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Re: Muslime geben Frauen nicht die Hand - warum?
M.M.Hanel - 01.04.2010, 17:40Muslime geben Frauen nicht die Hand - warum?
Warum muslimische Männer grundsätzlich Frauen nicht die Hand geben.
Immer wieder bringen westliche Menschen ihre Befremdung, nein, vielmehr Verachtung gegenüber der Gepflogenheit der Muslime zum Ausdruck, dass diese Frauen (resp. Personen des anderen Geschlechts) nicht die Hand zu geben wünschen.
Da die Menschen, egal ob Muslime, Christen, Säkularisten oder andere, eher Traditionen, Vorlieben, Abneigungen, Einschätzung Anderer unreflektiert oder in blinder Nachahmung übernehmen und darin versagen, diese mit dem Geiste einsichtiger Begründung zu erfüllen, will ich ihnen allen hier ein wenig vergessene, aber nichts desto weniger lebendige Argumente in Erinnerung rufen.
1.) Wörtliche Begründung – aus dem östlichen Kreis
Einige islamische Rechtsschulen (z.B. die nach Imam Shafi'i) bestimmen, dass die rituelle Reinheit (jener Zustand, in welchem man das islamische Pflichtgebet zu verrichten hat) nach der BERÜHRUNG einer Frau bricht.
Wer dieser Rechtsschule folgt, sich im Zustand ritueller Reinheit befindet, wird alleine schon aus Bequemlichkeitsgründen die Berührung einer oder durch eine Frau zu vermeiden suchen.
Bedeutet dies nun, wie - ich wage es - einseitig (um nicht das Wort "einfältig" zu gebrauchen) denkende Menschen (Muslime natürlich nicht ausgenommen) nun annehmen, dass Frauen unrein wären, da ja – so die abfällige Begründung – deren Berührung den Zustand ritueller Reinheit bricht?
In früherer Zeit, in der man weniger freizügig in Wort und Tat in der Öffentlichkeit miteinander umging, stand das Wort "eine Frau berühren", für … "mit einer Frau Geschlechtsverkehr pflegen" und wenn ich mich nicht täusche, galt dies auch für den Ausdruck "und Adam erkannte seine Frau". Das heißt eine Frau "(in Lust) ansehen".
In diesem Zusammenhang verweise ich auf den Ausspruch Jesu (a.s.) in Matthäus 5:28. Schlagt mal selber nach, Ihr Wissbegierigen.
Wer sich also an diese wörtliche, althergebrachte Wortbedeutung hält (und dagegen gibt es eigentlich nichts einzuwenden) – vermeidet die Berührung fremder Menschen des anderen Geschlechts in aller Glaubenstreue.
Glaubenstreue ist eine Sache, keine schlechte – doch ein Glaube ohne Imaan (Verinnerlichung der Glaubensinhalte) bleibt eben ein leeres Ritual, welches man ohne Verstand befolgt und welches daher auch ohne Verständnis betrachtet und kritisiert wird – und somit wird aus etwas Gutem, eben etwas doch nicht so Gutes … daher wollen wir uns mit dieser Erklärung nicht begnügen und fortfahren.
2.) Physiologische Begründung – aus allgemein menschlicher Sicht
Da ich wohl für Andere sprechen kann, doch lieber dies für mich selbst will, möchte ich Euch davon erzählen, welch ungemein aufregendes Erlebnis es für mich war, als ich im Alter von etwa 12 – der Zeit im Leben eines Jungen, in der er sich auf den Weg ins Leben eines Erwachsenen macht – das erste Mal, nach langen und häufigen Momenten des Zögerns, durchlebter Schüchternheit und endlichem Folgen instinktiven Drängens, die Hand eines Mädchens berührte. Welch wonniges Gefühl, nein Schauer verschiedenster Gefühle durchzogen mein Gemüt. Und unter uns gesagt – ich brauche Euch wohl nicht noch explizit zu erklären, wohin, zu welchem Ziel dies instinktive Drängen mich wohl letztlich führte und ich mich auch gerne dahin führen (um nicht zu sagen verführen) ließ! (Lest nach in der Bibel Genesis 1:28 wenn ihr es nicht wisst.)
Daher ist – oder eher – sollte es eigentlich JEDEM halbwegs noch in natürlichen Bahnen denkenden Menschen VÖLLIG klar sein, dass die ERSTE, selbst zarteste Berührung von, füreinander attraktiv wirkendem Männlichen und Weiblichen, Mann und Frau, von Frau und Mann in Richtung gegenseitiger Erfüllung weisen mag – so die entsprechende Bereitschaft natürlicher Veranlagung nachzugeben, vorhanden ist.
Das Wissen um diese ursprünglichen, natürlichen Zusammenhänge lässt den bewussten Muslim, welcher sich nicht mit leerer Nachahmung des traditionellen Ritus begnügt, in bewusster Zurückhaltung die Berührung mit dem anderen Geschlecht – HOCH – ACHTUNGSVOLL (in der wahren, umfänglichen Bedeutung dieses Wortes) und nicht in ABWERTUNG vermeiden!
In Hochachtung vor der Macht und Gewalt des Natürlichen und universeller Schöpfungskraft. In Hochachtung vor der selbstbestimmten Souveränität jedes Individuums.
3.) Historische, gesellschaftliche Begründung - aus westlichem Kreis
Es ist noch nicht allzu lange her, da war man sich, zumindest in den gebildeten Kreisen des Abendlandes, noch dessen bewusst, dass der "sanfte Mann", der Gentleman, der wohlerzogene Kavalier, niemals es gewagt hätte, seine fordernde Hand der noblen, verehrten Dame hinzustrecken und sie solcherart vereinnahmend, gewissermaßen zu "zwingen", sich "in seine Hand zu begeben" – sie sich ihm "ergeben und Untertan zu machen" oder sich der Gefahr der ablehnenden Zurückweisung auszusetzen.
Der Edelmann wusste sich und sein hehres Verlangen wohl zu zügeln und wartete selbst ergeben, dass SIE, das geliebte WESEN, ihm ihre Hand aus freien Stücken reichte und sie ihm zum gehauchten Kuss darbot und derart auf ihre wohlwollende Geneigtheit hinwies!
Dies ist wahrhaft höfisches (ein Wort von welchem sich das Wort "Höflichkeit" ableitet) Betragen.
Und selbst dann – war es nicht die blanke Haut – das Organ der Sinnlichkeit – welches man an- und ineinander schmiegte, sondern der zusätzliche Schutz des feinen Handschuhs bewahrte gebührenden An- und Abstand.
Mein Verhalten als glaubenstreuer Muslim, im Wissen um diese Zusammenhänge ist also folgendes.
Niemals (obgleich manchmal eingefleischter Reflex dies "niemals" durchaus relativiert) versuche ich durch aktives Handhinstrecken, eine fremden Frau zur – und sei dies in den allermeisten Fällen eine unbewusste - Einwilligung zu erster intimer Berührung zu veranlassen (nur sinnlich abgestumpftes Volk vermag in solcher Berührung keine Intimität zu verorten).
Doch streckte mir eine Frau ihre Hand zum Gruße hin, gebietet es meine Höflichkeit und Ritterlichkeit, diese nicht zurückzuweisen, sondern sie in Verantwortung und gebotener Zurückhaltung sanft zu ergreifen – um somit vor Gott und der Welt in Denken, Empfinden und Tun zu bekunden, dass sicher sie "in gute Hände" sich begab.
Die Zeit, sie läuft im Sauseschritt und wir, wir eilen mit (frei, nach W. Busch) daher erlaube ich mit 2022 einen Nachtrag.
Nachdem wir alle, weltweit - CORONAGEPRÜFT - haben lernen dürfen, dass das Händeschütteln zu verweigern, beileibe kein ungebührliches, verachtendes ZURÜCKWEISEN, darstellt, sondern als Ausdruck höflicher, heilsbedachter (des eigenen und das der Anderen) verstanden wird - MUSS ich nun keine Angst mehr haben - GOTT SEI DANK -, als ein Entgegenkommen ZURÜCKWEISENDER Rüpel zu gelten, wenn ich die dargebotene Hand einer Dame NICHT ergreife, sondern diese Geste, mit ehrlich, freundlichem Lächeln und mit der Handberührung MEINER eigenen Brust am Herzen erwidere.
Dies mag der Erläuterungen nun genug sein. Nehme jeder davon was er/sie/es verträgt und lasse die Uneinsichtigen in Ruhe und in Frieden – wie der Auftrag von Eurem Herren an Euch allesamt lautet.
Und möge Er, der GEWALTIG MÄCHTIGE Euch für Euer blindes Folgen, wie auch für die Weigerung Euren Verstand zu gebrauchen belohnen – denn Er ist der GERECHTE, der VERGEBENDE.
Re: Muslime geben Frauen nicht die Hand - warum?
Anonymous - 07.07.2010, 21:45
Danke für diese sehr umfassende, schöne und abgerundete Erläuterung! So sehr ich persönlich dafür bin, dass diese respektvolle und sensible Distanz unter Muslimen gewahrt wird, so sehr bin ich auch dafür, dass man sich in manchen Situationen hier in Europa dem Brauch der hier lebenden Menschen anpasst. (Als Mann wie auch als Frau).
Der Graben, der durch ein "stures" und plumpes Sich (bezw. seine Hand) - Zurückziehen unter Umständen entstehen kann, ist oft nicht wieder gutzumachen. Es kann u. U. auch ein Zuviel an Ego hinter so einem Festhalten sogar an mancher Sunna unseres Propheten stehen (finde ich)! Auf jeden Fall sollte die Entscheidung, "Hand geben oder nicht" auch auf individuelle und sensible Weise getroffen werden und eventuell ist es halt besser, den "Schaden" in Kauf zu nehmen, der sich daraus ergeben kann - das heisst, z. B. die Gebetswaschung zu wiederholen, und das Gefühl, dem anderen Geschlecht vielleicht etwas näher gekommen zu sein als gewünscht wird, wegzustecken. Es sind ja meistens nicht so intensive Gefühle und Empfindungen im Spiel - sicher nicht, wenn ich Herrn X von der Hausverwaltung oder Herrn Y von der Polizei die Hand zum Gruss reiche... Es liegt ja, wie oben auch erläutert, im Handschlag auch die Geste der warmherzigen Begrüssung, des Willkommenheissens. Und es ist wohl auch im Sinne des ISLAMs, sich den Gebräuchen (dem "Urf") der Länder in denen man sich befindet, ein wenig anzupassen - damit die Gräben nicht noch grösser werden... (Dies für uns Muslime quasi "intern", zur Überlegung...)
Re: Muslime geben Frauen nicht die Hand - warum?
Haimax - 08.07.2010, 12:59Gut argumentiert!
Sumaya, ist eine inteligente Frau (ich nehm mal an, dass es ein Frauenname ist), ich habe ein paar ihrer Beiträge gelesen und bin von ihr beeindruckt.
So wie ich sie erlebe, hat sie sich integriert ohne das ihre Kultur zu kurz kommt, und sie akzeptiert auch Menschen die nicht ihren Glauben leben. Ich denke so können alle vom Wissen, Leben und der Kultur des Anderen etwas lernen und auch für ihr Leben profitieren, dies gilt für alle und sollte auch so gelebt werden.
Gruss an alle.
Re: Muslime geben Frauen nicht die Hand - warum?
Haimax - 08.07.2010, 15:19Jetzt ist es auch mir klar !!!
Rechtsgutachten zum Thema "Mangel an Intelligenz und Gottesverehrung bei Frauen"
Von dem 1999 verstorbenen Rechtsgutachter Abdul-Aziz bin Baz, dem ehemaligen offiziellen Staatsrechtsgutachter Saudi-Arabiens und einem der prominentesten Gelehrten des sunnitischen Islam im 20. Jahrhundert
(Institut für Islamfragen, dh, 16.04.2010)
"Allahs Prophet - Allahs Segen und Heil seien auf ihm - hat erklärt, dass Frauen einen Mangel an Intelligenz und Gottesverehrung haben. In der Regel wollen die Frauen diese Tatsache nicht hören und wehren sich dagegen. Ausgenommen davon sind Frauen, die rechtgeleitet und weise sind. Dieses Urteil des Propheten Allahs - Allahs Segen und Heil seien auf ihm - ist bewiesen und wurde in den zwei authentischen Überlieferungssammlungen von al-Bukhari und Muslim überliefert.
Die Bedeutung von 'Die Frauen leiden an einem Mangel an Intelligenz' wurde von Allahs Propheten - Allahs Segen und Heil seien auf ihm - folgendermaßen erklärt: 'Das Zeugnis [im Gericht] von einer [Frau] zählt [nur] wie das halbe Zeugnis eines Mannes. Zwei Frauen zählen wie ein Mann. Dies ist die Folge des Mangels an Intelligenz'.
Er [Muhammad] erklärte ebenfalls die Bedeutung des Mangels an Gottesverehrung: 'Tage und Nächte vergehen, ohne dass die Frau beten darf, weil sie ihre Menstruation hat. Das gleiche gilt während der Tage nach der Geburt'.
Dieser Mangel bei den Frauen lag in der Absicht Allahs. Die Frauen müssen diese Tatsache anerkennen. Es ändert sich auch nichts, wenn eine Frau über viel Intelligenz, Scharfsinn oder Wissen verfügt."
Quelle: www.binbaz.org.sa/mat/19950
Das sind doch mal weise Worte !!
Aber natürlich lese ich lieber die Ansichten von Sumaya !!
Re: Muslime geben Frauen nicht die Hand - warum?
Sumaya M.W. - 11.07.2010, 13:02
ohh...ich danke für die Komplimente. Na ja, die Integration...ein halbes Jahrhundert (fast ausschliesslich) in Europa, europäische Wurzeln...man kommt da fast nicht drum herum.
Und was die Intelligenz der Frauen betrifft: Gott sei Dank, al Hamdu Lillahi haben wir (muslimischen) Frauen in der Regel genügend Selbstbewusstsein, um die "Fatwas" gewisser Männer mit Nachsicht und Gelassenheit zu betrachten. Die Männer haben auch ihre Macken, ihre Mängel und wir Frauen sind in der Regel zufrieden mit uns (oft auch mit den Männern) so, wie wir alle nun mal sind. Auch wissen wir unseren Propheten - Friede und Segen Gottes sei mit ihm - in allen uns wichtigen Angelegenheiten ganz auf unserer Seite. Dass wir nicht immer beten können, ist in der Tat eine Entbehrung, ein "Schaden"(wenn man den Wert des Gebets kennt, weiss man dies). Aber "Intelligenz" ist was Umfassenderes als das, was vom Kopf, vom "Intellekt" ausgeht und KANN - fehlverstanden und im falschen Kontext - auch zum "Krebsgeschwür" werden.
Ich denke, wir haben an Klugheit, Weisheit und gesundem Menschenverstand in der Regel genug - mindestens soviel wie die Männer.... hoffentlich...
Danke jedenfalls für die Solidarität...
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