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Re: April 2010
Nachtperle - 03.04.2010, 16:59April 2010
1. April 2010
[Paulus sagte:] Das Passahfest stand bevor. Jesus wusste, dass für ihn die Stunde gekommen war, diese Welt zu verlassen und zum Vater zu gehen. Er hatte die Menschen, die in der Welt zu ihm gehörten, immer geliebt. Jetzt gab er ihnen einen letzten und äußersten Beweis seiner Liebe. Johannes 13, 1
Mit diesen Worten beginnt Johannes seinen Bericht von den letzten Stunden im Leben Jesu. Sie bilden eine Art Zusammenfassung dessen, was folgt, und sie erklären, warum Jesus den Leidensweg geht, der vor ihm liegt. Seine Gedanken sind zum einem bei dem himmlischen Vater, in dessen Namen er gehandelt und zu dessen Verherrlichung er gelebt und gewirkt hat. Zum anderen sind es die Menschen, die ihm lieb und teuer geworden sind, denen seine volle Aufmerksamkeit gilt. Er weiß, dass der Plan Gottes ihn zum Passahlamm erwählt hat, das durch seinen Tod die Sünden der Welt tragen – ja, für immer hinwegtragen wird. Vom ersten Tag an hatten ihm Weg und Ziel deutlich vor Augen gestanden. Alles Reden und Tun, jedes Gespräch und Zeichen war im Vorgriff auf diese Stunde geschehen, die jetzt plötzlich - doch nicht unerwartet – über ihm hereinbrach. Nun galt es, das Werk zu vollenden, für das er gekommen war. Dabei erfüllte ihn die gleiche leidenschaftliche Hingabe, die schon seine Menschwerdung gekennzeichnet hatte.
Der bekannte englische Fernsehkoch Jamie Oliver, ausgezeichnet für seine einfachen Rezepte und für sein Bemühen um gesünderes Essen in den Schulkantinen, hat sein Erfolgsrezept folgendermaßen auf den Punkt gebracht: „Wenn du Veränderungen sehen möchtest, musst du mit einer Leidenschaft beginnen.“ Genau das war es auch, was das Leben Jesu kennzeichnete und schließlich zu seinem Tod führte. Seine lebenslange Passion für die Menschen endete fast unvermeidlich in der Passion zwischen Gethsemane und Golgatha. Doch davor scheute er sich nicht, sondern war bereit, seinen Weg bis zum Schluss zu gehen. Das ist weniger zeitlich gemeint - „bis ans bittere Ende“ -, sondern eher qualitativ – „bis zur Vollendung, bis zum Äußersten“! Vollkommenheit, wie Jesus sie meinte und vorlebte, bedeutet vollkommene Liebe, völlige Hingabe. In der entscheidenden Stunde der Menschheitsgeschichte wurde wie nie zuvor klar, was es heißt: „Gott ist Liebe“
Rolf J. Pöhler
Aus Liebe stirbt der Herr
Für mich gibt er sich hin
Dass ich, durch ihn mit Gott versöhnt
Auf ewig bei ihm bin
Henry Williams Baker
Bibelleseprogramm:
Morgens: Richter 19-21
Abends: Lukas 7, 31-50
Re: April 2010
Nachtperle - 03.04.2010, 17:01
2. April 2010
Gegen drei Uhr schrie Jesus [am Kreuz]: ....“Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Matthäus 27, 46(Gute Nachricht Bibel)
Vor Jahren erregte der Film „Die Passion Christi“ von Mel Gibson die öffentliche Diskussion. Er wollte die Leiden Christi so realistisch wie möglich darstellen. Deshalb enthielt der Film viele brutale Szenen. Trotz der lobenswerten Absicht verkündete dieser Film nicht das Evangelium, weil er die Leiden Christi auf der rein menschlichen Ebene behandelte.
Es ist bemerkenswert, wie zurückhaltend die Evangelien in der Beschreibung dieser Leiden sind – einerseits, weil die Menschen damals wussten, was das bedeutete, gekreuzigt zu werden, vor allem aber, weil die wahren Leiden Christi ganz anderer Art waren. Sie können prinzipiell in keinem Film dargestellt werden – und auch kaum mit Worten. Paulus beschrieb sie so: „Christus hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns.“ Galater 3, 13 Dieser „Fluch“ ist die Strafe, die das Gesetz über jeden Übertreter ausspricht. Das ist der endgültige, der in der Bibel so genannte “zweite Tod“ Offenbarung 21, 8. Er bedeutet die völlige und endgültige Trennung von Gott, die Auslöschung der Existenz in Ewigkeit ohne jede Hoffnung.
Jesus trug am Kreuz die Strafe für unsere Sünden (siehe Jesaja 53, 4+5). Er, der immer eng mit dem Vater verbunden war und die Trennung von Gott nie erlebte, musste nun ihre ganze Tragweite durchleiden. Dies ließ ihn den schrei ausstoßen, der unser heutiges Andachtswort ist. Das war keine Schauspielerei, um die Dramatik zu erhöhen, sondern bittere Realität. „Seine Seelenqual war so groß, dass er die körperlichen Schmerzen kaum wahrnahm.“ (Ellen Gl White, [i]Das Leben Jesu, S.753) Was für eine Qual – kaum vorstellbar! Und eigentlich haben wir sie verdient! So schrecklich ist die Sünde in Gottes Augen!
Für Jesus gab es in den letzten Stunden am Kreuz keinerlei Auferstehungshoffnung mehr. Aber dennoch gab er sich nicht der Verzweiflung hin. Sein Vertrauen zum Vater hielt durch. Deshalb starb er nicht mit diesem verzweifelten Ausruf, sondern mit dem Ruf: „Es ist vollbracht!“ Johannes 19, 30
Unsere Aufgabe ist es, auf Jesus am Kreuz zu blicken, um uns diese Leiden vor Augen zu führen und die Größe der Liebe zu begreifen, die Christus zu uns hat. Der heutige Karfreitag ist ein guter Anlass dafür. Dadurch werden unsere Herzen zu wahrer Reue, zu vorbehaltloser Hingabe an Christus und echter Liebe zu ihm geführt. So erfahren wir die Erlösung.
Werner E. Lange
Bibelleseprogramm:
Morgens: Buch Ruth
Abends: Lukas 8, 1-25
Re: April 2010
Nachtperle - 03.04.2010, 17:02
3. April 2010
Das geschah am Freitag, unmittelbar vor Beginn des Sabbats. Die Frauen, die zusammen mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, folgten Josef. Sie sahen das Grab und waren dabei, als der Leichnam von Jesus hineingelegt wurde. Dann kehrten sie in die Stadt zurück und beschafften sich wohlriechende Salböle. Doch den Sabbat verbrachten sie in Ruhe, wie das Gesetz es vorschreibt. Lukas 23, 54-56(Gute Nachricht Bibel)
Der Ostersonntag ist das höchste Fest der Christenheit, an dem das Gedenken an die Auferstehung Jesu im Mittelpunkt vieler Gottesdienste steht. Der Karfreitag erinnert an die Kreuzigung und das Sterben Jesu, der Ostersonntag an das leere Grab und seine Auferstehung. Was aber geschah an dem Tag dazwischen? Welche Bedeutung hat der Karsamstag?
Jesus sprach in den Ankündigungen seines Leidens und Todes mehrfach vom „dritten Tag“, an dem er auferstehen würde Matthäus 16, 21; 17, 23; 20, 19; die Formulierung „nach drei Tagen“ im Markusevangelium besagt dasselbe, (siehe Matthäus 27, 63+64 oder von „drei Tagen und drei Nächten“. Doch nicht nur Sterben und Auferstehen, sondern auch das Begrabensein (am Sabbat) gehören zur Erfüllung der Leidensankündigungen Jesu 1. Korinther 15, 4
Mehr noch: Jesus ruhte am Sabbat im Grab, nachdem er seine Erlösungstag vollendet hatte. Als Schöpfer hatte er nach dem vollendeten Schöpfungswerk am Sabbat geruht, als Erlöser ruhte er nun auch nach der Erlösung. So wie der Sabbat ein Gedenktag der vollendeten Schöpfung ist, wurde er durch Christus auch zum Gedenktag für die vollendete Erlösungstat. (vergleiche 2. Mose 20, 11; 5. Mose 5, 12. 15)
Den Frauen, die im Andachtstext erwähnt werden, ermöglichte die Ruhe Jesu im Grab auch das Einhalten der eigenen Sabbatruhe. Sie hatten am Freitag noch die Salben vorbereitete und wollten Jesus am ersten Wochentag einbalsamieren. Sie ruhten jetzt am Sabbat. Sie brauchten dringend diesen Tag der Besinnung und Einkehr, denn die Ereignisse des vorhergehenden Tages hatten sie sehr schockiert. Auch der kommende Tag sollte aufwählende Neuigkeiten für sie bringen – allerdings positive.
Der Sabbat wurde zu einem Gedenktag für die Zeitenwende in der Heilsgeschichte, aber auch in unserem Leben. Wir Gläubige sind mit Christus gestorben und auferstanden, schrieb Paulus Römer 6, 4. Dazu gehört auch das Begrabenwerden in der Taufe, bevor neues leben entstehen kann. Der Sabbat ist ein Zeichen für unser neues Leben in Christus.
Roland E. Fischer
Bibelleseprogramm:
Morgens: 1. Samuel 1-3
Abends: Lukas 8, 26-56
Re: April 2010
Nachtperle - 04.04.2010, 21:14
4. April 2010
Die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen nichts; sie haben auch keinen Lohn mehr, denn ihr Andenken ist vergessen. Ihr Lieben und ihr Hassen und ihr Eifern ist längst dahin; sie haben keinen Teil mehr auf der Welt an allem, was unter der Sonne geschieht. Lukas 23, 54-56 (Gute Nachricht Bibel)
Der Tod ist auch heute noch für viele ein Geheimnis. Oft stehen Menschen am Grab eines Verstorbenen und fragen sich, wo er wohl hingegangen ist. Schaut er jetzt vom Himmel herab? Kann er mich noch hören?
Clevere Geschäftsleute versuchen diese Situation auszunutzen. So hat neuerdings ein Osnabrücker Raumausstatter ein Telefon für ein Grab auf den Markt gebracht. Es handelt sich um ein kleines wasserdichtes Kästchen, in dem sich ein Handy, ein Lautsprecher und eine Stromversorgung befinden. Es wir in die Grabstätte eingegraben, ist zwölf Monate empfangsbereit und bietet eine Sprechzeit von 200 Stunden. Man braucht also nicht mehr zum Grab zu gehen, um mit dem Verstorbenen zu reden. Jetzt kann man das von zu Hause aus tun. Der Preis für diese moderne Form der „Trauerbewältigung“ beläuft sich auf stolze 1495 Euro.
Der obige Bibeltext sagt allerdings deutlich, dass dies rausgeworfenes Geld ist. Tote „nehmen an nicht mehr teil von alldem, was unter der Sonne geschieht! (Bruns) Jesus hat den Tod mit einem Schlaf verglichen und versichert, dass die Stunde kommen wird, „in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts“ .Johannes 5, 28-29 Wären die Toten schon jetzt im Himmel – oder wo sonst auch immer - , warum sollten wir dann noch auf eine Auferstehung warten? Welche Bedeutung hätte da Jesu Wiederkunft?
Die Auferstehung Jesu ist das Zentrum des christlichen Glaubens. Paulus hat es so gesagt: „Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch eure Glaube vergeblich.“ 1. Korinther 15, 14 Weil Jesus selbst den Tod besiegt hat und vor den Toten auferstanden ist, darum gibt es für uns eine Grundlage für unsere Hoffnung auf die Auferstehung der Gläubigen und ein ewiges Leben. Die frohe Botschaft des heutigen christlichen Feiertages ist: „Christus ist auferstanden!“
Günther Machel
Bibelleseprogramm:
Morgens: 1. Samuel 4-6
Abends: Lukas 9, 1-17
Re: April 2010
Nachtperle - 05.04.2010, 15:07
5. April 2010
“Frau warum weinst du?“ fragten die Engel. „Maria!“, sagte Jesus zu ihr. Sie Wandte sich ihm zu und sagte: „Rabbuni!“ Das ist Hebräisch und heißt: Mein Lehrer“ Johannes 20, 13+16 (Gute Nachricht Bibel)
Es war noch dunkel und früh am Morgen, als Maria aus Magdala fassungslos vor dem leeren Grab stand. Als Jesus am Freitag ins Grab gelegt wurde, dachte sie, die Welt würde untergehen. Der Schmerz des Verlustes war so stark, dass es – so meinte sie - nicht noch schlimmer kommen konnte. Aber es kam noch schlimmer: Jetzt hatte sie nicht einmal mehr einen toten Herrn! Petrus und Johannes, die zwei kompetentesten Jünger Jesu, waren angesichts des geöffneten Grabes genauso ratlos und hilflos wie sie.
Ja, es gibt solche Augenblicke im Leben, in denen scheinbar nichts und niemand mehr helfen kann. Aber Maria konnte sich damit nicht einfach abfinden. Obwohl e sinnlos erschien, blieb sie an dem Ort, an dem sie den Körper von Jesus zuletzt gesehen hatte. Er hatte ihrem Leben einen neuen Sinn gegeben, ihr ihre Würde wieder geschenkt und bewiesen, dass er stärker war, als die vielen „Herren“ ihres alten Lebens. Bei ihm lernte sie, was reine Liebe ist und wie wertvoll Hoffnung und Frieden sein können. Vergebung ihrer Schuld und Befreiung von der Macht der Sünde wurden die wertvollsten schätze ihres Lebens.
Mit ihrem verzweifelten Ausruf „Sie haben meinen Herrn weggenommen“ wurde in jedem Augenblick die Tragweite ihres Verlustes deutlich: Wenn er sich gegen seine Zerstörung nicht wehren konnte, wenn andere sogar über seinen Leichnam willkürlich verfügen konnten, wie könnte er dann noch jemandem helfen?
Hat man auch dir schon einmal den Herrn weggenommen? Waren es fremde Gedanken, die die Glaubwürdigkeit des Wortes Gottes untergraben haben? Konntest du Jesus nicht mehr sehen? Waren es lieblose Worte und taten, die in dir alles zerbrochen haben oder sich zwischen dich und die Liebe Jesu gestellt haben? Waren es schwere Schicksalsschläge oder die eigenen Verstrickungen in Schuld?
Dann drehe dich um und strecke deine Hand aus, denn Jesus ist ganz nah bei dir! Er ruft deinen Namen – so persönlich wie damals an jenem Morgen den Namen Marias! Deinen Herrn kann dir nichts und niemand wegnehmen. Er lebt, denn er ist tatsächlich auferstanden.
Erhard Biró
Bibelleseprogramm:
Morgens: 1. Samuel 7-9
Abends: Lukas 9, 18-36
Re: April 2010
Nachtperle - 06.04.2010, 19:57
6. April 2010
Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld. 1. Korinther 13, 7 (Gute Nachricht Bibel)
Vor 100 Jahren, im April 1910, starb Friedrich von Bodelschwingh (der Ältere), der Gründer der Heils und Pfleganstalt „Bethel“ bei Bielefeld.
Eines seiner Erlebnisse mit psychisch Kranken berührt mich jedes Mal, wenn ich es lese: Als Bodelschwingh einmal nach seiner Gewohnheit durch die Häuser ging, die er aus Liebe für die Armen, Kranken und Alten erbaut hatte, gelangte er auch in einen Raum, in dem sich leicht erregbare Kranke aufhielten. In dem Augenblick, da er eintrat, kam ein Mann auf ihn zu und schlug ihm hart ins Gesicht.
Bodelschwingh blieb ganz ruhig. Mit einem Blick des Mitleids sah er einen Moment auf den grollenden Mann. Dann wandte er sich den Pflegern zu und sagte: „Wir haben diesen Bruder noch nicht genug geliebt.
So möchte auch ich in einer vergleichbaren Situation reagieren! Ob ich täglich meine Selbstbeherrschung trainiere sollte? Geduld ist nicht unbedingt meine Stärke. Vielleicht sollte ich zum Bezahlen am Supermarkt grundsätzlich die Kasse mit der längsten Warteschlagen wählen. Und auf der Autobahn immer rechts fahren. Dann ... ja, dann würde ich freundlicher und geduldiger reagieren. Auch noch in zehn oder zwanzig Jahren, wenn die physischen und psychischen Kräfte nachlassen?
Freundlich und geduldig handeln – das ist das eine, aber im Wesen, von innen her freundlich und geduldig sein – das ist etwas anderes. Verhaltensänderungen kann man antrainieren, für die Veränderung meines Wesens ist jemand anderes zuständig: Derjenige, der mich erschaffen und erlöst hat. ER tut dies gern durch seinen Geist.
Ja, der Heilige Geist allein kann mich mit göttlicher Liebe erfüllen ( um sie geht es in dem 1. Korinther 13, aus dem der heutige Andachttext stammt). Sie gibt einen Menschen nicht auf, solange er lebt. Der Heilige Geist allein kann in mir die Eigenschaften entstehen und reifen lassen, die menschlich nicht machbar sind: Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Bescheidenheit, Selbstbeherrschung. Galater 5, 22+23
Bodelschwingh handelte so, wie es Jesus in einer ähnlichen Situation sicher auch getan hätte. Bodelschwingh ist tot, aber Jesus lebt – bei seinem Vater, aber auch in uns. Lassen wir ihn einfach viel mehr zum Zuge kommen“
Eli Diez-Prida
Bibelleseprogramm:
Morgens: 1. Samuel 10-12
Abends: Lukas 9, 37-62
Re: April 2010
Nachtperle - 07.04.2010, 08:06
7. April 2010
Herr, wir haben dir die Treue gebrochen, wir haben uns gegen dich aufgelehnt – und du hast uns nicht vergeben! Klagelieder 3, 42 (Hoffnung für alle)
Seit es Menschen gibt, sind sie bestrebt, ihre Schuld auf andere zu schieben. Angefangen hatte das bereits mit Adam, der die Schuld für das erste gravierende Fehlverhalten auf seine Frau geschoben hat. Und für Eva war die Ursache allen Übels natürlich die böse Schlange. 1. Mose 3, 12+13
Bei uns ist das nicht anders. Besonders Christen, die hohe Erwartungen an ein geheiligtes Leben haben, scheint es sehr schwer zu fallen, zu ihren Schwächen zu stehen.
Wir suchen die Ursache für die missliche Lage in den Umständen, in Sachzwängen oder bei unseren Mitmenschen: „Hätte er sich anders verhalten oder wäre er etwas kompromissbereiter, dann gätte ich nicht so gehandelt.“ Weil es schwer ist, Fehler einzugestehen, sind wir sehr kreativ, wenn es darum geht, die Schuld von uns wegzuschieben.
Damit ist die schmerzliche Erkenntnis verbunden, es nicht geschafft zu haben, gescheitert zu sein – und das vor anderen eingestehen zu müssen. Es ist für viele nur schwer zu ertragen, aber es ist nun einmal eine Tatsache: Wir machen Fehler, erreichen manche Ziele nicht und scheitern in vielen Lebensbereichen immer wieder.
Nehmen wir uns ein Beispiel an der Klage Jeremias: „Wir haben gesündigt!“ Klagelieder 3, 42 Wenn wir das auch so bekennen können, dann stehen wir ohne Wenn und aber zu dem, was uns nicht gelungen ist. Wir haben gegen Gott gesündigt, indem wir unsere eigenen Wege gegangen sind, andere verletzt oder ungerecht gehandelt haben. Wir sind verantwortlich für unser Handeln und reden uns nicht mehr heraus. „Wir haben gesündigt““ – Punkt.
Manchmal haben wir das Gefühl, als ob Gott uns nicht vergeben könnte – weil wir uns nicht mehr vergeben können. Doch Gott ist immer zur Vergebung bereit, wenn wir unsere Schuld vor ihm reumütig bekennen, 1. Johannes 1, 9 Die Zusage, die Gott dem Volk Israel damals gegeben hat, gilt auch uns heute: „Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich!“ Jesaja 44, 22
Wir können jederzeit und ohne Angst mit all unserer Schuld zu Gott kommen. Er ist immer für uns, er vergibt uns und befreit uns von unserer Sünde.
Roland Nickel
Bibelleseprogramm:
Morgens: 1. Samuel 13-14
Abends: Lukas 10, 1-24
Re: April 2010
Nachtperle - 08.04.2010, 06:23
8. April 2010
Darum wollen wir vor Gott hintreten mit offenem Herzen und in festem Glauben; unser Gewissen wurde ja von aller Schuld gereinigt und unser Leib in reinem Wasser gewaschen. Hebräer 10,22(Gute Nachricht Bibel)
Die Gläubigen in alttestamentlicher Zeit konnten sich Gott nur durch Vermittlung eines Priesters nahen. Der hatte die Aufgabe, die Brücke zwischen Gott und den Menschen zu schlagen. Den Lesern des Hebräerbriefes bringt der Apostel eine für die damalige Zeit unglaubliche Botschaft. Jetzt ist es anders: „Lasst uns also festhalten an der Hoffnung, zu der wir uns bekennen. Wir haben einen überragenden Obersten Priester, der alle Himmel durchschritten hat und sich schon bei Gott, im himmlischen Heiligtum, befindet: Jesus, den Sohn Gottes.“ Hebräer 4, 14 (Gute Nachricht Bibel) Christus hat also die Vermittlung übernommen. Wir sind nicht mehr an zeremonielle Formen oder heilige Stätten gebunden, sondern haben im Glauben an Jesus ständig und direkt Zugang zum himmlischen Vater.
Gemeinschaft mit Gott hängt davon ab, ob wir sie wollen und suchen. Hinter der Aufforderung im Andachtstext „Lasst uns hinzutreten“ steht der Gedanke: Die Tür zu Gott ist offen, aber hindurchgehen müssen wir selbst! Und das nicht nur einmal bei der Taufe oder gelegentlich bei feierlichen Anlässen oder beim Abendmahl, sondern täglich.
Wie macht man das – zu Gott hinzutreten? Dazu gibt es nach meiner Überzeugung mehrere Möglichkeiten. Das kann geschehen, wenn ich die Begegnung mit ihm im Gottesdienst suche. Gott begegnen kann ich auch in einem Kreis von Gläubigen, die zu gemeinsamen Gebet oder Schriftstudium zusammen kommen. Ich kann Gott aber auch im Alltagsgeschehen nahe kommen, indem ich mich an eine seiner Verheißungen erinnere oder eine seiner Aufforderungen befolge oder einfach nur so an ihn denke.
„Hinzutreten“ heiß nicht unbedingt, die Knie zu beugen oder die Hände zu falten, sondern kann sich ebenso gut vollziehen, indem ich mich einen Augenblick innerlich Gott zuwende. Wann und wo immer das geschieht – es ist ein Signal, dass ich für ihn und sein Handeln zugänglich bin.
Auf solches „Hinzutreten“ von unserer Seite her antwortet er mit seinem „Eintreten“ in unser Herz und Leben. Und es ist schon ein Unterschied, ob ich meinen Alltag aus der Begegnung mit Gott gestalte oder nicht – auch heute.
Günther Hampel
Bibelleseprogramm:
Morgens: 1. Samuel 15-16
Abends: Lukas 10, 25-42
Re: April 2010
Nachtperle - 09.04.2010, 16:05
9. April 2010
So wie ihr von den Menschen behandelt werden möchtet, so behandelt sie auch. Denn das ist die Botschaft des Gesetzes und der Propheten
Matthäus 7, 12(Hoffnung für alle)
„Wer ist denn mein Nächster?“, wurde Jesus von einem Schriftgelehrten in Lukas 10, 29 gefragt. Daraufhin erzählte er vom barmherzigen Samariter. In jener Begebenheit reagierte der Samariter so, wie er es sich von seinem Nächsten in solch einer Situation auch gewünscht hätte. Er dachte weniger darüber nach, welche Unannehmlichkeiten für ihn mit seiner Hilfe verbunden sein könnten, sondern wie er sich fühlen würde, wenn fähige Helfer an ihm vorübergingen, wenn er verletzt am Straßenrand läge.
Den zitierten Text aus der Bergpredigt hat Wolfgang Schneider mit anderen Worten beschrieben: „Tut den Leuten, wie ihr es auch wollt, falls ihr selbst in der Position des Anderen wärt! Liebe den Nächsten so, als wenn dieser Nächste du selbst wärst!“ Jesus ermahnt uns dazu, im Umgang mit unseren Mitmenschen daran z denken, wie wir uns in der Rolle des Anderen fühlen würden.
Wie viele Schmerzen müsste ich erdulden, ließe ein Anderer mich so im Stich, wie ich es gerade tue? Wie würde ich mich fühlen, wenn jemand Verleumdungen über mich in Umlauf brächte, so wie ich es bei ihm vorhabe? Wie ginge es mir, wenn man meinen Glauben an Gott auch so anzweifeln würde, wie ich es bei einem anderen Christen tue? Wie viel Kraft würde es mich kosten, wenn das gut gemeinte Kontrollbedürfnis, dass ich andere spüren lasse, jemand bei mir selbst anwenden würde?
Mit der konsequenten Umsetzung des Rates Jesu aus der Bergpredigt würde sich in meinem Leben und in dem meiner Mitmenschen viel verändern und mancher Kummer könnte uns erspart bleiben. Und „der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft“, würde unsere Herzen vor Schaden bewahren. Philipper 4, 7
„Barmherzig und gnädig ist der Herr, groß ist seine Geduld und grenzenlos seine Liebe!“ Psalm 103, 8 (Hoffnung für alle) Diese Beschreibung Gottes macht mir Mut, die Zuwendung und Fürsorge, die ich von ihm bekomme, auch an andere Menschen weiterzugeben.
Waltraud Schneider-Kalusche
Bibelleseprogramm:
Morgens: 1. Samuel 17-18
Abends: Lukas 11, 1-28
Re: April 2010
Nachtperle - 10.04.2010, 17:21
10. April 2010
Wer Ohren hat zu hören, der höre! Lukas 8, 8b
Manchmal höre ich nur mit dem halben Ohr hin, wenn meine Frau mir etwas mitteilt. Kein Wunder, dass wir später Problemen bei unseren Tagesplanungen bekommen. Nur wer richtig zuhört, versteht den anderen auch richtig.
Wie hören wir zu, wenn Gott durch sein Wort der eine Predigt zu uns spricht? Im Gleichnis vom einem Sämann Lukas 8, 4-18 gebraucht Jesus acht Mal den Begriff „Hören“ und schließ mit der Ermahnung: “So seht nun darauf, wie ihr zuhört.“ Lukas 4, 18 Dieses Gleichnis könnte auch überschrieben sein: „Vom rechten Hören“. Wer nur flüchtig hinhört, vergisst schnell wieder Lukas 4, 12. Wer auf Gottes Wort hört, aber seinen Zusagen nicht vertraut, wird schnell erleben, dass seine ängstlichen Befürchtungen Gottes Wort aus seinem Bewusstsein verdrängen. Lukas 4, 14 Nur wer dem gehörten Gotteswort vertraut und es so in sich aufnimmt, dass es seine Lebenseinstellung verändert, erfährt Frieden und Wachstum in seinem geistlichen Leben. Lukas 4, 15
Wenn ich mich auf eine Predigt vorbereite, ist mir bewusst, dass einige auch nur mit halbem Ohr hinhören. Missverständnisse sind dadurch vorprogrammiert: In einer Predigt über die Gnade Gottes wird mancher eine Bestätigung seiner Meinung finden, dass – wenn letztlich alles Gnade ist – ein bisschen mehr oder weniger Sünde gar nicht ins Gewicht fällt, und wird sein oberflächliches Christenleben beibehalten. Und durch eine Predigt über Gottes Gericht wird mancher Angst bekommen vor der Wiederkunft Christi. Beides ist nicht meine Absicht. Nur wer bewusst mit beiden Ohren und seinem Verstand hinhört, wird begreifen, dass beides zusammengehört. Die frohmachende Gnade als Erlösung ist nur auf dem Hintergrund des Gerichts zu verstehen, und das Gericht Gottes wird nur auf dem Hintergrund der Gnade zu einer frohen Botschaft.
„So seht nun darauf, wie ihr zuhört; denn wer da hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er meint zu haben“, sagte Jesus. Lukas 4, 18 Wer nur das hören will, was mit seiner Meinung übereinstimmt, wird geistlich verarmen. Wer eine bibelfundierte Erkenntnis hat und doch offen bleibt für neue, biblisch begründete Impulse, wird geistlich wachsen und kann für seine Mitmenschen zum Segen werden und Frucht bringen.
Harald Weigt
Bibelleseprogramm:
Morgens: 1. Samuel 19-20
Abends: Lukas 11, 29-54
Re: April 2010
Nachtperle - 11.04.2010, 23:37
11. April 2010
“Sehr gut“, sagte der Herr, „du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du hast dich in kleinen Dingen zuverlässig erwiesen, darum werde ich dir auch Größeres anvertrauen. Komm zum Freudenfest deines Herrn. Matthäus 25, 21.23 ( Gute Nachricht Bibel)
Im Kölner Dom kann man den Steinmetzen bei der Arbeit zusehen. Viele der steinernen Verzierungen, die diesem eindrucksvollen gotischen Bauwerk seine einzigartige Pracht verleihen, sind durch Umwelteinflüsse schadhaft geworden. Sie müssen erneuert werden. Mit großer Sorgfalt wird jeder einzelne Stein behauen und originalgetreu wiederhergestellt.
Beim Zuschauen meinte ich, es den Steinmetzen ansehen zu können, dass sie sich der Bedeutung ihrer Arbeit bewusst waren. Das einzelne Teil einer Fiale kann man von unten kaum noch erkennen, wenn es hoch oben als Ziertürmchen zur Bekrönung der mächtigen Strebepfeiler eingesetzt ist, und doch wird es mit größter Genauigkeit bearbeitet. Jeder einzelnen Stein ist ein wichtiger Teil im Gefüge des großen Ganzen.
Der französische Flieger und Dichter Antoine de Saint-Exupèri sagte: „Wer eine Kathedrale bauen will, darf sich nicht nur mit den einzelnen Steinen beschäftigen.“ Wer nur auf die Einzelteile schaut, verliert das große Ganze aus den Augen. Er wird nichts Großes zustande bringen. Bald wird er auch nicht mehr wissen, wozu die Genauigkeit im Kleinen gut ist.
Gott hat mit uns – mit dir und mir – ein großes Ziel. Er baut sein ewiges Reich. Er bereitet seine ewige Gottesherrschaft vor, die mit der Wiederkunft Jesu offenbar werden wird. Er möchte, dass wir einen Blick für die größe der Zukunft entwickeln, die er schafft. Er will uns Großes anvertrauen. Wir sind eingeladen, sein ewiges Freudenfest mitzugestalten.
Zur Vorbereitung auf dieses große Ziel sendet Gott uns in den Alltag. Mit unseren Gaben und Fähigkeiten sollen wir in dieser Welt arbeiten.
Vieles, was es heute zu tun gilt, mag uns gering erscheinen. Wir könnten meinen, es sei – gemessen and er herrlichen Zukunft mit Christus – unbedeutend. Doch so ist es nicht, wie unser Andachtstext zeigt. Die Treue und Gewissenhaftigkeit, mit der wir unsere tägliche Arbeit verrichten und mit den uns anvertrauen Gaben und Gütern umgehen, bereitet uns auf das Große vor, das Gott für uns vorgesehen hat.
Lothar Willhelm
Bibelleseprogramm:
Morgens: 1. Samuel 22-24
Abends: Lukas 12, 1-32
Re: April 2010
Nachtperle - 13.04.2010, 17:36
12. April 2010
Gott selbst hat euch durch sein lebendiges und ewiges Wort neues Leben geschenkt ... Gottes Wort bleibt immer und ewig bleibt immer und ewig. Und genau dieses Wort ist die rettende Botschaft, die euch verkündigt wurde. Und genau dieses Wort 1. Petrus 1, 23b. 25 ( Hoffnung für alle)
Als Don Gerardo eines Tages durch die Straßen von Mérida schlenderte, bemerkte er auf einem Abfallhaufen ein stark beschädigtes Buch. Der Einband fehlte und mehrere Seiten waren herausgerissen. Er hob es trotzdem auf, nahm es mit nach Hause und begann darin zu lesen. Ein sonderbares Buch. Es handelte von Gott, von der Vergebung der Sünden und von einem ewigen leben. Das Buch weckte sein Interesse.
Je mehr er las, desto mehr wurde sein Herz ergriffen von der göttlichen Liebe, die sich in Jesu Leben, Leiden und Sterben offenbart hat. Es drängte ihn, seiner Familie davon zu erzählen, die 80 Kilometer entfernt lebte. Sobald wie möglich machte er sich auf den Weg zu ihnen und erzählte überall von seinem Erlebnis mit dem Buch und der wunderbaren Botschaft, die er darin gefunden hatte.
Nach einiger Zeit kam ein Buchevangelist an seine Tür. Don Gerardo zeigte ihm sein Buch und war höchst erstaunt zu erfahren, dass es sich um eine Bibel handelt. Er hatte nie zuvor eine Bibel gesehen. Jetzt war er so begeistert von der Botschaft dieses Buches, dass er seine Freunde, Verwandten und Nachbar einlud, die Bibel mit ihm zu lesen. Dadurch entstand eine kleine christliche Gemeinde, der sich bald 60 Menschen anschlossen. Eine Bibel, achtlos auf den Abfallhaufen geworfen, brachte vielen Menschen Erlösung von ihrer Schuld und Hoffnung auf ein ewiges Leben.
Diese Erfahrung bestätigt die Worte Jesu: „Gottes Geist allein schafft Leben. Ein Mensch kann dies nicht. Die Worte aber, die ich euch gesagt habe, sind aus Gottes Geist; deshalb bringen sie euch das Leben:“ Johannes 6,63
In meinem Dienst als Pastor und Seelsorger erlebe ich immer wieder die Kraft des Wortes Gottes. Menschen in allen Kulturen werden von diesem Wort angesprochen. Während meiner Vorträge in den ehemaligen sowjetischen Moslemrepubliken Zentralasiens baten mich insbesondere Jugendliche, ihnen eine Bibel zu schenken.
Ich danke Gott täglich für sein Wort, das mich seit meiner Kindheit begleitet. Mit dem Apostel Petrus kann ich bekennen. „Herr, zu wem sollen wir denn gehen? ... Nur deine Worte schenken ewiges Leben.“ Johannes 6, 68 (Hoffnung für alle)
Helmut Mayer
Bibelleseprogramm:
Morgens: 1. Samuel 25-26
Abends: Lukas 12, 33-59
Re: April 2010
Nachtperle - 13.04.2010, 17:37
13. April 2010
Verlasst euch nicht auf Gewalt und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung; fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran Psalm 62,11
Das Geld allein nicht glücklich macht, ist hinlänglich bekannt, Dass viel Geld sogar tief ins Unglück führen kann, haben manche Lottomillionäre bewiesen. Dabei muss es nicht so schnell gehen, wie bei einem 37-Jährigen Koch aus den USA, der wenige Tage nach dem Gewinn von 3,6 Millionen Dollar an Herzversagen starb. Der Stress habe ihn umgebracht, klagten seine Angehörigen.
Jahrelang für Schlagzeilen sorgte „Lotto-Lothar“, der bekannteste Fall eines unglücklichen Gewinners in Deutschland. Als der Arbeitslose 1994 rund 3,9 Millionen D-Mark gewann, kaufte er sich einen Lamborghini und liebte fortan vor allem Alkohol, Partys und schöne Frauen. Fünf Jahre nach seinem Millionengewinn war er tot. Die Witwe und seine Freundin stritten um sein Erbe.
„Das Geld zur Bank bringen und darüber schweigen“, lautet der Rat, um sich vor Bettelbriefen und Neidern zu schützen. Doch nicht alle Gewinner wollen sich daran halten, da das Reichsein in aller Stille nicht so viel Freude macht. Und das süße Nichtstun liegt auch nicht jedem: „Es gibt Zeiten, da wünsche ich mir, das Geld nie gesehen zu haben“, klagte ein Schotte, der 1,4 Millionen Pfund gewonnen hatte. Zwei Monate später bewarb er sich wieder um eine Arbeitsstelle. „Die Bezahlung ist nicht wichtig. Hauptsache, es gibt etwas zu tun. Besser, als nur in der Kneipe zu sitzen.“
Natürlich gibt es auch viele Lottomillionäre, die nicht gescheitert sind, sondern mit ihrem plötzlichen Reichtum umzugehen wussten und auch andere damit beglückten. Geld ist nicht nebensächlich. Doch an den genannten Beispielen wird die Weisheit unseres Andachtswortes deutlich: „Fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran.“ Psalm 62, 11 Nicht die Höhe des Kontostandes ist entscheidend, sondern es kommt auf die innere Einstellung zum Besitz an. Denn es ist eine Tatsache: „Wer Geld liebt, wird des Geldes nicht satt, und wer den Reichtum liebt, nicht des Ertrages.“ Prediger 5, 9a (Elberfelder Bibel) Statt dem Immer-mehr-haben-Wollen empfiehlt die Bibel: „Seid nicht hinter dem Geld her, sondern seit zufrieden mit dem, was ihr habt.“ Hebräer 13, 5a (Gute Nachricht Bibel) Wer zufrieden ist, wird das, was er hat, immer mehr genießen.
Holger Teubert
Bibelleseprogramm:
Morgens: 1. Samuel 27-29
Abends: Lukas 13, 1-17
Re: April 2010
Nachtperle - 15.04.2010, 08:48
14. April 2010
Lasst euch durch die Feuerglut, die zu eurer Prüfung über euch gekommen ist, nicht verwirren, als ob euch etwas Ungewöhnliches zustoße 1. Petrus 4, 12 ( Einheitsübersetzung)
Das wissen wir alle: Unsere Welt ist kein krisenfreies Paradies, und unser Leben auch nicht. Wenn wir die Personen der Bibel ansehen, erkennen wir, dass die meisten durch allerlei Nöte gegangen sind. Schwierige Zeiten gehören in dieser Welt zu unserem Leben. Petrus mahnte, uns dadurch nicht als von etwas Ungewöhnlichem verwirren zu lassen.
Krisen sind so schwierige und gefährliche Lebenssituationen, dass sich unbedingt etwas ändern muss, damit sie nicht in Katastrophen ausarten. Es gibt verschiedene Lebenskrisen wie Ehekrisen, die Midlife-Crisis, gesundheitliche Krisen oder Glaubenskrisen. Viele Schwierigkeiten und Krisen verursachen Menschen selbst. Jakob, der seinen Bruder und seinen Vater betrog, Mose, der unbeherrscht einen Ägypter umbrachte, David, der Ehebruch und Mord beging, und Petrus, der Jesus verleugnete, haben sich durch ihr Fehlverhalten ihr Leben selbst zeitweise schwer gemacht. Vielfach wird in der Bibel auch von Glaubenskrisen berichtet. Asafs Glaubensnot wurde so groß, dass er fast an Gott irre geworden wäre. Psalm 73
Krisen sind nicht immer nur negativ. Unter Druck zeigt sich der wahre Charakter. Als Hiob von Satan alles genommen wurde, drängte seine Frau ihn, Gott abzusagen. Obwohl Hiob das nicht verstehen konnte, was ihm geschah, und sogar Gott als den Verursacher ansah, hielt er dennoch an seinem Glauben fest. Hiob 2, 7-10
Krisen sind oft Weichenstellungen und auch Chancen in unserem Leben. (Interessanterweise ist das chinesische Schriftzeichen für beide Worte dasselbe.) Gott nutzt sie häufig als Erziehungsmittel. Was wir in solchen Zeiten am meisten brauchen, ist Geduld und festes Gottvertrauen. Der Rat aus Hebräer 10, 35.36 ist hier angebracht: „Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.“
Jede Krise hat einen Höhepunkt, an dem es sich entscheidet, ob damit eine Wende eingeleitet wird oder ob sie zur Katastrophe führt. An durchstandenen Prüfungen wachsen wir; wir gehen gestärkt aus ihnen hervor. Die so gewonnenen Erfahrungen können uns in künftigen Krisen helfen.
Eines steht fest: Gott lässt uns in Krisen nicht allein; Er ist immer bei uns und steht uns bei!
Reinhold Paul
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Morgens: 1. Samuel 30-31
Abends: Lukas 13, 18-35
Re: April 2010
Nachtperle - 15.04.2010, 22:02
14. April 2010
Als nun der HERR diese Worte mit Hiob geredet hatte, sprach er zu Elifas aus Teman: Mein Zorn ist entbrannt über dich und deine beiden Freunde, denn ihr habt nicht recht von mir geredet, wie mein Knecht Hiob. So nehmt nun sieben junge Stiere und sieben Widder und geht hin zu meinem Knecht Hiob und opfert Brandopfer für euch; aber mein Knecht Hiob soll für euch Fürbitte tun, denn ihn will ich erhören, dass ich nicht töricht an euch handle. Denn ihr habt nicht recht von mir geredet, wie mein Knecht Hiob. Da gingen [sie] ... und taten, wie der HERR ihnen gesagt hatte. Und der HERR erhörte Hiob. Und der HERR wandte das Geschick Hiobs, als er für seine Freunde Fürbitte tat. Hiob 42, 7-10a
Wenn ich früher diesen Bericht über Hiob und seine Freunde hörte, fragte ich mich, weshalb Hiob für seine Freunde Fürbitte leisten sollte. Reichte se Gott nicht aus, dass die Freunde Opfer brachten und ihre Schuld bekannten? War ihre Schuld so groß, dass erst ein gläubiger Mann wie Hiob mit Gott reden musste, damit er bereit war, ihnen zu vergeben?
Beim aufmerksamen Lesen des Buches Hiob fand ich eine Antwort, die mich zutiefst erstaunte und begeisterte. Zunächst stellt eich fest, dass nicht nur Gott über die Freunde Hiobs in Zorn entbrannt war, sondern auch Hiob. Nach dem Verlust seines gesamten Besitzes, seiner Kinder und seiner Gesundheit erwartete er von seinen Freunden Trost und Zuspruch, wurde jedoch bitter enttäuscht. Im Gespräch mit ihnen rief er zum Beispiel aus: „Wie lange plagt ihr doch meine Seele und peinigt mich mit Worten!“ Hiob 19, 2
Vor diesem Hintergrund bekam der Auftrag Gottes an Hiob, für seine Freunde zu beten, eine ganz neue Bedeutung für mich. Gott verurteilte weder den Zorn Hiobs noch verharmloste er die Schuld der Freunde. Er forderte Hiob ausdrücklich dazu auf, für seine Freunde zu beten, was ihm sicherlich nicht leicht fiel. Hiob sollte trotz seines Zornes für sie Liebe und Mitleid empfinden, ihnen vergeben und um Vergebung für sie bitten.
Gott benutzte den Akt der Vergebung und die liebevolle Fürbitte Hiobs für seine Freunde, um ihn aus seiner tiefen Trauer und Niedergeschlagenheit herauszuholen.
Vergebung und Fürbitte befreien. Sollten wir ähnlich wie Hiob von Menschen enttäuscht sein, dann sollten wir uns ihn zum Vorbild nehmen.
Sandra Wagner
Bibelleseprogramm:
Morgens: 2. Samuel 1-2
Abends: Lukas 14, 1-24
Re: April 2010
Nachtperle - 16.04.2010, 22:34
16. April 2010
Lernt wieder, Gutes zu tun! Sorgt für Recht und Gerechtigkeit, tretet den Gewalttätern entgegen, und schafft den Weisen und Witwen Recht
Jesaja 1, 17 (Hoffnung für alle)
Als die amerikanische Bürgerrechtsbewegung in den 1960er-Jahren auf ihrem Höhepunkt war, bekam der farbige Baptistenpastor Martin Luther King Post. Eine Gruppe weißer Pastoren meinte, ihn zu mehr Geduld in seinem Betreben nach Gerechtigkeit und Veränderung aufrufen zu müssen. Sie warn der Ansicht, dass er „unweise und übereilt“ handle, zu extrem sei und es mehr Zeit und Geduld brauche, um die Botschaft Jesu in dieser Welt fruchten zu lassen. Kings Kampf für Gerechtigkeit empfanden sie als zu verbissen.
In seinem Antwortbrief vom 16. April 1963 schrieb er: „Menschlicher Fortschritt kommt nicht auf den Rädern der Unvermeidlichkeit auf uns zugerollt, sondern durch den unermüdlichen Einsatz von Menschen, die Mitarbeiter Gottes sein wollen. Ohne diese harte Arbeit wird die Zeit zu einem Verbündeten des gesellschaftlichen Stillstands. Wir müssen die Zeit kreativ nutzen, und zwar im Wissen darum, dass die Zeit immer reif ist, wenn es darum geht, das Richtige zu tun.“
Der Prophet Jesaja wusste, dass Gutes tun gelernt werden muss. Seine Beispiele im Andachtstext erinnern daran, was auch Martin Luther King lehrte: Das Gute ist nicht nur das dem Alltag enthobene, geistliche Handeln, sondern vielmehr Einstehen für die Benachteiligten, Entrechteten, Unterdrückten und Alleinstehenden. In christlichen Kirchen wird dieses Verhalten als „soziales Engagement“ bezeichnet. Immer wieder keimen Diskussionen darüber auf, ob das wirklich das Anliegen des Evangeliums sein kann.
Als Jesus in der Synagoge von Nazareth den Propheten Jesaja zitierte und seine Aufgabe an den Armen, Gefangenen und Zerschlagenen beschrieb Lukas 4, 18ff, stellte er sich damit in die gleiche Tradition und verneinte die Trennung zwischen sozialer Arbeit und der Evangeliumsverkündigung.
Diese oben zitierten Worte Jesajas sollen alle ermutigen, die eigentlich schon wissen, was gut und richtig ist, aber meinen, noch auf den richtigen Zeitpunkt warten zu müssen, um ihre Erkenntnis mit Gottes Hilfe in die Tat umzusetzen.
Dennis Meier
Bibelleseprogramm:
Morgens: 2. Samuel 3-5
Abends: Lukas 14, 25-35
Re: April 2010
Nachtperle - 17.04.2010, 12:07
17. April 2010
Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach Amos 5, 24
Der Prophet Amos sprach im 8. Jahrhundert v. Chr. im Auftrag Gottes. Zahlreiche Kleinbauern und ihre Familien verloren in Israel um des Profits einiger Reicher willen ihre Existenzgrundlage. Sie gerieten in die Schuldenfalle, wurden abhängig von den Großbauern und mussten für ihren Lebensunterhalt hart arbeiten. Und das alles geschah weitgehend legal.
Zugleich beobachtete Amos ein großes Interesse an religiösen Formen. Das eine - die Unterdrückung der Kleinbauern und ihre Verarmung – schien mit dem anderen, dem geistlichen Leben, nichts zu tun zu haben. Doch gerade gegen dieses widersprüchliche Verhalten erhob sich Amos im Auftrag Gottes Einspruch. Für ihn gehörten Gottesdienst und Alltagshandeln zusammen. Das Ziel der Kritik Gottes war der Gottesdienst mit seinen Ritualen und Liedern: „ Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören“ Amos 5, 22.23.
Der Gottesdienst sollte im Einklang mit Recht und Gerechtikeit gefeiert werden, wie der daran anschließende Andachtstext zeigt.
Im vergangenen Jahrhundert zog Dietrich Bonhoeffer daraus eine aktuelle Schlussfolgerung und sagte 1935 in einem seiner Vorträge: „Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen.“ Ein mutiges Wort in der Nazizeit. Nur wer sich für die Verfolgten einsetzt, dürfte auch Gottesdienst feiern. Ist das auch ein Wegweiser für uns?
Gott möchte uns im Gottesdienst in der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen liebevoll begegnen, uns stärken und aufrichten. Er will uns nicht strafen, aber er muss uns des Öfteren ermahnen, denn „Gehorsam ist besser als Opfer“ 1. Samuel 15, 22
Fromme Lieder, Gebete und Rituale können nicht die verkehrten Einstellungen und das versäumte Handeln wettmachen.
Bitten wir Gott auch heute darum, dass wir unser Reden im Gottesdienst mit dem Handeln im täglichen Leben in Einklang bringen und so zu authentischen Nachfolgern Christi werden.
Gerhard Menn
Bibelleseprogramm:
Morgens: 2. Samuel 6-8
Abends: Lukas 15, 1-10
Re: April 2010
Nachtperle - 18.04.2010, 22:53
18. April 2010
Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist [Gott] treu und gereich, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. 1. Johannes 1, 9
Während der Wirtschaftskrise tauchte ein Begriff immer häufiger in den Nachrichten auf: Insolvenz. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Nicht lösend“ in dem Sinne von nicht einlösen können. Wenn ein Unternehmen seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber seinen Schuldnern nicht mehr erfällen (einlösen) kann, wird ein Insolvenzverfahren eröffnet. Ziel ist es, die Zahlungsfähigkeit wiederherzustellen. Falls dies nicht gelingt, wird das Unternehmen „abgewickelt“.
Ein Insolvenzverfahren ist eine echte Chance für ein Unternehmen, wieder auf die Beine zu kommen. Voraussetzung dafür ist die schonungslose Offenlegung der finanziellen Lage und die Übergabe der Entscheudungsgewalt an einen gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter. Er wird versuchen, das Unternehmen durch einen gewissen Schuldenerlass, eine Neuorientierung oder Umstrukturierung zu retten.
Diese Vorgehensweise ähnelt dem Neuanfang, den Menschen wagen, wenn sie Jesus Christus kennen lernen. Biblisch gesehen sind alle Menschen „insolvent“, denn sie können die Schuld, die sie im Laufe ihres Lebens auf sich geladen haben, niemals abtragen. Hier helfen nur das Eingeständnis des eigenen moralischen Scheiterns und die Annahme einer Rettung von außen.
Jesus ist dieser Retter, der die Schuld für uns bezahlt hat, sodass wir von Gott einen Schuldenerlass bekommen und er uns als „Insolvenzverwalter“ hilft, unser Leben in eine neue Richtung zu lenken. Diese Umkehr erneuert unsere Wertvorstellung und hilft uns, neue, bessere Ziele für unser Leben zu finden. Nicht alte Strukturen – das „alte Leben“ – werden konserviert, sondern Neues wird gewagt: „Wenn also ein Mensch zu Christus gehört, ist er schon ‚neue Schöpfung’. Was er früher war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.“ 1. Korinther 5, 17 (Gute Nachricht Bibel)
Eine solche Umkehr brauchen nicht nur die Banker, Manager und Börsenspekulanten, die die Finanzkrise erzeugt haben, sondern jeder Mensch, der ohne Gott lebt.
Vielleicht ist heute der Tag, an dem die Einsicht reift, das es ohne Gott in die Pleite geht. Aber mit ihm steht uns eine großartige, ewige Zukunft offen.
Thomas Lobitz
Bibelleseprogramm:
Morgens: 2. Samuel 9-11
Abends: Lukas 15, 11-32
Re: April 2010
Nachtperle - 21.04.2010, 10:14
19. April 2010
Alle die davon hörten, dachten darüber nach und fragen sich: „Was wird aus dem Kind einmal werden?“ Denn es war offensichtlich, dass der Herr etwas Besonderes mit Johannes vorhatte. Lukas 1, 66 (Gute Nachricht Bibel)
Eine Frage, die wohl immer wieder an der Wiege eines Neugeborenen gestellt wird, lautet: „Was wird aus dem Kind einmal werden?“ Wenn diese Frage dann von dem Herangewachsenen selbst beantwortet worden ist, müssen machen Eltern resigniert fragen: „Was ist bloß aus dir geworden?“
1879 wurde in Gori in Georgien der kleine Josef Dschugalschwili geboren. Seine Mutter war eine sehr religiöse Frau, aber sein Vater dem Alkohol verfallen. Josef sollte Priester werden, wurde aber ein harter und gewissenloser Revolutionär, der sich selbst den Namen „Stalin“ gab. Millionen Menschen ließ er grausam umbringen, weil sie nicht seinen Vorstellungen entsprachen – auch viele Priester, zu denen er selbst einmal gehören wollte.
Rudolf Höß wuchs in einem katholischen Elternhaus auf. Auch er sollte nach dem Willen der Eltern Priester werden, aber er wurde zum Massenmörder. Als Kommandant von Auschwitz ließ er Millionen Menschen in den Gaskammern töten.
Die Frage „Was wird aus dem Kind einmal werden?“ wurde auch nach der Geburt des Johannes gestellt. Die Antwort lautete: „Johannes wuchs heran und wurde zu einem verständigen und klugen Mann“, der Jesus voranging. Lukas 1, 80 (Hoffnung für alle)
Grace Irwin hat in ihrem Roman Rebell und Heiliger das Leben John Newtons erzählt. Newton war ein Sklavenhändler, Spötter und Christenfeind, aber aus ihm wurde einer der bedeutendsten Pfarrer der anglikanischen Kirche im 18. Jahrhundert. Warum entwickeln sich Menschen so unterschiedlich?
Das Urteil des Lukas über Johannes lautete: „Die Hand des Herrn war mit ihm.“ Luckas 1, 66 Gott führte das Leben des Johannes. Er bereitete ihn auf seine Aufgabe vor, berief und leitete ihn. siehe Lukas 3, 2 Und offensichtlich war Johannes bereit, sich von Gott gebrauchen zu lassen.
Gott beruft jeden Menschen irgendwie in seinen Dienst. Das ist selten ein so außergewöhnlicher Dienst wie der Johannes des Täufers, aber immer einer zum Segen meiner Mitmenschen. Die Frage ist: Lasse ich mich von Gott gebrauchen oder wähle ich meine eigenen Wege nach meinen Vorstellungen? Davon hängt ab, ob ich Menschen zum Segen oder zum Verderben werde.
Lothar Reiche
Bibelleseprogramm:
Morgens: 2. Samuel 12-13
Abends: Lukas 16
Re: April 2010
Nachtperle - 21.04.2010, 10:15
20. April 2010
Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für die Freunde hingibt. Johannes 15, 13 (Hoffnung für alle)
Im April 1912 versank das Passagierschiff „Titanic“ auf seiner Jungfernfahrt, nachdem der angeblich unsinkbare Ozeanriese von einem Eisberg seitlich aufgeschlitzt worden war. 1500 Passagiere ertranken und erfroren im eiskalten Nordatlantik.
Der Film „Titanic“ erzählt die Geschichte dieser Katastrophe aus der Perspektive eines jungen Liebenspaares. Die 17-jährige Rose ist ein verwöhntes Mädchen aus der „Oberschicht“. Sie soll einen reichen adligen Mann heiraten, um die Familie finanziell zu sanieren. Da sie sich davor fürchtet und keinen Ausweg sieht, will sich vom Heck des Schiffes ins Meer stürzen. Jack, ein junger Maler; hält sie davon ab und spricht mit ihr über den Sinn des Lebens. Die beiden verlieben sich.
Als die „Titanic“ einen Eisberg rammt und das Schiff voll Wasser läuft, bleibt Jack an Roses Seite, springt mit ihr ins Wasser und schiebt sie auf eine Holztür, die im Wasser treibt. Allerdings kann diese Tür nur einen Menschen tragen. Jack bleibt im eiskalten Wasser und erfriert. Rose überlebt und sagt später, Jack hätte ihr auf mehrfache Weise das Leben gerettet.
1. Er hinderte sie am Selbstmord und weckte ihren Lebenswillen.
2. Er zeigte ihr echte Werte im Vergleich zu der Oberflächlichkeit ihres bisherigen Lebens.
3. Er hielt zu ihr, obwohl ihn das in Lebensgefahr brachte
4. Er blieb während der dramatischen Stunden vor dem Untergang bei ihr und machte ihr immer wieder Mut, um ihr Leben zu kämpfen.
5. Er schob sie auf das Brett, damit sie am Leben bleiben konnte.
6. Bevor er starb, verpflichtete er sie zu einem freudigen und freiem Leben, sonst wäre sein Opfer vergeblich gewesen.
In dieser Geschichte finden wir viele Parallelen zu dem, was Jesus für uns Menschen getan hat. Wie steht es mit meiner persönlichen „Liebesgeschichte“ mit Jesus? Auf welche Weise hat er mich gerettet? Hat er mich von negativem Gewohnheiten befreit? Was hat sich in meinem Leben verändert, seit ich mich ihm anvertraut habe? Habe ich mir von Jesus zeigen lassen, was wirklich wertvoll ist? Lebe ich froh und befreit und nutze die Chancen, die mir Gott schenkt? Vertraue ich darauf, dass Jesus immer an meiner Seite ist, auch wenn ich das selten spüre?
Jesu Opfer soll auch für mich nicht vergeblich gewesen sein!
Sylvia Renz
Bibelleseprogramm:
Morgens: 2. Samuel 14-15
Abends: Lukas 17, 1-19
Re: April 2010
Nachtperle - 21.04.2010, 10:26
21. April 2010
Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand. Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Jakobus 1, 13.14
Immer wieder hört man Bereichte über Mülldeponien, Transporte mit radioaktivem Abfall oder Lagerstätten für gefährlichen Sondermüll. Die Art und Weise, wie mancher Politiker mit den Altlasten der Industriegesellschaft umgeht, finden wir in unserem Alltag wieder – nämlich dann, wenn es um den Umgang mit Schuld und Sünde geht. Die einen Altlasten (Sondermüll) wie die anderen (Schuld und Sünde) schiebt man gern ab. Hauptsache, sie landen weit weg von zu Hause. Die anderen können ja sehen, wie sie damit fertig werden!
Wie gehen wir mit dem eigenen Versagen, mit eigenen Schwächen und Fehlern um? Kehren wir sie unter den Teppich oder schieben wir sie dem anderen in die Schuhe? Manche sagen: „Der Teufel ist daran schuld.“ Zur Zeit des Jakobus gab es anscheinend welche, die sogar Gott die Schuld in die Schuhe schieben wollten, wie der Andachtstext zeigt.
Jakobus hält nicht viel von solchen Spielchen. Weder Gott noch Satan, weder mein Partner noch die Katze des Nachbarn sind an dem schuld, was ich verbockt habe. Jakobus betonte die eigenen Verantwortung und die Freiheit, die Christen besitzen, sich in jeder Situation neu entscheiden zu können. Leider sind wir uns dieser Freiheit nicht immer bewusst und klagen über Sachzwänge, schwieriege Umstände, Charakterschwächen usw.
Weil Gott mich aber so annimmt, wie ich bin, muss ich nicht vor ihm Kosmetik betreiben und mich nur von der Schokoladenseite zeigen. Weil Gott mich bedingungslos liebt, kann ich auch zu meinen Fehlern stehen. Gott bestraft den reumütigen Sünder nicht mit Liebesentzug, wie wir es vielleicht in unserer Kindheit erlebt haben. Gottes Antwort auf ehrliche Selbstkritik ist Vergebung und Heilung. Ert, wenn ich mich zu meinem Müll vor Gott und auch vor anderen bekenne (nämlich dann, wenn sie darunter zu leiden hatten), kann mir Gott helfen.
Zum Schluss noch eine erstaunliche Gesetzmäßigkeit: Je mehr ich mit Gott über meine eigenen Schuld und mein Versagen rede, desto weniger rede ich über die Schuld der anderen!
Christian Frei
Bibelleseprogramm:
Morgens: 2. Samuel 16-18
Abends: Lukas 17, 20-37
Re: April 2010
Nachtperle - 22.04.2010, 22:14
22. April 2010
Dann werden wir, die wir zu diesem Zeitpunkt noch leben, mit ihnen zusammen unserem Herrn auf Wolken entgegengeführt, um ihm zu begegnen. So werden wir für immer bei ihm sein. Tröstet euch also gegenseitig mit dieser Hoffnung. 1. Thessalonicher 4, 17.18 (Hoffnung für alle)
Wenn ein Mensch stirbt, erleben die Angehörigen oft eine schwierige Zeit, vor allem, wenn der Tod so überraschend kam, dass keine Zeit mehr war, um sich darauf einzustellen. Für den Verstorbenen – wenn er mit Jesus gelebt hat – ist der Tod ein Schritt näher zu Gott und der Auferstehung. Doch die Hinterbliebenen – die noch nicht an Gott glauben – geraten durch den plätzlichen Tod eines geliebten Menschen in einen Ausnahmezustand. Jetzt bedarf es eines besonderen Einfühlungsvermögens, um ihnen zur Seite zu stehen und ihnen Trost zuzusprechen.
Nun brauchen diese trauernden Menschen umso mehr gute und möglichst gläubige Freunde, die sie besuchen, mit ihnen trauern und behutsam und sensibel mit ihnen umgehen. Sie können den Trauernden beistehen, ihnen Hoffnung geben und sie einfühlsam auf Gottes Verheißungen hinweisen.
Auch die Trauerfeier oder Beerdigung kann ein Stück Seelsorge sein. Manchmal ist es ein Bibelwort, manchmal auch nur, dass man die Trauernden nicht allein lässt. Und selbst wo kirchenferne Menschen keinen „geistlichen“ Zuspruch gewohnt sind, können sie sich bei diesem Anlass öffnen. Der Apostel Paulus verband den Trost ganz bewusst mit der Auferstehungshoffnung bei Jesu Wiederkunft, wie unser Andachtstext Zeigt.
Er erinnert mich auch an eine Aussage von Friedrich von Bodelschwingh: „Es ist nicht wahr, dass die Ewigkeitshoffnung Christen zu Träumern und Fantasten macht. Im Gegenteil – je entschlossener wir auf die neue Welt warten, desto praktischer nüchterner, schlichter wird sich unser Leben hier gestalten. Sowohl an die Arbeit wie an das Leiden, das uns aufgetragen ist – auch das ist heilige und nötige Arbeit –, setzen wir unsere gesammelte Energie“ (zitiert im Informationsbrief Nr. 251 der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“)
Es tut uns gut, wenn uns in traurigen Zeiten jemand ermutigt. Und in Krisen, zu denen auch der Verlust eines Angehörigen gehört, sind wir Christen ganz besonders gefragt und können mit einer Hoffnung trösten, die weit über unser irdisches Leben hinausreicht.
Albrecht Höschele
Bibelleseprogramm:
Morgens: 2. Samuel 19-20
Abends: Lukas 18
Re: April 2010
Nachtperle - 23.04.2010, 01:20
23. April 2010
Der Gott des Himmels wird unser Vorhaben gelingen lassen. Wir tun nur, was er von uns möchte; darum werden wir mit dem Bau beginnen. Nehemia 2, 20b (Hoffnung für alle)
Nehemia gehörte zu den Exilanten des jüdischen Volkes in Babylon, wo er als Mundschenk eine Vertrauensstellung beim persischen König Artaxerxes erlangt hatte und dadurch ein sehr enges Verhältnis zu ihm besaß. Auf diese Weise hörte er, was mit den Abgesandten aus den Provinzen besprochen und verhandelt wurde. Solche Gelegenheiten verliehen ihm tiefe Einblicke in die politischen Zusammenhänge.
Eines Tages hörte er von seinen Landsleuten, die nach Judäa zurückgekehrt waren, Berichte über die großen Nöte in Jerusalem. Die Stadtmauer war zerstört, der Opferdienst fand nicht mehr statt, Feinde überfielen die Einwohner und es herrschte eine große Mutlosigkeit. Nehemia war tief erschüttert und deprimiert. Nehemia 1, 2-4
Der König sah, dass er traurig war, und frage ihn: „Warum siehst du so bedrückt aus?“ Nehemia 2, 2 (Hoffnung für alle) Nehemia bat Gott um eine weise Antwort und sagte: „Wie könnte ich fröhlich sein, wenn die Stadt, in der meine Vorfahren begraben sind, zerstört ist und ihre Tore in Schutt und Asche liegen?“ Nehemia 2, 3 Der König fragte ihn, wie er ihm helfen könnte, und Nehemia bat ihn um Vollmachten, Geld und Geleitbriefe, um seinem Volk aus der misslichen Lage helfen zu können. Der König gewährte seine Bitten. Trotz der Drohungen und Anfeindungen seiner Gegner gelang es Nehemia und den Juden mit der Hilfe Gottes, die Stadtmauer Jerusalems innerhalb von 52 Tagen wieder aufzubauen.
Nehemia suchte bei allem, was er tat, ehrfürchtig nach Gottes Willen. Darin und in seinem unerschütterlichen Gottvertrauen ist er uns ein großes Vorbild: „ Der Gott des Himmels wird unser Vorhaben gelingen lassen. Wir tun nur, was er von uns möchte“ Nehemia 2, 20b (Hoffnung für alle) Nehemia hatte keine Angst vor den Drohungen seiner Gegner und lehnte Debatten mit ihnen ab, weil er seine Zeit und Kraft für den Wiederaufbau benötigte, denn davon hing das Gelingen seiner Arbeit ab.
Gott schenke uns Vertrauen, Demut, Geduld und die nötigen Ausdauer, damit wir unsere aufgaben dort erfüllen, wo Gott uns hingestellt hat oder hinstellen möchte!
Adam Schiller
Bibelleseprogramm:
Morgens: 2. Samuel 21-22
Abends: Lukas 19, 1-10
Re: April 2010
Nachtperle - 24.04.2010, 23:56
24. April 2010
Halleluja – Preist den HERRN! Von Herzen will ich den HERRN preisen unter denen, die zu ihm halten, inmitten der Gemeinde. Wie gewaltig sind die Taten des HERRN! Alle, die Freude an ihnen haben, denken ständig über sie nach, Sein Tun ist voller Hoheit und Pracht; seine Gerechtigkeit hat für immer Bestand. ER selbst hat Gedenktage gestiftet, damit seine großen Taten nicht vergessen werden. Psalm 111, 1-4 (Gute Nachricht Bibel)
Tausendfach hat sich die Welt verändert, seitdem diese Worte verfasst wurden. Unverändert aber bleibt, dass mit dem Sabbat immer wieder an Gottes große Taten und seine Schöpfung erinnert wird.
Das bedeutet weitaus mehr als die Gewissheit, dass am Anfang der Welt der lebendige Gott und sein Wort standen. Vielmehr werden darin existenzielle Zusagen gegeben: Wir gehören zur Schöpfung Gottes – er hat uns gewollt. Gott hat uns geschaffen und beweist darin seine immerwährende Fürsorge für seine Geschöpfe.
Der Schöpfer des Universums kümmert sich nicht nur um uns, sondern durch Christus will er auch mit uns in eine bleibende Beziehung treten. Er hat uns berufen, sein Gegenüber zu sein.
Jede Beziehung bedarf jedoch ständiger Pflege. Dazu gehört die Kommunikation mit Gott im Reden und Hören. Gott lädt uns jeden Sabbat in besonderer Weise dazu ein. In Psalm 81, 11a steht ein wegweisendes Wort: „Ich bin der Herr, dein Gott, ich habe dich aus Ägypten herausgeführt.“ Diese Worte erinnern an die grundlegende Aussage im ersten Gebot: „Ich bin der Herr, dein Gott!“ Gottes Zusage lautet: Ich bin für dich da! Ich habe dich aus der Knechtschaft der Sünde erlöst. Bildhaft umschreibt Vers 11b Gottes ständiges Angebot: „Mach deinen Mund weit auf, ich werde ihn füllen.“
Dieses Angebot erinnert mich an junge Vögel, die ihre Nahrung noch nicht selbst suchen können und von ihren Eltern versorgt werden. Nur eines ist für sie wichtig: Ihren Schnabel recht weit aufzutun.
Gott versorgt uns ein Leben lang – ganz besonders am Sabbat – durch sein Wort im Bibelgesprächskreis, der Predigt und in dem Segen, der uns in der Gemeinschaft mit anderen gläubigen geschenkt wird. Es liegta n uns, wie viel wir an diesem heutigen Sabbat empfangen werden. Er ist mehr als ein Ruhetag – er ist vielmehr der Tag, an dem Gott uns in besonderer Weise beschenken und segnen möchte.
Manfred Böttcher
Bibelleseprogramm:
Morgens: 2. Samuel 23-24
Abends: Lukas 19, 11-28
Re: April 2010
Nachtperle - 25.04.2010, 02:12
25. April 2010
Du aber sei nüchtern in allen Dingen. 2. Timotheus 4,5a
Tausendfach hat sich die Welt verändert, seitdem diese Worte verfasst wurden. Unverändert aber bleibt, dass mit dem Sabbat immer wieder an Gottes große Taten und seine Schöpfung erinnert wird.
Einer Frau war ein Bus vor der Nase weggefahren. Als sie enttäuscht an der Haltestelle einen Passanten traf, äußerte sie: „Was will Gott mir wohl damit sagen?“ Die kurze und klare Antwort des Angesprochenen: „Geh das nächste Mal fünf Minuten früher von zu Hause weg.“
In Quizsendungen entscheiden sich die Kandidaten häufig aus dem „Bauchgefühl“. Was ist das eigentlich? Eine Antwort ohne Wissen und Verstande, eine Art Intuition? Beim Raten mag das nicht schaden, doch im Umgang mit dem Wort Gottes führt das mit Sicherheit in die Irre.
Paulus forderte Timotheus auf, „wachsam und besonnen“ zu bleiben. 2. Timotheus 4, 5a (Hoffnung für alle) oder „in jeder Hinsicht ein klares Urteil zu behalten“ Gute Nachricht Bibel In den vorhergehenden Versen hatte er darauf hingewiesen, dass bestimmte Lehrer nicht an der „gesunden Lehre“ festhalten werden und dass Gläubige „sich Lehrer aussuchen, die ihnen nur das sagen, was sie gerne hören möchten. Und weil ihnen die Wahrheit nicht gefällt, folgen sie allen möglichen phantastischen Ideen. 2. Timotheus 4, 3.4 (Hoffnung für alle)
Es wird für den Glauben gefährlich, wenn die einfache, klare Botschaft des Evangeliums nicht mehr genügt. Die Geschichte des Christentums kennt genügend Schwärmerei, die oft Massen anzieht, bis in die Gegenwart. Wie sich schon bald biblische Prophetie erfüllen wird, wissen manche scheinbar aus sicherer Quelle und Verschwörungstheorien verbreiten sich über das Internet und andere Medien.
Petrus riet den Christen: „Darum umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade.“ 1. Petrus 1, 13 An anderer Stelle erklärte er, dass es der Widersacher Gottes ist, der hinter Schwärmerei und Spekulationen sein Werk treibt. 1. Petrus 5, 8 Dem gilt es zu widerstehen und einen klaren Kopf zu behalten.
Nüchtern ist ein Mensch, der seine Überzeugungen und sein Urteil auf das Wort Gottes gründet und sich daher nicht von sensationellen Theorien und faszinierenden Vermutungen gefangen nehmen lässt. Gottes Heilsplan beruht auf seinem klaren Wort und nicht auf Spekulationen. „Das Wort sie sollen lassen stahn und kein’ Dank dazu haben“, dichtete Martin Luther. Wir loben Gott, Nr. 332, Strophe 4
Joachim Hildebrandt
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Abends: Lukas 19, 29-48
Re: April 2010
Nachtperle - 26.04.2010, 22:36
26. April 2010
Lasst euch in eurem Denken erneuern durch den Geist, der euch geschenkt ist. Zieht den neuen Menschen an, den Gott nach seinem Bild geschaffen hat.
Epheser 4, 23.24a (Gute Nachricht Bibel
Im April 1877 führte Dr. du Moncel den Mitgliedern der Französischen Akademie der Wissenschaften Edisons Phonographen vor. Nach den ersten menschlichen Worten, die aus dem Gerät drangen, stürmte ein Professor auf den Apparat zu, fegte ihn vom Experimentiertisch und schrie: „Was erdreisten Sie sich, uns mit Ihrer elenden Bauchrednerei vorzutäuschen, als käme die Stimme aus diesem Apparat! Niemals wird man auch nur einen Ton einer menschlichen Stimme entlocken können!“
Fast alle großen Erfindungen hatten am Anfang ihre ungläubigen Zweifler.
Wir irren uns häufig an einer weitaus bedeutsameren Stelle, nämlich bei unserer Selbsteinschätzung. Der Arzt Paul Tournier schrieb: „Verwirrt fühlen wir, dass Komplexe, geheime Vorstellungen, eitle Träume und solche, die wir nicht gestehen mögen, eine ganze Welt von mehr oder weniger bewussten, oft kaum flüchtig angedeuteten Trieben sich in uns abspielen, gegen die wir mit unserem Willen nichts ausrichten können. Ein anderes Ich lebt in uns, das wir nicht unterdrücken können und deshalb Entdeckung wir fürchten.“ Echte und falsche Schuldgefühle, S. 73
Jeder von uns ist schon einmal über seine Gedanken erschrocken. Leider gibt es viele davon in uns, die schon so selbstverständlich geworden sind, dass wir sie nicht mehr als erschreckend wahrnehmen, zum Beispiel, wenn wir über andere Menschen urteilen. Mit Recht, so meinen wir, fegen wir mit unseren Urteilen falsche Lehren und Verhaltensweisen vom Tisch, doch wir verurteilen dadurch oft auch gleich den dazugehörigen Menschen mit.
Da wird – ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind – das andere Ich in uns laut, jenes Ich, das Paulus den „alten Menschen“ nennt. Epheser 4, 22 Wir müssen unser Denken erneuern lassen. Welch ein Trost, dass der Heilige Geist diese Sinnesänderung in uns bewirken kann und wir mit Gottes Hilfe ein durch und durch neuer Mensch werden können, der andere liebevoll behandelt.
Konrad Edel
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Re: April 2010
Nachtperle - 27.04.2010, 07:11
27. April 2010
Ich will mich dem Herrn ganz zur Verfügung stellen“, antwortete Maria. „Alles soll so geschehen, wie du es mir gesagt hast.“ Darauf verließ sie der Engel.
Lukas 1, 38 (Hoffnung für alle)
Viele protestantische Christen haben aus verschiedenen Gründen ein recht distanziertes Verhältnis zu Jesu Mutter Maria. Während ihr Name in jeder katholischen Messe fällt, hört man in evangelischen und freikirchlichen Gottesdiensten fast nie von ihr. Beides, die exzessive „Marienfrömmigkeit“ wie das weitgehende Ignorieren, wird dieser Frau nicht gerecht, denn sie muss schon ein ganz besonderer Mensch gewesen sein.
Anders lässt es sich wohl kaum erklären, dass Gott seinen ranghöchsten Engel, Gabriel, schickte, um diesem jungen Mädchen aus einem Dorf in Galiläa mitzuteilen, dass sie Jesus, den Retter und Heiland der Welt, gebären wird. Lukas 1, 26-31
Dieser Engel Gottes war schon oft auf diesem Planeten unterwegs gewesen. Sein Auftreten hatte oft Angst und Schrecken verbreitet und ließ gestandene Männer zu Boden gehen. Und mancher, der durch ihn von Gott einen Auftrag erhielt, wehrte sich buchstäblich mit Händen und Füßen. Doch als Gabriel, der Engelfürst, zu Maria kam, nahm sie voller Vertrauen seine Weisungen an, wie unser Andachtstext zeigt. Ob sie die Tragweite ihrer Aufgabe in jenem Moment verstanden hat, bleibt dahingestellt. Das Wunder war viel zu groß. Gott wollte Mensch werden in Jesus Christus! Kein Mensch wird das jemals begreifen! Da konnte auch Maria nur staunen. Aber sie war bereit, Gottes Werkzeug zu sein und zur „Mutter des Herrn“ zu werden.
So formulierte es ihre Tante Elisabeth unter dem Einfluss des Heiligen Geistes kurze Zeit später. Und Maria selbst rief in ihrem bekannten Lobgesang aus: „Von ganzem Herzen preise ich den Herrn. Ich bin glücklich über Gott, meinen Retter.“ Lukas 1, 46b.47 (Hoffnung für alle)
Kein Zweifel: Sie war eine besondere Frau, denn nie war ein Mensch – außer Jesus – Gott näher gekommen als sie. Vor allem aber hat sie uns gezeigt, dass wir – auch wenn wir Gottes Pläne nicht immer bis ins kleinste Detail nachvollziehen können – ihm vorbehaltlos vertrauen können.
Auch am heutigen Tag dürfen wir uns bewusst Gottes Führung anvertrauen. Wenn er uns begleitet und wir seine Gebote und Aufträge befolgen, wird es ein guter Tag.
Friedhelm Klingeberg
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Re: April 2010
Nachtperle - 30.04.2010, 15:10
28. April 2010
Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat es wachsen lassen. Es zählt also nicht, wer pflanzt oder wer begießt; es kommt alles auf Gott an, der es wachsen lässt. 1. Korinther 3, 6.7 (Gute Nachricht Bibel)
Ich sitze fasziniert vor meinen Osterglocken. Vor einigen Wochen noch waren es unscheinbare, kleine braune Zwiebeln, denen scheinbar jedes Leben abhanden gekommen war. Doch nun strecken sich tatsächlich grüne Stängel mit gelben, duftenden Blüten in die Luft.
Wieder einmal staune ich darüber, was in den Zwiebeln steckt – und das, was ich nicht bewirken kann. Ich kann sie in die Erde stecken, sie begießen, ihnen einen sonnigen Platz geben – aber mehr kann ich nicht tun. Alles Wachstum, jede Blüte, jeder Duft, jede Frucht ist Gnade und Geschenk Gottes.
Das lässt mich in meinem Nachdenken über meine Beziehung zu Gott innehalten. Setze ich mich zu sehr unter Druck? Versuche ich, mein geistliches Wachstum zu erzwingen, oder habe ich die Geduld auf die Blüte und die Entwicklung und Reifung der Frucht zu warten? Das heißt nicht, dass ich mich um nichts mehr zu kümmern brauche und sich alles von selbst entwickelt. Eine Pflanze muss schließlich auch Wasser und Mineralien aus der Erde, Kohlendioxid aus der Luft und Sonnenlicht aufnehmen. Nein, aber ich darf gelassen leben, Gott vertrauen, muss mich nicht verbiegen und mir Leistungen abverlangen, die ich nicht erbringen kann.
Die Natur ist für mich das beste Lehrbuch über Gottes Allmacht und Gnade. Er lässt Gras über das Dürre wachsen, er zaubert im Frühling aus dem Grau des Winters ein grünes Paradies und erfreut uns durch duftende Blumen und blühende Bäume. Das geschieht jedes Jahr erneut.
Darin besteht die größte Herausforderung an uns – unser Teil der Sache: immer wieder unsere Wurzeln in Gottes Wort zu graben, sie dort zu verankern und das Lebenswasser und die geistlichen Mineralien aufzunehmen. Es gilt, geistliche Atmung im Gebet zu betreiben und uns den Strahlen der „Sonne der Gerechtigkeit“ (Maleachi 3, 20) – Christus – entgegenzustrecken. Dann können wir geduldig auf das Wachstum warten; Gott wird es uns schenken, wenn wir ihm vertrauen und seinem Wort gehorchen. Die Früchte kommen bestimmt, wenn die Zeit dafür reif ist!
Stephanie Kelm
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Re: April 2010
Nachtperle - 30.04.2010, 15:23
29. April 2010
Deine Schönheit will ich preisen! Du bist lieblich, meine Freundin, und kein Fehler ist an dir! Hohelied 4,7
„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Lande?“ Diese Frage kommt nicht nur in dem Märchen vom Schneewittchen vor, sondern Schönheit ist ein Thema, das zu allen Zeiten die Menschen bewegt. Im Alten Testament sagte Abraham zu seiner Frau Sara: „Ich wie, dass du eine Frau von schönem Aussehen bist.“ 1. Mose 12, 11 (Elberfelder Bibel) Ähnliches wird über Saras Schwiegertochter Rebekka berichtet und auch Jakobs Frau Rahel „war schön von Gestalt und von Angesicht“
(1. Mose 26, 7; 29, 17) Schöne Männer werden in der Bibel ebenfalls namentlich erwähnt.
Wer legt den Maßstab fest? Er verändert sich offensichtlich mit der Zeit. Heute wird das Schönheitsideal sehr stark von den Medien und der Gesellschaft geprägt.
Nicht alle Menschen sind von Geburt an mit äußerer Schönheit gesegnet. Durch passende Kleidung, den Haarschnitt und eine gesunde Lebensweise können wir zwar unser äußeres Erscheinungsbild verbessern, dennoch bleiben die Möglichkeiten begrenzt.
In meiner Jugendzeit war ich manchmal auf die jungen Männer neidisch, die Gott mit besonderer Schönheit ausgestattet hatte. Sie kamen bei den meisten jungen Damen einfach besser an als ich.
Inzwischen habe ich erfahren, dass Gottes Liebe und die Liebe von Menschen jemand schön erscheinen lässt, wie auch der Andachttext zeigt. Ein Mann, der seine Frau von Herzen liebt, findet sie schön, und das Gleiche gilt für eine Mutter, die ihrem Kind zugetan ist. Wer über Schönheit nachdenkt, darf nicht bei dem stehen bleiben, „was vor Augen ist“ (1. Samuel 16, 7)
Im Laufe der Lebensjahre werden unsere Kräfte wie auch die äußere Schönheit nachlassen. Doch die innere Schönheit kann wachsen und zunehmen. Es gibt alte Menschen, die durch ihre Freundlichkeit eine große Schönheit besitzen. Es sind nicht die gesellschaftlichen Normen und Idealbilder, die uns zu schönen Menschen machen, sondern Gottes grenzenlose Liebe zu uns und das Wissen, dass jeder in Gottes Augen schön ist.
Wilfried Krause
Bibelleseprogramm:
Morgens: 1. Könige 10-11
Abends: Lukas 21, 20-38
Re: April 2010
Nachtperle - 30.04.2010, 21:19
30. April 2010
Alle, die verloren gehen, wird [der Feind Gottes] durch seine bösen Künste täuschen. Sie erliegen ihnen, weil sie ihr Herz nicht der Wahrheit geöffnet haben, die sie retten könnte. Deshalb liefert Gott sie dem Irrtum aus, sodass sie der Lüge Glauben schenken 2. Thessalonicher 2, 10.11 (Gute Nachricht Bibel)
Am 30. April 1944 schrieb Dietrich Bonhoeffer seine bekannten Worte, die seither viel Zustimmung, aber auch Widerspruch fanden: „Wir gehen einer völlig religionslosen Zeit entgegen ... Wie sprechen wir von Gott – ohne Religion?“ Daraus schlossen manche, dass Bonhoeffer das Ende jeglicher Religion vorausgesagt hat. Unser Problem heute ist allerdings weniger die Religionslosigkeit, sondern das religiöse Chaos.
Nach einer Umfrage über die religiöse Situation in Österreich schrieb die Wiener Presse von einem „diffusen Durcheinander“. 47 Prozent der Befragten glauben an Gott, 30 Prozent an Christus, 29 Prozent an Geistererscheinungen, 24 Prozent an Seelenwanderung, 23 Prozent an Astrologie und 14 Prozent an Hexen.
In dieser Verwirrung wird zum Beispiel behauptet, Reinkarnation sei die Auferstehung der Toten oder die Liebe Gottes sei mit der Idee von einem Endgericht völlig unvereinbar. Angeblich „kommen wir alle in den Himmel“, ins „Seelenjenseits“, oder wie immer man sich das Leben nach dem Tod vorstellt. Christliche Glaubensreste vermischen sich mit volkskirchlich gefärbten Wunschvorstellungen und moderner Esoterik. Jeder sucht sich dabei heraus, was ihm zusagt. So leben wir zwar in einer Zeit der Entchristlichung, nicht aber der Religionslosigkeit.
Nach der Aussage des Apostels Paulus schenkt ein Mensch, der sein „Herz nicht der Wahrheit geöffnet“ hat, „der Macht der Lüge Glauben“, genauer der „Täuschung“ und der „Verwirrung“. Was sich von außen wie ein rein psychologischer Vorgang darstellt, ist zugleich die Zulassung Gottes. Er respektiert die Glaubensfreiheit der Menschen – mit allen Konsequenzen.
Darum ist es ein lebensverändernder Augenblick, wenn wir die frohe Botschaft von Christus annehmen und ihm unser Leben anvertrauen. Wer das versäumt und sich beständig Gottes Ruf verschließt, wird alles Mögliche glauben. Daher sollten wir täglich um die „Liebe zur Wahrheit“ bitten und entsprechend glauben und handeln!
Hans Heinz
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Abends: Lukas 11, 1-23
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