Release: The Chamber of Secrets

~ Asalun ~
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    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 29.03.2010, 00:55

    Release: The Chamber of Secrets
    (Wir schreiben das Jahr 1943. Hogwarts. Der Junge, den man zu späteren Zeiten als Lord Voldemort fürchten wird, ist noch bekannt unter dem Namen Tom Riddle. Nur Dumbledore, der Lehrer für Verwandlung, der später einmal Schulleiter sein wird, misstraut ihm bereits jetzt.
    Das Schuljahr scheint zu beginnen wie jedes andere, doch es kommt vereinzelt zu seltsamen Ereignissen. Schüler werden versteinert aufgefunden, doch es gibt keine Zeugen für die Vorfälle. Nur eins ist bisher bekannt: Der Täter, wer immer es auch sein mag, scheint ein Auge auf Muggelstämmige geworfen zu haben.)



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 29.03.2010, 01:12


    Der Zug ratterte über die Schienen. Die Landschaft zog vorbei, Bäume, Wiesen, Hügel. Aus den Abteilen, an denen er vorbeiging, drangen Stimmen und Gelächter auf den Gang hinaus.
    Diesen Gang lief ein offensichtlich gelangweilter, schwarzhaariger Junge mit Zaubererumhang entlang, an dessen Brust ein kleines Abzeichen mit einem V darauf pinnte. Aiden machte gerade seine zweite Runde durch den Hogwarts-Express und hatte soeben den Zugführer gefragt, wie weit es noch war – in etwa zwanzig Minuten würden sie da sein, hatte der gesagt.
    „Zieht langsam eure Umhänge an, wir sind bald da“, informierte Aiden aus diesem Grund im Vorbeigehen ein paar Erstklässler, die eifrig Schokofroschkarten tauschten, bis er wieder bei dem Abteil angekommen war, das er sich mit einigen anderen Ravenclaws teilte.
    „Der Vertrauensschüler kehrt zu uns Normalsterblichen zurück“, lachte einer von diesen, als Aiden die Tür aufzog und sich auf seinen Platz fallen ließ.
    „Du hast gerade was verpasst, Aide“, informierte ihn ein anderer. „Ein Viertklässler aus Gryffindor hat eine Tarantel mitgenommen, und die ist vorhin abgehauen, direkt zu uns. Jake hätte fast einen Herzanfall bekommen…“



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 29.03.2010, 01:39


    Langsam kam der Zug zum stehen. An die 280 Schüler in schwarzen Umhängen drängten sich durch die schmalen Zugtüren, und vor allem die Erstklässler verhielten sich dabei nicht sonderlich gesittet.
    Nur wenige, unter ihnen ein eher kleiner Junge mit dunkleblonden Haaren aus der sechsten Klasse, wartete, bis die meisten anderen schon ausgestiegen waren, um sich dann in aller Ruhe selbst zu den Kutschen zu begeben, die die Schüler von Hogsmeade zum Schulgebäude fuhren.
    Mittlerweile hatte er sich auch bereits an den Anblick der Thestrale gewöhnt, welche die Kutschen zogen.
    Er wusste noch, als er in der ersten Klasse verständnislos und erschrocken gefragt hatte, was denn das für seltsame Wesen seien - und dafür nur unverstädnliche Blicke zugeworfen bekommen hatte. Erst später hatte er herausgefunden, dass nicht jeder in der Lage war, diese absonderlichen Pferde zu sehen.
    Lester stieg also zusammen mit drei anderen Slytherins in eine der letzten Kutschen und betrachtete missbilligend, wie noch zwei Ravenclaws einstiegen, die wahrscheinlich nicht mehr in die Kutsche ihrer ganzen oberklugen Freunde gepasst hatten. Er beschloss, sie weitgehend zu ignorieren, was allerdings auch für seine drei Zimmerkameraden, Tyler, Adam und Steve, die er nicht unbedingt als seine Freunde bezeichnen würde, galt. Die beiden Ravenclaws hatte er schonmal gesehen, sie gingen in seinen Jahrgang, aber ihre Namen hatte er sich nicht gemerkt. Warum auch?
    Lester fragte sich, wo wohl Crane war. Auch Crane schlief auf seinem Zimmer, war aber im Gegensatz zu den drei anderen, die ziemlich zurückgeblieben waren, ein heller Kopf und für jeden Spaß zu haben. Da er ziemlich spät zum Zug gekommen war, hatte er keine Lust gehabt, sich durch die ganzen Abteile zu kämpfen, um ihn zu finden, aber jetzt hätte er ihn doch gerne hier.
    Hoffentlich dauerte die Fahrt bis nach Hogwarts nicht zulange. Er war jetzt schon genervt von dem Gerede seiner drei Zimmerkameraden.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 29.03.2010, 14:12


    Die vier Jungen blödelten noch eine Weile herum, bis der Zug am Bahnhof von Hogsmeade schließlich zum Stillstand kam. Sie warteten ein wenig, damit der Gang nicht mehr ganz so verstopft war, dann standen sie auf, um sich nach draußen zu kämpfen. Bevor sie letzteres tun konnten, ertönte links oberhalb von Aiden jedoch auf einmal ein lautes Krachen und ein Koffer segelte auf ihn herunter.
    Gerade noch riss er die Arme hoch und entging so vermutlich einer schweren Gehirnerschütterung, hatte aber trotzdem das Gefühl, gerade erschlagen worden zu sein. „Autsch, verdammte scheiße!“, fluchte er und kämpfte sich aus einem Haufen schwarzer Umhänge und Socken hervor. Selbstverständlich war der Koffer auch noch aufgegangen.
    „Alles okay?“, fragte einer seiner Freunde, ein kleiner braunhaariger Junge namens Codie, mit einem nervösen Lachen. Als Aiden zwischen einigen Unterhosen, die sich auf den Sitzen verteilt hatten ein Besenpflegeset entdeckte, vermutete er, dass der Koffer ihm gehörte – Codie spielte in der Quidditchmannschaft von Ravenclaw.
    „Bis darauf, dass ich fast von einem Koffer erschlagen worden wäre, ist alles bestens“, entgegnete Aiden trocken und die vier begannen, die Sachen mehr schlecht als recht wieder in den Koffer zu stopfen.
    „Nach so einer Nahtoderfahrung lernt man das Leben erst richtig zu lieben, mein Freund“, behauptete Jake und Aiden knuffte ihn in die Seite.
    „Verrat mir mal, wie du diesen ganzen Kram da rein bekommen hast, Codie“, ächzte Lyle, der Vierte im Bunde, währenddessen, und versuchte, den Koffer zu schließen, indem er sich quer auf diesen drauflegte. Erst als Aiden sich zusätzlich darauf stützte, schaffte Codie es, die Schnallen zu schließen. „Puh… na ja, zu Hause hatte ich ein bisschen mehr Zeit, um das ordentlich einzuräumen…“, meinte er kichernd. „Okay, wir sollten uns jetzt vielleicht etwas beeilen.“
    „Wo er Recht hat, hat er Recht“, murmelte Jake und die Jungen gingen im Laufschritt nach draußen. Die meisten Kutschen waren schon weggefahren und sie konnten keine mehr ergattern, in die sie alle hineinpassten, darum setzen sich Jake und Codie zu ein paar Fünftklässlern aus Hufflepuff, während Lyle und Aiden das Opfer bringen mussten, bei vier Slytherins aus ihrem Jahrgang in die Kutsche zu steigen. Prompt wurden ihnen ein paar feindselige Blicke zugeworfen, die Aiden allerdings ignorierte. Ihrer Unterhaltung lauschte er nur mit halbem Ohr.
    Der Himmel war schon die ganze Zeit sehr dunkel gewesen und kaum hatte die Kutsche sich in Bewegung gesetzt, begann es zu regnen. In kürzester Zeit verwandelte sich das anfängliche Nieseln in den reinsten Sturzbach, der da vom Himmel herunterkam.
    "Wow, ein Glück, dass wir ein Dach haben. Bei dem Wetter würde ich ja nicht mit den Booten über den See wollen“, meinte Aiden grinsend und dachte ein wenig schadenfroh an die Erstklässler, die gerade vermutlich halb ersäuft wurden.
    „Dein Mitleid ist mal wieder wirklich erschlagend“, entgegnete Lyle trocken.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 29.03.2010, 22:33


    Dummerweise kam schon nach wenigen Minuten Fahrt auch noch Regen dazu, was Lesters Laune nicht unbedingt verbesserte. Zuerst waren es nur ein paar Tropfen, doch diese verwandelten sich schnell in sintflutartige Regenschauer.
    Der Kommentar des einen Ravenclaws brachte ihn zum Lächeln - ja, die Erstklässler mussten es wirklich gerade ziemlich nass haben. Lester spielte mit dem Gedanken, die beiden, die ja am Ende der Kutsche saßen, durch einen kleinen Zauber auch ein bisschen nass zu machen - es konnte ja aussehen, als wären sie gerade durch eine ziemlich tiefe Pfütze gefahren - aber er entschied sich dagegen. Er wollte noch keinen Ärger, nicht, bevor er überhaupt in Hogwarts angekommen war. Das konnte er auch noch auf später verschieben, wenn er Crane gefunden hatte. Zusammen mit ihm waren solche Dinge sowieso lustiger.
    Nach einer schier endlosen Weile und endlos langweiligem Gerede seiner Zimmerkameraden, die sich darüber beklagten, dass sie hunger hätten, kamen sie endlich am Schulgebäude an. Hogwarts hatte sich kein bisschen verändert, die hohen Türme ragten beeindruckend wie immer vor ihnen auf.
    "Nun macht schon, steigt endlich aus", fuhr er die beiden Ravenclaws an, kurz nachdem die Kutsche angehalten hatte. Sie kamen der Aufforderung nach, und Lester beeilte sich, ins Trockene zu gelangen. Sein erster Weg, wie der aller anderen Schüler auch, führte in die Große Halle, wo er nach einigem Suchen schließlich auch Crane fand, neben dem er sich niederließ. Der Junge war etwas größer als er, hatte schwarze, dünne Haare und meist einen leicht überhebliches Lächeln auf dem Gesicht. Von ihnen beiden war er eindeutig der redseeligere, und so fing er gleich an zu erzählen, was er in den Ferien alles unternommen hatte. Er kam aus einer ziemlich reichen Familie reinblütiger Zauberer, und Crane berichtete, dass sie sich einen dreiwöchigen Aufenthalt in Rio de Janeiro geleistet hatten. Lester hörte im geduldig zu, bis ihr Schulleiter, Professor Dippet, für Ruhe sorgte. Nun begann die immer gleiche, langweilige Zeremonie, bei der die Erstklässler ihren Häusern zugeteilt wurden. Crane und er machten sich einen Spaß daraus, zu wetten, wer in welches Haus kam - und Crane gewann bei dieser Wette nahezu jedes Mal. Aber das störte Lester nicht weiter, hauptsache, sie bekamen irgendwie die Zeit rum, bis sie auf ihr Zimmer durften.
    Gerade wurde ein kleines, blondes Mädchen Slytherin zugeteilt, und Crane stieß ihm in die Seite, als Zeichen, dass sein Tipp wieder mal richtig gewesen war. Lester stieß zurück und zischte ihm "Hufflepuff" zu - der nächste Kandinat war ein kleiner, etwas dicklicher Junge mit einem ängstlichen Gesichtsausdruck.
    Zum Glück waren nicht mehr viele Kinder übrig.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 29.03.2010, 23:50


    Als sie angekommen waren, wurden sie prompt von einem der Slytherins angeschnauzt, was Aiden nur mit einem kurzen Verdrehen der Augen kommentierte. Mit gesenkten Köpfen hasteten sie durch den Regen, wichen Peeves aus, der sie mit irgendetwas bombardieren wollte, und gelangten schließlich ins Trockene. Dort schlossen sie sich dem Strom schwarz gekleideter Schüler an, die alle auf dem Weg in die Große Halle waren. Zielsicher liefen Lyle und Aiden zum Ravenclaw-Tisch und stießen dort wieder zu den beiden anderen.
    Nachdem er es nun zum fünften Mal sah, war die Aufteilung der (dieses Mal wirklich ziemlich nassen und durchgefrorenen) Erstklässler in die vier Häuser nicht mehr sonderlich spannend. Trotzdem klatschte Aiden immer brav mit, wenn einer von ihnen nach Ravenclaw geschickt wurde, bis sie endlich alle zugeteilt waren.
    Nach einer kurzen Ansprache von Professor Dippet war es schließlich Zeit für das Festessen, auf das sich alle gierig stürzten. Einige erzählten von ihren Ferien, von ihren Familien, von dem, was sie von diesem Schuljahr erwarteten. Alles in allem konnte man sagen, dass es ein völlig normaler erster Schultag war.
    „Erstklässler, hier lang!“, rief Aiden, als alle fertig waren und sich vollgefressen auf den Weg in ihre Schlafsäle machten. „Erstklässler! Ja, ihr da! Folgt mir!“ Schwach lächelnd machte auch Aiden sich auf den Weg, eine Horde nervöser Knirpse im Schlepptau. „Die werden auch immer kleiner, oder?“, flüsterte Codie ihm zu, der selbst einen Kopf kleiner war als Aiden, und brachte ihn so zum Lachen.
    Er führte die Erstklässler durch das Gewirr von Treppen, das für Hogwarts so typisch war (er erinnerte sich noch gut, wie oft er sich in seinem ersten Jahr verirrt hatte), bis zum Ravenclaw-Turm. Vor der Tür ohne Griff blieb er stehen und deutete auf den adlerförmigen Türklopfer.
    „Der Adler stellt euch eine Frage und ihr müsst euch eine kluge Antwort einfallen lassen, wenn ihr in den Gemeinschaftsraum wollt. Wenn ihr keine Antwort habt, müsst ihr warten, bis jemand kommt, der eine hat“, erklärte er, auch, wenn diese Information die Erstklässler wohl nicht sonderlich aufbaute, und klopfte an die Tür.
    „Ganz recht“, stimmte der Türklopfer ihm zu. „Also, was gab es zuerst, den Phönix oder die Flamme?“
    „Hmm…“, machte Aiden. „Ich würde mal sagen, dass ein Kreis keinen Anfang hat.“
    „Gute Antwort“, schallte es zurück, die Tür schwang auf und offenbarte den Gemeinschaftsraum des Hauses Ravenclaw.
    Wie immer fiel als erstes die weiße Marmorstatue der Hausgründerin Rowena Ravenclaw ins Blickfeld. Anschließend ließ Aiden den Blick schweifen, über die Bogenfenster, die eine wunderschöne Aussicht auf die Berge boten, wenn es gerade mal nicht dunkel war, über die bronze-blauen Wandverkleidungen, über die Tische, Stühle und Wandregale voller Bücher. Kurz erklärte er den Neuen noch, wie sie zu ihrem Schlafsälen gelangten, dann machte er sich selbst auf den Weg zu dem Raum, in dem er zusammen mit Jake, Lyle und Codie nun das sechste Jahr nächtigen würde.

    - Zeitsprung: Eine Woche später –

    Aiden gähnte und schulterte seine Schultasche, die heute mal wieder mit reichlich dicken Büchern vollgestopft war. In einer Hand hielt er immer noch ein Brötchen mit Marmelade, von dem er nun eilig abbiss, aber er hatte etwas verschlafen und musste sich beeilen, wenn er noch pünktlich zu Alte Runen kommen wollte.
    Gerade so schnell wie er konnte ohne dabei zu rennen hastete Aiden die Treppe hinauf, übersprang automatisch eine der Trickstufen, bog um eine Ecke –
    Und stolperte über etwas, das auf dem Boden lag. Nur der Griff nach einer Statue bewahrte ihn davor, der Länge nach auf dem Boden zu landen. Fluchend sah er sich nach dem ominösen Gegenstand um und hielt dann mitten im Wort inne. Es war kein Gegenstand.
    „Scheiße, Jake!“, entfuhr es Aiden, als er seinen Zimmerkameraden erkannte, der da auf dem Boden lag, blass, mit glasigen, weit aufgerissenen Augen und steif wie ein Brett. Eilig kniete er sich neben ihn, um seinen Puls zu fühlen und zuckte wieder zurück. Er war eiskalt.
    „Jake, mach keinen Mist!“, redete er sinnloserweise auf diese Gestalt ein, die offensichtlich der Junge war, den er kannte, seit er das erste Mal in den Hogwarts-Express gestiegen war, und der doch nicht dieser Junge sein durfte.
    Hilflos sah er sich nach irgendjemandem um, der etwas tun konnte, irgendjemandem – aber natürlich war niemand da.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 30.03.2010, 00:53


    Die erste Woche verstrich ereignislos. Lester besuchte die Kurse, die er gewählt hatte und regte sich zusammen mit Crane über die nervtötenden Erstklässler auf, die ihnen ständig vor die Füße traten und sie schlimmstenfalls auch noch nach dem Weg fragten. Immerhin hörte das Fragen nach drei Tagen auf, nachdem Crane zwei Jungen so zusammengestaucht hatte, sie sollten ihnen nicht auf die Nerven gehen, dass sich ihr schlechter Ruf scheinbar schnell herumgesprochen hatte. Gerade streifte er ziemlich planlos durch die Schlossgänge. Crane hatte, aus welchem Grund auch immer, den Kurs Alte Runen belegt und hatte jetzt Unterricht - er hingegen hatte frei. Da er allerdings nie besonders lange schlafen konnte war er schon aufgestanden, was sich als Fehler herausstellte, denn um diese Uhrzeit war so ziemlich gar nichts los im Schloss.
    Lester ging also ziellos über die Treppen und ließ sich von ihnen in irgendwelche entlegenen Gänge führen, die er unter normalen Umständen wahrscheinlich nie aufgesucht hätte. Allerdings gab es auch nicht besonders viel dort, was die Gänge sehenswert gemacht hätte. Höchstens ein paar Statuen standen an den Seiten, und manchmal dachte er, dass eine von ihnen sich bewegte - aber das konnte genausogut Einbildung sein.
    Gerade dachte er daran, dass er ja noch einen Aufsatz für Geschichte der Zauberei schreiben musste, als er eine Stimme fluchen hörte.
    "Scheiße, Jake! Jake, mach keinen Mist!"
    Lester glaubte, die Stimme zu kennen, und als er um eine Ecke bog, erkannte er auch, wem sie gehörte. Es war der Ravenclaw, mit dem er vor einer Woche in einer Kutsche gefahren war. Er beugte sich über einen anderen Jungen, der augenscheinlich ebenfalls ein Ravenclaw war und regungslos am Boden lag. Lester musste grinsen. Wahrscheinlich hatte sich da jemand einen Scherz erlaubt, und der Idiot war darauf hereingefallen. Bestimmt hatte jemand den am Boden liegenden mit einem Petrificus Totalus lahmgelegt, und der Schwarzhaarige dachte jetzt sonstwas.
    "Na, bewegt sich dein kleiner Freund nicht mehr?", fragte Lester schon von weitem, als er auf die beiden zuging. Doch als er näher kam, erkannte er, dass Petrificus Totalus ein eher unwahrscheinlicher Grund war. Der Braunhaarige sah nicht mehr wirklich lebendig aus, war blass und sein Blick war trübe. Der Petrificus Totalus erlaubte dem Betroffenen immerhin noch, die Augen zu bewegen - der hier bewegte allerdings gar nichts mehr. Dennoch war das ganze wahrscheinlich nicht viel mehr als ein dummer Streich.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 30.03.2010, 22:43


    Verzweifelt versuchte Aiden, Jake ein wenig an den Schultern zu rütteln, stellte dabei aber nur ein zweites Mal fest, dass dieser vollkommen steif war – als wäre er zu Stein erstarrt.
    „Komm schon…“, murmelte er und fummelte an seinem Zauberstab herum. Wenn er nur den richtigen Zauber wüsste, würde Jake bestimmt wieder aufwachen und ihn überrascht fragen, warum er denn hier auf dem Boden herum lag.
    „Na, bewegt sich dein kleiner Freund nicht mehr?“, ertönte da auf einmal eine Stimme. Wütend hob Aiden den Kopf und entdeckte einen Slytherin aus seinem Jahrgang, einen von denen, die am ersten Schultag mit ihm in einer Kutsche gesessen hatten. Er hieß Steel oder so ähnlich.
    „Nein, wie du siehst, tut er das nicht, du Idiot“, fuhr Aiden den Kerl an. Von allen Personen, die kommen konnten – warum gerade ein Slytherin? „Wenn du’s genau wissen willst, finde ich keinerlei Lebenszeichen, also steh nicht so dumm da und grins vor dich hin, sondern hol gefälligst Hilfe!“
    Erst im Nachhinein fiel Aiden auf, dass er immer lauter geworden war, bis er Steel fast anbrüllte. Doch das war ihm vollkommen egal, solange dieser Arsch von einem Slytherin sich in Bewegung setzte. Er wusste nicht, was mit Jake war und vielleicht zählte hier jede Sekunde.
    Wenn es nur einfach irgendein Zauber war, der ihn in diesen Zustand versetzt hatte und der sich rückgängig machen ließ. Wenn er nur nicht…
    Aiden verscheuchte diesen Gedanken schnell wieder, um ihn gar nicht erst an sich heran zu lassen. Vielleicht war das alles hier ja sowieso nur alles ein irrer Traum und er würde jeden Moment aufwachen und feststellen, dass er komplett verschlafen und den Runen-Unterricht verpasst hatte. Oder er war gerade auf dem Weg einfach über einen Stuhl gestolpert, den Peeves in den Weg geworfen hatte, und hatte sich an der Statue den Kopf gestoßen.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 30.03.2010, 23:51


    Der Ravenclaw schien ziemlich außer sich, als er Lester bemerkte. Wut und Panik sprachen aus seinem Blick, als er ihn anfuhr.
    "Nein, wie du siehst, tut er das nicht, du Idiot! Wenn du’s genau wissen willst, finde ich keinerlei Lebenszeichen, also steh nicht so dumm da und grins vor dich hin, sondern hol gefälligst Hilfe!" Der Schwarzhaarige wurde immer lauter, bis er schließlich anfing zu schreien und Lester befürchtete, dass gleich die halbe Schülerschaft hier sein würde, um zu erfahren, wer hier so einen Lärm veranstaltete. Aber scheinbar war der Korridor so abgelegen, dass niemand sein Gebrülle mitbekam.
    "Jetzt bleib mal locker", sagte er ruhig, trat an die beiden heran und beugte sich mit halbem Interesse über den am Boden liegenden Jungen. Er schien wirklich so etwas wie tot zu sein, seine Brust bewegte sich nicht mehr und als er den Hals des Braunhaarigen berührte, konnte er keinen Puls fühlen. Auch seine Haut war eiskalt. Entgegen dem, was er gerade gesagt hatte, mischte sich nun doch leichte Besorgnis in seinen Blick.
    "Entweder, wir haben es hier mit einem verdammt gut ausgeführtem Zauber zu tun, oder dein Freund ist wirklich tot. Besonders viel scheint er dir allerdings nicht zu bedeuten, sonst hättest du nämlich schon längst Hilfe geholt. Da du allerdings nicht dazu in der Lage zu sein scheinst, so weit zu denken, werde ich das jetzt tun."
    Lester richtete sich betont gelassen wieder auf und sah den Schwarzhaarigen an. "Du kannst ja so lange bei ihm bleiben und hoffen, dass er wie durch ein Wunder doch wieder aufwacht."
    Mit diesen Worten drehte er sich um und verschwand in die Richtung, aus der er gekommen war. Seine Schritte waren schneller, als er es beabsichtigt hatte, aber glücklicherweise dauerte es nicht lange, bis er einen Lehrer gefunden hatte. Professor Dumbledore, sein Lehrer für Verwandlung, war gerade dabei, um eine Ecke zu verschwinden.
    "Professor!", rief Lester ihm zu, und ärgerte sich über das leichte Zittern in seiner Stimme. Der Vorfall beunruhigte ihn doch etwas, aber glücklicherweise schaffte er es, seine Stimme wieder unter Kontrolle zu bringen, als er weitersprach. Dumbledore war mittlerweile stehen geblieben und hatte sich zu ihm umgedreht.
    "Ich -", Lester suchte nach den richtigen Worten - "es wurde gerade ein Schüler aus Ravenclaw gefunden. Er scheint tot zu sein, oder wurde zumindest mit einem starken Zauber belegt."
    Erschrockenheit spiegelte sich im Blick des Lehrers wieder. "Wo befindet sich der Junge?", fragte er, seine Stimme klang immer noch ruhig.
    "Kommen Sie mit, ich führe Sie hin."
    Mit schnellen Schritten ging er den Weg zurück, den er gerade gekommen war, bis er um eine Ecke bog und vor sich im Gang die beiden Jungen vorfand, die immer noch genauso da saßen - und lagen - wie er sie zurückgelassen hatte. Lester wurde langsamer, doch Dumbledore überholte ihn nun und eilte zu den beiden Ravenclaws, um sich über den scheinbar toten Jungen hinabzubeugen.
    Scheinbar beiläufig trat Lester hinzu, hielt aber einen gewissen Abstand zu den dreien.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 31.03.2010, 00:49


    Steel kehrte den arroganten Wichtigtuer heraus, der er wahrscheinlich auch war, während er den erstarrten Jungen erst einmal in aller Ruhe selbst begutachtete. „Jetzt bleib mal locker“, meinte er. „Entweder, wir haben es hier mit einem verdammt gut ausgeführtem Zauber zu tun, oder dein Freund ist wirklich tot. Besonders viel scheint er dir allerdings nicht zu bedeuten, sonst hättest du nämlich schon längst Hilfe geholt. Da du allerdings nicht dazu in der Lage zu sein scheinst, so weit zu denken, werde ich das jetzt tun. Du kannst ja so lange bei ihm bleiben und hoffen, dass er wie durch ein Wunder doch wieder aufwacht.“
    Aiden war drauf und dran, ihn erneut anzugiften, doch da hatte der Slytherin sich bereits umgedreht und war mit schnellen Schritten in die Richtung verschwunden, aus der er gekommen war. Irgendwo hatte der Typ ja auch Recht gehabt – Aiden hätte theoretisch selbst Hilfe holen können. Aber andererseits brachte er es auch nicht über sich, Jake einfach so allein hier liegen zu lassen.
    Schon nach kurzer Zeit hörte Aiden wieder Schritte und Steel bog ein zweites Mal um die Ecke, diesmal mit Professor Dumbledore im Schlepptau, welcher ihn eilig überholte und sich über Jake beugte. Aiden rutschte ein Stück zur Seite, um ihm Platz zu machen.
    Eine ganze Weile herrschte Stille, welche zwischendurch nur dadurch unterbrochen wurde, dass Dumbledore mit besorgter Miene seinen Zauberstab zückte und leise vor sich hin murmelte. Vermutlich dauerte es gar nicht so lange, aber für Aiden fühlten die Minuten sich wie Stunden an. Entweder, wir haben es hier mit einem verdammt gut ausgeführtem Zauber zu tun, oder dein Freund ist wirklich tot, hallte Steels Stimme in seinem Kopf wieder und biss sich auf die Unterlippe. Wirklich tot.
    Schließlich hob Dumbledore den Kopf. „Er ist nicht tot“, sagte er ernst und ließ seinen Blick über Aiden und Steel schweifen. „Aber er ist versteinert. Wir müssen ihn in den Krankenflügel bringen… und Sie sollten auch mitkommen, Aiden“, meinte er anschließend, während er sich wieder aufrichtete und Jake mit einem Schwung seines Zauberstabes zum Schweben brachte. Kurz sah er sich suchend um, dann nickte er dem Porträt eines festlich gekleideten Zauberers zu, der das Ganze beobachtet hatte. „Wären Sie so freundlich, ins Büro des Schulleiters zu laufen und ihm zu erzählen, was hier geschehen ist? Vielen Dank.“
    Ohne großartig darüber nachzudenken, warum er eigentlich mitkommen sollte, stand Aiden ebenfalls auf und folgte Dumbledore, ohne den immer noch da stehenden Slytherin weiter zu beachten. Er fühlte sich wie betäubt. Zwar sickerte langsam der erleichternde Gedanke zu ihm durch, dass Jake Gott sei Dank nicht tot war, aber andererseits war es auch ein wenig beunruhigend, dass Dumbledore, einer der besten Zauberer ihrer Zeit, diese ‚Versteinerung’ nicht mal eben aufheben konnte.
    Letztendlich kamen sie im Krankenflügel an, wo die Heilerin kurz mit Dumbledore tuschelte, Aiden dann auf einen Stuhl verfrachtete und ihm irgendein dampfendes Getränk in die Hand drückte, das anscheinend gegen den Schock helfen sollte. Nun, das erklärte, warum er hatte mitkommen sollen.
    Der Schwarzhaarige schlürfte brav das nicht unbedingt gut schmeckende Gebräu. Immernoch kam ihm die Situation äußerst unwirklich vor. Die Traum-Theorie erschien ihm nach wie vor sehr realistisch, als er Dumbledore nachsah, welcher mit wehendem Umhang den Krankenflügel verließ, und die Heilerin beobachtete, als diese Jake noch einmal untersuchte.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 31.03.2010, 01:54


    -Zeitsprung: Am Nachmittag -

    Nachdem er eine ziemlich langweilige Stunde Astronomie überstanden hatte, hatte Lester beschlossen, in die Bibliothek zu gehen, um sich seinem Aufsatz über die Monde des Planeten Jupiter zu widmen. Er hatte schon bald herausgefunden, das dies eine ganze Menge waren, und er wusste, dass er sich wohl den Rest des Tages mit diesem überaus spannenden Thema auseinandersetzen würde. Es gab einige Dinge, die er lieber getan hätte - zum Beispiel mit Crane durch das Schloss gestreift - doch mit diesem hatte er sich gerade zerstritten. Nachdem er ihm erzählt hatte, was dem Jungen aus Ravenclaw passiert war, hatte dieser sich keinesfalls entsetzt gezeigt, sondern sich vielmehr über die Tatsache gefreut, dass ein Schlammblut weniger in Hogwarts herumlief. Lester selbst fand die ganze Geschichte weniger lustig. Nicht, dass es ihm keine Freude bereitet hätte, einen Ravenclaw so am Ende zu sehen, im Gegenteil, das fand er recht amüsant - aber er war nicht davon begeistert, wenn man über Muggel herzog. Immerhin war er selbst nur ein Halbblut, nur sein Vater war Zauberer gewesen, und er hatte seine Mutter durchaus gemocht. Allerdings wusste davon niemand - er wäre auch ziemlich blöd gewesen, das jedem auf die Nase zu binden. Stattdessen hatte er allen, die ihn gefragt hatten, erzählt, seine Eltern seien beide reinblütig gewesen. Bisher war er mit dieser Lüge durchgekommen, und nichteinmal Crane wusste von seiner waren Abstammung.
    Dennoch hatte es seinem Freund scheinbar nicht gepasst, dass er sich nicht übermäßig gefreut hatte, und war mit den Worten "man, bist du heute schlecht drauf" zu einigen anderen Slytherins gegangen. Da Lester das von ihm kannte, war er nicht weiter darauf eingegangen. Spätestens in ein paar Tagen würde alles wieder beim alten sein.
    Lester war grade bei der Beschreibung des vierundvierzigsten Mondes angekommen, es war mittlerweile wahrscheinlich schon recht spät, als er plötzlich meinte, eine leise Stimme zu hören. Erst ignorierte er sie, doch sie wurde immer lauter, und sie klang nicht wie eine menschliche Stimme. Beunruhigt sah Lester sich um, doch außer ihm war niemand in der Bibliothek - wahrscheinlich hatten die meisten anderen ihre Hausaufgaben auf einen anderen Zeitpunkt verlegt. Woher kam also diese Stimme? War er verrückt geworden?
    Nein. Nein, er hörte sie jetzt ganz deutlich, und sie jagten ihm einen kalten Schauer über den Rücken.
    Hungrig, so hungrig.........kalt........TÖTEN!
    Langsam stand Lester auf, versuchte auszumachen, woher die Stimme kam. Doch es schien, als würde sie aus einer Wand kommen, doch nicht aus einer Wand, sondern erst aus der links von ihm, dann der vor ihm und dann der rechts von ihm. Verwirrt sah er sich um. Spielte ihm gerade jemand einen dummen Streich? Crane vielleicht, um seine Laune aufzubessern?
    Doch irgendwie glaubte Lester nicht daran. Er stand jetzt direkt vor einer Wand, hinter der er gerade die Stimme gehört hatte, doch jetzt schien sie verstummt zu sein.
    Er legte eine Hand auf den kalten Stein, suchte nach einer Geheimtür oder etwas ähnlichem, das ihm erklären könnte, woher diese Stimme gerade gekommen war, als er sie plötzlich wieder hörte, dieses mal so laut, als wäre sie direkt vor ihm.
    Zerreißen!
    Lester zuckte zusammen.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 31.03.2010, 21:14


    Mit mehreren Rollen Pergament, Federn, Tinte und Schulbüchern bewaffnet, schlich Aiden sich Richtung Bibliothek. Die Sache mit Jakes Versteinerung hatte sich rasend schnell herumgesprochen und da er einer der wenigen ‚Zeugen’ war, wurde Aiden schon den ganzen Tag von Neugierigen verfolgt, die wissen wollten, was an den zahlreichen Gerüchten, die im Umlauf waren, eigentlich dran war. Dabei war das einzige, das er ihnen sagen konnte, dass die Lehrer anscheinend ratlos waren, aber in einem der Gewächshäuser Alraunen herangezogen wurden, aus denen Professor Slughorn ein Heilmittel brauen konnte, wenn sie reif waren. Bis es so weit war, würde es aber noch eine Weile dauern.
    Jedenfalls war Aiden von der Fragerei am Ende so genervt gewesen, dass er beschlossen hatte, sich mitsamt seiner Hausaufgaben in die Bibliothek zurückzuziehen – dank der ständigen Unterbrechungen hatte er es nämlich bisher noch nicht einmal geschafft, seinen Aufsatz über den Vielsaft-Trank fertig zu stellen. Danach wartete noch einer über das Verschwindenlassen von Lebewesen sowie das Nacharbeiten des Stoffes der verpassten Stunde Alte Runen. Es war wirklich nicht zu fassen, wie viel die Lehrer ihnen dieses Jahr aufhalsten. Wie würde das erst werden, wenn sie kurz vor den UTZ-Prüfungen standen?
    Aidens Gedanken wurden dadurch unterbrochen, dass endlich der Eingang zur Bibliothek in Sicht kam. Eilig trat er hindurch, nickte dem Bibliothekaren kurz zu und lief zu seinem Stammplatz an einem der Fenster hinüber, durch das man auf den See blicken konnte.
    In Gedanken schon wieder beim Vielsaft-Trank bog Aiden um eine Regalreihe und stellte fest, dass er doch nicht so allein hier war, wie er gehofft hatte. An der Wand stand ein blonder Junge, den Aiden zum zweiten Mal heute als Steel identifizierte, und streckte die Hand nach dieser aus. Dann zuckte er auf einmal zusammen.
    Ohne es wirklich zu wollen blieb Aiden verdutzt stehen. Er war drauf und dran, Steel zu fragen, was zum Henker er da tat, aber andererseits hatte er keine sonderliche Lust auf ein Gespräch mit ihm. Aus diesem Grund lud er nur geräuschvoll seine Sachen auf dem Tisch ab – spätestens jetzt hatte Steel ihn wohl bemerkt – und warf dem Slytherin einen reichlich schiefen Blick zu. Entweder, der Typ hatte einen leichten Dachschaden (was nahe liegend war) oder er führte etwas im Schilde (was man ebenfalls nicht ganz ausschließen konnte). Aber sollte der doch machen, was er wollte.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 31.03.2010, 22:54


    Ein lautes, dumpfes Geräusch ließ Lester erschrocken herumfahren.
    Er war nun nicht mehr allein in der Bibliothek, einige Meter entfernt von ihm stand der Junge, der ihn heute morgen angeschrien hatte. Wie hatte der Professor ihn nochmal genannt? Ach ja, Aiden.
    Der Schwarzhaarige warf ihm einen ziemlich absonderlichen Blick zu, so, als ob er nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte.
    "Was ist? Warum starrst du mich so -"
    Die merkwürdige Stimme unterbach ihn.
    Zerfetzen...................................töten...................................Mord!
    Aus den Augenwinkeln blickte Lester zu der Wand, wo er natürlich immer noch nichts sah, er hörte nur, dass die Stimme wieder ein Stück weiter gewandert war. Dann sah er wieder zu Aiden, der ihn immer noch ziemlich verständislos ansah. Scheinbar hatte er nichts gehört.
    War er verrückt geworden?
    "Ach, egal. Wie geht's deinem kleinen Freund? Lebt er wieder?", wechselte er schnell das Thema, um davon abzulenken, wie verwirrt er gerade war. Dieser Idiot sollte bloß nicht denken, er wäre geistig nicht mehr ganz beisammen oder sowas. Warum musste er überhaupt gerade jetzt hier auftauchen? Konnte er sich nicht irgendwo anders mit seinem dämlichen Hausaufgaben beschäftigen? Man sollte getrennte Bibliotheken einrichten, fand Lester.
    Die Stimme war mittlerweile wieder leiser geworden, so dass Lester nicht mehr verstehen konnte, was sie sagte. Was auch immer das gewesen war, es würde hoffentlich nicht wieder auftauchen. Lester spürte, wie er sich wieder entspannte und die Kälte von eben verschwand.
    Er setzte wieder sein gewohnt lockeres Lächeln auf und blickte mit einer Mischung aus Abscheu und Selbstgewissheit zu dem Ravenclaw.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 31.03.2010, 23:48


    „Was ist? Warum starrst du mich so -“, begann Steel, unterbrach sich aber selbst und sah noch einmal zu der Wand, die er vorher schon so intensiv betrachtet hatte. Aiden hob die Augenbrauen. Die Theorie mit dem leichten Dachschaden erschien ihm langsam sehr wahrscheinlich.
    Er hatte nicht erwartet, dass Steel sein merkwürdiges Verhalten irgendwie erklärte, und das tat er auch nicht. Stattdessen wechselte er das Thema und fragte, ob Aidens ‚kleiner Freund wieder lebte’.
    Um seine erneut aufkeimende Wut zu verbergen, ließ Aiden sich betont langsam auf einem Stuhl nieder und fing an, in einem der drei Zaubertränke-Bücher, die er mit sich herumschleppte, nach dem Kapitel über den Vielsaft-Trank zu suchen.
    „Wenn du es so ausdrücken möchtest, wird es noch eine Weile dauern, bis er wieder ‚lebt’“, entgegnete er währenddessen verbissen und setzte zu der Erklärung an, die er heute schon x-mal heruntergespult hatte. „Sie wollen ein Gegenmittel aus Alraunen herstellen, aber die müssen erst reif werden.“
    Er sichtete das Kapitel auf Seite 162 und hob den Kopf wieder, um dem Slytherin in die Augen zu sehen. Aiden kannte den arroganten Blick, den dieser aufgesetzt hatte, und begegnete diesem ohne Scheu. Steel hatte ihn heute Morgen in einem Moment der Schwäche erwischt, aber der sollte sich nicht einbilden, dass er immer so leicht aus der Fassung zu bringen war.
    „Was hast du da gerade an der Wand gemacht?“, fügte er also eine Gegenfrage hinzu, einerseits, um vom Thema abzulenken, andererseits, weil Steel selbst anscheinend von diesem Thema ablenken wollte. Anschließend lehnte er das aufgeschlagene Buch gegen die aufeinander gestapelten anderen Bücher und rollte das dicht beschriebene Pergament mit dem begonnenen Aufsatz auseinander. Es war zwar heute offensichtlich unmöglich, seine Hausaufgaben ungestört zu erledigen, aber erledigen würde er sie – davon würde ihn so ein nervtötender Slytherin jetzt sicher nicht abhalten.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 01.04.2010, 00:48


    Im Zeitlupentempo ließ der Ravenclaw sich auf seinem Stuhl nieder und blätterte in einem der Bücher, die er sich mitgenommen hatte. Lester glaubte schon, er wolle ihn ignorieren, als er schließlich doch zu sprechen begann.
    "Wenn du es so ausdrücken möchtest, wird es noch eine Weile dauern, bis er wieder lebt. Sie wollen ein Gegenmittel aus Alraunen herstellen, aber die müssen erst reif werden." Seine Antwort klang irgendwie mürrisch, aber immerhin gab er ihm eine Antwort. Er wäre auch reichlich dumm gewesen, ihm keine zu geben.
    Alraunen also. Lester wusste nicht allzu viel über diese Pflanzen, nur, dass sie ziemlich entsetzlich Schreien konnte und knapp ein Jahr brauchte, bis sie zu irgendetwas brauchbar waren. Das bedeutete, dass dieser halbtote Junge ihnen wohl erst einmal eine Weile vom Hals bleiben würde. Sehr schön.
    Weniger schön war, dass Aiden beschlossen hatte, wieder auf sein - nach außen hin wahrscheinlich ziemlich merkwürdiges - Verhalten mit der Frage "Was hast du da gerade an der Wand gemacht?" zurück zu kommen. Das Lächeln verschwand von Lesters Gesicht, zurück blieb nur ein missbilligender Ausdruck.
    "Was hat dich das zu interessieren?", fragte er nur und trat auf den Tisch zu, an dem der Schwarzhaarige saß. Er musterte die Bücher, die dort aufgestapelt lagen - sie behandelten die Themen Zaubertränke, Alte Runen und Verwandlungskünste. Wenn Lester sich recht erinnerte, war der Kerl sogar mit ihm zusammen in Zaubertränke und Verwandlung.
    "Was machst du da eigentlich? Zeig mal her", sagte er und zog dem Schwarzhaarigen sein Blatt Pergament vom Tisch.
    "Interessant. Der Vielsaft-Trank ist ein Zaubertrank, welcher die Person, die ihn zu sich nimmt, über den Zeitraum von einer Stunde in eine andere Person seiner Wahl verwandelt", begann er mit leicht übertriebener Betonung vorzulesen und sah zu Aiden, der im Sitzen glücklicherweise kleiner war als er, hinunter.
    "Ich nehme an, du brauchst das nicht mehr, so schlecht wie das geschrieben ist?", meinte er, während er mit dem Pergament wedelte.
    Sein selbstgefälliges Lächeln war wieder da.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 01.04.2010, 22:18


    Mit seiner Frage schien er Steels gute Laune ein wenig zu trüben, was Aiden als Punkt für sich verbuchte. Und wie kaum anders zu erwarten bekam er keine vernünftige Antwort.
    „Was machst du da eigentlich? Zeig mal her“, sagte Steel nun und zog Aiden, bevor dieser reagieren konnte, seinen Aufsatz weg. Säuerlich beobachtete der Schwarzhaarige, wie dieser Arsch von einem Slytherin seine halb fertige Hausaufgabe betrachtete. „Ich nehme an, du brauchst das nicht mehr, so schlecht wie das geschrieben ist?“, sagte er und wedelte mit dem Blatt herum.
    Wie er ihn hätte schlagen können.
    Innerlich vor sich hin kochend, sagte Aiden, so ruhig er konnte: „Wenn es mich nichts angeht, was du machst, frage ich mich, was es dich angeht, was ich mache.“ Er bezweifelte allerdings, dass er den genervten Unterton aus seiner Stimme verbannen konnte. „Gib das wieder her“, fügte er hinzu und streckte auffordernd die Hand aus.
    Mit der anderen Hand tastete er unterm Tisch vorsichtshalber nach seinem Zauberstab. Bei diesen Slytherins konnte man nie wissen, was als nächstes kam… und notfalls konnte er außerdem den Entwaffnungszauber zweckentfremden, um seinen Aufsatz zurück zu bekommen.
    Heute war einfach einer dieser Tage, an denen nichts so lief, wie man es geplant hatte. Ernsthaft. Vielleicht sollte er sich einfach schlafen legen und seine Hausaufgaben machen, wenn alle anderen schliefen… aber vermutlich würde nicht einmal das funktionieren. Wahrscheinlich entschied dann auf einmal irgendjemand, eine nächtliche Party im Gemeinschaftsraum zu schmeißen. Da blieb höchstens noch die Alternative, sich im Besenschrank zu verbarrikadieren.
    Aber im Moment wäre es schon ganz nett, nicht alles, was ich schon habe, nochmal schreiben zu müssen, dachte Aiden resigniert und wartete ab, was Steel nun tun würde. Er bezweifelte aus irgendeinem Grund, dass dieser ihm nun einfach das Pergament aushändigen und verduften würde.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 01.04.2010, 23:10


    Aiden schien nicht besonders begeistert davon zu sein, dass er ihm seine Hausaufgaben geklaut hatte. Im Gegenteil, Lester hörte die unterdrückte Wut, die in seiner Stimme steckte, als er sagte: "Wenn es mich nichts angeht, was du machst, frage ich mich, was es dich angeht, was ich mache."
    Was war denn das für eine minderwertige Argumentation? Und sowas von einem Ravenclaw, die doch eigentlich alle besonders klug sein sollten. Aber das traf wohl nicht auf alle von ihnen zu. Das beste Beispiel hatte er hier gerade vor sich.
    "Ach, fragst du dich das? Bist du nicht schlau genug, um selbst auf die Antwort zu kommen?", fragte er spöttisch und blickte auf die ausgestreckte Hand des Jungen. Er glaubte doch nicht ernsthaft, dass er ihm das Pergament einfach so zurückgeben würde? Scheinbar hatte er es mit einem ganz besonders dummen Exemplar zu tun.
    "Soll ich dir auf die Sprünge helfen?", stichelte er also weiter. "Es geht mich rein gar nichts an, aber das stört mich nicht weiter. Da du allerdings nicht auf meine Frage geantwortet hast, nehme ich an, du brauchst das wirklich nicht mehr."
    Mit einem schnellen Blick versicherte Lester sich, dass sie niemand beobachtete, dann zog er schnell seinen Zauberstab aus der Tasche seines Umhangs und richtete ihn auf das Pergament.
    "Incendio!", sagte er und eine Stichflamme verwandelte die Hausaufgaben des Ravenclaws in Asche. Zufrieden sah er Aiden an und steckte seinen Zauberstab wieder weg. Zum Glück schien niemand sonst seine Aktion bemerkt zu haben.
    "Ups, jetzt habe ich doch glatt deine Hausaufgaben verbrannt. Tut mir furchtbar Leid. Sieht aus, als müsstest du nochmal von vorne Anfangen. Was bei dem Aufsatz wohl auch nicht unbedingt verkehrt ist. Allerdings bezweifle ich, dass der nächste besser sein wird." Mit diesen Worten drehte er sich um und ging wieder zu seinem Platz um die Bücher wegzustellen und seine Sachen zusammen zu räumen. Er hatte nämlich beim besten Willen keine Lust, zusammen mit einem Ravenclaw im selben Raum zu sitzen und sich mit den letzten sechs Jupitermonden zu beschäftigen. Das konnte er genausogut im Gemeinschaftsraum der Slytherins tun - oder an einem anderen Tag, denn dort fand man so gut wie nie die Ruhe, sich mit solchen Dingen wie Hausaufgaben zu befassen.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 01.04.2010, 23:46


    Natürlich gab Steel ihm seinen Aufsatz wirklich nicht wieder, aber damit, was er tat, hatte Aiden nun auch nicht gerechnet. Nachdem er sich ein wenig über ihn lustig gemacht hatte, ließ er das Pergament in Flammen aufgehen. Noch bevor Aiden seinen Zauberstab ganz hevorgezogen hatte, war von seiner Hausaufgabe nur noch Asche übrig.
    „Ups, jetzt habe ich doch glatt deine Hausaufgaben verbrannt. Tut mir furchtbar Leid. Sieht aus, als müsstest du nochmal von vorne anfangen. Was bei dem Aufsatz wohl auch nicht unbedingt verkehrt ist. Allerdings bezweifle ich, dass der nächste besser sein wird“, spottete der Slytherin und wandte sich ab, um seine Sachen zusammenzuräumen. Entgeistert sah Aiden ihm hinterher.
    Der hat gerade in der Bibliothek was verbrannt, kam ihm irritierenderweise in den Sinn, obwohl das doch wohl im Moment die unwichtigste Tatsache war. Viel wichtiger war augenblicklich, dass dieser Mistkerl gerade seinen Aufsatz verbrannt hatte. Den Aufsatz, mit dem Aiden sich diesen ganzen, beschissenen Nachmittag herumgequält hatte. Irgendwo in seinem Kopf rastete etwas aus.
    Versteckt unterm Tisch zielte Aiden mit seinem Zauberstab auf Steels Tasche, die dieser gerade eingepackt hatte und vom Tisch nahm, und murmelte so leise, dass nur er selbst es hören konnte: „Diffindo.“
    Die Wirkung trat prompt ein: Die Tasche riss auf und der gesamte Inhalt fiel polternd und klirrend zu Boden. Klirrend, weil zusätzlich auch noch Steels Tintenfass zerbrach und sich sein gesamter Inhalt über dessen Sachen ergoss.
    „Hoppla, so was ist ja wirklich ärgerlich…“, sagte Aiden, durch diese Albernheit doch tatsächlich ein bisschen aufgeheitert, und stützte sich mit dem Ellbogen auf dem Tisch auf. Währenddessen entschloss er sich, die Hausaufgaben für Zaubertränke und Verwandlung eben von Lyle oder Codie abzuschreiben, wenn er, so wie es momentan aussah, heute wirklich zu nichts mehr kam. Normalerweise schrieb er zwar nicht ab, aber verzweifelte Situationen verlangten verzweifelte Maßnahmen – und wenn dieser Tag keine verzweifelte Situation war, dann gab es überhaupt keine.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 02.04.2010, 00:40


    Gerade, als Lester seine Sachen in seine Tasche gepackt hatte und diese hochnehmen wollte, riss aus unerfindlichen Gründen plötzlich eine Naht, sodass sich der Inhalt der Tasche auf dem Fußboden ergoss - im wahrsten Sinne des Wortes, denn auch sein Tintenfässchen war kaputt gegangen und hatte die meisten seiner Bücher bespritzt.
    "Hoppla, so was ist ja wirklich ärgerlich", kommentierte Aiden, doch Lester war schon vorher klar gewesen, dass das kein Zufall sein konnte. Zum Glück hatte er nicht allzu großen Schaden angerichtet, zwar waren einige seiner Aufzeichnungen etwas verklekst und seine Bücher vollgesogen mit Tinte, aber zumindest die Bücher konnte er wieder säubern. Erfreulicherweise schien sein Jupiter-Aufsatz nicht viel abbekommen zu haben.
    "Allerdings, das ist ärgerlich", sagte Lester knapp und zog zum zweiten Mal seinen Zauberstab hervor. Zuerst reinigte er mit "Tergeo" seine Bücher, dann reparierte er mit "Reparo" sowohl sein Tintenfass als auch seine Tasche und sammelte seine Sachen zum zweiten Mal zusammen. Dabei achtete er darauf, seine Wut nicht durchscheinen zu lassen.
    Dieser Wurm von einem Ravenclaw! Was fiel ihm eigentlich ein? Das würde er nicht so stehen lassen.
    Ohne Aiden noch eines Blickes zu würdigen, schritt er an ihm vorbei, doch als er etwa auf seiner Höhe war, zückte er erneut seinen Zauberstab und richtete ihn auf den Schwarzhaarigen. Oder vielmehr auf den Stuhl, auf dem dieser saß.
    "Locomotor", zischte er, woraufhin der Stuhl mit einem Ruck unter den Ravenclaw weggezogen wurde und dieser ziemlich unsanft auf dem Boden landete. Lester lächelte Aiden kurz zu und drehte sich dann weg, um seinen Weg fortzusetzen.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 02.04.2010, 01:03


    „Allerdings, das ist ärgerlich“, entgegnete Steel, woraufhin er anfing, seine Sachen auf magischem Wege zu reinigen beziehungsweise zu reparieren. Es war wirklich merkwürdig, was für eine Freude es Aiden auf einmal bereitete, den Typen wenigstens ein klein wenig geärgert zu haben.
    Der Slytherin machte Anstalten zu gehen, doch bevor er ganz an ihm vorbei war, flüsterte er irgendetwas und mit einem plötzlichen Ruck war der Stuhl, auf dem Aiden gerade noch gesessen hatte, nicht mehr da, wo er hingehörte.
    Aiden unterdrückte einen Fluch, als er unsanft auf dem Boden landete, und hob, ohne großartig darüber nachzudenken, zum zweiten Mal seinen Zauberstab.
    Dieses Mal richtete er ihn auf die Beine des nun wirklich verduftenden Slytherins und murmelte den allseits beliebten Stolperfluch, welcher sich um die Beine des Getroffenen schlang und ihn… nun ja, zum Stolpern brachte.
    Während Steel nun ebenfalls auf dem Boden landete, rappelte sich Aiden wieder hoch, hielt dabei aber seinen Zauberstab bereit, da er sich einigermaßen sicher war, dass der Blonde nochmal zurückschlagen würde.
    Ihm war klar, dass sein Verhalten gerade absolut albern und kindisch war, aber irgendwie war es in diesem Moment merkwürdig befreiend. Vielleicht, weil er einfach mal jemanden gebraucht hatte, an dem er sich abreagieren konnte. In dieser Hinsicht ihm die Begegnung mit Steel also doch ganz gelegen gekommen.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 02.04.2010, 22:56


    Dummerweise ging sein Plan, jetzt einfach abzuhauen, nicht auf, denn der Ravenclaw schien immer noch nicht genug zu haben.
    Denn nur einen Augenblick später stolperte Lester und fand sich ebenfalls auf dem Boden wieder - und er wusste natürlich, dass das ein Stolperfluch dieses Idioten war, der für einen Ravenclaw ungemein streitlustig war.
    Wütend stand er wieder auf und sah sich nun dem Schwarzhaarigen, der mittlerweile auch wieder aufgestanden war, direkt gegenüber. Lester überlegte kurz, was er als nächstes tun sollte - abhauen und das auf sich sitzen lassenkam natürlich nicht in Frage - und entschied sich für etwas, was er schon länger nicht mehr getan hatte.
    "Spuck Schnecken!", zischte er Aiden zu, doch dieser wehrte seinen Zauber mit "Protego!" ab - und das war, wie sich jetzt herausstellte, ein ziemlich großer Fehler gewesen.
    Denn Aiden hatte den Zauber so umgelenkt, dass dieser nun gegen eines der Bücherregale prallte. Wie in zeitlupe neigte sich das Regal nach hinten und kippte gegen ein weiteres, sodass beide krachend in sich zusammen fielen und ein Regen aus Büchern sich über den Boden der Bibliothek ergoss.
    Einen Moment lang stand Lester nur fassungslos da, bis ihm bewusst wurde, was sie da eigentlich gerade angerichtet hatten.
    "Du furchtbarer Idiot", sagte er mit einem Blick zu Aiden und fuhr sich durch die Haare. "Bist du wirklich so schlecht, dass du nichtmal einen Zauber unschädlich machen kannst, ohne dabei die halbe -"
    "Dürfte ich eventuell Fragen, was das zu bedeuten hat?"
    Die Stimme des Bibliothekars war gefährlich ruhig, doch man konnte deutlich die Zornesröte in seinem Gesicht erkennen.
    "Ich denke -", wollte Lester mit einer (mehr oder weniger) sachlichen Erklärung beginnen, um sich herauszureden, doch er wurde unterbrochen.
    "Kein Wort. Ich will nichts hören. Ich will nicht wissen, wer es war, wer angefangen hat oder sonstige dumme Ausreden. Ihr zwei kommt jetzt mit. Und zwar sofort."
    Seufzend ergab sich Lester seinem Schicksal. Es würde nichts bringen, jetzt noch etwas zu sagen, der Bibliothekar hatte längst seinen Verstand ausgeschaltet und war nur noch darauf aus, sie zum nächstbesten Lehrer zu schleifen.
    Während er und Aiden dem Bibliothekar folgten, vertrieb dieser die wenigen Schüler, die sich noch im Raum befanden, und schloss die Bibliothek. Dann ging er mit schnellen Schritten zielsicher durch die Gänge des Schlosses, und Lester erkannte bald, dass sie sich auf dem Weg zum Lehrerzimmer befanden.
    Na super. Das konnte ja ein Spaß werden.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 02.04.2010, 23:48


    Der Slytherin versuchte ihm nun einen ziemlich fiesen Fluch aufzuhalsen, den Aiden reflexartig mit einem Schildzauber abwehrte, von dem der Fluch… gegen ein Bücherregal gelenkt wurde.
    Ups, dachte Aiden nur, als das getroffene Regal langsam aber sicher nach hinten gegen ein zweites kippte und beide mit einigem Lärm zu Boden gingen. Dummerweise hätte er nicht einmal widersprechen können, als Steel ihn nun einen Idioten nannte. Doch selbst, wenn er es gekonnt hätte, hätte er nicht die Zeit dazu gehabt, denn in diesem Moment kam der Bibliothekar auf sie zu und durchbohrte die beiden mit tödlichen Blicken.
    „Dürfte ich eventuell Fragen, was das zu bedeuten hat?“, sagte er, würgte Steels Antwort aber schon im Keim ab. „Kein Wort. Ich will nichts hören. Ich will nicht wissen, wer es war, wer angefangen hat oder sonstige dumme Ausreden. Ihr zwei kommt jetzt mit. Und zwar sofort“, kommandierte er und Aiden unterdrückte ein Stöhnen. Das konnte ja heiter werden.
    Missmutig steckte Aiden seinen Zauberstab weg, folgte dem Bibliothekaren und würdigte Steel dabei keines Blickes. Aiden hätte sich gern gesagt, dass das alles die Schuld des Slytherins war, weil der schließlich angefangen hatte, aber er selbst hätte sich schließlich nicht so reizen lassen müssen. Dieser Tag konnte wirklich als beschissenster Tag des Jahres eingestuft werden.
    Nach einer Weile waren sie beim Lehrerzimmer angekommen, aus dem leise Stimmen drangen. Mit einem weiteren zornigen Blick zu den beiden Jungen klopfte der Bibliothekar an und die Tür schwang von Zauberhand auf.
    Vierzehn Augenpaare starrten sie an. Offensichtlich waren sie mitten in eine Besprechung hereingeplatzt.
    „Was gibt es, Mick?“, fragte Professor Dippet den Bibliothekaren und musterte Aiden und Steel stirnrunzelnd.
    „Die beiden haben meine Bibliothek in ein Schlachtfeld verwandelt!“, entgegnete der Bibliothekar wütend und deutete anklagend auf die Übeltäter. „Sie haben zwei Regale zerlegt. Ich verlange, dass sie bestraft werden!“
    „Zerlegt ist ein bisschen -“, wollte Aiden einwenden, wurde aber von strengen Blicken aus gleich mehreren Richtungen abgewürgt. Er fühlte sich, als würde er von allen Seiten durchbohrt und aufgespießt werden. „…übertrieben“, beendete er den Satz lahm. Nicht, dass das irgendwen interessiert hätte – einzig Professor Dumbledore schien die ganze Situation ziemlich witzig zu finden.
    „Nun, Filius, Horace, da die zwei Ihre Schüler sind, schlage ich vor, dass Sie sich Ihrer annehmen“, meinte der Schulleiter zu Professor Flitwick und Professor Slughorn. Die beiden nickten, kamen nach draußen auf den Korridor und schlossen die Tür hinter sich.
    „Ich bin wirklich enttäuscht von Ihnen, Green“, quiekte der kleine Professor Flitwick und sah tadelnd zu ihm empor. Aiden schämte sich etwas. „Von Ihnen beiden natürlich. Je fünfzig Punkte Abzug für Ravenclaw und Slytherin.“
    „Fünfzig!?“, wiederholte Aiden entsetzt.
    „Ganz Recht“, stimmte Slughorn seinem Kollegen zu. „Und Sie werden den Schaden, den Sie angerichtet haben, natürlich umgehend beheben.“
    „Außerdem werden Sie ab jetzt jeden Abend um sieben Uhr in der Bibliothek erscheinen und sie bis neun Uhr von oben bis unten putzen. So lange bis Sie fertig sind – und alles ohne Magie, versteht sich“, fügte Flitwick hinzu.
    Entgeistert sah Aiden seinen Hauslehrer an, vermutete aber stark, dass Widerspruch zwecklos war.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 03.04.2010, 00:37


    Und tatsächlich waren sie bald beim Lehrerzimmer angekommen. Der Bibliothekar klopfte an und die Tür schwang auf - und so ziemlich alle Lehrer von Hogwarts blickten sie verwundert an.
    Nachdem Mick, wie er von Professor Dippet genannt wurde, ziemlich übertrieben geschildert hatte, was sie mit seiner Bibliothek angestellt hatten - hier musste Lester Aiden ausnahmsweise zustimmen, als dieser sich rechtfertigte - wurden Professor Flitwick und Professor Slughorn nach draußen beordert, um sich eine Strafe für die beiden auszudenken.
    Flitwick übernahm das Wort, wobei er sich zuerst mit seiner quietschigen Stimme an Aiden wandte - welcher mit Nachnamen wohl Green hieß. Lester hatte diesen Mann noch nie wirklich ernst nehmen können. So klein, wie er war, konnte man fast über ihn stolpern, und es gingen Gerüchte um, dass er einen Kobold als Vorfahre hatte.
    Als er dann aber verkündete, dass ihnen beiden fünfzig Punkte abgezogen wurden, war Lester mindestens genauso entsetzt wie Aiden. Er wollte sich gerade an Professor Slughorn wenden, der im allgemeinen ein recht nachsichtiger Lehrer war, doch der ließ sich scheinbar zu sehr von Flitwick beeinflussen, denn er stimmte ihm auf der Stelle zu und sagte auch noch, dass sie den Schaden, den sie angestellt hatten, bereinigen mussten. Okay, das war klar gewesen.
    Was Flitwick dann aber noch sagte, war aber das schlimmste von allem: "Außerdem werden Sie ab jetzt jeden Abend um sieben Uhr in der Bibliothek erscheinen und sie bis neun Uhr von oben bis unten putzen. So lange bis Sie fertig sind – und alles ohne Magie, versteht sich."
    Wie er diesen Zwerg doch den Kopf hätte abreißen können - aber dann wäre er ja noch kleiner gewesen, als er es sowieso schon war. Das bedeutete mindestens eine Woche lang zwei Stunden mit diesem... diesem...
    "Professor, denken Sie nicht, dass diese Strafe etwas zu hart ausfällt? Immerhin ist der angerichtete Schaden bei weitem nicht so groß, wie er gerade beschrieben wurde, und - "
    "Sparen Sie sich Ihre Ausflüchte, Steel", unterbach Flitwick ihn. "Das ist schon das dritte Mal in diesem Schuljahr, dass ich etwas negatives von Ihnen höre, Ihnen wird die Strafe am wenigsten schaden."
    Dass er eigentlich schon vier Mal 'negatives von sich hatte hören lassen', erwähnte Lester in diesem Zusammenhang besser nicht. Scheinbar schien Widerspruch hier ziemlich zwecklos, und Professor Slughorn wich seinem Blick gekonnt aus.
    "Ihr habt gehört, was der Professor gesagt hat", meldete sich der Bibliothekar wieder zu Wort. "Also, Zauberstäbe abtreten und ab mit euch in die Bibliothek. Ich werde später nachsehen, ob auch alles wieder in Ordnung gebracht wurde, und wenn nicht, dann..."
    Seiner Stimme war zu entnehmen, dass das nichts gutes bedeuten würde. Widerwillig zog Lester seinen Zauberstab wieder aus seinem Umhang und händigte ihn dem Bibliothekar aus; Green tat es ihm gleich.
    "Gut, und jetzt verschwindet", sagte der Bilbiothekar mit einem bösen Blick, sodass Lester sich ohne ein weiteres Wort umdrehte und wieder in Richtung Bibliothek marschierte. Dort angekommen warf er seine Tasche in eine Ecke und begab sich zu dem Chaos, dass sie - oder vielmehr dieser Idiot von einem Ravenclaw - zu verschulden hatten.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 03.04.2010, 01:08


    Steel startete den nutzlosen Versuch, Flitwick davon zu überzeugen, dass die Strafe zu hart war, wobei Aiden ihm mal ausnahmsweise Recht geben musste – aber wie erwartet, ließ der kleine Lehrer sich nicht erweichen und erklärte außerdem, dass er bereits das dritte Mal in diesem Schuljahr negatives von Steel hörte. Was, wenn man bedachte, dass das Schuljahr vor gerade einmal einer Woche angefangen hatte, eine ordentliche Leistung war. Aber zuzutrauen war es diesem Idioten.
    „Ihr habt gehört, was der Professor gesagt hat“, schaltete sich nun der Bibliothekar ein und schien jetzt, da sie bestraft wurden, etwas besser gelaunt zu sein. „Also, Zauberstäbe abtreten und ab mit euch in die Bibliothek. Ich werde später nachsehen, ob auch alles wieder in Ordnung gebracht wurde, und wenn nicht, dann...“, fügte er trotzdem noch etwas hinzu, was Aiden für eine unverhohlene Drohung hielt. Und wenn man bedachte, dass er dem Kerl soeben seinen Zauberstab aushändigte, nahm er diese Drohung durchaus ernst.
    Resigniert folgte Aiden Steel also in die Bibliothek und betrachtete das, was der Bibliothekar so schön bildhaft als ‚Schlachtfeld’ bezeichnet hatte. Es würde wohl am längsten dauern, die Bücher wieder einzusortieren, die kreuz und quer herumlagen. Hoffentlich waren keine beschädigt worden, sonst würde der Bibliothekar ihnen wahrscheinlich wirklich die Köpfe abschlagen. Aber erst einmal mussten sie die Regale wieder aufstellen… ohne Magie.
    Na, halleluja, dachte Aiden, räumte erst einmal einige Bücher zur Seite, die im Weg herumlagen, und stapelte sie aufeinander. Anschließend stellte er sich auf eine Seite des zuoberst liegenden Regals und sah auffordernd zu Steel. Das riesige Regal alleine wieder hinzustellen, wäre schließlich ein bisschen schwierig gewesen.
    „Fass auf der anderen Seite an“, sagte er also schlicht zu dem Slytherin und wartete darauf, dass dieser tat, wie ihm geheißen. Aiden beschloss, ab jetzt nur noch zweckmäßige Kommunikation mit ihm zu betreiben. Egal, was der Kerl sagte, er würde sich ganz sicher nicht noch einmal reizen lassen. Und er würde das hier so schnell es ging hinter sich bringen. Schließlich hatte er auch immernoch Hausaufgaben, die sich sicher nicht von allein erledigen würden… davon einmal abgesehen, dass Aiden nicht unbedingt mehr Zeit mit Steel verbringen wollte als unbedingt nötig. Und in der nächsten Woche würde er wohl noch jede Menge Zeit mit ihm verbringen müssen. Aber er zählte darauf, dass es dem Slytherin umgekehrt genauso ging wie ihm.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 04.04.2010, 23:33


    Aiden kam ihm nach, und begann, einige der Bücher aufeinander zu stapeln, um das erste Regal frei zu bekommen. So ungern er es auch tat, sammelte Lester ebenfalls einige der Bücher auf - es war ihm ein Rätsel, wie sie es schaffen sollten, die alle wieder ohne Magie richtig einzuordnen. Aber der Ravenclaw hatte bestimmt eine Idee - sonst wäre er nicht in diesem Haus gelandet. Also konnte er das Denken ihm überlassen. Überhaupt war das alles im großen und ganzen seine Schuld, dann konnte er auch den Hauptteil der Arbeit verrichten, fand Lester. Er würde nur gerade so viel tun, dass es nicht auffiel, dass er fast gar nichts tat. Er hatte kein Problem damit, nochmal Ärger zu bekommen - Green wahrscheinlich schon. Überhaupt hatten alle diese verweichlichten Idioten der anderen Häuser verdammt schnell die Hosen voll, wenn sie auch nur von einem Lehrer streng angesehen wurden. Das konnte er ausnutzen, um möglichst wenig tun zu müssen. Dass er so schnell wie möglich die Gesellschaft dieses Idioten verlassen würde, sprach zwar in gewisser Weise dagegen, aber er würde sich bestimmt keinen unnötigen Stress machen.
    "Fass auf der anderen Seite an", meinte Green jetzt, und wortlos packte er auf der anderen Seite an und stemmte gemeinsam mit dem Ravenclaw das Regal in die Höhe.
    "Du bist echt sowas von unterbelichtet", sagte Lester, nachdem sie das fertig gebracht hatten. "Wie kann man nur so einen harmlosen Zauber so bescheuert umlenken, dass man damit Regale umkippt? Verdammt, ich wünschte, ich hätte meinen Zauberstab. Aber du musst dich ja wie zu Hause fühlen - du bist doch immerhin ein Schlammblut, nicht? Wie lebt es sich dann so in der Muggelwelt? Hattest du eine schwere Kindheit?"
    Das sollte nur der Anfang werden. Green schien nicht besonders epicht auf ein Gespräch zu sein - aber das war ihm nur recht. Mit solchen Provokationen ließ sich wunderbar die Zeit herumkriegen. Und wie er aus Erfahrung wusste, hielt es niemand durch, Stunden lang Beleidigungen über sich ergehen zu lassen.
    Ich glaube, diese Zeit wird ganz lustig, dachte sich Lester und griff sich wahllos ein paar Bücher, um sie wieder in das Regal zu stellen.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 05.04.2010, 22:41


    „Du bist echt sowas von unterbelichtet“, meinte Steel, als sie das Regal wieder hingestellt hatten. „Wie kann man nur so einen harmlosen Zauber so bescheuert umlenken, dass man damit Regale umkippt?“
    Aiden schnappte sich ein paar der Bücher, die vorher unter dem Regal begraben gewesen waren und stellte sie wieder ungefähr an die richtige Stelle.
    „Verdammt, ich wünschte, ich hätte meinen Zauberstab“, fuhr Steel währenddessen fort. „Aber du musst dich ja wie zu Hause fühlen - du bist doch immerhin ein Schlammblut, nicht? Wie lebt es sich denn so in der Muggelwelt? Hattest du eine schwere Kindheit?“
    Es war wohl vorauszusehen gewesen, dass der Slytherin über kurz oder lang auf Aidens Herkunft zu sprechen kommen würde. Es kam gar nicht einmal so selten vor, dass er oder andere Muggelstämmige von Leuten wie Steel als ‚Schlammblut’ betitelt wurden – anfangs hatte es ihn noch geärgert, aber inzwischen sagte Aiden sich, dass sowieso nur minderbemittelte Vollidioten, die irgendwie ihre Minderwertigkeitskomplexe ausbügeln mussten, andere aufgrund ihrer Abstammung beurteilten.
    Aus diesem Grund fiel es Aiden nicht sonderlich schwer, Steel komplett zu ignorieren, während er weiterhin Bücher einsortierte, beginnend mit denen aus der unteren Reihe, welche dementsprechend am nächsten am Regal lagen.
    Er hatte die Hoffnung, dass es Steel, wenn er ihn nur lange genug ignorierte, irgendwann langweilig werden würde, ihm auf die Nerven zu gehen. Es war schließlich nicht sonderlich unterhaltsam, die ganze Zeit quasi gegen eine Wand zu reden – folglich erschien Aiden sein Plan sehr erfolgversprechend.
    Er würde den Typen einfach ignorieren und diesen Mist hier so schnell wie möglich erledigen. So einfach war das.
    Zumindest in der Theorie…, dachte Aiden und versuchte die Seiten eines Buches, welches beim Herunterfallen aufgegangen und verkehrt herum auf dem Boden gelandet war, mehr schlecht als recht wieder zu glätten, bevor er es zu klappte und an seinen Platz stellte.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 05.04.2010, 23:22


    Wie Lester es fast erwartet hatte, sagte Green gar nichts und konzentrierte sich volständig darauf, die Bücher wieder an ihren angestammten Platz zu befördern. Sah so aus, als würde es etwas länger dauern, bis er den Ravenclaw zum Reden brachte. Aber so leicht würde er nicht aufgeben, sein Durchhaltevermögen war enorm - ganz abgesehen davon, dass er schlichtweg nichts besseres zu tun hatte.
    "Oh. Wie es scheint, willst du mich ignorieren? Wie unhöflich von dir. Haben deine Muggeleltern dir denn gar keine Manieren beigebracht?", stichelte er also weiter, während er mit irgendwelchen Büchern herumhantierte. Wieder keine Reaktion. Also weiter...

    - Zeitsprung: Eine halbe Stunde später -

    Lester hatte selten jemanden erlebt, der eine solche Geduld hatte wie Aiden. Beinahe bewunderte er ihn dafür - aber nur beinahe. Richtig Spaß machte ihm die Sache mittlerweile nicht mehr, aber da er weder aufgeben noch die ganze Zeit schweigen wollte, fuhr er munter mit seinen Beleidigungen fort. Freiwillig hätte er soetwas nicht über einen so langen Zeitraum durchgezogen, aber wenn man in eine Bibliothek gesperrt und zum Aufräumen gezwungen worden war, war das eine Ausnahmesituation. Er war schon selbst erstaunt darüber, wie leicht es ihm fiel, sich immer neue Dinge auszudenken, die er Green an den Kopf werfen konnte. Nachdem er sich ausgiebig über seine Muggelstämmigkeit und seine Unfähigkeit ausgelassen hatte, war er nun dazu übergegangen, die Ravenclaws an sich fertig zu machen.
    "...im Grunde genommen seid ihr alle ziemliche Deppen", sagte er geraden. "Ich meine, ihr seid doch bekannt dafür, dass ihr angeblich nur die schlausten Schüler in euerm Haus habt. Trotzdem schafft ihr es nie, den Hauspokal zu gewinnen. Dazu seid ihr dann nämlich doch zu schlecht. Das gleiche gilt für Quidditch. Nur die Hufflepuffs sind schlechter als ihr, aber da kommen ja sowieso nur die rein, die überhaupt nichts können. Ihr Ravenclaws könnt immerhin klugscheißen, also seid stolz darauf. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum dein kleiner Freund von heute morgen so einfach zu überwältigen war. Wer auch immer ihn so zugerichtet hat, er musste ein ziemlich einfaches Spiel gehabt haben. Bestimmt hat dein Freund gerade anfangen wollen, ihn darüber zu informieren, dass er gegen die Schulregeln verstößt oder sowas in der Richtung... Wahrscheinlich hat er nichtmal verucht sich zu verteidigen. Und selbst wenn er es versucht hätte, sein Gegner hätte sich totgelacht... Es sah übrigens echt niedlich aus, wie du da heute morgen neben ihm gekniet hast. Und wie verzweifelt du gewesen bist... Als wäre er deine Freundin. Aber wer weiß, vielleicht bist du ja auch schwul? Es würde zumindest zu dir passen. So, wie du da herumgekreischt hast... Wirklich zuckersüß. Ich könnte mir fast vorstellen, dass ihr... "



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 06.04.2010, 00:21


    Eine Weile später war etwa ein Drittel des Regals wieder mit Büchern gefüllt und Aiden war kurz davor, Steel das nächstbeste Exemplar an seinen aufgeblasenen Schädel zu werfen.
    Er hatte sich an seinen grandiosen Plan gehalten und nach kurzer Zeit begonnen, bewusst an irgendwelche anderen Dinge zu denken, um das Gefasel des Slytherins möglichst auszublenden.
    Und wie der faselte.
    Aiden hatte auf die Uhr gesehen – eine halbe Stunde brachte Steel bereits damit zu, ihm Beleidigungen an den Kopf zu werfen. Wären diese nicht gerade gegen ihn gerichtet gewesen, hätte ihn sein Einfallsreichtum wahrscheinlich sogar ein wenig beeindruckt.
    So kostete es ihn teilweise aber wirklich Mühe, an seinem Plan festzuhalten und den Kerl weiterhin zu ignorieren, weshalb er nun, nachdem er sämtliche Pflanzen in Gewächshaus drei und ihre Eigenschaften aus dem Gedächtnis aufgezählt hatte, zu ABC-Spielen überging. Zauberspruch-ABC, entschloss Aiden sich. Accio. Bombada. Colloportus.
    “…schafft ihr es nie, den Hauspokal zu gewinnen. Dazu seid ihr dann nämlich doch zu schlecht. Das gleiche gilt für Quidditch. Nur die Hufflepuffs sind schlechter als ihr…“, drang es währenddessen aus Steels Richtung zu ihm herüber.
    D wie Densaugeo, dachte Aiden mit einem Blick zu dem Blonden und stellte sich vor, wie dessen Schneidezähne dem Zauber entsprechend unaufhörlich in die Länge wuchsen.
    Expulso. Und einen Flederwichtfluch könntest du mal vertragen.
    „…das auch der Grund, warum dein kleiner Freund von heute morgen so einfach zu überwältigen war. Wer auch immer ihn so zugerichtet hat, er musste ein ziemlich einfaches Spiel gehabt haben.“
    Glisseo. Aiden stellte ‘Eine Anthologie der Zauberei des achtzehnten Jahrhunderts’ mit etwas zu viel Kraft zurück, so dass es fast auf der anderen Seite wieder heraus gefallen wäre. Homenum revelio.
    „Bestimmt hat dein Freund gerade anfangen wollen, ihn darüber zu informieren, dass er gegen die Schulregeln verstößt oder sowas in der Richtung... Wahrscheinlich hat er nichtmal versucht sich zu verteidigen. Und selbst wenn er es versucht hätte, sein Gegner hätte sich totgelacht...“
    Impedimenta.
    „Es sah übrigens echt niedlich aus, wie du da heute morgen neben ihm gekniet hast. Und wie verzweifelt du gewesen bist... Als wäre er deine Freundin. Aber wer weiß, vielleicht bist du ja auch schwul? Es würde zumindest zu dir passen. So, wie du da herumgekreischt hast... Wirklich zuckersüß. Ich könnte mir fast vorstellen, dass ihr -“
    „Kannst du nicht einfach mal die Klappe halten!?“, schnauzte Aiden Steel entnervt an. Er hatte wirklich die Nase voll von dem Kerl. „Wie wäre es, wenn du deine Konzentration, anstatt dir neue Beleidigungen auszudenken, mal darauf richten würdest, diese Bücher wieder einzusortieren? Denn stell dir vor, manche Leute wollen hier auch nochmal irgendwann fertig werden“, fuhr er wütend fort. Soeben wurde ihm klar, dass sein Ich-ignoriere-ihn-und-ihm-wird-es-irgendwann-langweilig-Plan wohl ziemlich in die Hose gegangen war – also, wo er schonmal dabei und das Kind dementsprechend bereits in den Kessel gefallen war, konnte er auch weiter äußern, was ihm so durch den Kopf ging.
    „Hast du Idiot eigentlich nichts Besseres zu tun, als über andere herzuziehen und ihnen auf die Nerven zu gehen? Fällt dir nichts Vernünftiges ein, mit dem du dein Hirn belasten kannst? Meine Güte, wie alt bist du eigentlich? Zehn? Man sollte meinen, über das Niveau wären wir hinaus“, redete er also weiter, wandte den Blick wieder von Steel ab und knallte ‚Historische Stätten der Zauberei’ an seinen angestammten Platz.
    Er bereute es jetzt schon, sich nicht doch zusammengerissen zu haben – jetzt würde er die nächsten Stunden ganz sicher keine Ruhe bekommen.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 03.06.2010, 22:29


    Als Lester schon fast geglaubt hatte, Aiden würde das Schweigen wirklich durchhalten, biss es plötzlich doch an. Der Hinweis auf sein schwul-sein hatte den Kessel dann wohl doch zum Überlaufen gebracht. Schien ein Volltreffer gewesen zu sein - scheinbar war wirklich etwas dran an der Sache? Er hörte sich also alles an, was Green nun ihm an den Kopf warf, und währenddessen verzog sich sein Mund zu einem immer breiter werdenden Grinsen, und schließlich, nachdem Aiden geendet hatte, brach Lester in ein schallendes Gelächter aus. Das Lachen war echt, er wusste schon kaum noch, wann er sich das letzte mal so amüsiert hatte.
    "Du bist so ein Idiot, du bist so ein Vollidiot", brachte er heraus, nachdem er sich wieder einigermaßen gefangen hatte.
    "Als ob ich mich wirklich konzentrieren müsste, um Bücher wieder in ein Regal einzuräumen. Ich wusste ja schon, dass du schlecht bist, aber das du so schlecht bist... " Er stellte eines der Bücher, welches er gerade in der Hand gehabt hatte, zurück ins Regal und wischte sich die Lachtränen aus dem Gesicht. "Und ich bitte dich, als ob ich momentan wirklich etwas besseres zu tun hätte, als 'über andere herzuziehen', wie du es so schön ausgedrückt hast. Desweiteren bin ich 16. Das solltest du eigentlich wissen, aber scheinbar bist du selbst dazu zu hirnlos..."
    Eigentlich war es das Wert gewesen. Dieser ganze Aufwand und Ärger und auch die Arbeit war es Wert gewesen, weil er es tatsächlich geschafft hatte, Aidens Geduld überzustrapazieren und ihn richtig wütend gemacht hatte. Allein dieser Anblick war es Wert gewesen.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 31.07.2010, 22:59


    Wie nicht anders zu erwarten gewesen war, zeigte Steel sich von Aidens Worten wenig beeindruckt. Genau genommen lachte er sich schlapp und während er sich nun reichlich über ihn lustig machte, spielte Aiden ernsthaft mit dem Gedanken, den Slytherin kurzerhand aus einem der großen Fenster zu schubsen. Entweder das oder selbst springen. Für einen Moment hielt Aiden inne, um sich ein wenig zu beruhigen. Dieser… Slytherin!
    „Nun, ich bin mir wirklich nicht sicher, ob es helfen würde, würdest du dich konzentrieren“, sagte Aiden, als Steel schließlich fertig war, und schob zwei weitere Bücher ins Regal. „Kommt darauf an, ob du das Alphabet in Wirklichkeit beherrscht oder nicht. I kommt nämlich vor U, weißt du“, klärte er ihn dann auf, wobei er sich auf zwei Bücher bezog, die Steel schon vor geraumer Zeit in der Reihe vertauscht hatte – er hatte es bislang ignoriert, weil er sich ja vorgenommen hatte zu schweigen. Bis jetzt. „Vielen Dank übrigens, du bist auch ein Idiot. Und wie ein angeblich Sechzehnjähriger benimmst du dich auch nicht.“
    Ja, er war einigermaßen stolz darauf, wie ruhig seine Stimme klang, obwohl er innerlich kurz davor stand, Steel mit dem dicken Wälzer, den er gerade in der Hand hielt, zu erschlagen (Vielleicht würde es auch reichen, den Kopf nur anzutippen, damit dieser vor Überheblichkeit platzte).
    Wahrscheinlich konnte er sogar behaupten, dass Peeves das Ding auf seinen Kopf hatte fallen lassen, um den Mord zu vertuschen. Der warf schließlich öfter mit Gegenständen um sich, so dass es eigentlich erstaunlich war, dass normalerweise niemand verletzt wurde.
    Trotzdem verscheuchte Aiden die Mordpläne wieder aus seinen Gedanken und hievte das riesige Buch in die oberste Regalreihe.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 25.09.2010, 01:18


    Auf Aidens Bemerkung, er hätte zwei Bücher vertauscht, zuckte Lester innerlich zusammen. Sein Blick wanderte auf eine der Regalreihen vor ihm, und tatsächlich, da war ein Buch, das er ziemlich falsch einsortiert hatte. Verdammt.
    Sich selbst konnte er das verzeihen, er war immerhin mit der weitaus spaßigeren Tätigkeit beschäftigt gewesen, Aiden zu provozieren, doch konnte er schlecht vor diesem Ravenclaw einen solchen Fehler zugeben.
    "Ach das", sagte er also und zuckte mit den Schultern. "Das war nur ein weiterer Versuch, dich zum Reden zu bringen. Ich muss zugeben, er ist gescheitert, aber im Nachhinein betrachtet ist das ja egal", log er also und stellte das besagte Buch an seine richtige Position, wobei er aufpasste, es dieses Mal auch wirklich an den richtigen Platz zu stellen. So etwas durfte ihm jetzt nicht noch einmal passieren.
    "Du bist übrigens verdammt noch mal schlecht darin, Leute zu beleidigen. Nicht einmal das kannst du..."

    - Zeitsprung: etwa eine Stunde später -

    Als Lester schließlich das letzte Buch ins Regal stellte, war er vollauf mit sich zufrieden. Nicht nur, dass er gerade zumindest den heutigen Teil seiner Strafarbeit erledigt hatte, er hatte es auch noch geschafft, diese Strafarbeit zu einer höchst unterhaltsamen Angelegenheit zu machen. Er hatte auch in der letzten Stunde noch einen großen Teil der Zeit damit zugebracht, über Green herzuziehen, wenn auch nicht mehr mit der gleichen Intensität wie in der ersten halben Stunde. Denn sein Ziel, Aiden zum Ausrasten zu bringen, hatte er erreicht, und es war, trotz einigen kleinen Fehltritten seinerseits, eine wahre Freude gewesen.
    "Na endlich", sagte er, halb zu Aiden, halb zu sich selbst. "Deine Gesellschaft war zwar sehr erheiternd, aber ich weiß echt nicht, wie es irgendjemand schafft, deine Klugscheißerei auf Dauer auszuhalten." Mit diesen Worten drehte er sich um und ging betont lässig zum Ausgang der großen Bibliothek.
    Vielleicht würden die anderen Tage, die er zusammen mit diesem Ravenclaw verbringen musste, ja auch ganz unterhaltsam werden. Er musste nur genügend Ideen haben, was er alles mit ihm anstellen konnte.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 17.10.2010, 15:13


    Aiden warf Steel einen finsteren Blick hinterher, als dieser die Bibliothek verließ, schnappte sich dann seine Sachen und folgte ihm in einigem Abstand. Gezwungenermaßen, schließlich musste er sich ebenso wie der Slytherin seinen Zauberstab wieder holen.
    Nachdem er das erledigt hatte, machte er sich auf zum Gemeinschaftsraum. Glücklicherweise war die Frage, die der Türklopfer beantwortet haben wollte, nicht allzu schwer, so dass Aiden problemlos hinein gelangen und seine Tasche neben einen Tisch pfeffern konnte. Er ignorierte den magischen Papierflieger, der an seinem Ohr vorbei düste, und ließ sich am selben Tisch auf einen Stuhl plumpsen.
    „Wo hast du gesteckt?“, frage Codie, der dort ebenfalls herum saß und seine Füße auf einem zweiten Stuhl ausruhte. „Lyle hat behauptet, du wärst in der Bibliothek, aber vorhin kamen zwei Mädchen, die meinten, sie wäre schon zu.“
    „Frag lieber nicht“, seufzte Aiden. „Aber ich erzähle es dir, wenn du mir deine Hausaufgaben gibst.

    - Zeitsprung: Nächster Morgen -

    Der Tag fing insofern gut an, als dass Aidens erste Doppelstunde Steel-frei war und es sich außerdem um ein Fach handelte, für das er gut vorbereitet war: Alte Runen. Nach diesem recht zufrieden stellenden Unterricht stand Verteidigung gegen die dunklen Künste auf dem Programm. Unter allgemeinen begeisterten und/oder ehrfürchtigen Lauten aus Reihen der Schuler erklärte Professor Merrythought, dass sie sich heute einmal etwas aus dem Bereich der höheren Magie widmen würden: Dem Patronus-Zauber.
    „Denn“, sagte die kleine, grauhaarige Hexe. „Ich fände es wirklich unglücklich, wenn meine Schüler sich nicht gegen Dementoren verteidigen könnten – auch wenn es für den UTZ nicht verlangt wird. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn es nicht gleich klappt, dieser Zauber ist wirklich nicht leicht… kann mir jemand sagen, was man dabei beachten muss? McBeth?“
    „Der Patronus ist eine Gestalt, die aus glücklichen Erinnerungen erschaffen wird“, erklärte eine rothaarige Gryffindor. „Während des Zaubers muss man sich also etwas Glückliches ins Gedächtnis rufen.“
    „Stimmt genau“, sagte Merrythought. „Fünf Punkte für Gryffindor. Das Ganze ist leider gar nicht so einfach, wie es klingt, erst recht nicht, wenn Sie einem leibhaftigen Dementor gegenüber stehen. Ich möchte, dass Sie es jetzt ein wenig versuchen, und zwar so: Expecto patronum!“
    Merrythought hob ihren Zauberstab, aus dessen Spitze eine große silberne Eule hervor brach, einmal durchs Klassenzimmer segelte und sich schließlich in Nebel auflöste.
    „Denken Sie fest an Ihre glücklichen Erinnerungen und lassen Sie sich nicht entmutigen. Viel Erfolg!“
    Da das der Startschuss zu sein schien, holten alle ihre Zauberstäbe hervor und Aiden tat es ihnen nach. Die erste halbwegs glückliche Erinnerung, die ihm einfiel, war sein allererster Zauber. Sie hatten in Zauberkunst Federn zum Schweben bringen sollen und er erinnerte sich noch genau an dieses Glücksgefühl, als die kleine weiße Feder auf einmal zur Decke empor geschwebt war, einen Moment dort verharrt hatte und schließlich zurück in seine Hand gesegelt war…
    „Expecto patronum!“
    Nichts passierte.
    Verlegen lächelnd schaute Aiden sich im Raum um. Es beruhigte ihn, dass bei niemandem die Spur einer silbernen Gestalt zu sehen war… auch wenn jemand es geschafft hatte, seinen Tisch neongrün zu färben.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 17.10.2010, 16:01


    Der nächste Tag begann einfach wundervoll. Wirklich wundervoll. Nämlich mit ‚Geschichte der Zauberei’.
    Lester hatte Professor Binns noch nie leiden können, und umso erstaunlicher war es, dass er das Fach an sich sehr gerne mochte. Er las gern geschichtliche Bücher, interessierte sich für diverse geschlagene Schlachten und hatte kein Problem damit, die entsprechenden Daten auswendig zu lernen. Doch all das änderte nichts daran, dass der Unterricht von Professor Binns zum Einschlafen war. Vor allem, wenn es sich um die ersten beiden Stunden handelte. Da auch niemand in dem Kurs war, mit dem er sich ein wenig unterhalten konnte – außer ihm hatten nur fünf weitere Schüler dieses Fach gewählt, und diese fünf waren solche Langweiler, dass es nicht einmal Spaß machte, sie zu ärgern – verbrachte Lester die Zeit damit, unterm Tisch Zauberschach gegen sich selbst zu spielen.
    Als er endlich gähnend aus dem Klassenraum trat und einen Blick auf seinen Stundenplan warf, stellte er fest, dass er jetzt ‚Verteidigung gegen die dunklen Künste’ hatte. Das war gar nicht mal so schlecht, vor allem, da auch Crane dieses Fach gewählt hatte. Und, wie er vor dem Klassenraum feststellte, auch Green, der ihm bisher allerdings noch nie aufgefallen war. Bestens.
    Verteidigung gegen die dunklen Künste war schon immer sein bestes Fach gewesen, was bedeutete, dass er den Ravenclaw mit Sicherheit übertreffen würde.
    Als Lester allerdings das Thema der heutigen Doppelstunde erfuhr, war er sich dessen nicht mehr ganz so sicher.
    „Heute werden wir uns dem Patronus-Zauber widmen!“, verkündete Professor Merrythought gutgelaunt. Lester stöhnte innerlich auf. Warum sollten sie etwas lernen, das sie nicht für die UTZ-Prüfung brauchten? Lester glaubte kaum, dass sie es einmal mit einem Dementor zu tun bekommen würden. Der wahre Grund für seine Verärgerung war allerdings eher, dass er bereits von diesem Zauber gelesen hatte und wusste, dass er eine Weile brauchen würde, bis er wirklich einen gestaltlichen Patronus erschaffen können würde. Das wiederum bedeutete, dass er Green in dieser Stunde wohl nicht ärgern konnte und seine gesamte Motivation so gut wie dahin war. Dennoch würde er wohl oder übel den Zauber üben müssen, und zwar jetzt – wobei er beschloss, ihn auch außerhalb des Unterrichts zu üben, nur, damit er besser war als dieser Ravenclaw. Zumindest in diesem einen Fach.
    „Denkt fest an eine glückliche Erinnerung und lasst euch nicht entmutigen. Viel Erfolg!“, hörte er Professor Merrythought sagen. Anscheinend war er so in Gedanken gewesen, dass er die Erklärung zu dem Zauber nicht mitbekommen hatte. Aber das machte nichts, an sich war die Sache ja nicht so schwer. Nur brauchte er jetzt erst einmal eine glückliche Erinnerung. Er entschied sich für die Freude, die er empfunden hatte, als er im letzten Schuljahr zusammen mit Crane einem Gryffindor einen explodierenden Muffin angedreht hatte und der Junge danach heulend zu seinem Hauslehrer gerannt war.
    „Expecto Patronum!“
    Nichts geschah. Lester versuchte, sich das Gefühl stärker in den Kopf zu rufen, es zu intensivieren, doch auch beim zweiten und dritten Versuch funktionierte es nicht.
    Beim einunddreißigsten beschloss er schließlich, es mit einer anderen Erinnerung zu versuchen, auch wenn er nicht glaubte, heute auch nur noch einen Funken aus seinem Zauberstab zu bekommen, denn seine Laune war nicht gerade das, was man als glücklich bezeichnen würde. Das einzig gute an der Sache war, dass auch sonst niemand etwas patronusähnliches zustande gebracht hatte – wobei Crane es irgendwie geschafft hatte, seinen Tisch neongrün zu färben.
    Am Ende der Stunde hatte es Lester immerhin geschafft, ein paar silbrige Funken aus seinem Zauberstand erscheinen zu lassen, als er daran gedacht hatte, wie er Green gestern zum Ausrasten gebracht hatte. Leider war er nicht der einzige, dem das geglückt war.
    „Das Einüben des Patronus-Zaubers braucht viel zeit, deshalb wird es für Sie eine Langzeitaufgabe. Wer bis nach den Weihnachtsferien in der Lage ist, einen gestaltlichen Patronus zu erschaffen, erhält 30 Punkte für sein Haus. Für ein intensives Leuchten erhält man 10 Punkte. Also, üben Sie fleißig!“ Mit diesen Worten beendete Professor Merrythought die Stunde. Schlecht gelaunt verließ Lester den Klassenraum.
    Der Tag wurde immer schlimmer.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 17.10.2010, 23:35


    Aiden konnte nicht behaupten, dass die Stunde sonderlich zufrieden stellend verlief. Er probierte mehrere Erinnerungen durch, versuchte sich von dem Glücksgefühl nur so durchströmen zu lassen, war am Ende allerdings eher gefrustet als glücklich. Erst bei der Erinnerung ans letzte Weihnachten schaffte er es, zu seiner eigenen Verblüffung, ein paar silberne Funken zu produzieren und zog damit neidische Blicke von seinen Freunden auf sich. Zumindest Lyle schaffte es kurz darauf ebenfalls und, zu Aidens Ärger, auch Steel. Er musste unbedingt besser sein als dieser nervtötende Slytherin!
    Am Ende der Stunde verkündete Professor Merrythought, dass sie bis nach den Weihnachtsferien Zeit hätten, um den Patronus zu lernen und damit Hauspunkte abzustauben.
    „Das sollte doch zu schaffen sein, oder?“, meinte Lyle, als sie sich auf den Weg in die Große Halle zum Mittagessen machten. „Es ist noch ewig bis zu den Ferien.“
    „Das sagst du so“, brummte Codie, der bisher nichts annähernd silbernes zustande gebracht hatte. „Hausaufgaben, Quidditch – wann soll ich auch noch den Patronus üben? Und manche von uns müssen die Bibliothek putzen, nicht wahr, Aiden?“
    „Halt die Klappe“, sagte Aiden.

    Nachmittags hatten sie nur noch Zaubertränke, wovon Aiden sich ein wenig Entspannung erhoffet – der Unterricht dieses Jahr war zwar sehr anspruchsvoll, aber Professor Slughorn war ein alles andere als strenger Lehrer. Doch diese Stunde verblüffte er seine Schüler mit einer Ankündigung.
    „Hallo, hallo“, begrüßte er sie, während er sich gemütlich auf seinem Stuhl räkelte. „Wir – damit meine ich die Lehrer – hatten kürzlich eine sehr anregende Diskussion darüber, ob wir die Schüler von Hogwarts nicht mehr dabei unterstützen sollten, freundschaftliche Bande zu knüpfen, auch, oder erst recht, zwischen den Häusern.“
    Die drei Ravenclaws warfen sich entsetze Blicke zu. Was hatte Slughorn geplant?
    „Darum habe ich mir überlegt, dass Sie heute in Zweier-Teams zusammen arbeiten werden, die wir gleich per Zufall auslosen. Dazu gebe ich ein Säckchen mit Münzen herum – Schauen Sie gar nicht so, Kenzie, die sind nicht echt – die sich nachher wieder in ihre ursprüngliche Gestalt zurück verwandeln. Die, die den gleichen Gegenstand gezogen haben, sind in einem Team“, erklärte Slughorn, anscheinend selbstzufrieden ob seines Einfalls.
    Während alle mitmisstrauischen Gesichtern Münzen aus dem Beutel zogen, erläuterte er außerdem, dass sie sich mit dem so genannten „Flüssigen Licht“ auseinander setzen würden. Aiden zog einen Silbersickel heraus und beobachtete skeptisch, wie dieser sich kurz darauf in einen Schokofrosch verwandelte. Er schielte nach rechts und links: Codies Sickel wurde zu einem Lakritzzauberstab, Lyles Galleone zu einem Zischenden Zauberdrop. Nur, wer hatte den zweiten Schokofrosch? Bisher konnte er nirgends einen sichten.
    „Bitte, bitte, lass mich mit Claire zusammen arbeiten“, murmelte Codie und verrenkte sich den Hals, um herauszufinden, welche Süßigkeit besagtes Mädchen bekommen hatte.
    „Wenn ich einen von den Slytherins als Partner kriege, spring’ ich vom Astronomieturm“, erklärte Lyle währenddessen pessimistisch.
    Aiden ging etwas Ähnliches durch den Kopf. Vor allem mit einem ganz bestimmten Slytherin wollte er auf gar keinen Fall zusammen arbeiten.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 15.03.2012, 04:45


    Oja, der Tag wurde schlimmer.
    Denn nach dem Mittagessen, welches er zusammen mit Crane eingenommen und ihm dabei von seinem Erfolg am gestrigen Abend erzählt hatte, stand "Zaubertränke" auf seinem Stundenplan. Ein Fach, das er zwar leiden konnte, aber in dem er nicht allzu gut war.
    Professor Slughorn machte das Fach zwar ganz gut erträglich, heute hatte Lester jedoch den Eindruck, dass sich alle Lehrer gegen ihn verschworen hatten. Redete dieser Typ doch tatsächlich irgendwas von Teams und freundschaftlichen Banden zwischen den Häusern. Tss. So ein Quatsch. Als ob er sich jemals auf das Niveau von irgendwelchen Hufflepuffs oder - noch schlimmer - Ravenclaws herablassen würde. Von den Gryffindors mal ganz zu schweigen.
    "So ein Schwachsinn", zischte er also Crane, der neben ihm saß, zu, während Slughorn mit einem Beutel Münzen seine Runde machte.
    "Jup", entgegnete dieser und warf einen angewiderten Blick zu den Mitgliedern der anderen Häuser.
    "Lass uns einfach dasselbe ziehen, dann können wir zusammen arbeiten und müssen uns nicht mir irgendeinem von diesen... Schlammblütern abgeben."
    Lester nickte nur, denn gerade war Slughorn bei ihrem Tisch angelangt. Während dieser noch erklärte, dass sie sich heute mit Flüssigem Licht beschäftigen würden, zogen die beiden Slytherin nacheinander ihre Sickel aus dem Säckchen.
    Der von Crane verwandelte sich in eine Eismaus, woraufhin dieser nur die Nase rümpfte - er konnte die Dinger nicht leiden.
    Sein Sickel hingegen verwandelte sich in einen Schokofrosch. Enttäuscht blickten die beiden Jungen sich an.
    "Tja, das war wohl nichts", sagte Crane, während er sich suchend umsah, um seinen Partner zu finden.
    "Aber ich sehe gerade, Rick hat die zweite Eismaus. Da habe ich wohl nochmal Glück gehabt. Und du... Oh." Lester sah, wie sich ein fieses Grinsen auf das Gesicht seines Freundes stahl.
    "Nun, du hast wohl nicht das beste Los gezogen."
    Bisher hatte Lester denjenigen, der den zweiten Schokofrosch hatte, noch nicht gefunden, doch als er Cranes Blick folgte, sah er zu seinem Entsetzen, das ausgerechnet Green das Gegenstück zu seinem in der Hand hielt.
    "Na ganz große Klasse", seufzte der Blondhaarige, während sein Freund ihm eine Hand auf die Schulter legte.
    "Mein Beileid, Kumpel." Das meinte er natürlich nicht ernst, man sah ihm deutlich die Schadenfreude in seinem Gesicht an. Aber das war Lester gewohnt. Versuchte er also, das Beste aus der Situation zu machen.
    "Ich werd's schon überstehen", sagte er also betont locker, nahm sein Buch und schritt durch den Klassenraum zu dem Ravenclaw, der ihn anscheinend noch nicht bemerkt hatte.
    "Na, wie geht's unserem schwulen Freund denn heute?", fragte er mit einem gehässigen Grinsen, als er von hinten an Green heran trat.
    "Wie's aussieht, müssen wir wohl zusammen arbeiten. Also komm bloß nicht auf die Idee, mir irgendwie in die Quere zu kommen klar?"



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Daydream - 03.04.2012, 23:19


    Die meisten Schüler hatten sich inzwischen in Bewegung gesetzt und ihren Partner angesteuert, Aiden hatte seinen allerdings immer noch nicht sichten können. Codie dagegen versuchte gerade, Lyle zu überzeugen, mit ihm zu tauschen, damit er mit Claire Taylor zusammenarbeiten konnte, in die er seit geraumer Zeit verknallt war.
    „Nein, du Idiot“, sagte Lyle jedoch und hielt seinen Zauberdrop außer Reichweite, damit Codie ihn sich nicht einfach schnappen konnte. „Sehe ich aus als wollte ich O'Hara als Partnerin?“
    „...O'Hara!?“
    Codie hatte offensichtlich noch gar nicht realisiert, wer den anderen Lakritzzauberstab gezogen hatte. Bei Jenny O'Hara handelte es sich im eine bullige Gryffindor, die aussah, als könnte sie den wesentlich kleineren Codie mit einem Arm stemmen... oder ihn alternativ entzweibrechen wie einen dünnen Zweig. Aiden konnte guten Gewissens zugeben, dass er ebenfalls ein wenig Angst vor ihr hatte, vor allen seit dem denkwürdigen Qudditchmatch des letzten Jahres, bei dem sie dem Slytherinsucher einen Klatscher so an den Schädel gedonnert hatte, dass er eine Woche im Krankenflügel verbringen musste (was im Anbetracht magischer Heilungsmethoden sehr lange war). Da das Los nicht ihn getroffen hatte, grinste Aiden seinen Freund jedoch nur aufmunternd an und gab ihm einen Schubs in Richtung seines Untergangs.
    „Man sollte meinen, er beschreitet den Weg zu seiner Hinrichtung“, sagte Lyle amüsiert. „Ich geh dann auch mal, bis gleich.“
    „Bis gleich“, entgegnete Aiden und legte den Schokofrosch demonstrativ vor sich auf den Tisch, in der Hoffnung, dass sein Partner schon von alleine auftauchen würde.
    Was er auch tat.
    Aiden schloss für einen Moment die Augen, als er die Stimme vernahm, die er am wenigsten hatte hören wollen, und zog eine gequälte Grimasse, dann drehte er sich mit einem neutralen Gesichtsaudruck zu Steel um. Tatsächlich hielt dieser neben seinem Buch einen Schokofrosch in der Hand.
    Der Ravenclaw hatte beschlossen, sich nicht mehr von Steel reizen zu lassen („Weil das ja schon das letzte Mal so gut geklappt hat“, hatte Lyle diesen Vorsatz kommentiert, während Codie ihn schlichtweg ausgelacht hatte).
    „Solange du mir auch nicht in die Quere kommst“, sagte Aiden darum in einem heiteren Tonfall (Mangels einer besseren Taktik entschied er sich spontan für nervtötend gute Laune. Nimm das, Slytherin!) und gestikulierte in Richtung der nun frei gewordenen Stühle an seinem Tisch. „Nebenbei bemerkt geht es mir wunderbar, auch wenn ich nicht schwul bin. Tut mir Leid, dich zu enttäuschen.“, fügte hinzu und schlug mit übermäßigem Elan das Buch auf der benötigten Seite auf.
    Gleichzeitig versuchte er sich daran zu erinnern, ob Steel gut in Zaubertränke war, konnte das aber beim besten Willen nicht sagen. Da er hier im UTZ-Kurz saß, musste er mindestens ein 'Erwartungen übertroffen' in den ZAGs geschafft haben, konnte also (leider) nicht vollkommen mies sein. Aiden hoffte bloß, dass er mit seinem - mit Hängen und Würgen geschafften – 'Ohnegleichen' besser war als dieser Arsch, mit dem er nun gezwungen war, Flüssiges Licht zu brauen.



    Re: Release: The Chamber of Secrets

    Nightmare - 25.07.2012, 01:10


    Erstaunlicherweise schien Green ziemlich fröhlich, auch, wenn Lester natürlich merkte, dass das nur eine Fassade war. Gut, dann hatte er sich wohl nach dem Ignorieren, was nicht funktioniert hatte, eine neue Taktik ausgedacht - aber dem Slytherin war bereits eine Idee gekommen, wie er das ändern konnte. Mit gespielter Überraschung hob er die Augenbrauen, während er sich einen Stuhl heranzog und sich widerwillig neben den Ravenclaw setzte.
    "So, es geht dir also wunderbar?", fragte er, ohne Aiden anzusehen und schlug dabei sein Buch auf.
    "Dann scheint dir dein verkrüppelter Freund im Krankenflügel ja nicht sonderlich viel zu bedeuten. Dabei hast du doch so rumgeflennt, als du ihn gesehen hast, wie er da regungslos aus dem Boden lag...", bemerkte er trocken.
    So. Das sollte seine gute Laune erst einmal wieder ruiniert haben. Zufrieden überflog Lester die Liste der Zutaten für das flüssige Licht - Einhornhaar, verdünntes Elfenwasser, Gänseblümchenwurzeln - als auf einmal aus dem Nichts um ihn und seinen Partner herum eine Art kleine Kabine erschien und es dunkel wurde.
    "Was zur -", begann Lester, wurde aber von Slughorns Stimme unterbrochen.
    "Wie ihr vielleicht bereits gelesen habt, muss dieser Zaubertrank zum Großteil im Dunkeln zubereitet werden. Daher diese Kabinen - Sie brauchen gar nicht so die Augen verdrehen, Stanley, ich kann Sie von außen sowohl sehen als auch hören. Also dann, ich wünsche Ihnen allen viel Erfolg!"
    Lester seufzte, holte seinen Zauberstab aus der Tasche und brachte ihn mit einem tonlosen "Lumos!" zum Leuchten. Dann überflog er schnell die komplette Anleitung - der Zaubertrank musste zu einem bestimmten Zeitpunkt exakt 67 Sekunden mit Licht bestrahlt werden, damit er funktionierte. Alles in allem sah das Ganze nicht so schwer aus. Sollte also schaffbar sein - sofern dieser Trottel neben ihm das Ganze nicht versaute.
    Was er aus irgendeinem Grund stark befürchtete.



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    Alagaësia. - gepostet von Sammy am Dienstag 24.02.2009



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