Edrik´s Sicht

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    Re: Edrik´s Sicht

    Dieudonne - 05.05.2010, 16:40

    Edrik´s Sicht
    Meine Mutter hätte eigentlich überglücklich sein sollen, als sie eine gesunde Tochter zur Welt brachte. Doch das tat sie nicht. Denn in dem Jahr, in dem ich geboren wurde, galt es als Schande eine Tochter zu gebären.
    Man brachte sie meist gleich nach der Geburt um, also kann ich froh sein, dass meine Mutter mich stattdessen als Junge großgezogen hatte. Es klappte, keiner bemerkte diesen Schwindel und ich konnte in frieden mit meinen Eltern leben. Wenn da nicht meine zweite... Besonderheit... wäre.
    Als ich mein sechstes Lebensjahr beendete erwachten meine Kräfte und ich beschwor zum ersten mal meine treue Gefährtin Bess. Ich war ein Kind und verstand nicht was an Bess so besonders war, doch die anderen Dorfbewohner wussten es und hassten meine Eltern und mich dafür.



    Re: Edrik´s Sicht

    Dieudonne - 05.05.2010, 16:41

    1. Kapitel - Vergangenheit
    Die Schule interessierte mich nicht sonderlich, denn in meinen neunhundert siebenunddreißig Jahren kannte ich den Schulstoff schon auswendig. So ging es den meisten hier, trotzdem war es Pflicht die Schule zu besuchen, was meiner Meinung nach schwachsinnig war. Aber nach meiner Meinung wurde ja noch nie gefragt also warum jetzt?
    Meine Eltern hatten mich zumindest nie gefragt, als sie starben und ich von einer Familie namens Drivalde aufgenommen wurde, wollten plötzlich alle wissen was ICH wollte. Erst in dieser Zeit merkte ich, dass ich verlernt hatte wie man für sich selbst Entscheidungen traf.
    Die Drivalde´s waren nette Leute. Außerdem waren sie auch “anders“, genau wie ich alterten sie nicht wie normale Menschen. Ich lebte gern bei ihnen, und als ich siebenhundertundsechs Jahre alt war, bekam ich auch noch einen kleine Bruder.
    Sie nannten ihn Luke, Luke Drivalde. Das Gefühl, ihn aufwachsen zu sehen, während ich mich nicht veränderte, verwirrte mich. Ich beschützte ihn, tröstete ihn, wenn unsere Eltern auf Reisen waren. Ich tat einfach alles für Luke, denn er war die wichtigste Person in meinem Leben.
    Für ihn war ich sein großer Bruder, mit dem er alles machen konnte und dem er auch alles erzählen konnte. Natürlich meinten meine neuen Eltern, ich sollte mich wie ein Mädchen verhalten. Doch es war mir egal was ich war, also warum sollte ich mich nun auf einmal anders verhalten wie ich es gewohnt war? Also verhielt ich mich wie er mich haben wollte.
    An diesem Abend war ein heftiges Gewitter und die Drivalde´s waren auf einer wichtigen Geschäftsreise, also kam Luke wie immer zu mir und kuschelte sich an mich. In dieser Nacht fand er es heraus.
    Mein Körper hatte sich in der letzten Zeit stark verändert und man erkannte langsam das ich eine Frau war. Er umarmte mich und schmiegte seinen Kopf an meine Brust. Geschockt ist er zurückgewichen und in sein Zimmer zurückgekehrt. Seitdem ging er mir aus dem weg, hundertdreiundsiebzig Jahre lang wollte er mir nichtmal in die Augen schauen. Und obwohl ich es gewohnt war, tat es furchtbar weh das gerade er mich mied.



    Re: Edrik´s Sicht

    Dieudonne - 05.05.2010, 16:41

    2. Kapitel - Fleisch und Blut
    Es war ein Tag wie jeder andere, ich sah´s in meinem Zimmer und las ein dickes Buch, das mindestens genauso alt war wie ich. Ich liebte Bücher deshalb war es noch in einem sehr guten Zustand, worauf ich stolz war. Als jemand an meine Zimmertür klopfte, lugte ich hinter meinem Buch hervor und starrte die Tür an. Meine Eltern waren nicht daheim, also konnte es nur Luke sein, was er wohl wollte?
    "Herein!" Langsam ging die Tür auf und der nun Erwachsene Luke kam herein. Er war nichtmehr der kleine Bruder der in mein Bett krabbelte wenn er schlecht träumte. Der junge, der so viel jünger war als ich. Nein, sein etwas längeres schwarzes Haar und diese dunkelblauen Augen die einem in die Seele zu sehen schienen waren alles andere als kindlich.
    "Du liest?" seine Stimme, die so dunkel und gefährlich war ergab für mich keinen Sinn. Er fragte mich ob ich las? Das war der Grund seines Kommens? Mehr nicht? Ich starrte ihn völlig verwirrt an. "Du siehst doch das ich lese, wieso fragst du mich dann?" Seine Mundwinkel verzogen sich und bildeten ein lächeln auf seinem wunderschönen Gesicht, das einem dahinschmelzen lies. "Ja ich sehe es, aber ich wollte nur höflich sein"
    Misstrauisch zog ich eine Augenbraue nach oben und klappte vorsichtig mein Buch zu. "Warum solltest du gerade jetzt höflich sein? Und warum bist du überhaupt hier? Das letzte mal das du dich freiwillig in meine nähe begeben hast, war vor mindestens hundert Jahren, also warum?!"
    Luke zuckte kurz mit den Schultern, trat nun ganz in mein Zimmer ein und schloss die Türe hinter sich. "Ich weis nicht genau, vielleicht bin ich jetzt nur erwachsen genug um es zu verstehen. Und da meine Eltern weggefahren sind…" er betonte meine, was sollte das, verflucht noch mal? Ja ich war nicht ihr Sohn… oder Tochter besser gesagt, aber musste er mir das so unter die Nase reiben? "Deine Eltern? Ich habe nicht das Recht sie zu zu nennen oder was? Bist du froh das ich nicht ihr Fleisch und Blut bin?" Ich war wütend und verletzt, doch er nickte nur gelassen und schaute mich dabei mit seinen tiefblauen Augen an. "Ja, ich bin über glücklich das du nicht meine Schwester bist…"



    Re: Edrik´s Sicht

    Dieudonne - 05.05.2010, 16:42

    3. Kapitel - Traum
    Ich verstehe... Es wäre dir lieber ich währe ein Junge“ Ich seufzte und streichelte Bess, die sich neben mir in die Decke eingerollert hat. „Ich bin froh das du nicht mit mir verwandt bist“, stellte er richtig. Er starrte mich an, ich spürte es. Ein wohliger schauer durchfuhr mich, es gefiel mir, dass er mich ansah. „Verschwinde Luke... ich will das nicht hören. Es reicht das ich weis, dass ich nie zu euch gehören werde!“ Die tränen waren nahe doch ich blinzelte sie zurück. Luke kam näher auf mich zu und Bess fang plötzlich das fauchen an. Sie spürte das ich mich nicht wohl fühlte und das es an ihm lag. „Was ist mit ihr? Sie mochte mich doch sonst auch immer“ er hörte sich so an als wüsste er wirklich nicht was er da sagte. „Sie reagiert auf meine Gefühle und handelt entsprechend.“
    „Du bist also sauer auf mich, warum?“ Ich nahm Bess auf dem Arm.
    „Weil du mich hasst für etwas was ich nicht ändern kann! Du hasst mich weil ich eine Frau bin und nicht dein großer Bruder“ fauchte ich ihn an, wie Bess es zuvor getan hatte. „Ich hasse dich nicht, Edrik. Ich will auch nicht, dass du wütend bist.“
    „Warum sagst du das dann? Du bist froh, dass ich nicht das selbe Blut habe wie du!?“
    Aus irgendeinem Grund lächelte er mich nun an. „Ja, denn Inzest ist nunmal verboten...“
    Völlig perplex starrte ich ihn an. „Wie bitte? Sag das ich mich verhört habe...“
    „Das hast du keinesfalls“ unterbrach er mich sofort.
    „Dann schlafe ich? Mist! Hoffentlich zerknittert keine Seite meines Buches!“
    Luke kicherte leise und kam noch näher zu mir, bis er schließlich genau vor mir stand. Sanft strich er mein Haar aus meinem Gesicht. „Du schläfst auch nicht, das versichere ich dir. Aber wenn ich es dir beweisen soll, dann mach ich das gerne.“ Er lehnte sich nach vorn und berührte meine Lippen mit die seinen. Ungläubig riss ich meine Augen weit auf und stieß ihn von mir weg. „Was soll das?“ meine Stimme zitterte vor angst und verlangen nach seinen Berührungen.
    „Nun bin ich auch Erwachsen. Ich weis nun was ich brauch und was ich will. Nämlich dich.“
    Mein Körper zitterte wie Espenlaub und Bess sprang aus meinen Armen und maunzte, fast wie eine Katze. „Verarsch mich nicht! Du hast mich über hundert Jahre lang ignoriert, warum sagst du mir das gerade jetzt?“
    „Geh jetzt bitte... lass mich alleine...“ Luke beobachtete mich kurz und nickte schließlich, bevor er mein Zimmer verlies.
    Ich sackte zurück auf mein Kissen und atmete tief durch. „Es ist kein Traum“, nuschelte ich immer wieder vor mich hin.



    Re: Edrik´s Sicht

    Dieudonne - 05.05.2010, 16:43

    4. Kapitel - Frühstück
    Am nächsten Morgen wachte ich auf und glaubte wirklich, dass ich das alles geträumt hatte.
    Ich stand auf und gönnte mir erstmal eine schöne warme Dusche, bevor ich runter ging um das Frühstück zu zubereiten. Es machte mir spaß für andere zu kochen, auch wenn man mich oft nicht lies. Früher weil ein Junge einfach nicht kocht und heute weil die Drivalde´s dafür zuständig waren. Aber heute waren sie weg, also hatte ich die Küche ganz für mich allein.
    „Bess...“ rief ich meine Gefährtin die genau wusste was sie jetzt zu tun hatte. Bess war diejenige die Luke immer aufweckte, also machte sie es auch diesen Morgen.
    Luke kam nach einiger Zeit mit Bess auf den Armen der Treppe herunter. Bei seinem Anblick konnte ich ein lächeln nicht verkneifen, ich war sonst nie der fröhliche Typ aber er schaffte es immer wieder mich zum lächeln zu bringen. Seine langen dunkelbraunen Haare standen ihm wild vom Kopf ab und seine Augen schienen nun schwarz zu sein. Als ich zu Bess auf seinen Armen sah, bemerkte ich erst, dass er nur eine schwarze Jeans trug und sein Oberkörper nackt war. Verlegen schaute ich zur Seite.
    „Guten Morgen, Elisabeth...“ begrüßte er mich während er die Hand vor den Mund hielt und gähnte.
    „Nenn mich nicht so. Mein Name ist Edrik!“ Bess sprang aus seinen Armen und kletterte dann auf die Anrichte, wo eine kleine Schüssel Milch auf sie wartete.
    Elisabeth. So haben mich die Drivalde´s genannt, als ich zu ihnen kam. Sie meinten, dass der Name besser zu mir passte, schließlich war ich ja ein Mädchen und kein Junge.
    „Du bist eine Frau also nenne ich dich auch Elisabeth... Und Elisabeth, was hast du heute für mich leckeres gemacht?“ Ich hasste es regelrecht wenn er meinen anderen Namen sagte, meine Ersatzeltern nannten mich Beth, damit konnte ich leben. Doch Elisabeth war die pure Hölle für mich.
    Ich schnaubte wütend doch dann beruhigte ich mich schnell wieder und antwortete ihm.
    „Ich habe dir nur ein Brot gemacht... Ich war ein bisschen spät dran“
    Er nickte und ging zu dem großen silbernen Kühlschrank und holte eine Flasche mit frischem Orangensaft heraus. „Willst du auch welchen?“ Er hob die Flasche in meiner Richtung und wartete auf meine Antwort die nur ein nicken war. Luke schenkte mir ein Glas ein und stellte es auf unserem Esstisch, er selbst trank aus der Flasche und stellte sie wieder in den Kühlschrank. Nachdem mein Brot fertig mit Marmelade bestrichen war nahm ich die zwei Teller auf denen die Brote lagen und ging zum Tisch.
    „Hier...“ sagte ich leise und stellte ihm seinen Teller hin.
    Er biss von seinem Brot ab und lächelte mich dann an. „Lecker, wie immer! Nur deine Lippen sind süßer Elisabeth.“



    Re: Edrik´s Sicht

    Dieudonne - 05.05.2010, 16:43

    5. Kapitel - Realität
    Meine Lippen? Woher? ...“ der Traum, schoss es mir durch den Kopf. Luke hatte mich tatsächlich in der vergangenen Nacht geküsst. „Das ist nie passiert, ist das klar!? Ich will das nicht und du tust besser daran, wenn du dich von mir fern hältst!“ Es war nicht so das ich Luke nicht mochte. Nein, ich war mir sicher das ich ihn liebte, aber ob das wirklich die Liebe war, die er meinte? Er sah verletzt zu mir auf, sein Anblick lies mich zurück schrecken. Dennoch war ich mir sicher, dass es für ihn und auch für mich besser so war. Ich hielt es nicht mehr aus und wendete mich von ihm ab. „Ich verlasse früher das Haus, muss noch etwas erledigen... Und du solltest dich auch fertig machen!“ Wir hatten zwar noch genug Zeit, doch ich wollte so schnell wie möglich hier raus. Ich trank mein Glas Orangensaft auf einmal leer und packte mein Frühstücksbrot, das sicher in einer Box verstaut war, in meine Schultasche.
    Ich rannte regelrecht aus dem Haus, draußen angekommen atmete ich tief durch um meine Gedanken zu sammeln. Heute war ein wunderschöner sonniger Tag, doch ich konnte mich nicht darüber freuen. Wir hatten heute zwar nur sechs Stunden Unterricht, aber ich konnte mich einfach nicht auf ihn konzentrieren.
    Bess, die auf meinem Tisch lag maunzte etwas verärgert. Mit der Zeit hatte ich gelernt, sie vor den Augen der anderen zu verstecken, was jetzt der Grund war warum nur ich ihr murren hörte. Sie war so aufgewühlt wie ich. „Tut mir leid... Halte noch ein bisschen aus Ok?“ flüsterte ich so leide, dass mich keiner außer Bess hörte.
    Nachdem ich diese sechs endlos langen Stunden hinter mir hatte trottete ich langsam Heim. Luke würde noch nicht von seiner Schule zurück sein, heute hatte er noch zusätzliche Sportstunden. Also konnte ich erstmal in ruhe Kochen und über all das was passiert war nachdenken.
    Auf dem Nachhause weg ging ich vorher nochmal bei einem kleinen Laden vorbei, schließlich musste ich erstmal die Zutaten für das Essen einkaufen. Nachdem auch das erledigt war, dauerte es nichtmehr lange bis ich Daheim war.
    Ich machte Luke´s Lieblingsgericht, Hackbraten, und schaute auf die Uhr als ich fertig mit den Vorbereitungen war. „Luke kommt erst spät Heim...“ Ich überlegte kurz, wenn er um die gleiche Zeit wie immer Heim kam, dann hatte ich noch Zeit um ein Bad zu nehmen.
    Als ich meine Schuluniform auszog war mir erst kalt, doch das angenehme Wasser wärmte mich schnell wieder auf. Bess die immer in meiner nähe war, lag auf meinem Bauch zusammengerollt. Obwohl sie Wasser nicht gerade bevorzugte blieb sie an meiner Seite.



    Re: Edrik´s Sicht

    Dieudonne - 05.05.2010, 16:44

    6. Kapitel - Wasser
    Meine Augen waren geschlossen, als ich es genoss in der Badewanne einfach nur zu treiben. Bess kletterte weiter nach oben und lag nun auf meiner Brust.
    „Bess... wenn du nicht nass werden willst, dann geh nicht mit mir in die Badewanne!“ Bess leckte mir mit ihrer kleinen rauen Zunge über mein Kinn. „Ja ist ja schon gut...“ Nach circa 30 Minuten seufzte ich und sagte zu Bess: „Komm wir müssen langsam das Essen fertig machen“ Ich hob Bess hoch und setzte sie auf dem Boden ab.
    Dann richtete ich mich auf und stieg aus der Wanne um mich abzutrocknen, doch zuerst war Bess an der Reihe. Ich kniete mich vor ihr hin und trocknete vorsichtig ihr Fell. „Sooo... jetzt bist du wieder trocken!“ Bess maunzte und sprang auf einer kleinen Kommode.
    Ich stand auf und war gerade dabei mir ein Handtuch umzubinden, als die Badezimmertür aufging und Luke plötzlich vor mir stand.
    Er starrte mich an, grinste dann und sagte: „Du bist ja ganz schön feucht, Elisabeth...“ Luke schaute an mir herunter bis er an meinen Füßen angekommen war.
    „Du tropfst ja regelrecht.“ Ein schauer lief mir über den Rücken, da ich seine Blicke auf mich spürte.
    Ich stand einige Zeit nur da und starrte ihn an, bis mir die Situation in der ich mich gerade befand klar wurde. Schnell band ich mir das große Handtuch um, dass ich bereits in den Händen hielt.
    „Du bist schon Daheim!?“ stellte ich erstaunt fest und fragte mich warum. „Ja ich bin früher gegangen.“
    Ich verschränkte die Arme vor der Brust. „Das Essen ist noch nicht fertig...“ Er lächelte mich an und eine ungewohnte Hitze breitete sich in meinem Körper aus.
    „Das macht nichts, ich habe ja reichlich Entschädigung bekommen!“ Ich drehte mich um, und hoffte das er es verstand, dass es mir peinlich war. Doch er merkte es nicht, oder wollte es nicht merken. „Schade... Aber wie du willst Elisabeth!“ sagte Luke, während er mich nochmals ausgiebig musterte und dann schließlich nach unten ging.
    Als er weg war blieb ich noch eine weile so stehen, doch dann konnte ich mich nicht mehr auf den Beinen halten und ich glitt zu Boden.



    Re: Edrik´s Sicht

    Dieudonne - 05.05.2010, 16:45

    7. Kapitel - Gedanken
    Ich sah´s solange auf dem kalten Boden, bis ich die kälte nicht mehr aushielt und schließlich aufstand. Bess maunzte besorgt, was mich zum lächeln brachte.
    „Lass uns das vergessen und endlich das Essen machen!“ Mittlerweile war auch meine Haut trocken geworden also cremte ich mich nur noch ein und verband meinen eindeutig weiblichen Oberkörper, um meine Rundungen so gut wie möglich zu verstecken. Danach zog ich eine dunkle Jeans und dazu einen schwarzen Pullover an.
    Nach außen war ich ein fast perfekter junger Mann.
    Ich nahm meine kleine Gefährtin auf den Arm, drückte sie kurz an mich und ging dann runter in die Küche.
    „Was würde ich nur ohne dich tun?“ Fragte ich sie, als ich sie auf die Theke setzte und nochmals streichelte.
    Luke war nicht unten, vielleicht war er in seinem Zimmer, dachte ich während ich mich in der Küche und im angrenzenden Wohnzimmer umsah. Aber das kam mir gerade recht. Ich schob den Hackbraten in den Ofen und kochte die Nudeln, die nur 10 Minuten brauchten. Während das Essen langsam vor sich hin kochte, deckte ich den Tisch.
    Alles war nun fertig, nur Luke fehlte noch. Ich wollte nicht, dass er jetzt runter kam und im gleichen Raum wie ich war, er verwirrte mich und das konnte ich jetzt wirklich nicht gebrauchen. Trotzdem schickte ich Bess, um Luke zu holen.
    Es war egoistisch von mir, dass ich allein sein wollte. Ich war sein großer Bruder, oder große Schwester und so musste ich mich auch verhalten.
    Luke kam mit einer undefinierbaren Miene die Treppe herunter.
    „Ich sterbe fast vor Hunger!“ sagte er etwas missmutig.
    Mein Körper verlangte auch nach etwas zu Essen, doch als ich Luke ansah verging mir der Appetit.
    „Gut, denn du kannst alles alleine aufessen. Ich habe keinen Hunger!“
    Luke sah auf den für zwei gedeckten Tisch und dann wieder zu mir. „Du solltest wirklich etwas essen. Du bist jetzt schon zu dünn...“ Er sah mich an, als würde er meine Maße nehmen.
    „Das geht dich gar nichts an!“ fuhr ich ihn an. Es war wirklich lächerlich, ich hatte einen Bären Hunger, doch der drang über das alles Nachdenken zu wollen war stärker und das konnte ich in seiner Nähe nunmal nicht.
    Ich nahm den Teller und das Besteck, das ich für mich gedeckt hatte und räumte es wieder auf. Er beobachtete mich dabei und wiederholte dann seine Worte: „Du solltest wirklich mitessen, es ist genug für uns zwei da“
    „Nein!“ fuhr ich ihn an.



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