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Re: Oktober 2010
Nachtperle - 01.10.2010, 00:27Oktober 2010
1. Oktober 2010
Doch an jedem und jeder in der Gemeinde zeigt der Heilige Geist seine Wirkung in der Weise und dem Ziel, dass alle etwas davon haben.
1. Korinther 12, 7 (Gute Nachricht Bibel)
Gehörst du zu den Menschen, die das Gefühl haben, dass Gott beim Verteilen der Talente und Gaben gerade bei dir etwas sparsam war?
Als ich nach vielen Jahren Berufstätigkeit arbeitslos geworden war, bat ich Gott dringlich um eine neue Arbeitsstelle. Doch bevor er mir sie schenkte, schickte er mich wieder zur Schule, obwohl ich weder einen Schulabschluss noch eine Ausbildung besaß. Es gab in meinem Leben vier Dinge, die ich wirklich hasste: Lesen, Schreiben, Mathematik und Schweißen. Nun lebte ich schon über 20 Jahre in Deutschland, hatte kaum Deutschunterricht gehabt und konnte nicht viel mehr als meinen eigenen Namen schreiben. Wie das jetzt mit einer Umschulung funktionieren sollte, an deren Ende die Gesellenprüfung als Schweißer stand, konnte ich mir absolut nicht vorstellen.
Doch Gott schien es damit wirklich ernst zu meinen. Am Ende erhielt ich sogar eine recht gute Benotung. Gott hat dadurch nicht nur mein Selbstvertrauen gestärkt, sondern mir gezeugt, dass ich doch etwas kann und er mir mehr als eine Fähigkeit mit auf den Weg gegeben hat.
Nachdem ich die Ausbildung beendet hatte, bat ich Gott, mich als sein Werkzeug zu gebrauchen. Er gab mir eine Aufgabe in meiner Gemeinde, die mir nicht nur viel Freude bereitet, sondern ich konnte meine Erfahrungen auch mit anderen teilen, indem ich begann, sie aufzuschreiben. Früher hatte ich große Angst vor dem Schreiben, weil ich befürchtete, dass man sich über meine schlechten Rechtschreibkenntnisse lustig machen würde. Ich bin kein talentierter Schriftsteller geworden, immer noch auf Hilfe angewiesen, aber Gott benutzt meine Bereitschaft, um andere im Glauben zu ermutigen.
Ich danke Gott, dass er mich in „seine Schule“ genommen hat. Es ist mein tiefster Wunsch, seinem Willen für mein Leben nachzukommen. Jeder von uns hat von Gott Fähigkeiten und Möglichkeiten bekommen, und dann schenkt er noch einem jeden mindestens eine Gabe des Geistes. Sie sind nicht immer gleich erkennbar, aber wir können alle etwas für Gott tun, wenn wir dazu bereit sind, und uns ihm zur Verfügung stellen.
Martin Grundy
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 17-19
Abends: Epheser 5, 17-33
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 02.10.2010, 15:13
2. Oktober 2010
Der Körper des Menschen ist einer und besteht doch aus vielen Teilen. Aber all die vielen Teile gehören zusammen und bilden einen unteilbaren Organismus. So ist es auch mit Christus: Mit der Gemeinde, die sein Leib ist ... Ein Körper besteht nicht aus einem einzigen Teil, sondern aus vielen Teilen. 1. Korinther 12, 12.14
(Gute Nachricht Bibel)
Gott ist auch ein Gott der kreativen Ideen und überraschenden Handlungsweisen. Welch eine Vielfalt hat er in seine Schöpfung und in seine Gemeinde hineingelegt! Eine Vielfalt von Menschen, Charakteren und Erfahrungen, von Gaben und Fähigkeiten, Glaubenserkenntnissen und Möglichkeiten, diese auch zu leben. Macht uns diese Unterschiedlichkeit und Mannigfaltigkeit nicht unendlich reich? Oder macht sie uns manchmal Angst? Ich jedenfalls bin begeistert, staune und bin Gott für solch eine Vielfalt unendlich dankbar. Sie regt zum Nachdenken an, Gleichförmigkeit lähmt dagegen das Bedürfnis nach eigenem Forschen und Überlegen. Vielfalt nötigt dazu, Fragen zu stellen – Gleichförmigkeit kann Wachstum und Reifung verhindern.
Bereits in den urchristlichen Gemeinden gab es eine erstaunliche Unterschiedlichkeit von Menschen und Meinungen: Da war der impulsive Petrus und der eher vorsichtige, aber gründliche Thomas; Die ungestümen Brüder Jakobus und Johannes; da waren Juden und Griechen, die schon von ihrer Kultur her eine völlig andere Art zu denken und zu glauben hatten. Jesus brauchte und gebrauchte sie alle. Sicher, er hat sie „geschliffen“ und verändert, nicht aber ihre Unterschiedlichkeiten und Persönlichkeiten eliminiert. ER hat sie auch nicht ihrer individuellen Glaubensäußerungen beraubt.
Wenn wir erleben, wie sinnvoll und gottgewollt Vielfalt ist, werden wir um s mehr entdecken, welch einen Reichtum eine Gemeinde bedeutet, in der Kreativität und individuelle Andersartigkeit gepflegt werden – ein breites Fundament für unterschiedlichste Menschen mit ihren verschiedenen Geschichten, die alle durch ihren Glauben an Jesus Christus miteinander verbunden sind und ein gemeinsames Ziel haben.
Hartwig Lüpke
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 20-22
Abends: Epheser 6
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 19:58
3. Oktober 2010
Denn was Menschen von Gott wissen könne, ist ihnen bekannt. Gott selbst hat ihnen dieses Wissen zugänglich gemacht. Römer 1, 19 (Gute Nachricht Bibel)
Während eines Urlaubs fuhr ich im Wohnmobil mit meiner Familie quer durch Frankreich und die Schweiz. Zum ersten Mal waren wir in Paris und haben uns die bekannten Sehenswürdigkeiten angeschaut. Wir sind auf den Eiffelturm gefahren und haben uns vom Lächeln der Mona Lisa im Louvre verzaubern lassen. Fasziniert haben wir den unzähligen Portraitmalern und Künstlern auf dem alten Platz von Montmartre über die Schulter geschaut. In Südfrankreich hat und die abwechslungsreiche Landschaft in ihren Bann gezogen und staunend haben wir den Anblick der schneebedeckten berge der Schweizer Alpen in uns aufgenommen. Diese Entdeckungsreise hat uns allen viel Spaß gemacht.
Die Bibel ist ein Buch, das ebenfalls zu Entdeckungsreisen einlädt. Was gibt es da alles zu entdecken? Neben vielen praktischen Anweisungen sagt mir die Bibel vor allem etwas über Gott. Sie zeigt mir, wer er ist, was er will und was er mit uns Menschen vorhat. Und sie zeigt uns, wie Gott ist.
Einen großen Anteil daran hat der menschgewordene Gott Jesus Christus. Johannes sagt: „Kein Mensch hat Gott jemals gesehen. Nur der Eine, der selbst Gott ist und mit dem Vater in engster Gemeinschaft steht, hat uns gesagt und gezeigt, wer Gott ist.“ Johannes 1, 18 (Gute Nachricht Bibel) Jesus selbst behauptete von sich: „Wer mich sieht, sieht den Vater.“ Johannes 14, 9 Wenn er Recht hat, wovon ich fest überzeugt bin, dann warten erstaunliche Entdeckungen in der Bibel auf uns.
Es ist das Hauptanliegen der Bibel, Gott bekannt zu machen. Sie will uns Gott näher bringen und helfen, eine persönliche Beziehung zu ihm aufzubauen.
Jesus steht im Mittelpunkt der Bibel. Er sagte in Bezug auf das Alte Testament: „Ihr forscht doch in den Heiligen Schriften und seid überzeugt, in ihnen das ewige Leben zu finden – und gerade sie weisen auf mich hin.“ Johannes 5, 39 (Gute Nachricht Bibel) Das gilt noch mehr für das Neue Testament! (siehe Johannes 20, 30.31)
Deshalb möchte ich uns ermutigen, auf Entdeckungsreise zu gehen. Nehmen wir auch heute beim Lesen der Bibel die Chance wahr, Gott und Jesus zu begegnen.
Stephan G. Brass
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 23-25
Abends: Philipper 1
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:00
4. Oktober 2010
Dann wandte [Jesus] sich an Thomas: „Leg deinen Finger auf meine durchbohrten Hände! Gib mir deine Hand und leg sie in die Wunde an meiner Seite! Zweifle nicht länger, sondern glaube!“ Thomas antwortete: „Mein Herr und mein Gott!“ Jesus sagt zu ihm: „Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Wie glücklich können erst die sein, die mich nicht sehen und trotzdem glauben!“ Johannes 20, 27-29 (Hoffnung für alle)
Armer Thomas! Er weigerte sich zu glauben, ohne sich vergewissern zu können, und dafür hat er die Geschichte ihn zum Patron aller Zweifelnden und Wankelmütigen gemacht. Dabei war er nur einer, der einen Beweis verlangte, weil jemand, der offensichtlich hingerichtet und bestattet worden war, angeblich auferstanden und von seinen Freunden gesehen worden ist. Johannes 20, 24.25 Ob er eine Woche später, als er Jesus selbst sah, diesen Beweis noch benötigte, bleibt im Text unklar. Klar ist, dass Jesus seinem Ansinnen nachkam und ihm die gewünschte Glaubensstütze bot.
Die Geschichte hat Thomas zum Zweifler degradiert, als ob wir diese Bezeichnung je so benutzen dürften, dass sie uns nicht selbst von Zeit zu Zeit beträfe. Die Auferstehung Jesu Christi hören wir mit den Ohren des Glaubens nur darum, weil es die Apostel bezeugt haben und es die einzige Möglichkeit ist, die uns bleibt. Jesus preist die selig, die durch das Hören (und Lesen) der Zeugenberichte an ihn glauben, weil ihnen sonst nichts zur Verfügung steht.
Aber was wir da hören, dafür hat Thomas den letzten und wichtigen Akt geliefert: das es wirklich Gott ist, der in Jesus Christus die Wunden davongetragen hat. Thomas durfte sie berühren, damit wir diese Botschaft hören und lesen können. Wie gern wären wir an Thomas’ Stelle: Jesus zu sehen und ihn endlich anfassen zu können.
Johannes beabsichtigt mit seinem Bericht über Jesus, dass Menschen zum Glauben kommen. Es gibt diejenigen, denen das Wort Jesu zum Glauben reicht, und es gibt auch jene, denen der Bericht von Johannes über Jesus zum Glauben reicht. Und dann gibt es noch diejenigen, die wirklich begreifen, berühren wollen und müssen, und dafür Thomas haben, diesen erst einmal zweifelnden Jünger.
In unserer Welt brauchen wir das Wort dieses geistig wachen und skeptischen Mannes immer wieder, der ausrief: „Mein Herr und mein Gott!“
Dennis Meier
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 26-27
Abends: Philipper 2
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:01
5. Oktober 2010
Verlass dich auf den HEERN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. . Sprüche 3, 5
Die Orgel erklang und wir marschierten nach vorne. Wir – das war eine Handvoll 15-Jähriger – , die gerade aus der Pfadfindergruppe entlassen wurde und nun in die Jugendgruppe der Gemeinde aufgenommen werden sollte. Jeder von uns bekam vom Pastor ein Faltblatt überreicht, in dem neben einigen netten Worten auch ein Bibeltext stand. Für mich hatte er den obigen Text ausgesucht.
Schon damals zeichnete sich ab, dass ich in der Gefahr stand, zu grübeln statt Gott um Erkenntnis zu bitten, oder meine Entscheidungen nur nach längerem Nachdenken zu treffen, statt vorher auch nach Gottes Weg zu fragen. Und so reagierte ich, wie es wohl typisch ist für Jugendliche, wenn sie sich ermahnt fühlen. Ich schaltete auf Durchzug, als der Pastor meinen Text vorlas. Wer möchte schon als halbwegs intelligenter Mensch an die Begrenztheit seines Verstandes erinnert werden?
Seltsamerweise brannte sich dieser Text dennoch in meine Erinnerung ein, so dass ich ihn jederzeit auswendig hersagen konnte, jedoch ohne eine Ahnung davon zu haben, was er für mich bedeutete. Erst Jahre später wurde mir dieser Text wichtig – als ich mich damit auseinander setzte, was es heißt, als Nachfolger Jesu zu leben. Denn der Text beschreibt kurz und treffend, wie das aussieht: Nicht alles selbst machen wollen, nicht alle Ziele selbst setzen und eigene Wege genau festlegen.
Jesus ist uns schon vorangegangen und ich gehe ihm hinterher. Sein Leben und sein Leitbild zeigen mir, was in meinem leben wirklich zählt. Das klingt vielleicht herausfordernd in einer Zeit, in der die meisten Ratgeberbücher und Seminartrainer behaupten, man solle sich fortwährend Ziele setzen – für den Beruf, für die Altersvorsorge, für das Privatleben u.s.w.
Aber der „Trainer“ Jesus und das „Ratgeberbuch“ Bibel zeigen mir, welches Ziel über allen anderen Zielen in meinem Leben als Christ stehen sollte: Gott zu vertrauen und auf seine Führung zu achten. Das gibt mir Mut, Entscheidungen auch einmal abzugeben und zu sagen: „Jesus, bitte kümmere du dich drum. Meine Weisheit und meine Kraft sind begrenzt.“
Und was kann ich Jesus heute überlassen?
Thomas Lobitz
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 28-29
Abends: Philipper 3
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:01
6. Oktober 2010
So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber. Jakobus 2, 17
Von Martin Luther wurde der Jakobusbrief als „stroherne Epistel“ bezeichnet, weil seine Aussagen für ihn im Widerspruch zum Römer- und Galaterbrief standen, in denen die Rechtfertigung allein aus dem Glauben betont wird.
Wie für den Drahtseiltänzer im Zirkus ist es auch für uns Christen wichtig, dass wir in unserem Glaubensleben immer wieder die Balance und die Ausgewogenheit finden. Zu solch einem Gleichgewicht wollte Jakobus den Christen verhelfen. Meines Erachtens steht er nicht im Widerspruch zu Paulus, sondern ergänzt ihn auf wunderbare Art und Weise. Jakobus erinnert uns daran, dass nur ein lebendiger, aktiver Glaube uns erlösen kann. Wenn auf unsere Worte keine Taten folgen, ist unser Glaube nicht viel wert – und nicht echt – ebenso wenig wie die Liebeserklärung eines Menschen, der es nur bei schönen Worten belässt.
Beim Durchlesen des gesamten Jakobusbriefes sind mir bestimmte Worte aufgefallen, die aneinandergereiht eine Art roten faden ergeben: Da ist die Rede von Anfechtung Jakobus 1, 2.12, Zorn Jakobus 1, 19.20, vom Ansehen der Person Jakobus 2, 1.9, vom Unheil, das die Zunge anrichten kann Jakobus 3, 1-12, von Neid Jakobus 3, 14-16, Streit Jakobus 3, 14-16; 4, 1, vom verleumden und verurteilen Jakobus 4, 11.12, vom „widereinander seufzen“ Jakobus 5, 9 und vom Kampf untereinander Jakobus 4, 1. Könnte es sein, dass der Hintergrund für den Jakobusbrief Streitigkeiten und Spannungen in der jungen Christengemeinde sind? Wenn ja, dann mag der Jakobusbrief für Luther zwar eine „stroherne“ und nicht so gewichtige Epistel gewesen sein – verstaubt und irrelevant ist dieser Brief aber bestimmt nicht, sondern hochaktuell.
Dann bekommt auch unser Vers einen neuen Sinn. Dann geht es nicht nur um irgendwelche Taten, sondern um die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen. Dann geht es darum, ob wir konstruktiv mit Meinungsverschiedenheiten und Konflikten umgehen, ob wir uns zu unserer Schuld bekennen und die Versöhnung mit dem Nächsten suchen. Dann geht es nicht nur um den Inhalt unserer Diskussion, sondern auch darum, wie und in welchem Geist wir sie führen.
In diesem Sinne möchte ich nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes sein und mich um einen lebendigen Glauben bemühen.
Christian Frei
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 30-31
Abends: Philipper 4
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:02
7. Oktober 2010
Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Hebräer 13, 14
Im Laufe meines Lebens bin ich 17-mal umgezogen. An einigen Orten konnte ich länger wohnen bleiben, an anderen waren es nur wenige Jahre oder gar nur Monate. Alle diese Orte waren für mich keine bleibenden Städte. Immer wieder galt es, die Sachen zu packen und weiterzuziehen.
Aber selbst für Menschen, die nie umziehen mussten, bietet unsere Erde keine bleibende Stadt, denn ein letzter Umzug wird keinem erspart. Dieser Umzug ist an kein Lebensalter gebunden: „Der Mensch ist nur der Welt geliehen, oft muss er fort im schönsten Blühen.“ Die Frage ist: Gibt es auf der Erde überhaupt eine „bleibende Stadt“?
Abgesehen von den vielen Städten, die im Laufe der Weltgeschichte verschwanden und für deren Ruinen sich heute nur noch Archäologen interessieren, haben auch alle anderen Städte der Erde keine bleibende Zukunft, mögen sie Berlin, Paris, London, New York oder sonst wie heißen. Sie alle werden keinen Bestand haben und ihre Einwohner kein dauerndes Bleiberecht. Johannes wurden Geschehnisse gezeigt, die wir uns noch gar nicht vorstellen können. Er berichtete: „Die Erde bebt so heftig wie noch nie seit Menschengedenken ... und die Städte der Welt sanken in Trümmer.“ Offenbarung 16, 18.19 (Hoffnung für alle)
Wenn alle unsere Städte keinen Bestand haben werden, ist es da nicht vernünftig, sich rechtzeitig nach einer „bleibenden Stadt“ umzusehen? Bereits Abraham sah dieser zukünftigen Stadt entgegen. Er und alle Menschen mit seinem Glauben warten „auf die Stadt mit festen Grundmauern, die Gott selbst entworfen und gebaut hat“ Hebräer 11, 10 (Gute Nachricht Bibel) Diese Stadt heißt „Neu-Jerusalem“.
Das alte Jerusalem hat viele Kriege erlebt. Es ist 13-mal zerstört und immer wieder aufgebaut worden. Diese Stadt ist ein Zankapfel geblieben, für die kein Mensch den Weg zum Frieden kennt.
Johannes aber „sah, wie die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herab kam. Sie war festlich geschmückt wie eine Braut für ihren Bräutigam“ Offenbarung 21, 2 (Gute Nachricht Bibel). Es ist eine Stadt ohne Verbrechen, ohne Krieg, ohne Obdachlose, Kranke und Sterbende. (Offenbarung 21, 4)
Allen, die meinen, dies sei zu schön, um wahr zu sein, versichert Gott in Offenbarung 22, 6: „Diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!“ Gott wird die Traumstadt der Zukunft für alle seine heimatlosen Kinder Wirklichkeit werden lassen. Eine Stadt, in der es keine Heimatlosigkeit mehr gibt und aus der wir nie wieder wegziehen müssen.
Reinhold Paul
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 32-33
Abends: Kolosser 1
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:02
8. Oktober 2010
Wer weise ist, der höre zu und wachse an Weisheit, und wer verständig ist, der lasse sich raten. Sprüche 1, 5
Mit der Weisheit ist das so eine Sache. Vieles wissen wir – und handeln trotzdem anders!
Vor einigen Tagen war der Benzinpreis um einiges Cent gefallen und sofort bildeten sich an den Tankstellen lange schlangen von Autofahrern, die die Gelegenheit nutzen wollten, ein wenig Geld zu sparen. Ich hatte Zeit an jenem Tag und wartete ebenfalls. Ein wenig verblüfft war ich allerdings, als eine Dame vor mir noch ein par Tüten Chips kaufte. Die waren an der Tankstelle doch erheblich treurer als im Supermarkt nebenan – und sofort war der ersparte Euro schon wieder ausgegeben. Wahrscheinlich kann jeder Beispiele aus seinem Alltag aufzählen, wo man entgegen der Vernunft und Weisheit gehandelt hat.
Schlimmer aber sind die Situationen, in denen unüberlegte Handlungen weitaus gravierendere Folgen haben. Ich schätze die Menschen, die dann offen zugeben können: „Ja, ich habe einen schweren Fehler begangen. Es tut mir leid.“ Wie gut, wenn man dann jemanden hat, mit dem man darüber sprechen kann. Oder wenn man den Mut findet, dies auch den Geschädigten zu bekennen.
Vor Jahren bekannten sich 17 Mediziner in einer Broschüre öffentlich zu ihren Behandlungsfehlern. Sie gestanden ein, dass sie in ihrer Arbeit Fehler gemacht und den Patienten Schaden zugefügt hatten. Weil sie zu ihren Fehlern standen und diese benannten, konnten sie und auch andere davon lernen. Und sie konnten sich bei den Geschädigten entschuldigen, einiges wieder gutmachen und auf Vergebung hoffen.
Wir als gläubige Menschen sollten, wenn es um Schuldbekenntnis und Vergebung geht, eine Vorbildfunktion einnehmen. Wir haben die Möglichkeit, zu jeder Zeit mit Gott darüber zu sprechen ihn um Vergebung zu bitten und darum auch anderen Menschen unsere Fehler und Schuld einzugestehen.
Und daraus erwächst für uns die Weisheit und Erkenntnis: Nie aufhören, aus Fehlern zu lernen, begangene fehler vor Gott bringen, ihn und unsere Mitmenschen um Vergebung bitten.
Beate Strobel
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 34-36
Abends: Kolosser 2
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:03
9. Oktober 2010
So unterwies ihn sein Gott und lehrte ihn, wie es recht sei. Jesaja 28, 26
Von klein auf sind wir darauf angewiesen, dass wir unterwiesen werden, zunächst von den Eltern, später von Erziehern und Lehrern. Schulische Bildung ist die Voraussetzung für eine Berufsausbildung, in der wir zunächst auch wieder belehrt werden. Der Meister gibt sein Wissen an den Lehrling weiter, der Professor an die Studenten und so geht es von Generation zu Generation.
Umso erstaunlicher ist der Zusammenhang des obigen Textes. Da ist in den Versen zuvor von einem Bauern die Rede, der den Acker pflügte und Samen aussäte. Mit Sicherheit hatte er das von seinem Vater oder einem anderen Bauern gezeigt bekommen. Wieso schrieb der Prophet Jesaja, dass Gott ihn unterwiesen und belehrt habe?
Wieso wurde der Bauer von Gott in die Kunst des Ackerbaus eingeführt? Der Prophet Jesaja dachte weiter: Dass ein Mensch überhaupt die Denkfähigkeit besitzt und sich Erkenntnisse merken kann, nach denen er dann zu handeln versteht, das ist letztlich eine Gabe Gottes. Der Schöpfer hat dieses unvorstellbar komplizierte und komplexe Organ – unser Gehirn – geschaffen und uns damit befähigt, unser Leben meistern zu können. Angefangen bei den Fähigkeiten zur Nahrungsbeschaffung über die Erfindung technischer Geräte bis hin zu beeindruckenden Kunstwerken: „Auch das komm her vom Herrn.“ (Jesaja 28, 29a)
Doch wer denkt schon an den Schöpfer unserer Intelligenz? Je gelehrter und kompetenter ein Mensch ist, desto größer ist die Versuchung, alles Erreichte dem eigenen Wissen und Können zuzuschreiben. Auch gläubige Menschen sehen Vieles als selbstverständlich an und vergessen manchmal den Urgrund ihres Seins. Mose mahnte daher im Auftrag Gottes: „Hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den Herrn, deinen Gott, vergisst ... Du könntest sonst sagen in deinem Herzen: Meine Kräfte und meiner Hände Stärke haben mir diesen Reichtum gewonnen. Sondern gedenke an den Herrn, deinen Gott; denn er ist’s der dir Kräfte gibt.“ 5. Mose 8, 14a.17.18a)
Danke Gott, dass ich leben, denken, lesen, verstehen und arbeiten kann. Vor allem aber danke ich dir, dass ich dir vertrauen kann
Harald Weigt
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 37-38
Abends: Kolosser 3
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:03
10. Oktober 2010
Höre mein Gebet, Herr, und achte auf meinen Hilfeschrei! Ich bin in großer Not – verbirg dich nicht vor mir! Psalm 102, 2.3a (Hoffnung für alle)
Der Diebstahl seines alten Autos hatte für einen Belgier durchaus auch angenehme Seiten. Er bekam seinen Toyota mit 300 000 Kilometern auf dem Tacho in deutlich verbessertem Zustand zurück. Die Diebe hatten neue Reifen aufgezogen, eine Delle ausgebeult und den Wagen voll getankt. Die Polizei stellte das Auto bei einer Razzia sicher.
Nicht immer muss ein Verlust oder Schaden negativ sein. Der Belgier wird sich geärgert haben, als sein Auto gestohlen wurde. Doch letztlich war er dafür dankbar. Auch uns kann Ähnliches passieren. Ich werde plötzlich krank, habe einen Unfall oder verliere meinen Arbeitsplatz. Später wird mir bewusst, dass dadurch mein leben eine andere Richtung nahm, die für mich notwendig war.
Da auch ein Christ in einer derartigen Situation jedoch nicht weiß, wie sie für ihn ausgeht, kann es sein, dass er ins Zweifeln kommt. Er betet in seiner Not ernsthaft zu Gott, scheint aber keine Hilfe zu erfahren, wie der Andachtstext andeutet. In solch einem Augenblick tauchen Fragen auf: Warum herhört Gott nicht mein Gebet? Wieso muss grade ich als Christ leiden? Hat es noch Sinn, auf Gottes Hilfe zu vertrauen?
Ähnlich drastisch sagte auch Hiobs Frau zu ihrem Mann: „Hältst du noch fest an deiner Frömmigkeit? Sage Gott ab und stirb!“ Hiob 2, 9 Der wohlhabende und auf Gott vertrauende Hiob verlor durch „Schicksalsschläge“ (es waren Satans Schläge) seinen Besitz, seine Kinder und wurde schwer krank. Sein Glaube an Gott wurde auf eine harte Probe gestellt. Doch er antwortete seiner Frau: „Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?“ Hiob 2, 10 Auch Hiob hatte später seine Zweifel. Er verfluchte den Tag seiner Geburt, fühlte sich von Gott ungerecht behandelt und wollte sich vor dem Herrn selbst verantworten. Auf die Frage Gottes: „Wer mit dem Allmächtigen rechtet, kann der ihm etwas vorschreiben?“ Hiob 40, 2, musste Hiob bekennen: „In meinem Unverstand hab ich geredet von Dingen, die mein Denken übersteigen.“ Hiob 42, 3 (Gute Nachricht Bibel) Doch bevor Hiob zu dieser Erkenntnis kam, war er sich sicher: „ Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ Hiob 19, 25
Wenn auch wir einmal sehr verzweifelt sind, sollten wir nicht vergessen, dass Gott trotz allem durch Jesus Christus unser Erlöser ist.
Holger Teubert
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 39-40
Abends: Kolosser 4
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:04
11. Oktober 2010
Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und redete ihn an: „Zachäus komm schnell herunter: Ich muss heute dein Gast sein Lukas 19, 5
Der Australier Ian Usher hatte genug von seinem alten Leben. Nachdem seine Ehe in die Brüche gegangen war, wollte er sein altes Leben im Internet versteigern. Die Idee war erfolgreich: Die Angebote stiegen auf umgerechnet 1, 35 Millionen Euro. Usher schätzte den Wert seiner Güter auf 500 000 australische Dollar. Dazu gehörten ein Haus mit drei Schlafzimmern, sein ganzes Inventar, ein Auto, ein Motorrad, eine Fallschirmausrüstung und vieles mehr.
Ersteigern konnte man alles jedoch nur als Gesamtpaket. Für sein neues Leben wollte Usher nur seine Brieftasche, seinen Pass und die Kleidung behalten.
Die Geschichte klingt fast märchenhaft. Mit viel Geld ein neues Leben beginnen – irgendwo anders, wo es schön ist, wo man noch unbekannt ist. Ian Usher hatte schon einmal sein Leben neu begonnen, als er nach Australien auswanderte. Jetzt wollte er noch einmal einen Neuanfang wagen. Doch hatte er nicht etwas vergessen? Sich selbst?
Wir nehmen uns doch überall mit – unseren Charakter, unsere Macken, unsere Erinnerungen – auch unsere Schuld. Ein echter Neuanfang setzt eine geklärte Vergangenheit voraus – und neue Ziele.
Hier denke ich an einen anderen Mann, der ebenfalls sein altes Leben hinter sich gelassen hatte. Er war erfolgreich, aber auf Kosten anderer. Dieser Mann hieß Zachäus. Als Zolleinnehmer ging es ihm finanziell blendend. Nun war er auf einen Baum geklettert, um von dort den zu sehen, der so viel Aufsehen erregt hatte: Jesus von Nazareth.
Jesus ging auf den Baum zu und rief Zachäus herunter – hinein in ein völlig neues Leben. Auch Zachäus hatte sich von einigen materiellen Dingen getrennt, wie der Bericht betont, aber der wirkliche Neuanfang bestand darin, dass er Jesus in sein Leben aufnahm. Hätte Jesus sich nicht selbst bei Zachäus eingeladen, dann wäre der weiterhin ein Unzufriedener, ein „Gefangener“ geblieben.
Der Traum von einem anderen Leben muss kein Traum bleiben. „Ich muss heute dein Gast sein!“, sagt Jesus. Bei dir und mir! Bitte, tritt ein Jesus, und sei mehr als ein Gast.
Burkhard Mayer
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 41-42
Abends:1. Thessalonicher 1
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:04
12. Oktober 2010
Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn ... Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst. Jakobus 1, 19.22
Viele zwischenmenschliche Konflikte lassen sich auf eine mangelhafte Kommunikation zurückführen. Und eine der größten Schwächen diesbezüglich ist, dass wir nicht richtig zuhören. Dabei liefert bereits die Beschaffenheit unseres Körpers einen guten Anhaltspunkt: zwei Ohren, nur ein Mund!
Was würden wir alles dafür geben, manchen vorschnell abgeschossenen „Pfeil“ zurückzuholen, bevor er sein Gift verbreitet, Seelen verletzt, irreparable Schäden anrichtet! Hätten wir doch länger oder besser zugehört, oder uns eine Bedenk – bzw. Gebetspause erbeten ...
Mit Selbstbeherrschung allein ist es nicht getan, denn die Worte befördern nur etwas zutage, was zuvor in uns war: in unseren Köpfen oder unseren Herzen. Sich auf die Zunge zu beißen ist nur eine (letzte) Notlösung. Viel besser wäre es, wenn das an unserem Denken und Fühlen in Ordnung käme, was uns hindert, in der Gesinnung unseres Vorbildes Jesus Christus zu reden und zu handeln. Unser Denken und Fühlen kann aber nur der Heilige Geist erneuern Hesekiel 36, 26 – wenn wir ihn ernsthaft darum bitten und ihn bewusst wirken lassen.
Jakobus ist ein sehr lebensnaher Schreiber: Allein zuhören ist nicht alles, insbesondere, wenn es um das Hören auf Gott geht – beispielsweise durch sein Wort. Jakobus sprach die „Hörer“ bewusst an, weil es damals, bevor die Bibel in Massen schriftlich verbreitet werden konnte, fast nur Hörer des Wortes Gottes gab. Heute würde er möglicherweise schreiben: Seid Täter des Wortes und nicht nur Leser und Hörer, Prediger und Schreiber allein.
Heute vor zwei Jahren wurde ein Pfarrer in den USA bestohlen, während er auf der Kanzel eine Predigt über Barmherzigkeit hielt. Ein Pärchen entwendete aus dem Kirchenbüro seine Aktentasche mit der Geldbörse, dem Autoschlüssel und einem tragbaren Computer. Noch während der Predigt kaufte das Diebespaar mit seiner Kreditkarte für umgerechnet 1500 Euro ein. Hier das zu praktizieren, sich nicht im Ton zu vergreifen, stelle ich mir in solch einem Fall recht schwer vor!
Herr, gibt mir die richtigen Worte, gib mir den richtigen Ton! Öffne meine Ohren für dien Reden und für den wortlosen Hilfeschrei meiner Mitmenschen! Hilf mir, zur rechten Zeit und in deinem Sinne zu reden und zu handeln!
Elì Diez-Prida
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 43-44
Abends: 1. Thessalonicher 2
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:04
13. Oktober 2010
Jeder soll dem anderen helfen, seine Last zu tragen. Auf diese Weise erfüllt ihr das Gesetz, dass Christus uns gegeben hat. Galater 6,2 (Hoffnung für alle)
Freie Zeit ist in unseren Tagen Mangelware. Viele Menschen leiden unter Überlastung, Überforderung oder Termindruck. Das Burnout-Syndrom ist längst eine anerkannte Krankheit. Für manchen ist dieses „Ausgebranntsein“ nicht nur eine vorübergehende Erkrankung, sondern bedeutet sogar das Ende ihrer bisherigen Berufstätigkeit.
Wenn wir Gefangene unseres Terminkalenders sind, haben wir auch keine Zeit mehr für andere wichtige Dinge im Leben. Da brechen Ehen und Familien auseinander, weil man den Bedürfnissen der Partner und Kinder nicht mehr gerecht werden kann. Irgendwann wird die Zeit mit Gott auch nur noch ein „Termin“, den man immer häufiger streicht. So mancher hat dadurch den Kontakt zu ihm verloren.
Wir müssen zugeben, dass es für solche Situationen keine schnelle und umfassende Lösung gibt. Kaum jemand kann einen anderen von seinem Termindruck befreien. Ich weiß zum Beispiel nicht, wie man damit fertig werden kann, wenn eine Arbeitstelle in der Firma wegfällt und der Arbeitsaufwand einfach einem anderen Mitarbeiter aufgeladen wird.
Als Christen können wir jedoch einiges füreinander tun: einige anteilnehmende Worte sagen und unsere liebevolle Zuwendung zeigen, wodurch wir den stressgeplagten Menschen daran erinnern, wie sehr auch Gott an ihm interessiert bleibt. Wir können ihn fragen, ob wir ihm irgendwelche Aufgaben oder Lasten abnehmen können. (im Sinne des Andachtwort des Paulus) In schwierigen Situationen können wir den anderen ermutigen, Gottes Hand umso fester zu ergreifen. Und wir können mit einem Menschen – einem echten freund oder gläubigen Kollegen – eine Gemeinschaft aufbauen, in der man sich regelmäßig trifft, offen miteinander redet, einander Probleme anvertraut und miteinander dafür betet.
Jesus hat uns aufgetragen, einander zu lieben. Johannes 13, 34; 15, 12) Das ist sein neues Gebot – sein „Gesetz“. Und christliche Nächstenliebe erweist sich stets in Taten und nicht nur in Worten.
Albrecht Höschele
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 45-46
Abends: 1. Thessalonicher 3
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:05
14. Oktober 2010
Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort.
Matthäus 24, 7
„Der Hunger ist auf die politische Agenda zurückgekehrt.“ So zitierte die Wirtschaftswoche den Leiter des Internationalen Ernährungsforschungsinstitutes (Ausgabe 18, 2008, Seite 26) Die Weltbank schätzt, dass in 33 Ländern Hungersnöte drohen. Trotz großer Anstrengungen ist es eine Tatsache, dass ungefähr eine Milliarde Menschen auf dieser Welt Hunger leiden und kaum wissen, wie sie über den Tag kommen.
Hunger ist in erster Linie kein Mengenproblem, sondern ein Verteilungsproblem. Das ha vielfach mit einer verfehlten Agrarpolitik in den Entwicklungsländern und dem Protektionismus in reichen Ländern zu tun. Neu hinzu kommt, so sagt man, die erhöhte Nachfrage der größten Länder wie Indien und China, nach Fleisch. Und schließlich haben Spekulanten die Agrarmärkte als neues Tummelfeld entdeckt. Sie haben kein Interesse an gerechter Nahrungsverteilung, sondern nur am Profit. Nimmt man noch die aktuellen und drohenden Veränderungen durch den Klimawandel hinzu, können wir festhalten, dass ein großer Teil der Hungermisere von Menschen verursacht wird.
Für Jesus Christus gehören Hungersnöte wie auch Erdbeben oder Kriege zu den Zeichen der letzten Zeit. Sie sind ein Anzeichen, dass die Ankündigung seiner Wiederkunft vertrauenswürdig ist. Er sagte damit auch, dass es um unsere Welt schlecht bestellt ist. Ungerechtigkeit, Macht- und Profitgier verhindern eine gerechte Verteilung der Nahrungsmittel, und Hungersnöte sind vorprogrammiert. „Und weil Gottes Gebote missachtet werden, setzt sich das Böse überall durch. Die Liebe wird bei vielen Menschen erlöschen.“ Matthäus 24, 12 (Hoffnung für alle) Und weil das alles erst „der Beginn der Geburtswehen“ des ewigen Lebens ist (Matthäus 24, 8 (Gute Nachricht Bibel), müssen wir wohl noch eine Weile damit leben – bis zum zweiten Kommen Christi.
Bis dahin sind wir aufgefordert, verantwortlich an Mensch und Natur zu handeln und die Schwachen, Kranken und Armen dieser Welt zu unterstützen. (siehe 5. Mose 15, 11) Machen wir uns bewusst, wie unser Lebensstil das Schicksal der Menschen in anderen Teilen der Welt beeinflussen kann. Wir können die Welt zwar nicht retten, aber unseren Teil tun, wo es uns möglich und nötig ist.
Roland Nickel
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 47-49
Abends: 1. Thessalonicher 4
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:05
15. Oktober 2010
Als Jesus seine Rede beendet hatte, waren die Zuhörer von seinen Worten tief beeindruckt. Denn anders als ihre Schriftgelehrten sprach Jesus mit einer Vollmacht, die Gott ihm verliehen hatte. Matthäus 7, 28.29 (Hoffnung für alle)
Das muss ein Erlebnis gewesen sein, einer Predigt Jesu zu lauschen! Wie hat er es nur fertig gebracht, tausende Zuhörer so zu begeistern, dass sie merkten: Hier bin ich gemeint, jetzt hat Gott zum mir gesprochen! Zuerst war es wohl Jesu Anteilnahme, die ihre Herzen berührte. ER hatte Kranke geheilt, Tote zum Leben erweckt, sich für ihre Kinder Zeit genommen und den Hungrigen zu essen gegeben. Wenn er vom Reich Gottes erzählte, war seine liebevolle Einladung unüberhörbar. Das ist dir zugedacht und für dich erreichbar.
Manchmal sah Jesus auch Zweifel und heimliche Sorge in den Augen seiner Zuhörer. Die Schriftgelehrten hatten ihnen immer wieder vorgeschrieben, was die alles leisten müssten, um die Anwartschaft auf das Reich Gottes zu erwerben. Viele hatten daraufhin den Mut verloren, und mancher hatte die Hoffnung aufgegeben. Die Tür zum Himmelreich würde ihnen verschlossen bleiben.
Aber nun war Jesus gekommen, und alles sah plötzlich ganz anders aus. Seine Worte verliehen ihnen ein neues Wertgefühl. Ihrem Zögern ging er mit offenen Armen entgegen. „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet. Ich werde euch Ruhe geben, Lasst euch von mir in den Dienst nehmen und lernt von mir! Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Bei mir findet ihr Ruhe für euer Leben.“ Matthäus 11, 28.30 (Hoffnung für alle)
Jetzt konnten sie wieder hoffen, und auch ich schöpfe Mut und vertraue mein Leben Jesus an. Denn wenn er sagt: „Ich meine es gut mit euch“, dann weiß ich, dies gilt bis heute allen, die sich plagen und nach innerem Frieden sehnen. Es gilt denen, deren Sehnsucht und Hoffnung über dieses Leben hinausreichen. Ihnen hat Jesus die Tür zum Himmelreich geöffnet. Das sind keine leeren Worte. Ich merke immer wieder: Gott selbst hat durch Jesus zu mir gesprochen.
Johannes Fiedler
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 50-52
Abends: 1. Thessalonicher 5
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:06
16. Oktober 2010
Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Hiob 42, 5
So wie Hiob möchte ich leben – das habe ich schon mehrmals bekannt und gesagt. Ich bin mir aber sicher, dass ich nicht das erleben will, was Hiob durchgemacht hat. Dennoch fesselt mich dieser Mann über die Maßen. Er hat sich bei Gott beklagt, hat protestiert und ihn auf die Anklagebank gezerrt. Er hat Gott mit Fragen überschüttet und geflucht, dass es mir einen Schauer über den Rücken jagt, wenn ich lese, was da so ungeschützt aus einem verletzten Herzen kam. Es sind die Worte eines ums Überleben kämpfenden Mannes, und seine Warum-Fragen sind mir sympathisch.
Aber auf keine seiner Fragen hat Hiob eine eindeutige Antwort bekommen. Weder im Buch Hiob, noch sonst in der Bibel gibt es für das, was diesem Mann widerfuhr, eine einleuchtende Erklärung. Und dennoch bekennt er am Schluss, als Gott mit ihm geredet und ihn mit vielen Fragen auf seine Schöpfermacht hingewiesen hatte: „Aber nun hat mein Auge dich gesehen.“ Gott selbst ist ihm zur Antwort geworden!
Wir würden am Ende des Buches gern Antworten lesen. Aber wir finden sie nicht und klammern uns dann an Erklärungen, die offene Fragen und ungelöste Probleme lösen sollen. Doch an diesem Punkt lässt uns Hiob allein. Er hat sich Gott hingegeben und wir können auf seine wunde Seele schauen. Genau das ist die fatale Distanz des Beobachters, der über den Dingen steht und gebannt auf eine Lösung aller Fragen wartet.
Doch der Text macht Eines klar: Hiob möchte nicht zwischen Gott und uns stehen. Er kann nicht die Antwort ersetzen, die ich nötig habe. Ich muss Gott begegnen – in meinem Leben und an meinem Ort. Dann muss ich auch hierin bekennen: „Ja, so wie Hiob möchte ich leben“, mich mit ehrlichem Herzen Gott ausliefern. Dann wird mir Gott begegnen, Nicht nur vom Hören, aus der Bibel oder anderen Büchern, sondern aus der persönlichen Begegnung zwischen gott und mir erwächst ein tiefes Vertrauen zu ihm.
Jesus hat vor seiner Kreuzigung in Gethsemane mit Gott gerungen, weil er Kraft und Gewissheit für sein Opfer brauchte. Die Begegnung mit dem Vater war ihm Antwort genug. Doch Gott ist keineswegs stumm geblieben. In Jesus haben wir eine leibhaftige Antwort auf alles bekommen. In der täglichen Begegnung mit Jesus wird eis hör- und sichtbar.
Johannes Naether
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 53-55
Abends: 2. Thessalonicher 1
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:06
17. Oktober 2010
Die Toren sprechen in ihrem Herzen: „Es ist kein Gott.“ Psalm 14, 1
Die Frage, ob Gott existiert und uns deshalb unmittelbar etwas angeht, wurde seit jeher kontrovers diskutiert und auf unterschiedliche Art und Weise beantwortet: als stilles Zeugnis, als offenes Bekenntnis, als lautstarkes Argument, ja sogar unter Anwendung von Gewalt. In jüngster Zeit wurde das Arsenal erprobter Argumentationsmittel erweitert: eine Bus-Kampagne. In London konnte man Linienbusse mit Plakaten sehen, auf denen zu lesen war: „Es gibt vermutlich keinen Gott. Hör auf, dir Sorgen zu machen und genieße dein Leben!“ Die Antwort – ebenfalls auf Bussen – ließ nicht lange auf sich warten: „Gott existiert – genießt euer Leben mit Christus!“
Was immer man von dieser Art öffentlicher Diskussion halten mag – sie zeigt, dass auch Atheisten und Nicht-Religiöse mit missionarischem Eifer für ihre Weltsicht eintreten. Allerdings sind plakative Bekenntnisse kein Ersatz für das eigene Abwägen von Für und Wider des Glaubens an Gott.
Die eigentliche Herausforderung für Christen und andere gottgläubige Menschen liegt dabei in der Behauptung, ein erfülltes und angstfreies Leben benötige keinen Glauben an Gott. „Gottlos glücklich sein“ – in diesem Slogan lässt sich das Anliegen der überzeugten Atheisten und Freidenker am besten zusammenfassen.
Es hilft wenig, behaupten zu wollen, das vermeidliche Glück der Gottlosen sei gar nicht echt, sondern lediglich aufgesetzt oder eingebildet. Tatsache ist, dass viele Menschen ohne Gott glücklich sind und gerade deshalb keinen bedarf an ihm verspüren. Tatsache ist auch, dass viele Christen nicht besonders glücklich zu sein scheinen, sondern ihren Glauben eher als anstrengend und einengend empfinden. „Gott existiert – genießt euer Leben mit Christus“ wirkt da fast noch eher aufgesetzt.
Vielleicht ist ja heitere Gelassenheit die beste Reaktion auf die atheistische Herausforderung. So reagierte das Bistum Barcelona auf solche Plakate an bussen mit folgender kurzer Erklärung: „Für uns Gläubige ist die Existenz Gottes weder ein Grund zur Sorge, noch ein Hindernis, das Leben zu genießen.“
Gerade weil Gott da ist, freue ich mich auf den heutigen Tag. Weil er bei mir ist, darf ich mich allen Herausforderungen mutig stellen, die sich mir bietenden Gelegenheiten nutzen und mich am Leben und seinen schönen Seiten freuen.
Rolf J. Pöhler
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 56-58
Abends: 2. Thessalonicher 2
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:07
18. Oktober 2010
Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet die euch fluchen; bittet für die, die euch beleidigen. Lukas 6, 27.28
Hätte Jesus das nicht anders formulieren können, vielleicht nicht ganz so fordernd? Etwa so: Wenn du Feinde hast, gehe ihnen aus dem Wege, und wenn es dir nicht zu viel Mühe macht, so akzeptiere sie wenigstens. Jesu Worte sind dagegen oft so radikal und kompromisslos.
Vor einiger Zeit las ich einen Bericht, der mich sehr beeindruckt hat. Dirk Willems war als Wiedertäufer unter der harten Herrschaft der spanischen Katholiken im 16. Jahrhundert in den Niederlanden verurteilt worden. Er floh aus dem Gefängnis, indem er sich aus einem Fenster an einem aus Lumpen zusammengeknoteten Seil herunterließ. Er lief über das Eis eines Teiches, der hinter dem Gefängnis lag. Einer der Wächter bemerkte es und verfolgte ihn.
Willems überquerte sicher das dünne Eis dieses Teiches, weil er durch kärgliche Gefängnisessen viel an Körpergewicht verloren hatte. Sein Verfolger allerdings, der mehr als genug zu essen hatte, brach durch das Eis, weil er zu schwer war. Als er den Wächter um Hilfe rufen hörte, kehrte Willems um und rettete ihn. Der undankbare Wächter jedoch ergriff ihn und brachte ihn zurück ins Gefängnis, wo er als Strafe für seinen Glauben und seinen Ausbruch wenig später verbrannt wurde.
Ging im Mittelalter die Verfolgung von der Kirche aus, so sind es heute nichtchristliche Religionen, die in blindem Fanatismus Andersgläubige unterdrücken und bekämpfen. Viele Christen wissen nicht, dass gegenwärtig schätzungsweise 200 Millionen Christen ihren Glauben nicht leben können, diskriminiert oder verhaftet und tausende auch getötet werden. Nur ein Beispiel dazu: In Saudi-Arabiens Hauptstadt ermordete ein Vater seine Tochter bestialisch, nachdem er erfahren hatte, dass sie zum Christentum übergetreten war. Solche Christen sind gefordert, das Wort Jesu zu praktizieren. Beten wir für sie!
Herr, die Unduldsamkeit deinen Kindern gegenüber nimmt zu. Bewahre und beschütze sie und gib ihnen Kraft, auch ihre Feinde zu achten. Lass uns, wenn wir in eine ähnliche Situation geraten sollten, nach dem Vorbild Jesu handeln
Josef Butscher
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 59-61
Abends: 2. Thessalonicher 3
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:07
19. Oktober 2010
Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung. Galater 5, 22.23 (Gute Nachricht Bibel)
Neulich kam meine Frau mit einem merkwürdigen Gerät zu mir. Es besteht aus zwölf dünnen, gebogenen Metallstäben mit runden Halbedelsteinen an deren Enden. Meine Frau erklärte, das sei ein Kopfmassagegerät, und bot mir an, seine Wirkung zu demonstrieren. Sie war erstaunlich: angenehm kribbelnd und sehr entspannend. Die Steine an den Enden der Metallstäbe sollen zudem noch eine besondere Wirkung haben. Auf der Verpackung stand das beschrieben: Bergkristall soll u. a. Reinheit und Stärkung bewirken, Amethyst Spiritualität und Wahrhaftigkeit stärken und Rosenquarz Herzlichkeit, Empathie und Liebesfähigkeit fördern. Wenn das so einfach wäre!, dachte ich, und dann fiel mir der obige Andachtstext ein.
Paulus sprach von der Frucht, die der Heilige Geist im Charakter eines Christen bewirkt. Unser Charakter hat seinen Sitz im Kopf, genauer gesagt im Gehirn. Die im Andachtstext aufgezählten Charaktereigenschaften entstehen leider weder durch Kopfmassage noch durch eine Seelenmassage nach dem Motto: „Ein Christ müsste aber doch ... „, auch nicht durch gute Vorsätze oder durch eigene Anstrengungen. Der Geist Gottes bringt die Charaktereigenschaften hervor, das heißt: Sie wachsen langsam heran.
Das dies bei uns Christen häufig nicht zu beobachten ist, hat verschiedene Ursachen. Eine besteht darin, dass wir dem Heiligen Geist nicht erlaubt haben, zuerst das „Unkraut“ auszureißen, das diese Frucht völlig erstickt. Paulus nannte es „die Werke des Fleisches“, d. h. unserer selbstsüchtigen Natur, und zählte sie auf: „Unzucht, Verdorbenheit und Ausschweifung, Götzenanbetung und magische Praktiken, Feindschaft, Streit und Rivalität, Wutausbrüche, Intrigen, Uneinigkeit und Spaltungen, Neid, Trunk- und Fresssucht“ Galater 5, 19-21 (Gute Nachricht Bibel)
Andere Ursachen sind unbereinigte Schuld, mangelnde Vergebungsbereitschaft oder Unversöhnlichkeit. Vor allem aber ist eine oberflächliche oder zu sporadische Verbindung zu Christus die Ursache dafür, wenn die Frucht des Geistes bei uns kümmerlich entwickelt ist. Jesus sagte: „Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, bringt reiche frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts ausrichten.“ Johannes 15, 5 (Gute Nachricht Bibel) Es gilt also, etwas anderes zu tun, als sich den Kopf zu massieren.
Werner E. Lange
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 62-64
Abends: 1. Timotheus 1
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 20.10.2010, 20:10
20. Oktober 2010
Wenn Vater und Mutter mich verstoßen, nimmst du, Herr, mich doch auf. Psalm 27, 10 (Hoffnung für alle)
„Mami, bitte verlass mich nicht“, schluchzte ein 12-jähriger Junge in der Notaufnahme eines Krankenhauses in der nordamerikanischen Stadt Omaha. Aber es half nichts; die Mutter riss sich von ihm los und lief davon. Ein Häufchen Elend blieb zurück. Ähnliche Szenen wiederholten sich im US. Staat Nebraska immer wieder, nachdem im Juli 2008 ein Gesetz verabschiedet wurde, das Eltern erlaubte, ungewollte Kinder Anonym und straffrei in Krankenhäusern und Polizeistationen abzugeben. Nach kurzer Zeit waren 29 Teenager und sechst Kinder knapp unter zehn Jahren „abgeliefert“ worden – schwer erziehbare oder psychisch kranke Kinder und Jugendliche, mit denen die Eltern nicht mehr fertig wurden.
Einige Monate später wurde das Gesetz durch eine Altersbegrenzung auf 30 Tage ergänzt, aber was wurde aus den bis dahin abgeschobenen Kindern? Wo sind sie gelandet, in Heimen oder Pflegefamilien, in Kliniken? Einige der Kursteilnehmer des Bibelstudieninstituts (IBSI) erzählten mir auch ihre frühen Kindheitserinnerungen und berichten mir: „Meine Mutter hat mich weggegeben.“ Es schmerzt sie immer noch.
Abgelehnt zu werden, nicht erwünscht zu sein – das tut jedem bitter weh. Aber wenn man diese Erfahrung schon als kleines Kind gemacht hat, wie soll man dann jemals lernen, anderen zu vertrauen? Ist diesen Menschen der Weg zur Liebe und zu Gott nicht völlig verbaut?
Ja, das ist er leider, aber zum Glück nicht völlig. Es erfordert jedoch einige schmerzliche Aufräumarbeit und auch Hilfe von anderen, zum Teil professionellen Personen. Ein wichtiger Fortschritt ist dabei die Erkenntnis, die der Andachtstext ausdrückt und die für jeden von uns lebenswichtig ist: Gott nimmt uns so an, wie wir sind – ohne irgendwelche Vorleistungen! In seinen Augen sind wir so wertvoll, dass er seinen Sohn zu unserer Erlösung opferte. Er leibt uns mit einer unendlichen Liebe und möchte unser himmlischer Vater sein. Er ist viel besser als alle irdischen Väter und Mütter und „Ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben“ Psalm 34, 19. Er kann uns trösten, wenn wir trauern, weil uns jemand im Stich gelassen hat, auf den wir gezählt haben und der uns wichtig war.
Gott bleibt uns treu und wird uns niemals im Stich lassen, ganz gleich, was wir tun!
Sylvia Renz
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 65-66
Abends: 1. Timotheus 2
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 21.10.2010, 22:36
21. Oktober 2010
Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wieder gefunden.
Lukas 15, 32
Vor einiger Zeit las ich einen Satz, der zunächst zum Schmunzeln anregt, bei genauem Hinschauen aber eine tiefe Bedeutung gewinnt: „Verliere nie den Mut, denn es gibt wenig ehrliche Finder.“ Den Mut verlieren – das öffnet der Resignation Tür und Tor.
Als der Vater in der Geschichte, die Jesus erzählte, den älteren Sohn mit dem Andachtswort ermutigte, muss er dessen innere Verfassung gekannt haben. Er spürte, dass der die Ermutigung zum Mitfeiern brauchte. Vielleicht war dem jungen Mann die Eintönigkeit seines Lebens aufs Gemüt geschlagen. Er hatte immer gearbeitet und wenig genießen können. Feiern und Fröhlichsein scheinen ihm fremd gewesen zu sein. (Lukas 15, 29)
Manchmal habe ich den Verdacht, dass auch wir Christen in der Gefahr stehen, bei all den frommen Aktivitäten und dem Einsatz für Gott und die Menschen das Gespür fürs Feiern und Fröhlichsein zu verlieren. Da sind dann Menschen gefragt, die Mut machen zur Lebensfreude. Mut zusprechen meint auch, die Blickrichtung auf das Positive, das Lebenswerte, das Lebenserfüllende zu lenken. Wer anderen Mut machen kann, ist einer von den „ehrlichen Findern“, einer, der sieht, was die Mitmenschen nötig haben.
Als Jesus Mensch wurde, begann für die Menschheit eine neue Zeit und dadurch die Möglichkeit, das Recht auf ein frohen und ein ewiges Leben wahrzunehmen. Das Verhältnis zu Gott hat sich geändert. Durch Christus dürfen wir zu ihm gehören, durch Vertrauen entsteht Gehorsam aus Liebe und Dankbarkeit, die Angst verschwindet.
Mut, das ist auch, an sich glauben zu können, dem zu wehren, was mich lähmen will und mir die Lebensfreude raubt, wahrnehmen, was um mich herum geschieht, und dann alles einsetzen, um das leben zu können, was für mich und meinen Nächsten einen Sinn ergibt.
Dabei dürfen wir uns des Wohlwollens Gottes sicher sein. Denn Jesus meinte in seiner Geschichte mit dem Vater auch Gott, der den Menschen in seiner Liebe den Weg zum Himmel so leicht wie möglich macht. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Hans-Joachim Scheithauer
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jeremia 1-2
Abends: 1. Timotheus 3
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 22.10.2010, 15:36
22. Oktober 2010
Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, lief in die Stadt und rief allen Leuten zu: „Kommt mit! Ich habe einen Mann getroffen, der alles von mir weiß!“
Lukas 4, 28.29a (Hoffnung für alle)
Das hatte diese Frau an jenem Tag nicht erwartet. Wie immer ging sie um die heiße Mittagszeit zum Brunnen draußen vor der Stadt Sychar: Hoffentlich sieht mich heute niemand. Ich habe es satt, immer wieder wegen meiner Vergangenheit schief angeschaut oder mit verächtlichen Worten bedacht zu werden. Doch dann begegnete ihr Jesus. Er nahm sie so an, wie sie war, bot ihr das an, wonach sie sich sehnte, und gab sich ihr als Erlöser zu erkennen. (siehe Johannes 4, 25-26) Wie erleichtert und glücklich sie anschließend war – so sehr, dass sie von sich aus auf die Menschen zuging, die sie verachteten, und ihnen von Jesus erzählte.
So etwas wie der Frau am Jakobsbrunnen müsst mir auch einmal passieren, denkt so mancher beim Lesen von Johannes 4. Doch heute meiden immer mehr Menschen die persönliche Begegnung und das Gespräch mit Anderen. Versagen oder Niederlagen und die darauf folgenden Reaktionen der Abwehr oder Verachtung ihrer Umwelt haben sie in Einsamkeit, Isolation und Hoffnungslosigkeit getrieben. Sie sind auf der Suche nach Vergebung und dem Sinn des Lebens, doch die Fehlschläge und Enttäuschungen der Vergangenheit wiegen zu schwer, und der Mut, auf andere zuzugehen, wird immer weniger. Weil sie niemanden mehr an sich heranlassen, kann ihnen nur noch schwer geholfen werden.
Solltest du zu diesen Menschen gehören, dann versichere ich dir: Jesus kennt dich und versteht deine Situation. Er kennt auch dein Versagen und deine Fehler – aber er vergibt dir, wie der Frau. Und er bietet dir lebendiges Wasser an (Johannes 4, 10-14) – seine Erlösung und seinen belebenden Geist.
Du kannst dich verstecken, zurückziehen, mit niemandem reden wollen – Jesus findet dich! In welcher gestalt oder durch welchen Menschen er auch immer zu dir kommen mag: Lass dich von ihm finden, dir deine Schuld vergeben und dich aus deiner Einsamkeit befreien. Im Nachhinein wirst du dankbar sein und auch anderen Menschen Halt und Stütze sein können.
Die verachtete Frau gab die Empfehlung weiter: „Da ist einer, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe. Kommt mit und seht ihn euch an! Ist er vielleicht der versprochene Retter?“ Johannes 4, 29 (Gute Nachricht Bibel)
Helmut Kraus
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jeremia 3-5
Abends: 1. Timotheus 4
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 23.10.2010, 12:51
23. Oktober 2010
Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Psalm 73,25
Albert Schweitzer berichtete: „Zehn Jahre lang habe ich – vor meinem Weggang nach Afrika – den Knaben der Kirche St. Nikolai in Straßburg Konfirmationsunterricht erteilt. Nach dem Kriege kamen welche zu mir und dankten mir, dass ich sie so bestimmt gelehrt hatte, dass Religion nicht alles erkläre. Dadurch seien sie bewahrt worden, im Schützengraben, wie so viele, die auf das Unerklärliche nicht vorbereitet waren, das Christentum von sich zu werfen. Wenn Sie predigen, führen Sie den Menschen aus dem Alles-Erkennen-Wollen zu dem einen, was Not tut, zu dem Wollen des Seins in Gott, durch das wir anders werden als die Welt, und als aus der Welt Erlöste über allen Rätseln stehen. Zeigen Sie ihnen die Worte: ‚Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde’ ... als die Spitzen des Ararat, auf den sie flüchten können, wenn die Flut des Unbegreiflichen alles überschwemmt.
Der Schreiber des 73. Psalms, von dem unser Andachtswort stammt, hatte sich erst nach schweren Ringen dazu bekannt, die quälenden Fragen über Gottes Handeln offen zu lassen.
Wie reagieren wir auf Ereignisse, die sich nach unserer Sicht nicht mit einem gerechten Gott vereinbaren lassen? „Warum lässt Gott das zu?“ „Warum greift der Allmächtige nicht ein“, wenn Naturkatastrophen unschuldige Menschen vernichten, Unfälle oder schwere Krankheiten Menschen widerfahren? Als Seelsorger kann ich auf solche Fragen nur antworten: „Ich weiß es nicht – und du wirst auch niemanden finden, der es weiß“.
Jesus hatte einmal zu Petrus gesagt: “Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.“ Johannes 13, 7 Den Sinn des Leidens Jesu hat Petrus auch erst nach der Auferstehung seines Herrn verstanden. So werden auch wir erst nach unserer Auferstehung auf manche Warum-Fragen eine Antwort finden. Deshalb bleibt uns heute nur die Wahl zwischen dem Vorschlag der Frau Hiobs: „Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!“ Hiob 2, 9 (Gute Nachricht Bibel) und dem Entschluss Asaph’s: „Dennoch bleibe ich stets an dir ... Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.“ Psalm 73, 23.25
Ich halte es mit Asaph und Albert Schweitzer.
Joachim Hildebrandt
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jeremia 6-8
Abends: 1. Timotheus 5
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 25.10.2010, 14:05
24. Oktober 2010
Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit. Römer 4, 5
Der Ruf nach Gerechtigkeit ist ein Ruf unserer zeit. Die Partei „Die Linke“ und Gewerkschaften rufen nach sozialer Gerechtigkeit, und Entwicklungsländer nach wirtschaftlicher Gerechtigkeit.
Wenn der Apostel Paulus von „Gerechtigkeit“ spricht, dann meint er eine Gerechtigkeit nicht auf der horizontalen, sondern auf der vertikalen Ebene: Wie wird ein Mensch „gerecht vor Gott“?
Der vollkommen gerechte Gott kann einen Sünder zwar richten und vernichten, aber er will ihn retten. Gottes Motiv dabei ist seine Gnade, Barmherzigkeit und Liebe zu den verlorenen Menschen. Deshalb kann er seine Gerechtigkeit nicht verbiegen. Die Sünde erfordert ein Gericht, aber Gott vollzog in Christus dieses Gericht am Kreuz an sich selbst, und schenkt dem, der dieser Erlösungstat vertraut, die Gerechtigkeit Christi – das heißt dass, was Christus durch sein sündloses Leben verdient hat.
Diese „Rechtfertigung“, die die völlige Sündenvergebung einschließt, kann vom Menschen nicht verdient werden, denn die „Werke“ des Sünders sind immer von Selbstsucht geprägt. Mag Viele in der humanistischen Ethik hilfreich sein, in den Augen Gottes ist es ungenügend. Werke, die der menschlichen Leistung entstammen und mit denen wir uns rühmen, taugen nicht vor dem, der unsere Herzen kennt. Weil es aber nicht auf unsere Leistungen ankommt, sondern auf das Vertrauen zum Gekreuzigten, ist das möglich, was aus unsern Werken unmöglich ist: Heilsgewissheit zu haben. 1. Johannes 5, 12. 13)
Für den, der durch den Glauben vor Gott gerecht geworden ist, erhalten dann „Werke“ einen neuen Wert, denn sie sind Glaubenswerke, die Gott durch uns wirkt. (Epheser 2, 10) Solch neues Tun kommt aus der Beziehung zu unserem Retter und bezeugt unsere Liebe zu ihm. So rechtfertigt zwar der Glaube allein, aber er bleibt nicht allein. Aus ihm entwickelt sich ein neues Leben zur Ehre Gottes und zum Wohl des Nächsten.
Darum werden wir uns nicht unserer Gerechtigkeit rühmen, sondern der Gerechtigkeit Christi, die Gott uns geschenkt hat, mit der wir vor ihm sünd- und makellos dastehen. (Kolosser 1, 22), die uns des Heils gewiss nacht und uns zu einem neuen Leben führt.
Hans Heinz
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jeremia 9-11
Abends: 1. Timotheus 6
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 25.10.2010, 14:06
25. Oktober 2010
Wirf dein Anliegen auf den HERRN; der wird dich versorgen und wird den gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen. Psalm 55, 23
Als sich Georg Neumark (1621-1681) aus Thüringen 1640 während des Dreißigjährigen Krieges auf den Weg machte, um sein Studium der Rechtswissenschaften in Königsberg zu beginnen, war eine solche Reise außerhalb der befestigten Städte wegen umherziehender räuberischer Horden nicht ungefährlich. Daher schoss er sich einer Gruppe von Kaufleuten an, die nach Abschluss der Leipziger Messe gemeinsam nach Norden reisen wollten. Doch in der Nähe von Magdeburg wurde der Kaufmannstross on Räubern überfallen und ausgeraubt.
Auch Georg Neumark verlor alles, was er besaß. Völlig mittellos und bettelnd schlug er sich bis Kiel durch, um später auf dem Seeweg nach Königsberg zu gelangen. Durch die Kriegswirren war der Rückweg in seine Heimat nicht mehr möglich. In Kiel bemühte sich ein thüringerischer Pfarrer, für ihn eine Stelle zu finden, denn Georg Neumark benötigte dringend Geld für seinen Lebensunterhalt und die geplante Schifffahrt. Die Stellensuche erwies sich jedoch als äußerst schwierig und so folgen lange entbehrungsreiche Wochen des Wartens und Hoffens, in denen „Tränen und Sorgen sein täglich Frühstück waren“, wie er später schrieb. Immer wieder rief sich Georg Neumark die Worte aus Psalm 55, 23 in Erinnerung: „Wirf dein Anliegen auf den Herrn; der wird dich versorgen und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen“:
Als der Pfarrer ihm endlich eine Stelle als Hauslehrer vermitteln konnte und Einnahmen in Aussicht standen, war Georg Neumark von Dankbarkeit erfüllt und verfasste „noch an demselben Tag meinem lieben Gott zu Ehren das Lied“: Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit.“ Seitdem wird dieser Choral von Gläubigen regelmäßig gesungen. „Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut.“ Wir loben Gott, Nr. 298, Strophe 1
Das hat Georg Neumark in seinem persönlichen Leben erfahren. 1643 war es ihm dann möglich, nach Königsberg zu reisen und später sein Studium erfolgreich abzuschließen.
Auch wir können Gottes Zusagen in Anspruch nehmen und seine Führung und Güte erleben. Gott sorgt für uns – auf seine Weise.
Dagmar Heck
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jeremia 12-14
Abends: 2. Timotheus 1
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 26.10.2010, 10:18
26. Oktober 2010
Ich bin ganz sicher: Gott wird das gute Werk, das er bei euch angefangen hat, auch vollenden bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus kommt.
Philipper 1, 6 (Gute Nachricht Bibel)
Ein Christenleben ist nicht statisch, von vornherein und für alle Zeit festgelegt, sondern dynamisch, d. h. es wächst der Vollendung entgegen. Paulus brachte das im Andachtstext mit den begriffen „anfangen“ und „vollenden“ zum Ausdruck. Was ich als besonders wichtig empfinde: Nicht ich habe angefangen und muss es nun schlecht und recht auch vollenden, sondern das war und ist Gottes Sache.
Für mich ist das eine eindeutige Aussage: Christen müssen ihr Leben it Gott nicht aus sich heraus „produzieren“! Ich kenne eine Menge Gläubige, die aber gerade das immer wieder versuchen. Und meine Erfahrung ist, dass solche Aktivitäten früher oder später in frommer Heuchelei oder im Fanatismus enden, manchmal auch „nur“ in permanenten Schuldgefühlen und seelischer Verkrampfung. Selbstverständlich ist die Nachfolge Christi ein aktives Geschehen, aber die Aktivitäten heißen: Jesus vertrauen und gehorchen! Wir sind keineswegs untätig, aber wir müssen wissen, dass wir nicht die Regisseure sind. Im Andachtstext wird uns eine der schönsten Verheißungen zugesprochen: Christus vollendet sein Werk in uns bis zu dem tag seiner Wiederkunft!
Mit dieser Zusage kann ich freudig und dankbar leben. Und weil diese Verheißung nicht nur auf dem Papier steht, sondern tatsächlich Wirkung zeigt, kann sie auch das Klima in einer Familie oder Gemeinde positiv beeinflussen. Christus tut sein werk der Vollendung ja nicht nur bei mir, sondern auch bei dem Christen oder der Christin neben mir. Und er tut es nach seinem Willen und seinen Maßstäben. Deshalb kann ich meine Messlatte getrost stecken lassen, an der ich andere Christen so gern messen möchte. In der Regel kommt es zwischen Gläubigen nicht deshalb zu Auseinandersetzungen, weil die Gebote Gottes nicht beachtet würden, sondern weil einer den anderen auf seine Sicht der Dinge festlegen und an seinem Maßstab messen möchte. Wenn wir das unterließen und Gott mehr für den anderen danken und in Fürbitte für ihn eintreten würden, sähe es unter Gottes Kindern anders aus.
Wir dürfen es Gott zutrauen, dass er uns und die anderen vollendet, wenn wir ihm dafür in unserem Leben freie Hand geben. Wenn es uns wirklich ernst ist, sollten wir damit keinen tag länger warten.
Günther Hampel
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jeremia 15-17
Abends: 1. Timotheus 2
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 27.10.2010, 21:27
27. Oktober 2010
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR! 3. Mose 19, 18b
Das ist ein unter Christen und Nichtchristen viel zitiertes Wort, das wir im Alten und Neuen Testament finden. Doch wie kommen wir mit dieser Aussage klar? Liegt unsere Betonung nur aus dem ersten Teil, „der Nächstenliebe“, oder berücksichtigen wir auch den Teil zwei und drei? Dürfen wir uns überhaupt selbst lieben, uns annehmen, uns wertschätzen? Wie viel Wert und Annahme Gott jedem Einzelnen von uns entgegenbringt, erklärt er uns in Jeremia 31, 3: „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ Er als unser Herr möchte, dass diese wunderbare Gewissheit täglich unser Denken und Fühlen bestimmt.
Wie können wir uns dann oft als wertlos und nichtig bezeichnen, wenn Gott alles für uns eingesetzt hat, um uns aufzuwerten? Wie viele Tage gab es, an denen wir uns regelrecht gehasst haben?
Im Leben von Jesus Christus gab es sicherlich keinen Tag, an dem er sich ablehnte, und kein Tag, an dem er sich unwert fühlte. Er konnte immer zu sich und seinem Auftrag stehen, ganz gleich wie die Menschen ihm begegneten. Worin lag das Geheimnis seiner Selbstannahme? Wohl darin, dass er sich der Liebe seines Vaters völlig sicher war (Matthäus 2, 17), nie an ihr zweifelte un sie immer höher bewertete, als das Denken und Handeln seiner Mitmenschen.
Erst wenn auch wir aufgrund der Annahme Gottes zu uns selbst ja gesagt haben – uns selbst angenommen haben – , sind wir auch in der Lage, unsere Mitmenschen ohne Vorbedingungen anzunehmen. Dann dürfen wir erkennen, dass unser bisheriges Denken „weltlich“ gesinnt war. Die Fähigkeit, uns nicht mehr als besonders gut oder schlecht ansehen zu müssen – falscher Stolz oder falsche Demut – , wird mit Gottes Hilfe wachsen.
Unter der Gewissheit, geliebt zu sein, bekommen wir den Mut, unsere Schwächen so zu akzeptieren, dass sie uns nicht abwerten. Dadurch wächst unsere „Selbstliebe“ im Sinne Jesu und unsere „Nächstenliebe“ wird einen neuen Schwerpunkt erhalten und sich verändern.
Herr, ich danke dir, dass ich in deinen Augen wertvoll bin und mich dadurch auch selbst als wertvoll achten kann.
Ich möchte mit deiner Liebe erfüllt werden, um sie so weiterzugeben, wie es von dir richtig und gut für andere ist.
Waltraud Schneider-Kalusche
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jeremia 18-19
Abends: 1. Timotheus 3
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 28.10.2010, 09:07
28. Oktober 2010
Suchen den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist. Jesaja 55, 6
Das deutsche Wort „suchen“ kommt aus der Jagdsprache. Ein Jagdhund geht suchend der Spur nach, die er gewittert hat, und folgt ihr, bis er das Tier, dessen Spur er aufgenommen hat, schließlich aufgespürt hat.
Ist das nicht auch ein Bild für Menschen, die auf der Suche nach Gott sind? Es ist sicher nicht immer leicht. Da gibt es Sträucher und Gestrüpp, Dornen, Disteln und Abgründe, und man kann sich manche Verletzung holen. Aber es gibt auch schöne Auen und Wiesen mit Blumen und saftigem Grün. Eines ist jedoch wichtig: nur die Spur nicht verlieren, die Spur Gottes immer wieder neu aufnehmen und „Aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens“ Hebräer 12, 2
Gott suchen meint aber auch, die richtigen Fragen zu stellen. Seit jeher treiben die Menschen die Grundfragen des Lebens um: „Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich?“ Wenn wir diesen Fragen auf den Grund gehen, werden wir letztendlich auf Gott stoßen. Ich bin nicht nur jemand mit einem Namen; nicht der Mann oder die Frau mit einem Beruf, verheiratet oder ledig. Es ist einfach zu wenig, wenn mein Ziel nur die Selbstverwirklichung und ein erfolgreiches, zufriedenes Leben wäre. Gott suchen verlangt auch ein Suchen nach dem wirklichen Menschsein. Und das bedeutet, dass wir mit dem, was wir erreicht haben, nicht einfach zufrieden sein können.
Gott zu suchen bedeutet auch, sich von ihm fragen zu lassen. Er wird uns eines Tages die Frage stellen, die er schon an Adam gerichtet hat: „Wo bist du?“ (1. Mose 3, 9) Gott fragt: Wo stehst du? Bist du dort, wo du sein solltest, oder bist du ganz woanders? Bist du vor mir auf der Flucht, versteckst du dich( wie Adam) oder lässt du dich von mir finden?
Die Suche nach Gott ist gleichzeitig sein Aufruf an den Menschen: „Suchet nach Gott, solange er zu finden ist.“ Er begegnet uns in dem Mann, der Zivilcourage besitzt und die Jugendlichen, die sich über ein Mädchen hermachen, vertreibt. Er begegnet uns dort, wo ein Sozialarbeiter zu den Drogenabhängigen geht, um ihnen einen Ausweg aus ihrer Sucht zu zeigen. Er begegnet uns dort, wo die Altenpflegerin sich des verwirrten alten Mannes annimmt.
Gott begegnet uns täglich in verschiedener Weise. Suchen, sehen und erfahren wir ihn.
Erich Lischek
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jeremia 20-21
Abends: 1. Timotheus 4
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 01.11.2010, 15:42
29. Oktober 2010
Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus in ein Land, das ich dir zeigen will.
1. Mose 12, 1
Mit Abram beginnt ein wichtiger Abschnitt der Heilsgeschichte. Was über ihn berichtet wird, hat nicht nur geschichtliche Bedeutung, sondern ist ein Gleichnis für alle, die sich von Gott rufen lassen.
Die Bibel erklärt nicht, warum Gott gerade Abram erwählte. Doch sie stellt fest, dass da Geschichte des Volkes Israel begann. Abram sollte sich lösen aus den Bindungen des bisherigen Lebens: Der Vertrautheit der Heimat, dem Schutz der Sippe, der Geborgenheit in der Familie. Alles, was ihm bislang Ordnung und Halt gegeben hatte, sollte er aufgeben und in ein Land ziehen, dessen Name nicht einmal genannt wurde. Dabei müssen wir bedenken: Weitaus mehr als heute galt damals dem Menschen die Fremde als das Unbekannte, das Angst machte.
Trotzdem folgte Abram dem Ruf und brach auf, gemeinsam mit seiner Frau Sara, seinem Neffen Lot und allen, die zu seinem Hausstand gehörten. Als er nach Kanaan kam, erlebte er die ersten Enttäuschungen. Keine Spur der göttlichen Verheißungen. Abram glaubte ihm und baute zum Zeichen dafür einen Altar. 1. Mose 12, 5-8
In der Folge musste er auf dem Weg durch das Land Kanaan mancherlei Prüfungen bestehen und Fehlschläge hinnehmen. Er war kein Glaubensheld, sondern zuweilen ängstlich (1. Mose 12, 11-13) und menschliche Schwächen waren ihm nicht fremd. Dennoch hielt er sich an Gott. Obwohl er die Erfüllung der göttlichen Verheißung bis zu seinem Tod nicht erlebte, zweifelte er nicht daran, dass er Gott gehörte. So wurde er zum Vater aller Glaubenden.
Von Abraham (so hieß er später) können wir viel lernen. Selbst wenn wir versagt haben, besteht kein Anlass, entmutigt zu sein. Es kommt darauf an, dass wir trotzdem an Gott festhalten und nicht aufgeben.
Paulus schrieb über Abraham: „Denn er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark im Glauben und gab Gott die Ehre und wusste: Was Gott verheißt, das kann er auch tun.“ Römer 4, 20-21 Wer an Gott festhält, kann gewiss sein, dass ihm das wie Abraham „zur Gerechtigkeit gerechnet“ wird. Römer 4, 22-24
Manfred Böttcher
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jeremia 22-23
Abends: Titus 1
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 01.11.2010, 15:43
30. Oktober 2010
Aber auch das versichere ich euch: „Wenn zwei von euch auf der Erde gemeinsam um irgendtewas bitten, wird es ihnen von meinem Vater im Himmel gegeben werden. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich selbst in eurer Mitte.“ Matthäus 18, 19-20 (Gute Nachricht Bibel)
Ein junger Pilot war mit seiner Frachtmaschine über dem Atlantik in ein schweres Unwetter geraten. Er rief sein Mutter an und sagte nur noch kurz: „ Du solltest es wissen!“ Sie antwortete: „Junge, ich bete für dich!“ Darauf entgegnete er: „Ja danke! Genau das meinte ich!“
Es gibt Situationen im Leben, die uns so fordern können, dass wir kaum noch ein Gebet zustandebringen. Wie gut, dann einen Menschen zu haben, der für uns beten kann!
Füreinander zu beten ist ein Dienst der Liebe besonderer art. Gottes Wort ermutigt uns mehrfach dazu. Jesus selbst hatte für Petrus gebetet, dass sein glaube nicht aufhöre. Lukas 22, 31-32 In der Fürbitte entsteht eine besondere Art der Verbundenheit untereinander und mit Jesus. Er ist die Anlaufstation und kennt alle Zusammenhänge, er weiß, was am besten ist und hat alle Macht und Möglichkeiten.
Jesus war bei dem Piloten im Unwetter und auch bei der betenden Mutter. Er ist bei dem Kranken im Operationssaal und bei den für ihn betenden Freunden. So dürfen wir mit allen unseren Nöten im festen Vertrauen zu Jesus kommen und von ihm Hilfe und Unterstützung erwarten.
Jeder braucht Fürbitte. Paulus bat aus dem Gefängnis um die Fürbitte seiner Gemeinde und in seinem Brief an die Epheser um Weisheit und Erkenntnis. Epheser 1, 16-20
Der besondere Segen der Fürbitte wird erlebbar, wenn mehrere Beter im Glauben an Jesus und in der Verbundenheit untereinander eins werden. Ob wir zusammen sind oder uns per Telefon, SMS oder E-Mail benachrichtigen, um für ein bestimmtes Anliegen zu beten, oder ob wir am Telefon miteinander beten – im gemeinsamen gebet kommt das Mitgefühl und eine herzliche Liebe spürbar zum Ausdruck.
Hast du Menschen, denen du dich anvertrauen kannst und die für dich beten? Bist du ein Mensch, von dem andere wissen, dass du sie durch deine Fürbitte unterstützt? Beides hoffe ich für dich.
Marli Weigt
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jeremia 24-26
Abends: Titus 2
Re: Oktober 2010
Nachtperle - 01.11.2010, 15:44
31. Oktober 2010
Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Hebräer 4, 12
Die Szene hat schon Generationen gestandener Protestanten begeistert: Auf der einen Seite das einsame „Mönchlein“ Martin Luther aus Wittenberg, auf der anderen Seite Karl V., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, seinerzeit mächtigster Herrscher des Abendlandes und nicht nur in diesem Fall Herr über leben und Tod. Doch weder der versammelte Prunk seines Reiches noch die drohende Verurteilung zum Ketzer vermochten Luther zu erschrecken. Vor dem Kaiser, den deutschen Fürsten, den Abgesandten des Papstes und den Bischöfen bekannte er: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir!“
Ganz so heroisch ist es allerdings nicht gewesen. Auch Luther hat gelitten und gekämpft, gezögert und gezweifelt. Erst am zweiten Tag kam sein Bekennermut – und nicht aus eigener Kraft. Aber das Fundament des Wortes Gottes war so stark, dass es Luther ein ganzes Leben lang trug. Auf dieser Basis entdeckte er das Evangelium für sich und hob (nicht nur) die theologische Welt quasi aus den Angeln. Er eröffnete Millionen Menschen neue Lebens- und Glaubenshorizonte. Und Gottes Wort wurde durch seine Übersetzung vielen so wertvoll, dass sie bereit waren, für die Wahrheit alles zu geben.
Ich weiß nicht, ob die Reformation wiederholbar ist, aber Glaubenstreue und Standfestigkeit sind nicht aus der Moder gekommen, auch wenn es manchmal so scheint. Und Menschen, die die Wahrheit des Wortes Gottes hochhalten, sind heute gefragter denn je. Menschen wie Martin Luther, die wissen, warum sie glauben – und Flexibilität gerade deshalb nicht fürchten.
Er kannte die Wahrheit – und liebte den Disput. Er klammerte sich an Christus – und verstand, gut zu leben. Er brauchte die Stille im Kämmerlein, und wenn’s viel zu tun gab, dann gab’s viel zu beten. Aber er kannte auch die Themen, die in der Welt „dran“ waren, und hatte gerade deshalb viel dazu zu sagen, weil er auf dem Fundament des kräftigen, durchdringenden Wortes Gottes stand.
Kein Zweifel: Er war der richtige Mann zur richtigen Zeit. Gott braucht sie auch heute – Männer und Frauen – mitten in unserer modernen Welt – und das nicht nur am Reformationstag.
Friedhelm Klingeberg
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jeremia 27-29
Abends: Titus 3
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