Lieben und geliebt werden

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    Re: Lieben und geliebt werden

    Gorydevil - 28.06.2006, 18:21

    Lieben und geliebt werden
    Okay eine weitere Geschichte dieses Mal ist die nicht von mir, sondern von einer anderen autorin...hab ich nur so zufällig im internet gefunden.

    Ich ließ mich todmüde auf mein Bett fallen, wie schön es doch war, wieder zuhause zu sein. Das gute alte Sprichwort stimmte wirklich: Zuhause ist es doch am schönsten. Die letzten 2 Monate waren sehr hart gewesen. Ich hatte zwar immer gesagt das mir das lange touren nichts ausmachen würde, schließlich liebe ich es ja, auf der Bühne zu stehen. Letztendlich bin ich doch froh Urlaub zu haben. So sehr ich die Fans auch mag, es ist gut zu wissen keine kreischenden Teenager vor der Nase zu haben. Obwohl ich es ja schon toll finde, wie sie uns alle anhimmeln. Wenn die wüssten, dass sie mich nicht die Bohne interessieren. Wobei wir bei meinem Problem angekommen wären. Naja nicht der Kern des Problems, viel eher der Auslöser. Denn meine sexuellen Neigungen allein…schön wenn das schon alles wäre, nur ich musste mich ja unbedingt in jemanden verlieben der absolut Tabu für mich ist. Erstens steht er definitiv auf Frauen und zweitens eine Beziehung innerhalb der band konnte einfach nicht funktionieren. Soweit hatte ich ja schon gedacht, aber seine Gefühle einfach mal so ausschalten geht einfach nicht. In seiner Gegenwart fühlte ich mich einfach wohl. Er ist mein bester Freund, dem ich alles sagen konnte. Nun ja fast alles. Natürlich wusste er nicht wie sich alles verändert hatte, er ahnte es wahrscheinlich nicht einmal, dass ich was für ihn empfand. Ja er weiß dass ich homosexuell war, das war ja schließlich nicht seit gestern innerhalb der Band bekannt, aber er war nie mehr auf das Thema eingegangen, nachdem ich es allen gesagt habe. Er meinte das würde zwischen uns nichts ändern, und damals war ich absolut derselben Meinung gewesen! Wer konnte denn ahnen dass ich mich jetzt, 2 Jahre später, in ihn verlieben würde.

    Plötzlich wurde ich durch das klingeln meines Telefons aus den Gedanken gerissen. Leicht genervt erhob ich mich und folgte dem Geräusch. So praktisch ein schnurloses Telefon war, ich schaffte es immer wieder dieses Teil zu verlieren. So dauerte es auch fast 2 Minuten bis ich es gefunden hatte. Es muss also jemand dran sein, der mich gut kannte, denn jeder normaler Mensch hätte schon längst aufgelegt. Ich drückte also auf das kleine grüne Knopfchen und meldete mich.

    „Hey“, begrüßte mich eine mir bekannte Stimme am anderen Ende. „Telefon mal wieder nicht gefunden?“ Ich konnte mir gerade recht gut vorstellen wie er gerade grinste. „Hm…“, machte ich nur. „Warum rufst du mich an? Hast du schon Sehnsucht nach mir?“, ich musste kichern. „Ja, klar“, kam seine Antwort. Wenn er das doch nur ernst meinen würde…“Naja“, fuhr er fort. „Mir war langweilig hier zuhause und da hab ich mir gedacht, wir könnten ja mal was trinken gehen.“ Ich verdrehte die Augen. Das hatten wir ja soooo lange nicht mehr gemacht. Ich denke da nur an die täglichen Besäufnissen nach den Auftritten, trotzdem okay. „Kommst du mich dann abholen?“ Schließlich war ich froh um jede Minute die ich mit ihm verbringen konnte, auch wenn er nicht wusste was ich wirklich für ihn fühle. „Klasse, ich ruf noch die anderen an, mal sehen ob die mit wollen.“ Es machte döt und er legte auf.

    Hmm.. eigentlich wäre es mir lieber gewesen, ohne den Rest auszugehen, nichts gegen die Anderen vier, aber ich hab es nun mal nicht gern nur die geteilte Aufmerksamkeit von ihm zu haben. Aber was sollte Man(n) machen, dass hätte ich ja schlecht sagen können.

    Voller Vorfreude ging ich zurück in mein Schlafzimmer und stellte mich vor meinen Kleiderschrank, obwohl man ja nicht Kleiderschrank sagen kann, da meine Klamotten und jegliches Kleinteil, wie Gürtel oder Hüte, an einer Stange mitten im Raum hingen. Ich entschied mich nach ca. 4-mal umziehen für eine weiße Hose, ein schwarzes Glitzer- shirt und meiner Pinke Jacke mit schwarzem Plüsch, mit Totenkopf hinten drauf. Als ich mich dann noch geschminkt hatte läutete es schon an meiner Tür. Mein herz machte einen kleinen Sprung in Richtung Tür und riss mich scheinbar mit, obwohl ich ihn nur knapp 2 Stunden nicht gesehen hatte.

    „Du bist schon Fertig? Das ist ja mal was ganz neues das ich nicht auf dich warten muss“, wurde ich begrüßt. „Jetzt übertreib mal nicht, so schlimm bin ich auch nun wieder nicht.“, entgegnete ich ihm kleinlaut. Christus lachte, „Ich würde sagen dein 2 Name ist verspätung.“

    Schmollend zog ich die Tür hinter mir zu und wir gingen zusammen die Treppe hinunter. „Weißt du eigentlich das du richtig niedlich bist wenn du schmollst.“ Er grinste mich an. Ah, immer diese Kommentare. Wenn der wüsste auf welche Gedanken er mich immer brachte. Ich ignorierte diese Bemerkung und fragte wo die anderen sind.
    „Die wollten nicht, kann ich gar nicht verstehen“ Ich schüttelte den kopf, tyyypisch, aber naja so war der Sir einfach und so mochte ich ihn auch.

    Als wir im Amadeus ankamen, war es schon ziemlich voll. Wir schafften es doch noch einen freien Tisch zu bekommen und setzten uns. Der Abend verlief ziemlich ereignislos. Je mehr Bier und anderes Gesöff wir intus hatten, desto weniger interessierte sich Christus dafür was ich erzählte, sondern mehr für die Mädels vom Nachbartisch. Resigniert hörte ich irgendwann auf zu reden. Es dauerte eine weile, bis er erstmal merkte das ich still geworden bin.
    Er drehte sich also um. „Was ist?“ Schnellmerker, echt. „Nichts ich bin nur müde. Ich glaub ich geh dann mal nach Hause.“ Ich stand auf und schaute ihn an. „Okay wenn du meinst, ich bleib noch ein bisschen.“ Ich umarmte ihn kurz und ging dann.

    Zuhause ging ich gleich ins Bett, da wäre ich ja schon längst wenn ein gewisser jemand meine Pläne nicht durchkreuzt hätte. Aber kaum war ich eingeschlafen, da wurde ich auch schon wieder aus dem bett geklingelt. Welcher Idiot kam auf die tolle Idee, um 2 Uhr Morgens an meiner Haustür zu klingeln? Verschlafen stand ich auf und schlürfte zur Tür. „Hey Jonne. Ich bin’ s Aniina. Kann ich reinkommen?“
    Aniina? Meine Ex-Freundin Aniina? Etwas verblüfft ließ ich sie rein. Ich sah sofort dass sie geheult hatte, ihre Augen waren ganz rot. „was ist los?“, fragte ich sie. Keine Antwort. Ich merkte, dass sie kurz davor wieder an zu fangen zu weinen. Also nahm ich sie an den Arm und führte sie ins Wohnzimmer. Ich ging in die Küche und kam kurz später mit zwei Tassen Tee zurück. Ich setzte mich neben sie. „Was ist denn los?“, fragte ich sie. „Stress mit Marja?“
    Marja war Aniinas Freundin. Ja richtig, meine Ex-Freundin hatte eine Freundin. Allerdings waren beide nicht lesbisch, sondern Bi und das schon als sie mit mir zusammen war. Wahrscheinlich hätte ich noch viel länger gebraucht, um zu akzeptieren dass ich schwul bin, wäre sie nicht gewesen. Sie ahnte es schon bevor ich es ihr gesagt hatte. Damals verkuppelte sie mich auch mit einem Bekannten von ihr. Diese Beziehung hatte aber nicht lange gehalten, weil er zu eifersüchtig war. Noch dazu waren wir zu unterschiedlich. Aniina war allerdings schon über ein Jahr mit Marja zusammen, auch wenn diese Beziehung ein ständiges auf und ab war. Das Resultat waren heftige Streits.
    „Warum habt ihr auch gestritten?“, wollte ich wissen. „Sie ist unmöglich! Sie wird mich noch in den Wahnsinn treiben. Du weißt ja wie eifersüchtig sie ist. Ich darf ja im Prinzip mit niemandem länger als 2 Minuten reden, ohne das sie mir unterstellt, ich würde sie betrügen wollen. Als ich ihr das heute gesagt habe ist sie komplett ausgerastet. Sie hat gesagt dass ich es eh nicht ernst mit ihr meinen würde. Und als ich dann gegangen bin, weil es mir zu dumm wurde rief sie mir aus dem Fenster hinterher, dass sie mich nie wieder sehen will.“, erklärte sie mir, und fuhr sich verführerisch durch die schulterlangen blondbraunen Haare. „Ach, das wird schon wieder.“, versuchte ich sie zu beruhigen. „Wie oft habt ihr euch schon gestritten und wieder versöhnt!“ Sie nickte traurig. „Ja aber, kann ich heute Nacht doch bei dir schlafen?“ Ich verstand sie, ich lies sie auf meiner Coach schlafen. Ich konnte sie ja verstehen, aber so kannte ich sie überhaupt nicht. Sonst wusste sie besten Willens sich durchzusetzen und ließ sich nie unterbuttern. Kein Wunder, sie hatte ja schließlich 4 ältere Brüder, da wäre sie sonst untergegangen. Aber bei ihrer Freundin war sie ganz anders, bei Marja war sie komplett anders. Das war nicht mehr „meine“ Aniina, klar das war sie ja schon lange nicht mehr, aber sehr gute Freunde waren wir trotzdem. Aber Menschen ändern sich nun mal. Wir blieben noch eine Weile im Wohnzimmer, dann blieb Aniina im Wohnzimmer und ich ging ins Bett.

    Am nächsten morgen wachte ich auf, als ich etwas in meiner Küche klirren hörte. Verschlafen wie ich war, dachte ich zu erst mal nicht dran das Aniina noch da war. So wunderte ich mich über das Geräusch und schaute nach. Als ich das Wohnzimmer durchquerte sah ich die zerknüllte Decke und es fiel mir wieder ein. Ich fand sie schließlich in der Küche, Scherben aufsammeln. „Immer noch der gleiche Tollpatsch“, bemerkte ich grinsend. „Tut mir Leid…Mir ist eine Tasse runter gefallen“, entschuldigte sie sich. „Mh ich hoffe keine meiner Lieblings Tassen.“ „leider doch. Eine der rosa’ nen mit den Schweinchen drauf.“ Ich tätschelte ihr den Kopf um zu zeigen dass das nicht schlimm sei. Ich bemerkte das sie schon Frühstück gemacht hatte, es stand alles Liebevoll auf meinem Lila Esstisch. Alles war da: Rührei mit Toast, Nutella, Marmelade, Kaffe und Honig!
    „Wow“, meinte ich nur. „naja mir war langweilig und ich wollte dir zeigen dass ich dir danke, weil du doch gestern Abend da warst.“ Ich grinste. „Wenn dir öfter langweilig ist. Kannst du auch öfter vorbei kommen.“
    Nach dem Frühstück meinte Aniina sie wollte jetzt wohl besser zu Marja fahren, um noch mal mit ihr zu reden. Doch sie war kaum zur Tür raus, da steckte sie den Kopf noch mal rein. „Jonne? Kannst du mit kommen?“
    Ich verdrehte die Augen, aber nun okay tu ich ihr denn Gefallen. „Gib mir Fünf Minuten.“ Ich war im Bad verschwunden und als ich fertig war lehnte Aniina schon müde an de Wand. „Das waren jetzt fast 45 Minuten…du brauchst ja länger als jede Frau.“ Ich streckte ihr die Zunge raus und ging runter zu ihrem Auto. „Hey der sieht ja klasse aus.“, bewunderte ich ihren kleinen VW Polo. „Seit wann hast du denn die pinken Flammen?“, bewundernd umrundete ich das schwarze Auto, die Flammen auf der Motorhaube und an den Seiten machten den kleinen Wagen zu einem richtigen Hingucker… „Seit knapp 2 Monaten, wenigstens einem dem gefällt. Marja findet es schrecklich und viel zu auffällig. Sie kann mich aber auch nicht oft genug kritisieren. Sie meint ich würde viel zu viel Geld in mein Auto stecken.“
    Da mochte Marja zwar recht haben, aber jeder hat nun mal sein Hobby und bei Aniina war das nun mal ihr Auto.
    Wir steigen ein und fuhren mit lauter Musik los.


    Eine Stunde später saß ich alleine in ihrem Auto und wartete. Ich war zwar zu erst mit rein gekommen, aber nach 10 Minuten wieder geflüchtet. Den Zickenterror zwischen den beiden konnte ich mir echt nicht länger mit anhören. Ich wusste, dass Aniina eine Zicke war, aber wie es aussah übertraf sie Marja um längen. So wie es für mich aussah war diese Beziehung nicht mehr zu retten. Vor lauter Langeweile beschloss ich Christus anzurufen. Ich sah auf die Uhr… zwei Uhr, wahrscheinlich würde ich ihn aus dem Bett werfen, aber was soll’ s.

    Ich hatte Recht gehabt, weitere 10 Minuten später war unser Gespräch aus schon wieder beendet, weil Christus sowieso jeden Moment wieder eingeschlafen wäre. Ich hatte gerade aufgelegt, da kam Aniina, an der Fahrerseite rein. Sie warf eine Reisetasche nach hinten und startete den Motor. Ich sah sie nur fragend an. „Schluss, aus, vorbei!“, sagte sie und drückte auf ’s Gaspedal. „Marja kann mir gestohlen bleiben, ich weiß gar nicht wie ich es so lange mit ihr ausgehalten habe.“ Ich kratzte mich am Kopf. War mir das nicht von Anfang an klar?!
    „Und was willst du nun machen?“ ich sah nach Hinten zu ihrer Reisetasche. „ Wenn es dir nichts aus macht… könnte ich doch noch eine weitere Nacht bei dir schlafen… ich ruf meinen Bruder Kari an und fahre morgen zu ihm hoch nach Espoo.“ Ich nickte nur.
    Kari war ihr Bruder, der würde sich sicher über Aniinas Besuch freuen.

    Wieder bei mir angekommen rief sie sofort ihren Bruder an. Wie ich schnell heraus fand hatte sie nicht ihn, sondern seine Freundin am Telefon. Das könnte länger dauern. Frauen und Telefone- da musste eine Magischeanziehungskraft sein. Anders ist dieses Dauer Gequassel nicht zu erklären.

    Ich verschwand in der Küche und suchte nach etwas, dass so aussah das man es essen könnte. Eventuell!! In der Kühltruhe wurde ich schließlich meiner Suche belohnt. Zwei Pizzas sah ich da. Kurz darauf hatte ich sie auch schon im Ofen. Da kam Aniina auch in die Küche. Aber nur um mir zu sagen, dass sie noch einmal wegfahren müsse. „Probe!, erklärte sie. Probe? Ach ja, sie war ja in einer Theatergruppe. „Und was ist mit den Pizzas?“, fragte ich beleidigt. „Die kann ich ja auch noch später auswärmen und dann essen. Also ich bin heute Abend wieder da.“ Sie winkte mir zu und verschwand in der Tür.
    Na toll, da mache ich schon mal freiwillig essen, und dann will sie es nicht essen. Hä? Ich rede ja schon wie eine Hausfrau…igitt!

    Ich überlegte was ich mit meiner Freienzeit anstellen sollte. Wie schön ich mir doch die zwei Wochen Urlaub vorgestellt hatte, so langweilig war es mir schon am zweiten Tag. Mmh ich könnte ja auch mal wieder einkaufen gehen.

    Mehrere Stunden später war ich wieder zuhause. Einkauf erledigt! Was eigentlich nur ein kleiner Nahrungskauf sein werden sollte, war zu einem Großeinkauf geworden. Aber auch egal. Irgendwie muss man ja sein Geld anlegen und ich finde Klamotten sind da gar nicht so schlecht.
    Wie sagte, Cary aus “Sex and the City” noch mal? Ich habe mein Geld lieber dort wo ich es sehen kann.- In meinem Kleiderschrank
    Das war doch mal ein Spruch der für mich genau richtig war.

    Ich wollte gerade meine sämtlich neu erworbenen Hosen und Shirt im Schrank verstauen, als sich mein Telefon meldete. Wo hatte ich dieses Mistding denn schon wieder hingelegt?
    Ah ich hab’s Badezimmer. Da fand ich das klingelte Teil auch. Am anderen Ende meldete sich Antti und fragte ob ich nicht Lust hätte mit zukommen, Einen feiern. Die anderen wollen alle mit und so, sagte er um mich zu überreden. „Ich kann nicht. Aniina ist hier.“, meinte ich.
    „Aniina? Die Aniina? Hab ich was verpasst Jonne?“, fragte Antti ganz erstaunt. „Quatsch du hast nichts verpasst, aber das ich jetzt alles zu kompliziert… ich erzähl’ s dir ein andermal.“ Dem wusste Antti nichts mehr hinzuzufügen, außer: „Na gut, aber du verpasst was.“
    Wohl kaum, da ich weiß das unsere Band Abende immer gleich verliefen… und am Ende waren alle immer besoffen.



    Re: Lieben und geliebt werden

    Gorydevil - 04.07.2006, 15:38


    Ich schlenderte in die Küche und holte ein Stück kalte Pizza aus dem Backofen, ich hatte meine nämlich auch nicht gegessen. Im Wohnzimmer setzte ich mich hin und schaltete den Fernseher an. Da lief im Prinzip nicht wirklich was interessantes, also zappte ich von einem Sender zum anderen. Letzt endlich blieb ich bei MTVs Jackass hängen. Naja das war besser als jede dämliche Quiz- Show.

    Ich sah keine 5 Minuten, da kam Aniina auch schon wieder zurück. „Da bin ich wieder!“, tönte sie mir fröhlich entgegen. „Ich sehe es.“, sagte ich und schaute sie an. Sie beugte sich vor und tippte mir auf die Nase. „Immer noch sauer, dass ich die Pizza nicht gegessen habe?“, sie lachte und sprach weiter: „Übrigens ich war noch in der Videotheke und habe ’ne DVD ausgeliehen.“ „Welcher Film“
    „Interwiev mit einem Vampir. Den kennen wir beide zwar schon aber Brat Pitt und Tom Cruise sind doch immer wieder schön anzusehen.“, sie lachte und gab mir die DVD. Recht hatte sie. Während ich denn Film als ein legte, rief sie mir aus der Küche zu: „Mach Originalton, hört sich besser an… Hast du noch irgendwas zu trinken da?“ Ich müsste kurz überlegen und rief: „Kühlschrank“

    Als ich die DVD dann zum laufen gebracht hatte kam Aniina aus der Küche zurück. „Was zum trinken gefunden?“, fragte ich und sie wedelte gleich mit einer Flasche Wodka vor meiner Nase rum und setzte sich dicht neben mich. Sie goss was in zwei kleine Gläschen und trank ihrs gleich auf EX.
    Ich sah sie skeptisch an. „Hast du vor dich zu betrinken?“ ich wusste das sie eigentlich nicht viel vertrug und normalerweise trank sie nur Bier und ließ die Finger von hochprozentigen Sachen. „Wäre doch mal was Neues oder“, entgegnete sie mir Augenzwinkernd.

    Wir saßen fast die ganze Zeit schweigend da und schauten uns den Film an. Die Flasche leerte sich immer mehr. Ich hatte mir kurz überlegt ob ich Aniina nicht vielleicht davon abhalten sollte zu viel zu trinken, aber dann dachte ich das bei Liebeskummer so was erlaubt sein sollte. Irgendwann war der Film zu ende, aber wir sahen uns noch den eigentlich langweiligen Abspann an, denn die Musik war super (Anm. der Autorin: Falls jemand den Abspann nicht kennt: Guns N’ Roses, Sympathy for the Devil)

    „Ich glaube ich wäre gerne ein Vampir…“, sagte Aniina ganz Gedankenverloren. „Dann musst du aber in einem Sarg schlafen, die Sonne meiden und Leute umbringen.“, konterte ich. „Du wärst sowieso mein erstes Opfer.“ Sie sah mich ernst an. Ich wusste gerade nicht wirklich was sie damit meinte, und man konnte förmlich sehen wie sich ein Riesen Fragezeichen über mir befand. „Würdest du mich etwas umbringen wollen?“, fragte ich schließlich. Aniina schüttelte denn Kopf. „Nein ich würde dich zu einem Kind der Nacht machen… und dann gehörst du nur mir.“ Die Ernsthaftigkeit mit der sie das sagte, verunsicherte mich total. Was zum Teufel meinte sie damit?

    Ich sah sie immer noch verwirrt an, während sie mich mit ihren großen Meeresblauen Augen zurück beobachtete. Mir schien als hätte sie das ernst gemeint. Aber was sollte das denn jetzt? Wollte sie mich zurück? Sie hat sich doch erst heute von Marja getrennt. Und sowie so! Sie wusste doch gut genug dass ich nicht auf Frauen stehe. „Aniina was sollte das?“
    „Ich will dich und wenn es n ur für eine Nacht ist.“, sie sah mich schon fast flehend an. „Aber…“, fing ich an, doch sie unterbrach mich gleich wieder. „Was aber? Jonne ich weiß das du eigentlich nur auf Männer stehst, aber es wäre doch nur für eine Nacht, außerdem was war mit früher, da haben wir auch mit einander geschlafen. Und soweit ich weiß hattest du dich nie beschwert. Und würde es dir nicht auch gefallen wenn wir es hier und jetzt tun würden?“ Man ich wusste echt nicht mehr was ich tun sollte. Die Versuchung war da, seltsamerweise. Ich erinnerte mich an die Zeit, als wir noch zusammen waren. Es war tatsächlich immer schön gewesen, aber plötzlich dachte ich wieder an Christus…mein Gedankengang drehte sich um 180 Grad und ich war wieder auf der Nein- Seite. Während ich Pro und Contra abglich, was an sich schon dämlich war, merkte ich gar nicht wie Aniina immer näher gerückt war. „Aniina ich kann nicht. Naja ich kann schon, dass ist es nicht, ich meine wir zusammen.“, startete ich einen neune Versuch. Sie sah mich nur fragend an und wartete wahrscheinlich auf eine Erklärung. „Ich meine was würde uns das bringen? Wir sind nicht zusammen und lieben uns auch nicht. Und außerdem…“, ich brach den Satz ab. Sie muss ja nicht alles wissen, was ich gerade dachte, was sie aber nicht davon ab hielt nach zu fragen. „Was aber?“ wollte sie wissen. „…naja außerdem bin ich verliebet, in jemanden. Auch wenn es nicht so aussieht das da nie was draus werden würde“
    Ich ließ den Satz unbeendet, denn ich selbst wusste nicht was ich eigentlich sagen wollte.
    „Wer?“, wollte Aniina jetzt wissen. Sollte ich es ihr wirklich sagen, ich meine bis jetzt wusste es niemand. Okay aber mit wem hätte ich schon reden sollen, der mich auch sicher versteht. „mmhh lass mich raten…Ich kenne ihn?“ Ich nickte. „Und er ist wahrscheinlich nicht schwul.“ Wieder nickte ich bejahend. „Okay und so wie ich deinen Geschmack kenne……kann das nur Christus sein“, sie grinste mich hinterlistig an. Woher wusste sie das, ich meine meinen Geschmack hatte ich eigentlich nicht wirklich fest, aber trotzdem nickte ich ein drittesmal. „Die Kandidatin hat 100 Gummipunkte und eine kaputte Waschmaschine aus meinem Keller gewonnen.“, musste ich lachen. „Danke, aber die brauche ich nicht. Du brauchst dich aber noch nicht zu beschweren, denn so wie ich dich kenne warst du bestimmt bisher zu feige mit ihm zu reden, also hast du auch noch keinen Korb bekommen.“
    Ja, mach du mir auch noch Vorwürfe, ich weiß ja selber, dass ich feige bin, das braucht sie mir nicht auch noch vorhalten. Aber ich hatte keine Lust das aus zu diskutieren. Es reicht das ich es ihr verraten habe, besser gesagt es sie erraten lassen haben.
    „Mein armer, kleiner Jonne, aber ich weiß selber wie schlimm Liebeskummer sein kann. Und ich weiß auch wie schön es ist jemanden zuhaben der einen tröstet. Sich gegenseitig zu trösten kann also doppelt besser sein.“
    Was war das für eine Logik? Naja Aniina halt.
    Sie sah mich wieder so an, mit diesem Blick dem ich schon früher nie widerstehen konnte. Scheiß drauf, jetzt ist sowieso alles egal! Wenn Aniina sagte, dass es eine einmalige Gelegenheit sein, dann meint sie das ja auch. Schließlich kenne ich sie von früher. Und mittlerweile hatte sie mich an einen Punkt gebracht, an dem ich es genau so wollte wie sie. Da war mir auch egal, dass sie eine Frau war, schließlich hat sie ja zwei Löcher.

    Ich antwortete ihr nicht, sondern küsste sie nur. Sie erwiderte den Küss sofort. Sie küsste immer fordernder und ich gab mich ihr völlig hin. Ihre schlanken Hände glitten unter mein Shirt und schnell hatte sie es mir auch über den Kopf gezogen. Genauso machte ich es auch bei dir. Sie fing an meinen Hals zu küssen und ich legte mich zurück auf das Sofa, während sie mit ihren küssen weiter an mir runter ging. Ich merkte schnell was sie vorhatte, und so schnell das ging so gleich war auch meine Jeans auf dem Boden, irgendwo neben der Coach.

    Aniina lächelte, sie wusste dass sie nun die Kontrolle über mich hatte, und im Prinzip mit mir alles machen was sie wollte. Ich wiederum wusste das genau, dass es war was mich so anmachte. Das war wohl eines meiner Probleme, beim Sex war ich wie ein Sklave meines Gegenübers. Ich machte einfach allen, außer wenn etwas mit Urin drin vorkam, dass war allein Anttis Gebiet. Sie hatte angefangen meinen Oberkörper mit lauter kleinen Küssen zu bedecken, und arbeitete sich immer weiter runter. Bald danach wusste ich dass sie es bald geschafft haben dürfte bis ich meinen Höhepunkt erreicht hätte.
    Aber nein, plötzlich hörte sie auf. „Hey! Du kannst jetzt nicht einfach aufhören!“, keuchte ich völlig außer Atem. „Och doch, dass kann ich, denn jetzt will ich auch meinen Spaß habe.
    Sie zog mich von der Coach hoch, küsste mich leidenschaftlich. Ich zog ihre Stoffhose aus und führte sie ins Schlafzimmer. Dort angekommen, landete ich zuerst auf dem Bett, Aniina auf mir. Ich entlockte ihr ein leises Stöhnen, als ich in sie eindrang. Sie begann sie rhythmisch auf mir zu bewegen. Wir bewegten uns immer schneller, dann entschied ich mich den Spieß um zudrehen. Sie wusste was ich wollte, und so lag sie schließlich auf dem Rücken. Wenig später kamen wir beide fast Zeitgleich. Jetzt wusste ich warum sie zuerst mich „verwöhnte“. Na und? Dann hatte sie von früher die Erfahrung, dass ich kam, bevor sie in den Genuss kam.



    Als ich am nächsten Morgen aufwachte, erinnerte ich mich sofort an die letzte Nacht, was gelegenheitswert hat. Sofort bereute ich diese Nacht. Im Halbschlaf drehte ich mich im Bett. Dann merkte ich, dass ich alleine drin lag. Verschlafen blinzelte ich im Zimmer herum. Wahrscheinlich war Aniina schon aufgestanden, sie war ja noch nie ein Morgenmuffel gewesen.
    Nach ein paar Minuten zwang ich mich auf zu stehen. Ich schlürfte durch die Wohnung. Seltsam ich konnte nichts hören.
    Ich ging in die Küche und da fand ich neben der Kaffeemaschine einen Zettel.

    Hey Schnucki!
    Ich bin schon zu meinem Bruder gefahren. Tut mir Leid das ich mich nicht von dir verabschiedet habe, aber ich wollte dich nicht wecken. (Du siehst übrigens sehr süß aus, wenn du schläfst =D).
    Vielleicht ist das auch besser so. ich wollte dir noch sagen dass ich die letzte Nacht sehr schön fand. Aber wie gesagt es wird bei einem Mal bleiben, da muss ich dich wohl enttäuschen.
    Und noch was: Rede mit Christus. Du wirst nicht glücklich werden, wenn du es nicht tust. Mehr als einen Korb kann er dir nicht geben, aber so weißt du dann wenigstens woran du bis.
    Vergiss nicht wenn du nichts tust, kannst du auch nichts gewinnen.
    *suukko* deine Niini

    Niini… den Spitznamen hatte ich schon fast vergessen. Ich musste lächeln, denn ich war der einzige der sie so nennen durfte. Andernfalls wurde sie fuchsteufelswild.

    Ich lass den Brief noch ein zweitesmal und ein drittesmal. Dann erkannte ich dass sie Recht hatte. Ich würde mit Christus reden müssen, so ging das schließlich nicht weiter. Mein Verlangen nach ihm wurde von Tag zu Tag größer und ich kann nichts dagegen tun. Ich bin hoffnungslos verliebt und würde mich nur unglücklich machen, wenn dass so weiter geht.

    Aber ich konnte mich nicht dazu durchringen jetzt mit ihm zu reden. Dazu bin ich noch nicht bereit. Ich brauche noch etwas Zeit um mir genau zu überlegen was ich ihm sagen wollte. Wir haben noch eine halbe Woche Zeit um es mir zu recht zu legen. Das müsste an Zeit reichen. Und dann werde ich es ihm sagen. Ich habe keinen blassen Schimmer wie er reagieren wird. Vielleicht geschied ja ein Wunder und er fühlt ja das gleiche oder er…gibt mir nen Korb.




    Flash forward : 2 Wochen später

    So schnell die freie Zeit auch kam, so schnell endete sie auch. Jedenfalls probten wir fast jeden Tag, denn in einer Woche würden wir runter nach Helsinki fahren um mit den Aufnahmen für unser neues Album zu beginnen. Songs hatten wir mehr als genug und beim proben wollten wir dir rausfiltern die nicht auf das Album kamen. Was nicht hieß das sie unter den Tisch fallen, es gibt ja noch genug B- Sites für Konzerte und Bonus Tracks für Singles. Außerdem würden wir uns einiges an Zeit sparen, wenn die Songs gut saßen.
    Und je schneller wir fertig waren, desto besser. Schließlich wollten wir unsere Fans nicht warten lassen.

    Wie nicht anders zu erwarten hatte ich noch nicht mit Christus geredet. Das würde ich aber noch machen, wirklich! Es war nur so dass ich ihn nie erwischte. Irgendeiner der anderen war immer gerade in seiner Nähe. Und natürlich wollte ich weder mit ihm reden wenn einer dabei war, noch sagen dass ich ihn sprechen möchte. Da schöpfen die anderen ja gleich verdacht auf ein Geheimnis.

    So ging es einige Tage weiter… An einem Abend beschlossen wir alle zusammen ins JeeJee zu gehen. Wir konsumierten so einiges an Alkohol, allerdings versuchte ich mich zurück zu halten, denn ich wusste nicht wie gut ich mich unter Kontrolle halten könnte. Im betrunkenen Zustand und Christus direkt neben mit konnte ich nicht sagen wie anhänglich ich werden könnte.

    Allerdings konnte Christus auch sehr anhänglich werden. Das stellte ich an diesem Abend wieder mal fest. So gut mir das auch gefiel, mitten im JeeJee konnte ich das wirklich nicht gebrauchen. Ich dachte mir, dass er das auch nicht wirklich ernst meinte und die anderen waren solche Spielereien von uns schließlich schon gewöhnt, dass war schließlich nicht wirklich was neues, aber niemand wusste was ich wirklich fühlte.

    So war ich relativ froh das wir spät in der Nacht, oder früh am Morgen!, alle beschlossen nach Hause zu gehen. Da wir alle nicht mehr viel Geld hatten beschlossen wir uns alle die zwei Taxis zu teilen. Und wie konnte es anders sein, Christus und ich endeten am Ende zusammen alleine in einem Taxi. Logisch unsere Wohnungen lagen nur 5 Minuten von einander entfernt. Bei Christus Wohnung angekommen stieg ich mit aus. Die letzten Meter konnte ich auch “noch“ laufen.

    Das Taxi war schon weg, da bemühte ich mich echt nicht keinen Lachkrampf zu bekommen, aber wie Christus gerade versuchte, mit recht wenig Erfolg, im dunklen das Schlüsselloch zu finden, dass sah aber auch zu witzig aus. Wie er da in der Dunkelheit im nichts rumstocherte. Da ich direkt hinter ihm stand merkte er, dass ich mit das Lachen verkniff. „Hoch ja, das ist super witzig“, sagte er leicht genervt und drückte mir den Schlüssel in die Hand. „Schließ du doch auf!“
    Wortlos nahm ich den Schlüssel und öffnete die Tür innerhalb von wenigen Sekunden. Ich sah ihn triumphierend an. „Ja, ja ist ja schon gut…“, kam nur eine genervte Antwort.

    Ich konnte mir gerade noch das Lachen verkneifen, schmollend sah er zu süß aus. Bei solchen Gedanken fand ich, dass es Zeit ist nach Hause zu gehen. „Ich geh dann mal“, verabschiedete ich mich. Ich wollte mich gerade umdrehen, als Christus aus einem mir unbekannten Grund, mir einen Kuss zu geben! In so einer Situation war ich natürlich viel zu überfordert um zu denken und so vertiefte ich mich in diesen Kuss.

    Christus schien überrascht, ließ meine Zunge doch gewähren. Meine Zunge fand den Weg zu seiner und wir küssten uns leidenschaftlich. Plötzlich fing mein verstand wieder an zu funktionieren. Völlig verwirrt stoppte ich. Christus sah mich so verwirrt an, wie ich mich gerade fühlte. Ohne ein Wort zu sagen, drehte ich mich um, und ging in Richtung Heim. Die Gedanken in meinem Kopf überschlugen sich. Ich konnte mir gerade keinen Reim aus gar nichts machen. Ich war keine 50 Meter weit gegangen, da drehte ich mich wieder um und ging zurück. Er stand immer noch vor der Tür und schaute mich an, wie eine Kuh wenn’s donnert.

    „Was war das gerade?“, wollte ich wissen. „Das sollte ich wohl eher dich fragen!“, antwortete er.
    „Du hast mich zuerst geküsst!“
    „Ja, aber…“, Christus verdrehte die Augen. „Weißt du das, das Schwachsinn ist das wir gerade darüber diskutieren?“, sagte er. „Ja“, konnte ich da nur leise und kleinlaut zurückgeben. „Tja ich geh dann mal nachhause.“ Und wieder machte ich mich auf den Weg. Nach ein paar Metern hörte ich dann: „Jonne warte!“

    Was denn jetzt noch? So langsam wurde es mir zu viel. Ich hatte keine Lust ihm mitten in der Nacht vor seiner Haustür eine Liebeserklärung zu machen, obwohl dann ja alles geklärt wäre…

    Ich fragte, mich auf dem Weg zu ihm, wie oft ich noch so hin und her laufen dürfte. Ich sagte nichts, sondern schaute Christus nur fragend an. Er grinste. „Nun tu doch nicht so scheinheilig, als ob du das nicht schon lange tun wolltest.“ „Was?“, stotterte ich. Wusste er bescheid? Wusste er es etwas die ganze Zeit und hat mir nichts gesagt?

    „Ich bin nicht blind Jonne und dumm auch nicht, aus wenn das manchmal so aussieht. Ich hab mich ernsthaft gefragt ob du noch etwas in diesem Leben unternehmen würdest.“ Christus kam näher und küsste mich leidenschaftlich. Dieses Mal war ich der Überraschte, doch dann ließ ich mich fallen. War der erste Kuss auch noch so überstürzt gewesen, so war dieser das genaue Gegenteil. Langsam und unbeschreiblich sinnlich. Zögernd legte ich meine Arme um ihn. Er tat es mir gleich.

    Nach einer Weile lösten wir uns voneinander. „Du wusstest es also die ganze Zeit?“, fragte ich ihn. Er grinste nur und schaute mich schelmisch an. „Und warum hast du mir nichts gesagt? Weißt du eigentlich wie verrückt ich mich gemacht habe?“
    „ich wollte es dir nur nicht zu einfach machen. Und außerdem war es wirklich sehr unterhaltsam. Zum Beispiel vor über 2 Wochen, als wir zusammen im Amadeus waren. Meinst du denn ich hätte nicht gemerkt wie eifersüchtig du auf die Mädchen warst?“ Ich sah ihn fassungslos an. Er hatte mit mir gespielt und ich hatte es nicht einmal gemerkt. Ich zweifle echt an meine Menschenkenntnis.

    „Aber du bist mir doch nicht böse, oder?“, fügte er hinzu. Ich schüttelte den Kopf. „Dann hast du im Amadeus nur mit den Mädels geflirtet um mich eifersüchtig zu machen?“
    „So kann man das nicht sagen, ich hab dir ja noch nicht erzählt, wo ich in dieser Nacht noch war…“. Ich verdrehte nur die Augen, aber Christus redete unbeirrt weiter. „Aber dich eifersüchtig zu machen war auch ein Grund“

    „Ich war immer felsenfest überzeugt, dass du nur auf Frauen stehen würdest.“, meinte ich dann zu ihm. „Du bist der einzige der weiß das, das nicht so ist. Aber es ist doch ziemlich langweilig, wenn man nur 50 % der Weltbevölkerung als Zielobjekte ansehen kann.“, erklärte er mir lachend. Konnte der Mann eigentlich noch an was anderes denken als an Sex?

    „Und was ist jetzt mit uns?“, fragte ich ihn als wir ns eine Weile angeschwiegen hatten. Christus lächelte und gab mir einen Kuss. „Es wäre einen Versuch wert!“



    ch war überglücklich. Ich hatte mir völlig umsonst Sorgen über dieses Gespräch gemacht. Und war es nicht irgendwie schon vorher klar, dass alles anders ablaufen würde als gedacht?
    Egal…

    Mittlerweile wurde mir dann auch wieder bewusst, dass wir immer noch vor seiner Haustür standen und es mir doch recht kalt wurde. Christus nahm meine Hand und wollte mich mit reinziehen. „Komm mit“, sagte er. „Sei mir nicht böse, aber ich bin ziemlich müde, dann möchte ich lieber nach Hause gehen und schlafen.“, antwortete ich. „Schlafen kannst du genauso gut bei mir im Bett.“, konterte er

    Na gut, überredet. Also folgte ich ihm in seine Wohnung. Ich war wirklich todmüde, das war keine Ausrede gewesen. 10 Minuten später lagen wir zusammen in Christus Bett. Ich kuschelte mich an ihm, wie lange hatte ich davon nur geträumt.
    Ich spürte seinen Arm der sich seinen Weg unter meinem Kopf bahnte. Er umarmte meinen unteren Teil und so, Gesicht zu Gesicht, lagen wir dann da.
    „Hyvää yöta minun rakas.“, flüsterte er mir zu. „Hyvää yöta“, gab ich zurück und gab ihm einen Kuss. Es dauerte nicht lange da waren wir schon im Traumland.

    Am nächsten Morgen wurde ich von den Regentropfen geweckt, die gegen die Fensterscheibe prasselten. Was für ein Schauwetter, da hatte man ja keine Lust aufzustehen.
    Ich kuschelte mich in die Decke und näher an Christus. Falls das überhaupt noch möglich war. Er lag ja sowieso halb über mir. Es war schon faszinierend wie jemand ein Bett komplett vereinnahmen kann, indem er sich praktisch quer rein legte.

    Ich stand vorsichtig auf, ich wollte Christus nicht wecken. Ich ging in die Küche und machte uns erstmal einen starken Kaffee. Während ich so da stand und das Kaffeepulver in den Filter gab, wurde ich von hinten umarmt. „Guten morgen“, wurde ich von Christus begrüßt. „Guten Morgen. Kaffee?“
    „Ja denn brauche ich jetzt auf jedenfalls… und Aspirin.“, fügte er hinzu. Ich verkniff mir das grinsen. Wie schön das ich gestern nicht so viel getrunken habe, dass ich jetzt kein Aspirin brauche.

    Nachdem wir unseren Kaffee getrunken hatten merkten wir, dass wir nur noch eine halbe Stunde zur Bandprobe hatten. Naja es war ja eigentlich nichts neues, dass ich zu spät kam. Christus wollte gerade ins Badezimmer gehen, als ich ihm sagte: „Wenn wir zusammen duschen würden, wären wir schneller!“ Eigentlich war das nur ein Scherz, aber das sah er irgendwie nicht so. Er zog mich zu sich und gab mir einen Kuss. „wo du recht hast.“
    Okay…. „Ich hole nur noch schnell meine Klamotten aus dem Schlafzimmer.“

    Als ich ins Bad kam war er bereits unter der Dusche. Ich zog mir schnell meine Shorts auf und gesellte mich zu ihm. In der Dusche wurde ich dann direkt von einer großen Überraschung begrüßt.

    Während das warme Wasser an uns herunter rannte, unsere Zungen scheinbar miteinander Fangen spielten griff ich zum Duschgel und fing an meinen Freund (Yeah! Endlich darf ich das sagen) damit einzuseifen.

    Er genoss es scheinbar meine Hände an seinem nassen Körper zu spüren. Umso mehr genoss er es als ich in die tiefere Region kam und dort mehr an seife sparte, um sie mit meinem Mund zu ersetzen.
    Wir hatten gar nicht gemerkt, dass uns das warme Wasser ausgegangen war. „Du bist der Hammer“, flüstere er mir ins Ohr. Ich schmieckte mich an ihn und mit einem Blick auf die Uhr bemerkte ich dass wir schon viel zu spät waren. „Ich will ja nicht aufhören, aber wir sind schon ziemlich spät dran. Die anderen warten bestimmt schon“
    Er seufzte. Dann machten wir uns sofort auf den Weg.
    Kurz vor dem Probenraum hielt mich Christus am Jackenärmel fest. „Jonne…“
    Ich sah ihn fragend an. „Naja, ich hab mir gedacht dass wir unsere Beziehung doch erstmal lieber geheim halten, bis sich das wirklich gefäßtigt. Damit nicht alle so viele Erwartungen in uns setzen. Verstehst du was ich meine?“
    Ich nickte. „Du hast wahrscheinlich Recht. Jetzt sollten wir aber rein, bevor alle noch zu böse werden.“


    Na endlich!“, begrüße uns Larry. „Wir dachten schon wir könnten die Probe schon absagen.“
    „Können wir endlich anfangen?“, meckerte Antti. Ich nickte nur. Ich nahm mir Das Mikro vom Ständer, während Christus seine Pinke Fender- Gitarre stimmte und an denn Verstärker anschloss.

    Irgendwann am frühen Nachmittag, legten wir eine Pause ein. Der Hunger hat uns alle gerufen. Ich schlug vor beim Chinesen was zu holen. Es gab nämlich einen kleinen chinesischen Imbiss, nur ein paar Straßen von hier entfernt. Die anderen waren einverstanden und so machten wir eine Liste, wer was haben wollte. „Schreib bloß ordentlich. Wenn ich nachher etwas nicht lesen kann und was Falsches kaufe bist du schuld!“, ermahnte ich Antti, der gerade die Liste diktiert bekam. Er sah mich böse an, doch als er dann anfing in schönster Druckschrift und vor allem in Zeitlupe zu schreiben, mussten wir einfach nur Lachen.

    Wenig später war ich mit der Liste in der Hand und Christus im Schlepptau, einer musste ja tragen helfen, auf dem weg zum Chinesen. „ Sag mal meinst du nicht, dass fällt auf, wenn du ständig mit mir zusammen verschwindest oder auftauchst?“, fragte ich ihn. Christus schüttelte den Kopf. „Quatsch die ahnen nichts und deswegen fällt es auch nicht auf.“ „Wie du meinst!“
    Ich war sowieso anderer Meinung als er. Ich hatte kein gutes Gefühl dabei, die anderen unsere Beziehung zu verheimlichen, dass war einfach nicht fair. Wir hatten ja auch sonst keine Geheimnise innerhalb der Band. Aber ich wusste ja, dass es für Christus nicht einfach war. Und so hielt ich den Mund ihm zuliebe.

    Nachdem der Chinese Wong endlich unsere komplette Bestellliste kapiert hatte, kurz darauf zubereitet hatte und uns in Tüten verbackt mit gab machten wir uns auf dem Weg zurück. Eine Ecke vor dem Haus in dem wir unseren Probenraum hatten blieb Christus stehen. „Was ist?“, wollte ich wissen, doch statt einer Antwort bekam ich nur einen Kuss.
    Ich stellte die Tüten auf den Boden und legte meine Arme um ihn. Seine Hände wanderten währenddessen zu meinem hintern. Fast wie gewohnt spielte seine Zunge mit meiner, umkreiste sie, stupste sie an und massierte sie förmlich. Ich biss ihm sanft und liebevoll auf die Unterlippe. Leidenschaftlicher konnte es nicht mehr sein. Es war so schön das ich schon fast geil davon geworden wurde, hätte Christus nicht plötzlich unterbrochen. „Komm die anderen warten bestimmt schon.“ Ein kurzer Kuss auf die Wange und wir gingen weiter.
    Ich schüttelte innerlich den Kopf. Diese Heimlichtuerei war mir alles andere als recht, aber was sollte ich machen.

    Im Probenraum bekamen wir die Tüten schon aus den Händen gerissen. Wie die Tiere stürzten sie sich auf ’s Essen. Wie gierig konnte man sein und nicht mal ein kleines Danke…Da sprach meine Mutter in mir! „Ihr hab mal voll lange gebraucht…!“, beschwerte sich Nakki während er sein Essen in den Tüten suchte. „Man könnte denken ihr hätten in der Zeit ein kleines Nümmerchen geschoben!“, lachte Larry und fing an zu essen.

    Christus verschluckte sich fast an seinem gebratenen Huhn. Das ging glücklicher weise im allgemeinen Gelächter unter, und außer mir bekam es niemand mit.

    Mampfend saßen wir alle auf den alten Sofas, vor der Flagge die uns Spanische Fans geschenkt hatten. Bei einem Blick in die Pappbecher der anderen fragte ich: „Sagt mal wie schnell isst ihr?“ Die Waren nämlich schon fast fertig, während ich nicht mal die hälfte weg hatte. „Wie langsam isst du“, konterte Jay. Auch ne gute Frage… Eine Ausrede zum trotz findend sagte ich: ich esse so langsam, weil…alles was ich esse erhitzt sich noch mal in meinem Mund.“
    Plötzlich fingen alle an zu lachen. Ich Gelächter überschluck sich schon. Ich dachte noch mal über meinen Satz nach. Oh! Okay. Memo an mich: Erst denken, dann reden.

    „Der arme Kerl dem du einen bläst!“, kicherte Nakki. „Bratwurst!“, ergänzte Antti und wieder fingen alle an lauthals zulachen. Ich hielt es besser mich resigniert zurück zu ziehen. Ich schaute zu Christus. Dieser verkniff sich anfangs das Lachen, aber nach eine weile gelang es ihm nicht mehr…. Dann lachte ich einfach mit…Wie heißt es so schön.
    Humor hat nur der, der über sich selbst lachen kann.



    Schnell aß ich zu ende ohne ein weiteres Wort zu sagen. Dabei hatte ich mich offensichtlich so auf fällig benommen, dass Larry mich zur Seite rief. Was der wohl wollte? Ob er was ahnte? Nein sicher nicht. Mir schossen Einhaufen von Gedanken durch den Kopf.
    Mein Blick schweifte zu halt suchend zu Christus rüber, doch der Witzelte lieber mit Nakki rum.
    „Jonne? …Du und Christus“, begann Larry.. „Ihr beide benehmt euch recht seltsam. Meinst du nicht auch?“
    Verdammt und ich hatte doch recht, dass es auffällt das wir immer zusammen verschwanden. „Was?“, stotterte ich. Larry schien in mich zusehen wie durch Glas.
    Perplex stand ich da und starrte in seine schönen Augen. „Ich meine nur dass es ziemlich unfair wäre, wenn du und Christus ein Geheimnis vor der Band hättet.“ Tz dasselbe hatte ich ja auch schon zu meinem Schatz gesagt. Nur was soll ich tun? Ich habe doch versprochen nichts zu sagen. „ Jonne? Du bist so abwesend! Was überlegst du so lange? Was ist das für ein Geheimnis?“
    Ich möchte es dir so gerne sagen. „Versprichst du mir dass du vorerst niemanden etwas davon sagst?“ Er nickte. Ich kann nicht anders, sorry Christus.
    Larry nahm es leichter hin, als ich dachte. Nach ca. 5 ½ Stunden hatten wir es geschafft. Die Songs für unser zweites Album sind ausgesucht und die nicht ausgewählten sicher im Computer Aufgenommen und gespeichert. „Ich bin ziemlich müde. Ich glaube ich gehe dann mal nach hause.“ Recht hatte Jay und wir verabschiedeten uns alle von einander. Was für die Passanten um uns herum wohl recht seltsam aussah. 6 Männer die sich so innig verabschiedeten sah man nicht oft. Als ich kichernd mich umdrehte stockte mir der Atem. Keine 10 Meter von mir entfernt flirtete Christus schon mit einer Blondine. „Hey du! Komm.“ Ich zerrte ihn irgendwie sauer weg. „Wer ist dir denn auf den Schwanz getreten?“, wollte er wissen. Ich blieb stehen und fragte mich ob dieser Kerl doch nur mit mir spielte. Um mich in seine „Eroberungsliste“ eintragen zu können. „Das fragst du noch? Glaubst du ich schaue gemütlich zu?“ Ich starrte ihn an, in der Hoffnung er würde sich entschuldigen. Rechts neben mir her lief eine Frau, die sagen wir nicht grade von Gott vergessen wurde wenn es um Kurven ging. Ich traute meinen Augen nicht. Seine Augen klebten förmlich an ihr. Ich drehte mich um und ging einfach.

    Ich warf mich auf mein Bett. Die Tränen die meine Wange runter liefen schienen ein Rennen zu rollen. Plötzlich klingelte mein Handy. Auch jenes verlegte ich, wie mein Haustelefon. Schließlich fand ich es in meiner Jackentasche. Es war eine Sms.

    >Hey Jonne. Ich verstehe nicht warum du vorhin so wütend warst. Ich kann mir aus deinem Verhalten echt keinen Reim machen. Was ist los mit dir?
    Lieb dich Chris<

    Ich verstehe die Welt nicht mehr. War er sein Verhalten so gewöhnt, dass er nicht einmal mehr merkte was er tut? Er ist ein… er ist so ein Arschloch. Ich brauchte Rat und wusste schon wenn ich anrufen sollte. „Hey!“, begrüßte mich eine Stimme. Eine Stimme die ich wirklich gerne hörte. „Na Jonne alles in Ordnung? Was gibt’s?“
    „Niin, nichts ist in Ordnung.“, und schon heulte ich wieder. Ich sensibelchen. Kommt Mütterlicherseits. „Das ist alles hier so schief. Ich hab mich getraut mit Christus zu reden…“
    „…und er hat die einen Korb gegeben?“, führte sie den Satz ihrer Meinung zu ende. „Nein wir sind zusammen.“ In diesem Moment konnte ich mir leibhaftig vorstellen wie verwirrt sie jetzt wohl war… „Und was ist daran so schief? Ich dachte du liebst ihn.“ Ich holte Luft.
    „Tue ich ja. Es ist nur so dass er nicht aufhören kann andere Frauen zu begaffen. Er starrt jeder Blondine hinterher. Bin ich ihm nicht blond genug? Oder sollen mir Brüste wachsen?“
    Aniina musste lachen, denn ich war selten so Aufgebracht. Aufgebracht und verletzt zugleich.

    Ich schaute auf die Uhr. Mir wurde bewusst wie die Müdigkeit über mich kam und wir beendeten das Gespräch. Denn erhofften Rat bekam ich auch.

    In dieser Nacht schlief ich recht unruhig.

    „War nicht anders zu erwarten!“, schnauzte Antti mich an. Meine Erklärungsversuche ihm gegenüber stoßen auf taube Ohren. Ich kann ihn wirklich verstehen. Ich wäre auch sauer von ich immer auf einen warten müsste.
    Jay war wohl der einzige der meine vom weinen angeschwollenen Augen bemerkt hatte. Umsorgt stürzte er von seinem Platz auf, an Antti vorbei und auf mich zu. Wow hatte der Mann einen Blick drauf, wenn er sich sorgen machte. Da fühlte sich Man(n) ja schon fast wie beim eigenen Papa zuhause. Bei solchen Gedanken sollte ich mal langsam ärztlichen Rat aufsuchen…hihi. Bevor er Fragen stellen konnte winkte ich ab und setzte mich neben Antti, der mich in seinem Arm nahm. Auch er hatte jetzt wohl bemerkt, dass es mir nicht sonderlich wohl ging. Die Türen unseres Busses schließten sich und Frank, unser Fahrer, setzte sich in Bewegung.


    Die fahrt nach Helsinki dauerte etwas. Ich schaute immer wieder zu Christus rüber und hoffte er würde zu mir kommen, aber er tat es nicht. Sondern saß da und tat so als wäre nichts gewesen. Ich werde mich, so schwer es mir auch fällt, an Aniinas rat halten.

    Nach wenigen Minuten legte ich mich aufs Ohr. Irgendwer wird mich schon wecken, wenn wir unten in Helsinki sind.
    Als ich meine Augen wieder öffnete sah ich Christus vor mir. Er grinste mich an und gab mir einen Kuss auf die Nase. „Wir sind da.“, sagte er. Ich stand auf und zeigte ihm die kalte Schulter.
    Seine Blicke hängen an mir, aber er wird schon sehen was er davon hat, wenn er mit anderen Flirtet.
    Mal ganz sachlich: ich bin doch viel schöner, als jede dieser Frauen.

    Kurz vor den Aufnahmen für unser zweites Album begrüßte uns ein Reporter einer Finnischen Zeitschrift.
    Das Interwiev verlief ruhig ab, bis ein bestimmtes Thema aufkam.
    >“Jonne wie sieht es bei auch in der Liebe aus?“<, frage der Reporter. Was soll ich denn jetzt sagen. Ich kann doch nicht Lügen, schon gar nicht mit Christus neben mir.
    „Nun ja. Schon etwas, aber mehr verrate ich nicht.“
    Dieses Geheimnis… Schon lustig. Ich konnte mir mein kichern nicht verkneifen.

    Endlich konnten wir mit den Aufnahmen beginnen. Aber schon rief mich ein dringendes Bedürfnis. Wer hätte ahnen können dass ich dazu nicht mehr kam. Eine Hand packte mich von hinten auf die Schulter. Und oh Wunder, ich erschreckte mich so, dass ich fast schon reflexartig alles von mir stoßte. Es machte bong und am Boden saß Christus, der sich den Kopf fest hielt. „Oh fuck Chris.“, ich ging auf die Knie und beugte mich zu ihm.
    „Dabei wollte ich nur mit dir reden. Was habe ich getan, dass du mich so behandelst?“
    „Sorry das wollte ich nicht. Ich habe mich nur erschreckt.“, ich stand auf und half Christus hoch.
    ______________________________ __________
    Seine Augen starrten mich an. Dieser Mann hatte eine Ausstrahlung die mich fast zu Boden riss. Am liebsten würde ich ihm in die Arme fallen. „Und vorher? Als du mich gestern angeschnauzt und einfach so stehen gelassen hast.“ Will er mich verarschen? Seine Augen folgen jeder Pussy und das merkt er nicht mal? Denkt der ich sei doof?

    2 Minuten später wusste er nun bescheid. Ich kann einfach nicht ruhig bleiben, wenn er sich so blöd stellt. Mir liefen die Tränen runter, als ich merkte wie dumm und naiv ich mich fühlte. Habe ich im ernst geglaubt ein Mädchen, naja sagen wir ein Menschenschwarm wie er würde es wirklich ernst mit mir meinen?!! Ich hätte ahnen müssen, dass…

    Christus unterbrach meine Gedanken, küsste mich einfach. Er drückte mich so fest an sich, dass ich seinen Herzschlag spürte. Die Luft ging mir aus und wir lösten uns. „Jonne ich wollte nicht das du denkst ich würde nur mit dir spielen und wenn ich mit anderen geflirtet habe tut’s mir Leid. Ich l…“, unterbrach er.
    Nun sag schon dass du mich liebst! Warum stockst du?
    Er wollte gerade neu ansetzen, ich schaute ihn erwartungsvoll an. Gleich würde er es mir zu ersten Mal sagen. Da sprang die Tür auf und Jay stand im Türrahmen.
    Sein Blick war richtig böse, so wie der von Antti vor unserer Abreise. Fucking Jay! Nicht das ich ihn nicht mochte, nur sein Timing war mal wieder beschissen. „was treibt ihr wir wollen anfangen. Tommy ist schon ganz rot vor Wut.“
    „Okay wir kommen.“, sagte ich.
    Im Aufnahmestudio hehrste eisige Stille, als wir den Raum betraten. Einzig und allein Larry kam und erklärte und kurz und knapp den Plan, der besprochen wurde. Logisch er war ja der einzige der bescheid wusste und somit Verständnis aufbrachte. Ich musste ihm einfach alle Probleme erzählen. Ob Chris wohl sauer sein wird? Schließlich habe ich versprochen nichts zu sagen.

    1 Song schafften wir komplett und Nico, unser russischer Produzent, ließ und eine kleine Pause zum spachteln. Was allerdings, für Chris besonders, in einem disaster endete. „Chris, Jonne?“, fing Nakki an. „Sagt mal ist euch eigentlich das schlechte Bandklima aufgefallen?“
    Ups!
    „Die Frage musst du schon spezifizieren. Warum sprichst du grade uns an?“, sagte Christus während er sein Salamibrödchen runter schluckte.
    „Gut spezifiziere ich es halt. Was zum Teufel ist los mit euch? Ich seit ständig zu spät, ihr verschwindet andauernd, lässt und warten. Noch mehr? Das nervt echt. Ich habe kein Bock auf so was.“, sagte Nakki. Er wurde so sauer das die Leute um uns herum schon guckten. „Ist ja schon gut.“ Sagte ich und schaute zu Christus rüber, doch der schaute auf seinen Teller und sortierte Krümel. „Nun ja wie soll ich sagen. Wir zwei hatten ein paar Probleme.“
    Die Jungs starrten uns an. „Und warum sagt ihr uns nichts? Wir könnten doch helfen die Probleme zu klären.“, fragte Antti und trank einen schluck seines O- Safts.
    Scheiße ich hatte gehofft das die Antwort denen reichen würde. Okay jetzt muss es wohl raus.
    „Beziehungsprobleme!“, sagte ich knapp. So jetzt war es raus… Nein wie die drei uns anstarren. Christus hilf mir! Ich schaute zu ihm rüber. Autsch, dieser Blick tat irgendwie weh. So wie ein Schlag, doch es war nur ein einziger Blick. Einen einzigen Momentlang.

    Warum geht der denn jetzt? Chris?
    Larry? Verzweifelt suchte ich seine Hilfe, doch er stand und ging Chris hinterher. Er ließ mich hier alleine mit diesen… diesen Starrern. Antti schnappte verzweifelt nach Luft, da er sich an seinem Orangensaft verschluckt hatte. Jay bekam die Mundwinkel nicht mehr zu und Nakki räusperte sich ununterbrochen.
    Ich will zu meiner Mami, beschämend das das ein 20 jähriger Mann sagt, aber das war die Wahrheit. Ich will zu meiner Mami.



    Re: Lieben und geliebt werden

    keeka - 05.07.2006, 22:42


    *ufff* süsse du schreibst zu lange teile!! ich komm ja gar nicht mehr nach mit lesen...aber dafür sind sie end geil!!!! weiter so :wink:



    Re: Lieben und geliebt werden

    Gorydevil - 06.07.2006, 13:23


    :D ok dann sag mir bescheid wenn du fertig bist, dann poste ich den nächsten teil



    Re: Lieben und geliebt werden

    keeka - 13.07.2006, 13:29


    weitäääääääääääääääääääääääääääääääääääääääär bitte^^



    Re: Lieben und geliebt werden

    Gorydevil - 14.07.2006, 15:34


    Sie starren und starren und … Starren! Himmel her Gott noch mal. Mir läuft schon der Schweiß von der Stirn. Ich hatte noch nie das Gefühl so ausgeliefert zu sein. Nicht einmal als ich mit 14 Jahren die Katze des Nachbarn rasierte und ich den entsprechenden ärger bekam. Hey ich dachte wirklich eine Katze ohne Haare würde bei meiner Allergie nichts ausmachen!

    Endlich fing einer an was zu sagen. Antti führ sich mit der Hand durch die Haare und sagte: „Nu, dass du eine Schwuchtel bist wussten wir ja, aber Christus? Seit wann?“
    Öhm mal überlegen. „ Seit ca. 2 Wochen, aber Christus wollte es noch nicht sagen, weil er sich noch nicht bereit fühlte. Und ich glaube das ist er jetzt auch noch nicht. So wie er abgerauscht ist.“

    Na toll, jetzt kommen mir fast die Tränen. Ganz in Gedanken merkte ich wieder mal nicht, wie Antti aufstand, hinter mich stellte, sich über mich beugte und die Arme um mich schlug. Ich sah in Lächeln, genau wie bei Jay und Nakki.
    Zusammen gingen wir zurück ins Studio, doch dort angekommen, war keine Spur von Larry oder meinem Schatz.

    Unser Produzent fing schon an auf Russisch zu fluchen. Wir verstanden zwar kein Wort, doch dass das keine Komplimente waren, war wohl allen klar. „Okay Jungs! So wird das echt nicht, es wird morgen hoffentlich besser… Ruht euch mal aus.“, sagte Nico und schicke uns in unsere Unterkunft. „Wo sind die denn? Das ist echt komisch.“, sagte ich in den leicht bewölkten Himmel.
    „Ich mach mir langsam Sorgen. Er hat so beschämt und verletzt ausgesehen. Christus ist so impulsiv manchmal das ich mir richtige Sorgen mache.“
    „Mach dir da mal keine Sorgen. Geh ins Bett und ruh dich für morgen aus. Die beiden tauchen schon wieder auf.“, beruhigt mich Antti.
    Ans schlafen gehen konnte ich in meinem Zimmer nicht mal denken, also parkte ich mich vor den Fernseher, um mich auf andere Gedanken zu bringen.

    Die Tür sprang auf. Ich drehte mich um und Christus stand hinter mir. Er sagte kein Wort. Sein Blick war so traurig und schwer, genau wie in der Zeit, als sein Vater vor ein paar Jahren gestorben war.
    Bei jedem seiner Schritte auf mich zu, spürte ich seinen heißen Atem um mich herum. Er legte seine Hände auf meine Schulter, die von der Kälte draußen schon ganz kalt waren. Sie wanderten meinen Hals hoch, bis zu meinen Wangen. Wie versteinert stand ich ihm gegenüber, unfähig etwas zu sagen. Ich schloss meine Augen- öffnete sie wieder- ein Traum. Aber warum fühlte sich dieser Traum so echt an? Noch jetzt spüre ich seinen Atem im Genickt.

    Ich drehte mich, wie in meinem Traum, und da stand er. In Wirklichkeit. Und dieses mal konnte ich mich auch richtig bewegen. „Chris, verdammt wo warst du?“ Ich fiel ihm um den Hals.
    „Es tut mir Leid, ich wusste nicht was ich tat.“ Meine Arme schlossen sich um ihn, meinem Kopf im Nacken, streichelte er mich. Dieser Duft… er roch nach… Aniina!
    Ich wollte grade ansetzten etwas zu sagen, da begann er: „Weißt du, früher war ich dieser Typ mit den vielen Frauen, der Womanzier. Ich hatte so angst, ich könnte meine ganze vergangene Geschichte vernichten, so als hätte ich früher nie gelebt, aber jetzt ist das nicht mehr so. Jetzt weiß ich was ich will…“ Er sah mich so komisch an. Irgendwie spürte man eine Art Schuldbewusstsein, aber auch eine Trennung. Er strich mir mein langes Haar von der Stirn und sprach weiter: „…dich Jonne. Nur dich und das kann ich jetzt auch vor der ganzen Welt zugeben.“

    Wieso erst jetzt? Wieso konnte er nicht von Vorne rein zu mir stehen? Vielleicht sollte ich das akzeptieren, wenn er es jetzt kann, dann sollte das okay sein. Ich meine man muss dann wohl doch für seine Liebe Opfer bringen, und meine Zweifel sind da ein wohl eher gutes Opfer. Keine Zweifel mehr an seiner Liebe!

    Unsere Lippen berührten sich sehr vorsichtig. Seine Hände verkrampften förmlich in meiner Hüfte. Sie glitten meinen Brustkorb hoch und wieder runter.
    Ich kann mich bei seinen Küssen nicht mehr konzentrieren, ich muss was tun. Dieses mal wohl nicht ich der Sklave sein.

    Jonne zog Christus das Hemd aus und drückte ihn rückwärts gegen die Wand. „Jonne…“ ich legte ihm einen Finger auf den Mund. Flüsternd sagte er: „Du traust dich also doch.“
    Ich ging in die Knie. Es machte mir spaß endlich mal die Oberhand (…ähm… Mund) zuhaben. Er stöhnte, und das spornte mich zu Höchstleistungen an. Irgendwie wurde etwas Böses in mir frei.
    ________________________________________


    Leider vergaß ich dass wir nicht zuhause waren, sondern in einer Unterkunft einer netten Familie, die ein großes Haus haben und uns freundlicherweise bei sich wohnen ließen. In diesem Haus schienen die Wände nicht sehr dicht zu sein, jedenfalls konnte man schon ein gesprochenes Wort hören konnte.

    Am nächsten Morgen hatte die Frau des Hauses für die ganze Band, ihren Mann und ihre zwei Töchter Frühstück gemacht. Als wir runter kamen schauten uns alle lächelnd an, nur die zwei 14 Jährigen Mädchen schauten beschämt an uns vorbei und der Herr des Hauses etwas grimmig.
    „Versöhnt? …Ähm ich meine könnt ihr euch nach DIESER Versöhnung noch setzen?“, Antti lachte sofort und die anderen inklusive uns stimmten mit ein.
    Mehrmals hat uns der Herr gebeten uns ein >Manierlicheres< Thema aus zu suchen und leiser zu sein.…… Wegen den zwei Mädchen, scheinen wohl zwei wohl erzogene und schüchterne Jungfrauen sein, die sich für solche Sachen wohl noch nie interessiert haben. Soll ja solche Mädchen geben.
    Aber mal ehrlich wer kann sich, schwulen Witze und das laute Lachen verkneifen?

    Da wir alle frei von Problemen waren, verliefen die Aufnahmen für unser zweites Album sehr gut, und wir kamen relativ gut weiter. Selbst Nico war erstaunt und lobte uns sogar.
    „Jetzt Jungs, müsst ihr euch nur noch einen Namen für euer neues Werk ausdenken.“, erinnerte uns Nico und speicherte den letzten fertigen Song. „Ach joo ! Das hätten wir fast vergessen.“
    Christus wollte aus der Küche was von der Frau Häbchen holen. Sie hatte netter weise an uns gedacht, und wollte nicht dass wir verhungern. Aus der Küche hörte ich dann Christus Stimme und zum ersten mal hörte ich es dann von ihm. „Lemmikki ! Kommst du mal runter.“
    Fröhlich flötend strampelte ich die Treppe runter. In der Küche drückte er mir denn einen Teller in die Hand. „Nimm mal. Ich hab nicht so viele Hände.“
    Zusammen gingen wir dann rauf und ich konnte nicht aufhören zu grinsen.

    Kleine „pick!“ – Geräusche tönten aus Richtung Fenster. Wir dachten zuerst an Regen, aber als wir die scheinenden Sonne sahen bemerkten wir die kleinen Kieselsteine die gegen die Scheibe geworfen wurden.

    Larry öffnete das Fenster, und bekam prompt einen gegen die Stirn. „Sorry Wuschel!“, hörte man von unten. Bei dem Namen Wuschel, wussten wir alle sofort wer das ist. „Kommt raus! Die Leute lassen mich nicht rein!“, schrie sie. Larry rannte runter und kam schon kurz darauf wieder mit ihr hoch.
    ________________________________________
    Sie gab jedem ein kleines Küsschen, ein links eins Rechts. „Na Jonne? Ist der Liebeskummer verschwunden?“, sagte sie und zwinkere mir zu. In der Hand hatte sie eine Kette von Aniina. Jetzt verstand ich. Die Beiden hatten sich anscheinend unterhalten. Ich nickte und ging zu Christus rüber. Ich gab ihm einen Kuss und er verstand nicht richtig. Wenige Sekunden dauerte es bis alle bescheid wussten. Aniina und ihre Mutter Caro wussten bescheid, und das vor ihnen!

    „Tja ich habe Hunger. Lasst uns was Essen gehen.“, sagte Antti und hielt uns schon die Tür auf. Als wir aus dem Haus kamen, standen da schon ca. 50 Fans, die unseren Geheimen Aufenthalt herausgefunden hatten. Zuerst schrieen sie unsere Namen, dann wurden sie auf etwas aufmerksam. Einige wurden etwas leiser und andere verstummten ganz. „Hä was ist den mit denen?“, wollte Larry wissen. Jays Blick folgte den der Fans. „Jonne, Chris! Eure Hände“, sagte er in einem Flüsterschrei Ton. Wir sahen an uns herunter und sahen, dass unsere Arme umeinander geschlungen waren und wir Händchen hielten.
    Schnell wollte ich loslassen, doch Christus ließ mich nicht los. Er flüsterte: „Vor der ganzen Welt!“
    Er verkrampfte sich und ich merkte wie er anfing zu schwitzen.
    Wir gingen durch und sie machten Beweisfotos. Ich wollte nur noch durch, diesen Blicken entgehen. Wir gingen in ein Restaurant und setzten uns in eine hintere Ecke.

    „Fuck, ich wollte eigentlich nicht das das so abläuft.“ Ich stopfte meine Sushirolle in den Mund. „Nuja ist doch egal. Die werden das schon akzeptieren. 5-6 Fans weniger sind auch nicht so dramatisch.“ Wie immer war Jay voller Hoffnung. „Die Fans wollen bestimmt eine Erklärung.“ Wir überlegten, wann wir es den Fans sagen sollten. Aber das war ja auch egal, denn früher oder später würden uns Reporter schon drauf ansprechen, wenn nicht, dann machen wir es auf einem Konzert von uns.

    Am nächsten Morgen fuhren wir zurück. Auf dem Weg nach Hause, zusammen mit Christus, sahen wir schon vom weiten Matthau. Der vor der Tür wartete.

    Eigentlich hatte ich vor mit zu Christus zu kommen, aber da ich Matthau nicht ganz traute beschloss ich schnell nach Hause zu gehen.
    Matthau begegne ich eigentlich nie gerne, seit er mich auf Anttis Geburtstag extrem betatscht hat - und wenn ich betatscht sage, dann ist das keine Übertreibung. Seit seine Hand unter meiner Unterwäsche, im Mittelteil, war komme ich ihm nicht mehr zu nahe. Obwohl ich doch sagen muss das er sehr gefühlvolle Hände hat.

    Ich wollte nicht mit Matthau über alles diskutieren, also wählte ich bewusst eine späte Zeit, um bei Chris anzurufen. Doch mein hoffen war vergebens. Am anderen Ende meldete sich Matthau…..Um 23 Uhr war ein noch da?
    Ich legte überrascht wieder auf. Als ich den Hörer auf den Tisch geknallt hatte, schaute ich verdutzt aus dem Fenster.
    Dort flog ein Herzförmiger Heißluftballong vorbei. Darin stand ein Pärchen und trank irgendwas. Was konnte ich nicht erkennen, aber bestimmt Sekt oder sogar Chrampangier.

    Ich dachte wie schön es doch wäre so was mit meinem Schatz mal zu tun… Warum eigentlich nicht? Muss ja kein Heißluftballong sein, geht ja auch das Möki meiner Großmutter, an dem kleinen See. Mit einer Decke, Sekt, Erdbeeren und Sahne.
    Ach wäre das schön.

    Ich beschloss in dieser schönen Illusion zu bleiben und in meinem Bett weiter zu träumen.



    Re: Lieben und geliebt werden

    Anonymous - 14.07.2006, 15:49


    Die werde ich gleich in mich verschlingen... ich liebe FF's



    Re: Lieben und geliebt werden

    keeka - 17.07.2006, 18:25


    sweeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeet :D



    Re: Lieben und geliebt werden

    Gorydevil - 15.10.2006, 21:15


    Am nächsten Morgen schloss ich den Probenraum als erster auf und setzte mich. Ich machte mir Gedanken über Christus, unseren Familien, die Fans und unsere gemeinsame Zukunft.
    Ich schnappte mir eine Gitarre von Larry und spielte etwas. Ich spielte eine Melodie die schon beim spielen der Saiten in mich eindrang. Die Worte kommen ganz automatisch aus meinem Mund. Es war eine Stimmung in der Luft, wie im Film, wie wenn jemand einen anderen durch eine Rosabrille beobachtete.

    Was ich nicht wusste, ich wurde beobachtet! Still trat er näher und strich einmal von Oben bis unten über die Tasten des Keyboards.

    Ich bemerkte Nakki der auf mich zukam. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, als er mir seine Hand auf den kopf legte.
    Wir begrüßten uns wie üblich, als er sich mit einer Tasse Tee zu mir setzte.
    „Schöner Song. Sollen wir den mal auf einen Konzert spielen? So als Überraschung.“
    „Ne, ich weiß den Text nicht mehr.“
    Eigentlich wusste ich ihn noch, und fand ich auch gut, aber er war mir doch zu persönlich.

    Ich war extrem früh dran, um Antti nicht wieder wütend zu machen, weil ich doch immer zu spät kam. Warum war Nakki den schon hier?

    „Hey warum bist du eigentlich schon so früh hier?“, fragte ich ihn. Er zeigte auf eine Schublade. Da das eine Schublade war die wir alle nutzten, wusste ich schon was drin war ohne nachzusehnen. „Ahja und hast du so was nicht zu Hause?“, fragte ich doch relativ verdutzt.
    „Ne, du weißt ja das meine Mutter zu besuch gekommen ist, und da sie die Angewohnheit hat in meiner Abwesenheit alles zu durchsuchen, habe ich den ganzen Kram hierher geschafft, zu den anderen Sachen. Denkst du ich will das meine Mutter meinen Kram sieht?“
    Ich musste lachen. Ich lehnte mich zurück und lies die Beine von der Coach baumeln.
    Nakki stand auf und holte was aus der Schublade. Er beugte sich über mich und hielt mir ein neues aufgeschlagenes Heft vor die Nase. Ich musste grinsen, aber aus einem komischen Grund: Auf dem Bild war eine Frau, mit wow! Riesen großen schönen Brüsten.
    Seit wann fahr ich so auf Frauen ab?
    „Warum grinst du denn so Jonne? Gefällt sie dir?“, ein schelmisches Grinsen machte sich auf Nakkis Gesicht breit.
    Plötzlich verlor er den halt und fiel voll auf mich. Das Heft lag zwischen uns und eine hälfte schaute zwischen unseren Bäuchen raus.
    Ein komisches Gefühl. Ich war Nakki zwar immer nah, so wie denn anderen auch, aber so direkt über mir, auf mir drauf, war schon etwas anders.

    So fühlte ich wohl nicht allein. Warum wir schon seit Sekunden dalagen, wussten wir wohl beide nicht so genau. Ich spürte etwas und Nakki auch. Er senkte den Kopf und legte ihn in meinem Nacken. Langsam und zart spürte ich Lippen.
    Warum lenkte ich nicht ab? Gefiel es mir?

    Er kraulte meine Brust, es gefiel mir sehr. Und wie ich es mochte. So sehr wie ich es mochte, so sehr spürte er es. Er konnte nicht mehr an sich halten und ich konnte es auch nicht mehr.
    ________________________________________
    Gegenseitig spürten wir wie erregt wir waren. Die Leichtigkeit, wie er die Knöpfe meines Hemdes öffnete war erstaunlich. Wie gut seine Küsse sich an meinem Piecring anfühlten. In dem Moment, wo ich dachte meine und seine Hosen platzen gleich, sprang die große Eisentür auf. Wir hielten inne, denn vor uns standen Antti, Larry, Jay und……und……Christus. Mir stockte er Atem, mein Herz schlug nicht mehr im Takt, meine Augen weiteten sich und begangen nass zu werden.
    Mit einem Hieb stösste sich Nakki auf hielt zu erst das Heft vor seine Hose, doch dann merkte er wieder was das für ein Heft war und ersetzte es durch ein herumstehendes Glas.
    Noch bevor ich mich bedecken konnte oder ein Wort sagen konnte, warf Christus mit eines seiner Stimmgeräte für die Gitarren entgegen.
    Mitten ins Gesicht!
    Das war schmerzvoller, als sein Blick, als die Anderen unser Geheimnis erführen.
    Er hatte mein Auge getroffen, und durch den Schmerz und den Verlust meiner Sehfähigkeit konnte ich ihm nicht hinterher laufen.

    „Wir fahren gleich ins Nosturi. Um dort ein Konzert zu geben.“, warf Jay ein.
    Ich muss was verpasst haben. Ich versau grade meine Beziehung und den kümmert nur dieser blöde Auftritt???????
    „Macht euch fertig!“, befahl Larry und fing an alles einzupacken. Die anderen folgten ihm auf dem Fuße.

    Ich hatte ein mieses Gefühl. Mein Auge schmerzte, vielleicht erblinde ich noch, Christus wird sicher schluß machen, Nakki ist auch nicht ganz unschuldig und oben drein kümmert das niemanden! Hallo? Wollte mir niemand Eis bringen, für mein Auge.
    Warum hatten die alle nur so ein verdammtes Pokerface im Gesicht? War ich ihnen egal geworden?

    All mein denken nützte nicht. Ich raffte mich auf und beschloss beim einpacken zu helfen…Ich hatte wohl ein Schlechtes Gewissen, auch wenn ich noch nicht ganz wusste weswegen. Denn Auftritt werden die bestimmt spielen wollen, also muss ich mich an mein eingeschränktes Sichtfeld erstmal gewöhnen….Aua… warum kümmert das denn keinen?
    Und Christus? Was mache ich mit ihm, er ist weggelaufen und daran bin ich Idiot schuld.
    Warum musste ich den nur mit Nakki rummachen?

    Keiner würdigte mich und Nakki eines Blickes. Wenn wir in deren Blickfeld rum liefen, schauten sie nach unten oder neben uns her. Sie schienen sauer zu sein, aber warum? Denen haben wir doch nichts getan.
    Ich frage mich wo Christus hingelaufen ist. Ins Nosturi wird der doch sicher nicht mitkommen, also warum packen wir ein?

    „Larry?“, fragte ich. Keine Antwort. „Jay?“, fragte ich ihn. Stille. „Antti?“, meine letzte Hoffnung. Demonstratives Ignorieren!
    Auch Nakki wagte es nicht irgendwas zu sagen.
    Als wir in den Bus stiegen saß Christus schon drin. Gerade als ich auf ihn zugehen wollte schaute er mich mit einem sehr bösen Blick an und verschwand im Hinterenteil. Kopfhörer laut gemacht, im Bett liegend, die Arme hinterm Kopf verschränkt und an die Decke starrend sagte er nichts und ich traute mich nicht ihn anzusprechen. Ich warte eine günstigere Gelegenheit ab, dann kann er sich beruhigen und die anderen saßen mir nicht im Nacken und nicht zuhören.



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