Drachenauge - Silberflügel

Die Zuflucht in Ashenvale
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    Re: Drachenauge - Silberflügel

    Schandris - 22.07.2006, 23:03

    Drachenauge - Silberflügel
    Drachenauge – Silberflügel

    Oben am Himmel kreist einsam ein Falke. Die Schwingen sind silbern und sein Schrei halt über die Berge der Zwerge. Verflucht zu Einsamkeit wurde er vor Jahrtausenden. Ewig allein zu sein, bis seine Schuld gesühnt ist. Diese Schuld lastet auf seinen Flügel wie Blei.
    Der majestätische Vogel lässt sich auf einer Bergspitze nieder und schaut in den Himmel. Früher konnte er alles an einem tag überfliegen und seine Augen beobachteten die Völker des Bodens.
    Mit traurigem Blick senkt das Tier den Kopf und putzt sich sein Gefieder. So lange, lange Zeit war es her, als er verflucht wurde. Und trotz der Jahrtausenden und dem Tod aller, die ihn verflucht hatten, blieb der Bann bestehen. Wie lange sollte der Verfluchte wohl noch auf seine Erlösung warten?
    Sein Blick folgt der untergehenden Sonne und Silberflügel erhebt sich trauernd von der Bergspitze. Zurück in ein kleines Nest knapp unter der Baumgrenze. Dort legte sich der Vogel in sein Nest und schloss die Augen.
    Seine Gedanken schweiften. Zurück in eine Zeit, als die Drachen noch über den Himmel flogen und die Menschen noch jung waren, sehr jung. Gerade hatten sich die Angelusier und die Drachen genähert. Die Elfen streiften noch durch die Lande und hüteten allerorts die Natur. Feen schwirrten glücklich durch die Wälder und Wiesen. Die Felidaris streunten frei und unbeschwert herum und waren allerorts noch gern gesehen. Denn nur selten war in deren Nähe kein Drache. Die Wüste wurde noch nur von den Echsenmenschen, den Reptroren bewohnt. Zentauren und Minotauren übten ihre Fertigkeiten auf den Steppen und die Zwerge wanderten auf der Suche nach Wissen der Metallbearbeitung herum.
    Diese Zeit war voller Wunder und Magie. Frieden soweit das Auge reichte. Jeder war mit dem zufrieden was er hatte. Jeder? Nein, einer war es nicht. Ein Drache sah dem treiben der Völker mit größter Missgunst zu. Vor allem die Menschen waren ihm ein Dorn im Auge. So viel Hass auf dieses junge Volk, die vor Unwissenheit ihm zu ewiger Trauer verdammt hatte.
    Bevor die ersten Elfen die Menschen entdeckten, hatte sich eine Felidaris an sie gewagt. Neugierig war diese näher an das neue Volk getreten.
    Doch die Menschen dachten, sie wäre ein Raubtier und würde sie angreifen. Voller Furcht griffen sie die Felidaris an und töteten sie. Die Katzenfrau war die Begleiterin des gegrämten Drachens gewesen. Erst Tage später hatte er ihren Leichnam gefunden und voller Trauer hatte er sie begraben. Tage darauf griff er wütend das Dörfchen an. Die Flammen loderten wild und verschlagen Man, Frau und Kind. Auf den Ruinen des Dorfes errichtet der Drachen ein schwarzes Mahnmal.
    Wochen später fanden einige Elfe dieses Mal. Sie fanden noch einige Überlebenden und erklärten denen ihren fatalen Fehler. Doch der Drache war immer noch so wütend, dass er jeden Menschen, der ihm zu nahe kam tötete.
    Derweil war in den Dörfern der Felidaris große Trauer. Die Katzenmenschen spürten es, wenn jemand aus ihrem Volk starb. Viele Drachen wohnten der Trauerfeier bei. Die getötete Felidaris war eine Anführerin gewesen. Furchtlos und unerschrocken war sie gewesen. Ihr Name lautete Schandris. Sie war es gewesen, die den ersten Schritt zu einem Drachen wagte.
    Nach dem glauben der Katzenmenschen wanderte die Seele nach dem Tod eine weile durch die Welt, ehe sie sich wieder einen neuen Körper suchte. Und so wurde die vielleicht berühmtest Felidaris verabschiedet. Nur ihr Reisegefährte, der wütenden Drache war nicht dabei. Er harrte bei dem Mahnmal aus und starrte wütend in die Umgebung.

    Nachdem die Trauer um Schandris sowohl bei den Drachen auch als bei den Felidaris vorbei war, wendete man sich dem vor Trauer verrücktem Drachen zu. Der Rat der Drachen fand sich in einer geheimen Höhle zusammen und beriet sich über das Schicksal von Xerves.
    Xerves, wie lange war es her, das der Falke diesen Namen hörte? Ewig lange schien es ihm. Der Vogel sah in den Sternehimmel und schien nachzudenken. Seine Augen wurden feucht als er an die Beratung dachte:

    „Er hat überreagiert!“
    „Aber er hat seine Begleiterin verloren, wegen den Unwissenheit der Menschen!“
    „Ist das ein Grund für solch eine Tat. Wir haben uns dem Schutz der Völker verschrieben, nicht deren Richtung.“
    „Die beiden waren durch einen Blutschwur verbunden. Es war falsch, aber ich kann es verstehen. Die beiden sind seit ihrer Begegnung vor fünfhundert Jahren miteinander gereist.“
    „Das mag alles Stimmen, aber er muss bestraft werden. Firenza, du wirst ihm das Urteil überbringen.“
    Die schwarze Drachin nickte und flog nach der Urteilssprechung davon. Das Mahnmal war bald gefunden. Die rauchende Erde konnte nicht übersehen werden. Der Leviathan landete auf der Lichtung und sah den anderen Drachen verständnisvoll an. „Xerves, ich bin hier um dir das Urteil des Drachenrates zu überbringen. Ich weiß, dass warum du das getan hast, aber du hast auch gegen unsere Gesetzte verstoßen und dafür musst du deine Strafe erhalten.“, sprach die schwarze Drachin traurig. Xerves sah sie nur voller Wut an und antwortete verhasst: „Du weißt gar nichts, Firenza. Es war nicht dein Begleiter, der getötet wurde. Es war meine. Die einzige, mit der ich alles teilen konnte. Sie war alles, was mein Glück ausmachte. Ohne sie will ich nicht mehr leben!“ Tränen bahnten sich ihren Weg aus den Drachenaugen.
    Firenza nickte und ging dann näher an den anderen. „Deine Strafe soll es sein, als Falke weiterzuleben. So lange, bis du deine Schuld gesühnt hast. Zusätzlich, soll Schandris erst wiedergeboren werden, wenn die Zeit der Sühne nahe ist.“, sagte die schwarze Drachin traurig und sah Xerves in die Augen. „Es tut mir leid, aber es wurde beschlossen.“

    Xerves fauchte wütend und sprach voller Zorn: „Macht mit mir was ihr wollt, aber Schandris Seele soll nicht darunter leiden. Das könnt ihr nicht tun, das ist ungerecht und falsch!“ „Es tut mir leid, aber es soll nicht passieren, dass du ihr als Falke wieder begegnen kannst. Deine Strafe auch daraus bestehen, zu wissen, was du ihrer Seele angetan hast.“, gab die Schwarze traurig zurück und musste ihre Tränen zurückhalten. Dann sprach sie den Fluch aus und aus dem Drachen wurde der Falke Silberflügel. Mit einem wütenden Schrei flog der Vogel davon. In dem Wissen, das er Schandris vielleicht nie wieder sehen wird.

    Der Falke sah aus seinem Nest und fragte sich, ob er wohl in den Drachenkriegen etwa verändern hätte können. Hätte er vielleicht Firenzas Tod und der vielen anderen Drachen verhindern können. Der Zweifel überfiel den Falken wieder einmal und Trauer ersetzte schon lange die frühe Wut. Nun würde er wieder in die Dörfer der Felidaris fliegen um nach seiner Schandris zu suchen. Ein paar Tränen fielen vom Himmel, als der Vogel daran dachte, welche Schande er seiner Begleiterin bereitet hatte.



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