Hannover Derby

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    Re: Hannover Derby

    Steve3 - 04.09.2006, 16:22

    Hannover Derby
    Hannover (SP) - Es begann mit einem traurigen Nachricht. Vor Beginn des Derbys wurde der kürzlich mit 62 Jahren an Krebs verstorbene langjährige Mannschaftsarzt der Wedemark Scorpions, Dr. Igor Silin, der auch über 20 Jahre die russische Nationalmannschaft betreute, von Scorpions-Vater Jochen Haselbacher und allen Anwesenden mit einer Schweigeminute geehrt. Aus diesem Anlass spielten die Scorpions auch mit Trauerflor.


    Beim anschließenden Spiel war es wie üblich beim inzwischen fast schon traditionellen Stadtderby zwischen dem Kult-Club vom Pferdeturm und den vor wenigen Jahren aus der Wedemark zugereisten Scorpions. Die Scorpions bestimmten das Geschehen auf dem Eis und machten vor allem im ersten und letzten Drittel die zwei Spielklassen Unterschied, die beide Clubs voneinander trennen, mit technischen Zauberstückchen und schnellem Eishockey deutlich. Im Gegensatz dazu blieben auf Fanseite die Anhänger der Indians in allen Bereichen unangefochtene Sieger in diesem ungleichen Duell. Die Indians-Fans waren zahlreicher, lautstarker, in bester Feierlaune und standen wie gewohnt wie eine Wand hinter ihrem Team und hatten obendrein auch noch die originelleren Spruchbänder parat.
    „Wahre Klasse misst man nicht in Ligen!“ beinhaltet schon viel Wahres und ist dazu noch stilvoll, im Vergleich zu manch platten Beleidigungen, die in der Vergangenheit zu lesen waren.
    Ein weiteres Spruchband „Blau Weiß Rot ist unser Leben – den ECH wird’s ewig geben!“ hatte zwar auch einen hohen Wahrheitsgehalt, barg aber auch eine gewisse Ironie, in Anbetracht der Tatsache, das der Traditionsclub in der Vergangenheit in schöner Regelmäßigkeit pleite ging und es sich bei den Indians um den x-ten Nachfolgeclub handelt.
    Aber keine Haarspalterei. Die Aussage bezog sich schließlich darauf, dass die Scorpions dem ECH in Hannover niemals den Rang ablaufen werden, die wahre Nummer Eins in der Gunst der traditionsverwurzelten hannoverschen Eishockeyfans zu sein.
    Auf dem Eis hatten zu Beginn des Spiels zunächst die Indians eine Chance, die Christian Künast aber vereitelte, bevor dann die Scorpions im ersten Drittel das Heft in die Hand nahmen und durch einen Powerplaytreffer von Eric Nickulas früh in Führung gingen (5.). Keine drei Minuten später sorgte Rob Hisey (7.) für das 2:0, ehe Röthke (15.) im Powerplay und Lanier (16.) mit einem Doppelschlag die spielerische Überlegenheit auch in zählbares umwandelten. Die Indians, die stets bemüht waren und auch den einen oder anderen gefährlichen Angriff fuhren, konnten sich kurz vor der ersten Drittelpause noch über das 4:1 durch Danny Reiss (20.) freuen. Im zweiten Drittel gelangen Röthke noch zwei Treffer (26., 28.), der letztere erneut im Powerplay, danach ruhten die Scorpions sich auf ihrer sicheren 6:1 Führung aus, schalteten ein paar Gänge zurück und stellten das Spielen weitestgehend ein. Dass sie die Indians damit geradezu einluden, zurück ins Spiel zu kommen, war abzusehen. So konnte sich zunächst Jan Welke über das 6:2 freuen (33.), während Jordan Webb im Powerplay das 6:3 besorgte (38.).
    Scorpions-Coach Hans Zach war über die lasche Einstellung seiner Schützlinge im zweiten Abschnitt alles andere als zufrieden, was er in der zweiten Drittelpause mit Sicherheit in der Kabine unmißverständlich zur Sprache gebracht haben dürfte, denn die Scorpions kamen mit mehr Biss als noch in Abschnitt Zwei aufs Eis zurück und schraubten das Ergebnis höher, während bei den Indians, denen auch noch das kräftezehrende Pokalspiel vom Freitag gegen Zweitligist und Scorpionspartner Bremerhaven in den Knochen steckte, die Kräfte nachliessen. Thomas Dolak machte das 7:3 im Powerplay (44.) und verwandelte in der 46. Minute auch noch einen fälligen Penalty zum 8:3. Rob Hisey legte noch das 9:3 drauf (50.) und Jonas Lanier setzte mit dem 10:3 den Schlußpunkt einer Partie, die nie ruppig oder unfair war und bei der man beide Mannschaften, wenn man die Teams ohne Vereinsbrille beobachtete, ihre jeweilige gute spielerische Klasse ansah. Die Scorpions werden in der DEL mit ihren antrittsschnellen, technisch bewanderten Spielern und Zachs System sicher einige Erfolge feiern, aber auch die Indians sind in der Tiefe gut besetzt wie lange nicht mehr. Gerade die neuen Kontingentspieler sind qualitativ eine klare Verbesserung im Vergleich zu letzter Saison und dürften den ECH-Fans während der Saison viel Freude bereiten. Aber auch die deutschen Recken wie Jan Welke, Josef Staltmayr oder Sebastian Lehmann sind in bestechender Form und es müßte schon mit den Teufel zugehen, wenn die Hannover Indians mit dem nunmehr dritten Anlauf den Aufstieg in Liga Zwei nicht schaffen würden. Denn dass sie an sich schon über eine zweitligataugliche Mannschaft verfügen, haben nicht zuletzt das Pokalspiel gegen Bremerhaven und das Vorbereitungsspiel gegen Crimmitschau gezeigt, bei denen kaum Klassenunterschiede erkennbar waren und auch im Spiel gegen die Scorpions haben sich die Hannover Indians trotz der 10 Gegentore achtbar aus der Affäre gezogen.
    Nach dem Spiel feierten die ECH-Fans ihr Team, welches noch einmal aufs Eis zurückkehrte, tanzte und die Raupe machte, noch lange ausgelassenund inbrünstig, während das Team der Scorpions peinlicherweise die „Bühne“ den Indians überließ und in eigener Heimspielstätte nicht einmal mehr für eine Ehrenrunde aufs Eis zurückkehrte, die Scorpions also ihren wenigen Fans, die nach Spielende noch im Fanblock verharrten, die kalte Schulter zeigten.
    Das war ein schwaches Bild und ein trauriger Schlußpunkt eines ansonsten gelungenen Eishockeynachmittags, bei dem beide Parteien bewiesen haben, dass man trotz aller Rivalität fair miteinander umgehen kann.
    Und da Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth unlängst in einem Interview zitiert wurde, dass es das Derby so lange geben würde, wie die Zuschauer es annehmen, darf man sich wohl im nächsten Jahr auf die Neuauflage freuen, diesmal hoffentlich im Sinne der Abwechslung wieder am altehrwürdigen Pferdeturm, an dem die Scorpions dann mit etwas Glück vielleicht auf einen frisch gebackenen Zweitligisten treffen werden.
    Die Zuschauerzahl von 5802 Eishockeyfans spricht jedenfalls eine deutliche Sprache zugunsten des Derbys.



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