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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Anonymous Forum: anglerfreunde Forenbeschreibung: das ist ein Board rund um das Hobby Angeln, rund um die Fische und alles was dazu gehöhrt aus dem Unterforum: Kunstköder Antworten: 1 Forum gestartet am: Sonntag 02.07.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Allgeines Gummiköder (Twister, Gummifische und Shads) Letzte Antwort: vor 16 Jahren, 8 Monaten, 16 Tagen, 9 Stunden, 2 Minuten
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Re: Allgeines Gummiköder (Twister, Gummifische und Shads)
Anonymous - 14.07.2006, 00:15Allgeines Gummiköder (Twister, Gummifische und Shads)
Vielseitig in der Anwendung, billig, ungeheure Vielfalt an Formen und Farben. Das sind die Weichplastikköder. Man kann sich fragen, wieso es überhaupt noch andere Köder gibt. Vielleicht weil vielen gar nicht bekannt ist, was man alles mit Gummi machen kann. Oder ist die Vielzahl der möglichen Varianten einfach zu verwirrend? Jedenfalls ist bei diesen Ködern einiges anders, als bei den restlichen Kunstködern. Insbesondere sind sie nicht mit Haken versehen und müssen deshalb vor Gebrauch zuerst auf einem Hakensystem montiert. Oft ist dies der bekannte Bleikopf oder Jighaken, von dem es schon einige Varianten gibt. Dazu kommen dann so rätselhafte Fachbegriffe wie Drachkovitsch-System, Carolina-Rig, Texas-Rig um mal die grundlegendsten zu nennen.
Wichtige Faktoren
Form
Die verschiedenen Gummiköder unterscheiden sich in erster Linie durch ihre Form. Hierbei scheinen der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Einerseits probieren viele Modelle, mehr oder weniger exakt natürliche Vorbilder zu kopieren: Würmer, Fische, Krebse, Frösche, Salamander und so weiter... Andererseits gibt es auch Köder, die für unsere Augen eigentlich keinem natürlichen Vorbild direkt gleichen, wie z. B. Tubes oder Twister. Ein Twister könnte wohl noch am ehesten einen Blutegel imitieren, der durchs Wasser schwimmt, aber ich glaube in den meisten Fällen wird er so geführt, dass er doch eher ein Brutfischchen darstellt. Niemand weiss es genau, aber doch ist es ein sehr erfolgreicher Köder. Erinnert irgendwie an den Spinner, von dem auch niemand genau sagen kann, was die Fische in ihm sehen, aber alle wissen dass es ein top Köder ist.
Vibration und Bewegung
Die hierzulande beliebtesten Gummiköder, Twister und Shad, verkörpern zwei Prinzipien, mit denen Gummiköder Vibrationen erzeugen. Zum einen ist da der Sichelschwanz des Twisters, der sich auch mehr oder weniger ausgeprägt an vielen Gummiwürmern findet: bereits unter schwachem Zug streckt er sich und beginnt seine typische ondulierende Bewegung, welche von den Fischen wahrgenommen wird. Der Schaufelschwanz hingegen wackelt hin und her und wirkt dadurch (für uns) wie ein Fisch, der mit dem Schwanz schlägt. Dann gibt es aber auch viele Köder, welche keine so eindeutigen Vibrationsquellen besitzen und erst durch geschickte Köderführung zum Leben erwachen. Durch die Weichheit des Materials braucht es aber auch bei einem steckengeraden Wurm nicht viel, um ihn einen lebendigen Eindruck machen zu lassen.
Grösse
Auch bei den Gummiködern ist die Grössenvielfalt enorm, nicht ganz so extrem wie bei den Wobblern allerdings. Besonders die Gummiwürmer erreichen schnell mal mehr als 20cm. Ich hatte zunächst Hemmungen, mit fast 30cm langen 'Schlangen' zu angeln, zumal sie nur gerade am Kopfende angeködert werden, aber der erste Schwarzbarsch von 23cm zeigte mir, dass dieser Köder keinesfalls zu gross für ihn war. In der Regel wird man aber in unseren Breiten den Gummiköder höchstens eine Spur grösser wählen als den Wobbler, den man unter denselben Bedingungen einsetzen würde.
Farbe
Nirgends ist die Farbenvielfalt grösser, als bei den Gummiködern. Um so trauriger, dass viele Gerätehändler nicht gross über die Twister in weiss, gelb, grünglimmer und rot hinausgekommen sind, die anfangs der 80er die Szene beherrschten. Vor allem die eher natürlichen Farbtöne, gedeckte Schattierungen von braun, grün, dunkelrot etc sowie mehrfarbige Kombinationen sind erstaunlich schwer erhältlich, aber sehr erfolgreich. Zum Glück gibt es das Internet, kann man da nur sagen.
Konsistenz
Im allgemeinen gilt: der Köder soll möglichst weich sein, besonders wenn er bei langsamster Führung seine Reize entfalten soll. Eher härtere Mischungen sind für Shads angebracht, die in starker Strömung Verwendung finden sollen, sowie (vom Hörensagen) im Winter, dabei gehen allerdings die Meinungen schon etwas auseinander. Weiche Köder werden allerdings von den Fischen schneller zerstört, so dass man, wenn es gut beisst, auch eher härtere Modelle probieren wird.
Duft
Eine weitere Besonderheit der Gummiköder ist es, dass sie mit Duftstoffen imprägniert werden können. Insbesondere Berkley mit seiner Powerbait Serie war hierzulande sehr erfolgreich. Ansonsten bleibt noch der Griff zum Fläschchen um den Köder mit Düften zu versehen. Mit den Produkten von Berkley und den Cormoran Doublefisch Essenzen war ich schon erfolgreich. Die kritische Meinung vieler Angler zu diesem Thema lässt mich aber vermuten, dass auch einige Produkte auf dem Markt sind, die nicht viel taugen. Jedenfalls sind die erfolgreichen Düfte für menschliche Nasen nicht gerade angenehm, haften aber dennoch hervorragend an Händen und Kleidern.
Köderführung
Die Köderführung von Gummiködern richtet sich danach, was sie darstellen sollen. Twister und Shads an Bleiköpfen werden oft in mehr oder weniger grossen Rucken über den Boden geführt, können aber auch, unter nur gelegentlichem absacken lassen, gleichmässig eingezogen werden. Unbeschwerte Köder lässt man durch kurze Rucke tänzeln, wobei sie immer Zeit zum Absinken brauchen. Würmer und Krebse können sehr langsam gefischt werden.
Twister waren bei uns die ersten Gummiköder und sind immer noch aktuell, besonders auf Barsche und Zander, jedoch gehen auch Schwarzbarsche, Hechte, Forellen und sogar Welse drauf. Sie werden meist am Jigkopf montiert, erfolgreich sind jedoch auch verschiedene Varianten vom Carolina-Rig . Sie finden auch als Beifänger beim Pilken sowie die kleineren Versionen als Hegene Verwendung.
Der Shad, auch liebevoll Gummifisch genannt, ist eine relativ eindeutige Fischimitation. Er wird ähnlich wie ein Twister geführt, braucht aber in der Regel etwas mehr Tempo, um sein Spiel zu entfalten. Ein sehr guter Köder für Zander und Hecht, auch einen Döbel hab ich schon drauf gefangen. Eignet sich zur Montage an Jigköpfen und an Systemen. Man sollte darauf achten, dass der Schaufelschwanz möglichst rechtwinklig zum Körper steht, der Winkel ist beim abgebildeten Modell gerade noch ausreichend, aber nicht optimal. Am liebsten nehme ich die schlichten schwarz/perlweissen Modelle, die ganz knalligen Farben meide ich eher, aber so ein rot/perlweiss liegt noch drin.
Die Gummiwürmer (Wurm), mit oder ohne Sichelschwanz, sind hierzulande noch nicht sehr verbreitet. Sie sind eigentlich für Schwarzbarsche gedacht, aber Zander gehen auch gut drauf. Sie eignen sich nicht zur Montage an Jigköpfen, sondern werden mit Texas oder Carolina-Rig gefischt. Weil die Schwarzbarsche gerne an Hängerträchtigen Stellen stehen, wird der Haken dabei 'hängerfrei' montiert. Ich hatte den besten Erfolg mit dunklen Farben (z.B. schwarz). Der Köder wird oft schon beim Absinken attackiert, wenn nicht zupft man ihn langsam wieder heran. Besonders gut fischt es sich vom Boot, wenn man vom tiefen ins flachere Wasser wirft, dann reicht manchmal ein Zupfer und man lässt ihn wieder sinken, bis er Bodenkontakt hat. Er sollte nicht durchs Freiwasser huschen wie das mit einem Twister oder Shad vielleicht machen kann, sondern schön den Hindernissen entlang schleichen.
Bei dem WortJerkbaits denken die meisten Leute an die hölzernen Hechtköder ohne Eigenaktion, aber es gibt auch Gummiköder, welche auf diesen Namen hören. Die Gemeinsamkeit ist, dass sie auch keine 'eingebaute' Aktion haben, sondern mit Rucken ('jerks') der Rutenspitze zum Leben erweckt werden. Dann schiessen sie hin und her wie ein kleines Fischlein auf Nahrungssuche oder, wenn man sie noch zurückhaltender führt, wie ein sterbender Fisch. Sie werden am besten unbeschwert auf einen einfachen Haken aufgeködert, können aber auch mit einem Carolina Rig in tieferem Wasser gefischt werden. Da sie nicht sehr tief gehen, eignen sie sich, um über Krautbetten zu fischen und in allen Situationen, wo die Fische in Oberflächennähe attackieren: z.B. unter überhängenden Bäumen, bei Stegen etc. Ausser Schwarzbarschen, hab ich (mit dem FinsFish) auch mal eine kapitale Rotfeder erwischt.
Krebsimitationen sind natürlich vor allem dort angebracht, wo es ein natürliches Vorkommen dieser Tierchen gibt, und sie dementsprechend auf dem Speiseplan der Räuber stehen. Der Krebs hat keine Eigenaktion und wird grundnah an einem Jigkopf, Carolina- oder Texas-Rig präsentiert. Mit kleinen Hüpfern, gelegentlichen Pausen und 'Krabbeln', probiert man einigermassen die Bewegungen des natürlichen Vorbilds nachzuahmen. Auch die Farben sollten naturnah sein. Schwarzbarsche und Zander hab ich schon damit gefangen.
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Herzlich Willkommen - gepostet von zander am Montag 10.07.2006
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