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Re: Marokko Allgemein
kaykay - 11.07.2006, 05:36Marokko Allgemein
Marokko
المملكة المغربية
al-Mamlaka al-Maghribīya
Königreich Marokko
Wahlspruch: الله، الوطن، الملك
Allāh, al-Watan, al-Malik
(Arab. für „Gott, Vaterland, König“)
Amtssprache Arabisch
Hauptstadt Rabat
Staatsform konstitutionelle Monarchie
König Muhammad VI.
Premierminister Driss Jettou
Fläche 446.550 km²
Einwohnerzahl 33.241.000 (Schätzung 2006)
Bevölkerungsdichte 66 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 1.310 US-$ (2003)
Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien am 2. März 1956
Währung 1 Dirham (DH) = 100 Centimes
Zeitzone UTC
Nationalhymne Hymne Chérifien
Kfz-Kennzeichen MA
Internet-TLD .ma
Vorwahl +212
Das Königreich Marokko (arabisch: المملكة المغربية al-Mamlaka al-Maghribīya) liegt im Nordwesten Afrikas und ist durch die Straße von Gibraltar vom europäischen Kontinent getrennt. Als westlichstes der drei Maghrebländer grenzt es im Norden an das Mittelmeer, im Westen an den Atlantischen Ozean und im Osten an Algerien. Marokkos Südgrenze ist wegen des Westsaharakonfliktes bis zum Abhalten eines VN-Referendums über die zukünftige Zugehörigkeit der Westsahara international umstritten.
Landesname
Während sich das Land in der eigenen offiziellen Staatsbezeichnung „al-Mamlaka al-Maghribīya“ als „Maghrebinisches Königreich“ bezeichnet (bis in die 1960er übrigens „Scherifisches Maghrebinisches Königreich“), hat sich international die europäische Ableitung des Namens der ehemaligen Hauptstadt Marrakesch für das gesamte Königreich Marokko durchgesetzt.
Geographie
Blick von Spanien nach Marokko
Im Vergleich mit anderen afrikanischen Staaten ist Marokko flächenmäßig kein großes Land, in seiner Oberflächenform zeigt es jedoch ein überaus wechselvolles Bild. Im wesentlichen lassen sich folgende natürliche Einheiten unterscheiden: die Küstenregionen im Norden und Westen; die atlantische Region mit der Marokkanischen Meseta; die montane Region mit dem Hohen und Mittleren Atlas und dem Rifgebirge; schließlich die transmontane Region mit den Plateaus im nordöstlichen Grenzgebiet, dem Antiatlas und den Beckenlandschaften im Randbereich der Sahara.
Die Mittelmeerküste ist überwiegend steil und felsig und weist viele Kaps und Buchten auf. Nur im Mündungsbereich des Moulouya nahe der algerischen Grenze erweitert sich die mediterrane Küstenlandschaft zu einem Becken. Im Westen läuft der gebirgige Küstenabschnitt in der sichelförmig nach Europa gerichteten Nordwestspitze Afrikas aus.
Die Atlantikküste dagegen ist eine flache, kaum gegliederte Ausgleichsküste mit starkem Sandtransport und deshalb nur schlecht für Häfen geeignet. Landeinwärts folgen hier breitere Küstenebenen wie die Niederung des Sebou bei Kenitra und die weitläufige Küstenmeseta von Casablanca. Weiter zum Innern steigt das Gelände auf etwa 450 m ü. M. zum zentralen Teil der Marokkanischen Meseta an, einer weiten Tafellandschaft, die auch als Binnenmeseta oder Hochebene von Marrakesch bezeichnet wird. Sie besteht hauptsächlich aus schwach gewellten, steppenhaften Hochflächen, über die vereinzelt Inselberge aufragen.
Im Süden und Osten wird die Meseta von den markanten Gebirgszügen des Hohen und Mittleren Atlas umrahmt. Dieses gewaltige Faltengebirge wurde im Tertiär beim Zusammenstoß der afrikanischen mit der eurasischen Krustenplatte aus dem damaligen Sedimentationsbecken herausgehoben. Erdbeben wie das von Agadir im Jahre 1960 zeugen davon, dass die gebirgsbildenden Vorgänge in diesem Raum bis heute nicht abgeklungen sind. Das Atlasgebirge bildet gleichsam das morphologische Rückgrat des Landes und stellt sowohl eine naturräumliche als auch eine wirtschaftlich-kulturelle Barriere dar. Als wichtige Klimascheide trennt der Gebirgswall das atlantisch-mediterrane Marokko vom saharisch geprägten Landesteil.
Der Hohe Atlas erstreckt sich in leichtem Bogen über rund 800 km von Südwesten nach Nordosten. Mit seinen schroffen, gratigen Gebirgsformen und den steilen Gipfeln hat er Hochgebirgscharakter. Hier liegen die höchsten Erhebungen des gesamten Atlas-Gebirgssystems, ja ganz Nordafrikas, darunter auch der höchste Berg Marokkos, der Jabal Toubkal (4.167 m).
Nach Nordosten setzt sich der Hohe Atlas im niedrigeren algerischen Sahara-Atlas fort; im zentralen Marokko schließt sich, nördlich versetzt, auf über 300 km der Mittlere Atlas an. Dieser besitzt in seiner östlichen, steil zur Moulouya-Senke abfallenden Kette ebenfalls über 3.000 m hohe Gipfel, weist ansonsten jedoch eher Mittelgebirgsformen auf. Den nördlichen Abschnitt des marokkanischen Atlasgebirges bildet das bis zu 2.456 m hohe Rif, ein wildzerklüfteter Gebirgsbogen, der sich von der Straße von Gibraltar parallel zur Mittelmeerküste bis zur Mündungsebene des Moulouya erstreckt. Die Längsfurche zwischen dem Rif und dem Mittleren Atlas, die "Pforte von Taza", ist das wichtigste west-östliche Durchgangstal Marokkos.
Östlich des Moulouya-Tals, das im nördlichen Marokko die montane von der transmontanen Region trennt, steigt das Gelände allmählich zu weiten, steppenhaften Plateaus an, die zum Hochland des Schotts in Algerien überleiten. Die Gebirgszüge südöstlich des Atlashauptkammes, der Anti-Atlas und seine östliche Fortsetzung Jabal Sarhro sowie der südlich parallel ziehende Jabal Bani, gehören ihrem Aufbau nach nicht mehr zu den tertiären Faltengebirgen, sondern sind Teil der alten afrikanischen Masse. Im Süden davon erstrecken sich Randlandschaften der Sahara, zu denen auch die Beckenregion des Tafilalt und die Senke des Draa gehören.
Im Gebiet der Westsahara folgen auf eine breitere Küstenebene bis über 350 m ansteigende, von Wadis zerschnittene und mit Dünen überzogene Sandsteinplateaus, die gleichfalls der Sahara zuzurechnen sind.
Klima
Das Klima Marokkos zeigt einen Übergang vom mediterran beeinflussten Nordwesten des Landes zum saharisch-kontinentalen Südosten und Süden. Der Hohe und Mittlere Atlas, die zusammen als eigener Klimaraum aufzufassen sind, bilden mit ihrem Hauptkamm die Klimascheide. Der nordwestliche Landesteil hat trockenheiße Sommer mit einer mittleren Augusttemperatur von 23°C und mittleren Temperaturmaxima zwischen 26°C (Casablanca) und 29°C (Tanger). Die Winter sind mild (Januarmittel 12°C) und regenreich, wobei die Niederschlagsmengen nach Süden hin geringer werden (Tanger 900 mm, Agadir 200 mm Jahresniederschlag). Landeinwärts nimmt der mildernde Einfluss des Meeres rasch ab, so dass in der zentralen Meseta und im Atlasgebirge ausgeprägtes Kontinentalklima herrscht: In Marrakesch (Augustmittel 29°C) können im Sommer 45°C erreicht werden, während im Winter die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen können; an Niederschlag fallen kaum 250 mm. Dagegen bringen Steigungsregen an der Westabdachung der Gebirge zum Teil mehr als 1.000 mm Niederschlag pro Jahr, der über 1.000 m Meereshöhe in den Wintermonaten gewöhnlich als Schnee fällt. In den südlich des Atlas gelegenen Sahara-Randgebieten herrscht extrem trockenheißes Wüstenklima. Es fallen nur unregelmäßig Niederschläge, die selten 200 mm im Jahr erreichen, so dass Ackerbau lediglich in Oasen mit Bewässerung betrieben werden kann. Während der Sommermonate weht zeitweise der Schirokko, ein heißer, staubbeladener Wind aus der Sahara.
Flora und Fauna
Auch die Pflanzenwelt ist durch das Atlasgebirge zweigeteilt: Nordwestlich des Gebirges überwiegt der mediterrane Bewuchs, südöstlich davon die Wüstensteppe. Geschlossene Waldbestände mit Stein- und Korkeichen, Thujen, Atlaszedern und Aleppokiefern finden sich noch in den regenreichen Gebirgszonen und den westlichen Ebenen; sie bedecken nur etwa ein Zehntel der Landesfläche. Im südlichen Küstenbereich wachsen Eisenbäume und Jujuben. Im übrigen hat der jahrhundertelange Raubbau der Mittelmeervegetation - soweit sie nicht Kulturflächen weichen musste - auf Baumheiden, Erdbeerbäume, Pistazien, Wacholderarten und Zwergpalmen reduziert. Oberhalb der Waldgrenze (bei 3.100 m) gibt es eine Stufe von Polsterpflanzen. Jenseits des Atlasgebirges ist Trockensteppenvegetation mit Büschelgräsern und Dornsträuchern vorherrschend; in der nordöstlichen Hochsteppe wächst das widerstandsfähige Alfagras. In den wenigen Oasen werden Dattelpalmen kultiviert.
Die wildlebenden Tiere haben sich in die dünnbesiedelten Gebiete Marokkos zurückgezogen; einige Arten, wie etwa der Wüstenluchs, sind vom Aussterben bedroht. Noch relativ häufig sind Berberaffen (Magots), Gazellen, Hyänen, Schakale und Wüstenfüchse (Feneks); auch Reptilien (Eidechsen, Chamäleons, Schildkröten, Schlangen) kommen zahlreich vor. Vogelarten gibt es sehr viele, unter ihnen Storch, Zwergadler, Geier, Bussarde und Milane. Das Gebiet um den Jabal Toubkal im Hohen Atlas wurde 1942 zum Nationalpark erklärt.
Bevölkerung
Beduine, 2003Rund 20 % der Marokkaner sind arabischstämmig. Die Berber (etwa 80 % der Bevölkerung, davon knapp 60% arabisierte Berber) sind heute zumeist sesshafte Bauern. Nur eine Minderheit lebt noch als Nomaden oder halbnomadisch in abgelegenen Gebieten des Mittleren Atlas oder auf den Hochplateaus im Osten des Landes.Nordmarokko mit der alten Metropole Fes ist eher arabisch (34 % der Bevölkerung Araber, 25 % arabisierte Berber), Südmarokko und dessen Metropole Marrakesch eher berberisch (30 % der Bevölkerung Berber) geprägt. Es leben rund 60.000 Ausländer im Land, darunter vor allem Franzosen, Spanier, Italiener, Tunesier und Algerier. Die Bevölkerungsverteilung Marokkos ist sehr ungleich. Zwei Drittel der Einwohner leben auf etwa einem Zehntel der Landesfläche im Nordwesten oder Westen. Ballungsgebiete sind die Küstengebite im Norden und Nordwesten und das Sebou-Tiefland. Obwohl Marokko eine alte Stadtkultur besitzt, leben nur 57,4 % (2003) der Bevölkerung in Städten. Die Verstädterung schreitet langsamer voran, als in anderen afrikanischen Ländern. 32,9 % der Einwohner sind jünger als 15 Jahre (2003); die Gruppe der über 65jährigen beträgt lediglich 4,4 %. Die Lebenserwartung beträgt 69 Jahre (2003). Das Bevölkerungswachstum liegt (2003) bei 1,6 %.
Marokko liegt vom Pro-Kopf-Einkommen her in der mittleren Gruppe der afrikanischen Länder. Die Sozialversicherung umfasst Alters-, Hinterbliebenen- und Invalidenrenten. Auch Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft sowie Familienbeihilfen werden gewährt. Versichert sind allerdings nur Arbeitnehmer in Industrie und Handel, beziehungsweise Genossenschaftsmitglieder. Die Arbeitslosigkeit (2004 durchschnittlich 10,8 %) ist besonders unter Jugendlichen hoch. Viele männliche Jugendliche wandern daher in europäische Staaten aus. Um das Problem der Arbeitslosigkeit zu lösen, gehen staatliche Maßnahmen in Richtung "Marokkanisierung", das heißt Verdrängung ausländischer Fachkräfte. Die Inflation lag 2004 durchschnittlich bei 1,4 %. Das Gesundheitswesen ist im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten recht gut entwickelt. Die medizinische Versorgung der Stadtbevölkerung ist allerdings wesentlich besser als die der Landbevölkerung. Knapp die Hälfte aller Ärzte praktiziert in Casablanca und Rabat. Hauptprobleme der Gesundheitsvorsorge sind die Bekämpfung der Durchfall- und Parasitenkrankheiten, der Malaria und teilweise noch der Mangelernährung. Allgemeine Schulpflicht besteht für 7- bis 13jährige, jedoch werden nur 55 % aller Kinder eingeschult. 37 % aller Männer und 62 % aller Frauen sind Analphabeten (2002). Das Schulsystem ist dreistufig: auf fünf Jahre Grundschulausbildung folgen in der Sekundarausbildung eine vierjährige Unterstufe und eine dreijährige Oberstufe. Daran schließt die Hochschulausbildung an. Universitäten befinden sich in Rabat, Casablanca, Oujda, Marrakesch und in Fes. Auf eine lange Tradition kann die islamische Al-Qarawiyin-Universität in Fes zurückblicken, die bereits 859 gegründet wurde.
Sprache
Die landesweite Amtssprache ist Arabisch. Von Marokkanern berberischer Abstammung werden auch diverse Berbersprachen (Tachelhit, Tamazight, Ghomara, Tarifit, Senhaja de Srair und heute auch noch Judeo-Berberisch) gesprochen. Französisch wird im gesamten Land als Handels- und Bildungssprache benutzt. Im Norden Marokkos, der Westsahara und um Sidi Ifni wird zusätzlich Spanisch gebraucht.
Religion
Staatsreligion ist der Islam. Rund 99 % der Bevölkerung sind Muslime, davon 90 % Sunniten malakitischer Richtung. 69.000 Einwohner bekennen sich zum Christentum (meist Katholiken) und 8.000 zum Judentum.
Verwaltungsgliederung
Im Rahmen eines Dezentralisierungsprogrammes wurden 1997 die Provinzen zu Regionen zusammengefasst. An der Spitze jeder Region steht ein vom König ernannter Gouverneur.
Region Fläche
(in km²) Einwohner
(2. Sep. 2004) Provinz Einwohner
(2. Sep. 2004)
Chaouia-Ouardigha 7.010 1.655.660 Ben Slimane 199.612
Khouribga 499.144
Settat 956.904
Doukala-Abda 13.285 1.984.039 El Jadida 1.103.032
Safi 881.007
Fès-Boulemane 19.795 1.573.055 Boulemane 185.110
Fès 977.946
Moulay Yacoub 150.422
Sefrou 259.577
Gharb-Chrarda-Béni Hsen 8.805 1.859.540 Kénitra 1.167.301
Sidi Kacem 692.239
Grand Casablanca 1.615 3.631.061 Casablanca 2.949.805
Médiouna 122.851
Mohammedia 322.286
Nouaceur 236.119
Guelmim-Es Semara 122.825 462.410 Assa-Zag 43.535
Es Semara 60.426
Guelmim 166.685
Tan-Tan 70.146
Tata 121.618
Laâyoune-Boujdour 139.480 256.152 Boujdour 46.129
Laâyoune 210.023
Marrakesch-Tensift-El Haouz 31.160 3.102.652 Al Haouz 484.312
Chichaoua 339.818
El Kelaâ des Sraghna 754.705
Essaouira 452.979
Marrakesch 1.070.838
Meknès-Tafilalet 79.210 2.141.527 El Hajeb 216.388
Errachidia 556.612
Ifrane 143.380
Khénifra 511.538
Meknès 713.609
Oriental 82.900 1.918.094 Berkane 270.328
Figuig 129.430
Jerada 105.840
Nador 728.634
Oujda-Angad 477.100
Taourirt 206.762
Oued ed Dahab-Lagouira 50.880 99.367 Aousserd 20.513
Oued ed Dahab 78.854
Rabat-Salé-Zemmour-Zaer 9.580 2.366.494 Khémisset 521.815
Rabat 627.932
Salé 823.485
Skhirate-Témara 393.262
Souss-Massa-Daraâ 70.880 3.113.653 Agadir-Ida ou Tanane 487.954
Chtouka-Aït Baha 297.245
Inezgane-Aït Melloul 419.614
Ouarzazate 499.980
Taroudannt 780.661
Tiznit 344.831
Zagora 283.368
Tadla-Azilal 17.125 1.450.519 Azilal 504.501
Béni Mellal 946.018
Tanger-Tétouan 11.570 2.470.372 Chefchaouen 524.602
Fahs-Anjra 97.295
Larache 472.386
Tanger-Asilah 762.583
Tétouan 613.506
Taza-Al Hoceïma-Taounate 24.155 1.807.113 Al Hoceïma 395.644
Taounate 668.232
Taza 743.237
Oued ed Dahab-Lagouira, der größte Teil von Laâyoune-Boujdour und Teile von Guelmim-Es Semara bilden die Westsahara, deren Zugehörigkeit zu Marokko jedoch international nicht anerkannt ist.
Siehe auch: Liste der Städte in Marokko
Die größten Städte sind (Stand: Volkszählung vom 2. September 2004):
Casablanca: 2.933.684 Einwohner
Rabat: 1.622.860 Einwohner
Fès: 946.815 Einwohner
Marrakesch: 823.154 Einwohner
Agadir: 678.596 Einwohner
Wirtschaft
Allgemeines
Die Stützen der marokkanischen Volkswirtschaft sind die Landwirtschaft und der Bergbau. Von größter Bedeutung ist die Phosphatgewinnung. Die zunehmende Verarbeitung der Rohphosphate in der eigenen Düngemittel- und Chemieindustrie steigert den Ausfuhrwert. Um die Industrialisierung auch in anderen Bereichen voranzutreiben, bemüht sich Marokko um die Ansiedlung ausländischer Investoren. Eine weitere Öffnung des Marktes wurde bereits angekündigt.
Marokko verfügt über eine marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsordnung, welche den Schutz des Eigentums, Gewerbe- und Niederlassungsfreiheit und Wettbewerb vorsieht. Zu Zeiten Hassans II. stellte Marokko einen Antrag zur Aufnahme in die EG, welcher jedoch abgelehnt wurde. Marokkos Ziel einer engeren Anbindung an die EU, ist mit der Unterzeichnung eines Assoziationsabkommens mit der EU im Jahr 1996 (in Kraft getreten im Jahr 2000) ein Stück näher gerückt. Seit den späten 1980er Jahren bemüht sich das Königreich, seine Staatsbetriebe zu privatisieren, wobei bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt weniger als ein Viertel dieser staatlichen Unternehmen diesen Prozess durchlaufen hat. Erst vor Kurzem erlaubte Marokko ausländischen Kreditinstituten den Erwerb von Minderheitsbeteiligungen an marokkanischen Banken.
Mit den USA wurde eine Freihandelszone vereinbart. Das US-amerikanisch-marokkanische Freihandelsabkommen wurde im Juli 2004 vom US-Senat ratifiziert und wird, sobald es in Kraft tritt, den Handel für 95 % der Industrie- und Konsumgüter ohne Zölle ermöglichen und den Handel mit Agrargütern für beide Länder erheblich erleichtern. Für das Jahr 2010 ist auch die Verwirklichung einer Freihandelszone mit der EU geplant.
Zwischen 1999 und 2002 lag der Anteil der Staatsausgaben für das Gesundheitswesen bei 3 %, für das Bildungswesen bei 18 % und für das Militär bei 13 % des BIP.
Bodenschätze und Energie
Marokko ist reich an Phosphat, etwa 75 % des weltweit geförderten Phosphats stammen aus Marokko. Daneben gibt es Vorkommen von Phosphor, Erdöl, Erdgas, Kohle, Salz, Eisenerz, Blei, Kupfer, Zink, Silber, Gold, Mangan, Nickel, Kobalt. Seinen Bedarf an Energie kann Marokko jedoch nur zu rund 13 % aus eigenen Mitteln decken. In der umstrittenen Westsahara sind ebenfalls große Mengen an Phospat vorhanden, darüberhinaus wird das Vorkommen größerer Mengen an Erdöl und Erdgas vermutet.
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft Marokkos machte 2003 17 % am BIP aus, kann jedoch als wichtigster Wirtschaftssektor betrachtet werden, da hier 43,6 % der erwerbstätigen Bevölkerung beschäftigt sind. Landwirtschaftlich genutzt werden vor allem der Westen und Nordwesten Marokkos; rund 18 % der Landesfläche sind Ackerland. Umfangreiche Bewässerungskulturen finden sich in den Küstenebenen Rharb (Sebou-Niederung) und Sous sowie bei Marrakesch und Fes; um weitere Flächen bewässern zu können, werden zusätzlich Staudämme gebaut. Die ungleiche Landverteilung zwischen den kleinen Bauern und den Großgrundbesitzern, die den größten Teil des Bodens bewirtschaften, konnte auch durch mehrere Agrarreformen kaum verändert werden. Angebaut werden Getreide (Weizen, Gerste, Mais, Hirse, Reis), Hülsenfrüchte, Zuckerrüben, Datteln, Sonnenblumen, Erdnüsse, Oliven, Zitrusfrüchte (v.a. Orangen), Baumwolle, Wein, Mandeln, Aprikosen, Erdbeeren, Frühkartoffeln, Spargel, Artischoken und Tabak. Die Viehzucht in den Steppen der Meseta, im Osten des Landes und in den Gebirgen wird teilweise nomadisch betrieben (Schafe, Ziegen, Rinder, Esel, Kamele, Pferde, Geflügel). Rund 10 % des Waldbestandes sind Korkeichen; Marokko ist der drittgrößte Korkproduzent der Welt. Küsten- und Hochseefischerei an der Atlantikküste (Sardinen und Schalentiere) sind bedeutend für den Export.
Haschisch-Produktion
Auf einer Fläche von ca. 250.000 Hektar wird Hanf angebaut, um Haschisch zu erzeugen, welches in Europa einen Marktanteil von etwa 70 % besitzt. Vom Export, der etwa 3.000 Tonnen Haschisch pro Jahr umfasst, leben schätzungsweise 200.000 Bauern mit Familien, das heißt eine Million Marokkaner.
Industrie
Im Industriesektor, dem Bergbau und der Bauwirtschaft wurden 2003 insgesamt 30 % des BIP erwirtschaftet, dort beschäftigt sind aber nur 19,7 % aller Erwerbstätigen. Die Industrie ist stark auf den Binnenmarkt ausgerichtet; ausländische Märkte gewinnen jedoch an Bedeutung. In der Nahrungsmittelindustrie herrschen die Zucker- und Ölerzeugung sowie die Herstellung von Obst-, Gemüse- und Fischkonserven vor. Günstig entwickelt haben sich Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie Kraftfahrzeugindustrie und Montage von Elektrogeräten. Es gibt ferner eine bedeutende chemische Industrie, Zementproduktion und Erdölverarbeitung. Ein nach wie vor wichtiger Wirtschaftszweig ist das traditionelle Handwerk (Teppiche, Leder-, Kupfer-, Gold- und Silberarbeiten).
Das größte Unternehmen Marokkos ist die Firma OCP mit Hauptsitz in Casablanca. OCP ist Weltmarktführer in der Phosphat- und Düngelmittel-Produktion.
Dienstleistungen
Im Dienstleistungsbereich wurden 2003 54 % des BIP erwirtschaftet, wobei 36,7 % der Erwerbstätigen in diesem Sektor arbeiten. Marokko ist eines der bedeutendsten Reiseziele Nordafrikas und erwirtschaftet 10 % seiner Devisen durch den Tourismus. Etwa 80 % der Touristen, die Marokko besuchen, sind Europäer. Außer der vielfältigen Landschaft und den kulturellen Gegensätzen bietet Marokko eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten seiner orientalischen Geschichte.
Außenhandel
Exportiert wurden 2004 Güter in einem Gesamtwert von 9,6 Mrd. US-$. Hauptexportgüter Marokkos sind Konsumgüter, welche 37 % des Exportvolumens (davon 31 % Textilien) ausmachten. 27 % waren Halbwaren (8 % Phosphorsäure, 6 % Transistoren, 5 % Düngemittel), 16 % Nahrungsmittel, 8 % Investitionsgüter und 7 % Rohstoffe. Hauptabnehmer marokkanischer Güter sind Frankreich (33 %), Spanien (17 %), Großbritannien (8 %), Italien (5 %), die USA (4 %), Indien (4 %) sowie Deutschland und Brasilien (jeweils 3 %). Importiert werden nach Marokko jährlich Güter im Gesamtwert von 14,9 Mrd. US-$. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um industrielle Vorprodukte und Halbwaren (23 %), Konsumgüter (23 %), Investitionsgüter (21 %), Rohöl (9 %), Nahrungsmittel (9 %), Brennstoffe (7 %) sowie Tiere und Pflanzen (5 %). Hauptlieferanten dieser Importgüter sind Frankreich (18 %), Spanien (12 %), Italien (7 %), Deutschland(6 %), Russland (6 %), Saudi-Arabien (5 %) und die VR China (4 %).
Seine defizitäre Handelsbilanz kann das Land durch Überweisungen der im Ausland tätigen Marokkaner sowie durch steigende Einnahmen aus dem Tourismus teilweise ausgleichen. Allein in Europa leben ca. eine Million marokkanische Arbeitsemigranten, die durch ihre Überweisungen für eine Devisenzufuhr von etwa 2,2 Milliarden Euro sorgen, eine Summe, welche die Einnahmen aus dem Tourismus oder dem Export von Phosphaten übersteigt und somit unerlässlich für Marokko ist.
Verkehr
Die Verkehrswege sind vor allem im Nordwesten gut ausgebaut, während südlich und östlich des Atlasgebirges Sandpisten vorherrschen. Das Straßennetz umfasst 62.000 km, ca. die Hälfte ist asphaltiert. Über 400 km sind Autobahnen. Im Bereich der Großstädte ist es z.T. schon überlastet. Das Rückgrat des Eisenbahnnetzes (Streckenlänge etwa 1.800 km) bildet die Strecke von Oujda an der algerischen Grenze über Fes und Casablanca nach Marrakesch, von der mehrere Stichbahnen abzweigen. Über 1.000 km Eisenbahn sind elektrifiziert. Die wichtigsten Häfen liegen am Atlantik. Führender See- und internationaler Flughafen ist Casablanca. Daneben gibt es Flughäfen in Tanger, Rabat, Tétouan, Al Hoceïma, Fès, Oujda, Marrakesch, Ouarzazate, Essaouira und Nador. Der für den Tourismus wichtigste Flughafen ist Agadir. In Tanger entsteht 2006-2007 eines der größten Hafenprojekte des Mittelmeerraumes, unter anderem ein Tiefwasser-Containerterminal.
Kultur
Liste der zum Weltkulturerbe gehörenden Stätten in Marokko
Nationalfeiertag ist der 30. Juli (Thronbesteigung des Königs).
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US Szene und ihre legenden - gepostet von kaykay am Freitag 06.01.2006
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