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Re: FASZINATION STANLEY-CUP Teil 18
Steve3 - 13.09.2006, 13:11FASZINATION STANLEY-CUP Teil 18
FASZINATION STANLEY-CUP Teil 18
München/Duisburg, 12.September 2006
Die Ehre Kanadas
In den 30er Jahren musste Kanadas Eishockey einen Einbruch erleben. Von den großen Hochburgen des Landes blieben am Ende noch zwei am Puck. Montreal mit seinen Canadiens und die Toronto Maple Leafs. Quebec war schon lange weg, die Ottawa Senators gaben 1934 auf und 1938 verließen aus Geldnot die Montreal Maroons die NHL.
Jetzt kämpften die Canadiens und die Maple Leafs um die Ehre des Eishockey-Mutterlandes gegen die fast übermächtigen US-Teams. Die besten Spieler wurden weggeholt.
Als 1930 die Ottawa Senators in Geldnot waren, boten sie ihren Starverteidiger King Clancy an. Toronto-Generalmanager Conn Smythe wollte ihn, hatte aber auch kein Geld. Also ging er zur Pferderennbahn und wettete auf einen Außenseiter 100:1. Er hatte Glück, der Gaul gewann und Smythe hatte 35 000.- Dollar gewonnen.
Damit kaufte er King Clancy in Boston. E war der große Blueliner-König neben Bostons Eddie Shore. Am 12. Dezember 1933 trafen die beiden Abwehrkönige im Boston Garden zum direkten Duell aufeinander. Alle warteten auf ersten Körperkontakt der beiden.Und der kam in Form eines korrekten Checks von King Clancy.
Eddie Shore bekam einen Wutanfall und checkte den nächsten Toronto-Spieler dermaßen brutal, dass dieser im hohen Bogen durch die Luft Flog und mit dem Kopf auf das Eis prallte. Es war Ace Bailey. Torontos Rauhbein Red Horner sah das und verlor total die Nerven. Er haute Eddie Shore den Stock über den Kopf dass das Blut spritzte. Eddie und Ace Bailey wurden vom Eis getragen. Eddie erholte sich schnell, aber Ace Bailey kämpfte in der Klinik um sein Leben. Nach zwei Gehirnoperationen gaben die Ärzte auf. Sie ließen verlauten, dass der Patient innerhalb von einigen Stunden stirbt!
Das kleine Wunder
Und dann geschah ein kleines Wunder. Eine Krankenschwester, ein großer Eishockeyfan, glaubte nicht an das Urteil der Ärzte, wonach Ace Bailey nur noch einige Stunden leben sollte. Sie wachte an seinem Bett. Plötzlich brüllte sie ihn an: „Du musst aufwachen, dein Team braucht dich, sie spielen in Unterzahl!“
Langsam schlug Ace die Augen auf und erwachte aus seinem Koma. Die sofort herbeigeeilten Ärzte meinten, dass er nun vielleicht überleben wird. Und Ace Bailey überlebte. Die Karriere auf dem Eis musste er allerdings beenden.
Man organisierte ein Benefizspiel für ihn. Das All Star-Match im Maple Leaf Garden konnte Ace schon miterleben. Man führte ihn auf das Eis und er bedankte sich bei allen Spielern. Eddie Shore spielte auch mit. Als Ace zu ihm ging, war atemlose Stille im Garden. Man hätte die berühmte Stecknadel fallen hören. Täter und Opfer standen sich gegenüber. Ace umarmte dann Eddie Shore. Er hatte ihm in aller Öffentlichkeit vergeben. Das Match brachte rund 20 000 Dollar für die Bailey-Rente.
Toronto das Team des Jahrzehnts
Die Toronto Maple Leafs waren zweifellos das Team des Jahrzehnts. Coach Dick Irvin und Manager Conn Smythe waren die Macher des großen Kampfes gegen die US-Übermacht. Mit Lorne Chabot, George Hainsworth und später dem überragenden Turk Broda hatten sie großartige Goalies. King Clancy und Hap Day waren die Abwehrchefs. Und vorne waren Charlie Conacher, Joe Primeau und „Busher Jackson die Torgaranten 1938 kamen noch Gord Drillon und Syl Apps dazu. Siebenmal im Finale um den Stanleycup, das unterstreicht die Klasse, die dieses Team hatte – auch wenn es nur einen Cupsieg (1932) gab. In den 40er Jahren beherrschten sie die NHL und die Kämpfe um den Stanleycup noch eindrucksvoller. Der Maple Leaf-Garden wurde zum Mekka der Fans.
Clarence „Hap“ Day
Clarence Day (Foto) wurde am 6. Januar 1901 in Owen Sound (Ontario) geboren. „Happy“ oder kurz „Hap“, wie ihn seine Freunde nennen, begann das Spiel mit dem Puck bei den Hamilton Tigers in der Ontario Liga (OHL).
1924 wurde der Verteidiger Profi bei den TorontoMaple Leafs. Dort erkämpfte er sich einen Stammplatz und wurde später sogar Kapitän des NHL-Teams.
1932 gewann er mit Toronto den Stanleycup. 1933, 1935 und 1936 erreichte er mit den Maple Leafs jeweils das Cup-Finale.Er wurde im All Star-Match 1934 und 1937 eingesetzt. 1937wechselte er zum Ausklang zu den New York Americans, für die er noch ein Jahr aktiv war und dann seine erfolgreiche
Karriere beendete.
Hap Day absolvierte 634 NHL-Spiele in denen er auf 90 Tore, 123 Assists und 213 Skorerpunkte kam. 657 Minuten verbrachte er auf der Strafbank.1940 begann seine Karriere als NHL-Coach bei Toronto.
Mit den Maple Leafs gewann er 1942, 1945, 1947, 1948 und 1949 fünfmal den Stanleycup 1957/58 fungierte er noch ein Jahr als General-Manager der Maple Leafs. Jetzt hatte er alle Positionen von Spieler über den Kapitän, Coach und Manager bei den Maple Leafs hinter sich. Am 12. Februar 1990 verstarb Hap Day im Alter von 89 Jahren in seiner Heimat Toronto.
Fazination Stanleycup ist eine Hockeyweb-Serie von Horst Eckert.
Die bereits veröffentlichten Teile finden Sie unter:
http://www.duisburgweb.de/Almanach_eishockey_international/index.htm
Quelle:Hockeyweb.de
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