Kommt der KRIEG zu UNS?

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    Re: Kommt der KRIEG zu UNS?

    M.M.Hanel - 30.07.2006, 14:44

    Kommt der KRIEG zu UNS?
    Kommt der Krieg zu uns?


    Selten wurde in der Türkei so viel über Politik gesprochen wie in diesem Jahr. Das Ganze hatte eigentlich mit dem 11. September (2001) begonnen. Kaum jemand glaubte an einen rein muslimischen Terrorakt. Nach meinen inoffiziellen Umfragen denken heute noch mindestens 80 Prozent der Türken (und zwar nicht nur in der Türkei), dass 9/11 von „irgendwelchen fanatischen und verrückten“ Kräften innerhalb der USA (und Israel) inszeniert worden sei. Die folgenden US-Angriffe auf Afghanistan und Irak erscheinen als die schrittweise Umsetzung eines umfassenden und von langer Hand geplanten Projektes. Demnach gilt es, die amerikanische Welthegemonie zu sichern und Israel ein für alle mal eine sichere Existenz im Nahen Osten zu verschaffen.

    Als die US-Außenministerin Condoleezza Rice vor einigen Tagen sagte, dass die „Zeit für einen neuen Nahen Osten gekommen“ ist, steigerte sich hier bei uns die Aufregung. Das „Greater Middle East Project“ Pentagons wird im Türkischen als „BOP“ abgekürzt. Okay Gönensin, früherer Chefredakteur der linksliberalen und republikanischen „Cumhuriyet“ (mein Chef, als ich Deutschland-Korrespondentin dieser Zeitung war), hat heute eine Kolumne in der liberalen „Vatan“. Neulich kommentierte er:

    „Palästina drohte zu einem Staat unter der Herrschaft des radikalen Islam zu werden – das wird durch Israels Hilfe verhindert. Es wird so bald keinen wirklichen Staat in Palästina geben. Der Libanon war nicht souverän in seinen Gebiet. Von Syrien und dem Iran unterstützte radikal islamistische Organisationen, vor allem die Hisbollah, waren zu einer wirksamen militärischen und politischen Kraft herangewachsen. Jetzt wird zwar ein Teil Libanons von Libanesen regiert, aber im Süden wird eine ´internationale Schutztruppe´ dauerhaft stationiert. Diese wird mit der Befugnis ausgestattet, Hisbollah jedes Mal den Kopf einzuschlagen.

    Der Irak wird in drei Staaten geteilt. Zuerst wird der iranisch-syrische Einfluß auf die Schiiten gebrochen. Die Sunniten werden von den Radikalen befreit. Dann wird der Irak geteilt. Am anderen Ende des Plans steht die ´Zähmung´ Syriens und des Iran. Wenn das größtenteils gelungen ist, wird der Nahe Osten unter einer internationalen politischen und militärischen Herrschaft unter der faktischen Führung der USA neu geordnet sein.“


    Gönensin sagt weiter, dass dieser in Washington am Schreibtisch und Computer entworfene Plan „funktionstüchtig“ aussehen mag, aber sehr viel, sehr sehr viel Menschenleben kosten wird.


    Welche Rolle kommt in diesem Bild der Türkei zu? Darüber zerbricht sich hier im Moment jeder den Kopf. Washington scheint von der jetzigen, allein regierenden Tayyip-Erdogan-Regierung nicht mehr viel zu erwarten. Auch wenn Erdogan nach Außen den Staatsmann kehrt und zum Beispiel in einem jüngsten CNN-Interview „sich nicht zu der Schuldfrage“ im Libanon-Krieg äußern, das heißt Israel nicht offen beschuldigen wollte, kann man davon ausgehen, dass viele seiner Abgeordneten und in der Parteibasis große Anhänger des Hisbollah-Chefs Nasrallah sind – wie mindestens drei Viertel aller Muslime überall (da auch die meisten Deutschen gegen Israel sind, führt das nicht zu einer hitzigen Debatte über muslimische Loyalitäten wie etwa nach dem 9/11 oder der Ermordung van Goghs). Deshalb wird sich Erdogan auch nicht an einer „Friedenstruppe“ beteiligen. Stelle man sich vor, türkische Soldaten müssten auf Palästinenser schießen! Undenkbar. Deshalb ist Erdogan für Washington vielleicht nicht mehr haltbar. Die Alternative? Eine Koalitionsregierung, die williger ist, plus eine US-nahe, mächtige Armeeführung, mit der man reden kann. Warum sind über 200 Tausend türkische Soldaten gerade an der Südgrenze stationiert worden?


    Das Ganze hängt natürlich auch mit den Kurden zusammen. Ihre Führer setzen auf die USA und Israel, weil sie sich davon ein Groß-Kurdistan erhoffen. Wenn nicht jetzt, dann nie, sagen sie sich und kümmern sich genauso wenig um das fließende Blut wie ihre großen Brüder. Ein kurdischer Staat aber soll auch Meereszugang haben - entwder in Syrien oder an der Schwarzmeerküste. Soll der türkische Schwarzmeerhafen Trabzon dem neuen „Kurdistan“ zugeschlagen werden, wie übrigens auch Südostanatolien ab Diyarbakir? Soll Armenien vielleicht „nicht leer ausgehen“ und Van mit dem symbolischen Berg Ararat bekommen? Eine solche „Zukunftskarte“ erschien jedenfalls neulich in einem amerikanischen Militärmagazin namens “Armed Forces Journal” und sorgte in der Türkei für große Aufregung (siehe oben).

    Alles Hirngespinste?


    Niemand weiß es, und alle haben Angst. Denn die Abtrennung eines großen Gebietes von der Türkei wird, das steht felsenfest, nicht ohne einen äußerst blutigen Bürgerkrieg vonstatten gehen. Grenzen werden nur nach Kriegen neu gezogen. Aus der Ferne und am Schreibtisch zu sagen, dass eine „neue Türkei gegründet“ werden soll, ist leicht. Aber die Trennung zwischen Millionen von Kurden, die in der Westtürkei verwurzelt, verschwägert und verheimatet sind, von den Türken, die Ethnisierung des Alltags, die wirklich wachsende Kurden- und Türkenfeindlichkeit werden verheerende Folgen für uns alle haben. Darüber freuen sich nur die Falken: nicht nur türkische, sondern auch kurdische; nicht nur in Istanbul und Diyarbakir, sondern auch in Düsseldorf und Berlin. Das Tüpfelchen auf dem I der Konspirationstheorien a la turca sagte eine Freundin mir neulich: Washington wolle die Türken und Kurden miteinander Krieg führen lassen, um zum Schluß mit dem Sieger zu verhandeln. Über Krieg & Frieden bald mehr.

    Samstag, Juli 29th, 2006 um 11:49 pm in Allgemein. Kommentare als RSS 2.0 Feed. Kommentar schreiben oder Trackback über Ihre Webseite.
    http://taz.de/blogs/istanbulblog/2006/07/29/kommt-der-krieg-zu-uns/



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