auf der suche nach rat

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    Re: auf der suche nach rat

    Bella - 12.09.2009, 18:20

    auf der suche nach rat
    hi

    ich bin bella.
    eigentlich hab ich anorexie. das ist auch was familie und freunde wissen.
    dass ich manchmal auch esse und erbreche ist erst später dazu gekommen. und das weiß eigentlich keiner.
    ich kann damit nicht wirklich gut umgehen. ich weiß auch gar nicht ob ich in dieser gruppe damit richtig bin.

    aber vielleicht hat ja jemand erfahrung damit und kann ein bisschen helfen.

    im moment ist es wieder etwas komplizierter und ich bin wieder mehr in dem essen und erbrechen kreislauf drin.
    hat jemand vielleicht einen tipp was helfen kann? wenn ich direkt vor der situation steh weiß ich nämlich nicht wie ich es verhindern kann. und fühl mich gerad ziemlich hilflos.
    ich weiß auch nicht welche lebensmittel mir vielleicht helfen könnten, mich gut und zufrieden und satt zu fühlen.

    bin über jeden tipp dankbar.

    bella



    Re: auf der suche nach rat

    Chrissy - 13.09.2009, 18:47


    Erseinmal Hallo und ein herzliches Willkommen.

    Ich habe auch nur einer Freundin von meiner "Bulimie" erzählt. Ich habe es in Anführungsstrichen geschrieben, da ich mich schon seit einer Weile nicht mehr übergeben habe.

    Immer wieder setzte ich mir Daten, wo ich sagte, heute ist es das letzte Mal. Ich war immer rigoros und verbot es mir zu spucken. Die spuckfreien Phasen wurden immer länger und nun seit Januar nicht mehr.
    Bis zu diesem Punkt hat es, meiner Meinung nach, ganz schön lange gedauert.
    Und so ist es eine Phase, in der sich hauptsächlich drumherum (Familie, Arbeit, Hobby) viel geändert hat.
    Dies gelang mir jedoch nur mit Hilfe der Gruppe und später dann mit einer Psychologin. Hast du in dieser Richtung bereits geschulte Ansprechpartner?

    Achso und eine Ernährungsberatung hat mir auch geholfen. Denn so esse ich zu regelmäßigen Zeiten und bekomme seltener/keine Heißhungeranfälle. Dementsprechend brauch ich mich nicht vollstopfen, habe die Angst vor einigen Lebensmitteln abgelehnt und kann öfters die Kontrolle loslassen.

    So, dass war ersteinmal eine grobe Übersicht für dich. Ich hoffe bald wieder von dir zu hören. :-)



    Re: auf der suche nach rat

    Bella - 14.09.2009, 18:12


    hey

    ist ja schön, dass jemand da ist, der mein problem nachempfinden kann.

    das es bei dir seit januar schon ohne erbrechen klappt ist wirklich toll.
    für mich klingt das aber gerad noch wie ein fast unerreichbares ziel, aber ich will es sehr!

    was du mit deinem eisernen willen schaffst, wirkt bei mir manchmal fast noch gegenteilig, je heftiger ich mir 'verbiete' zu erbrechen desto schlimmer wird es irgendwie beim nächsten mal.

    das mit der betreuung und dem austausch in der gruppe hört sich wirklich gut an. auch ich merke, dass ich ganz allein nicht mit meinem problem fertig werde. aber ich hab auch wie gesagt angst anderen über mich zu erzählen, denn ich schäm mich einfach für die krankheit.

    einen therapeuten zu suchen kann ich mir gerad noch gar nicht vorstellen, weil der kontakt so direkt ist.
    aber in einer gruppe mit anderen essgestörten würd ich mich schon trauen, glaub ich.

    trefft ihr euch denn regelmäßig?
    sodass du immer jemanden hast, den du ansprechen und um hilfe bitten kannst, wenn du dich gerad mal nicht so gut fühlst?
    mir wär das nämlich wichtig, dass ich eine feste anlaufstelle hab, mit menschen, die mich verstehen und mich auch länger begleiten.

    lieber gruß und danke für deine antwort, bella



    Re: auf der suche nach rat

    estrella - 14.09.2009, 18:33


    Hey Bella,
    schön, dass du den Weg hierher gefunden hast und all deinen Mut genommen hast, dein Essproblem hier zu äußern! Ein toller Schritt.

    Die Gruppe trifft sich imme regelmäßig einmal in der Woche (Mittwochs)

    Wenn du magst, dann kannst du auch diesen Freitag um 16 Uhr zur Erstkontaktgruppe kommen. Dort sitzen dann einige Mädels, die selbst betroffen sind/waren.
    Es sind nicht unbedingt immer alle da, aber auf jeden Fall ist irgendwer von denen da.
    Diese Möglichkeit ist noch ganz neu vom Verein. Man würde dir Rede & Antwort stehen und du könntest einen kleinen Einblick vom Verein verschaffen. Außerdem würdest du shcon ein paar Gesichter von der Gruppe kennen, bevor du dann vielleicht mal Mittwochs kommst. Ich könnte mir vorstellen, dass es leichter ist, wenn man schon jemanden aus der Gruppe kennt zu kommen.

    Wir würden uns freuen dich bei uns zu sehen!
    liebe grüße estrella



    Re: auf der suche nach rat

    Bella - 16.09.2009, 13:56


    hallo estrella, hallo chrissy,

    danke für die einladung zu der gruppe, ich wohne nur leider zu weit weg, um dieses angebot anzunehmen.

    aber ich bin schon ganz froh über das forum, wo ich meine gedanken und fragen mal schreiben kann.

    irgendwie fühl ich mich im moment wie zwei personen in einer.
    ehrlich gesagt ist jeder neue tag ein kampf, hauptsächlich mit mir selbst.
    eigentlich wünsch ich mir nur, wieder gesund und fröhlich zu sein wie vorher und vor allem so unkompliziert und selbstverständlich mit dem essen umzugehen wie vorher. aufgeben will ich auf keinen fall.

    aber ich hab echte angst, dass die essstörung ab jetzt für immer mein leben und denken beherrscht. und dieser gedanke lähmt mich manchmal richtig.
    kennst du dieses gefühl auch? wie gehst du damit um?

    im moment versuch ich mich jeden neuen tag so gut es geht durchzuboxen...
    das ist zwar anstrengend und manchmal bin ich nur müde und erschöpft, aber ich bekomm es nicht besser hin.

    wenn du tipps hast wie man sich ein bisschen besser durch den alltag 'hangeln' kann, hör ich sie mir gerne an.

    bella



    Re: auf der suche nach rat

    Chrissy - 17.09.2009, 15:36


    Es gibt kein Patentrezept, doch hier vielleicht etwas zum Hoffen:

    Anhand deiner Schilderung fällt mir auf, wie schlecht es mir mal ging. Denn genau diese Gedanken hatte ich auch. Am Ende hab ich so gehofft, dass der Tag vorbei ist, es keine Ansprüche an mich gibt und ich mich in mein Bett legen kann. Ich wollte nur noch schlafen und nichts von der Welt sehen - zu dumm, dass ich mir den Schlaf nicht gegönnt habe. Ich hab mir immer so viel in den Tag gepackt.
    Und trotzdem war der Hauptgedanke: Nicht essen- essen ...

    Und heute ist es erheblich weniger geworden. Mein Leben in Form von Aktivitäten und Denkweisen hat sich komplett geändert. Wenn ich es mir so recht überlege, habe ich es gar nicht mitbekommen. Das klingt nicht nachvollziehbar, aber mir viel es auch erst auf, nachdem ich nun deine Gedanken las - die auch mal meine waren.

    Am Besten wäre es wirklich mal bei der Gruppe vorbei zu schauen. Du musst ja nichts erzählen. Diese Option zu haben, finde ich ganz angenehm, denn dann kann man seine Gedanken noch für sich behalten. Und du musst keine Angst haben, dich zu blamieren. Jedoch wirst du recht schnell merken, dass die anderen genauso denken wie du. Verrückt und noch unvorstellbar,oder?

    Mir hat es auch sehr geholfen, diverse Bücher zu lesen.
    Da werden verschiedene Sichtweisen angesprochen und neue Denkanstöße vermittelt.

    Ein wichtiger Satz ist: Du bist nicht Schuld!

    Denn irgendwas scheint dich so sehr zu beschäftigen ist, dass es dich wortwörtlich ankotzt.
    Auch dachte ich immer, ich bin zu willensschwach und habe nicht genügend Disziplin, doch das Spucken ist auch biologisch erklärbar.
    Dadurch, dass ich tagsüber zuviel Disziplin hatte, nichts/wenig gegessen habe, Sport machte und ständig am Wirbeln war - wurde ich unterzuckert. Dementsprechend will der Körper versorgt werden und dies kann er am Besten mit Kohlenhydraten und zack schnellt der Blutzuckerspiegel in die Höhe. Wenn er schnell ansteigt, fällt er auch wieder schnell runter und man ist matt. Dass habe ich versucht zu unterdrücken, bis es nicht mehr ging, dann kam ein kleiner Einfluss von außen und (wie du schon geschrieben hast) war der nächste Anfall umso schlimmer. ...

    Was für ein elendiger Kreislauf...

    Die Esstherapie hat viel zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels beigetragen.



    Re: auf der suche nach rat

    Chrissy - 18.09.2009, 20:11


    Nun habe ich soviel geschrieben und doch etwas vergessen.

    Anfangs hat mir sehr geholfen sozusagene auslösende Lebensmittel festzustellen. Es waren Äpfel und Kakaopulver. Dh., immer wenn ich diese aß, selbst in einer normalen Situation, konnte ich mit essen nicht aufhören und es ging weiter weiter und weiter ...


    Fallen dir vielleicht auch einige ein?



    Re: auf der suche nach rat

    Paula - 19.09.2009, 23:12


    Hallo liebe Bella.
    Hm, es ist wirklich schade, dass du weiter weg wohnst.
    Vielleicht ist es dir dennoch möglich mal auf einem Freitag vorbeizuschauen (am besten jedoch vorher anmelden um auf Nummer sicher zu gehen). Der Verein ist gerade dabei ein Netzwerk aufzubauen, wozu auch die Erstellung einer Therapeutenliste zählt. Also eine Sammlung von Therapeuten, die in der Arbeit mit Essgestörten erfahren sind.. So könnte dir geholfen werden einen geeigneten Therapeuten zu finden. Außerdem verfügt der Verein über eine Ernährungsberatung, die immer samstags vormittags stattfindet. Hier könntest du noch einmal einiges rund um das Thema gesunde Ernährung erfahren und auch Tipps bekommen wie du Essanfälle vermeiden kannst..
    Hab den Mut:-)
    Lieeb Grüße



    Re: auf der suche nach rat

    Bella - 30.09.2009, 11:42


    Hey,

    hab es länger nicht geschafft zu schreiben, aber möchte euch danke sagen für die hilfreichen Antworten.
    Bin gerade in einer ziemlich angespannten Phase, der Tag müsste am besten 48 Stunden lang sein, habe einfach das Gefühl, die Zeit rennt mir davon und ich kann nicht alles schaffen was ich schaffen müsste.
    Durch die ganze Angst, dass ich die Ansprüche nicht erfüllen kann, such ich wieder öfter den Ausweg im Essen und Erbrechen.
    Das macht es aber eigentlich nicht viel besser und danach kommt schnell die Scham und blöde Schuldgefühle.

    Gruß Bella



    Re: auf der suche nach rat

    estrella - 30.09.2009, 13:13


    hi..
    ich hab zwar das problem mit Magersucht, aber mir hilft es immer wenn ich versuche zu verstehen warum ich weniger oder nichts esse. Wenn ich den grund weiß, dann kann ich zwar oftmals noch ncihts ändern, aber ich weiß woran es liegt und kann meine Reaktion etwas akzeptieren. Es ist ja eine Bewältigungsstrategie, die wir irgendwann mal gelernt haben & die uns geholfen hat mit etwas zurecht zu kommen. Dass sie nicht gesund ist wissen wir alles, aber ich akzeptiere es bei schwieirgen Situationen, dass ich diese "hilfe" für mich nun brauche.
    Das man etwas ändern muss ist klar, aber das dauert...
    vielleicht probierst du das mal aus...es könnte helfen



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