Falscher Opfer - Falsche Strafe

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    Re: Falscher Opfer - Falsche Strafe

    Buecherjaegerin - 02.07.2006, 20:01

    Falscher Opfer - Falsche Strafe
    Ihr wildes Herz klopfte heftig. Eng gepresst stand sie an der Wand, halb starr vor Angst und Entsetzen. Ihre Handteller schwitzten und sie wischte sich die Hände an der kurzen Hose ab.
    Lucy bangte um ihr Leben. Das Licht im Wohnzimmer ging an und Lucy presste sich noch stärker gegen die Wand. Ein Schatten erschien in dem Lichtschein. Der Schatten trug etwas in der Hand, was Lucy allerdings nicht gut genug erkennen konnte. Vorsichtig trat sie einen Schritt vor. –Quitesch!- Mist! Lucy war auf eine Gummiente ihrer kleinen Schwester getreten. Der Schatten hielt inne, blickte sich um und kam langsam aus dem Wohnzimmer. Lucy trat der Angstschweiß auf die Stirn. Der dunkle Schatten formte sich langsam zu einem riesigen Mann, in Schwarz gekleidet, mit einer Pistole in der Hand. Er entdeckte Luna. Die junge Frau schrie. Ein Schuss und plötzlich…
    Ja, plötzlich erwachte Lucy. Schweißgebadet und verängstigt. Es war spät in der Nacht. Ihre Eltern schliefen sicher noch und ihre kleine Schwester Katja sowieso. Lucy stand auf. Plötzlich hörte sie ein Poltern aus dem Wohnzimmer. War noch jemand wach? Lucy blickte auf die Uhr. Es war vier Uhr früh. Nein, jetzt ist sicherlich niemand mehr an. Lucy war gerade achtzehn geworden und sie hatten heute noch einmal mit ihren Freunden nach gefeiert, aber die waren schon vor Stunden wieder gegangen. Die junge Frau verließ ihr Zimmer und ging vorsichtig zum Wohnzimmer. Sie hörte ein Splittern von Glas. Dann ein weiteres Poltern, ein leises Stöhnen und plötzlich Schritte. Lucy erschrak. Der Strahl einer Taschenlampe huschte durch den Raum. Lucy versteckte sich schnell hinter der geschlossenen Tür aus Holz und Milchglas. Ihr Herz begann zu klopfen. Irgendwoher kannte sie diese Situation. Wie ein Deja-vu kam es ihr vor. Aber Lucy konnte sich nicht mehr daran erinnern, wo sie das schon einmal erlebt hatte. Sie ging in die Hocke und presste ihr Ohr gegen die Tür. Zwei gedämpfte Stimmen unterhielten sich leise. Lucy erschrak. Zwei Leute? „… wach ist. Nimm ….“, hörte sie es leise durch die Tür. „…gut. Ich gehe…“, antwortete die andere Stimme. Die junge Frau zuckte zusammen, als die Klinke plötzlich herunter gedrückt wurde. Lucy schrak zurück und lag fast im dunkeln Flur. „Wen haben wir denn da? Nick, sieh mal. Hier liegt jemand“, hörte Lucy einen Mann sprechen. Sie hatte die Augen geschlossen, weil der Strahl einer zweiten Taschenlampe ins Gesicht fiel. Ein weiterer Mann kam in den Flur. „Du sollst mich nicht immer bei meinem richtigen Namen nennen. Ich bin der Boss. Ganz einfach“, sagte der andere Mann, der eben Nick genannt wurde. „Entschuldige, Boss. Und was machen wir jetzt mit der Kleinen?“, fragte der erste. Nick überlegte und blickte auf Lucy. „Als erstes solltest du ihr mal den Lichtstrahl aus dem Gesicht nehmen. Sonst erblindet sie uns noch.“ Jemand nahm das Licht aus Lucys Gesicht und hielt es auf den Boden. Lucy blickte auf. „Die ist aber süß“, sagte Nicks Partner. „Nehmen wir sie mit?“, fragte er. Nick nickte. „Ja, schließlich brauchen wir keine Zeugen. Pack sie ein.“ Lucy wich zurück. Sie zitterte. Der jüngere Mann kam auf Lucy zu. Er hatte ein Seil in der Hand und begann ihre Füße zu fesseln. „Ich warne Sie. Ich schreie, wenn Sie mich mitnehmen“, sagte Lucy mit überraschend ruhiger Stimme. Der Mann nahm ein Stück Klebeband und klebte es ihr auf den Mund. „Dann versuch es mal“, sagte er und fesselte nun auch ihre Arme. Dann packte er sie um die Hüfte und legte sie sich auf den Rücken. Was würden sie jetzt wohl mit Lucy machen? Nick nahm eine Schmuckschatulle vom Kamin, winkte dem Mann, der Lucy trug, und verließ das Wohnzimmer durch das metergroße Loch in der Terrassentür. Der Kies auf der Einfahrt knirschte, als die beiden Männer zu ihrem Transporter gingen. Lucy wurde in den Laderraum geworfen. Dann stiegen die Männer ein. Der Motor jaulte auf und Sekunden später waren sie schon auf einer Reise in das unbekannte Land. Zu dem Ort, an dem Lucy ihren Tod finden würde. „Die Kleine ist echt niedlich, Nick“, sagte der andere Mann. Nick atmete scharf ein. „Entschuldige.“ Ob Lucys Abwesenheit schon bemerkt wurde? Sicherlich nicht. Ihre Familie schlief bestimmt noch und auch sonst würde niemand auf den Gedanken kommen, mitten in der Nacht in Lucys Zimmer zu kommen. „Thomas, wir müssen das Mädchen loswerden“, sagte Nick nach einer ganzen Weile. Thomas verschluckte sich an einer Cola. „Loswerden? Bist du blöd? Wir können sie doch behalten.“ „Nein, sie hat uns gesehen und Dank dir weiß sie auch, wie wir heißen“, sagte Nick. Thomas schluckte hörbar. Für den Rest der Fahrt schwiegen die beiden Männer. Lucy hing weiter ihren düsteren Gedanken nach. Wie sie wohl sterben würde? Was waren das nur für Gedanken??? Lucy würde nicht sterben, nicht heute und schon gar nicht durch die Hand dieser beiden Männer. Sie musste fliehen – irgendwie. Lucy schloss die vor Angst geweiteten Augen. Vielleicht könnte sie etwas Ruhe finden. Kurz darauf wurde ihr Herz langsamer, sie beruhigte sich und sie schlief ein.

    Es rumpelte heftig, als der Wagen auf einem alten verlassenen Parkplatz zur Ruhe kam. Lucy erwachte jäh aus einem schrecklichen Traum. Ihre Mutter hatte ihre verstümmelte Leiche auf einem Baum gefunden und entsetzlich geschrieen. Die Männer stiegen aus und dann wurden die Türen des Transporters geöffnet. Jemand packte Lucy, aber sie konnte nicht sagen, wer von den Männern es war. Dann wurde sie getragen. Eine laue Brise wehte ihr entgegen. Ihr Herz begann wieder heftiger zu schlagen. Wie eine gefährliche und giftige Schlange kroch die Angst in ihre Gedanken und verdrängte das letzte Bisschen Hoffnung aus Lucys Kopf. Sie war verloren. Das war ihr in dem Moment klar geworden, als sie erwacht und aus dem Wagen getragen wurden war. Einer der Männer stieß eine Tür zu einem baufälligen Lagerhaus auf. Lucy wurde auf einen dreckigen Fußboden geworfen. Die Spinnen flüchteten vor den Männern und sogar die Fliegen verschwanden fluchtartig durch die Fenster. Wer auch immer diese Leute waren, dachte Lucy, nett waren sie auf gar keinen Fall. „Wollen wir sie gleich umlegen, Boss“, fragte Thomas mit belegter Stimme. Lucy war klar, dass er sie nicht gerade gerne töten würde. Sie hörte auch eine leise Stimme der Angst in Thomas´ Aussprache. Die Hoffnung krallte sich in den Nacken der Angst wie ein Vogel, der nicht aufgibt. Und tatsächlich. Der Vogel löste einen kleinen Teil der Schlange, so dass sie nun gleich stark waren. Aber welchem Gefühl sollte Lucy nachgeben? Der Angst oder der Hoffnung? Vogel oder Schlange? Vogel, eindeutig. Nick schnaubte verächtlich. „Wenn du willst, jetzt gleich. Aber wir können auch erst Lösegeld erpressen“, sagte er. Lucy blickte sich in dem Lagerhaus um. Irgendwie müsste sie doch hier rauskommen können. Thomas seufzte. „Also gut. Gib mir die Knarre. Ich mache es gleich“, sagte Thomas. Nein! Die Schlange gewann wieder an Kraft. Über die Schlange hatte sich giftiger Schleim gezogen. Nun war es keine Schlange mehr, die Angst verkörperte, sondern jetzt stellte sie die Furcht in ihrer kältesten Form dar. Thomas packte Lucy an den Schultern und zerrte sie mit sich. „Es ist schade um dich, Schätzchen, aber ich muss es tun“, flüsterte ihr Thomas zu. Ihr wildes Herz begann wie wild zu klopfen. Ihr Atem raste und ihr Gehirn arbeitete. Allerdings sah Lucy keinen Ausweg mehr aus ihrer Situation. So kurz vor dem Tod würde sie sicher nicht mehr fliehen können. „Ich möchte, dass du für den Bruchteil einer Sekunde frei bist und mir keine Vorwürfe machen kannst, dass ich dich gefesselt getötet hätte“, raunte ihr Thomas zu und durchschnitt die Fesseln. Dann riss er ihr das Klebeband vom Mund. Lucy blickte ihn fragend an. „Was ist das denn für eine Tradition?“, fragte sie so lieblich, wie sie nur konnte. „Ach, es ist einfach so, dass och es schlimm finde, wenn die Menschen gefesselt sind und dann getötet werden.“ Lucy nickte. Sie kniete sich auf den Boden, nahm ihr Kreuz in die Hand und begann zu beten. „Was machst du denn jetzt?“, fragte Thomas, die Pistole bereit zum Schuss auf Lucys Schläfe gerichtet. „Ich bete für deine grausame Seele“, antwortete sie schlicht. Thomas nickte, legte an und – schoss. Das war die Erlösung, dachte Lucy im Moment ihres Todes. Niemand würde ihr jetzt noch etwas vorschreiben dürfen. Sie war frei. Ihre Seele löste sich von ihrem Körper, blickte sich noch einmal um. Sah den verstörten Thomas, der sie widerwillig getötet hatte. Sah die Schlange mit dem Schleim, die mit dem Vogel kämpfte, in ihrem Körper kämpfen. Und dann sah Lucy das Licht. Das Letzte, was sie sah. Ihr Herz hatte längst aufgehört zu schlagen und ihr Atem ging auch nicht mehr. Lucy war tot.



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