Fotograf des Schreckens

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    Re: Fotograf des Schreckens

    Wolfina - 15.08.2006, 20:26

    Fotograf des Schreckens
    Da diese Seite nicht zu Fun passt poste ich sie hier.

    Die Bilder dieses Fotografen regen zum Nachdenken an. Als ich sie sah wurde mir peinlich bewusst über welche Nichtigkeiten ich mich aufrege, über welchen Quatsch ich mir Sorgen mache und über welche Banalitäten ich schlecht drauf komme. Die Menschen auf den Fotos haben da ganz andere Sorgen.

    Der Fotograf James Nachtwey

    Er nannte sich selbst bisweilen den "Photographer of Horror", den Fotograf des Schreckens.
    Der Titel seiner Seite "I have been a witness, and these pictures are my testimony.
    The events I have recorded should not be forgotten and must not be repeated."
    ("Ich war Zeuge und diese Bilder sind meine Aussage. Die Ereignisse, die ich aufgenommen
    habe, sollen nicht vergessen werden und dürfen sich nicht wiederholen") sind Programm.
    Jedes Bild erzählt eine Geschichte - selten eine lustige, sondern meist Bilder aus Elendsgebieten.
    Afghanistan, AIDS in Afrika, Bilder aus einem Kinderheim der Ceaucescu-Ära...
    Technisch hervorragend fotografiert, lassen die Bilder einen doch oft schaudern, kein Bild, das
    einen so ganz kalt lässt... seht selbst.

    Hier seine Website:
    http://www.jamesnachtwey.com/



    Re: Fotograf des Schreckens

    Anonymous - 16.08.2006, 10:32


    Oh den kenn ich. Konnte da teilweise gar nicht hinschauen.. :versteck:



    Re: Fotograf des Schreckens

    Zizou - 17.08.2006, 19:47


    Mich bedrückt bei den Bildern die tatsache, das unser Politiker lange Zeit solche bilder kannten, aber nicht denn Mumm dazu hatten, etwas dagegen zu tun.
    Ich kenne viele Bilder aus Afganistan von 2003. Wir waren als Soldat dort für 8 Monate. Ich habe von Januar bis August 2003 einige wenige Menschen da kennen gelernt. Habe ein wenig die entwicklung von Kabul gesehen. Ich kann nicht verstehen, warum die Welt so lange dabei zugeschaut hat. Ich sag nur Ruanda, Massensterber durch hunger, hier schmeißen wir lebensmittel weg, subventionieren Butter und Milch, damit ich der anbau noch lohnt. Dort müßten 10.000 Bewaffnete Soldaten mit einem stabilen Mandat, sprich der erblaunis die Waffe zu benutzen eingesetzt werden, damit die Flüchlinge geschützt werden können. Aber die Flüchtlinge dort haben keine Lobby, in Ruanda gibt es nichts, was dem "Westen" von nutzen sein kann.
    Sudan, das gleiche.
    Kongo, Kongo hat bodenschätze! Darum ist meine Meinung nun die Welt dort aufmerksam.
    Warum ist der Amerikaner in den Irak, nach Kuweit gegangen? Öl? Wer so was denkt! Na, Na!

    Aids! Warum kann man den Armen Ländern nicht erlauben die Medikamente preiswert nachzubauen? Würde das die Pharmakonzerne ärmer machen?

    Kosovo! Warum dürften die Niederländischen UN-Soldaten nicht Schießen? Warum ist die UNO so ein langsamer Debatierklub? Warum haben 5 Staaten die Macht, jede, absulut jede Einigung zu kippen? Mit welchem Recht?
    Warum hat die USA den Internationalen Gerichtshof in Den Haag nicht anerkannt?

    Oh man, ich könnt hier noch seitenlang weiterschreiben, aber ich will mich da nicht zusehr hineinsteigern. Die Welt ist nicht so schlecht oder so gut wie wir denken.

    Ich habe auf Bali eine Kellnerin kennengelert. Sie heißt Pitou, ist nun 27 Jahr und arbeitete in einem Restaurant zu probe, für 3 Monate. In den 3 Monaten erhielt sie KEIN Gehalt! Sie lebte nur von dem Trinkgeld was Sie bekamm. Aber. Legst du das Geld auf den Tisch, wird es durch alle im Lokal geteilt, gibtst du es ihr in die Hand, dann ist es ihr Geld. Ich ging fast jeden Abend dort essen. Am ende der ersten Woche erzählte ich ihr, das ich an diesem Tag eine Zeremonie von Hindus, Bali ist Hinuistisch geprägt, gesehen hätte. Sie erzählte mir dann, das für ihre Nichte zwei Tage später auch eine Zeremonie gemacht würde und lud mich dazu ein. Ich lehnte erst mal ab, mir war das zu Persönlich, ist ja schließlich was Familäres, aber mir wurde dann durch einen anderem Kelner schnell klar gemacht, das man, bzw ich so was nicht einfach ablehen dürfe. Nun gut, wir trafen uns und ich fürh mit, in ihr Dorf woher sie kam. Das Dorf bestand aus 7 Familien und das "Haus" worin ihre Familie wohnte, bestand nur aus 4 Wänden und ein Dach. Keine Fenster, keine Türen, so was gibt es dort auf dem Land nicht. Kein Strom und mittem im Garten, ein Rohr, aus dem Wasser kam. Das war alles. Puh, wie soll man da wohnen können?

    Pitou bat mich darum Fotos zu machen. Ich machte Fotos, entwickelte Sie in Nusa Dua, wo ich wohnte und gab sie ihr. Nach der Zeremonie, es war noch eine Woche, zeigte mir Pitou ihr Bali, so wie Sie es sah und zu Zeiten, die nicht Turistentauglich war. So mußte, dürfte ich mit ihr morgens um 3 mich in ein Taxi setzten und bin mit ihr zu einem Tempel gefahren der im Meer stand, dort ging dann um kurz vor 5 die Sonne auf und das Meer war Blutrot. Wahnsinn.

    Und so weiter und so fort. Sie hat mir einen Taxifahrer besorgt, dem habe ich umgerechnet 10 Mark, oder 5 Euro pro Tag bezahlt, für 24 Std fahren. Selbst die fahrt vom Flughafen zum Hotel war teuere. Ich habe durch Sie seiten von Bali kenenn gelernt, die in keinem Führer standen und ich habe durch Sie so peiswert dort gelebt wie ich es mir nicht vorstellen konnte.

    Aber ab diesem Tag, der Zeremonie, nahm sie von mir kein Trinkgeld mehr an.

    Auch am ende, ich wollte noch mal einkaufen gehn, macht man in Asien so, die Koffer voll packen vor dem Rückflug hat sie mir Preise besorgt, ich würde mal sagen ich habe locker 50 bis 70 % des Turistenpreises gespart. Aber ich dürfte mich nicht bei ihr in der Form bedanken, das ich ihr etwas kaufen dürfte oder das sie Geld von mir nahm.

    So eine Freundlichkeit, hatte ich noch nie in meiem Leben im Urlaub erlebt. Ein Menschen der so uneigennützig war, das war neu für mich. Und was auch noch wichtig war, zwischen uns lief nix, weder von ihr, noch von mir, es war rein freundschaftlich. Am ende habe ich ihr 100 $ dagelassen, als dank für das ganze was ich durch Sie gespart habe. Seit dem stehen wir im Biefkontackt und ein bis zwei mal im Jahr schicke ich ihr Geld.

    Sie bittet mich nicht darum ich mache es von meiner Seite aus.

    Dieser Urlaub hat mein Leben verändert. Ich frage mich seit dem, worüber ich mich manchmal überhaubt auf rege. Wir leben in einer relativen wohlstandsgeselschaft, haben einen Platz zum schlafen und genug zu Essen. Aber wir machen uns gedanken ob wir die richtigen Klamotten an haben, ob unser Handy noch aktuell ist und so weiter. Davon habe ich mich so langsam getrennt, ich sofort, aber nach und nach. Brauch ich wirklich so ein großes Auto? Muß der Fernseher umbedingt ein Flachbidschim sein?

    Ich bin gesund. Habe Freunde und Familie, Menschen die ich mag und Menschen die mich mögen. Das ist doch das wichtige, oder?



    Re: Fotograf des Schreckens

    Wolfina - 17.08.2006, 22:04


    Das ist ein sehr schönes und wertvolles Erlebnis Francois. Viel mehr wert als das Geld dass Du Dir durch die Frau gespart hast. Aber das weißt Du ja.

    Ja, wir machen uns über total unwichtige Dinge einen Kopf und sind wegen Nichtigkeiten genervt. Ich kann ja nur von mir reden, aber ich sehe dass es den anderen um mich herum auch nicht anders geht.

    Bei Urlauben in den sog. Entwicklungsländern lernte ich auch eine ganz andere Mentalität kennen. In der Türkei und in Sri Lanka war es am krassesten. Die Leute waren dort so freundlich dass es schon fast beschämend war. Und sie waren echt so. Es war keine Berechnung oder Falschheit mit dabei.

    Dann wieder zuhause verfällt man aber leider oft wieder ins alte Fahrwasser. :?



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