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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Polarlicht - rosaengel Forum: pain-t-love.de Forenbeschreibung: kreative Auseinandersetzung mit Körper und Geist von Künstlern aus dem deutschsprachigem Raum aus dem Unterforum: Ausstellungen Antworten: 4 Forum gestartet am: Donnerstag 02.02.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Beyeler Foundation Sonderausstellung zum Thema Eros Letzte Antwort: vor 16 Jahren, 5 Monaten, 16 Tagen, 18 Stunden, 35 Minuten
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Re: Beyeler Foundation Sonderausstellung zum Thema Eros
Polarlicht - 14.08.2006, 15:27Beyeler Foundation Sonderausstellung zum Thema Eros
Ansporn zum reisen!
"Von Picasso stammt der Ausspruch: „Kunst ist niemals keusch“. Auch für ihn war Kunst mit Eros gleichzusetzen. Er scheint als Ursprung der Welt den Liebesakt als solchen gesehen zu haben, den er in vielen seiner Werke ebenso zärtlich wie rüde dargestellt hat." Zitat aus Homepage der Sonderausstellung.
Bis Beginn Oktober werden erotische Bilder von Rodin und Picasso gezeicgt. In der nächsten Sonderausstellung ab Mitte Oktober Werke von Courbet, Gauguin, Klimt, Schiele und Dalísowie Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, etwa von Rebecca Horn und Pipilotti Rist gezeigt.
Das Museum Foundation Beyeler ist nach meiner unmassgeblichen Meinung das aktuell schönste moderne Museum erbaut in den letzten 20 Jahren. Architekt war Renzo Piano.
Mehr Infos unter
http://www.beyeler.com/fondation/d/html_11sonderaus/01_aktuelle/intro.htm
Wer da gucken gehen will kann sich bei mir melden. ich bin sicher mal da.
Viels Spass
Heiner
Re: Beyeler Foundation Sonderausstellung zum Thema Eros
rosaengel - 14.08.2006, 18:18
Hallo Heiner,
Ansporn zum Reisen brauche ich nie... eher Zeit und Geld. :-(
Für Picasso würde ich nirgends hinfahren, den mochte ich noch nie.
Für Dalí welcher ja nach dieser Ausstellung, soweit ich das richtig verstanden habe, dran ist, schon wesentlich lieber.:-)
Der Museumsbau ist mir irgendwie zu minimalistisch. Allerdings wüßte ich schon ganz gern, wieso Du gerade diesen Bau als besten Museumsbau ansiehst?
Ich habe gerade gestern oder vorgestern einen Bericht über Museumsbauten gesehen und da wurde, neben dem amerikanischen Guggenheim, das in Bilbao genannt.
Re: Beyeler Foundation Sonderausstellung zum Thema Eros
Polarlicht - 15.08.2006, 18:54
Hallo Alexandra,
Zuerst ein Info Link zum Baudenkmälerprogramm Deutschlands:
http://deu.archinform.net/quellen/85792.htm?ID=9fd459c0d5a816f17d0abbe3ec0a520d
Hier kann man trefflich herumklicken und viel Wissenswertes über fast alle schönen Bauten lesen. Oder suchen, was man wo angucken gehen sollte. (könnte)
Nun zu den Fragen wegen den Museen:
Sämtliche seit Mitte des 19. Jahrhunderts gebauten Museen basieren auf den Ideen des Berliner Architekten und fast Universalgelehrten Karl Friedrich Schinkel. Geboren 1781, gestorben 1841. Da er aus recht begüterter Familie stammte, konnte er sich sehr umfassend bilden. So bekam er zuerst eine gute musikalische Ausbildung. Ludwig van Beethoven lebte zu seinem Geburtsjahr allerdings in Wien und er erlebt Felix Mendelssohn-Bartholdy, den ersten Wiederentdecker von Johann Sebastian Bach zwischen 1830 und 1840 in Berlin.
Neben einer genauen Ausbildung zum Kunstmaler studierte er auch Architektur und durfte kreuz und quer durch Europa reisen. Während einer Englandreise kritisierte er vor allem den grossen Unterschied von reich zu arm auf der frühkapitalistischen Insel.
In Berlin gründete er danach die Schinkelschule für Architekten, eine Art Vorläuferform des Bauhauses. Für seine Studenten stellte er Arbeits- und Thesenblätter zusammen, die er dann modulartig zur Bearbeitung zur Verfügung stellte. Er war nach meinem Wissen der erste Architekt, der seine städtebaulichen Ideen nicht dem Gigantismus oder der Prächtigkeit unterordnete. Für ihn hatten Bäume, Hügel, bestehende Bauten das Szepter für die bauliche Weiterentwicklung einer Stadt. Und ständig im Bewusstsein, immer für Menschen zu bauen.
Schinkel hat mit seinem Museum in Berlin folgende Gedanken zu Grunde gelegt:
Er stellte fest, dass Musik und Malerei an sich sehr verwandte Bereiche sind, die von sehr unterschiedlichen Menschen ausgeführt werden. Er wusste, dass Msuik wie gemalte Werke oder Skulpturen in Räumen zu stehen habe, die in sich sehr präzis, aber sich zurückhaltend sich gebärden.
Er baute im oben erwähnten Museum eine Eingangshalle, sehr rechtschaffen und repräsentativ. Dahinter eine Reihe von Räume, die sich absolut ähneln und das Licht von oben auf die jeweiligen Wände wirken lässt. So bleibt das Licht und die Umgebung immer in etwa ähnlich und bietet jedem Bild und jeder Skulptur gleiche Bedingungen um sich zu entfalten. Geht man nach einem Kunstbesuch nach Hause stellt man fest, dass man kaum gemerkt hat, in welchem Gebäude man eben war.
Viele bis deutlich nach der Mitte des 20. Jahrhunderts gebauten Museen haben sich nach diesem Muster des Berliner gehalten und es nachgeeifert. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts bekommt der Museumsbau neue Züge.
In Deutschland eines der ersten ist der Bau der Stuttgarter Staatsgalerie, gebaut 1985 http://www.kunstportal-bw.de/staatsgalerie20jahre1a.html durch James Sterling. Sterling hatte zuvor den Erweiterungsbau an der ( alten ) Tategallery in London gebaut. In jenem Projekt hat er sich noch recht weit an die Ideale von Schinkel gehalten. Bei der Stuttgarter Staatsgalerie hat er sich deutlich davon abgewandt und sich dem Gehweg des Besuchers angenommen. Er wurde gestaltet und geführt. Von Bild zu Bild. Und zu Hause angekommen wusste der Museumsbesucher, mit welchen spannenden Lichtführungen er als Besucher geleitet wurde. Aber man erinnerte sich kaum an ein Bild mehr, das man gesehen hat.
Ganz heftig auf sich bezogen ist Bilbao Guggenheim vom amerikanischen Skulpturisten Frank Gehry. Er baut Architektur auf wie mit Modelierlehm. Fantastische Formen, Übergänge und und Detaile, die er wirklich gekonnt in ein Gesamtes einbindest, so dass auch heftige Kritiker zugeben müssen: Das ist ein Meister der Architektur. Aber auch bei Gehry bekommt das Kunstwerk nur den Raum, den Gehry ihm zugesteht. Weil die Welt ordnet sich der vollkommenen Architektur unter.
http://www.guggenheim-bilbao.es/ingles/edificio/el_edificio.htm
Etwas anders ist das Guggenheim Museum in New York, das von Frank Lloyd Wright nach dem zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Das Haus steht noch auf der Grundlage von Schinkel. Nur hatte Wright das Problem, dass er viel mehr Bilder auf einem Grundstück zeigen musste, wie das Schinkel getan hat. So fährt man im Museumszentrum mit einem Lift in die Höhe und geht dann rampenartig kreisbogenförmig nach unten. Der Ausstellungsraum verändert sich im Prinzip ebenso wenig wie die Schinkel vorgegeben hat.
Renzo Piano hat sich mit seinem Basler Projekt sehr zurückhaltend in einen wunderschönen Baumbestand eingegliedert. Seine Ausstellungsräume sind in sich sehr zurückhaltend und introvertiert. Was dem Projekt heute nach meiner Meinung nach schadet ist, dass Schulungs- und Arbeitsräume mit Ausstellungen genützt werden. In Räumen, die für diese Nutzung nie gebaut wurde – und den architektonischen Wert des Gebäudes stark schmälern. Aber die geplanten Ausstellungsräume sind wie beim Guggenheim und bei Schinkel mit immer wieder gleichem Licht geführt und sind vom volumetrischen Aufbau sehr zurückhaltend.
Das schlechteste Museum als Architekturereignis das mir weltweit je begegnet ist, ist das Museum für Kunst des 20. Jahrhunderts in San Francisco von Mario Botta. Schon das Hinlaufen vom Bahnhof, in dem man aus dem Süden ankommt ist eine elende Sache. Man spürt immer die Spur, die Botta gelegt hat, aber man muss immer einige Meter drum rum oder daneben gehen. Kommt man dann endlich im Gebäude an stellt an 2 Sachen fest. Das Guggenheim Museum stand Pate. Und zweitens: Der riesige Aufwand der getrieben wird, um dem armen Museumsbesucher zu führen ist so gewaltig, das beginnt schon an der Museumskasse, dass die hunderte oder tausende von wunderschönen modernen Kunstwerken schlicht nicht sichtbar werden.
http://www.greatbuildings.com/buildings/SFMOMA.html
Aber eigentlich dient es nicht, sich an weniger guten Beispielen zu ärgern.
Hier noch zwei wunderschöne Beispiele:
Das Kirchner Museum in Davos. Geplantt von Annette Gigon und Mike Guyer. Ein kleines Museum, das mit geätztem Glas arbeitet und so speziell wunderschöne Lichtführungen entwickelt, in dem die Bilder von Kirchner gut zur Geltung kommen. Aber auch den Ausblick in die wunderschöne Bergwelt temporär verhindert.
http://www.kirchnermuseum.ch/4771.html
Und das New Tate, die Galerie an Londons Themse in einem ehemaligen Transformatorenwerk. Geplant von Jacques Herzog und Pierre de Meuron. Nicht leicht zu finden. Aber der Besuch lohnt sich nicht nur wegen den wunderschönen Gemälden. Die in der spannend geöffneten alten Industriehalle wunderschön zur Geltung kommen. Zurzeit ist eine zweite Etappe, ein Glaskubus als Anbau im Realisation.
http://www.tate.org.uk/modern/building/history.htm
Zitat: Ansporn zum Reisen brauche ich nie... eher Zeit und Geld.
Na ja, da habe ich dir wieder mal ein paar Eier gelegt.
:lol:
Lieber Gruss
Heiner
Re: Beyeler Foundation Sonderausstellung zum Thema Eros
Polarlicht - 13.10.2006, 10:35
Picasso und Rodin waren sehr gut besucht.
Nun ist Dali und seine Entourage offen.
Die Medienrepliken sind sehr vorsichtig über diese Dali-Themenaustellung. Einerseits wird bemängelt, dass es keine umfassende Wekausstellung von Dali zum Thema Eros gibt sondern viel mehr Bezüge zu Dritten gezeigt werden, die von Dali inspiriert würden oder von denen durch die Dali sich inspirierten liess.
Nebst Gemälden habe es sehr viel Fotografien. Fotografien würden, wegen der realitätsnahen Darsztellung, Erotik sehr anders zeigen wie Skizzen oder Gemälde.
Viel Vergnügen in Basel
Heiner
PS: Ich weiss ja nur zu gut, wie viel Komisches, Unwahres und Eingebildetes Schreiberlinge erfinden können. :lol:
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