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Re: Mangelnde Sicherheit bei Geldtransportern
securityboss - 23.06.2006, 16:54Mangelnde Sicherheit bei Geldtransportern
Mangelnde Sicherheit bei Geldtransportern
Manuskript des Beitrages
von Babara Dobke
Wir wollen wissen, was ein Geldtransporter aushält. Dazu sind wir im Beschussamt Mellrichstadt. Die staatliche Behörde untersucht unterschiedlichste Materialien auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Kugeln.
Dies ist eine Panzerplatte, wie sie von der Berufsgenossenschaft für die Geldtransporter vorgeschrieben ist.
O-Ton: Klemens Damm, Materialprüfer Beschussamt
"Wir werden jetzt mal zeigen. Wir machen jetzt da einen Schuss drauf mit einer 357 Magnum. Und das können Sie gleich Filmen."
357 Magnum, das ist das Pistolen- und Revolverkaliber, dass Geldtransporter verkraften müssen. Als vor mehr als zehn Jahren die Vorschriften gemacht wurden, war es die schwerste bei Raubüberfällen in Deutschland benutzte Waffe. Die Behörde schießt im Test mit einer Maschine, die jeden Waffentyp simulieren kann.
Die Platte bekommt eine gewaltige Beule - aber sie hält. Soweit die Theorie.
Und das ist die Praxis: Dolle, Sachsen-Anhalt, 10. März. Maskierte Räuber schießen sofort. Dreizehn Minuten später sind sie weg - samt drei Millionen Euro Beute. Zurück bleibt der schwer verletzte Fahrer des VW-Busses. Trotz vorschriftsmäßiger Panzerung: Die Kugeln haben Panzerglas und Stahlplatten glatt durchschossen.
O-Ton: Dr. Lutz Viëtor, Sicherheitsexperte
"Ich denke, dass Deutschland in der Entwicklung etwas hinterherhinkt. Wir sind nicht ausreichend eingestellt auf die jetzt zum Einsatz kommenden Handfeuerwaffen und die auch panzerbrechenden Waffen. Wir liegen einfach im Standard was die Technik als auch was das Personal angeht, zurück."
Wie kann das sein? Wir sind wieder im Beschussamt. Wieder wird auf dieselbe Stahlplatte geschossen. Doch diesmal nehmen wir eine andere Patrone.
O-Ton: Klemens Damm, Materialprüfer Beschussamt
"Da haben wir jetzt mit 7,62 x 39 Kalaschnikow drauf geschossen. Sehen Sie: Diese Lösung ist einfach zu schwach für dieses Kaliber. Das ist ein glatter Durchschuss."
Genau dieses Kaliber wurde in Dolle verwendet. Die Täter waren - wie immer häufiger in Deutschland mit einer Kalaschnikow bewaffnet. Schattenseite der offenen Grenzen im Osten.
O-Ton: Dr. Lutz Viëtor, Sicherheitsexperte
"Heute ist es für einen Kleinkriminellen aus Osteuropa relativ einfach mit wenig Aufwand in Deutschland einen Überfall durchzuführen. Und er durchschießt auch die leichtgepanzerten Fahrzeuge mit Standardwaffen, die er auf dem Markt fast kaufen kann."
Dabei gibt es selbst Glas das auch diesen Waffen standhält.
Es splittert - aber es hält.
O-Ton: Reporterin
"Und wieso baut man nicht Glas rein, was einfach dicker ist?"
O-Ton: Klemens Damm, Materialprüfer Beschussamt
"Es ist einfach eine Gewichts- und eine Kostenfrage. Weil die Fahrzeuge sind in der Regel nicht dafür ausgelegt, um größere Gewichte aufzunehmen von der Panzerung. Sie müssen ja auch noch irgendeine Nutzlast haben - sprich Geld transportieren."
Bessere Panzerung bei den Geldtransportern wäre also technisch machbar - nur die Fahrzeuge würden deutlich teurer. In der Anschaffung und im Unterhalt. Undenkbar in einer Branche in der ohnehin ein Preiskrieg tobt - und an allen Ecken gespart wird, um konkurrenzfähig zu bleiben.
O-Ton: Dr. Lutz Viëtor, Sicherheitsexperte
"Heute verdient eine Reinigungskraft in Deutschland mehr als ein Wachmann. Dort geht es um Dreck - 'ne wichtige Sache, sicher. Aber auf der anderen Seite geht es um Leben, Gesundheit und Sachwerte. Und da muss der Bund eigentlich etwas tun. Aber solange er selbst Sicherheitsdienstleistungen an den Billigsten oder vielleicht Zweitbilligsten vergibt, solange wird sich da nicht viel ändern."
1999. Schon damals wird in Zeitz, Thüringen ein Geldtransport überfallen. Die Täter auch dort bewaffnet mit Kalaschnikows. Genau dasselbe Tatmuster wie in Dolle. Der Fall blieb ungelöst. Jetzt vermutet die Polizei: Die Täter von damals haben erneut zugeschlagen.
Quelle: http://www.mdr.de/exakt/archiv/681040.html
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