Spanien

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    Re: Spanien

    White_Tiger - 25.07.2006, 14:56

    Spanien
    Das Königreich Spanien (amtlich spanisch Reino de España, katalanisch Regne d'Espanya, galicisch Reino de España, baskisch Espainiako Erresuma) liegt im Südwesten Europas und nimmt den größten Teil der Iberischen Halbinsel ein


    Die Flagge von Spanien besteht aus drei waagrechten Streifen in den Farben rot-gelb-rot, wobei der mittlere gelbe Streifen doppelt so breit wie die beiden roten ist. Das spanische Wappen befindet sich vollständig im gelben Streifen.

    Die Flagge wurde am 19. Dezember 1981 als Nationalflagge eingeführt.

    Wappen Spaniens

    Das Spanische Wappen zeigt die traditionellen Bestandteile des Königreiches Spanien. Im Herzschild sind drei goldene Schwertlilien auf Blau, das Familienwappen der Bourbonen, die die Könige Spaniens stellen. Rundherum sind die Wappen der Reiche, aus denen sich Spanien zusammensetzt, und zwar vom Betrachter aus gesehen (heraldisch sind rechts und links vertauscht):

    links oben ein goldenes Kastell auf rot für Kastilien
    rechts oben ein purpur-rosa Löwe auf Silber für León
    links unten neun rot-goldene Längsstreifen für Aragonien
    rechts unten eine goldene Kette auf rot für Navarra
    ganz unten ein grünblättriger Granatapfel auf Silber für Granada
    Links und rechts des Schildes stehen die Säulen des Herakles, die sowohl die geographische Lage Spaniens als auch dessen überseeische Orientierung symbolisieren. Um die Säulen ist ein rotes Spruchband mit der Devise Plus Ultra ("darüber hinaus", "immer weiter") gewickelt - dies war die Devise Karls V., unter dem Spanien ein Weltreich eroberte und den Höhepunkt seiner Macht erlebte.

    Wahlspruch: "Plus Ultra"
    lat., "Darüber hinaus"

    Amtssprachen Spanisch (regional Katalanisch, Galicisch, Baskisch und Aranesisch)
    Hauptstadt Madrid
    Staatsform Parlamentarische Erbmonarchie
    König Juan Carlos I.
    Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero
    Fläche 504.782 km²
    Einwohnerzahl 43.197.684 (Stand: 01/01/04)
    Bevölkerungsdichte 86 Einwohner/km²
    Währung Euro
    BIP
    - Total
    - BIP/Einw. 2005 (geschätzt)
    $1.120 Mrd. (8.)
    $27.074 (21.)
    Zeitzone UTC+1 (Kanarische Inseln UTC)
    Nationalhymne Marcha Real
    Kfz-Kennzeichen E
    Internet-TLD .es
    Vorwahl +34

    Geographie

    Lage
    Spanien befindet sich, ebenso wie Portugal (im Westen) und das zum Vereinigten Königreich gehörende Gibraltar (im Süden), auf der iberischen Halbinsel, zwischen 36° und 43,5° nördlicher Breite und 9° westlicher bis 3° östlicher Länge (ohne Balearen, Kanaren, Ceuta und Melilla). Spanien nimmt sechs Siebtel der Iberischen Halbinsel ein. Im Nordosten, entlang des Gebirgszuges der Pyrenäen, grenzt Spanien an Frankreich und den Kleinstaat Andorra. Außerdem gehören die Inselgruppen der Balearen, im Mittelmeer gelegen, und der Kanaren, im Atlantik, sowie die an der nordafrikanischen Küste gelegenen Städte Ceuta und Melilla zum Staatsgebiet. Spanien ist das drittgrößte Land Europas.

    In Frankreich besitzt Spanien die Exklave Llívia. Außerdem gehören Spanien die vor der marokkanischen Küste gelegenen Inseln Islas Chafarinas, Peñón de Vélez de la Gomera, Alhucemas, Alborán und die Islas Columbretes. Die Zugehörigkeit der Insel Perejil ist zwischen Marokko und Spanien nicht geklärt.

    Die Städte Ceuta und Melilla liegen in Nordafrika und grenzen an das Mittelmeer sowie Marokko. Der nördlichste Punkt Spaniens ist die Estaca de Vares, der westlichste das Kap Toriñana, beide in Galicien, der südlichste die Punta Marroquí bei Tarifa, der östlichste das Cap de Creus. Die größte Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 856 km und von Osten nach Westen 1.020 km.


    Geologie

    Topographie SpaniensDer höchste Berg auf spanischem Staatsgebiet ist mit 3.718 m Höhe der Pico del Teide auf der Insel Teneriffa, die zu den Kanarischen Inseln gehört. Der höchste Berg auf dem Festland ist mit 3.482 m Höhe der Mulhacén, der in Andalusien in der Sierra Nevada in der Provinz Granada liegt.

    Die Nordküste Spaniens verläuft fast in gerader Linie und bildet nur zwischen Gijón und Avilés sowie zwischen Ribadeo und A Coruña (spanisch La Coruña) bedeutendere Vorsprünge nach Norden. Gegenüber den übrigen Küsten des Landes zeichnen sich diese Küstenabschnitte durch Schroffheit und schlechte Zugänglichkeit aus.

    Ursächlich hierfür ist, dass hier die Gebirge fast überall dicht ans Meer heranrücken. Zugänglich sind diese Küstenabschnitte nur an den Mündungen der Flüsse und der tief in das Land einschneidenden Meeresarme (Rías), die insbesondere an der Küste von Galicien häufig auftreten. Auch die Westküste Spaniens trägt im Ganzen diesen Charakter; doch ist sie viel zugänglicher als der Norden, da hier die Gebirge nur in den Kaps bis an das Meer herantreten und sich im Hintergrund der Rias gewöhnlich Ebenen befinden.

    Charakteristisch für die Süd- und Ostküste sind dagegen eine Anzahl weiter, flacher Meerbusen und dazwischen befindliche, in felsige Vorgebirge endende Landvorsprünge. Diese Abschnitte sind zugänglicher als die Nord- und Westküste. Die wichtigsten Buchten der Südküste sind von Westen nach Osten die Golfe von Cádiz, Málaga und Almería sowie die Bucht von Cartagena, an der Ostküste die Bahía von Alicante und der Golf von Valencia. Die größten Flüsse Spaniens sind der Duero, der Tajo und der Ebro.



    Klima
    Das Klima in Spanien kann grob in folgende Zonen gegliedert werden:

    Atlantisches Klima: an der nördlichen Atlantikküste: Galicien, Asturien, Kantabrien, Baskenland, Navarra.
    Vor allem im Winter Niederschläge, sehr milde Winter und Sommer (siehe Klimadiagramm von Santander).
    Ozeanisch-Kontinentales Klima: im Zentrum der Iberischen Halbinsel: Kastilien-León, Madrid, La Rioja, Kastilien-La Mancha, Extremadura und Andalusien.
    Sehr kalte Winter mit regelmäßigen Schneefällen im Norden und heiße Sommer, hauptsächlich im Winter Niederschläge.
    Kontinentales Mittelmeerklima: in Aragón, Katalonien, Valencia (Hinterland), Murcia, Kastilien-La Mancha und Andalusien.
    Niederschläge vor allem in Frühling und Herbst. Heiße Sommer und kalte Winter; die täglichen Temperaturschwankungen können 25 °C betragen.
    Mittelmeerklima: in Katalonien, auf den Balearen, in Valencia, Murcia und Andalusien.
    Niederschläge fallen vor allem im Frühjahr und Herbst, zum Teil wolkenbruchartig (erste Septemberwoche). Durch die von Norden nach Süden abnehmende Niederschlagsmenge (Barcelona 640 mm, Tortosa 524 mm, Valencia 454 mm, Alicante 336 mm, Almería 196 mm) kann das Mittelmeerklima in ein feuchtes und trockenes unterschieden werden. Die Temperaturen sind im Winter mild, im Sommer ist es heiß, teilweise auch heiß-feucht.
    Subtropisches Klima: auf den Kanaren.
    Milde Temperaturen (18 °C bis 24 °C) fast über das ganze Jahr, einen Winter gibt es so gut wie nicht (Durchschnittstemperaturen in Santa Cruz de Tenerife: 17,9 °C im Januar und und 25,1 °C im August). Die Niederschläge auf den Kanaren variieren sehr stark in den einzelnen Regionen der Inseln.
    Gebirgsklima: in den Höhenlagen der Pyrenäen, des Kastilischen Scheidegebirges und der Betischen Kordillere.
    Lange, kalte Winter und kurze frische Sommer.

    Flora und Fauna
    Die Vegetation der Iberischen Halbinsel teilt sich in drei große Bereiche auf:

    Vegetation des feuchten Spanien: Eichen, Buchen
    Vegetation des trockenen Spanien: immergrüne Eichen und Palmen (Steineichen, Korkeichen), Pinien
    Vegetation der Gebirge je nach Höhe: Steineichen, Korkeichen, Eichen, Kastanien, Wiesen, Tundra
    Intensiver Anbau von Kulturpflanzen erfordert Bewässerungsanbau.


    Bevölkerung

    Sprachen
    In Spanien werden überwiegend Spanisch, Katalanisch und Galicisch, sowie das Baskische gesprochen. Die spanische Sprache ist im gesamten Staatsgebiet Amtssprache, während die anderen drei nur in den entsprechenden Autonomen Gemeinschaften diesen Status genießen.

    Ferner wird in der Autonomen Gemeinschaft Valencia eine Variation des Katalanischen, Valencianisch, und auf den Balearen eine weitere lokale Variante des Katalanischen, das Mallorquinische, gesprochen. Daneben existieren einige Minderheitensprachen, welche von einer geringen Anzahl von Menschen gesprochen werden. Zu diesen zählt Asturisch-Leonesisch, Aragonesisch und Aranesisch. In Melilla spricht die masirische Minderheit zudem Tamazight, in Olivenza (Extremadura) wird noch teilweise Portugiesisch gesprochen.

    Während der Urlaubssaison arbeiten in den Tourismusregionen auch Saisonarbeiter aus Deutschland und Polen, vielfach auch Südamerikaner. In einigen Tourismusregionen wie der Costa Blanca oder der Costa del Sol sind vergleichsweise viele Deutsche und Engländer dauerhaft ansässig.

    Als Fremdsprachen werden meist Englisch und Französisch gesprochen. Jüngere Spanier sprechen als Fremdsprache zumeist Englisch, Ältere eher Französisch. In der breiten Bevölkerungsmasse sind anwendbare Fremdsprachenkenntnisse aber nach wie vor nicht die Regel. In von Touristen gerne besuchten Gebieten am Mittelmeer, den Balearen und auf den Kanarischen Inseln ist zum Teil Deutsch gebräuchlich.

    In Katalonien wird an den Schulen und Universitäten größtenteils auf Katalanisch gelehrt; Spanisch darf dort jedoch von allen Studenten in Unterricht und Klausuren benutzt werden.


    Religion
    Spanien ist ein vorwiegend katholisches Land. 92 % der Bevölkerung (Stand: 2000) gehören offiziell der römisch-katholischen Kirche an. Im Rahmen einer Studie des staatlichen Meinungsforschungsinstitutes Centro de Investigaciones Sociológicas im Jahr 2002 gaben hingegen nur 80 % der Befragten an, Katholiken zu sein. 12 % bezeichneten sich als nicht religiös. Finanziert wird die katholische Kirche vom spanischen Staat auf Grundlage eines Vertrages zwischen diesem und dem Heiligen Stuhl. Da also in Spanien die katholische Kirche nicht aus direkt entrichteten Steuern der Gläubigen finanziert wird, bringt ein offizieller Kirchenaustritt somit keine finanziellen Vorteile. Innerhalb der katholischen Kirche gibt es die in sich sehr stark geschlossene Gruppierung Opus Dei.

    Die Muslime machen 0,5 %, die Protestanten 0,3 % der Bevölkerung aus. Juden, Angehörige anderer Konfessionen und Konfessionslose stellen 7,2 % der Bevölkerung.

    Siehe auch: Katholische Kirche in Spanien, Islam in Spanien, Protestantismus in Spanien, Judentum in Spanien

    Größte Städte
    Städte mit über 100.000 Einwohnern, mit Einwohnerzahl. (Stand: 1. Januar 2005)

    Madrid – 3.155.359
    Barcelona – 1.593.075
    Valencia – 796.549
    Sevilla – 704.154
    Saragossa – 647.373
    Málaga – 558.287
    Murcia – 409.810
    Las Palmas de Gran Canaria – 378.628
    Palma de Mallorca – 375.773
    Bilbao (bask. Bilbo) – 353.173
    Valladolid – 321.713
    Córdoba – 319.692
    Alicante – 319.380
    Vigo – 293.725
    Gijón – 273.931
    L'Hospitalet de Llobregat – 252.884
    La Coruña – 243.349
    Granada – 236.982
    Vitoria – 226.490
    Santa Cruz de Tenerife – 221.567
    Badalona – 218.553
    Elche – 215.137
    Oviedo – 212.174
    Móstoles – 204.463
    Cartagena – 203.945
    Alcalá de Henares – 197.804
    Sabadell – 196.971
    Jerez de la Frontera – 196.275
    Fuenlabrada – 195.131
    Terrassa – 194.947
    Pamplona – 193.328
    Santander – 183.955
    San Sebastián – 182.930
    Almería – 181.702
    Leganés – 181.248
    Burgos – 172.421
    Castellón de la Plana – 167.455
    Alcorcón – 162.524
    Salamanca – 160.331
    Albacete – 159.518
    Getafe – 157.397
    Huelva – 145.150
    Logroño – 144.935
    Badajoz – 143.019
    San Cristóbal de La Laguna – 141.627
    León – 136.414
    Cádiz – 131.813
    Tarragona – 128.152
    Lleida – 124.709
    Marbella – 124.333
    Santa Coloma de Gramenet – 118.129
    Mataró – 116.698
    Jaén – 116.540
    Dos Hermanas – 112.273
    Algeciras – 111.283
    Torrejón de Ardoz – 109.483
    Ourense – 108.358
    Alcobendas – 103.149

    Geschichte
    Hauptartikel: Geschichte Spaniens

    Die Ureinwohner der Pyrenäenhalbinsel waren die Kelten und die Iberer, nach denen auch die Halbinsel benannt worden ist. Im 11. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich die Phönizier an der Südküste an; die berühmteste von ihren Kolonien war Cádiz (Gades). Die Bezeichnung Spanien leitet sich von der römischen Bezeichnung "Hispania" ab (phönizisch "Küste der Klippschliefer"; was die Phönizier für Klippschliefer hielten, waren in Wirklichkeit Kaninchen). Geprägt wurde das Land auch durch die jahrhundertelange arabische Vorherrschaft, deren Erbe sich sowohl in der Architektur als auch in der Sprache niedergeschlagen hat. Mit der Vertreibung der Mauren von der iberischen Halbinsel (Wiedereroberung - Reconquista) und der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 stieg Spanien vorübergehend zur Weltmacht auf.


    Politik
    Gemäß der Verfassung vom 6. Dezember 1978 ist Spanien ein sozialer und demokratischer Rechtsstaat mit der Staatsform einer parlamentarischen Monarchie (Art. 1, Abs. 3 der spanischen Verfassung). Der Königstitel ist erblich. Der derzeitige König ist Juan Carlos I. Der König ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Thronfolger ist Prinz Felipe de Borbón y Grecia, der gleichzeitig den Titel Fürst von Asturien (Príncipe de Asturias) trägt. Wohnsitz der Königsfamilie ist der Palacio de la Zarzuela in Madrid.

    Die Rolle der spanischen Krone wird in der Verfassung im Wesentlichen auf repräsentative Funktionen beschränkt. Darüber hinaus gehende Funktionen des Königs sind die Bestätigung von Gesetzen und die Ernennung und die Entlassung des Regierungschefs.

    Das oberste Gesetzgebungsorgan in Spanien ist das Parlament, die Cortes Generales. Die Cortes unterteilen sich in zwei Kammern, das Abgeordnetenhaus (Congreso de los Diputados) und den Senat (Senado). Die zwischen 300 und 400 Mitglieder des Abgeordnetenhauses werden per Direktwahl für vier Jahre gewählt. Der Senat besteht aus 259 Sitzen. Davon werden 208 Mitglieder direkt vom Volk gewählt und die restlichen 51 von den Parlamenten der Autonomen Gemeinschaften bestimmt. Senatoren werden für eine Amtszeit von vier Jahren ernannt.

    Der Ministerpräsident (Presidente del Gobierno, wörtlich übersetzt „Regierungspräsident“) und die Regierungsmitglieder werden vom Abgeordnetenhaus gewählt. Derzeitiger Ministerpräsident ist José Luis Rodríguez Zapatero vom sozialdemokratischen Partido Socialista Obrero Español (PSOE). Amtssitz ist der Palacio de la Moncloa in Madrid.

    Spanien ist seit Januar 1986 Mitglied der Europäischen Union (bis 1992: „Europäische Gemeinschaft“).

    Siehe auch: Politische Parteien in Spanien, Liste der spanischen Ministerpräsidenten, Euskadi Ta Askatasuna (ETA)


    Autonome Gemeinschaften
    Hauptartikel: Autonome Gemeinschaften Spaniens

    Spanien gliedert sich administrativ in 17 Autonome Gemeinschaften oder Regionen (Comunidades Autónomas), vergleichbar den deutschen Bundesländern, und in die zwei Autonomen Städte Ceuta und Melilla. Die Autonomen Gemeinschaften selbst gliedern sich ihrerseits in insgesamt 50 (52 mit Ceuta und Melilla) Provinzen (provincias), die fast alle nach ihrem jeweiligen Verwaltungssitz benannt sind.

    Kämpfe gibt es u. a. um die Autonomie des Baskenlandes, deren blutige Form die ETA betreibt. Katalonien strebt auf politischem Wege die Unabhängigkeit an.


    Wirtschaft
    Mit dem demokratischen Wandel in der Zeit nach 1975, dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft im Jahr 1986 und der Teilnahme an der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion hat Spanien die Grundlage für einen langanhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung gelegt. Die Industrie des Landes wurde sukzessive liberalisiert und modernisiert. Hieraus sind einige international erfolgreich agierende Unternehmen hervorgegeangen, z.B. Iberia, Seat, Telefonica, Zara oder Endesa. Die Öfnung Spaniens für den internationalen Wettbewerb zog umfangreiche ausländische Direktinvestitionen an.


    Währung
    Die Währung in Spanien ist seit dem 1. Januar 2001 der Euro, der, wie in allen Ländern der Eurozone, ab 2002 die Peseten auch als offizielles Zahlungsmittel ersetzte. Der Wechselkurs zur vorigen Währung, pesetas (PTS), betrug: 1 € = 166,386 PTS bzw. 1 PTS = 0,6010 €-Cent. Nach wie vor werden noch Preise in Peseten angegeben, gerade bei teuren Gütern die nicht allzu häufig gekauft werden wie Autos oder Wohnungen. Als großzügig abkürzende Größenordnung werden hierbei gerne Millionen PTS, Million Pesetas verwendet: so kostet z. B. eine Wohnung in der Umgangssprache 25 Mio. PTS oder ein Auto 2 Mio. PTS. 1.000.000 PTS entsprechen 6.010,12 €, also rund 6000 €.

    500 Peseten entsprechen ziemlich genau 3,0051 Euro. Daher kann mit Dividieren durch 500 und anschließendem Multiplizieren mit 3 recht einfach von Peseten auf Euro umgerechnet werden. Umgekehrt können Euro durch Dividieren mit 3 und anschließendem Multiplizieren mit 500 einfach auf Peseten umgerechnet werden.

    In Gesprächen wird gelegentlich noch die Währungseinheit Duro benutzt. Ein Duro entspricht 5 Peseten, also ungefähr 3 Cent. Um von Euro auf Duro umzurechnen, reicht es, den Eurobetrag durch 3 zu dividieren und anschließend zwei Nullen anzuhängen (oder mit 100 multiplizieren).


    Bruttoinlandsprodukt
    Spanien nimmt gegenwärtig unter den Industrienationen mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,120 Mrd. US$(geschätzt 2005) den 8. Rang ein. Das BIP/Kopf hat sich auf 27.074 US$ gesteigert.

    Die Struktur der spanischen Wirtschaft weist eine für Industrienationen relativ typische Verteilung auf:

    67% Dienstleistungen
    18% verarbeitende Industrie
    9% Bauwirtschaft
    3% Landwirtschaft.
    Wichtigste Wirtschaftszweige der spanischen Wirtschaft sind der Tourismus, der Bau, die Kommunikations und Informationstechnik, metallverarbeitende Industrie, Maschinenbau, Landwirtschaft und petrochemische Erzeugnisse.

    Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt betragen 0,96%. Die Arbeitslosenquote liegt bei 11,4%, die Inflationsrate bei 3,1%.

    Die Staatseinnahmen von 274,6 Mrd. € setzen sich

    zu 29% aus der Einkommensteuer,
    zu 35% aus der Körperschaftssteuer zusammen.
    Die Staatsausgaben betragen 275,2 Mrd. €, das Haushaltsdefizit beträgt 0,3% des Bruttoinlandsprodukts.


    Tourismus
    Spanien ist das zweitbeliebteste Urlaubsland weltweit nach Frankreich und Ziel von 7% aller Touristen. 2004 brachte der Tourismus Spanien Einnahmen in Höhe von 35,7 Mrd. €. Zwischen Januar und November 2005 haben ca. 52,4 Mio. ausländische Touristen Spanien besucht, dies sind 6,2% mehr als in der entsprechenden Periode des Vorjahres.

    Katalonien ist das wichtigste touristische Ziel in Spanien: 25,3% aller Touristen sind dorthin gereist, 12,7% mehr als im Vorjahr. Zweitwichtigstes Touristenziel sind die Balearen, sie wurden von 9,4 Mio. Touristen besucht, 1% mehr als im Vorjahr. Danach kommen Andalusien mit 7,6 Mio. Touristen (1,3% mehr) und das Land Valencia mit 4,8 Mio. (9,5% mehr).

    Beliebte Reiseziele (mit viel besuchten Orten) sind :

    Pyrenäen
    Balearen
    Kanarische Inseln
    Costa Brava
    Barcelona
    Salou
    Gerona
    Costa Dorada
    Costa del Sol
    Costa de la Luz
    Costa Blanca
    Benidorm
    Sierra Nevada

    Landwirtschaft
    54 % der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt, Bewässerungsfeldbau wird auf ca. 20,1 % der Anbaufläche betrieben. 144 000 km² der Landesfläche sind bewaldet. In Spanien werden folgende Agrarprodukte hergestellt: Getreide (vor allem Weizen und Reis), Gemüse, Oliven, Weintrauben, Zuckerrüben, Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen, Fleisch (Schaf, Ziege, Kaninchen, Geflügel), Milchprodukte (z.B. Manchego-Käse), Seefisch und Meeresfrüchte.


    Wohnungen
    Viele Spanische Familien haben neben einer Wohnung in der Stadt ein Wochenendhaus auf dem Land oder am Meer. Nach Zahlen der Banco de España gab es Ende 2005 in Spanien ~23,7 Mio. Wohnungen und 15,39 Mio. Haushalte. Damit kommen auf einen spanischen Haushalt 1,54 Wohnungen die höchste Rate der Welt. 85% der spanischen Wohnungen werden von ihren Eigentümern bewohnt, 15% vermietet.

    Der spanische Durchschnittspreis für eine neue Wohnung beträgt 2.510 €/m² (Dezember 2005). Die Wohnungspreise sind aber regional unterschiedlich ausgeprägt.


    Staatsausgaben
    Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

    das Gesundheitswesen bei 6%
    das Bildungswesen bei 4%
    das Militär bei 3%

    Infrastruktur

    Straßennetz
    Spanien verfügt über ein gut ausgebautes Straßen- und Autobahnnetz von 663.795 km Länge. Das Straßennetz ist zum allergrößten Teil befestigt. Das Fernstraßennetz umfasst Nationalstraßen, carreteras nacionales, und Autobahnen, den sogenannten autovías (gebührenfrei) und autopistas (mautpflichtig, de peaje). An den Zahlstellen der gebührenpflichtigen autopistas kann mit Bargeld oder Kreditkarte bezahlt werden.

    Teilweise verlaufen gebührenpflichtige Autobahnabschnitte parallel zu gebührenfreien. Rund um Ballungszentren gibt es meist gebührenfreie autovías, viele Fernverbindungen sind gebührenpflichtig.

    Die Höchstgeschwindigkeit beträgt:

    innerhalb geschlossener Ortschaften 50 km/h
    auf Landstraßen 90 km/h
    auf Landstraßen mit einem Randstreifen von mindestens 1,5 m Breite oder einer zusätzlichen Fahrspur 100 km/h
    auf den Autobahnen 120 km/h
    Seit Sommer 2005 werden in Spanien Geschwindigkeitskontrollen mit stationären Radargeräten durchgeführt.

    In geschlossenen Ortschaften nachts immer mit Abblendlicht fahren. Vorsicht beim Einfahren in Autobahnen: hier gilt zwar wie im deutschen Sprachraum „Vorfahrt gewähren“, jedoch wird einfahrenden Autofahrern oft nicht Platz zum Einscheren eingeräumt.

    Für Linksabbieger gibt es gelegentlich eine Art „Wartespur“ in der Mitte der Straße, von dieser Wartespur kann dann nach rechts in auf die Fahrspur eingeschert werden.

    Seit Juli 2004 sind in Spanien Warnwesten gesetzlich vorgeschrieben. Diese müssen bei Unfällen und Pannen getragen werden. Reservelampen für die Fahrzeugbeleuchtung und zwei rote Warndreiecke müssen ebenso im Kraftfahrzeug sein. Grüne Versicherungskarten sind zwar nicht Pflicht, aber empfehlenswert, da die Polizei mit ihnen vertraut ist.

    In den letzten Jahren hat die Zahl der PKW und die Verstädterung in Spanien stark zugenommen. In Spanien gibt es 467 KFZ/ 1000 Ew. 78% der Bevölkerung leben in Städten; die Bevölkerungsdichte beträgt 82 Ew/km². Vielerorts herrscht auch durch die engen Straßen akute Parkplatznot. Eine durchgezogene gelbe Linie am Fahrbahnrand weist auf ein Parkverbot hin. Die lokale Polizei besitzt oftmals eigene Abschleppwagen. Die Parkgebühren in Ballungsräumen liegen auf demselben Niveau wie in Metropolen im deutschsprachigen Raum. In manchen Ballungsräumen (Madrid, Barcelona) sind die Straßennetze gerade im Berufsverkehr örtlich überfordert; teilweise gibt es Verkehrsleitsysteme wie in Valencia.


    Fahrrad
    Fahrradfahren wird von den Spaniern zuerst als sportliche Betätigung aufgefasst; als Verkehrsmittel wird das Fahrrad selten genutzt. Fahrradfahrer sind im Straßenverkehr rechtlich nicht besser gestellt, wie dies beispielsweise in Deutschland der Fall ist. Fahrradwege sind meist nur in touristisch attraktiven Regionen bekannt. Die einzelnen Radwege sind oftmals nicht miteinander verknüpft.


    Fernbusnetz
    Spanien verfügt über ein sehr gut ausgebautes Busnetz. In kleinen und großen Städten gibt es spezielle Busbahnhöfe. Das Busnetz verbindet insbesondere kleinere Städte und Dörfer, aber es gibt auch überregionale Linien und internationale Verbindungen. Busfahren ist in Spanien vergleichsweise billig.


    Schifffahrt
    Auf 1045 km Kanälen und Flüssen ist Binnenschiffahrt möglich.

    Die größten Seehäfen sind Barcelona, Valencia, Bilbao, Gijón und Santa Cruz de Tenerife. Zwischen der Iberischen Halbinsel und den Balearen gibt es eine Reihe von Fährverbindungen.


    Bahnnetz
    Das Bahnnetz (traditionell Breitspur) der staatlichen Eisenbahngesellschaft RENFE wird durch ein normalspuriges Hochgeschwindigkeitsnetz (AVE, ungefähr 525 km Streckennetz) ergänzt. Das Fernverkehrssystem wird Grandes Líneas genannt, der AVE ist hiervon ausgenommen. Die RENFE betreibt in den Ballungszentren lokale S-Bahn-Netze, die sogenannten Cercanías. In folgenden Regionen gibt es Cercanías-Netze: Asturias, Barcelona, Bilbao, Madrid, Málaga, Murcia/ Alicante, Santander, San Sebastián, Sevilla und Valencia. Schmalspurstrecken werden von regionalen Gesellschaften betrieben.

    Die spanischen Fernverkehrszüge der Grandes Líneas werden in Tag- und Nachtzüge unterschieden. Tagzüge sind der Alaris, Altaria, Arco, Euromed, Talgo, Intercity und Diurno. Nachtzüge sind der Trenhotel und Estrella. Diese Zugtypen unterscheiden sich in ihrer Bauart und fahren auf festgelegten Strecken. Eine Klassifizierung nach der Zug-Geschwindigkeit und Haltepunktdichte wie im deutschen Sprachraum gibt es in Spanien nicht. Fahrkarten werden nicht für eine Strecke, sondern für ein Produkt verkauft.

    Die Städte Barcelona, Bilbao, Madrid und Valencia verfügen über U-Bahn- oder Metronetze, in Sevilla und Palma de Mallorca sind entsprechende Netze im Aufbau. Einige Städte wie Alicante und Barcelona besitzen neu eröffnete Straßenbahnnetze.


    Flughäfen
    Rund 40 Städte verfügen über einen Flughafen für Verkehrsmaschinen. Die größten spanischen Fluggesellschaften sind Iberia, Spanair, Vueling und Air Europa. Die Flughäfen von Madrid und Barcelona sind unter den Top 10 der Passagierzahlen der europäischen Flughäfen.

    Zwischen den Flughäfen Madrid und Barcelona gibt eine Luftbrücke, puente aéreo: zwischen 07:00 und 23:00 starten in sehr kurzem Zeitabstand zahlreiche Flüge. Die puente aéreo wird von der spanischen Fluggesellschaft Iberia betrieben.


    Passagierstatistik (2005)
    Flughafen Madrid (41.963.197)
    Flughafen Barcelona (27.131.448)
    Palma de Mallorca (21.242.299)
    Flughafen Malaga (12.669.187)
    Flughafen Gran Canaria (9.827.151)
    Flughafen Alicante (8.796.321)
    Flughafen Tenerife Süd (8.631.778)
    Flughafen Lanzarote (5.467.499)
    Flughafen Valencia (4.646.404)
    Flughafen Ibiza (4.164.701)
    Flughafen Fuerteventura (4.071.875)
    Flughafen Bilbao (3.843.253)
    Flughafen Teneriffa Nord (3.754.333)
    Flufhafen Gerona-Costa Brava (3.533.567)
    Flughafen Sevilla (3.522.134)
    Flughafen Menorca (2.590.515)
    Flughafen Santiago de Compostela (1.843.211)
    Flughafen Murcia-San Javier (1.416.533)
    Flughafen Reus (1.381.979)
    Flughafen Jerez (1.296.934)
    Flughafen Asturias (1.251.495)
    Flughafen La Palma (1.145.600)
    Flughafen Vigo (1.108.718)
    Flughafen Almería (1.073.585)

    Kultur
    Literatur: Miguel de Cervantes, Tirso de Molina, Lope de Vega, Pedro Calderón de la Barca, Francisco de Quevedo, Rosalía do Castro, Federico García Lorca, Camilo José Cela, Javier Marías, Arturo Pérez-Reverte, Manuel Vázquez Montalbán, Miguel Delibes, José Zorrilla
    Musik: Flamenco, Manuel de Falla, Paco de Lucía, Joaquín Rodrigo, Pablo Sarasate
    Film: Pedro Almodóvar, Luis Buñuel, Carlos Saura, Julio Médem, Alejandro Amenábar, Alex de la Iglesia
    Malerei: Pablo Picasso, Salvador Dalí, Diego Velázquez, El Greco, Joan Miró, Francisco de Goya, Bartolomé Esteban Murillo
    Bildhauerei: Eduardo Chillida
    Architektur: Antoni Gaudí, Santiago Calatrava, César Manrique

    Medien
    Die meisten überregionalen Tageszeitungen erscheinen in der Hauptstadt Madrid: El País (durchschnittliche Auflage im Jahr 2003 ca. 561.000 Exemplare, gehört zur Mediengruppe PRISA), El Mundo (379.000), ABC (346.000) und La Razón (205.000). In Barcelona erscheinen La Vanguardia (240.000) und die wichtige regionale Zeitung El Periódico de Catalunya (221.000). Von Bedeutung sind auch täglich erscheinende Sport-Medien wie Marca (549.000) und As (303.000), die meisten Spanier lesen Regionalzeitungen, fast jede größere Stadt im Land hat hier ein Angebot, beispielsweise Diario de Sevilla oder auch Diario de Mallorca.

    Zur Rundfunkanstalt Radiotelevisión Española (RTVE) gehört unter anderem auch das spanische Fernsehen Televisión Española (TVE). Dieses betreibt zwei Sender, TVE 1 und TVE 2. Private TV-Programme sind Antena 3, Telecinco und, seit dem 7. November 2005, Cuatro. Das Fernsehprogrammangebot wird durch regionale Fernsehsender abgerundet. Im Bereich des digitalen Fernsehens gibt es die Angebote Digital+ und Auna. Der ehemals teilweise frei empfangbare Sender Canal+, der durch Cuatro ersetzt wurde, ist in das Digital+-Angebot eingegangen.

    Zum Rundfunk siehe Hörfunk in Spanien.


    Sport
    Fußball ist in Spanien der mit Abstand wichtigste Publikums- und auch ein viel betriebener Breitensport. Weitere Mannschaftssportarten sind Basketball, Handball und Volleyball, an den Universitäten erfreut sich außerdem Rugby großer Beliebtheit.

    Der Motorsport, insbesondere Rallye, Formel 1 und Motorradrennen, genießen die Aufmerksamkeit der Zuschauer.

    Ein großes Radsportereignis ist die Vuelta, weitere international beachtete Rennen sind die Baskenland-Rundfahrt, die Katalonien-Rundfahrt und das Clásica San Sebastián. Bedeutende Individualsportarten sind Tennis, Padel, ein relativ neues, dem Tennis ähnliches Spiel, und Golf. Im Nordosten Spaniens und im Lande Valencia wird Pelota, der baskische Nationalsport, gespielt.

    Ein typisch spanisches Spektakel ist der Stierkampf, der nicht als Sportart angesehen wird. Nach Meinung seiner Anhänger ist er als eine Kunst anzusehen, in der Eleganz und Ästhetik eine wichtige Rolle spielen. In den Augen vieler Kritiker stellt er eine archaische und brutale Tradition dar, die es aufgrund der mit ihr verbundenen Tierquälerei nicht wert sei, in ihrer heutigen Form fortgeführt zu werden.



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