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Re: Mordlust
Ginger Fish 666 - 06.06.2010, 14:54Mordlust
Kapitel 1
Anreise
Der lange Weg von New York bis nach Shelton war anstrengend und nervig. Die meisten Highways waren zugepflastert mit Blechbüchsen in denen die unterschiedlichsten Menschen in der Morgenhitze des Septembers vor sich hin vegetierten. Zum Glück hatte mein VW Golf eine eingebaute Klimaanlage. Diese lief auch schon seit Stunden auf Hochtouren und ich machte mir schon ernsthafte Gedanken, dass sie die restliche Strecke nicht überleben würde. Das Radio spielte auf jedem verdammten Sender ein und den selben Song. Ich konnte die Rolling Stones noch nie leiden. Die Beatles waren für mich die Größten. Doch die Mediengesellschaft konnte anscheinend mit den Stones mehr verdienen.
Ich hatte das Gefühl als würde ich alle 15 Minuten auf die Uhr schauen. Und irgendwie war dem auch so. Zwar wusste ich nicht genau, warum ich dies tat, aber ich nehme an, dass mich dieses neue Hobby einfach ablenkte.
Der Stau schien unendlich und seit mindestens 3 Stunden starrte ich auf die Rücklichter ein und des selben Autos vor mir. Sie waren nicht ausgeschaltet. Anscheinend hoffte der Fahrer auf eine neue Autobatterie. Oder sein Hirn war von der Hitze schon so bearbeitet worden, dass ihm das schlicht und einfach gar nicht auffiel. Mir war das eigentlich ziemlich egal, da das Licht in der Morgensonne eh nicht richtig zu sehen war. Aber aus welchem Grund auch immer musste ich auf diese Rücklichter starren. Oder halt auf meine Uhr.
Knapp 20 Kilometer weiter kam eine Raststätte, laut dem Schild direkt neben mir. Meiner Erfahrung nach standen da jetzt mindestens 100 Wagen und hofften auf das baldige Auflösen dieser Stahlschlange. Darauf hoffte ich natürlich auch, aber mir war irgendwie bewusst, dass das noch eine ganze Zeit lang dauern könnte.
Als ich den zwanzigsten Sender ausgeschaltet hatte, weil dort auch nur die Stones gespielt wurden, entschloss ich eine CD einzulegen. Ich kramte im CD-Fach direkt neben meinem Fahrersitz und zog meine Lieblingsband heraus: Deep Purple. Lautstark ließ ich ´Stormbringer´ aus den kleinen Lautsprechern ertönen und drehte das Fenster etwas runter. Diese Hitze würde mich noch bekloppt machen. Wäre ich jetzt noch in New York wären die Schatten der riesigen Wolkenkratzer ein Segen. Doch ich war auf dem Weg in die kleine Stadt Shelton. Von New York bis in eine 40.000 Einwohner Stadt nach Connecticut zu fahren war keine gute Idee. Aber da ich unter Flugangst leide war dies die einzige Möglichkeit.
Alle paar Minuten kamen wir ein Stückchen auf dem Highway voran. Doch das beruhigte mich keineswegs. Ich war nervös. Das bin ich immer, wenn ich lange Strecken mit dem Auto zurücklegen muss.
Nach fast einer Stunde kam ich endlich an dem Abfahrtsschild an. Ich war heilfroh, denn das Bild des endlosen Highways war schon fast nicht mehr aus meinem Kopf zu kriegen. Ich hatte Hoffnungen, dass der restliche Weg etwas abwechslungsreicher wurde. Das hätte ich wohl mal lieber nicht denken sollen. Ich war auf einer recht verlassenen Straße unterwegs, kaum zu glauben, dass eben diese Straße nur eine Abzweigung des befahrenen Highways war. Doch genau auf dieser, nach knapp einer halben Stunde Fahrt, fiel der Motor meines schwarzen VW Golfs aus. Noch nie hatte mich dieses Auto zuvor sitzen lassen. Warum also gerade jetzt? Deutsche Autos waren wohl doch nicht für die Highways amerikanischer Staaten geschaffen. Sauer fuhr ich mit dem letzten Schwung an den Straßenrand um nach zu schauen, was mit meinem treuen Gefährt los war. Langsam stieg ich aus und streckte erstmal sämtliche Gliedmaßen. Ich hasste lange Autofahrten. Seufzend trat ich kurz gegen den linken Vorderreifen, als ich die kleine dunkle Rauchwolke sah, welche aus der Motorhaube kam. Kaum hatte ich den Motor von dem Stahl befreit stieg mir der ganze Qualm ins Gesicht. Schrecklich. Gerade als Nichtraucher. Allerdings war ich schon einige Zeit etwas abgehärtet, was Rauchwolken anging. Schließlich bin ich in New York geboren worden und wer da nach mehr als dreißig Jahren nicht immun gegen Abgase und desgleichen war hatte eindeutig etwas falsch gemacht.
Ich ließ den Motor etwas abkühlen und schaute mich etwas in der trüben Landschaft um. Kein einziges Auto fuhr an mir vorbei und noch nicht einmal ein Vogel zwitscherte oder krächzte in der Sonne. Langsam schlich ich um meinen Wagen rum zum Kofferraum. Eine kühle Erfrischung würde jetzt Wunder tun. Ich öffnete also die Kofferraumluke und kramte in der blauen Reisetasche rum. Ich hatte nicht viel Gepäck dabei, nur das Nötigste. Eine Reisetasche und zwei kleinere Koffer. Ich hatte nicht vor in Shelton ein komplett neues Leben zu beginnen, obwohl man das vielleicht von mir erwarten würde. Auch wenn ich nach Shelton versetzt worden war hieß das noch lange nicht, dass ich mein Großstadtleben aufgeben wollte. Ich würde vielleicht drei oder vier Jahre in Shelton bleiben und dann um eine Versetzung in die nächstbeste Großstadt beten. Fünf Jahre lang hatte ich in New York eine feste Stellung als Detective und nur wegen diesem einen kleinen Zwischenfall werde ich direkt in eine Kleinstadt verbannt. Die Geschichte hing mir zum Halse raus und mir grauste es jetzt schon davor meinem neuen Chef die Story erzählen zu müssen. Es würde einige Stunden dauern und eigentlich wollte ich das Geschehene so schnell wie möglich vergessen. Aber eigentlich verdrängte ich es nur mehr. Mit einer Person meines Vertrauens hatte ich über die Sache nie gesprochen. Wohl auch, weil ich niemand traute. Ich hatte keine Familie. Nicht mehr.
Enttäuscht musste ich feststellen, dass ich das letzte Wasser bereits ausgetrunken hatte und nun wortwörtlich auf dem Trockenen saß. Mein Wagen tat es nicht mehr, ich hatte nichts zu trinken und die pralle Sonne schien auch kein Erbarmen mit mir zu haben. Hatte ich denn nicht schon genug gelitten heute?
Schon früh am Morgen fing es an. Die Koffer hatte ich bereits den Tag davor gepackt und meine Wohnungsschlüssel beim Vermieter abgegeben. Meine komplette Wohnung bestand nur noch aus den Dingen die ich auch vorgefunden hatte als ich einzog. Meine neue Wohnung war um einiges Größer, was aber im wesentlichen daran lag, dass in New York Wohnungen sehr teuer waren. Logisch. In Shelton konnte ich mir was größeres erlauben. Und genau das tat ich auch. Die neue Wohnung hatte ich mir nur im Internet angeschaut. Das sollte reichen. Ich hatte keine Lust extra für die Wohnung schon vorher in das Örtchen zu fahren nur um eine Besichtigung in Anspruch zu nehmen. Die Zeit verbrachte ich lieber mit meinem Kollegen Dan Jovovich. Er war der einzige Mensch nach dem Zwischenfall mit dem ich noch etwas Zeit verbrachte. Ich hatte die ganzen fünf Jahre mit ihm zusammen gearbeitet. Ich bezeichne ihn zwar nicht als Freund, was er wahrscheinlich tat und doch konnte ich mich auf ihn stets verlassen. Ich hoffte nur, dass ich in Shelton einen ebenbürtigen Nachfolger bekommen würde. Bloß keinen Bürofuzzi, der noch nie in seinem Leben eine Leiche gesehen hatte und immer nur den Schreibkram der anderen übernahm. Ob mein Wunsch erfüllt werden würde blieb offen. Ich hatte mit den Angestellten meines neuen Arbeitsplatzes noch kein Wort gewechselt und wollte dies auch so lange es ging vermeiden. Ich mag Menschen einfach nicht. Gott weiß, warum ich, ausgerechnet ich Detective geworden bin. Wohl ist mein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn Schuld daran. Schon mein Vater war Detective gewesen und ich sollte in seine Fußstapfen treten. Er wäre wahrscheinlich alles andere als stolz auf mich würde er mich jetzt so sehen. Allein in der staubigen Landschaft mit einem veralteten Auto, dass jetzt wohl doch den Geist aufgegeben hatte.
Ich schaute mich noch mal in der Landschaft um. Der Wagen stand in der prallen Sonne und so würde sich der Motor nicht wirklich abkühlen. Also musste Schatten her. Doch wo sollte man in dieser kargen Landschaften einen solchen finden? Deshalb war ich immer Stadtmensch. Ich hasse Landschaften einfach. Ich kann damit nichts anfangen. Große Wolkenkratzer, ein Fastfoodladen an jeder Ecke und Menschen in teuren Anzügen; das ist meine Welt!
Seufzend setze ich mich wieder auf den Fahrersitz und krame meine Sonnenbrille raus. Wenigstens ließ die mich nicht im Stich. Nichts fiel ab und die Gläser waren auch nicht zerkratzt. Ein Segen für meine Augen! Ich versuchte nochmal den Wagen zu starten und – oh Wunder – er sprang an. Erleichtert drückte ich aufs Gaspedal und ließ den Wagen weiter die Straße entlang rollen. Wirklich durchdrücken wollte ich nicht. Das hätte der Wagen möglicherweise auch nicht überlebt. Nach gut zwanzig Minuten hörte sich der Wagen wieder ganz akzeptabel an und ich konnte etwas mehr Gas geben. Mit einem kurzen Blick auf die Uhr wusste ich, dass ich gleich an meinem ersten Arbeitstag tüchtigen Ärger bekommen würde, denn ich war jetzt schon knapp eine halbe Stunde in Verzug
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