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Re: September 2010
Nachtperle - 01.09.2010, 11:26September 2010
1. September 2010
Da sprach Abram zu Lot: Lass doch keinen Streit sein zwischen mir und dir und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten; wir sind doch Brüder! Ist nicht das ganze Land vor dir? Trenne dich doch von mir! Willst du nach links, dann gehe ich nach rechts, und willst du nach rechts, dann gehe ich nach links.
1. Mose 13, 8.9. (Gute Nachricht Bibel)
Hier ging es um einen handfesten streit und darum, wie Konflikte gelöst werden können. Abram (so hieß er da noch, (siehe 1. Mose 17, 4.5)), zu dessen Hausstand viele Menschen gehörten, lebte mit seinem Neffen Lot und dessen Familie zusammen. Doch beide Männer besaßen große Tierherden. Der Konflikt breitete sich aus: Nicht nur die Familien bildeten Parteien, sondern auch ihre Hirten stritten um Quellen und Weideland für die Tiere.
Wie lässt sich solch ein Problem lösen? Auf den ersten Blick gibt es zwei Möglichkeiten: Sich durchzusetzen oder nachgeben. Abram hätte als der Ältere, Reichere und Mächtigere das „Recht des Stärkeren“ ausüben und Lot wegschicken können. Nachzugeben wäre doch keine lohnende Option gewesen, denn wer zurücksteckt, findet sich mit einer schlechteren Position ab und wird von seinen Mitmenschen meist belächelt.
Abram wählte jedoch einen dritten Weg: Er bot Lot einen Kompromiss an, wie der Andachtstext zeigt. Vergleiche 1. Mose 13, 9 und überließ seinem Neffen die Wahl zwischen der fruchtbaren Region und dem kargen Bergland. Abram wendete dabei keinerlei Druck oder psychologische Tricks an, um Lot zu manipulieren. ER ließ ihm freie Wahl.
Lot wählte das bessere Land 1. Mose 13, 10. 11). Er dachte an seine Familie und seine Vieherden und suchte für sich die optimale Lösung. Er tat damit das, was sich bis heute hartnäckig fortsetzt: Großzügigkeit wird meist ausgenutzt.
War Abram nicht ausgesprochen dumm? Nein! Er zeigte eine Möglichkeit auf, wie streitende Menschen einen Ausweg aus einem Kleinkrieg finden und dabei ihr Gesicht wahren können. Er übernahm Verantwortung und ging auch das Risiko ein, Nachteile zu erleiden, weil er wusste, dass eine gewaltsame Auseinandersetzung beide Seiten zu Verlierern machen würde.
Welch eine kluge und weise Konfliktlösung! Sie ist ein tägliches Vorbild für uns. Suchen auch wir stets nach dem besseren Weg!
Adelbert Genzel
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Re: September 2010
Nachtperle - 02.09.2010, 10:46
2. September 2010
Mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten. Jesaja 43, 24b
Das größte aller Menschheitsprobleme ist das Problem der Sünde. Seitdem die ersten Menschen durch ihre Übertretung des Gebotes Gottes die Sündenlawine losgetreten haben, rollt sie unaufhörlich durch die Weltgeschichte. Überall hinterlässt sie Leid, Grauen, Schuld und zuletzt den Tod. Wird das endlos so weitergehen?
Zu unserem Glück nicht! Gott hat eingegriffen und einen Ausweg gefunden. Das hat ihm Arbeit und Mühe gemacht. Im Volk Israel wurde der Ausweg im Dienst am Heiligtum veranschaulicht. Ein Israelit musste ein Tier bringen, ihm die Hände auflegen und in Gegenwart eines Priesters seine Spünden bekennen. Dann wurde das Tier geschlachtet und das Blut vom Priester in das Heiligtum gebracht. Damit wollte Gott zeigen: Durch deine Sünde hast du eigentlich den Tod verdient. Aber in dem jemand an deiner Stelle stirbt, der deine Schuld auf sich nimmt, darfst du am Leben bleiben.
Die Tieropfer waren ein Hinweis auf das wahre Opfer für die Sünden. Ein Passahlamm musste drei Merkmale aufweisen: Es musste ein männliches Tier, einjährig(volljährig) und fehlerfrei (Vollkommen) sein. 2. Mose 12, 5 Genau diese Merkmale erfüllte Jesus. Der ganze Opferdienst war im Grunde ein praktischer Anschauungsunterricht für den göttlichen Erlösungsplan. Gott sandte seinen Sohn als Erlöser und Mittler. Jesus ist das wahre Opferlamm Johannes 1, 29 und das alle Tieropfer im Heiligtum hinwiesen, und er ist der wahre Priester und Mittler bei Gott. Hebräer 8, 1.2.
Manchmal sündigen wir aus Schwachheit oder Versehen, oft aber auch mit Absicht. Das Ergebnis aber ist jedoch das gleiche: Die Beziehung zu Gott wird gestört; die Sünde bewirkt eine Trennung von Gott. Jesaja 59, 2 Daher kann Gott nur die retten, die sich mit Christus verbinden. Jesus kann nur für die eintreten, die ihm ihren „Fall“ durch ihr Sündenbekenntnis übergeben und seinem Blut als Sühnemittel vertrauen. Niemand wird verloren gehen, weil er gesündigt hat, sondern nur deshalb, weil er seine Sünden nicht zu Jesus brachte.
Wenn Jesus wiederkommt, wird er die grauenvolle Sündenlawine endlich stoppen. Dann wird die Sünde, ihr Anstifter Satan und alle, die an ihren Sünden festgehalten haben, ausgerottet. Damit ist das Problem der Sünde für immer gelöst.
Reinhold Paul
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Re: September 2010
Nachtperle - 09.09.2010, 22:21
3. September 2010
[Der Sohn Gottes] kam in seine Welt, aber die Menschen nahmen ihn nicht auf. Die ihn aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden. Johannes 1. 11.12 (Hoffnung für alle)
Vor einigen Jahren war ich mit einem Pastorenkollegen nach Kalifornien geflogen. Wir mussten an mehreren Orten Verhandlungen für eine Gruppenreise führen. Die Termine waren dicht gedrängt, aber mein Kollege hatte noch einen kurzen Abstecher zu Freunden aus seiner kroatischen Heimat geplant. Seine Frau hatte ihm auch ein kleines Geschenk mitgegeben. Wir waren schon spät dran und die Freunde telefonisch nicht zu erreichen. Endlich kam die Telefonverbindung zustande. Nach einer halben Stunde Fahrt waren wir da. Die Freunde über das Wiedersehen war groß. Ich verstand nicht alles, was gesagt wurde. Aber die Herzlichkeit ließ keinen Zweifel daran: Hier freute man sich riesig übereinander. Man mochte sich und hatte sich lange nicht gesehen.
Ich muss an den Besuch eines bedeutenden Mannes denken. Lange war er von seiner Familie getrennt gewesen. Nun kam er nach Hause. Aber die Begegnung verlief ganz anders als erwartet: Keine herzliche Begrüßung, keine große Wiedersehensfeier und bis auf wenige Ausnahmen auch keine Geschenke. Schließlich wollte man ihn sogar wieder loswerden, auf gewaltsame Weise.
Der Sohn Gottes, das „Wort“ der Schöpfer selbst „kam in seine Welt, aber die Menschen nahmen ihn nicht auf“, beschreibt Johannes die Situation. Johannes 1. 1.3.11. (Hoffnung für alle) Schon bei seiner Geburt hatte er keine richtige Bleibe. Und es geschah mehr als einmal, dass er um sein Leben fürchten und fliehen musste. Schließlich wurde er sogar gekreuzigt.
Was man aus menschlicher Sicht als Niederlage bezeichnen würde, war Jesu größter Triumph: Er blieb nicht am Kreuz, sondern stand vom Tod auf und steig in den Himmel auf, wo er heute zur Rechten des Vaters für uns eintritt. (siehe Römer 8, 32-34) Und das alles, damit jeder, der seiner Erlösungstat und seiner Fürsprache vertraut, ein Kind Gottes werden kann, wie Johannes im Andachtstext versicherte.
Mit Jesu, dem Sieger, an meiner Seite werden auch meine Niederlagen in Siege verwandelt. Vor allem: Wir sind für die Ewigkeit gerettet.
Stephan G. Brass
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Re: September 2010
Nachtperle - 09.09.2010, 22:22
4. September 2010
“Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, mit euch das Passahmahl zu essen, bevor ich leiden muss“, sagte [Jesus].
Lukas 22, 15 (Hoffnung für alle)
Jesu Jünger, die sich mit ihm zum Passahmahl versammelten, waren sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Ihr Verhalten war nicht immer so, wie wir uns das von gläubigen Menschen, die Jesus so nahe waren, wünschen würden.
Nach einer unfreundlichen Behandlung wollten die Jünger Jakobus und Johannes einmal Menschen durch Feuer vernichten lassen. Lukas 22, 15 (Hoffnung für alle) Welch eine tiefe Sehnsucht kam hier zum Ausdruck. Das Abendmahl, das Jesus einsetzte, unterstrich dies noch. Paulus nannte es später „die Gemeinschaft des Blutes [und] des Leibes Christi“ 1. Korinther 10, 16.
Mit diesem Bedürfnis möchte Jesus auch heute das Abendmahl mit seinen Nachfolgern feiern, trotz ihrer Fehler und Schwächen. Gerade im Abendmahl zeigt sich Jesus als der, der für unsere Schuld gestorben ist, alles Trennende aufgehoben hat und mit uns „eins“ sein möchte. (Johannes 17, 21)
Jesus kannte seine Jünger genau – ihre verborgene Schuld, ihr Versagen, ihre Machtkämpfe, ihre Unsicherheiten und Zweifel. Er sieht und kennt auch uns mit allen unseren Unzulänglichkeiten und Schwächen, unseren Sünden und unserer Schuld. Im Abendmahl begegnet uns Jesus auf ganz „handgreifliche“ Weise und sichert uns durch das ungesäuerte Brot und den unvergorenen Traubensaft zu, dass er am Kreuz für uns gestorben ist, damit wir Vergebung erlangen können. (Matthäus 26, 26-28)
Jedes Abendmahl ist deshalb ein Hoffnungsmahl, in dem wir uns in einer Gemeinschaft von begnadigten, erlösten und von aller Schuld befreiten Menschen begegnen können.
Gerhard Menn
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Morgens: Psalm 148-150
Abends: 1. Korinther 15, 29-58
Re: September 2010
Nachtperle - 10.09.2010, 00:08
5. September 2010
Jesus aber sagte zu ihnen: „Mein Vater ist ständig am Werk und deshalb bin ich es auch.“ Johannes 5, 17(Gute Nachricht Bibel)
„Gott tritt überraschend zurück“ Die Zeitungsnotiz machte mich stutzig. Sollte das ein Scherz sein? Hatte etwa ein Pfarrer eine ausgefallene Idee, um auf seine Sonntagspredigt aufmerksam zu machen? Handelte es sich um ein neues Bühnenstück in Anspielung auf Samuel Becketts „Warten auf Godot“? Oder wollte der Sänger Karel Gott seine Karriere beenden? Nichts davon. Rolls-Royce-Chef Tony Gott war nach zweijähriger Tätigkeit mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Eine Begründung wurde nicht genannt, doch die hätte mich kaum interessiert, denn ich kannte Tony Gott ja nicht.
Doch plötzlich schoss mir ein seltsamer Gedanke durch den Kopf: Was wäre eigentlich, wenn Gott – Schöpfer des Universums und Erhalter des Lebens – sich eines Tages tatsächlich entschließen würde, von seiner Stellung zurückzutreten? Gewiss, der Gedanke ist völlig hypothetisch und absurd. Und trotzdem - stellen wir uns einmal vor, Gott hätte keine Lust mehr darauf, sich um uns und die Welt zu kümmern. (Verübeln könnten wir es ihm eigentlich nicht, nach allem, was wir ihm angelastet und wie wir ihn behandelt haben.) Was wäre dann mit uns? Zöge er sich zurück, würde die Welt im Handumdrehen ins Chaos sinken. Ohne das Wirken seines Geistes würden wir das Streben nach dem Wahren und Guten eintauschen gegen die ungezügelte Lust am Zerstörerischen und Bösen. Ohne die ständige Fürsorge unseres Vaters im Himmel könnten wir nicht einmal leben.
Im Allgemeinen machen wir uns wenig Gedanken darüber, was die Welt äußerlich in Gang und im Innern zusammenhält. Was uns selbstverständlich erscheint, weil wir es täglich sehen und erleben, löst kaum tiefe Gedanken oder Gefühle bei uns aus. Dabei ist es alles andere als selbstverständlich, dass Regen fällt, die Sonne scheint, dass wir atmen und leben. All das verdanken wir dem unaufhörlichen Wirken Gottes für unsere Welt – seine Schöpfung. Wie sagte doch Jesus: „Mein Vater ist ständig am Werk und deshalb in ich es auch.“.
Weil Gott heute für uns da ist und liebevoll für uns sorgt, will auch ich mich an diesem Tag um andere kümmern und mich fürsorglich für meine Welt einsetzen. So kann ich Gott ehren, meine Dankbarkeit zeigen und gleichzeitig für meine Mitmenschen zum Segen werden.
Rolf J. Pöhler
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Morgens: Psalm Sprüche 1-2
Abends: 1. Korinther 16
Re: September 2010
Nachtperle - 10.09.2010, 00:08
6. September 2010
Die Gnade des Herrn Jesus sei mit euch allen! Offenbarung 22,21
Dies ist der letzte Vers in der Bibel. Geschrieben hat ihn die auf der Felseninsel Patmos verbannte Apostel Johannes. Darin fasst er in dem einen Wort „Gnade“ alle seine Wünsche zusammen, die ihm im Blick auf seine fernen Gemeinden und alle Christen so sehr am herzen liegen. Kein Mensch geht über unsere gefallene Erde, der sein Leben mit Gott selbst wieder in Ordnung bringen kann. Wir alle sind durch die Sünde bis in die Gene hinein verdorben worden und können uns nicht am eigenen Schopf aus dem verderben ziehen. Allein durch die Gnade Gottes, die er uns durch seinen Sohn Jesus Christus zugedacht hat, erhalten wir die Chance, zu Gott und damit zum ursprünglich vorgesehenen Leben zurückzufinden. Aber was ist Gnade?
Gnade ist Gottes freie, liebevolle Zuwendung, ein unverdientes Geschenk von Gott. Gnade ist wie die Befreiung von terroristischen Kidnappern, sie ist wie ein unerwarteter Freispruch für einen zum Tode Verurteilten. Ja, sie ist das, was uns am meisten fehlt und was wir am dringernsten brauchen. Sie ist das beste, was uns passieren kann, besser als ein Sechser im Lotto oder jeder geknackte Jackpot. Aber die Gnade gehört uns erst dann, wenn wir sie angenommen haben. Durch Gottes Gnade sind dann alle unsere Sünden und Verfehlungen ausgelöscht. Was aber dann? Dürfen wir uns als Begnadete darüber freuen und weiterleben wie bisher?
Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer unterscheidet zwischen billiger und teurer Gnade. Er schreibt: “Billige Gnade ist Gnade als Schleuderware, nachgeworfene Vergebung, mit leichtfertigen Händen ausgeteilt ohne Preis und Kosten.“
Stellen wir uns einen Todeskandidaten vor, der begnadigt wird. Darf er nun aus der Begnadigung schließen, seine Verbrechen seien halb zu schlimm und er könne nach bisherigen Mustern weiterleben? Nein, Gottes Wort kennt keine billige Gnade, weil Gottes Gnade teuer ist. Sie hat das Liebste und Teuerste – seinen Sohn – gekostet: einen unüberbietbaren Preis!
Was aber Gott teuer war, darf uns nicht billig sein! Der Psalmbeter fragt: „Wie soll ich dem Herrn vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?“ (Psalm 116,12) Vergelten können wir es ihm niemals, aber wir können ihn von Herzen dankbar sein und ihn mit aller Kraft lieben.
Gnädiger Gott, mit solch teurer Gnade regier auch heute unser Leben!
Reinhold Paul
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Morgens: Sprüche 3-5
Abends: 2. Korinther 1
Re: September 2010
Nachtperle - 10.09.2010, 00:09
7. September 2010
Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht. Galater 5,22
"Die Frucht aber des Geistes ist....Freude...." Friedrich von Hardenberg, als Dichter unter dem Namen Novalis bekannt, kümmerte sich als junger Mensch wenig um die Ewigkeit. Da erkarnte er an Lungentuberkulose. In dieser Zeit starb auch noch seine Braut. Durch diese Trübsal fand er den Weg zu Gott. Von da an klang durch alle Lieder des dem Tode geweihten, jugendlichen Dichters, der Ton der Freude am Herrn. Als er alle seine irdischen Hoffnungen dahin sinken sah, verfasste er ein sehr bekanntes Lied, an dem sich seitdem unzählige Christen aufgerichtet haben. "Wenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe, seine Treue nie vergisst: Weiß Ich nichts vom Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude." (WLG 289)
Diese Freude ist ein Geschenk des Heiligen Geistes. Die beiden ersten Europamissionare, Paulus und Silas, haben mit blutig gepeitschtem Rücken im Gefängnis von Philippi gesungen. Sie erlebten, wie sich Leid in ein Lied verwandeln kann. Es gibt eine Freude, die einfach völlig unlogisch ist. Paulus schrieb aus dem Gefängnis an die Christen in Philippi: "Was auch immer geschehen mag.... Freut euch, weil ihr zu Christus gehört. Ich werde nicht müde, euch das immer und immer wieder zu sagen." Philipper 3,1 (Hoffnung für Alle) Der Apostel spricht von der Freude, die bereits in den Gebeten des Psalmisten immer wieder bezeugt wird: "Doch alle, die dir vertrauen, werden sich freuen und dich loben, denn bei dir ist sie geborgen. Wer dich liebt, wird jubeln vor Freude." Psalm 5,12 (Hoffnung für Alle)
Wer den Heiligen Geist empfangen hat, der ist von Gott gesalbt mit dem Öl der Freude. Jesus möchte seine Freude in unser Herz legen. Bevor er gen Himmel fuhr sagte er zu seinen Jüngern: "Ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll sich in Freude verwandeln. Johannes 16,20 (Hoffnung für Alle) Wo der Heilige Geist wirkt, da ist Freude. Der Missionar Stanley Jones schrieb: "Ein Christ besitzt auf einem Quadratzentimeter mehr Freude als einer, der kein Christ ist, auf seinem Quadratkilometer."
In diesem Sinne wünsche ich uns allen diese tiefe, unerschütterliche Freude, die uns hält und trägt.
Helmut Mayer
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Morgens: Sprüche 6-7
Abends: 2. Korinther 2
Re: September 2010
Nachtperle - 10.09.2010, 00:10
8. Septembr 2010
Liebe Brüder, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person. Denn wenn in eure Versammlung ein Mann käme mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung, es käme aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung und ihr sähet auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprächet zu ihm: Setze du dich hierher auf den guten Platz! Und sprächet zu dem Armen: Stell du dich dorthin! Oder: Setze dich unten zu meinen Füßen!, ist’s recht, dass ihr solche Unterschiede bei euch macht und urteilt mit bösen Gedanken? Jakobus 2, 1-4
Wem Kirchen und Kathedralen einen Besuch wert sind, dem ist sicher nicht entgangen, dass früher Adelige und wohlhabende Kaufleute ihren festen Sitzplatz in der Kirche hatten. Oft mit Namen versehen, waren diese Stühle in den vorderen Reihen oder im Chorgestühl platziert, sodass man von dort aus nicht nur ungestört den Gottesdienst verfolgen, sondern sich auch dem Volk zeigen konnte. „Sehen und gesehen werden“, lautete wohl schon damals für machen die Devise. Und diese Leute wurden geehrt, weil die Kirchen häufig auf deren finanzielle Zuwendung angewiesen waren, um ihre Gotteshäuser zu bauen oder auszuschmücken.
Der Andachtstext von Jakobus zeigt, dass bereits im 1. Jahrhundert Christen in der Gefahr standen, andere Menschen je nach Bildung, Einfluss oder finanziellem Status unterschiedlich zu behandeln. Zwar schrieb Paulus: „Wem Ehre zusteht, dem erweist Ehre“ Römer 13, 7 (Gute Nachricht Bibel), aber Jakobus betonte, dass dies nicht mit einer Zurücksetzung anderer verbunden sein sollte.
Könnte es sein, dass die Botschaft des Jakobus den Menschen, die uns unser Engagement für sie nie zurückgeben können? Achten und stärken wir auch ihre Würde? Wie gehen wir mit Menschen um, bei denen für uns persönlich nichts herausspringt oder auf die wir nicht angewiesen sind?
Wer hat das Sagen in der Gemeinde? Steht der Einfluss eines Gemeindeglieds im Zusammenhang mit seinem Reichtum, seinen Spenden oder seinen sozialen Verhältnissen?
Herr, prüfe mich und zeige du mir, wo ich Menschen mit unterschiedlichen Maßstäben behandle.
Christian Frei
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Morgens:Sprüche 8-9
Abends: 2. Korinther 3
Re: September 2010
Nachtperle - 10.09.2010, 00:10
9. September 2010
Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir fehlen Psalm 23, 1 (Hoffnung für alle)
Wenn ich meine Termine und Pläne für die nächsten Tage und Wochen festlege, erlebe ich hinterher häufig, wie vorläufig diese Planungen waren. Schon ein verpasster ICE oder eine Erkrankung kann alles verändern. Warum muss mir das gerade jetzt passieren? frage ich mich dann.
Der Wunsch, die Hintergründe des menschlichen Erlebens zu ergründen, ist uralt. In der Antike gab es Orakel, die auf die fragen nach der Zukunft durch Zeichen antworteten. Heute sehen immer mehr Menschen in Horoskopen nach oder gehen zu Wahrsagern, um zu erfahren, womit sie zu rechnen haben. Hinter diesen fragen steckt meist der verständliche Wunsch nach Sicherheit.
„Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir fehlen.“ Dieser Psalmtext Davids bringt durch das Beispiel des Hirten die Zuversicht und das Vertrauen in Gott zum Ausdruck. Sehr anschaulich fuhr David fort: „Er weidet mich auf saftigen Wiesen und führt mich zu frischen Quellen. Er gibt mir neue Kraft. Er leitet mich auf sicheren Wegen, weil er der gute Hirte ist. Und geht es auch durch dunkle Täler, fürchte ich mich nicht, denn du Herr bist bei mir. Du beschützt mich mit deinem Hirtenstab. Deine Güte und Liebe werden mich begleite mein Leben lang; in deinem Haus darf ich für immer bleiben.“ Psalm 23, 2-4
Vom leiblichen und geistlichen Wohlergehen über den Beistand und Schutz Gottes bis hin zu der Verheißung, dass mein Leben eine ewige Zukunft haben wird – all das ist in diesem Psalm enthalten. Der Hirte, von dem David spricht, ist letzten Endes Jesus Christus, durch dessen Fürsorge und Opfer die Liebe Gottes zu uns Menschen konkret wurde. Er ist „das Brot des Lebens“ und gibt uns „lebendiges Wasser“ Johannes 6, 35; 4, 10.14. Er ist immer bei uns Matthäus 28, 20 und hat als der „gute Hirte“ sein Leben für die Schafe gelassen, damit er ihnen Vergebung und das ewige Leben geben kann. Johannes 10, 11. 27
Wenn ich einen Blick in meine Zukunft brauche, wenn ich mich unsicher fühle und nicht so recht weiß, wie es weitergehen soll, greife ich zur Bibel und lese Psalm 23. Die Worte tun mir gut, trösten mich, geben mir Kraft und Mut und sind mir in vielen Bereichen eine große Hilfe – auch wenn ich damit nicht immer die Hintergründe meines Erlebens verstehen kann.
Beate Strobel
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Morgens: Sprüche 10-12
Abends: 2. Korinther 4
Re: September 2010
Nachtperle - 10.09.2010, 00:11
10. September 2010
Hochnäsig behaupten sie: „Gott? Den gibt es doch gar nicht! Was soll er uns denn heimzahlen?“ – Was für ein Trugschluss! Psalm 10, 4 (Hoffnung für alle)
„Ich glaube nur, was ich sehe“ ist ein Leitsatz vieler Menschen, die nicht an Gott glauben. Diese gab es zu allen Zeiten, wie der Andachtstext zeigt. Seit der Aufklärung bekam der Unglaube durch den Fortschritt der Naturwissenschaften ein Fundament. Die Gottgläubigkeit, die bis dahin weitgehend selbstverständlich war, wurde in der westlichen Welt mehr und mehr durch die Wissenschaftsgläubigkeit ersetzt. Durch wissenschaftliche Erklärungen für Naturphänomene wurde Gott überflüssig. Gott kann man nicht sehen, nicht messen und nicht im Labor nachweisen – folglich sei Gott nicht existent. So denken viele. Dabei übersehen sie, dass durch die Methoden der Physik, Biologie und Geologie nur das nachweisbar ist, was mit Untersuchungsverfahren erfassbar ist. Die Wissenschaften zeigen uns nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit und viele denken, dass sei die ganze Wirklichkeit.
Seit einigen Jahren gibt es in der Hirnforschung Untersuchungen über die frage, ob das Gehirn eine transzendente oder religiöse Erfahrung ermöglicht. Es stimmt. Wir könnten nicht glauben und keine höhere Wirklichkeit wahrnehmen, wenn unser Gehirn diese Möglichkeit nicht bieten würde. Denn Gott findet einen Weg zu uns. Einige Wissenschaftler sind zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen: „Wir können die tatsächliche Existent des Absoluten [zwar] nicht objektiv beweisen, doch unser Verständnis des Gehirns und der Art und Weise, wie es für uns beurteilt, was real ist, spricht eindeutig dafür, dass die Existenz einer absoluten höheren Realität oder Kraft zumindest genauso rational möglich ist, wie die Existenz einer rein materiellen Welt.“ (A. Newberg u. a.. Der gedachte Gott, München 2003, Seite 211)
Damit stünde der Glaube an Gott auf einer wissenschaftlichen Grundlage. Die Wirklichkeit ist in jedem fall größer als die Naturwissenschaft uns glauben machen möchte. Gläubige sind keine Exoten, die wider besseres Wissen an Gott glauben. Gott hat den Menschen mit der Fähigkeit zu glauben geschaffen. Die Hochnäsigkeit und Arroganz der Menschen, die sagen: „Es gibt keinen Gott“, hat damit hoffentlich bald ein Ende
Roland Nickel
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Morgens: Sprüche 13-15
Abends: 2. Korinther 5
Re: September 2010
Nachtperle - 16.09.2010, 12:04
11. September 2010
‚Vater’, sagte der Sohn, ‚ich bin vor Gott und vor dir schuldig geworden, ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu sein!’ Aber der Vater rief seinen Dienern zu: ‚Schnell, holt die besten Kleider für ihn, steckt ihm einen Ring an den Finger und bringt ihm Schuhe! Holt das Mastkalb und schlachtet es! Wir wollen ein Fest feiern und uns freuen! Denn mein Sohn hier war tot, jetzt lebt er wieder. Er war verloren, jetzt ist er wiedergefunden.’ Und sie begannen zu feiern. Lukas 15, 21-24(Gute Nachricht Bibel)
Die Erzählung Jesu vom verlorenen Sohn gehört wohl zu den bekanntesten Gleichnissen. Sie bleibt für mich eine unbegreifliche Geschichte. Da ist dieser Sohn durch das Elend in der Fremde zur Vernunft gekommen. Er bietet dem Vater sogar an, als Tagelöhner zu arbeiten, um die verschwendeten Güter wieder zu erarbeiten. Und der Vater? Er gibt ihm dazu keine Möglichkeit, sondern setzt ihn sofort wieder voll als Sohn ein – mit allen Rechten und Ehrenzeichen. Wäre es nicht angebracht zu sagen, er sollte sich erst einmal bewähren?
Wir erfahren hier etwas von der Bedingungslosigkeit der Liebe. Gott stellt keine Bedingungen für seine wahre Liebe. Wir müssen uns nicht erst als tüchtig oder geeignet erweisen. Selbst, wenn wir meinen: „Ich bin es nicht wert!“, sagt er: „Du bist ein Kind Gottes, nicht, weil du alles richtig machst oder so gut bist, sondern weil ich dein Vater bin.“
Was wäre den geschehen, wenn der Vater auf das Angebot des Sohnes eingegangen wäre? Zuerst hätte der Sohn das Angebot dankbar angenommen, denn schließlich war er in einer Notlage. Nach einiger Zeit hätte er sich aber gefragt: Habe ich nicht schon genug getan? Sein Verhältnis zum Vater wäre zu einem Verhältnis von Leistung und Gegenleistung geworden. Es wäre eine Beziehung, die auf Bedingungen beruht, die beide Partner zu erfüllen haben. Wo Erwartungen und Berechnung ein Verhältnis bestimmen, ist Enttäuschung vorprogrammiert. Da ist die Liebe bald am Ende.
Zur bedingungslosen Liebe gehört auch, dass ein Kind Gottes seinem himmlischen Vater bedingungslos vertraut. Wer Gott nur braucht, weil der ihm seine Wünsche erfüllen soll, wird enttäuscht werden. Wir dürfen ihm aber bedingungslos vertrauen, selbst wenn wir nicht begreifen, was wir gerade erleben. Denn Gottes Absicht ist klar: Er wird mit uns feiern und fröhlich sein!
Lothar Wilhelm
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Morgens: Psalm Sprüche 16-18
Abends: 2. Korinther 6
Re: September 2010
Nachtperle - 16.09.2010, 12:05
12. September 2010
Und so, liebe Brüder und Schwestern, können wir jetzt durch das Blut, das Jesus Christus am Kreuz für uns vergossen hat, frei und ungehindert in Gottes Heiligtum eintreten. Hebräer 10,19 (Hoffnung für alle)
Es ist schon vorgekommen, dass jemand, sogar unbeabsichtigt, ein Sperrgebiet betreten hat und dafür bestraft wurde. Auch die Israeliten zur Zeit des Alten Testaments durften nicht in das Heiligtum, einem Teil der Stiftshütte. Die Priester verrichteten ihren Dienst im Heiligen (2. Mose 28,43) der Hohepriester ging nur einmal im Jahr am großen Versöhnungstag, in das Allerheiligste (3. Mose16)
Seit Jesus, das wahre Opferlamm, für unseres Sünden gestorben ist, gibt es für uns keine Sperrbezirke mehr. Der Weg zu Gott ist unmittelbar möglich. Wenn wir zu ihm im Gebet kommen, haben wir freien Zutritt zum himmlischen Allerheiligsten, dem Ort der Versöhnung. Dieses ungeheure Vorrecht sollte sich jeder Gläubige immer wieder klarmachen. "Christus hat sein Leben geopfert und damit den Vorhang niedergerissen, der uns von Gott trennte. so hat er uns einen neuen Weg gebahnt, der zum Leben führt." Hebräer 10,20 (Hoffnung für alle)
Trotzdem sollten wird bedenken, dass wir uns, wenn wir beten, vor dem heiligen Gott befinden und nicht respektlos in sein Heiligtum hineinpoltern. Ich glaube, deshalb sagt Jesus: ".....klopfet an, so wird euch aufgetan." Matthäus 7,7 Glücklicherweise lässt uns der Herr nicht lange warten, bis er sein "Herein" spricht. Er hat nicht nur für jede Sache ein offenes Ohr, er nimmt auch unser Lob und unseren Dank gerne an.
Und falls er uns nicht sofort auf all unsere Fragen eine Antwort gibt, liegt es nicht daran, dass er uns unnötig "zappeln lassen" will. Er hat neben der Verheißung auf Erhörung der ihm wohlgefälligen Anliegen immer darauf Acht, dass unser Vertrauen zu ihm gefestigt wird, weil wir in unserem Wesen und Charakter reifer und stärker werden sollen.
Jesus, Hoherpriester, höre du mein Rufen!
Gnade suchend knie ich vor des Altars Stufen.
Jesus, Hoherpriester, tilge meine Sünde;
wirk, dass ich geheiligt dein Vergeben künde!
Josef Butscher
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Morgens: Sprüche 19-21
Abends: 2. Korinther 7
Re: September 2010
Nachtperle - 16.09.2010, 12:06
13. September 2010
Und Jesus kam in das Haus des Petrus und sah, dass dessen Schwiegermutter zu Bett lag und hatte das Fieber. Da ergriff er ihre Hand und das Fieber verließ sie. Und sie stand auf und diente ihm. Matthäus 8, 14-15
Fast jede Mutter wünscht sich im Bedarfsfall einen Schwiegersohn. Es klappt aber nicht immer, dass Schwiegermütter dadurch glücklich werden. Liebe Mütter, Hand aufs Herz: Wäre Petrus euer Wunschkandidat gewesen? Der Mann war impulsiv und wortgewandt. Nicht immer hielt er, was er im Überschwang der Begeisterung versprochen hatte. Er war ein Mann mit Ecken und Kanten. Seine Schwiegermutter war wohl klug genug, sich zurückzunehmen, um Dauerstress zu vermeiden. Laut biblischem Bericht wohnte sie nicht 30 Kilometer entfernt, nicht einmal drei. Sie lebte mit ihrem Schwiegersohn unter einem Dach.
Aber das war noch nicht alles. Eines Tages wurde sie Zeugin, wie der Mann ihrer Tochter religiös "überschnappte". Er gab seine Arbeit auf und schloss sich einem Wanderprediger an. Über diesen Jesus kursierten eine Menge Gerüchte, doch Genaues konnte keiner sagen. Vielleicht dachte sie: "Das hat meine Tochter nicht verdient." Es lag nahe zu fragen: "Wer sorgt in Zukunft für den Unterhalt?" Nachbarn und Verwandte schüttelten über so viel Unvernunft eines verheirateten Mannes den Kopf.
Manche von uns haben mit ihren erwachsenen Kindern und Schwiegerkindern schon Ähnliches erlebt. Sie verlassen die Gemeinde, um sich einer anderen Kirche anzuschließen, deren Theologie und Frömmigkeitsstil wir nicht teilen. Manche verabschieden sich sogar ganz vom Glauben. Traurig fragen wir dann: "Was haben wir falsch gemacht?"
Dann ist auf beiden Seiten Rücksichtnahme und Taktgefühl vonnöten, um mit einer solchen Situation richtig umzugehen. Unterschiedliche Standpunkte in religiösen Fragen können Spannungen erzeugen, die verwandtschaftliche Bindungen schwer belasten. Es zeugt von Reife, wenn beide Seiten alles tun, damit die Beziehungen nicht zerbrechen. Dabei wird uns die Hinwendung zu Jesus eine große Hilfe sein. Das obige Beispiel zeigt, wie seine Liebe und Zuwendung für ein Klima gegenseitiger Annahme sorgte.
Wilfried Krause
Bibelleseprogramm:
Morgens: Sprüche 22-24
Abends: 2. Korinther 8
Re: September 2010
Nachtperle - 16.09.2010, 12:06
14. Septembr 2010
Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und durch ihn kommt niemand zu Fall. 1. Johannes 2,10
Ein alter Rabbi, so wird erzählt, will von seinem Schülern wissen, wie man den Zeitpunkt bestimmt, an dem die Nacht endet und der Tag beginnt. "Ist es dann". fragt einer der Schüler, "wenn man von weitem einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?" "Nein", antwortet der Rabbi. "Ist es dann, wenn man von weitem einen Dattelbaum von einem Feigenbaum unterscheiden kann?" fragt ein anderer. "Nein", sagt der Rabbi. "Aber wann ist es dann?" fragen die Schüler. " Es ist dann", sagt der Rabbi, wenn du in das Gesicht eines Menschen siehst und darin deine Schwester oder deinen Bruder entdeckst. Dann beginnt der Tag."
Ein tiefgründiges Wort, denn dem Rabbi geht es hier nicht um das flüchtige Betrachten irgendwelcher Leute, sondern um die innere Begegnung von Mensch zu Mensch.
"Tag" und "Nacht" sind Bildworte für ein geöffnetes und ein verschlossenes Leben. Wenn hier von "Bruder" und "Mitmensch" die Rede ist, denke ich an das Gleichnis Jesu vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, 30-37) Derjenige, der meine Hilfe braucht, ist mein Nächster, ist meine Schwester, mein Bruder.
Vielleicht sind heute weniger die großen Hilfsaktionen im Stil des barmherzigen Samariters nötig, aber wir alle brauchen Wärme, Verständnis und Mitmenschlichkeit. Ein freundlicher Blick, ein Lächeln, ein gutes Wort sind kleine Gesten und Aufmerksamkeiten, die unseren Mitmenschen oft eine große Hilfe sein können, denn Einsamkeit und Unverständnis tun machmal mehr weh als körperliche Schmerzen.
Achten wir einmal bewusst darauf, wo sich Gelegenheiten bieten, uns dem Mitmenschen zu öffnen, auf ihn zu zugehen, mit ihm zu reden. Wenn wir dann in das Gesicht des Bruders oder der Schwester blicken, werden wir merken, dass es Tag geworden ist. Ein neuer heller Tag, nicht nur bei unserem Gegenüber, sondern auch bei uns.
Roland E. Fischer
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Morgens:Sprüche 25-26
Abends: 2. Korinther 9
Re: September 2010
Nachtperle - 16.09.2010, 12:07
15. September 2010
Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen. Lukas 6, 21
Als Pastor hatte ich in der Seelsorge mehr mit weinenden als mit lachenden Menschen zu tun. Wie befreiend war oftmals die Erfahrung, wenn sich das Schicksal zum Guten gewendet hatte und der Gesprächspartner wieder lachen konnte.
Weinen und Lachen – beides gehört zum Leben – auch zu einem Leben mit Gott. Gemäß der oben zitierten Aussage nennt Jesus diejenigen glückselig, die nach dem Weinen wieder lachen können. Die Übersetzung Neues Leben drückt es so aus: „Gott segnet euch, die ihr jetzt weint, denn die Zeit wird kommen, in der ihr vor Freude lachen werdet.“ Lukas 6, 21 (Neues Leben)
Es gibt eine Legende von einem Iren, der beim Endgericht vor den himmlischen Richterstuhl treten musste. Ganz hinten stellt sich der Mann in die Reihe der Wartenden, denn ihm war ganz beklommen ums Herz. Die Bilanz seines Lebens erweis sich als ziemlich dürftig. Er hörte genau zu, als Christus zu einem Sagte: „Als ich Hunger hatte, gabst du mir zu essen. Gut so! Geh ins Paradies!“ Beim nächsten schaute er die Liste durch: „Ich hatte Durst, du hast mir zu trinken gegeben. Auch du darfst ins Paradies.“ Zum Dritten sagte er: „Ich war im Gefängnis, und du hast mich besucht. Komm ins Paradies.“ So ging es mit allen Nachfolgenden weiter.
Bei jedem, der ins Paradies gesandt wurde, prüfte sich der Ire und bekam immer mehr Angst. Von all dem hatte er nichts getan – weder Gefangene befreit, noch Nackte bekleidet. Dann kam er an die Reihe. Voller Angst schaute er auf Christus, der die Liste durchsah. Da hob der Herr die Augen und sagte zu ihm: Viel steh da von dir nicht notiert. Aber etwas hast auch du getan: Ich war traurig und niedergeschlagen, und du bist gekommen, um mich zu trösten, mich zum Lachen zu bringen und mir wieder Mut zu machen. Geh ins Paradies!“ (Quelle unbekannt; vergleiche Matthäus 25, 34-36)
Es sind nicht die billigen Witze, die unser Leben bereichern. Doch wer das Leben beobachtet, findet Spaßiges und Humorvolles, sowohl in der Natur als auch unter Menschen – selbst in der Bibel.
Möge Gott uns einen gesunden wohlwollenden Humor schenken und erhalten, mit dem wir Traurige zum Lachen bringen können.
Wilfried Meier
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Morgens: Sprüche 27-29
Abends: 2. Korinther 10
Re: September 2010
Nachtperle - 16.09.2010, 12:08
16. September 2010
Aber Jesus sagte: „Lasst sie in Ruhe! Warum kränkt ihr sie? Sie hat etwas Gutes für mich getan. Markus 14, 6 (Hoffnung für alle)
Stell dir vor, du wirst zu einem großartigen Festbankett eingeladen. Der Gastgeber will dir eine Freude machen und gibt 10 000 Euro dafür aus und nach weinigen Stunden ist alles vorbei. Verschwendung! Oder einer kauft für 40 000 Euro ein neues Auto, weil er seinen Eltern eine Freude machen möchte. Er unternimmt mit ihnen eine Spritztour und bringt den Wagen anschließend zum Schrottplatz. Verschwendung!
Da kommt eine Frau zu Jesus, salbt sein Haupt mit einem teuren Nardeöl – und kurze Zeit später ist der Duft verflogen. Verschwendung! Einige der Anwesenden beschweren sich über diese Vergeudung (Markus 14, 4.5) und machten der Frau heftige Vorwürfe. Zu Recht? Wie viel Gutes hätte man mit diesem Geld, dass die Frau für das Salböl ausgegeben hatte, tun können! Wie viele Armen hätte damit geholfen werden können! Auch für Jesus hätte diese Frau das Geld sinnvoller verwenden können.
Doch Jesus tadelte diese Frau nicht, im Gegenteil – er lobte sie: „Sie hat ein gutes Werk an mir getan“ Markus 14, 6 – ohne Berechnung und Hintergedanken. Sie hat nicht überlegt: Ist es das wert? Oder gar: Ist er das wert? Nein, aus Dankbarkeit und Liebe zu Jesus heraus hat sie etwas getan, weil es für sie gut war – eine Tat, der „absichtslosen Güte“, wie es der katholische Theologe Eugen Drewermann nannte.
Eine Handlung aus Liebe und Güte heraus fragt nicht nach Effektivität, Kosten-Nutzen-Verhältnis und Rentabilität. Deshalb erinnert Jesus daran: „Ihr habt allezeit Arme bei euch.“ Markus 14,7a Bei Spenden und Hilfeleistungen wird eine Wirkung erzielt: Die Not der Betroffenen wird gelindert. Der Frau, die Jesus in unserem Andachtext in Schutz nahm, ging es um einen Liebesdienst. Es ging nich tin erster Linie um die Folgen, sondern um den Beweggrund.
Einem anderen einfach etwas Gutes tun, nicht aus Berechnung, auch nicht, um einen Nutzen für sich zu erzielen, sondern aus absichtsloser Güte heraus – das sollten auch wir immer wieder praktizieren. Wenn wir dadurch anderen Menschen Gottes Liebe zeigen, werden wir womöglich ähnlich in ihrer Erinnerung bleiben, wie es Jesus damals über die Frau sagte: „Überall in der Welt, wo Gottes rettende Botschaft verkündet wird, da wird man auch von dieser Frau sprechen und von dem, was sie getan hat!“ Markus 14, 9 (Hoffnung für alle)
Roland E. Fischer
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Morgens: Sprüche 30-31
Abends: 2. Korinther 11, 1-15
Re: September 2010
Nachtperle - 17.09.2010, 01:15
17. September 2010
Weil sie Gott vertrauten, konnte er Großes durch sie tun. Hebräer 11, 33a (Hoffnung für alle)
Der Australienflieger Hans Bertram berichtete in seinem Buch Flug in die Hölle von einer Notlandung an der australischen Küste: „Mit dem Hirn und Willen wollten wir uns herausbeißen – und sind nun heute Nacht in einer schwierigeren Lage als je zuvor! Sechzehn Tage sind wir verschollen und haben keine Nahrung gefunden, kein Wasser. Unsere Kraft ist zu Ende. Wie sollen wir den Weg zur Rettung finden? ... Und dann finde ich den Weg, den einzigen Weg: Ich bete! ... In dieser Stunde erkenne ich die einfachste Wahrheit des Lebens, die Wahrheit, die wir Menschen solange vergeblich suchen, bis sie wie ein von den Augen fallender Schleier sich offenbart. Und diese Wahrheit ist – und ich rufe sie laut in alle Welt: Du Mensch brauchst im Leben zwei Dinge. Du brauchst einen Willen und einen Glauben! Selbst der eisernste Wille zerbricht eines Tages, wenn du nicht glaubst.“
Im elften Kapitel des Hebräerbriefes, dem der heutige Andachtstext entnommen ist, wird berichtet, wie der Glaube Menschen in unterschiedlichsten Situationen zu außergewöhnlichen Taten befähigte. Es werden uns Männer und Frauen des Glaubens vorgestellt, die durch ihr Vertrauen zu Gott die Herausforderungen des Leben siegreich meisterten, Großes mit ihm erlebten. Es lohnt sich, dieses Kapitel ganz zu lesen und von ihren Glaubenstaten zu erfahren.
Unzählige Bücher sind geschrieben worden und könnten geschrieben werden, in denen berichtet wird, was Gott heutzutage für und durch Menschen tut, die ihr Vertrauen auf ihn gesetzt haben. Ich habe viele Menschen kennen gelernt, die durch das Studium der Bibel zu einem festen Glauben an Jesus Christus gefunden haben, der ihnen die Kraft gibt, auch in schwierigen Lagen und dunklen Stunden nicht zu verzweifeln, sondern mutig und getrost ihren Weg zu gehen.
Der Prophet Habakuk schrieb: „Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.“ Habakuk 2, 4b Nicht nur am Anfang des Weges mit Christus ist Glauben erforderlich, sondern jeden Tag. Auch heute sollten wir uns neu entscheiden, Gott unser Leben anzuvertrauen, aus dem Glauben zu leben und ihn durch sein Wort stärken zu lassen.
Helmut Mayer
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Morgens: Prediger 1-3
Abends: 2. Korinther 11, 16-33
Re: September 2010
Nachtperle - 23.09.2010, 00:01
18. September 2010
Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen ... Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Matthäus 24, 11.13
Statt ohne Gott war der Titel eines Bestsellers des Theologen H. Cox aus den 1960er-Jahren. Der Autor behauptete, Kirche und Theologie müssten vor allem dem „sozialen Wandel“ verpflichtet sein. Die christliche Lehre sei „vergangenheitsorientiert“, sollte aber als „ Theologie der Revolution“ gegenwartsnah werden. Gott müsse zum „politischen Gott“ werden, er komme in den „Ereignissen des sozialen Wandels“ auf uns zu. Im sozialen Einsatz für die säkularisierte und anonymisierte Stadt könne so das Reich Gottes anbrechen.
Ganz neu waren und sind solche Gedanken nicht. Positiv an ihnen ist der Ruf zur christlichen Praxis, die immer wieder zu Hilfe am kranken, unterdrückten und benachteiligten Menschen drängt. Fraglich hingegen ist, ob die Umprägung des „Evangeliums vom (kommenden) Reich“ zu einer „Theologie der (gegenwärtigen) Revolution“ überhaupt noch christlich genannt werden kann. Der Appell zur „Selbstbefreiung“ erscheint doch vor dem Hintergrund der Rechtfertigungslehre von Paulus wie eine neue Leistungsreligion, mit der der Mensch durch sein Tun das Reich Gottes auf Erden verwirklichen will. So erscheint das Ganze wie deine Utopie, in der dem Sünder zugetraut wird, was nur der kommende Christus vermag.
Diese Umdeutung des kommenden Reiches Christi in ein gegenwärtiges Ringen um soziale Gerechtigkeit ist eine der großen Verirrungen unserer Zeit. Falsch ist die Erwartung, die totale Umwandlung der Verhältnisse könnte von Menschen verwirklicht werden. Darauf zu hoffen, ist Selbstbetrug. Nach dem Evangelium geschieht das Einzige und allein durch den, „der ein zweites Mal erscheinen wird“ (Hebräer 9, 28)
Aus dieser und keiner anderen Hoffnung erwächst unsere Freude: Die Befreiung durch Christus als Erlösung in unerlöster Welt ist längst schon geschehen. Johannes 8, 36 und harrt nur noch ihrer endgültigen Verwirklichung als Erlösung der ganzen Welt. Je mehr wir uns dies bewusst machen, desto mehr festigen wir unsere Identität als bekennende Christen und desto klarer zeichnet sich unser Auftrag ab: Der Welt die Botschaft zu sagen, die sie sich selbst nicht sagen kann!
Hans Heinz
Bibelleseprogramm:
Morgens: Prediger 4-6
Abends: 2. Korinther 12
Re: September 2010
Nachtperle - 23.09.2010, 00:03
19. September 2010
Was für ein Trugschluss! Ist denn ein Klumpen Ton dem Töpfer ebenbürtig, der ihn bearbeitet? Behauptet ein Kunstwerk von seinem Künstler, er habe es nicht gemacht? Oder sagt ein Tonkrug über den Töpfer: „Er hat keine Ahnung!“? Jesaja 29, 16 (Hoffnung für alle)
Ein interessanter Dialog ist das, was sich nach der Argumentation des Propheten Jesaja in der Töpferwerkstatt abspielte! Der Tonkrug zog seinen Töpfer zur Rechenschaft bzw. meinte, besser im Bilde zu sein als derjenige, der ihn geschaffen hatte.
Ich bewundere Gott dafür, dass er so viel „Frechheit“ seitens des Menschen duldet. Ich bewundere ihn dafür, dass er nicht diese aufmüpfigen Geschöpfe aufgibt und in die Mülltonne wirft. „Diese Geschöpfe“? Ich gehöre dazu! Er nimmt mich, wenn ich missraten bin, wieder in seine Schule auf (legt mich erneut auf seine „Töpferscheibe“) und versucht es noch einmal, immer wieder, bis ich lerne, ich, seinem Handeln und seiner Führung in meinem Leben zu vertrauen. (vergleiche Jeremia 18, 1-4)
Ein Bereich, in dem es selbst Christen schwer fällt, das Handeln (oder Nicht-Handeln) Gottes in der Welt und in ihrem Leben zu akzeptieren, ist das Leid. Ein Extrembeispiel lieferte der Ex-Senator Ernie Chambers aus Nebraska, der vor drei Jahren eine Strafanzeige gegen Gott einreichte: Dieser habe ihm und den Bewohnern Nebraskas Angst gemacht und „unter Abermillionen Erdbewohnern Tod, Zerstörung und Terror“ verursacht.
Gott als Verursacher von Tod und Terror? Lächerlich! Doch bin ich persönlich bereit, auch dann Gott zu vertrauen, wenn er mich oder einen geliebten Menschen nicht geheilt oder nicht vor Schaden bewahrt hat?
Ich finde es absurd, dass ein Gericht sich mit solch einer Klage befasst. Die abstrusen Seiten des amerikanischen Rechtswesens deutlich zu machen war das Hauptanliegen des Klägers. Noch absurder finde ich allerdings die Begründung, mit der das Gericht diese Klage gegen Gott abgewiesen hat: Der Beschuldigte habe keine Adresse, an die die Anklage gesandt werden könnte.
Ich kenne eine Adresse, in der beides zu finden ist: Klage und Trost, verzweifeltes Fragen und zuversichtliches Neu-Vertrauen-Lernen. Es sind die Psalmen, das Gebetsbuch der Bibel. Diese Gebete sprechen mir aus der Seele, sie machen mir Mut und helfen mir, Gott mit neuen Augen zu sehen – und ihn mit dem Herzen zu verstehen.
Elì Diez-Prida
Bibelleseprogramm:
Morgens: Prediger 7-9
Abends: 2. Korinther 13
Re: September 2010
Nachtperle - 23.09.2010, 00:03
20. September 2010
Doch wer Gott liebt, gleicht einer immergrünen Palme, er wird mächtig wie eine Zeder auf dem Libanongebirge. Er ist wie ein Baum, der im Vorhof des Tempels gepflanzt wurde und dort gedeihen kann. Noch im hohen Alter wird er Frucht tragen, immer ist er kraftvoll und frisch. Psalm 92, 13-15 (Hoffnung für alle)
Alt und doch kraftvoll und frisch? Im Blick auf die Beschwerden und Einschränkungen, die das Alter mit sich bringen kann, klingt das recht unrealistisch und entspricht auch weithin nicht unserer Erfahrung. Doch das sagt nichts aus über den Wert, die Bedeutung und den Einfluss eines alten Menschen – unabhängig von körperlichen und anderen Gebrechen. Im Übringen wird in diesem Psalmtext auf poetische Weise ausgedrückt: Wer mit Gott lebt, muss sich selbst im Alter nicht wertlos und abgeschrieben fühlen.
„Wir sind so jung wie unser Denken und unsere Zuversicht. Jugend ist nicht nur ein Lebensabschnitt, sondern auch ein Geisteszustand. Sie ist Schwung des Willens, Regsamkeit der Phantasie, Stärke der Gefühle, Sieg des Mutes über die Feigheit, Triumph der Abenteuerlust über die Trägheit. Und all das muss im Alter nicht verloren gehen.
Niemand ist alt, weil er eine Anzahl Jahre hinter sich gebracht hat. Man ist erst dann wirklich alt, wenn man seinen Idealen Lebewohl sagt. Mit den Jahren runzelt die Haut, mit dem Verzicht auf die Ziele und Begeisterung runzelt die Seele.
Sorgen, Zweifel, Mangel an Selbstvertrauen, Angst und Hoffnungslosigkeit, das sind die langen Jahre, die das Haupt zur Erde drücken und den aufrechten Geist in den Staub beugen.
Wir sind so jung wie unsere Zuversicht, so alt wie unsere Zweifel; so jung wie unsere Hoffnung, so alt wie unsere Missmut. Erst wenn die Flügel nach unten hängen und vom Schnee des Pessimismus bedeckt oder vom Eis des Zynismus umschlossen sind, dann sind wir wirklich alt geworden.“ (Albert Schweizer)
Was mich betrifft, will ich mich gern an die Zusage des Psalmdichters im heutigen Andachttext halten, auch wenn sie noch so unrealistisch klingt: „Alle, die Gott die Treue halten, wachsen auf wie immergrüne Palmen und werden groß und stark wie Libanonzedern. Weil sie in der Nähe des Herrn gepflanzt sind, in den Vorhöfen am Tempel unseres Gottes, wachsen und grünen sie immerzu. Noch im hohen Alter tragen sie Frucht, immer bleiben sie voll Saft und Kraft.“ Psalm 92, 13-15 (Gute Nachricht Bibel)
Günter Hampel
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Morgens: Prediger 10-12
Abends: Galater 1
Re: September 2010
Nachtperle - 23.09.2010, 00:04
21. September 2010
Diese Erkenntnis Gottes zeigt sich in eurer Selbstbeherrschung. Selbstbeherrschung lernt man nur in Geduld und Ausdauer, und dadurch wieder kommt man zur wahren Liebe und Ehrfurcht vor Gott. 2. Petrus 1, 6 (Hoffnung für alle)
Die Mutter ist gerade dabei, die Wohnung aufzuräumen, den Teppichboden zu saugen und die Bodenfliesen zu wischen. Als sie fertig ist, kommen ihre Kinder, Max und Katrin, im strömenden Rechen aus der Schule nach Hause. Sie sind bis auf die Haut durchnässt. Der Fliesenboden wird nass und ist schmutziger, als er vor der Reinigung war. Max und Katrin werfen ärgerlich ihre Schulranzen auf den Boden, und wie aus einem Munde rufen beide: „Mama, alles ist umsonst, die Mühe ist wertlos! Es lohnt nicht, für die Schule zu lernen!“
Ihre Mutter möchte am liebsten aus der Haut fahren, aber dann reißt sie sich zusammen, besinnt sich und sagt sanft und geduldig: „Das ist aber ein mieses Wetter, nun zieht erst mal eure nassen Sachen aus.“ Jetzt zeigen Max und Katrin unter Tränen ihre misslungenen Klassenarbeiten. Zwei Fünfer. Sie rufen: „Mama das ist ungerecht! Wir haben so fleißig gelernt und alles gewusst! Nun nimmt die Mutter ihre Kinder in die Arme und weint mit ihnen. Im Stillen betet sie: „ Gott, ich danke dir, dass du mich davor bewarthast, unbeherrscht zu werden und meinen Kindern Unrecht zu tun.“
Wir kennen alle aus unserem Alltag ähnliche Erlebnisse. In jüngeren Jahren riss mir häufiger der Geduldsfaden, wenn bei einer Arbeit etwas nicht so klappte, wie ich mir es vorstellte. Da bewunderte ich Menschen, die mit großer geduld ihre Arbeit verrichteten oder Probleme lösten.
Es kann viel seelische Not vermieden werden, wenn wir mehr Selbstbeherrschung üben. Als Petrus den Andachtstext schrieb, dachte er bei diesen Worten vielleicht an sein impulsives Verhalten bei der Gefangennahme Jesu, als er im Zorn mit dem Schwert einen Knecht des Hohepriesters ein Ohr abschlug. Dank Jesu Eingreifen und Wundertat wurde der Knecht geheilt und Petrus vor einschneidenden Folgen bewahrt.
Gott wünscht sich, dass wir uns vom Heiligen Geist Selbstbeherrschung und Geduld schenken lassen. Er allein kann das Wollen und Vollbringen in und bewirken. Philipper 2, 13 Und wenn uns doch einmal der Geduldsfaden reißt, können wir Gott um Vergebung bitten und beim nächsten Mal mit seiner Hilfe weiser und besonnener reagieren.
Adam Schiller
Bibelleseprogramm:
Morgens:Hohelied 1-3
Abends: Galater 2
Re: September 2010
Nachtperle - 23.09.2010, 00:18
22. September 2010
[Der] Mietling ... sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf raubt und zerstreut sie. Johannes 10, 12 (Elberfelder Bibel)
Als ich ein Kind war, wohnte meine Familie auf einem Fabrikgelände. Mein Vater war Hausmeister. Ihm unterstanden die Wachhunde. Als ich größer war, durfte ich mit dem gutmütigen Schäferhund Bello nicht nur spielen, sondern auch Touren unternehmen. Seitdem bin ich Hunde Liebhaber.
Vor einigen Wochen habe ich berichtet, dass mich die Heidschnuckenherden in der Lüneburger Heide immer an Jesu Aussagen über sich als guten Hirten erinnern. (Johannes 10, 11.14.27.28) Ich habe noch keinen Hirten getroffen, der nicht mindestens einen Hütehund besaß, der dafür sorgt, dass die einzelnen Schafe bei der Herde bleiben, oder Nachzügler antreibt, wenn der Hirte seine Herde zu neuen Weideplätzen führt. Es fasziniert mich immer wieder, wie geschickt die Hunde ihre Aufgabe verrichten.
Ich fragte mich, warum Jesus keinen Hund erwähnt, wo der doch für den Hirten eine wichtige Hilfe ist und wir als Nachfolger Jesu es zuweilen nötig haben, zur Herde zurückgeführt oder ein bisschen angetrieben zu werden, damit wir den Anschluss an Jesus und seine Gemeinde nicht verlieren. Nach einem Fernsehbericht über englische Hütehunde kam mir eine mögliche Erklärung.
Diese Border Collies stammen aus einem gebiet, das sehr hügelig ist. Für Schafhirten ist es dort viel schwieriger, die Übersicht über die Herde zu behalten. Sie sind viel mehr auf ihre Hunde angewiesen, um verstreute Schafe wieder zur Herde zurückzubringen. Im Fernsehbericht wurde erklärt, dass Border Collies dies besonders geschickt können, weil sie noch viele Taktiken von den vorfahren aller Hunde, den Wölfen, in ihren vererbten Instinkten behalten haben, ohne deren Aggression zu besitzen.
Durch das Stichwort „Wolf“ bekam ich durch den Andachtstext eine Antwort auf meine erwähnte Frage. Der Wolf ist bei Jesus ein Bild für Satan, den Feind der Nachfolger Jesu. Mir wurde klar, dass Jesus in der Gemeinde keinerlei Hilfe benutzen will, die auf den Taktiken seines Feindes beruht. Er arbeitet als unser Hirte ohne „Hund“ und vertraut auf die Stimmen des Gewissens und des Heiligen Geistes in uns. Um bei Jesus zu bleiben, ist es also nicht nur wichtig, auf seine Stimme zu hören, sondern auch auf diese inneren Stimmen. – Manchmal allerdings treiben uns auch die Anfeindungen und die Verletzungen durch Satan zur Herde Jesu zurück.
Werner E. Lange
Bibelleseprogramm:
Morgens: Hoheslied 4-5
Abends: Galater 3
Re: September 2010
Nachtperle - 26.09.2010, 00:46
23. September 2010
„Dein Bruder wird auferstehen!“ , versicherte ihr Jesus. !Ja, ich weiß, sagte Maria, „am letzten Tag, am Tag der Auferstehung.“ Darauf erwiderte ihr Jesus: „Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben. Wer mir vertraut, der wird leben, selbst wenn er stirbt.“ Johannes 11, 23-25 (Hoffnung für alle)
„Eine für tot erklärte Frau in Peru hatte kurz vor ihrer Beerdigung wieder die Augen aufgeschlagen.“ Die an Krebs erkrankte Felicita Guizabalo sein für tot erklärt worden, nachdem die Ärzte kein Lebenszeichen mehr feststellen konnten, berichtete die örtliche Presse. „Sie hat nicht mehr geatmet und war vollkommen kalt und starr“, erzählte eine Angehörige der 33-jähringen. Die Verwandten hüllten sie in ein Leichengewand und wollten sie in den Sarg betten, als sie die Augen aufschlug. Im Radiosender sagte Felicita, sie wäre von Gott gerettet worden. „Mir geht es gut. Ich hatte vorher furchtbare Magenschmerzen, aber Gott hat mich geheilt und ins Leben zurückkehren lassen. N24 vom 2. April 2008
Und doch wird auch diese Frau eines Tages sterben müssen, genauso wie Lazarus, den Jesus damals nach vier Tagen vom Tod auferweckt hatte. Johannes 11, 17-43 Jesus hatte seinem Freund das irdische Leben zurückgeschenkt, doch dieses Leben war genauso verletzlich wie vorher. Krankheiten, Schmerzen, Erschöpfung, Unfälle, Stress, Kummer oder Depressionen fordern ständig ihren Tribut.
Doch das wird nicht immer so bleiben. Jesus verspricht, dass er uns eines Tages eine ganz neue Lebensqualität schenken wird. Wenn er wiederkommt, wird er alle zu sich holen, die ihm vertraut haben und zu ihm gehören wollten. Die Verstorbenen werden auferweckt, die noch Lebenden werden verwandelt und einen neuen Körper bekommen, der keine Spur der Vergänglichkeit hat, sondern „fit für die Ewigkeit“ ist. 1. Thessalonicher 4, 16.17
Von diesem „ewigen Leben“ können wir schon jetzt einen kleinen Vorgeschmack bekommen, wenn wir mit Jesus eng verbunden sind. Und wenn uns der Tod einen geliebten Menschen raubt, haben wir die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Den toten, die vorher mit Jesus gelebt haben, wird diese „Zwangspause“ wie ein Schläfchen vorkommen; ob hundert oder tausend Jahre vergangen sind – für sie war es nur ein Augenblick. Wenn sie die Augen aufschlagen und Christus in seiner Herrlichkeit sehen werden, hat sich ihr schönster Traum erfüllt! Ich freue mich auf diesen Tag!
Sylvia Renz
Bibelleseprogramm:
Morgens: Hoheslied 6-8
Abends: Galater 4
Re: September 2010
Nachtperle - 26.09.2010, 00:47
24. September 2010
Als die beiden Jünger das hörten, folgten sie Jesus. Jesus drehte sich zu ihnen um, sah sie kommen und fragte: „Was sucht ihr?“ Sie antworteten: „Wo wohnst du, Meister?“ „Kommt mit und seht selbst, wo ich wohne!“, sagte Jesus. Es war ungefähr vier Uhr nachmittags, als sie mit Jesus gingen; und sie blieben bei ihm bis zum Abend. Johannes 1, 37-39 (Hoffnung für alle)
Diese beiden jungen Fischer sollten eigentlich bei der Arbeit sein, doch seit einigen Wochen hatte ihr Leben eine aufregende Wendung genommen. Sie hatten sich einem ungewöhnlichen Mann angeschlossen, der voller Überzeugung behauptete: „Der Messias lebt schon mitten unter euch. Er ist der Sohn Gottes!“ Als sie mehr darüber erfahren wollten, zeigte Johannes der Täufer plötzlich auf einen Mann und sagte: „Seht da, das ist Gottes Opferlamm für unsere Sünden!“ (siehe Johannes 1, 34-36. 29
In einem gewissen Abstand folgten sie dem Fremden – noch unschlüssig, wie sie sich verhalten sollten. Aber Jesus war das nicht entgangen. Er drehte sich um und fragte: „Was sucht ihr?“ Das wussten sie selbst nicht genau. Fürs Erste würde ihnen schon seine Adresse genügen. Doch sie erhielten eine überraschende Einladung: „Kommt mit und seht selbst, wo ich wohne. Johannes 1, 38.39a (Hoffnung für alle)
Diese Einladung Jesu war sicher keine Aufforderung zu einer Wohnungsbesichtigung. Da ging es wohl bis zum Abend um die Frage, was und wen sie suchten. Es waren Stunden, in denen Überzeugungen wuchsen und Entscheidungen fielen, die für ein ganzes Leben und darüber hinaus Bestand haben sollten. Denn am Abend dieses Tages war es beiden jungen Männern klar: „Wir haben den Messias gefunden, den von Gott versprochenen Retter!“ So erzählte es Andreas seinem Bruder Simon Petrus. Johannes 1, 40.41 (Hoffnung für alle)
Wie gut, dass Jesus an diesem Tag stehen blieb, sich umdrehte und nicht weiterging, als zwei Menschen ihn kennen lernen wollten. Und das gilt bis heute auch für all die Schüchternen und Zögernden, die seine Nähe suchen und noch nicht genau wissen, wie sie es anstellen sollen. Jesus wird ihnen entgegenkommen mit der Einladung: „Kommt mit!“ Johannes und Andreas hatten sich damals gleich bei Jesus zu Hause gefühlt. Wer sonst als der von Gott versprochene Retter könnte ihnen ein wirkliches, sogar ewiges Zuhause anbieten?
Und beiden wurde sogleich für ihre Brüder und andere Menschen der Anstoß, ebenfalls zu Jesus zu finden. Tun wir es ihnen nach, denn Jesus weilt nicht mehr sichtbar auf der Erde.
Johannes Fiedler
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 1-2
Abends: Galater 5
Re: September 2010
Nachtperle - 26.09.2010, 00:48
25. September 2010
Darum umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi.
1. Petrus 1, 13
Schon Petrus bewegte die Sorge, dass Jesu Nachfolger die gesunde Mitte aus den Augen verlieren könnten – eine Gefahr, der Christen immer wieder ausgesetzt waren. So gibt es auch heute Gläubige, die leichtfertig übersehen, dass mit der durch Christus geschenkten Erlösung auch Konsequenzen verbunden sind.
Christus hat uns freigemacht von aller Schuld und von der Macht der Sünde, damit wir fortan „in einem neuen Leben wandeln.“ Römer 6, 4 Darum schrieb Paulus an die Gemeinde in Korinth: „Als Gottes Mitarbeiter rufe ich auch also auf: Gebt Acht, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt!“ 2. Korinther 6, 1 (Gute Nachricht Bibel) Gottes Gnade wird vergeblich, wenn sie unser Leben nicht verändern darf und von einer Nachfolge Jesu nichts zu erkennen ist.
Die Mitte verliert aber ebenso derjenige aus den Augen, der glaubt, er müsse zu der von Gott geschenkten Gerechtigkeit noch eigene „gute Werke“ hinzufügen, um am Ende auch ganz sicher von Gott angenommen zu werden. Dahinter steht häufig die bange Sorge, dass das, was Christus am Kreuz für unser Heil vollbracht hat, nicht ausreichend ist. Viele möchten auch gern selbst etwas vor Gott präsentieren können, um sich seiner Liebe würdig zu erweisen. Doch Gott liebt uns nicht deshalb, weil wir unser Soll erfüllt haben, sondern einfach, weil wir sind. Allein die Gerechtigkeit Christi rettet uns! „Nicht wegen meiner guten Taten werde ich von meiner Schuld freigesprochen, sondern erst, wenn ich mein Vertrauen allein auf Christus setze. Römer 3, 28 (Hoffnung für alle)
„Viele kommen vom rechten Weg ab, weil sie meinen ... sie müssten Taten tun, um sich die Gunst Gottes zu verdienen ... Kämen wir dem Himmel durch eigenen Bemühungen auch nur um einen Schritt näher, so wären die Worte Christi nicht wahr!“ (Ellen G. White, Advent Review and Sabbath Herald, 4.11.1890)
Gott, hilf mir auch heute, dir und dem, was du durch Christus für mich getan hast, vollkommen zu vertrauen.
Ich will mich ganz auf deine Gnade verlassen und mich von deinem Geist verändern lassen.
Günter Hampel
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 3-4
Abends: Galater 6
Re: September 2010
Nachtperle - 28.09.2010, 22:38
26. September 2010
Ich sage das nicht, um euch auf meine Not aufmerksam zu machen. Schließlich habe ich gelernt, in jeder Lebenslage zurechtzukommen. Philipper 4, 11 (Hoffnung für alle)
Paulus machte diese Aussage im Gefängnis, als er sich für eine Spende bedankte. Dieser kurze Satz hat es in sich, wenn wir uns an die Höhen und Tiefen im Dienst des Apostels erinnern: Als Gottesbote in Lystra gefeiert (Apostelgeschichte 14, 12), als Schwätzer in Athen verspottet (Apostelgeschichte 17, 18), als Aufrührer in Philippi geschlagen und eingesperrt (Apostelgeschichte 16, 23), in Jerusalem mit Mühe einem Mordanschlag entronnen (Apostelgeschichte 23, 12-14), – um nur einiges zu nennen. Er hatte sehr gegensätzliche Situationen erlebt und kam doch in jeder Lage zurecht. „Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut: Beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden.“ (Philipper 4, 12)
Niemandem von uns ist wohl auch nur annähernd Ähnliches widerfahren. Dennoch fragt uns der Andachtstext: Haben wir auch gelernt, uns „genügen zu lassen“, wie’s uns geht? (Philipper 4, 11) Sind wir zufrieden mit dem, was wir sind und haben? Oder vergleichen wir uns ständig mit anderen, natürlich mit denen, die mehr besitzen als wir, die einen besseren Arbeitsplatz haben, gesünder sind oder begabter?
„Die meisten haben das meiste satt, was ihnen das Glück beschieden hat, weil sie fortwährend das andere quält, was andre haben und ihnen fehlt.“ Bei dieser Art des Vergleichens werden geflissentlich die vielen anderen übersehen, die wirklich auf der Schattenseite des Lebens stehen. Ein Vergleichen mit Reicheren, Gesünderen, Begabteren oder Erfolgreicheren ist ein „Glückskiller“, weil es zu dauernder Unzufriedenheit führt, die unser Verhalten zu unseren Mitmenschen beeinträchtigt und zugleich eine Verachtung dessen ist, was Gott uns jeden Tag schenkt. Zufriedenheit und Genügsamkeit oder Neid und Unzufriedenheit verändert mein Wesen und meine Sicht der Dinge, ja sie vergrößern meinen inneren Reichtum oder meine innere Armut.
„Wer dankbar sein kann für das, was er hat, wird durch eben diese Dankbarkeit reicher; ebenso wie derjenige immer ärmer wird, der alles, was er hat, mit dem vergleicht, was er ‚mehr haben’ könnte, oder mit dem, was andere mehr haben.“ (Friedrich Schorlemmer)
Joachim Hildebrandt
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 5-6
Abends: Epheser 1
Re: September 2010
Nachtperle - 28.09.2010, 22:38
27. September 2010
Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für sein Leben? Matthäus 16, 26 (Elberfelder Bibel)
Ich mag Spruchkarten, besonders solche, die mich zum Schmunzeln bringen. Einmal fand ich eine Geburtstagskarte, auf der in englischer Sprache stand: „Die besten Dinge im Leben sind keine Dinge.“ Vielleicht ist die Karte für Geburtstagsmuffel gedacht – für solche, die es wieder einmal vergessen haben, zur rechten Zeit ein Geschenk zu besorgen, und stattdessen mit einem flotten Spruch daherkommen.
Je mehr ich aber darüber nachdenke, desto wichtiger erscheint mir dieser Satz: Das Beste im Leben sind keine Dinge! Eigentlich wiederspricht das meiner Wunschliste. Da gibt es eine Menge Sachen, die ich ganz gern hätte – nicht nur für mich, sondern auch für die Kinder und für das Haus und so weiter. Aber eben alles nur Sachen, die man kaufen und auch in eine Ecke stellen kann. Und das Erstaunlichste: Es gibt kein Ende bei solch einer Wunschliste, immer wieder gibt’s neue Dinge, die man gebrauchen könnte.
Doch das, was mein Leben wirklich ausmacht, sind nicht Dinge – auch wenn mir Fernsehshows klarmachen wollen, wie erstrebenswert es ist, viel Geld zu gewinnen, um sich die ausgefallensten Wünsche erfüllen zu können. Oder wenn die Werbung mich mit ihren Angeboten bombardiert und mir einhämmern will, was mir alles noch fehlt.
Nein, das Wichtigste im Leben sind Beziehungen zu Menschen und zu Gott: Dort, wo ich echtes Vertrauen erfahre, wo ich erlebe, dass ich immer angenommen bin, wo ich offen reden kann und keine Angst haben muss, missverstanden zu werden, wo ich mich ganz einfach zu Hause fühle. So wie bei Jesus Christus, der uns zuruft: „Kommt her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben ... Bei mir findet ihr Ruhe für euer Leben.! Matthäus 11, 28. 29c (Hoffnung für alle)
Johannes Hartlapp
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 7-8
Abends: Epheser 2
Re: September 2010
Nachtperle - 28.09.2010, 22:39
28. September 2010
Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. Psalm 50, 15
Es kam gleich in den Frühnachrichten der Tagesschau: Bei der Deutschen Bahn wird wieder gestreikt! Fast hatten wir uns schon daran gewöhnt, denn es war nichts Neues, dass sich die verantwortlichen Personen in den Führungsetagen z den Tarifforderungen der Gewerkschaften taub stellten.
Die Pendler mussten darunter leiden, und ich hatte großes Mitgefühl, denn ich weiß noch ziemlich gut, wie es ist, täglich auf überfüllten Bahnsteigen zu warten, bis endlich der Zug kommt, der einen ins Büro oder wieder nach Hause bringt – oder stundenlang zu warten, weil bestimmte Zugverbindungen unterbrochen wurden und der Ersatzzug auf sich warten ließ. Und so ein Warnstreik kann lang und teuer werden, denn was den Arbeitgebern recht ist, muss seinen Kontrahenten noch lange nicht billig sein.
Was hat der Andachtstext aus Psalm 50 mit den Warnstreiks der Deutschen Bahn zu tun? Bei deren Verspätungen geht es meist um gestrichene oder gestörte Zugverbindungen. Der Bibeltext dagegen spricht ausdrücklich von einer Verbindung, die immer funktioniert. Bibelkenner bezeichnen ihn deshalb gern als „die Rufnummer Gottes“. Aus Erfahrung kann ich bestätigen: Sie funktioniert tatsächlich und allezeit – gerade dann, wenn manche andere Verbindung uns im Stick gelassen hat.
Laut der Aussage Gottes im Andachtstext gilt das Angebot der Rettung für alle Notlagen. Nutzen wir also diese „Notrufnummer“ der ganz besonderen Art. Sie ist nie besetzt, es gibt immer Anschluss unter dieser Nummer, denn Gott ist jederzeit zu sprechen. Er hat Tag und Nacht für uns Zeit und es gibt kein Problem, dass er nicht lösen könnte. Wenn wir das wissen, sollten wir ihn dann nicht viel häufiger anrufen?
Auch die Probleme und Sorgen des heutigen Tages dürfen wir ihm anvertrauen. (1. Petrus 5, 7) Er wird sich darum kümmern – ganz gleich, ob sie groß oder klein sein mögen. In dieser Gewissheit wünsche ich dir trotz allen Störungen und gekappten Verbindungen, einen erfreulichen und gewinnbringenden Tag!
Friedhelm Klingeberg
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 9-10
Abends: Epheser 3
Re: September 2010
Nachtperle - 30.09.2010, 01:33
29. September 2010
Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. Jesaja 40, 29-31
Fast alle kennen sie – die schleichende Müdigkeit, die einen plötzlich überkommt. Manchen ereilt sie regelmäßig abends vor dem Fernseher. Gefährlich wird es für Autofahrer, wenn sie der so genannte Sekundenschlaf ereilt. Viele Unfälle wurden dadurch verursacht. Schüler kennen Augenblicke, in denen die Stimme des Lehrers immer leiser und seine Umrisse unscharf werden. Nicht zuletzt können auch Kirchgänger ein Lied von diesem Phänomen singen. Nicht umsonst spöttelt der Volksmund, wie gesund der Kirchenschlaf sei.
Doch nicht nur unser Körper wird müde, wie Jesaja in dem Andachtstext beschrieb. Immer wieder erleben Christen auch eine geistliche Müdigkeit. Die Freude an Gott und am Bibelstudium nimmt ab, die Gebete werden saft- und kraftlos. Die Gemeinschaft mit anderen gläubigen beschränkt sich zunehmend auf den wöchentlichen Gottesdienst. Es können selbst jene Christen davon erfasst werden, die den Eindruck vermitteln, geistlich stabil zu sein. Nur noch der Wille, in der Gemeinde und Kirche funktionieren zu müssen, hält sie in Bewegung. Doch geistlich wach zu bleiben bedeutet viel mehr.
Wie kann ich die geistliche Müdigkeit überwinden oder ihr entgehen? Um geistlich fit und wach zu bleiben, reicht ein täglicher geistlicher „Schnellimbiss“ auf die Dauer nicht aus. „Auf den Herrn harren“, wie Jesaja erinnerte, bedarf immer wieder Zeiten der inneren Einkehr. Wenn der Akku meines Handys leer ist, muss ich ihn für zwei bis drei Stunden mit Strom versorgen. Das lässt sich auch auf mein geistliches Leben übertragen. Geistlich aufzutanken kostet Zeit. Und dabei müssen wir einmal stille sein und uns nur auf Gott konzentrieren.
In der Theorie ist uns das bewusst, doch erst in der Umsetzung, in der Gemeinschaft mit Gott im Studium der Bibel und im Gebet, werden wir tatsächlich erleben, dass „Gott dem Müden Kraft“ und „Stärke genug dem Unvermögenden“ gibt. (Jesaja 40, 29) Das möchte er auch dir heute geben!
Wilfried Krause
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 11-13
Abends: Epheser 4
Re: September 2010
Nachtperle - 30.09.2010, 01:35
30. September 2010
Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 1. Mose 12, 2
„An Gottes Segen ist alles gelegen“, hört man noch oft als geflügeltes Wort – gedankenlos dahin gesagt, oder auch ganz bewusst. Meine Erfahrung ist, dass viele Menschen, selbst nichtgläubige, Segenswünsche gerne annehmen.
Dass Gott selbst segnen will, finden wir an vielen Stellen der Bibel, vor allem im Alten Testament. Der heutige Andachtstext berichtet, wie er seinen Segen zum Beispiel dem Stammvater Abraham verhieß: „Ich will dich segnen ... und du sollst ein Segen sein.“ 1. Mose 12, 2 Dass dies auch für Abrahams Nachkommen und somit auch uns gilt, steht außer Frage: „... in dir sollen gesegnet werden alle Gehschlechter auf Erden.“ 1. Mose 12, 3b Nicht nur die Generationen danach, auch wir, die heute von Gott Gesegneten, werden wiederum für andere Menschen ein Segen sein!
Wie kann das gehen? Ist die Erfüllung der Segensverheißung nicht etwas, was letztlich nur Gott selbst tun kann? Wenn ich den Heiligen Geist in meinem Leben wirken lasse, dann tut es ja Gott durch mich, und dann kann ich anderen zum Segen werden. Gottes Segen in mir kann bewirken, dass ich zum Beispiel geduldiger werde, durch seine Kraft andern helfe oder etwas von dem Materiellen abgebe, womit Gott mich gesegnet hat. (vergleiche Maleachi 3, 10) Er schenkt mir mehr Zufriedenheit für meine Lebenssituation, und ich kann andere auch zu ihrem Leben ermutigen.
So gibt es viele Möglichkeiten, als Gesegneter anderen Menschen zum Segen zu werden und ihnen Gottes Segen zuzusprechen.
Und wenn ich statt „Segen“ hin und wieder das Wort „Freude“ einsetze, erfüllt sich unerwartet doch die alte Gedichtstrophe: „Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück. Denn die Freude die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück.“
Möchtest du auch gesegnet und ein Segen sein – Zuhause, in deinem Umfeld, in der Gemeinde? Lass dich von Gott segnen und dir diesen besonderen Zuspruch immer wieder neu schenken.
Albrecht Höschele
Bibelleseprogramm:
Morgens: Jesaja 14-16
Abends: Epheser 5, 1-16
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