, dass unsere Gesellschaft ein Wissen vom Besseren hat und ein schlechtes Gewissen, dass sie das Bessere nicht vollbringt." Hellmut Kentler

    Abstimmung
    Und jetzt hat jedes TSV-Mitglied das Recht, sein Votum abzugeben. Ich bitte Euch alle, Eure Meinung - falls sie absolut vom oben genannten abweicht - dem TSV-Vorstand mitzuteilen. Viele Voten gab es natürlich schon während der außerordentlichen Mitgliederversammlung, der Fußball-WM und, und, und... Über Beiträge in lakonischer Kürze wären wir dankbar.

    Tobias Güttler
    1. Vorsitzender



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