Verfügbare Informationen zu "Der Herbst"
Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Piccolina - Hospes Forum: salve aulem Forenbeschreibung: Dem Guten, Wahren und Schönen. aus dem Unterforum: Hortus aureus - der goldene Garten Antworten: 7 Forum gestartet am: Freitag 03.04.2009 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Der Herbst Letzte Antwort: vor 13 Jahren, 4 Monaten, 22 Tagen, 13 Stunden, 31 Minuten
Alle Beiträge und Antworten zu "Der Herbst"
Re: Der Herbst
Piccolina - 21.10.2009, 11:39Der Herbst
Hier habe ich ein Rebstück entdeckt, dessen Trauben nicht abgeerntet wurden, um sie dann als Eiswein zu lesen.Die Temperatur bei der Eisweinlese muss mindestens bei minus 7 Grad liegen. Die Trauben wurden nur deshalb mit Folie eingepackt, um sie vor dem Vogelfrass zu schützen, da sie direkt an der Vorderseite des Rebbergs stehen und die Stare in Schwärmen vorbeiziehen.Während der Reifezeit hört man immer in Minutentakten Schüsse, die die Winzer aus programmierten Schreckschusspistolen abfeuern, um die Vogelschwärme zu erschrecken und am Fressen zu hindern.Ich habe einmal ein Rebstück gesehen, das von einem Vogelschwarm ratzekahl gefressen wurde, das geht rasend schnell.
und so sehen die Trauben jetzt noch aus:
Re: Der Herbst
Hospes - 21.10.2009, 20:15Eiswein
Liebe Piccolina,
so ein Eiswein ist ein sehr angenehmes Tröpfchen zum Dessert oder zum Blauschimmelkäse.
Hoffentlich wird er was und der Wintereinbruch war schon fast der ganze Winter.
Was macht man, wenn es sehr lange nicht kalt werden will?
Hospes
Re: Der Herbst
Piccolina - 25.10.2009, 21:20
Lieber Hospes,
da hast du gut gedacht, bei uns wirds ja eher selten mal so kalt, meistens kommen aber im Januar doch so einige kalte Tage oder zumindest Nächte und manchmal wird in einer kalten Nacht - eben ab 7 Grad minus-, wenn die Tage nicht kalt genug sind, auch schon mal mit Flutlicht der Eiswein gelesen- eingemummt und mit dicken Handschuhen.
Naja, der Wintereinbruch war ja nur kurz und bestimmt nicht alles...er hat sich nur mal kurz angemeldet und dem Herbst wieder den Platz eingeräumt, es ist wieder angenehm warm und wir haben heute gemütlich einen Cappuccino im Gartencafe genossen. :lol:
Re: Der Herbst
Piccolina - 04.11.2009, 17:22
Herbstliche Impressionen...
da werden noch die letzten Wintervorräte eingeflogen...
Re: Der Herbst
Hospes - 04.11.2009, 19:33erstes Bild
Liebe Piccolina,
beim ersten Bild, die Weinberge - sind das die berühmt (berüchtigten) Flurbereinigungsweinberge?
Welche Erfahrungen werden damit gemacht?
Es ist schon schön da ...
Hospes
Re: Der Herbst
Piccolina - 05.11.2009, 18:18
Lieber Hospes,
Ich habe dir mal einen Bericht aus Wiki eingefügt, wenn es dich interessiert... wenn du noch Fragen dazu hast... so ich sie beantworten kann, gerne...
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie alles während der Bauarbeiten bis in die kleinsten Ritzen mit dem feinen Lößstaub bedeckt war, man hatte sogar manchmal das Gefühl, als knirsche er zwischen den Zähnen....
Die Oberfläche des Kaiserstuhls wurde vom wirtschaftenden Menschen seit dessen Besiedlung verändert. Da der Löss infolge der Bodenbearbeitung stark erosionsanfällig ist, mussten Terrassen geschaffen werden, die dann meist als Rebflächen, teilweise auch für Obst- oder zum Ackerbau genutzt wurden. Dadurch entstanden schon früh die typischen kleinterrassierten Hänge, die zudem von den ebenfalls durch die „Nutzung“ entstandenen Löss-Hohlwegen durchzogen wurden.
Um 1950 wurde damit begonnen, zunächst kleinere Terrassen zusammenzulegen; dies endete in Großumlegungen, welche die ursprüngliche Landschaft in Teilbereichen völlig umkrempelten.
Die Phasen dieser Umgestaltung begannen mit
* kleinräumigen Neuordnungen zwischen 1950 und 1960. Dabei wurde das Gelände meist in Handarbeit bzw. mit Hilfe der betriebseigenen Maschinen umgestaltet. In dieser Zeit wurden rund 950 ha von den Flurbereinigungsbehörden flurbereinigt.
* Zwischen 1960 und 1970 wurden die Lösshänge umfassender umgestaltet, wobei große, tiefe und möglichst rechteckige Terrassenflächen mit entsprechend hohen Böschungen entstanden. Die Terrassen wurden mit bergseitiger Neigung angelegt, so dass jetzt vom Tal aus vielfach nur noch die Kanten sichtbar sind. Auf diese Art entstanden rund 650 ha Rebfläche.
* Mit einem Maximum an Maschineneinsatz wurden die Großterrassenplanungen der Jahre 1970 bis 1976 umgesetzt, die das Landschaftsbild radikal veränderten. Während sich vorher in den sanften Hängen, deren Oberflächen von den kleinen Terrassen überprägt waren, noch die ursprünglichen natürlich entstandenen Senken abzeichneten - wodurch sich ein Nebeneinander von natürlichen und vom Menschen geschaffenen Strukturen ergab - wurden diese kleinteiligen Strukturen nun völlig verwischt. Es entstanden monströse, festungsartige, völlig landschaftsfremde Oberflächen mit einer Gesamtgröße von ca. 630 ha Rebfläche. Da die Böschungen und sonstigen Flächen größer waren als die Rebflächen, erstreckte sich die Landschaftsveränderung jeweils auf mehr als das Doppelte der neu geschaffenen nutzbaren Fläche.
Großterrassen nach Flurbereinigung am Kaiserstuhl
Beispiele für diese Phase sind die Flurbereinigungen Oberrotweil-Oberberg, Ihringen-Abtsweingarten, Eichstetten-Hättlinsberg und Endingen am Kaiserstuhl-Schambach.
* Die letzte Phase der Rebflurbereinigung erstreckte sich auf die Zeit zwischen 1976 bis 1982, in der unter anderem wegen der Proteste gegen die Großterrassenplanungen nicht mehr mit der Radikalität der vorherigen Phase vorgegangen wurde: Die Böschungshöhen wurden auf maximal 10 m „beschränkt“, der Böschungsverlauf wurde „geschwungen angelegt und der Landschaft angepasst“ (Mayer 1986). Mit diesen Verfahren wurden zum Beispiel in Oberbergen-Baßgeige oder in Bickensohl-Herrenstück rund 330 ha Rebfläche bearbeitet.
Nachdem bereits ab 1977 durch länger anhaltende niederschlagsreiche Perioden Böschungsschäden entstanden waren, fielen in der Pfingstwoche des Jahres 1983 Niederschlagsmengen, die teilweise ein Drittel des Jahresmittels ausmachten. Diese führten in den umgelegten Gebieten zu verheerenden Schäden.
Die Böschungsoberflächen rutschten vielfach mitsamt der Vegetation ab, ehemalige, durch die Umlegungen verschüttete Talzüge wurden ausgeschwemmt, in einzelnen Terrassen entstanden tiefgreifende Grundbrüche. Überdies kam es in den Folgejahren zu teilweise verheerenden Frostschäden. Durch die bergseitige Neigung der Terrassenoberflächen konnten sich jetzt Kaltluftseen bilden, in denen die Reben vor allem in der Blüte erfroren. Außerdem entstanden erhebliche Frostschäden am Holz der Rebbestände vor allem in den niedriger gelegenen Rebflächen, in denen früher meist Obst angebaut worden war, die jetzt aber dem Weinbau gewidmet worden waren.
Die Tätigkeit der Flurbereinigungsbehörden beschränkte sich in der Zeit nach 1982 auf Reparaturarbeiten und partielle Umplanungen, die zumindest die schwersten Folgen der Umgestaltungen korrigieren sollten.
Re: Der Herbst
Hospes - 05.11.2009, 23:09Umgestaltung
Liebe Piccolina,
ich kam darauf, weil ich vor einiger Zeit einen Film von Peter Lustig (schätze sehr diesen Mann) vorführte, in dem es um "den Boden" ging.
Da wurden auch die Folgen der Umgestaltung drastisch gezeigt.
In Bayern sind die Regierenden auch ganz wild darauf, weitere Autobahnen zu bauen und den letzten "wilden" Abschnitt der Donau zu "zähmen".
Irgendwann in nächster Zukunft hoffe ich auf ein Umdenken.
Wackersdorf, die geplante Wiederaufbereitungsanlage, nach F.J Strauss (war ein korrupter Politiker in Bayern) so harmlos "wie eine Fahrradspeichenfabrik" wurde nach Protesten dann nicht mehr gebaut.
Liebe Grüße
Hospes
Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken
Weitere Beiträge aus dem Forum salve aulem
Ähnliche Beiträge wie "Der Herbst"
ZX600C - Gabel - gepostet von susel am Dienstag 11.07.2006
Werder's ist Spitzenreiter!! - gepostet von Das W auf dem Trikot am Freitag 15.09.2006
