Generation Nichts

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    Re: Generation Nichts

    James Bathory - 06.01.2010, 00:13

    Generation Nichts
    Ist in einem Akt der absoluten Resignation vor einigen Wochen entstanden (:


    Generation Nichts


    Fast jede Generation hat auch eine Revolution, ein Gefühl, ein bestimmter Musikstil oder bahnbrechende Veränderungen, mit denen sich diese, und nur diese Generation identifiziert.
    Tanzcafés, Rock'n'Roll, Flower Power, Disco, Punk, Gothic und andere revolutionäre Jugendkulturen, 'Generation X' – Das alles sind die Produkte unterdrückter Jugendlichen, die sich einen Platz in der Welt schaffen und so zu Wort kommen und auffallen wollten

    Diese Generation, meine Generation hat nichts. Nichts positives jedenfalls.
    Die Welt rast. Computer, Konsolen, dazugehörige Spiele. Gehetzte Familien, Lehrer, Ärzte und Mitmenschen leben aneinander vorbei und haben keine Zeit mehr, sich zu kümmern.
    Von Jugendlichen wird verlangt, dass sie nicht aus der Reihe tanzen, dass sie in allen Bereichen des Lebens Höchstleistungen bringen, und zwar schon in einem Alter, in dem es, gerade in dieser Zeit, meiner Meinung nach, unmöglich ist.

    Naturwissenschaften, Sprachen, Sport, Gesellschaftswissenschaften. Fehltritte sind nicht mehr erlaubt, wer Schwachstellen hat wird unter Druck gesetzt bis er diese Schwachstellen entweder ausgleicht, oder unter dem immensen Leistungsdruck von allen Seiten zerbricht. Es wird über ihre Köpfe entschieden, sie werden einfach von System zu System immer verwirrter, verängstigter und dabei auch gleichgültiger.
    In der elektronischen Welt lebt es sich einfacher, im Internet findet sich immer jemand zum reden, immer eine Stelle um Dampf abzulassen. Niemand hat mehr Zeit und Lust, sich realen Zwischenmenschlichen Beziehungen zu widmen, geht es doch über das Internet so viel einfacher und schneller. Es wird oft bemäkelt, 'Freundschaften' über das Internet seien keine richtigen Freundschaften. Für uns schon. Für die Generation Nichts gibt es nur diese Art von Verbundenheit. Wir wurden in diese schnelle, elektronische, unwirkliche Welt hinein geboren und jetzt müssen wir ausbaden, was andere in die Welt gesetzt haben?
    Können wir etwas dafür, dass wir in einer Welt voller Computer, Fernseher, Handys, Spielkonsolen und fiktiven Welten aufwachsen?
    Nein. Wir wurden 'unschuldig' hinein geboren und kennen es nicht anders.

    Die jungen Mädchen können nichts dafür, dass sie mit 13 schon Geschlechtsreif und bereit sind, mit ihrem Freund zu schlafen- sie müssen schließlich mit 15 oder 16 Jahren schon wieder bereit sein, ihren weiteren Lebensweg zu planen. In dieser Zeit muss entschieden werden, was der spätere Traumberuf ist, oder was man aufgrund seiner Fähigkeiten machen darf. Es muss entschieden werden, ob man ein gutes oder schlechtes Mitglied der Gesellschaft werden will.
    Will man zu hohe Steuern, zu hohe Lebensmittelpreise,und zu hohe Strom-, und Wasserkosten zahlen? Will man in einer kleinen Wohnung in einem Ordentlichen Viertel Wohnen, knapp mit seinem hart verdienten Geld auskommen und viel zu früh erwachsen sein, oder will man sein Leben leben, eigene Erfahrungen sammeln, aus der Menge heraus stechen. Weiß man eben noch nicht so genau, was man mit seinem Leben anfangen möchte.
    Aber Generation Nichts entscheidet sich oft nicht einmal. Sie leben vor sich hin. Sie gehen feiern, trinken zu früh zu viel, rauchen, nehmen Drogen. Sie versuchen, ihren Platz zwischen der schnellen, schwierigen,realen Welt und der Welt zu finden, die online und fiktiv nach ihren Wünschen und Gefühlen agiert.
    Sie wissen nicht wohin, sie wissen nicht was jetzt und langsam aber sicher versinken viele in einem tiefen schwarzen Loch der Ignoranz.
    Mehr Alkohol, mehr Drogen, mehr Sex, mehr Kriminalität. Mehr und mehr Nichts.

    Ihr könnt uns nicht mehr helfen- es ist uns egal.
    Natürlich haben wir alle Träume und Hoffnungen. Aber wir sind zu beschäftigt damit, es gerade so aufs unterste Level der Bildung, der Gesellschaft zu schaffen, so beschäftigt damit, sich anzupassen und akzeptiert zu werden, dass es uns nicht mehr gelingt, unsere Träume zu verfolgen. Und irgendwann, meistens sehr früh, verlieren wir die Hoffnung daran, sie jemals verwirklichen zu können. Wir verlieren uns aus den Augen, und dann kommt die Gleichgültigkeit. Man gibt auf. Man gibt viel zu früh auf, sein Leben, seine Träume und letztendlich auch sich selbst. Das alles scheint so weit entfernt zu sein, dass es einfach nur unerreichbar wird. Es geht auch einfacher: Der Großteil der Generation flüchtet vor der Realität.
    Wir flüchten ins vergessen, ins bessere.
    In Phantasiewelten, in denen man Gegner besiegt, die größer, stärker, besser sind als man selbst. In denen man glückliche Leben simuliert, und wenn etwas nicht so läuft, wie man es sich vorstellt, gibt es immer noch die Zurücktaste.
    Man flüchtet sich in Geschichten von bedingungsloser, wahrer Liebe, voller Vertrauen, voller Reinheit. Etwas, das es in der realen Welt nie mehr geben wird.

    Die anderen flüchten in ihrer Apathie in schwersten Alkohol- und Drogenmissbrauch. Durchzechte Nächte, liebloser Sex mit 'irgendjemanden', nur um sich wenigstens für eine Stunde geliebt, begehrt zu fühlen.
    Eine Form von Selbstzerstörung. Man merkt selber, wie gleichgültig man gegenüber allem und jedem geworden ist. Man spürt, dass man nicht mehr lebt, nicht mehr fühlt. Aber wenn man es nur für kurze Zeit schafft, wieder etwas zu fühlen, sei es auch Schmerz, körperlicher wie seelischer, so wird sich an dieses Gefühl geklammert, es macht süchtig. Man zerbricht an dieser Welt. Und all diese Dinge, die schmerzhafte Rettung vor einer Welt, die wir nicht geschaffen haben und mit der wir nicht im geringsten zurechtkommen, wird uns zum Vorwurf gemacht. Es ist die Natur der jetzigen Welt, in der nichts, aber auch gar nichts sicher ist, die uns so sehr erdrückt, uns zerreißt, in Depressionen, Süchte, fiktive Welten und Ignoranz treibt. Wir sind nicht für Computer, Spielkonsolen, angestrebte Perfektion und Zeitdruck verantwortlich.
    Wir würden gerne unsere Träume verwirklichen. Aber niemand weiß wie, niemand kann sich auf sein Inneres konzentrieren, weil ständig von irgendwo an uns gezerrt, geschimpft, verbessert wird. Wir werden gedrängt uns zu entscheiden, selbst wenn wir noch nicht die geringste Ahnung haben.
    Aber uns ins Bild setzen kann oder will ja auch keiner. Es wird uns vorgegaukelt, keiner wisse so wirklich Bescheid, deshalb könne uns auch keiner genaueres sagen. Und weil wir so faul sind, dass wir nicht mal kurz das Internet nach Fakten zu jeglichen Themen durchsuchen, geschweige denn lange Texte lesen wollen, bleibt es bei Unwissenheit, Apathie und Demotivation.

    Es ist nicht alles schlecht, es ist nicht alles Aussichtslos und viele schaffen es ohne größere Probleme durch Schule, Hänseleien, Pubertät und sonstige Katastrophen, aber immer mehr schaffen es eben nicht, und bleiben auf der Strecke, so ist jedenfalls das Bild der Medien. Stimmt das überhaupt? Gibt es so viel Elend, gibt es so viele Versager in dieser Generation, oder war es schon immer so, und diese Tatsachen dringen einfach nicht zu uns durch?

    ----
    Irgendwas zu bemängeln? Stimmen die Fakten nicht? Immer her mit den Infos! Wird natürlich sofort verbessert!



    Re: Generation Nichts

    Omega - 06.01.2010, 00:21


    Ich finde, das ist eine echt interessante Sichtweise. Und "bemängelbare" Fakten könnte ich auch nicht nennen :)



    Re: Generation Nichts

    Chepre - 14.01.2010, 18:49


    OMG das is so toll :)
    Freund *mich zulaber* *ignorier* :top:



    Re: Generation Nichts

    skold_in_suspenders - 16.01.2010, 20:36


    Ich glaube, du schreibst das auf, was uns allen schon mal mehr oder weniger intensiv durch den Kopf gegangen ist.
    Also im Kern muss ich dir voll und ganz zustimmen! Wir sind die Generation, an welcher mehr Dreck kleben bleiben wird, als bisher. Den Eindruck habe ich zumindest auch ;)



    Re: Generation Nichts

    James Bathory - 21.01.2010, 13:50


    Danke leute (:



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