Der Rabe und die Rose

Donneraxt Festung
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    Re: Der Rabe und die Rose

    Ravengrim - 22.07.2006, 10:24

    Der Rabe und die Rose
    Weit im Norden Kalimdors,in Winterspring ,wo die eisigen Spitzen des Gebirges ihre Finger zum ungetrübten Himmel recken,entspringt der Southfury.Klar und kalt ist der Strom dort und noch schwach und unschuldig,wie ein Orkjunges.Doch mit jeder Elle,die den Southfury nach Süden treibt,wird er grösser und mächtiger.Sobald er die Ebenen Durotars erreicht,ist er ein wilder Strom,der von der rotbraunen Erde Durotars durchdrungen ist und das ihn umgebende Land zum Leben erweckt.

    Am Ufer des Stroms trottet langsam ein Ork auf einem stattlichen braunen Wolf,neben sich einen weiteren Wolf,der etwas kleiner ist und ein glutbraunes Fell hat.Der Ork sieht selbst für einen seiner Art verwahrlost aus.Ein verstaubter Ledermantel,mit zahllosen Flicken überdeckt einen leichten Harnisch,der schon zuviele Schwerthiebe geschmeckt hat.Ein geschnürtes Reisebündel ruht auf dem Rücken des Reitwolfs und dient dem Reiter als bequeme Rückenstütze.Zur linken Flanke sieht man einen Kurzbogen von ungewöhnlicher Machart am Reitwolf befestigt,zur Rechten eine gewaltige,schartige Streitaxt.Die Körperhaltung des Orks liess auf Müdigkeit und Erschöpfung schliessen,die Augen sind halb geschlossen und wirkte er wie ein träger Brachlandlöwe,der aber jederzeit zum Sprung bereit ist.Blauschwarzes Haar ist fettig zurück gestrichen und lange Zöpfe hängen bis auf die Schultern.Die Haut des Orks wirkt gegerbt wie Leder und zeugt von langen Aufenthalten in unwirtlicher Wildnis.

    Hinter einer Flussbiegung am Fusse einer Hügelkette steht eine spartanische Hütte.Vor der Hütte befinden sich ein paar Holzstangen,an denen Streifen von Fleisch in der Sonne dörrten.Auch ein kleiner Lehmbrunnen fand sich vor der Hütte.Dies ist das Ziel des Reiters.Etwa 150 Fuss vor der Hütte liess er seinen Reitwolf stoppen.Der zweite,kleinere Wolf ging langsam ein paar Schritte vor,sein Fell stellte sich auf und hinter einem Zähnefletschen kam ein langer,knuriger Ton."Ruhig Caracharoth",sagt der Ork zum Wolf mit einer ebenso knurrigen Stimme.Eine Weile bleibt nur der Blick des Orks auf den Brunnen gerichtet während er seinen kratzigen Drei-Tage-Bart durchfährt,dann endloch regt er sich wieder,greift in einen kleinen Beutel unter seinen Ledermantel und steckt sich eine Priem Kautabak in den Mundwinkel.Während er bedächtig den Tabak zwischen den Wangen hin-und herschiebt,nimmt er den Bogen aus der Halterung,legt einen Pfeil auf die Sehne und spannt den Bogen dann mit einer völligen Ruhe an.Nahezu drei Wimpernschläge lang tat sich nichts,dann schwirrt der Pfeil von der Bogensehne und schlug zielsicher in der Hand eines jungen Orks ein.Der Orkwelpe lässt vor Schmerz heulend eine Wasserkelle aus seiner Rechten fallen und stösst dabei einen Kübel um,mit dem er Wasser aus dem Brunnen geschöpft hat.Ungläubig und voller Schmerz und Ingrimm schaut der junge Ork auf seine rechte Hand,in dessen Mitte jetzt ein Pfeil steckte.Während er versucht,irgendwie den Pfeil aus seiner Hand zu entfernen,fällt der Schatten des verwahrlosten Orkreiters auf ihn,der sich mittlerweile genähert hat.Voller Schmerz und Unverständnis schaut der junge Ork zum Reiter auf.Der Welpe mochte nicht mal seinen sechzehnten Sommer erlebt haben."Ich habe nur Wasser geschöpft!Nur Wasser!",klagt der Jüngling den Reiter an.Der Reiter sieht ihn reglos an,spucke seine Priem Kautabak aus,die er sogleich durch eine neue Priem ersetzt und sagt dem Orkwelpen:"Mein Wasser.Und jetzt verschwinde,Welpe.Der nächste Pfeil ist besser gezielt."Jaulend rafft sich der Jüngere auf,hält dabei die lädierte Hand und funkelt ihn wütend an."Mein Klan wird sich das nicht gefallen lassen!Wasser ist für alle da!Sag mir Deinen Namen,damit ich weiss,wen ich töten muss!"Der Bogenschütze sieht ihn nicht mal mehr an.Er stieg vom Reitwolf,stellt den Kübel auf den Brunnenrand und erwidert:"Ravengrim."

    * * * * * * * *

    Ravengrim,so nannte man ihn.Man sagte,am Tag seiner Geburt hätte sich ein Rabe auf seine Wiege gesetzt und er hätte mit soviel Ingrimm die Welt begrüsst,dass er nicht mal geschrien hat.Und so wurde der Rabe zu seinem Totemtier und Ravengrim sein Name.Der Schamane wollte es so.Er meinte,es wäre ein passender Name.Sein Klan folgte dem kriegerischen Weg und das Orkblut brüllte in jedem Mitglied stets nach Kampf und Tot.Und so lehrte auch Ravengrims Vater,der Häuptling des Klans,ihn den Kampf.Oft zusammen mit Ravengrims nicht viel älterem Bruder.Ravengrims Bruder war stärker als er und gewandter im Umgang mit allen Nahkampfwaffen.Doch Ravengrim war zäh und hatte einen unbedingten Überlebenswillen,und was sein Bruder ihm an Kraft und Gewandheit vorraus hatte,machte er mit Zähigkeit und Gerissenheit wett.Und so wurde aus Ravengrim ein Bogenschütze und Späher.Sein Vater schenkte ihm einen jungen Wolfswelpen,den er von einer Reise in den Blackrock mitbrachte.Denn oft ging sein vater in den Blackrock,denn sein Klan war mit den Orks des Blackrocks verbündet.Ravengrim nannte den Wolf Carcharoth und fortan wich der rotbraune Wolf nicht mehr von seiner Seite.Doch Krieg und der Geruch des Blutes trieb seinen Klan stets weiter und wer sich nicht der Faust seines Klans beugte,wurde von ihr zerschmettert.Gleich ob Taure,Mensch oder Ork.Und so griff sein Klan eines Tages wieder einen kleinen Orkstamm an.Man sagte von diesem Stamm,er hätte sich von der kriegerischen Lebensweise der Orks distanziert und würde den Worten eines jungen Orks folgen,der sämtliche Stämme vereinigen wollte und einen neuen Weg lehrte-oder besser einen alten vergessenen Weg.Der Name des Orkführers war Thrall und sein Weg war nicht länger der des Blutes.Doch Ravengrims Klan kannte für den Weg Thralls nur verachtung und der kleine Orkstamm war in ihren Augen schwach.Und so überfielen ihn und schlachteten die Männer und Alten und Ravengrim tötete an jenem Tag zum ersten Mal gleiches Blut.Die Frauen und Kinder wurden versklavt.Unter ihnen war auch eine,die stolz war und die sich nicht dem Willen eines anderen beugen wollte.Ihr Name war Kirana und sie war die Tochter des Häuptlings,der jetzt sterbend in einem brennenden Zelt lag.Doch Ravengrim fühlte sein Orblut kochen vor Erregung,als er sie das erste mal sah.Und so suchte er sie nach den Tagen des Angriffs immer öfter auf,und Kirana begegnete ihm anfangs mit Verachtung,doch dann ging auch ihr Herz auf.Und Kirana liess das kriegerische Blut in ihm zur Ruhe kommen und eine tiefe Zufriedenheit befiel Ravengrim.Und Kirana lehrte ihn Thralls Weg.Doch Ravengrims Vater hiess das nicht gut und er sah Kirana als Sklavin an.Und so kam er eines Nachts in Kiranas Zelt und wollte sie mit Gewalt nehmen.Doch Ravengrim spürte Kiranas Not.Und als er im Zelt ankam,schmiss er sich zwischen seinen Vater und Kirana.Und sein Vater fühlte sich verraten von seinem eigenen Fleisch und prügelte Ravengrim nieder und sicher hätte er ihn totgeprügelt,wie einen Hund.Doch Ravengrim war zäh und so zog er einen Jagddolch und stiess diesen in seines Vaters Auge.Brüllend und halbblind musste sein Vater zurückweichen,so dass Ravengrim und Kirana fliehen konnten.Doch kurz vor dem Gehege der Reitwölfe stiessen sie auf eine Wache.Carcharoth biss dieser die Kehle durch,doch das Brüllen seines Vaters und das Todesgurgeln der Wache alarmierten alle.Sein Bruder hörte das Wehklagen des Vaters und so standen sich die beiden Brüder gegenüber.Ravengrim war,geschunden von seinem Vater,kaum in der Lage zu kämpfen und sein Bruder war im Laufe der Jahre zu einem grossen Krieger herangewachsen.So nutze Ravengrim seine einzige Chance und schoss seinem Bruder mit dem Bogen einen Pfeil ins Herz.Und Ravengrim heulte vor Schmerz,denn er liebte seinen Bruder.Doch noch mehr liebte er Kirana.Hinaus flohen die beiden,in die Nacht.Ravengrims Vater verfluchte seinen Sohn und ein schwarzer Rabe auf dem Zelt Kiranas war Zeuge von allem...

    * * * * * * * * *

    Ravengrim schüttet sich etwas Wasser aus dem Kübel ins Gesicht,kühlt seinen Nacken und nimmt dann noch einen Schluck aus dem Kübel.Sein Reisebündel war mittlerweile in der Hütte verstaut.Der Reitwolf trinkt vom Southfury,Caracharoth liegt bräsig in der Sonne.Ravengrim nimmt einen Streifen Pökelfleisch von den Holzstangen,schneidet sich davon ein Stück ab und wirft das grössere Stück Carcharoth zu,der es gierig verschlingt.Dann wirft der den Fellumhang zurück,der vor dem Eingang zu seiner Hütte hängt.Die Hütte ist kärglich ausgerüstet und in erster Linie zweckmässig.An einer Wand hängt sein Bogen,darunter steht ein Köcher mit Pfeilen und daneben die Streitaxt.Beim Anblick der Streitaxt zögert Ravengrim kurz und atmet kaum hörbar aus...


    * * * * * * * * * * * *

    Zunächst zogen Ravengrim und Kirana ohne Ziel umher.Sie lebten von dem,was die Natur ihnen gab und waren glücklich.Denn alles,was sie brauchten,hatten sie.Und oft kämpften sie zusammen,denn Kirana war den alten schamanistischen Wegen gefolgt und eine tapfere Frau.Doch eines Tages unterrichtete Kirana ihn,dass es Zeit sei,ein Heim zu bauen.Denn sie war schwanger und würde bald einen Nachkommen gebären.Und Ravengrim war stolz und überglücklich.Das unruhige Orkblut war verstummt und nur noch von Kirana erfüllt.Auf den satten Ebenen des Brachlandes gründeten sie ihr Heim.Kirana legte einen wundervollen Garten an,voller Füchte und Kräuter.Doch besonders stolz war sie auf ihre prächtigen Rosen,die in jedem Sommer blühten und ein wundervolles Farbspiel boten.Und Ravengrim nannte sie deswegen seine Rose.Am Tag der Niederkunft gebar ihm Kirana einen Sohn.Stolz war Ravengrim und nannte ihn Azogh.Und er wuchs heran und wurde zu einem prächtigen Knaben.Ravengrim lehrte ihn die grosse Jagd und jedes mal,wenn er zusammen mit seinem Sohn von der Jagd heimkehrte,erwartete sie Kirana in ihrem Rosengarten.Eines Tages ritt Ravengrim allein aus.Sein Sohn musste an diesem Tag das Holz hacken,denn obgleich die Brachlande stets ein mildes Klima hatten,musste man sich doch auf die Winter vorberreiten.Die Jagd verlief nicht gut für Ravengrim,denn kein einziges Tier sah er,alles war wie ausgestorben.Skeptisch forschte Ravengrim nach der Ursache und fand sie.Über den Ebenen des Brachlands schwebte eine eigentümliche Pyramide,aus welcher trüber,grüner Schleim floss und den Boden unter ihr verdarb.Der süssliche Geruch der Verwesung machte sich breit.Zwischen Kadavern bewegten sich humanoide Gestalten umher.Einst mögen sie Orks gewesen sein,doch nun waren sie Geschöpfe des Grauens.Tot und doch nicht tot.Ravengrim musste sich ihrer erwehren und konnte mit Not sein Leben retten.Doch voller Sorge ritt er so schnell er konnte zu Kirana zurück.Vor seinem Heim sah er die ersten Kadaver liegen,versengt und vereist von Kiranas Magie.Rasch lief er in die Hütte,doch ein Keuchen kam aus seiner Kehle.Kirana kniete dort über ihrem Sohn.Doch sie war nicht die selbe.Sie war ein opfer der Geissel und verschlang den gemeinsamen Sohn.Ravengrims Herz war auf einmal von einer grossen Leere erfüllt.Er nahm die Axt,mit der sein Sohn Holz gehackt hatte und befreite sein geliebtes Weib von ihrem Dasein.Dann brannte er die Hütte mit allem was dadrin war nieder.Nur einen Rosenschössling nahm er mit,alles andere wurde zu schwarzer Erde.Ohne sich nochmal umzuschauen,ritt Ravengrim davon.Ein schwarzer Rabe sass auf einem Hügel und war der einzige Zeuge...

    * * * * * * * *

    Hinter seiner kleinen Hütte hat Ravengrim gut gesichert einen kleinen Garten angelegt.Behutsam und liebevoll giesst er eine Rose mit dem Wasser aus dem Brunnen.Während er sich um die Rosen kümmert,sitzt ein Rabe auf seiner Hütte und beobachtet ihn...



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