Unter Deck

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    Re: Unter Deck

    Catherine Stardust - 06.08.2006, 14:49

    Unter Deck
    Von hier aus gelangt man zu den Kanonen, dem Laderaum, den Quartieren und allem was sonst noch unter Deck liegt... Außerdem kann man hier ganz hervorragend Karten spielen.... und auch die Gefängnisse befinden sich hier (Obwohl man die mit Planken versehenen Verschläge nicht wirklich Gefängnis nennen kann...)



    Re: Unter Deck

    James Norrington - 10.09.2006, 13:15


    pp: An Deck

    James wischte sich den Schweiß von der Stirn.
    Das Licht hier unten war nicht das Beste, und was er zu sehen bekam, war nichts, das er gerne sah.
    Die Männer waren auf provisorische Liegen gelegt worden, und bemühten sich, gegen ihren Schmerz anzukommen.
    Keuchen, Stöhnen und Husten begleitete den Commodore, wohin er sich auch wendete, und es schien ihm ganz so als würden für jeden Verwundeten, den er versorgte, zwei weitere dazukommen, die seiner Aufmerksamkeit bedurften.

    Aus genau diesem Grund befand sich auf jedem britischen Schiff ein vernünftiger Schiffsarzt!

    Der Sturm hatte dem Schiff und seiner Mannschaft ganz schön zugesetzt, und James fühlte Bitterkeit in sich aufsteigen.

    Und er spürte erneut die Entschlossenheit in sich aufzukommen, diesen Männern zu helfen - wenigstens jenen, denen er helfen konnte.
    "Mehr Verbandszeug. Ich brauche mehr Tücher!" Sagte er laut, als er die Lumpen zur Hand nahm, welche man ihm hingelegt hatte.
    "Damit kann ich nichts anfangen. Ich brauche etwas sauberes, um die Infektionen einzudämmen!"

    "Aber wir haben nichts anderes..." Murmelte einer der Männer, während er ganz offensichtlich versuchte, einen Brechreiz zu unterdrücken.

    Norrington funkelte ihn unzufrieden an, und riss ihm schließlich die Stofffetzen aus der Hand um damit eine tiefe Armwunde zu verbinden.
    "Danke." Murmelte der Pirat, um den er sich gerade gekümmert hatte, und als Norrington die Aufrichtigkeit in den braunen Augen des Mannes sah, nickte er leicht.
    "Noch ist es nicht überstanden." Entgegnete er ebenso leise, und erhob sich dann, um sich um den nächsten Patienten zu kümmern.
    Der Mann, dem er sich nun zuwandte, ging es schlecht.
    Sein Körper war übersät von zahlreichen ungefährlichen, oberflächlichen Verletzungen, aber dem Offizier entging die starke Blutung an dessen Bein nicht.
    "Wie fühlt Ihr Euch?" Fragte er während seine Hände zu dem Bein des Mannes glitten, um mit einem Messer Hose und Stiefel zu zerschneiden.
    "Nicht gut." Antwortete der Mann mit gepresster Stimme und James nickte leicht.
    "Mein Bein tut.... weh." Fügte der Mann hinzu.
    James Blick wanderte erneut zu dem blutüberströmten Bein, das kaum mehr als ein Mus aus Knochen und Fleisch zu sein schien.
    Er nahm ein Stück Stoff und Band das Bein oberhalb des Knies ab, so dass kein Blut mehr fließen konnte.
    Dann säuberte er vorsichtig die anderen kleinen Wunden.
    "Schlaft ein wenig." Riet er dem Mann, legte ihm kurz die Hand auf die Schulter, und wandte sich dann um.
    Er wischte seine Hände mit einem Tuch ab, und wandte sich der Türe zu.
    Er musste hier raus.
    Und einen klaren Kopf bekommen.

    Vorsichtig schritt er auf die Treppe zu.
    Sein Gesicht war ernst, als er die Stufen erklomm, und an Deck trat.
    Er hatte getan, was er tun konnte.
    Und er wusste, dass der Mann, den er zuletzt behandelt hatte, nicht überleben würde, wenn sie sein Bein nicht abtrennten.
    Er atmete tief ein, und sein Blick schweifte über den Bordrand hinaus. Überrascht gewahrte er die Insel, an welcher sie angelegt hatten, bevor er sich schweigend an die Bordwand lehnte.
    Er würde Hilfe brauchen, aber dennoch sträubte sich alles in ihm gegen die Entscheidung, die er getroffen hatte.

    tbc: An Deck



    Re: Unter Deck

    Jack Sparrow - 10.09.2006, 14:42


    pp: Auf Deck

    Jack lief mit ungewohnt ungelenken Bewegungen die Treppe hinunter und fand sich in der auf Erden existierenden Hölle für einen jeden Mediziner wieder. Überall lagen Verletzte auf improvisierten Lagern und keiner der Verbände wirkte so, als ob er für den Zweck zu welchem er eingesetzt worden war, eigentlich zu gebrauchen wäre.

    Der Pirat taumelte zwischen den Unglücksseligen hindurch auf Norrington zu, der sich um einen der Männer zu kümmern schien.
    "Was ist los?" fragte der Pirat mit gesenkter Stimme und seine dunklen Augen glitzerten. "Wo können wir helfen, um es genauer zu formulieren?"



    Re: Unter Deck

    James Norrington - 10.09.2006, 14:56


    James schaute nicht auf, als Jack neben ihn trat, war aber wohl auf eine Art erleichtert, obwohl er Catherine nicht explizit um den Kapitän gebeten hatte.
    Neben ihm lagen fein säuberlich ausgebreitet drei Säbel mit geriffelter Klinge, die nur halbwegs von einigen Tüchern abgedeckt wurden.
    "Bringt die Männer nach draußen, die transportfähig sind." Wies er Jack an, bemerkte nun erst, dass dem Captain noch ein weiterer Mann gefolgt war.
    "Alle bis auf diese drei." Er deutete auf den Mann, um den er sich gerade kümmerte, und die zwei Männer, die direkt daneben lagen.
    "Und fragt Miss Stardust, ob sie irgendetwas gegen.. Schmerzen hat." Fügte er hinzu, hielt kurz inne, und dachte nach.
    "Rum wäre auch nicht schlecht."

    Sowohl für die Wunden, als auch für mich.

    Nachdem er auch diese Wunde versorgt hatte, erhob er sich wieder, und trat an das nächste Bett.



    Re: Unter Deck

    Jack Sparrow - 10.09.2006, 15:07


    Jack nickte und sah zu Nathan. Vorsichtig ergriffen sie den ersten Matrosen und halfen dem Mann sein Lager zu verlassen. Sie arbeiteten schweigend und verbissen, aber nicht bitter. Stürme kamen und gingen und jeder von ihnen nahm Opfer mit sich. So war das. Die Legenden von holzbeinigen Piraten mit Haken anstelle von Händen entstanden nicht aus reinem Nichts.

    Einige der Männer lächelten bereits wieder ein wenig und aus der düsteren Atmosphäre wieder an die Sonne hinauszukommen, auch wenn die nicht mehr lange scheinen würde, tat ihnen gut.
    Damit die Arbeit schneller voran ging, wurden ihnen die Männer an Deck abgenommen und Jack wusste nicht wohin gebracht. Er tippte auf improvisierte Lager am Strand, aber sicher war er sich selbstverständlich nicht.

    Schließlich waren alle Männer bis auf die ausgewiesenen drei hinausgebracht worden und Jack verließ den Raum ein letztes Mal, um Cat aufzusuchen.

    tbc: Auf Deck



    Re: Unter Deck

    Jack Sparrow - 10.09.2006, 15:48


    pp: Captain's Room

    Jack schwankte zum wiederholten Male die Treppe hinunter, was abenteuerlich aussah, da er die Hände mit Gerätschaften voll hatte. Er schaffte es allerdings sowohl sich als auch alles andere unbeschadet nach unten zu bringen und auf Norrington und Nathan zuzulaufen.

    Umsichtig stellte er Laudanum und Alkohl ab und breitete die Tücher daneben aus. Dann sah er Norrington fragend an.



    Re: Unter Deck

    James Norrington - 10.09.2006, 16:16


    Norrington hörte an einigem Klimpern, dass Jack wieder bei ihnen angelangt sein musste und drehte den Kopf.
    Er entdeckte Flaschen in den Händen des Piraten und warf einen Blick auf sie.
    Eine der beiden enthielt Rum, davon war er überzeugt, und was die andere enthielt...
    Er hob eine Augenbraue und sah Jack fragend an, bevor er ihn anwies, alles auf einer Kiste abzulegen.
    Er erhob sich aus seiner knienden Position, und wandte sich sowohl Nathan als auch Jack zu.
    "Seht Ihr den Mann da?" Fragte er, und deutete auf den mittleren der drei Männer.
    "Sein Bein ist..." Begann er, und rief sich selbst zur Ordnung.
    "Da ist nichts mehr, was man als Bein bezeichnen könnte." Erklärte er, fuhr dann allerdings unbeirrt fort.
    "Ich habe das Bein abgebunden. Aber wenn wir es ihm nicht abnehmen, wird er die Nacht nicht überstehen."

    Und selbst wenn wir erfolgreich sind, wird er vielleicht sterben.
    "Habt Ihr etwas gegen die Schmerzen gefunden?" Wandte er sich an Sparrow, während er vorsichtig nach einem der Säbel griff.
    Er schluckte und wurde noch eine spur bleicher.
    Es war töricht anzunehmen, dass hier am Bord jemand etwas von Amputationen verstand, also gab es keine Ausflüchte.



    Re: Unter Deck

    Jack Sparrow - 10.09.2006, 16:33


    Jack war nicht wirklich verwundert sich als Nebendarsteller in einer Amputation wieder zu finden. Die Frage nach Schmerzmittel, das "Evakuieren" der anderen, Norringtons Gesichtsfarbe, das alles sprach für sich.

    Der Kapitän hob die Flasche vorsichtig an. "Laudanum." sagte er nur, doch das vorsichtige, misstrauische, vielleicht sogar ein wenig angewiderte Glitzern in den Augen verriet ihn.

    "Das lasst mich machen." sagte er leise, ergriff ein sauberes Tuch und überlegte einen Sekundenbruchteil. Einen Zerstäuber würden sie wohl nicht finden. Man durfte nicht zu viel erwarten.
    Jack legte dem Mann behutsam eine Hand auf die Stirn, doch der Fremde reagierte nicht.
    Die andere Hand hatte eines der Tücher ergriffen.
    "Vertraut mir," murmelte der Kapitän zu dem Schlafenden. "Ich weiß ziemlich genau, wie viel geht und wie viel nicht... Mit derlei Nachwirkungen müsst Ihr Euch also nicht herumschlagen."

    Das war nicht gelogen.
    Mit einer ungeahnten Präzision öffnete Jack erneut die Flasche und starrte auf die winzigen Tropfen der gefährlichen Flüssigkeit, während sie auf das Tuch fielen. Für andere sah es so aus, als ob er den Zeiptpunkt willkürlich wählte, doch Jack spürte instinktiv und wusste aus Erfahrung wie viel von dem Zeug einen erwachsenen Mann bewusstlos machen konnte, ihn aber nicht unter den süchtigmachenden Nachwirkungen leiden ließ.

    Vorsichtig presste Jack das Tuch auf Mund und Nase, wobei er darauf achtete es in regelmäßigen Abständen wieder zu entfernen, damit der Mann tief durchatmen konnte, bis er schließlich bewusstlos war und der Pirat zurücktrat.

    Seine ungeahnt geschickten Hände stellten Flasche und Tuch weg, er trat an das Kopfende der Liege und legte seine Hände vorsichtig an die Schläfen des Mannes, drehte den Kopf zur Seite und hielt ihn sanft fest.



    Re: Unter Deck

    James Norrington - 10.09.2006, 16:58


    Norrington nickte, und trat einen Schritt zurück, um Jack Platz zu machen.
    Er selbst griff nach der Rumflasche, schraubte den Deckel ab, und führte sie zu seinem Mund, um einige tiefe Schlucke zu nehmen.
    Er achtete nicht darauf, dass Nathan ihm einen ziemlich seltsamen Blick zuwarf, und dann irgendwas von "Alkohol für die Wunden..." Murmelte.

    Kurz darauf nahm er die Flasche wieder herunter, drückte sie Nathan in die Hand, und ließ seine Finger über die unterschiedlichen Säbel gleiten, bis er einen von ihnen auswählte.

    Er holte tief Luft, und sah dann seine beiden Helfer an.
    "Ich..." Begann er, schlöpfte erneut nach Atem und fuhr dann fort.
    "Muss gestehen... dass... ich das noch nie gemacht habe." Erklärte er den beiden, und er wusste, dass das die Lage nicht gerade verbesserte, aber dennoch hielt er es für wichtig, ehrlich zu sein.

    Aber in der Theorie weiß ich, wie es geht. Ich habe es gelesen, müsst Ihr wissen!

    Gott er kam sich ja so dämlich vor!

    Keine Zeit dich mit Selbstzweifeln herumzuschlagen, James.
    Wenn du nichts tust, wird der gute Mann leider draufgehen.

    Er nickte kurz, rieb den Säbel ebenfalls mit Rum ein, und deckte den oberen Teil des Beines mit einem Tuch ab, so dass er nur das vor sich sah, was er sehen musste, und sich von nichts anderem ablenken ließ.
    "Einer von Euch muss das Bein halten." Erklärte er entschlossen.
    "Der andere versucht bitte, das Blut, welches höchstwahrscheinlich aus Arterien und Venen strömen wird, durch festes Pressen mit Stoff..." Er hielt einen Stofffetzen hoch. "...einigermaßen zurückzuhalten." Er sah Jack und Nathan aufmerksam an.
    "Wenn es uns nicht gelingt, die Blutung zu stillen, wird uns der Mann verbluten."

    Und ich kenne nicht einmal seinen Namen.

    "Ich habe das Bein zwar abgebunden, aber das muss nichts heißen."
    Er machte eine kurze Pause, und sah die beiden erneut ernsthaft an.
    "Bereit?"



    Re: Unter Deck

    Jack Sparrow - 10.09.2006, 18:04


    Jack nickte. Das hatte er soweit verstanden. Er ergriff wortlos einige Tücher und nahm diese in seine Hände. Nathan schritt neben Norrington und griff nach dem zu amputierenden Bein. Er nickte, um zu symbolisieren, dass er soweit war.

    Jack sammelte sich. Was getan werden musste, musste getan werden. Gespannt bis in die Fingerspitzen wartete er Norringtons Einsatz ab und hielt sich bereit.



    Re: Unter Deck

    James Norrington - 10.09.2006, 18:52


    "Gut." Murmelte Norrington holte noch einmal tief Luft, und setzte die improvisierte Knochensäge dann dort an, wo man erkennen konnte, dass noch Bein vorhanden war.

    Die Klinge schnitt durch die Haut, als wäre sie weich wie Butter und einen Moment lang erschauderte James.
    Dann riss er sich zusammen, setzte den Säbel erneut an, und begann mit englischer Genauigkeit durch Haut, Fleisch, Sehnen und schließlich auch Knochen zu schneiden.
    Blut spritzte aus dem Schnitt, den er dem Mann beibrachte, besudelte Hände und Armel des Mannes, aber er ließ nicht davon ab.

    Als er auf den Knochen traf hielt er erneut kurz inne.
    Die Sache wurde schwieriger, und er musste all seine Kräfte aufbieten um die Klinge tiefer in dem Knochen zu versenken.

    "Jetzt." Raunte er Sparrow zu, doch es war bereits zu spät.
    Er durchtrennte die Arterie, und das Blut spritzte in einer heftigen Fontäne nach oben, dem ehemaligen Commodore mitten ins Gesicht.
    "Pressen, Jack."
    Der Pirat reagierte endlich, und Norrington schnappte nach Luft.
    Er schmeckte das Blut des Mannes auf seinen Lippen, aber er konnte weder aufhören, noch den Säbel auch nur mit einer Hand loslassen.
    Verbissen sägte er weiter, immer tiefer und tiefer in den Knochen hinein, bis der Widerstand plötzlich abbrach, und und ein leises Knacken verkündete, dass er durch war.
    Er schob den Säbel zur Seite und mit ihm den unteren Teil des Beines.
    "Rum!" Sagte er streng, und Nathan reichte ihm die Flasche.
    Der Commodore öffnete sie mit den Zähnen, und schüttete dann den Inhalt über die offene Wunde.
    "Mehr Tücher, ich brauche mehr Tücher." Sagte er zu Nathan, und dieser sah sich augenblicklich nach Tüchern um und reichte ihm dann, was er finden konnte.
    James bemühte sich, den Beinstumpf damit abzudecken und so abzubinden, dass er nicht weiter blutete, aber es war gar nicht so einfach.
    "Verflucht." Murmelte er.
    "Halt das." Forderte er Jack auf, ließ los, und suchte dann nach irgendetwas, fand es, und fixierte die Tücher um das Bein damit.
    Dann atmete er aus, wischte sich mit der Hand über die Stirn, und sank zurück.
    "Mehr können wir nicht tun, im Augenblick." Sagte er erschöpft, sah weder Nathan noch Jack an.
    "Jetzt heißt es abwarten, ob er die Nacht übersteht." Die blauen Augen ruhten auf dem Mann, bevor er sich langsam wieder aufrichtete.
    "Irgendwer sollte bei ihm bleiben." Fügte er hinzu, während er sich ein wenig wankend in Richtung Treppe bewegte.
    Wer das machte war ihm egal.

    Nathan nickte leicht.
    "Ich mach das." Erwiderte er, ohne zu wissen, ob der Engländer ihn hören würde oder nicht.
    Er nickte Jack zu und bedeutete ihm, dass er gehen konnte, wenn er das wünschte.

    tbc: Auf Deck



    Re: Unter Deck

    Jack Sparrow - 10.09.2006, 19:17


    Also schön war wirklich etwas anderes und Jack verlor schnell das Wenige an Farbe, was er noch hatte. Während Norrington den Hauptanteil der Arbeit vornahm, versuchte er so wenig wie möglich im Weg und so viel wie möglich eine Hilfe zu sein.

    Als die Wunde endlich fixiert war, waren alle drei Männer mit Blut bespritzt und boten einen schauerlichen Anblick. Norrington schritt taumelnd auf den Ausgang zu, Jack nickte kurz und folgte ihm dann noch müder als zuvor und die Strapazen der letzten Tage deutlich spürend. Dennoch lächelte er milde, als er die langsam verblassende Sonne auf seiner Haut fühlte und wagte einen Blick über das Deck zu riskieren, welches bereits aufgeräumt war.

    tbc: Auf Deck



    Re: Unter Deck

    Roderick McQuinn - 12.09.2006, 11:53


    pp: Auf Deck

    Roderick schritt die Holztreppe hinab, welche ihn unter Deck führte und brauchte erst einen Moment, um seine Augen an das trübe, weil wenig vorhandene Licht zu gewöhnen.
    Er roch Laudanum, metallisches Blut, Ausdünstungen und vieles mehr, doch der Priester war sich seit langem nicht mehr zu schade für solcherlei Dinge und hatte selbst in seiner kurzen Zeit als Aushilfsheilkundiger ähnliches gerochen.

    Leise bewegte er sich durch den Irrgarten von verwaisten Pritschen und war froh, dass sie aus einem harmloseren Grund als dem Tod verlassen waren.
    Er kniff die Augen ein wenig zusammen, als er neben einer der Pritschen eine zusammengesunkene Gestalt erkannte und ordnete ihr einen Namen zu.
    "Guten Abend oder vielmehr Nacht, Nathan." sagte er und seine dunkle Stimme passte sich harmonisch in die vorher gewesene Stille ein, so dass sie sie nicht brutal unterbrach, sondern fließend in Laute übergingen ließ.

    Der Priester trat zu dem Matrosen und folgte dann dessen Blick zu dem Schlafenden- Michael- auf dem Lager.
    Keine Kälte war zu spüren und keine Schatten zu sehen.
    Vielleicht war das ein gutes Zeichen.



    Re: Unter Deck

    Crewman - 12.09.2006, 12:13


    Nathan war auf der Kiste, auf der er sich niedergelassen hatte, zusammengesunken, aber er schlief nicht.
    Er hörte die regelmäßigen Atemzüge der Verletzten neben sich, und das beruhigte ihn.
    Denn es bedeutete, dass sie noch am Leben waren.

    Nathan hielt die Augen geschlossen.
    Er roch die Ausdünstungen und den Gestank nicht.
    Man gewöhnte sich daran.
    Er bemerkte auch nicht, wie stickig die Luft unter Deck war.

    Was er aber bemerkte, waren das Knarren der Türe und die darauffolgenden Schritte, die sich ihren Weg durch den Raum bahnten.
    Nathans Augen funkelten in der Dunkelheit, als er sie wieder öffnete und sich umsah.

    Eine dunkle Gestalt bewegte sich auf sie zu, und Nathan konnte in ihr den Schiffspriester erkennen.

    "Guten Abend oder vielmehr Nacht, Nathan." Begrüsste ihn Roderick und Nathan nickte ihm zu.
    "Guten Abend Pater." Erwiderte er in Retour und richtete sich auf.
    "Ihr seid hier, um nach den Männern zu sehen?" Fragte er, obwohl er die Antwort bereits kannte.



    Re: Unter Deck

    Roderick McQuinn - 12.09.2006, 12:30


    "Ja, das bin ich." entgegnete Roderick leise, während er noch dem Klang des "Paters" nachlauschte, welches Nathan für ihn verwendete. Eigentlich war das durchaus richtig und er konnte auf diese Anrede bestehen, wenn er wollte, doch Roderick hatte aufgehört das zu wollen. Einst war er sehr stolz darauf gewesen, sich von anderen abheben zu können, doch diese Zeit war vorbei.

    Natürlich nahm er es dem Matrosen nicht im Geringsten übel und ließ sich meistens betiteln, wie andere ihn betiteln wollten.

    Jaha, sogar beschimpfen dürfen sie mich... aber dann gibts Ärger.

    Er griff vorsichtig nach Michaels Hand und senkte kurz die Lider. Der Priester spürte das Leben in ihm fließen und nickte kurz, hielt die Hand aber weiterhin fest und rezitierte die lateinischen Verse, um sich Gehör bei seinem Herrn zu verschaffen.

    Warum solltest Du mehr auf Latein hören, als auf Englisch? Ich glaube, dass jeder sein Wort an Dich richten kann, selbst ohne Sprechvermögen. Du liest in unseren Seelen und Herzen, weißt daher auch ohne unsinniges Gebrabbel, was ich mir für diesen Mann wünsche und wirst Deine Entscheidung fällen. Ich habe keine Ahnung nach welchen Kriterien Du es tust, aber in einem bin ich mir sicher. Es wird einen Sinn haben. Diesen Glauben haben jedoch noch lange nicht alle und ihnen Mut zu machen und sie weiterschreiten zu lassen, das sehe ich als meine Aufgabe als Dein Diener hier auf Erden an.
    Aber zurück zum Thema. Der Matrose hier ist wirklich ein guter Mensch und ich glaube, dass er noch eine Menge erleben wollen wird. Es wäre also wirklich sehr nett von Dir ihm diese Chance zu geben. Natürlich habe ich keine Ahnung, ob für Deinen Plan vom großen Ganzen sein Tod von Notwendigkeit ist, also sein jetziger Tod, aber ich würde mir wünschen, dass es nicht so ist...
    Und überhaupt... wenn Du alles schon vorher weißt, wieso gibt es dann solche Dussel wie mich, die glauben mit ihren mehr oder minder eloquenten Reden etwas daran ändern zu können?
    Also, wenn mein Sein einen Sinn hat, dann lege ich hiermit ein gutes Wort für Michael ein und empfehle Dir seine Seele an... in ein paar Jahren vielleicht. Vielen Jahren....
    Ach ja...

    "Amen."



    Re: Unter Deck

    Crewman - 12.09.2006, 12:46


    Nathan sah zu, wie der Priester seine Hand auf den Mann legte, und lateinische Formeln zu murmeln begann.

    Der Seemann erinnerte sich daran, dass man da, wo er herkam, Leute wie ihren Priester verbrannt oder gesteinigt hätte.
    Auch wenn er wusste, dass der Priester betete, musste er zugeben, dass man genauso gut glauben konnte, er würde den Teufel beschwören.

    Und obwohl Nathan wusste, dass es nicht so war, fröstelte er.
    Er war nicht sehr gläubig, aber vielleicht half die ganze Beterei ja tatsächlich.

    Vielleicht gab es wirklich Leute, die der Gott erhörte, an den sie alle glaubten.
    Und wenn er schon nicht auf sie hörte, so nahm er vielleicht wenigstens deren Ratschläge oder Bitten an.

    "Amen." Schloss der Priester und Nathan schaute neugierig auf Michael herunter.
    Der Mann sah nicht besser oder schlechter aus als zuvor.

    "Wird er es schaffen?" Fragte er leise, während er den Priester hoffnungsvoll ansah.
    Sie hatten alles für Michael getan, was in ihrer Macht gestanden hatte. Nun lag es nicht mehr in ihren Händen, aber Nathan hoffte dennoch inständig, dass es nicht umsonst gewesen war.

    "Ich meine... Ihr habt doch für ihn gebetet, oder?" Fragte er interessiert.
    "Hat Euch Gott geantwortet?"



    Re: Unter Deck

    Roderick McQuinn - 12.09.2006, 13:00


    Roderick sah Nathan an.

    Junge, wann hast du schon einmal erlebt, dass jemand behauptet hat wirklich mit Gott gesprochen und Antwort erhalten zu haben und danach nicht verbrannt worden ist?
    Das ist ja das Schöne am Glauben. Wenn man tatsächlich einmal einen Beweis erbringt, dass es etwas gibt, wird man dafür in den dreihundertvierundfünfzigsten Kreis der Verdammnis verflucht. So ist das.

    "Ich habe gebetet, ja."
    Roderick hob den Blick und betrachtete Schatten, die nur er sehen konnte, spürte Nebel sich auf seine Haut legen, den nur er fühlen konnte, aber er war nicht bedrohlich un beanspruchte Michael nicht für sich. Er war einfach nur... da.

    Und wie würdest du es finden, wenn ich dir sage, dass ich weiß dieser Mann wird leben, dieses Wissen aber irgendwie nicht von Gott bekommen habe? Von ihm bekam ich lediglich das Angebot, die Möglichkeit zu sehen, was andere nicht sehen können. Die Toten sind immer um uns und all das, was ich spüre, ist es auch. Nur sind die meisten Menschen mit der Gabe gesegnet es nicht wissen und spüren zu müssen. Aber genauso wenig wie ich verweigern kann zwei Augen zu haben, kann ich verweigern, dass ich dieses... Talent habe.

    "Nathan... Gott neigt dazu nie sofort zu antworten. Vielleicht glaubt Er, dass Taten mehr sagen als Worte. Würde ich das wissen, wäre ich ein Medium und kein Priester."

    Was ich ja irgendwie bin.... okay, blöder Vergleich.

    "Was Michael betrifft... wenn ich ehrlich bin, kann ich dir keine göttliche Meinung in Bezug auf seine Zukunft bieten, aber ich persönlich glaube, dass er es schaffen wird. Ob dieser Glaube mir von Gott gegeben wurde oder ich nur ein hoffnungsloser Romantiker bin, kann ich dir nicht beantworten."

    Glauben.
    Man kann ihn nicht erkären.
    Nur spüren.
    Und ich spüre, dass meiner nicht falsch ist.

    "Ich werde jemanden von der Insel zu dir schicken, der dich ablösen wird. In ein paar Stunden werden wir mehr wissen."

    Toll.
    Ich bin wirklich eine große Hilfe....

    Roderick blickte kurz auf Michael und legte vorsichtig die Hand auf die Pritsche zurück.



    Re: Unter Deck

    Crewman - 12.09.2006, 13:22


    Nathan lauschte den Mann neugierig.
    Er selbst sprach nicht oft mit dem Priester, weil er Schwierigkeiten damit hatte, an Gott zu glauben - was allerdings nicht die höheren Mächte einschloss - Nathan wusste, dass es höhere Mächte gab. Ob es aber mit einem Gott gleichzusetzen war... wer wusste das schon?

    Gott antwortet also nicht, Pater.
    Aber woher wisst Ihr, dass es ihn gibt?
    Wie könnt Ihr an ihn glauben, wenn Ihr ihn nie seht?
    Wenn Ihr ihn nicht hört?
    Glaubt Ihr wirklich an Gott, Pater?

    "Ich werde jemanden von der Insel zu dir schicken, der dich ablösen wird. In ein paar Stunden werden wir mehr wissen."

    Nathan nickte und lächelte müde.
    "Danke, Pater." Erwiderte er.
    "Und haltet eine Buddel Rum für mich bereit." Fügte er grinsend hinzu.



    Re: Unter Deck

    Roderick McQuinn - 12.09.2006, 13:39


    Roderick lächelte. "Das lässt sich ohne weiteres einrichten... eine. Zwei. Ganz vieeeeeeeeeeeele!"

    Er zwinkerte Nathan freundlich zu und wandte sich dann ab.
    Während er durch das improvisierte Krankenlager schritt, hörte er sich selbst fragen: "Gibt es einen Gott?"

    "Das fragst du mich?" antwortete ihm eine sanfte, warme Stimme. "Ich bin der Arzt. Du der Priester."
    "Aber du warst einst Priester. Weshalb hast du dich dagegen entschieden?"
    "Das habe ich nicht." Blaue Augen sehen ihn aus einem edlen Gesicht an, welches von langem, braunem Haar eingerahmt wurde.
    "Aber das, woran ich glaube, bezeichne ich nicht als Gott. Das tun Priester."
    "Muss ich also Gott sagen, wenn ich Schicksal meine?"
    "Meinst du denn Schicksal?"
    "Ich weiß es nicht... ich habe immer geglaubt, dass dort... jemand ist, der auf uns Acht gibt, Leanann. Es gab mir ein Gefühl des Trostes."
    "Wieso glaubst du das jetzt nicht mehr?" fragte der andere und lehnte sich zurück.
    "Wenn jemand Acht geben würde, würde nicht passieren, was passiert."
    Leanann schwieg und betrachtete ihn sanft mit seinen blauen Augen.
    "Roderick, was du dir wünschst, ist Unmündigkeit. Gott aber hat uns Verstand gegeben. Mit Verstand aber kommt auch die Verantwortung. Es ist nicht Sein Werk, was wir tun oder auch nicht tun. Es ist nicht Seine Verantwortung. Vielleicht hat Er etwas für uns vorgesehen, ja, aber ich denke nicht, dass dieses Vorhersehen etwas mit Unselbstständigkeit zu tun hat. Vielleicht werden wir Ihn erst begreifen, wenn wir uns selbst begriffen haben."
    "Das klingt... seltsam."
    Leanann lächelte. "Hieß es nicht, dass wir nach seinem Vorbild geschaffen sind oder so ähnlich? Wer weiß... vielleicht steckte der Herr auch in einer Pubertätskrise, als er uns erschuf... Entschuldige, ich bin nicht sehr nett."
    Roderick lächelte.
    "Keine Ursache... Pater Laurentius."
    Leanann verzog erneut das Gesicht.
    "Alleine meinen alten Namen wieder annehmen zu dürfen, war es wert das Gewand abzulegen..."

    Roderick lächelte, während er an den Kameraden dachte und schließlich die Treppe erreichte, die ihn wieder an Deck führen würde.

    Ja, vielleicht müssen wir erst unser eigenes Mysterium lösen, bevor wir uns an größere machen...

    Schweigend suchte er den Crewroom auf (tbc) sammelte dort an Decken zusammen, was er kriegen konnte und nahm noch einige Gerätschaften mit, die er brauchen konnte, bevor er wieder an Deck marschierte.

    tbc: Deck



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