Der freie Wille

WIR SIND UMGEZOGEN
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    Re: Der freie Wille

    quelle23 - 02.10.2006, 13:26

    Der freie Wille
    Was bei Bleep leider nicht klar wiedergegeben wird, ist die Sache mit dem freien Willen. Natürlich gibt es einen freien Willen, der gehört aber niemandem! Im Film kommt es so rüber, das wir alle Schöpferwesen sind, und jeder für sich bestimmen kann wie er handelt und denkt. In der absoluten Wahrheit aber gibt es niemanden, der von der Ganzheit getrennt wäre, und selber irgendwie eine davon getrennte Handlungsfähigkeit haben könnte. Freier Wille Ja, aber ICH, das diesen Willen nun für sich beanspruchen will: NEIN. Die Illusion, man könnte als getrenntes Individuum irgendwie Gottes kleiner Helfer spielen, bewirkt nur das man das Leben, so wie es sich in jedem Moment offenbart, gegen eine Idee von Leben eintauscht. Dadurch enstehen Zeit und Raum und Individuum, doch alles Individuen alle Zeiten und Räume sind immer nur ein Selbstbezug, ein Spiel des EINEN, das sich eine scheinbare Vielfalt erträumt.
    Solange das nicht erkannt wird, meint man immer es wäre etwas nicht in Ordnung an der Welt oder an der Person die man meint zu sein. Dabei ist alles zu jeder Zeit und an jedem Punkt dieses Universum absolut perfekt und richtig so wie es ist. Nichts muss an diese wunderbaren Welt repariert werden und nichts fehlt an Ihr. Die Idee, das wir noch nicht vollständig sind oder uns irgendwie persönlich spirituell hin zu Gott oder so entwickeln müssen, kommt daher das wir uns für eine Person halten und uns voll damit identifizieren. Die Person aber, die realtiv gesehen natürlich da ist, erscheint in uns Selbst als Idee. Wir sind ja das, was diese Erscheinung wahr nimmt und nicht das was die Erscheinung ist! Wir sind ES! Das unveränderliche ewige ruhende Sein, die Gegenwart, durch die alles hindurchfliesst und bezeugt wird. Wir wurden diemals geboren und werden niemals Sterben, nur so kann ES sich selbst als Idee von Geburt und Tod wahr nehmen.

    Sagt eine Marionette: "Ich habe einen freien Willen".....
    Aber ES hat diese Marionette das sagen lassen und ES hat sich als diese Marionette vor sich SELBST versteckt und sich glauben lassen ES wäre eine Marionette!



    Re: Der freie Wille

    Naike - 02.10.2006, 21:01


    Hallo Quelle,

    ich kann nur hoffen, daß sich viele der Leser hier Deinen Beitrag zu Gemüte führen und ihn nicht gleich wieder wegklicken, weil er unbequem ist, denn genau DAS, was Du hier beschreibst, ist der Knackpunkt bei der ganzen Bleep-Sache!
    Wer glaubt, "sein kleines Ich" könne die Welt verändern - und so wird es meiner Empfindung nach von Bleep und vielen anderen "Realitätsgestaltern" oft dargestellt - befindet sich leider auf dem Holzweg, was aber nicht heißt, daß Bleep schlecht ist, im Gegenteil! Aber irgendwann bleibt einem nichts anderes übrig, als darüber hinaus zu gehen. Aber auch das passiert.

    Liebe Grüße, Naike



    Re: Der freie Wille

    Virgil Kane - 03.10.2006, 11:56

    Marionetten und ICH
    Hallo zusammen,

    das mit dem freien Willen und der Marionette ist aus meiner Sicht ein Schlüsselthema für das Leben vor und nach Bleep.

    Seltsam verhakt in dieser Welt habe ich Mühe, mich darin zurechtzufinden, verheddere ich mich in den Fäden des Marionettenspiels, dass ein ES oder ICH oder EINER in der Hand (?) hält. Und frage mich, wer die merkwürdige Idee hatte, mich hierher zu bringen, auszusetzen an diesem Ort und in dieser Zeit. Und welche Absicht wohl dahinter steckt. Und was wohl wäre, wenn ich die Antworten auf diese Fragen wüsste. Und was wohl wäre, wenn es keinerlei Absicht gäbe....

    Wozu das alles? - Was tue ich hier? Hangle mich durch den Tag bis ich endlich so müde bin, dass ich einschlafen kann, um morgen früh wieder aufzuwachen und zu frühstücken und zur Arbeit zu fahren und dort zu sitzen und dieses ganze sinnlose Getue mitzumachen für dieses Geld, mit dem ich mir Dinge kaufe und Nahrung heim schleppe, um sie abends zu essen, damit dieser Körper weiter kann zur nächsten Nacht, zum nächsten Tag und immer so weiter bis endlich, irgendwann..... Und was kommt dann? Kommt irgendetwas? Und wozu? Und warum dreht sich alles um diese Frage nach Sinn und Unsinn. Leben - was ist das? - Ich schweife ab.

    Nothing really matters. Alles erscheint - auf lange Sicht - ohne Substanz, ohne Wert. Mich eingeschlossen. Und wenn ich diese Zeitgenossen ameisengleich durch die Welt laufen sehe, diejenigen die sich aufplustern und so furchtbar wichtig sind genauso wie diejenigen, die mausgrau in deren Schatten bleiben, ja sogar wie diejenigen, die mit Maß und Ziel unterwegs sind und dem Bild des Menschen nahekommen, ..... werde ich bewegungslos, gelähmt, eingefroren in Sinnlosigkeiten.

    Ich verliere mich in alten Fotos. Vorzugsweise in ungestellten Straßenszenen, auf denen Menschen zu sehen sind, ihre Körper, ihre Augen, ihre Gesten, die mehr von ihnen preisgeben als es auf den ersten Blick scheint. Ich versuche, mich in sie hineinzudenken. Menschen, die längst verstorben sind und damals genauso lebendig waren wie ich jetzt. Mit Vergangenheit und Zukunft, mit Plänen, Träumen, Schmerzen, Hoffnungen. Was ist daraus geworden? - Asche und Staub. Und Yorick´s Schädel grinst mich an und fragt mich, für was in aller Welt ich mich überhaupt auch nur noch einen Schritt bewege. Genauso gut könnte ich überhaupt nicht existieren, könnte diese Welt nicht existent sein oder dieses ganze Universum. Ja das ganze Universum mit allem darin was wir wissen, gewusst haben, wissen werden, zu wissen glauben - einfach weg. Nicht da und nie da gewesen. Wie wäre das wohl - und wie ist es jetzt? Jetzt bin ich hier, ich stehe auf dieser Erde und ich esse gerne Erdbeerkuchen. Besser gesagt: dieser Körper isst zu gerne... wer genau? Dieser Geschmackssinn, Geruchssinn..... ich? Wer ist ich? Stopp... schon wieder völlig verkehrte Richtung. Und doch...

    Es ist nicht wirklich witzig, ständig jemanden im Nacken sitzen zu haben, der einem bei jeder Gelegenheit ins Ohr säuselt, dass sowieso alles völlig egal ist. Und der nicht müde wird, zu betonen, dass die Spannung steigt, wenn man sich gehen lässt und die Zügel lockert. Denn was man nicht im Griff hat, kann einen überraschen und bringt wieder Salz in die Suppe. Mal sehen was so passiert! Mal sehen ob es Dinge gibt, die tatsächlich von mir abhängen! Mich selber spüren..... und sofort wieder der Einwand: wer bist du überhaupt, warum nimmst du auch nur irgendetwas wichtig? - Der Blick in den Sternenhimmel und die Einsicht, ein Staubkorn zu sein, weniger noch als das. Es ist eine Frage des Blickwinkels, dieses "ich", das dieser Körper in sich trägt, versteht das. Die Ameise tut das ihrem Horizont entsprechende. Sie beschäftigt sich mit Fragen, die für ihr Leben relevant sind. Und was tut dieses "ich"? Plagt sich mit Fragen herum, die völlig irrelevant für sein Leben sind. Die Antworten - selbst wenn es sie gäbe und sie nicht außerhalb seiner menschlichen Einsicht lägen - würden sein Leben nicht ändern. Würden sie vielleicht doch......?

    Ob Gott hier weiter weiß? Der Film hat so nette - und auch rührend unbeholfene neue (?) Bildchen für die Chiffre "Gott" gesammelt - Weshalb gibt es ihn noch gleich - wer oder was auch immer "er" sein soll? Und was war vorher? Und wie lange geht dieses Spielchen noch? Sind das alles nur Nebenschauplätze, auf denen ich mich herumtreibe, um nicht mit der Realität kämpfen zu müssen? Elfenbeintürme, in denen sich so wunderschön fabulieren lässt und sich aus der Verantwortung hinausstehlen für das eigene Leben. Zu denken: Ich kann nichts dafür, dass mir alles so komplex erscheint oder so sinnlos, dass ich nicht damit klar komme. Wer lebt mein Leben für mich, während ich Löcher in die Luft starre und den Schmetterlingen zusehe? Wer bin ich? Ich spüre mich nicht mehr, merke nur in extremen Situationen, dass da noch etwas ist, das ein Eigenleben führt. Was ist das? Und wozu ist es da? Und was würde passieren, wenn es mehr Macht bekäme?

    Ich brauche Einsamkeit. Und einsame Entscheidungen. Selbstgespräche. Ich tauge zum wunderlichen Einzelgänger, der so tut als wäre eine Kamera auf ihn gerichtet. Lasst mich alleine und sagt mir, wie toll ich bin. Dieses kleine schwarze Ego irgendwo da tief drin, auf das sich so vieles in meinem Verhalten reduzieren lässt, grinst mich an. Der Bettler, dem ich eine Münze hinwerfe - will ich ihm helfen oder vor meinem Ego und der Welt als Wohltäter dastehen? - ist das freier Wille??? Denke ich an ihn oder an mich? Wer ist ICH? - Die Angst, mich selbst nicht mehr zu sehen, wenn ich Kompromisse mache, die Angst, nicht rechtzeitig zu sagen "soweit und nicht mehr", die Überheblichkeit zu denken, jede Abweichung verschlechtere das Ergebnis, dilettantischer Perfektionismus oder perfekter Dilettant. Die Angst, sich auf andere einlassen zu müssen, die Angst vor Abhängigkeiten, vielleicht? Auch die Angst, auf andere zuzugehen, sie um Mitarbeit zu bitten, etwas von Ihnen zu fordern - und sei es nur die Butterdose am Ende des Tisches, die ich mir auch selbst holen könnte - und vielleicht eine Abfuhr zu kassieren. Abfuhr... Abfahrt... abgefahren... ja - die Welt ist einfach abgefahren, ohne mich unterwegs. Ich fühle mich zurückgelassen, nicht in der Lage, die Geschwindigkeit mitzugehen, die wir uns - "wir" "uns" ? - heute auferlegen.

    Meine eigenen Wege mit meiner eigenen Kraft. Sie gehört mir, ich teile sie mir ein. Wer teilt mit wem? Dieser Körper - etwas Vertrautes nach all den Jahren, ist mit mir gegangen, gewachsen, dem Verfall geweiht wie ich. Und um mich herum andere ICHs in anderen Körpern, die sie schlecht und recht zu formen und zu steuern versuchen. Behangen mit buntem Tuch und glitzernden Steinen, Ringe über fleischige Knochen gestülpt, Gewebe durchstochen von Spangen, Haut bemalt und geglättet. Zurechtgemacht für die Augen anderer und der eigenen. Die ICHs konkurrieren mit dem Material, dass sie zufällig zur Verfügung haben, verstümmelt oder nicht, machen das vermeintlich Beste daraus und diejenigen, die den als Ideal definierten Standards am nächsten kommen, werden von den Zurückgebliebenen vergöttert. Man is made of dreams and bones. Fleisch und Träume, die darin stecken. Manchmal zur Unkenntlichkeit behangen mit Tüchern und Schleiern, freiwillig oder zwanghaft verborgen hinter Stoffen und Konventionen, die von irgendwoher kamen. Gesichter genauso unsichtbar wie Gedanken. Masken und Schatten als Gegenüber. Körper, die sich selbst bewegen von A nach B, von heute nach morgen, auf engen Bahnen in begrenztem Gebiet und in dem einzigen Augenblick ihres Lebens. Zeit-Genossen.

    Die Verwirrung wird eher größer als kleiner. Jetzt kommt auch noch die Quantenphysik und gibt ihren Senf dazu. Ich glaube ich klebe mir einen großen Sticker auf den Körper auf dem "GLEICHMUT" steht und hoffe, dass die zig-Prozent Wassermoleküle darin endlich zur Ruhe kommen.... andererseits..... Ruhe ist vermutlich dreiviertel Tod :D

    Nichts für ungut, wenn ich euch mit dem ganzen Quatsch hier zuschütte. Ich wollte es einfach mal anbringen.... so quai vor mich hingeplaudert...

    Einen schönen Tag euch allen, wohlgeplant durch eure Gedanken und mit einem Schuss unkontrollierbarer Quanten, die euch positiv überraschen mögen.

    Liebe Grüße,



    Re: Der freie Wille

    Christian - 03.10.2006, 12:15

    Wer ist das kleine Ich wenn alles Eins ist?
    Hallo Quelle und Naike,

    sehr spannendes Thema!

    Für mich geht es dabei um die großen Paradoxien (gibt es überhaupt eine Mehrzahl von Paradox und wenn ja wie heißt sie?) unserer Existenz, mit denen der Verstand so seine Probleme hat.

    Dass ich gleichzeitig Schöpfer und Geschöpfter bin, das ist schwer zu begreifen.

    Und erst recht der Widerspruch dazwischen, dass auf einer Ebene wahrscheinlich die einzige Willensfreiheit, die ich habe, die ist, die Realität zu akzeptieren oder dagegen zu anzukämpfen (autsch, tut weh) und ich gleichzeitig auf einer anderen Ebene offensichtlich Erschaffer bin all dieser Erfahrungen und Situationen zu denen ich ja oder nein sagen kann.

    Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass mein Leben besser funktioniert und ich mich erfüllter fühle, wenn ich nicht versuche, die Realität zu manipulieren, sondern den Großteil meiner Energie da rein stecke, alles so anzunehmen, wie es ist.

    UND seitdem das so ist, macht es mir auch unheimlich Spaß, Miterschaffer der Welt zu sein und zu fragen:
    "Okay, wo ich ich jetzt im Jetzt bin, what's next?"

    Wie gesagt sehr spannend, wie ich finde.

    Was für mich bleibt, ist immer wieder die Frage:
    Wer bin ich in diesem Moment? Wie fühle ich mich, was passiert, was sind meine Motive, bin ich verbunden mit dem großen Strom oder versuche ich zu manipulieren, um meinen kleinen neurotischen Willen zu bekommen? Und mit dieser Grundhaltung führt mich das Leben schon dahin, wo ich mir und Allem/n am Nützlichsten bin.

    Am Tag der universellen Einheit
    ein fröhliches Hallo von meinem Ich bin zu deinem :D
    (we ARE one and I think you know it, too!)

    Christian



    Re: Der freie Wille

    Christian - 03.10.2006, 12:27

    P.S.
    Hallo Virgil,

    habe gerade gesehen, dass du gleichzeitig mit mir hier geschrieben hast.
    Danke, dass du mit uns teilst, was in dir vorgeht, ich fand es bewegend.

    Das einzige, was mir im Moment einfällt, zu dir zu sagen:
    Don't you worry about a thing, every little thing is gonna be alright!!! 8)

    Alles Liebe,
    Christian



    Re: Der freie Wille

    elias - 04.10.2006, 18:41

    wer steuert
    hi,
    wunderbare thematik,
    alos ich habe hier und jetzt gelernt, dass es mir möglich ist, nach meinem Möglichkeiten zu lenken. Ein einfacher Freund sagte mir, der noch nicht so sehr in diesen Themen drinsteckt, es würde doch alles nur bis zu einem bestimmten Grad gehen.

    ich dachte nach und muss sagen er hat recht, denn:

    Ich werde zwar Klavier spielen lernen könne, aber der ganz gross Virtuose steckt in mir nicht so sehr, das darf ich akzeptieren.

    Zu finden was MEINES ist meine Fähigkeiten und diese zu leben scheint mit im Momnet das richtige zu sein.

    Nach Emoto gibt es den Einfluss natürlich auch von aussen. Besprichts du Wasser oder Menschen beeinflusst du alles um dich herum und sicherlich wird auch hier gelten der Einfluss des stärkeren willens, beeinflusst die Welt am stärksten, also übergeordnetes, wie z.B. Politik, leader usw. (Bush) steuern auf extrem diffuse Art und Weise...und sie schaffen es, bis zu einer bestimmten Grenze, wo wieder eine Widerstandsbewegung sich dagegenstemmt.

    Nun haben aber diese Jungs ganz bestimmte TRICKS auf einer Ebene des bewusstseins wo man mit einfachen mitteln, grosses Bewirken kann und das gilt es es für jeden einzelnen zu finden diesen TRICK.

    Und da kommt bleep gerade recht...erst aktzeptieren, dass es geht und du bist verantwortlich...und dann baue es aus mit deinem eigenen wegund du wirst sehen du gleitetest mit deinem Universum und die Störenden Einflüsse bringen dich nicht mehr ab von deinem Weg.

    Buddha Mohammed, Jesus durften es erleben, viele andere auch, deshalb wurden sie zu wanderpredigern um dies allen mitzuteilen. Sie haben losgelassen von den Einflüssen........ und flossen mit dem Universum, was manchmal bedeutete...gegen den Strom.

    Alles denkt....ALLES lenkt... du auch und du nicht... einfach alles
    Elias grüsset den GOTT in Dir.. :120_3138643162313234 :stupid



    Re: Der freie Wille

    Virgil Kane - 05.10.2006, 09:35

    Was hält euch am Leben?
    Hallo zusammen,

    ja das thema ist spannend. bleep im alltag und jesus klopft seinem kumpel buddha auf die schulter. ich weiß nicht, aber es kommt mir so vor, als würden wir uns hier eine nette kleine insel basteln, sie bleep taufen und so tun als wäre alles eierkuchen und man muss nur mit dem universum im einklang sein und schwupp kann man über wasser laufen....

    sicher gibt es viel mehr zwischen himmel und erde als wir uns träumen lassen aber wer hat die sinne und die fähigkeit, es zu sehen? sieht alles nach einem lsd-trip aus nur ohne lsd. wir sind alle gott, auch der typ, dem nichts besseres einfällt, als mädchen in der schule abzuknallen oder aus irgendeiner pilotenkanzel auf andere zu feuern. lauter götter...

    ich glaube das war es auch, was mich am film ein bisschen gestört hat: diese herbstlich-schönen bonbon-bilder netter leute, die alle durch die zeit tanzen und zusammen gott sind. so ist die welt nicht und so ist das leben nicht und wenn wir sieben esoterische brillen aufsetzen und nur noch tanzend durch das herbstlaub wandern. nein. die vielen möglichkeiten, in denen sich "wirklichkeit" manifestiern kann, reduzieren sich regelmäßig auf eine, die schwer und hart gegen unsere nase knallt. da kann ich noch so sehr entrückt sein - es ändert sich nicht.

    sorry - bin nicht so gut drauf heute. ich glaube was mich wirklich interessiert an der ganzen sache ist: WAS HÄLT EUCH AM LEBEN? - vielleicht sogar ein eigenes diskussionsthema wert....

    liebe grüße & einen schönen tag - was immer das ist...


    Virgil



    Re: Der freie Wille

    Naike - 08.10.2006, 08:24


    Das Gefühl der Sinnlosigkeit hatte ich auch einige Zeit, nachdem mir klar wurde, daß das "kleine Ich" eine Marionette ist, wenn man es auf diese Weise ausdrücken mag. Aber das ist auch nur eine Phase, die wieder vergeht, das Fragen nach dem Sinn legt sich von allein genauso wie es aufgetaucht ist.

    Inzwischen mache ich das, was vor meinen Händen liegt, genieße alle Wahrnehmungen, lebe halt was gerade zu leben ist, und dazu gehört auch die Realitätsgestaltung à la Bleep. Ich weiß, daß klingt irgendwie paradox, sich einerseits des fehlenden freien Willens des "kleinen Ich" bewußt zu sein und andererseits ins Geschehen eingreifen zu wollen, und sei es auch nur durch ein kleines Ritual. Aber wenn sowas ansteht, wird es halt durchgeführt und zeigt so auch Wirkung. Genauso wie man sich einen Tee brüht oder die Füße sauber wäscht. Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine.

    Liebe Grüße, Naike



    Re: Der freie Wille

    Selima - 11.10.2006, 09:32


    Die Suche nach dem Ich oder Der freie Wille

    Oft fühle ich mich doch so fremdbestimmt. Habe große Probleme mich mit meinen Gefühlen und Gedanken und Entscheidungen abzufinden. Ich kann nicht darüber entscheiden was ich gerade wahrnehme und welche Empfindungen und somit Gedanken dies in mir hervorruft.
    Wer aus mir wird hängt von mir ab. Das stimmt. Und ich habe absoluten Einfluss darauf. Ob ich aber dies tue oder das, bestimmt mein Ich, mit diesen und jenen Eigenschaften, die mir gegeben sind. Das ich genau das denke, ist mir „typisch“. Ich habe nicht den freien Willen heute zu denken was Du denkst. Ich kann nur das denken, was mir mein Gehirn an Informationen zukommen lässt. Wie ich damit umgehe und wie weit ich mich darauf einlasse, hängt von meinen Erfahrungen, Prinzipien, Moralvorstellungen = den Informationen ab, die mir vorher vermittelt worden und meiner Verarbeitung dieser, auf die v.a. in meiner Kindheit auch meine Umwelt großen Einfluss hat. Ein Bild von meinem Ich entsteht. Doch ich male nicht mich selbst. Mir sind die Farben für das Bild gegeben. Ich male mein Leben. Doch ob ich ein Haus mit Garten male oder doch lieber Auto und Zigaretten entscheide nicht ich, denn nicht ich bestimme was ich liebe. Ich entscheide nicht darüber, was ich glaube. Ich bin mit meinem Ich konfrontiert, aber ich entscheide nicht wer ich sein will. Alle Entscheidungen die ich treffe entsprechen meinem gemachten Ich.

    Jetzt habe ich einen passenden Zeitungsbericht darüber in die Hände bekommen.

    Neurowissenschaftler ahnden noch vergeblich nach einer übergeordneten Instanz im Gehirn, die das Bewusstsein, das Ich, beheimatet und alles koordiniert.
    Nun sagen sie - das Gehirn ist offensichtlich ein komplexes, sich selbst organisierendes System, ein Netzwerk, dessen Programm dafür, die Evolution in unseren Genen festgeschrieben hat. Erziehung, Umwelt und Erlebnisse packen bei jedem Menschen ein paar Updates oben drauf. Demnach ist das Ich die Summe der menschlichen Erfahrungen und die „Erste Person-Perspektive“ eine über Millionen von Jahren gewachsene Vorstellung, durch die wir den Eindruck haben, das Ich entscheidet mit Hilfe des Geistes was wir wollen, bevor wir es tun. Nachweisen konnte man nun aber, das vor der Entscheidung, eine Bewegung auszuführen (etwa den Arm zu heben) neuronale Aktivitäten im Gehirn vorausgehen!
    Die Entscheidung wird zwar über das Ich, über das Bewusstsein ausgeführt, getroffen aber, an anderer Stelle. Deshalb kann ich in einer bestimmten Situation auch nicht so reagieren wie ich es mir wünschen würde. Schlagfertig, einfallsreich, beglückt. Sondern nur so wie es mir möglich ist. Der Geist ist durch biologische Vorgänge determiniert (festgelegt, begrenzt). Bin ich also nur das Opfer meiner 100Milliarden Zellen?

    Ist Materie die Ursache, für die Entstehung des Geistes (so eine Grundannahme in
    der Naturwissenschaft) oder
    Ist der Geist der Ursprung von allem?

    Doch weder das eine noch das andere können wir uns erklären. Und wir entscheiden uns für die Theorie, die uns am logischsten erscheint oder mit der wir uns am wohlsten fühlen oder für gar keine- wie es unserem Ich entspricht. Wieder aber entscheiden wir nicht darüber, mit welcher wir uns wohl oder unwohl fühlen. Fremdbestimmt. Meine Gedanken dazu finden also in der Wissenschaft Bestätigung.
    Auch Psychologen arbeiten mit der Ansicht, dass der Mensch durch sein Gehirn determiniert sei, sie sind sich aber völlig im Unklaren weshalb wir dennoch glauben, Herr unserer Handlungen zu sein.
    Während die Hirnforschung nun davon ausgeht, dass das Gehirn wie eine Sendestation Bewusstsein produziert, nehmen (und jetzt wird es für mich interessant) Buddhisten an, das der Geist der Sender und das Gehirn das „Radio“ ist. Und jeder Mensch schaltet sich, je nach Bewusstseinszustand ein und nimmt die Welt entsprechend wahr. Buddha war erleuchtet – er hatte sozusagen den idealen Empfang und erkannte die umfassende Präsenz des Geistes, in der alles miteinander verbunden ist. Empfinden wir in einer Meditation eine ähnliche Einheit, können wir dies mit Worten nicht erklären, da wir in einer Welt der Dualität leben. Der nicht erleuchtete Mensch erlebt die Existenz in Gegensätzen (Tag und Nacht, hoch und tief, Mann und Frau) und sich selbst getrennt von allem anderen.
    Eine Psychotherapeutin meint: „Das Ich ist die eingeengte Facette des Geistes, die auf Unwissenheit beruht, was auch ein Gefühl des Getrenntseins erzeugt. Mit einer verkürzten Sicht auf die Dinge und diesem Gefühl beginnt das ICH sich zu definieren. Es will sich unterscheiden, um sich identifizieren zu können – um dann sicher zu sein, dass es jung, erfolgreich, beliebt, klug ist. DOCH darin liegt das Problem! Nichts ist so sicher wie die Veränderung und was heute ist, ist morgen anders. Und das Ego hasst das, da es sich Tag für Tag neu definieren muss. Und plötzlich bin ich eine Versagerin, unausstehlich, nervtötend, alles andere als zufrieden. Die Tatsache sterben zu müssen macht dem Ich furchtbare Angst. Deshalb ist es ständig in Unruhe – unaufhörlich suchend nach Bestätigung von außen, dass alles in Ordnung ist.
    Da das Ich sich nur über das Außen, dem Gegenüber, dem Du wahrnehmen kann, braucht es immer einen Spiegel, der ihm sagt das es toll ist. Bleibt die Anerkennung aus wird danach gesucht, denn bis sie nicht gefunden ist, fühlt es sich unwohl. Doch nichts ist wirklich von Dauer! Und keine Kontrolle zu haben, hält das Ego nicht aus. Es ist bedroht.
    Doch alles spielt sich in Form von Gedanken ab!
    Es ist jedem sein Bewusstsein, was jedem seine individuelle Welt erschafft. Eine objektive Realität gibt es nicht. Habe ich Schmerzen, ist es mein Bewusstsein, das diese Schmerzen einordnet, meine Erfahrungen, meine Gedanken, mein Gehirn das mich verunsichert und es liegt an meinem Gehirn ob ich diese Verunsicherung vermag zu ändern oder nicht. Und wenn ich etwas nicht vermag zu begreifen, so wie Du es begreifst, ist es doch zwecklos sich darüber zu ärgern.
    Unsere Erlebnisse werden mit bisher gemachten Erfahrungen blitzschnell abgeglichen. Doch dabei wird bewertet und eingeordnet. Das Ich klammert oder lehnt ab. Zufriedenheit kann so nicht aufkommen. Buddha sagt: „ die Dinge einfach nur betrachten, nicht bewerten, sich nicht damit identifizieren - um das Ich zu befreien und so die Ruhe des Geistes zu erfahren“
    Mit der Meditation, dem zurückziehen der ständig gereizten Sinne aus der äußeren Welt, wird sich das Ich seiner Gedanken bewusst, seiner Gefühle und versucht sie nicht festzuhalten, sie sind ja sowieso vergänglich. Es lernt zu tun, wovor es sich am meisten fürchtet: loszulassen.
    Mit viel Übung könnte man es also schaffen, diese Gelassenheit in den Alltag zu bringen, wünschenswert, wenn „ich“ sich mal wieder ärgert und frustriert ist.

    Doch nun die spannende Frage: Was passiert nun im Gehirn, wenn das Ich meditiert? Erfahrene berichten über große Klarheit, Wachheit, kreativen Einfällen, keine Langeweile.
    Nun mal wieder wissenschaftlich: Misst man die Hirnströme in der Meditation, ist die Gammaaktivität stark erhöht über dem ganzen Gehirn, wo diese normalerweise nur von kurzer Dauer und in bestimmten Bereichen auftreten. Z.B. wenn der Mensch sich stark konzentriert. Was man bis jetzt über Gamma-Aktivität weiß, könnte sie vielleicht sogar für die Entstehung eines Bewusstseins ein Indiz sein, das eine andere Qualität, tiefer reichend, annimmt. Wobei bei Menschen die sich nicht viel aus äußerlichen Dingen machen, wie bei Mönchen, die Gamma-Aktivität auch ohne Meditationszustand wesentlich höher war als bei nicht meditierenden.
    Die Schlussfolgerung: meditieren verändert das Gehirn und damit das Bewusstsein und damit das Ich ( und das wissenschaftlich bewiesen).
    Eine Chance auf eine Art freien Willen: im Geiste freier werden, Dinge zu tun oder zu lassen. (entnommen der Zeitschrift:emotion)

    Hat wer Gedanken dazu?
    Liebe Grüsse Selima



    Re: Der freie Wille

    Virgil Kane - 11.10.2006, 12:09


    hallo selima,

    ist das nicht ein wunderbares Thema? so faszinierend und gleichzeitig so frustrierend, weil man deutlich spürt, dass es den kleinen Horizont übersteigt, den wir mit diesem ICH überblicken können. was ist ein ICH, wo ist es zu finden, woher ist es gekommen und.... wo geht es hin? - und überhaupt: wer tippt jetzt gerade mit diesen fingern diese Buchstaben in die Kste?

    Die Magie des Lebens zeigt sich manchmal in einen einzigen Augenblick. Wir leben unsere Tage und warten auf diese Momente, die uns Kraft geben. Die Möglichkeiten in dieser Art von Leben sind begrenzt. Begrenzt auf Lebensjahre, die geographischen Räume dieses Planeten und die mechanischen Möglichkeiten dieser Körper. Warten auf der einen Seite, die Augen offen halten für Veränderung und Chance und das ziellose, seitwärts driftende Suchen nach eben diesen Veränderungen. Wie hochsensible Seismographen, die in den leeren Museumsräumen der Welt darauf warten, dass sie ihre Nadeln in weiten Schwingungen über das endlose Millimeterpapier ziehen dürfen, wartete irgendetwas in uns darauf, dem Leben unserer Ichs, die in uns stecken, eine Richtung zu geben, ein Ziel zu setzen. Dieses Ich treibt diesen Körper mäanderartig schlingernd von Pol zu Pol, hetzte ihn von Ort zu Ort, von Mensch zu Mensch, immer in der Hoffnung, endlich Ruhe zu finden in einem Bild, einem Plan, einem Traum, dem nachzujagen sich als lohnend erweisen könnte. Rastlosigkeit.

    Es ist der Versuch, das kleine Leben dieses Körpers mit mehr zu füllen als diesen materiellen und emotionalen Häppchen, die am Wegesrand bereitliegen und sich einbilden, sie wären wichtig. Warum tut dieses ICH das? Würde es genauso handeln, wenn es im Körper eines Massai herangewachsen wäre oder sich in dem eines dunkelhäutigen Sklaven wiederfände, der sich gerade auf einem überfüllten Schoner angekettet auf dem Weg nach Amerika befand? Seelenverkäufer nannte man die Schiffe, die kaum hochseetüchtig mit zwielichtigen Besatzungen in See stachen. Seelenverkäufer. Verkauft an wen? Und wie sah die Ware aus? Diese ICHs, die mit existenziellen Schwierigkeiten der Körper, in denen sie eingesperrt waren, zu kämpfen hatten, schienen doch unausweichlich mit ihnen verbunden gewesen zu sein. Offenbar kann die Seele den Körper erst hinter sich lassen, wenn er aufhört zu funktionieren. Warum hast du mich verlassen? - Selbst das große ICH von Christus blieb in dem gemarterten Gefängnis bis zuletzt. Und sogar darüber hinaus. Verhaltensforschung, Neurologie, Religion. So viele Versuche, das Geheimnis zu ergründen, die Schnittstelle zu finden, an der die materielle Welt und die Seelenwelt zusammenkommen. Denn irgendwo, soviel ist sicher, muss es diesen einen Punkt geben. Irgendwo muss die Übergabe stattfinden und alles was diese Milliarden ICHs auf diesem Planeten denken, fühlen und planen muss als konkrete Muskelreize seinen Ausdruck in der materiellen Welt finden. Als Handlung, Wort oder Reflex.

    Was ich gerade tue, wurde vor ein paar Millisekunden in meinem Gehirn geplant und als elektrische Impulse durch meine Nervenbahnen zu meinen Muskeln geschickt. Tausende chemischer Reaktionen erlauben es mir, meinen Arm zu heben. Wer bin ICH? Wer ist es, der von "seinem" Arm spricht, von seinem Gehirn? Wie ist er entstanden und woher kommt er? Wo möchte er hin und was erwartet ihn dort?

    Das Leben dieses Körpers scheint ausgereizt. Dieselben Rituale und Reaktionen. Trauer, Wut, Erleichterung, Freude, Hass und Liebe. Alle Gefühle scheinen durchlebt, es gibt keine neuen. Es gibt die Gelüste, die dieser Körper an manchen Dingen entwickelt hatte und deren Befriedigungen diesem ICH gut tut, was dieses ICH dazu verleitete, diesen Befriedigungen nachzustellen, ihnen Wert und Wichtigkeit zu geben und diesen Körper in Form zu halten, damit die Befriedigungen erreichbar blieben..... aber sonst? - was gibt es noch?

    Wie gesagt - ein riesiges Thema.
    Danke für deine Gedanken!

    Gerhard



    Re: Der freie Wille

    ghx - 29.11.2006, 09:41


    Hallo Naike,

    Zu dem von Dir beschriebenen "Paradox"

    Ich weiß, daß klingt irgendwie paradox, sich einerseits des fehlenden freien Willens des "kleinen Ich" bewußt zu sein und andererseits ins Geschehen eingreifen zu wollen ... wenn Ihr versteht, was ich meine.

    hab ich mal ungefähr Folgendes irgendwo gelesen oder gehört:

    ... aus der 3. Personperspektive ("objektiv") gäbe es keinen freien Willen, würde aber subjektiv (1. Personperspektive) so empfunden ...

    Aus meiner Sicht bringt dieser "Spruch" Klarheit, wo zuvor scheinbarer Widerspruch war (Klarheit: zumindest bei mir und wer weiß wie lang das anhält).

    Halt auch Teil des Spiels, ebenso, wie das ich hier schreibe.

    Gruß
    ghx



    Re: Der freie Wille

    Mithrandir - 13.02.2007, 11:41


    Selima hat folgendes geschrieben:
    Ist Materie die Ursache, für die Entstehung des Geistes (so eine Grundannahme in der Naturwissenschaft) oder ist der Geist der Ursprung von allem?


    Die Quantenphysik sagt, dass ein Teilchen auch Wellen sind...

    Hier im Bleep-Forum habe ich schon etliche Beiträge zu verschiedenen Themen gelesen. Immer wieder taucht die Frage auf: "Kann ich die Realität ändern?" oder auch "Ich bin nur eine Marionette."

    Ich denke, dass ich keine Marionette bin. Zugegeben, manchmal hat man das Gefühl, dass man fremdgesteuert ist, aber genau dann sollte man sich überlegen woher dieses Gefühl kommt. Schnell wird einem dann klar, dass man tatsächlich aus seiner unmittelbaren Umgebung manipuliert wird...

    Für mich ist es wichtig das Leben, das ich führe, positiv für mich zu leben. Ich versuche auch in Gesprächen meine Gesprächspartnern zu verstehen, also herauszufinden was mein Gesprächspartner tatsächlich von mir möchte. Was möchte er vermitteln? Ich traue mich auch zu sagen, dass mich jetzt etwas verletzt hat, dass mich etwas ärgert oder auch freut. Damit erfahre ich ganz andere Gespräche als früher.

    Es gibt auch drei Frageworte, die ich versuche tunlichst zu vermeiden:

    Warum, Weshalb und Wieso

    Diese drei Fragen sitzen nämlich tief in uns drinnen, und lösen einen Reiz aus. Sie wurden immer dann zu uns gefragt, wenn eine Rechtfertigung von uns verlangt wurde.
    Warum hast du das Zimmer nicht aufgeräumt?
    Weshalb hast du schon wieder zwei verschiedene Socken an?
    Wieso schläfst du noch nicht?

    Vor allem Warum-Fragen nerven uns ganz besonders.

    Warum ist der Himmel blau, Papa? Warum ist das Wasser nass, Mama?

    Ein Gedanke kann die Welt verändern. Wir kennen das auch unserem täglichen Leben, zuerst war der Gedanke, die Idee. Kleines Beispiel:
    Die Idee, dass der Mensch fliegen kann liegt in der griechischen Mythologie (Ikarus), gezeichnet wurde der erste Flugapparat von Leonardo da Vinci, und erst vor kurzem - im Vergleich zur Ewigkeit - wurde es Realität.

    Hätte da Vinci schon fliegen können? Wenn er es sich bis in letzter Konsequenz getraut hätte den Gedanken zu Ende zu denken, ja.



    Re: Der freie Wille

    ghx - 14.02.2007, 09:14


    Hallo Mithrandir!


    ... und was ist das, das sich da ich nennt?
    ... das glaubt zu wissen keine (oder eine) Marionette zu sein?

    Was heißt es "Einen Gedanken haben" ?
    Werden die im Hirn produziert, oder "nur" wahrgenommen?
    Was ist Gewahrsein?
    Wie kommts, das der Gedanke vorzuherschen scheint, das der Gedanke stets am Anfang von etwas sei?
    Wie ließe sich etwas, das vor Gedanke wäre, anders erfassen, benennen, ausdrücken als durch Gedanken?
    Welche Idee braucht die Idee eines freien (oder überhaupt irgendwie gearteten) Willens?


    Zum Spiel gehörts einfach dazu, zu wissen kein Spiel zu Spielen. Das Püppchen hat halt die feste Grundannahme kein Püppchen zu sein.

    Wie bereits geschrieben, subjektiv wird der Eindruck in den meisten Menschen herrschen, einfluß aufs Leben nehmen zu können, objektiv betrachtet kommt dieses Subjekt aber wohl -bei ernsthafter(*) Betrachtung - kaum drumhin zu sehen, das stets nur Muster auf Muster reagieren die auf Muster reagieren die auf Muster reagieren ...

    So ist es einfach, und ob man dies nun mag oder nicht liegt einfach an der momentanen Rolle die gespielt wird und hat nix mit freier Entscheidung zu tun.

    Der "Wille" ist frei, an Nix und Niemanden gebunden, keinem Etwas unterworfen.
    Mal ist Wille da, mal nicht ...
    Mal will der Wille dies, dann wieder nicht ... ungebunden an gar nix ... der Wille ist so frei, das er nichtmal selbst wollen kann was (und ob überhaupt) er will ... lediglich eine Idee ... ein Einfall!

    Genau so wie es ist, ists absolut perfekt, auch das "mir" das grad nicht paßt und hier gerade scheinbar ungute Gefühle wahrgenommen werden!

    (*die Sprache ist einfach schon so angelegt, das suggeriert wird, da gäbe es etwas, das etwas entscheiden könne, z.B. etwas "ernsthaft" zu betrachten oder anderswie ...)

    Lieber Gruß ghx*

    *wer oder was immer es sei, stets wechselhaft ...



    Re: Der freie Wille

    Selima - 14.02.2007, 21:13


    Hallo ghx!
    Wunderbar von Dir ausgedrückt, was ich genau so auch bedenke, bemerke.
    Leben ist eine Kettenreaktion. Die Entscheidungen, die wir treffen, sind das Resultat der Ereignisse und Gedanken vorher. Ich entscheide mich immer für das was ich in meiner jetzigen Wahrnehmung für das Beste halte. "freier Wille" für Was?
    Ich kann Einfluss nehmen auf meine Wahrnehmung indem ich mir sage: konzentriere Dich auf den positven Aspekt, aber welche Gedanken mir durch den Kopf gehen begründen sich in den Informationen denen ich ausgesetzt wurde und derer ich zugänglich war.

    Mich interessiert weshalb Du meinst, das das gut so ist, das es perfekt ist?

    Liebe Grüsse
    Selima



    Re: Der freie Wille

    ghx - 15.02.2007, 11:27

    Alles perfekt!
    Hallo Selima,

    Deine Frage ist absolut perfekt, find ich, Mithrandir jedoch sieht das evtl. ein wenig anders (vielleicht wegen dem Weshalb) und auch das ist absolut perfekt, find ich ...

    "Woher" kommt Deine Frage, welchen Ursprung hat sie?

    Etwas nicht "in Ordnung", gut, oder perfekt zu erleben ist absolut perfekt! Unsere Welt, so wie wir sie erleben, könnten wie gar nicht als "Ich" wahrnehmen, wenn sich nicht permanent etwas an etwas stören würden.
    "Ich" existiert nur in Reibung bzw. Widerstand: Etwas scheinbar Abgesondertes stört sich (eine Idee) an etwas scheinbar Anderem (noch ne Idee), zack - so könnte man sagen - entseht Ich (Ideensammlung).
    Dauernd erschafft sich Ich wieder, selbst in sogenannter Harmonie mit "Allem", denn da stört dann der plötzliche Einfall, das dieser Zustand nicht andauern könnte. Eine Idee (oder Ideensammlung) "empfindet" sich in Bezug zu scheinbar Anderem und schafft weiter Gesichtpunkte, Standpunkte, Blickwinkel, Meinungen und wenn die dann auf eine andere Marionette treffen, dann können die sich austauschen, vielleicht sogar richtig dynamisch miteinander streiten und das ist abolut perfekt, denn gäbs da nur gleiche Ansichten wäre da nur Schweigen (was ja, wenns denn so wäre, auch total perfekt wäre - aber da ist ja nur pure Spektlation, der sich Marionetten aber gerne hingeben ... "was wäre wenn" ... und dann setzten sie sich in Bezug zu dieser Idee und schon kann sich im Hier und Jetzt ein Gefühl des Mangels - der Störung - einstellen ... herrlich ... absolut perfekt).

    Dieses Ding, das unter ghx schreibt, heißt mit Vornamen Günter.
    Also dieser Günter, der vergißt natürlich andauern die obenaufgeführten Ideen zum Ich. Es sind ja lediglich derzeitige Annahmen, eine Ideenstruktur die sich mit der Zeit - quasi von selbst- zusammengeklaut hat.
    Das mag perfekt sein, der Günter aber, der glaubt irgendwie, das er sich wohler fühle, wenn er das voll leben könnte, dabei verschwände ja aber das was er für sich hält, wenn dieser scheinbare Mangel behoben würde ... perfekt, aber so richtig kann ers natürlich nicht kapieren ... fühlt sich auch nicht so toll an ... irgendwie ... ... aber voll perfekt, weil nur so scheint ja das, was ist, zu funktionieren.

    In diesem Hin und Her erscheint sich der Günter. Und natürlich auch in anderen. Z.B.: zuviel Bauch, meint er, will er nicht haben, meint er, soll weniger essen, dat tät helfen, meint er ... ja, macht er aber nicht, da kann er wieder ein schlechtes Gewissen haben, sich so richtig spüren und sich endlich vornehmen, jetzt aber mal richtig, ab sofort - oder besser morgen - abzunehmen, ja und wenn er dann erst dünner wäre: Sport wäre auch gut, die Wohnung muß aufgeräumt werden, unbedingt, aber jetzt fährt er erstmal in Urlaub, aber dann ... eine Idee jagt die andere, Günter braucht nicht unbedingt andere Ichs um sich seine Existenz vorzugaukeln. Geil.

    Einfach perfekt!

    Jetzt muß er Einkaufen, noch für den Urlaub, morgen gehts los.
    Wenns schief geht, auch absolut perfekt, so oder so, hauptsache er bemerkt sich ... ach, wenns sich doch nur besser anfühlen würde ... voll abhängig ... alles bedingt sich ... eben auch der scheinbar freie Wille (wer den wohl braucht?)

    Lieber Gruß
    Günter



    Re: Der freie Wille

    Mithrandir - 15.02.2007, 14:21


    Hi @ all,

    mir dünkt, ghx, dass du darüber grübelst, was denn ICH ist. Vielleicht findest du deine Definition. Ich habe für mich eine gefunden:

    ICH ist die Summe meiner Erfahrungen und der Gefühle die ich dabei hatte und noch haben werde.

    "freier Wille"

    Ich denke, dass jedes Individuum einen freien Willen innerhalb seiner Parameter hat. Eine Eintagsfliege wird wahrscheinlich nie über ein verlängertes Wochenende nach Paris fliegen, weil das nicht innerhalb ihrer Parameter liegt.

    Ein Mensch wird – nach heutigem Stand des Wissens – nie schneller als das Licht reisen, weil es außerhalb seiner Parameter liegt.

    Innerhalb der Parameter allerdings existiert der freie Wille.

    ghx hat folgendes geschrieben: Wie bereits geschrieben, subjektiv wird der Eindruck in den meisten Menschen herrschen, einfluß aufs Leben nehmen zu können, objektiv betrachtet kommt dieses Subjekt aber wohl -bei ernsthafter(*) Betrachtung - kaum drumhin zu sehen, das stets nur Muster auf Muster reagieren die auf Muster reagieren die auf Muster reagieren ...

    In diesem Zusammenhang sehe "Muster" als "Verhaltensmuster". Subjektiv betrachtet hast du recht, aber nicht wirklich…
    Es liegt bei dir, ob du ein Muster (Paradigma) so belässt wie es ist, oder ob du ein Muster (Paradigma) veränderst.

    Dass stets ein Paradigma auf ein anderes reagiert liegt wohl in der Natur der Sache, ist aber nicht einmal im Ansatz ein Hinweis darauf, dass "freier Wille" nicht existiert.

    ghx hat folgendes geschrieben: Jetzt muß er Einkaufen, noch für den Urlaub, morgen gehts los.

    Es ist dein Paradigma "muss einkaufen", "will einkaufen" ist ein anderes.

    Als ich den Führerschein für den PKW gemacht habe, hat mich der Fahrlehrer in meiner ersten Theoriestunde im Lehrsaal gefragt: "Was ist das wichtigste damit man Auto fahren darf." Ich habe geantwortet: "Ein Auto!"

    Wenn ich mit meinem Motorrad fahren möchte, dann brauche ich Sprit im Tank und Luft in den Reifen. Ich muss nichts davon kontrollieren, das kann aber zur Konsequenz haben, dass ich mit leerem Tank und luftlosen Reifen einmal da stehe. Dass ich nun regelmäßig den Reifenluftdruck kontrolliere, und Nachtanke, ist eine Voraussetzung meinen Willen "Motorrad fahren" auch umsetzen kann.

    Mein Paradigma lässt es halt nicht zu, dass ein Motorrad fährt, ohne Sprit im Tank. Leonardo da Vincis Paradigma war auch, dass seine Zeichnung des Flugapparats nicht fliegen kann. Heute wissen wir es besser.

    ghx hat folgendes geschrieben: ach, wenns sich doch nur besser anfühlen würde ...

    Genau das ist der Punkt!
    Im Anhang des Films "What the bleep do we know" wurde die Produzentin gefragt, warum sie so erfolgreich ist. Ihre Antwort: "Ich mach mir meine eigene Realität."

    Lass es doch besser anfühlen! Die Aussagen im Film sind ja uralt, sie wurden neu verpackt. Wenn sich etwas für dich besser anfühlt, dann transportierst du das auch nach außen. Das wird von anderen wahrgenommen! Ich habe vor zwanzig Jahren einen Entschluss gefasst: "Ich will keinen Schnupfen mehr haben." Ich hatte seit dieser Zeit keinen mehr. Vor zwanzig Jahren habe ich auch noch einiges an meinem Denken geändert. Ich begann damit, für mich die positiven Seiten aus dem Erlebten zu suchen.

    "Das Glas ist halb voll, und nicht halb leer!"

    Ich denke, dass dieses Umdenken meinen Entschluss "keinen Schnupfen haben zu wollen" erst verwirklicht hat.

    Meine Begründung:
    Realität "bildet" sich im Gehirn. Dort läuft alles zusammen und, wie bei einem Computer, existiert nur eine bestimmte Menge "Rechenleistung". Wenn ich darüber hadere, dass das Glas halb leer ist, und damit beginne zu überlegen, dass das schlecht für mich ist und mich diesem schlechten Gefühle hingebe, und grüble, verbrauche ich Rechenleistung. Mein Immunsystem arbeitet dann mit den Restmengen und schon bekomme ich schnupfen.

    Jetzt "belastet" mich das halb volle Glas nicht, mein Immunsystem hat mehr Rechenkapazität, erkennt das Schnupfenvirus und zerstört es!

    Mittlerweile habe ich dieses Denken schon so sehr verinnerlicht, dass andere in manchen Situation sich wundern, wie ruhig, gelassen, ja sogar "desinteressiert" ich sei. Mir reicht es schon wieder zu wissen, dass das lediglich ein "subjektives" empfinden der anderen ist.

    LG,
    Mithrandir



    Re: Der freie Wille

    ghx - 15.02.2007, 18:03


    Alles perfekt Mithandir.


    Du hast es ja voll raus, super und glückwunsch.

    Hab jetzt keine Zeit näher drauf einzugehen weil noch so viel zu tun, nur so viel.

    Hier grübelts von selbst, "ich" mach da nix, aber das ist doch voll ok so, gute oder schlecht Gefühle, einerlei, vergeht doch eh.

    Günter hatte doch geschrieben, das der Wille frei ist, denn der hat (wie der Rest auch) eben keinen Besitzter.

    Mit dem:
    ICH ist die Summe meiner Erfahrungen und der Gefühle die ich dabei hatte und noch haben werde.

    von Dir, kommts hier nicht ganz klar. Sind da zuerst Erfahrungen oder zuerst ICH? Der Satz ist so paradox, irgendwie ... wird hier nicht verstanden, macht aber nix.

    Wie immer, alles perfekt ...
    Lieber Gruß
    Günter



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