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Re: Hypernianische Legenden - Der Dunkle Prinz
Baphemot - 14.03.2010, 13:38Hypernianische Legenden - Der Dunkle Prinz
Prolog
Krieg und Frieden
Zu Anbeginn der Zeit herrschte das Chaos, bis die vier Götter, Karem: der Gott des Lebens und des Lichts, Sinida: der Schöpferin der vier Elemente, Myrantir: dem Gott der Zeit und Trillian: dem Gott des Todes und der Dunkelheit, das Chaos ordneten und Etopia erschafften. Jahrhunderte lang war Etopia eine friedliche Welt, dessen Bewohner von Kriegen verschont blieben. Doch in Folge eines Streits zwischen Karem und seinem Bruder Trillian, in dem Trillian Etopia für sich beanspruchte und die Göttervaterstellung Karems anzweifelte, kam es zu einem göttlichen Krieg, der auf Melenos, dem größten Kontinent Etopias ausgefochten wurde. Beide Götter war es jedoch verboten, sich aktiv in diesen Krieg einzumischen. Erneut brach Chaos auf der Welt aus, die Anhänger des Lichts führten Krieg mit der Gefolgschaft der Dunkelheit. Dieser Krieg, der in manchen Erzählungen auch "Götterkrieg" genannt wird dauerte ein ganzes Jahrhundert an. Als es schließlich so aussah, als würden Trillians Streitkräfte endgültig über das Licht siegen und somit für immer Tod und Chaos über Etopia bringen, bediente sich der Gott des Todes Trillian eines Tricks, er entsandte seinen fleischgewordenen Sohn Necron auf Etopia um die Schlacht endgültig für sich zu entscheiden. Erzürnt durch diesen Verrat, schöpfte Karem Hoffnung in einem letzten Schachzug: Ein Mensch, rein geboren und vom Gott des Lichtes auserwählt, führte die letzte Schlacht gegen die Dunkelheit an.
Jener Auserwählte vereinte die Kraft des Lichtes, der vier Elemente und der Zeit in sich und war somit in der Lage die Streitkräfte der Finsternis nieder zu schlagen. Der Bund der schwarzen Sonne, die den Krieg für Trillian auf der Welt ausfocht und von Necron angeführt wurde, wurde zerschlagen. Es kehrte wieder Frieden auf Melenos ein. Bedingt durch seinen Verrat wurde Trillian von den übrigen Göttern aus dem Reich der Götter verbannt. Doch der Konflikt zwischen ihm und Karem sollte auf ewig andauern.
Zweitausend Jahre waren nun seit diesem "göttlichen Krieg" vergangen, aus den Taten des Auserwählten waren Sagen geworden und nachdem sich der Mantel der Zeit darüber gelegt hatte, war er nichts anderes mehr als eine Legende.
Kapitel 1
Das Findelkind
Cyril, ein friedliches kleines Dorf nordöstlich der Hauptstadt des Königreiches Hypernia. Das Dorf, das in einer riesigen Senke des Graslandes lag, bot Heimat für rund 100 Bewohner, die jedoch zum Großteil aus den Mönchen des Ortsansässigen Klosters bestanden. Das Kloster, das dem Gott des Lichtes – Karem geweiht war lag in der Mitte des Dorfes, fungierte jedoch nicht nur als Gotteshaus, hier wurde unterrichtet, hier wurde Handel betrieben, hier fanden Reisende in der Nacht Unterschlupf. Unsere Geschichte beginnt in einer stürmischen Nacht, einer geschichtsträchtigen Nacht.
Donner grollte, Blitze zuckten und der Regen peitschte erbarmungslos gegen die Mauern des Klosters. Die Dorfbewohner hatten sich in Ihre Häuser geflüchtet und harrten das Gewitter aus. Eine Gestalt, klein, schmächtig und in einen langen, schwarzen Baumwollmantel gehüllt schlich jedoch noch durch die Straßen. In Ihren Armen hielt die Gestalt, wobei es sich um eine Frau handelte, ein Leinenbündel. Vor den Regen schützend neigte die Fremde ihren Kopf übers Bündel und hauchte ein beruhigendes "Es wird alles wieder gut". Das Ziel der Unbekannten war voraussehbar: Das Dorfkloster. Vorsichtig sah sich die Frau nach allen Seiten um, als sie vor der riesigen, zweiflügligen Eichentür stand und legte vorsichtig das Bündel ab. Ein leises Glucksen drang durch den Stoff, der erst mal abgelegt, zum Zappeln begann. Ein Säugling, kaum ein Tag alt, war in das Bündel gehüllt und stieß einen langen, quengelten Schrei aus. Die Frau – wohl möglich seine Mutter griff nach dem großen, massiven Bronzering, der an der Tür hing und ließ in zurück fallen. Kaum hatte es an der Tür geklopft zog die Fremde ihren Mantel enger um sich und flüchtete in den Regen – das Kind blieb schreiend vor der Tür zurück.
II
Bruder Phillip, der in der Eingangshalle des Klosters saß und für diesen Abend damit beauftragt wurde, mögliche Gäste auf zu nehmen, hatte das Klopfen zuerst nicht ganz realisiert. Zwar hatte er es gehört, dachte jedoch, dass es nur wieder ein weiteres Donnergrollen war. Erst als der Schrei eines Säuglings durch das Prasseln des Regens drang, sah er von seinem Tisch auf und lauschte. Bruder Phillip legte seine Feder – mit der er gerade noch in ein Buch geschrieben hatte, zur Seite, stand auf und lief hastig zur Tür. Der Mann zog das Eichentor mit beiden Händen auf, Regen klatsche ihn nass ins Gesicht und der hereinströmende Luftzug brachte die Fackeln in der Eingangshalle zum Flackern. Erstaunt zog der Mönch die Augenbrauen hoch, als er das Bündel vor sich am Boden liegen sah. Der Säugling sah zu Bruder Phillip auf, stieß ein erneutes, quengelndes Schreien aus und warf seine Arme in die Höhe. Vorsichtig hob der Mönch das Findelkind hoch und wog es in seinen Armen.
"Ganz ruhig." Sprach er sanft und plötzlich war das Baby verstummt. Mit seinen großen, blauen Augen sah der Säugling zu dem Mann auf und grabschte nach dessen Kinnbart. Der Mönch sah sich nach allen Seiten um, niemand war zu sehen, kein Mann, keine Frau war in Sichtweite. "Wir bringen dich erst Mal ins Trockene." grinste der Mann, drehte sich um und schob das Eichentor mit seinem Fuß wieder zu.
Noch in der selbem Stunde, trafen der Abt des Klosters Bruder Duriel, zusammen mit den ältesten Mönchen des Klosters und Bruder Phillip zu einer Besprechung zusammen. Im höchsten Zimmer des Klosters, der im Südturm des Gebäudes lag, saßen die Männer an einem runden Tisch zusammen und warteten darauf, dass Bruder Phillip mit dem Säugling zu ihnen stieß. Als der Mönch, der den Säugling gefunden hatte, mit eben diesen auf den Armen, den Raum betrat, betrachteten alle Anwesenden das Findelkind mit Neugierde. "Bruder Phillip." Sprach Bruder Duriel – ein alter Mann, mit ergrauten Haarkranz und tiefen Falten um die Augen, und stand von seinem Sitz auf. "Kommt zu uns." Der Mann verwies auf den freien Platz an der Tafel, Bruder Phillip nickte, legte den Säugling in eine kleine Weidekrippe, die vorbereitet worden war und setzte sich auf den hingewiesenen Platz. "Bruder Duriel, verehrte Ältesten, dieses Kind wurde vor gut einer halben Stunde im strömenden Regen vor den Toren des Klosters abgelegt." Erklärte Bruder Phillip, der nach dem Säugling zweifellos der jüngste Anwesende war und verwies auf das Findelkind, dass jetzt erschöpft in der Krippe lag und schlief. Um genauer zu sein, war Bruder Phillip nicht älter als 25 Jahre und gehörte somit zu den jüngsten Mönchen des Klosters.
"Es ist nicht das erste Mal, dass eine verzweifelte Mutter ihr Kind vor den Toren unseres Klosters aussetzt, Ihr wisst wie wir in solchen Fällen verfahren, der Säugling wird in das Waisenhaus in Hypernia-Stadt gebracht." Erklärte der Abt des Klosters und die Ältesten nickten in einer seltsamen Synchronität. "Bruder Duriel, ich weiß wie wir normalerweise in einer solchen Angelegenheit verfahren, aber ich bitte Sie und den Ältestenrat, erlaubt mir dieses Kind hier im Kloster aufzuziehen, ich weiß nicht was es ist …. doch dieses Kind hat irgendetwas an sich." Bruder Phillips Stimme nahm einen beinah flehenden Unterton an. Es wurde stille in dem Raum, die Blicke der anwesenden Ratsmitglieder trafen sich, ehe er sie sich zu der Wiege des Säuglings umdrehten. "Ich habe meine Bedenken." meinte dann der Mönch, der neben Bruder Duriel saß und stand von seinen Sitz auf. "Was sagt Euch denn, dass dieses Kind 'besonders' ist?" fragte er in einem zweifelnden Unterton und deutete auf die Krippe.
"Ich weiß es einfach." kam sofort Phillips Antwort und er wand sich wieder an den Abt des Klosters. "Ich übernehme auch die volle Verantwortung für dieses Kind, lasst es …." Der Mann schüttelte seinen Kopf "Lasst IHN mich aufziehen, er wird zu einen Mitglied unseres Ordens." Phillips Unterton wurde wieder flehend. Der Mönch, der aufgestanden war, rümpfte seine Nase, zuckte dann jedoch mit den Schultern "Ihr habt doch gar keine Ahnung wie man ein…" begann er verstummte jedoch, als Bruder Duriel seine rechte Hand hob "Genug Martin, ich bin mir sicher, Bruder Phillip ist sich im Klaren was auf ihn zukommt." Der Abt lächelte und Bruder Phillip erwiderte das Lächeln. "Sind alle Ratsmitglieder einverstanden?" fragte Duriel dann und alle Mönche nickten, bis auf Bruder Martin. "Martin?" der Abt fixierte den Mönch mit seinen Blick. Ein Schulterzucken folgte Martin zischte ein "Ich bin einverstanden."
"Vielen Dank, vielen Dank." Bruder Phillip machte einen Knicks und lief zur Krippe des schlafenden Säuglings "Ihr werdet diese Entscheidung nicht bereuen." Vorsichtig griff er unter den Körper des Jungen und hob ihn sanft aus der Wiege. "Davon bin ich überzeugt." Das Lächeln des Abts wurde breiter, auch die übrigen Ratsmitglieder rangen sich zu einen Lächeln durch. Bruder Phillip zog den Säugling vorsichtig an sich heran, betrachtete mit einem Lächeln das friedliche, ruhige Gesicht des Jungen und machte sich schon auf den Weg in seine Gemächer. An der Tür des Beratungszimmers wurde er jedoch von Duriels Stimme noch einmal aufgehalten. "Wie soll der Knabe denn heißen?"
Phillip drehte sich um und sah abwechselnd zwischen dem Gesicht des Findelkindes und dem Rat hin und her. "Seth." Verkündete er dann mit einem gewissen Stolz "Er soll Seth heißen."
III
Während draußen noch immer ein Unwetter tobte, saß Phillip zusammen mit seinem Ziehsohn in seinen Gemächern. Als Mönch stand ihm nicht mehr als ein kleines Zimmer zur Verfügung, ein Bett stand neben dem Fenster an der Westwand, an der Ostwand befand sich der Kleiderschrank mit der wenigen Habe, in dessen Besitz er noch war, und gegenüber seines Bettes stand ein kleiner Tisch mit einer Waschschüssel. Vorsichtig legte der Mann den Säugling auf seinem Bett ab und betrachtete mit einem Lächeln, wie er schlief. Er hatte keine Ahnung, warum seine Mutter ihn vor den Toren des Klosters abgelegt hatte, er wusste auch nicht was diesen Jungen besonders machte, aber da war etwas … Phillip konnte es förmlich spüren. Plötzlich zuckte ein greller Blitz durch die Fensterläden des Zimmers und ein gewaltiger Donnerknall tat sich auf. Erschrocken riss der Säugling seine Augen auf und stieß einen langgezogenen geschockten Schrei aus. "Oh nein!" rief Bruder Phillip aus, fuhr sich durch sein langes, haselnussbraunes Haar und strich den Kind sanft über den Kopf. "Das war ja nur Donner." Sprach er leise und sanft auf das Kind ein, doch Seth schien sich dafür nicht zu interessieren. Er schrie weiter und strampelte mit Händen und Füßen wild um sich. "Ganz ruhig Seth, es ist ja alles Gut, ich bin ja da." Versuchte der Mann weiterhin das Kind zu beruhigen, doch er schien keinen Erfolg zu haben.
Langsam wurde auch Phillip unruhiger, er wusste nicht was er tun sollte – immerhin hatte er auch noch nie etwas mit einen Säugling zu tun. "Bitte, beruhige dich." Er strich über den Bauch des Säuglings, der plötzlich aufhörte zu Schreien. Seths Blick fiel auf den Ring, den der Mann an seinen rechten Daumen trug. Mit einem fröhlichen Lachen griff der Säugling nach dem silbernen Metallstück. An der Vorderseite des Ringes war eine Sonne eingraviert, in deren Mitte ein kleiner, blauer Edelstein saß. Seth versuchte mit seinen kleinen Fingerchen den Ring von Phillips Daumen zu ziehen. "Oh nein, den bekommst du nicht, vielleicht verschluckst du ihn noch." Phillip zog seine Hand zurück, enttäuscht und von seinem neuen Spielzeug beraubt stieß der Säugling einen langgezogenen Schrei aus. "Na gut." Seufzte Bruder Phillip, legte seine Hand auf Seths Bauch der daraufhin seine Hände sofort darüber schlang. Sofort hörte sein Geschrei auf und zufrieden begann das Baby am Zeigefinger des Mönchs zu nuckeln. "Es war die richtige Entscheidung." Flüsterte Phillip, bevor er den Sessel von seinen Tisch heran zog, sich setzte und beobachtete wie der Säugling wieder einschlief. Obwohl draußen noch immer ein Unwetter tobte, kehrte in dem Kloster langsam Ruhe ein. Diese Ruhe sollte in den nächsten Jahren von einem bestimmten Jungen auf den Kopf gestellt werden.
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