Nachwirkungen???

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    Re: Nachwirkungen???

    Katharina Weber - 05.09.2006, 13:01

    Nachwirkungen???
    Punkt acht wie immer fuhr ich auf den Hof und schloss mein Fahrrad an. Meine Schulter schmerzt noch ein wenig, doch glücklicherweise war es nur eine Prellung und so konnte ich, wenn auch mit Schmerzen, trotzdem trainieren.

    Mein erster Weg führte mich heute zu meinen drei Hengsten. Sie erwarteten mich schon ungeduldig und so verlor ich keine Zeit. Red Bay wollte ich mir zuerst vornehmen. Die letzten Wochen Scheutraining hatten, so hoffe ich zumindest ihre Wirkung nicht verfehlt und so war mein Kleiner nun etwas gelassener bei der Arbeit. Dennoch würde ich die ungewöhnlichen "Zuschauer", also aufgespannte Regenschirme, Blumenkübel, Fahnen und Tranparente, noch eine Weile am Rand des Dressurplatzes stehen lassen, wenn ich mit meinem Nachwuchshengst dort trainierte,
    Nachdem ich Bay ausgiebig geputzt hatte, sattelte und trenste ich ihn und führte ihn dann auf den Platz. Heute war die Sonne hinter einigen bedrohlich wirkenden Wolken versteckt, die Regen ankündigten. Als ich aufsaß, war ich mir nicht sicher, ob ich tatsächlich trockenen Fußes wieder in den Stall zurückkommen würde. Ein Training auf dem Platz wollte ich aber auf alle Fälle wagen. Immerhin fand auch das nächste Turnier wieder im Freien statt. Ich begann also Bay zu lösen, indem ich ihn einige Runden auf beiden Händen Schritt ritt. Dann nahm ich langsam die Zügel auf und ließ meinen Braunen antraben. Wieder arbeitete ich Bay auf beiden Händen sorgfältig, ritt großbogige Hufschlagfiguren wie Zirkel und Schlangenlinien mit weniger als drei Bögen und verkürzte dabei das Zügelmaß allmählich bis mein Hengst schließlich willig und locker durchs Genick ging. Nun ritt ich Schritt-Trab-Übergänge auf dem Zirkel. Zuerst linke und dann rechte Hand. Aus den Schritt-Trab- wurden jetzt Trab-Galopp- und schließlich Schritt-Galopp-Übergänge.
    Nun beendete ich die Aufwärmphase und begann mit dem eigentlichen Training. Ich ritt meinen Hengst im Mitteltrab auf die C-X-A-Linie und parierte ihn bei X zum Stehen durch. Dann ließ ich ihn im Arbeitstrab wieder antreten. Das wiederholte ich einige Male, wobei ich immer wieder die Hand wechselte. Dann trainierte ich Vor- und Hinterhandwendungen. Diese gelangen einwandfrei, so ging ich schließlich über zum Schulterherein im Schritt. Auf der linken Hand hatte Bay damit so seine Schwierigkeiten. Zwar bog er sich schön, aber leider ging er nicht auf drei, sondern auf vier Hufschlägen. Ich versuchte noch einige Male das zu korregieren, aber es half nichts. Das würde mich noch einige Zeit beschäftigen, bis das genauso gut funktionierte, wie das Schulterherein auf der rechten Hand. Ich galoppierte meinen Braunen nun an. Ich ritt im Arbeitsgalopp einmal ganze Bahn und dann bei F eine Kehre auf der rechten Hand. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich Bay sehr gut konzentriert und auch die feinsten Hilfen angenommen, doch mit dem nun auffrischenden Wind sollte das anders werden. Das Tansparent und die Fahne fingen sich an zu bewegen. Damit fingen auch Bays Ohren an zu spielen. Ich merkte förmlich, wie er immer wieder zu unseren "Zuschauern" linste. Natürlich ging die Kehre dadurch in die Hose und ich versuchte es bei K noch einmal. Dieses Mal gelang die Übung. Das Scheutraining hatte sich also doch ausgezahlt, denn ich hatte die Aufmerksamkeit meines Pferdes erstaunlich schnell wiedererlangt. Ich wiederholte die Übung nun noch einmal bei F und auch dieses Mal gelang sie. Der Wind wurde stärker und nun flatterten nicht nur Transparent und Fahne hörbar, sondern auch der Regenschirm machte Geräusche. Das war dann doch zuviel für Bay. Er war ohnehin angespannt, da ihm das Ganze noch nicht geheuer war und nun kam auch noch der akustische Reiz dazu. Aus dem Arbeitsgalopp, den ich gerade geritten hatte, war nun ein stark Versammelter geworden, da ich meinen Hengst mehr als festhielt. Er galoppierte nun beinahe auf der Stelle. Unbeirrt von der Panikattacke meines Braunen spannte ich das Kreuz an, setzte mich tief in den Sattel und sagte nur einmal "ho". Ein bisschen kam ich mir wie beim Westernreiten vor, doch das war mir eigentlich egal, solange es funktionierte und das tat es. Die ganze Anspannung meines Hengstes fiel mit einem Mal in sich zusammen und er ließ sich in den Schritt durchparieren. Auch hier schien sich letztendlich unser gemeinsames Training ausgezahlt zu haben, denn genau das hatte ich versucht ihm beizubringen. So würde zwar jede Dressuraufgabe in die Hose gehen, aber er ging mir, wenn alles gutging, wenigstens nicht durch. Da die Wolken nun eine bedrohliche schwarze Farbe angenommen hatte, beendete ich das Training und ritt Red Bay am etwas kürzeren Zügel trocken.

    Nachdem dieser wieder in seiner Box stand, widmete ich mich meinem Pearl. Da mittlerweile ein Wolkenbruch nierderging, schmiss ich ihm nach dem Putzen eine Decke über Sattel und Hals und brachte ihn im Laufschritt in die Halle. Dort baute ich einige Hindernisse auf und begann dann meinen Hengst warmzureiten. Als er geschmeidig und elastisch war, ließ ich ihn springen. Heute waren es ausnahmslos Hindernisse mit M-Maßen. Ich wollte Pearl entlich wieder ein wenig weiter ausbilden und so begann ich nun mit intensieverem Springtraining. Die Höhe schaffte er problemlos, aber ich war mir noch nicht so sicher, ob er einen ganzen Parcours unter Wettkampfbedingungen würde durchhalten können. Ich arbeitete ihn also insgesamt nur eine dreiviertel Stunde, was aber, wie ich feststellte, auch vollkommen ausreichte. Zwar war Pearl es ansonsten gewöhnt sich länger zu konzentrieren und auch ausdauernd genug, um ein doppeltsolanges Training problemlos durchzuhalten, aber heute schien es ihm schwerzufallen sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren. Das Gewitter, das mittlerweile draußen tobte, machte ihn vollkommen kirre. Daher war es ihm auch nicht zu verdenken, dass er nicht mit seinem sonstigen Eifer bei der Sache war. So ritt ich ihn schließlich trocken und brachte ihn, versteckt unter der Decke, zurück in seinen Stall.

    Auch Daredevil und Flash Dance trainierte ich heute. Daredeviles Training bestand aus einigen Dressurlektionen und anschließendem Spiel mit dem Horseball. Es war erstaunlich, wie viel Spaß ihm das machte und wie mutig er auf das unbekannte Ding zuging, hatte er so etwas bei mir ja noch nie gemacht. Flash Dance ritt ich einfach nur so ein bisschen. Ihn wollte ich nur bewegen. So ritt ich hier ein paar Dressurlektionen und sprang anschließend noch ein wenig, aber das Training mit ihm war heute nicht Fisch und nicht Fleisch.

    Nach einem späten Mittagessen hatte sich das Unwetter endlich verzogen und ich widmete mich nun Nummer 5 im Bunde - Deway. Nachdem ich mit ihm vier Tage lang entweder auf dem Dressurplatz oder im Glände gewesen war, wollte ich heute zum ersten Mal nach unserem Sturz wieder springen. Ich fragte mich, ob dieses Ereignis wohl Nachwirkungen auf uns gehabt hatte, trotzdem wir ja diesen verflixten Oxer gleich danach noch einmal angegangen waren. Mancmal brach so etwas erst später auf und führte dann zu monatelangen Problemen. So etwas hatte ich einmal bei einem Pferd auf dem Hof, wo ich gelernt hatte erlebt. Es musste schließlich vollkommen aus dem Sport genommen werden, da es einfach jeden Sprung verweigert hatte nachdem es sich einmal bei einem Sturz überschlagen hatte. Dementsprechend mulmig war mir zumute, als ich meinen Schimmelwallach auf den Springplatz führte. Dieser hatte den Regen erstaunlich gut vertragen. Es standen nur wenige kleine Pfützen in den Ecken, die ohnehin etwas tiefer, als der übrige Platz lagen. Ich saß auf und ritt Deway warm. Er fühlte sich vollkommen locker und entspannt an. Das erleichterte mich erst einmal, aber was würde passieren, wenn ich den ersten Sprung anritt? Würde er verweigern? Diese und unendlich mehr Fragen stellte ich mir beim Warmreiten. Deway schien meine Zweifel zu spüren. Ich wusste, dass ich mein Pferd damit nur verunsicherte, aber ich konnte einfach nichts dagegen machen und dieses Mal war niemand da, der helfen oder Mut zusprechen konnte. Deway und ich waren auf uns alleine gestellt. Schließlich konnte ich den Augnblick nicht mehr länge hinauszögern. Mein Wallach war aufgewärmt und berit. So ritt ich auf den ersten Steilsprung zu. Es war ein einfacher S-Sprung. Ich ließ Deway gehen und sofort spürte ich, wie er wie eh und je zum Sprung hinzog. Ein Stein fiel mir vom Herzen und ein Zweiter, als er auf den Punkt genau abfußte und die Stange nicht einmal im Ansatz berüherte. Da war es wieder dieses übeschwengliche, unglaubliche Gefühl des Fliegens. Das Eis war gebrochen. Ich war mir nun sicher, dass Deway keine Angst vorm Springen und diesen Patzer von mir gut verkraftet hatte. Je mehr Hindernisse wir gemeinsam nahmen, um so sicerer wurde ich dessen. Auch der Oxer, der uns das letzte Mal zum Verhängnis geworden war, war heute kein Prblem für uns. Ich kann nicht sagen wie erleichtet ich war, als ich eine gute Stunde später den Springplatz wieder verließ.

    Jetzt nahm ich mir einige unserer Verkaufpferde vor. Allen voran natürlich Escapology, den ich ja nahezu jeden Tag ritt und der erstaunliche Fortschritte machte. Auch Silentium ritt ich heute noch und natürlich Sea Gigant. Des Weiteren wagte ich mich auf Loro Piana und Mad World.

    Als ich Letzteren schließlich in seinen Stall zurückbrachte, war es gegen halb neun und ich machte mich erschöpft auf den Heimweg.



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