Rollenspiel - Ein Leitfaden

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    Re: Rollenspiel - Ein Leitfaden

    Thanatos - 07.06.2006, 18:37

    Rollenspiel - Ein Leitfaden
    Was ist Rollenspiel?

    Rollenspiel heißt soviel, dass man eine bestimmte Rolle spielt, die man sich selber aussucht und entwirft. Jeder Spieler, der an dem Spiel teilnimmt, erschafft sich anfangs einen Charakter, den er im Spiel dann verkörpert. Im Grunde genommen ist es so, als wäre man ein Schauspieler und würde sich seine Rolle selber schreiben. Wenn jetzt jeder Schauspieler aber seine eigene Rolle völlig frei selber schreiben könnte, gäbe es sofort ein heilloses Durcheinander. Deshalb braucht jeder Film einen Regiesseur, jedes Rollenspiel einen Spielleiter oder einen Spielleiterstab, die Spielleitung (kurz: SLs, GMs, Staffis). Diese liefern den Hintergrund der Geschichte, spielen die Statisten und funktionieren auch als Schiedsrichter anhand der gegebenen Regeln. Im Grunde gibt es keinen weiteren Grundsatz als den, dass man während des Spiels nur seinen Charakter spielt und auch nur in der Welt des Charakters. Dieses Bewusstsein klingt banal, wird jedoch viel zu häufig außer Acht gelassen. Wenn der Charakter eines anderen Spielers deinen Charakter ermordet oder bestiehlt, so ist das nicht ein Konflikt zwischen den Spielern, sondern ein Konflikt zwischen euren Charakteren (bzw. keiner mehr, wenn ein Charakter den Tod findet...).

    OOC und IC

    Der größte Fehler der in Rollenspielen (egal ob P&P, PbEM oder Massenrollenspiele wie Lineage) ist die Unterscheidung zwischen OOC (out of charakter(OFF)) und IC(in Charakter(ON)). Sachen die in den Foren geschrieben werden (ausgenommen der IC-Foren) sind zum Beispiel OOC, Charaktere wissen darüber nicht bescheid, dürfen nach Sachen die darin stehen nicht handeln und haben keinen Blassen über das Gelaber der Spieler. Alle Foren haben einen gewissen Existenzgrund, die Foren im OOC Bereich ist für alles da, wenn ihr Winterreifen verkaufen wollt gehört das da hin. Die Mitnahme von Infos aus diesen Foren, ins Spiel, also ins Wissen der Chars, ist natürlich untersagt. So haben auch alle anderen Foren, IC wie OOC, gewisse Inhalte, und man sollte diese auch berücksichtigen, bevor man ein Thread veröffentlicht.

    Andersherum ist es oftmals ebenfalls sehr schwierig. Es war weiter oben bereits knapp beschrieben, wird jetzt nochmal ausgeweitet. Charakter A ist ein böser Bube, er ist ein hauptberuflicher Dieb und Bösewicht. Charakter B ein unbescholtener Bürger, Hufschmied und seinem Fürsten sehr treu ergeben. A raubt B mit Androhung von Waffengewalt aus und lässt ihn nackt in der Wüste stehen, oder wo auch immer. Jetzt ist B sauer auf A, bedenklich, hat er doch viele Stunden gearbeitet für sein Geld und seine neue Robe. Nun tritt es immer wieder zum Vorschein, das der Spieler von B auch sauer auf den Spieler A ist. Das ist falsch. Wieso? - Weil Spieler A den Char von Spieler B ja nicht ausgeraubt hat, weil er dessen Spieler nicht mag, sondern weil sein böser Bubenchar so angelegt ist.(So soll es zumindest in einem guten Spiel laufen)

    Genauso muss es unterbleiben das sein Böser-Buben-Char, wie im vorherigen Beispiel A dauernd den Char C ausraubt weil dessen Spieler in der selben Straße wohnt und den Spieler von A dauernd ärgert. Sollte der SL auffallen das Spieler gegen diesen Absatz verstoßen wird beobachtet, getadelt und vielleicht bestraft.

    Powergaming und Charkilling

    Powergaming: Der Graus eines jeden Rollenspielers, sollte es zumindest sein. Powergaming, was das ist sollte anhand des Wortes klar sein, ist aber sehr sehr vielschichtig. Powergaming ist der Char der nichts anderes tut als den ganzen Tag Monster zu schlachten, keine Emotes benutzt und sich nicht um andere Spieler kümmert.
    Powergaming ist auch das völlige Auslassen von Gegenreaktionen die den eigenen Char beeinflußen könnten. Wie zum Beispiel in einem RP-Kampf ständig auszuweichen, nicht getroffen werden, keinerlei Schwäche zugestehen. Oder aber auch in einer vollkommen harmlosen Rollenspielsituation das völlige Ignorieren anderer Handlungen die den eigenen Char tangieren.
    Die Liste kann man ewig weiterführen, das soll hier aber reichen. Potentiell kann man Powergaming nicht verbieten, erstens weil man nie alles überwachen kann, und zweitens weil Powergaming viele als Teil ihres Rollenspiels verstehen, daher liegt es am Staff wie er damit umgeht wenn er sowas bemerkt.

    Spielinhalte und Kompetenzen der SL sowie Spieler

    Es kann vorkommen, das ein GM etwas unpopuläre entscheidungen trifft, sei es einem Spieler gegenüber oder die Spielwelt betreffend. Da wir im allgemeinen davon ausgehen das der Staff auch nur aus Menschen besteht, kann das passieren und muss von den Spielern im Grunde akzeptiert werden Entscheidet ein SL Sachen auf OOC-Ebene, ändert er vielleicht ein Regelwerk zur Spielanmeldung, kann daran natürlich kritisiert werden, stösst eine SL-Entscheidung auf OOC-Basis auf vehemente Kritik wird sich da sicher etwas ändern lassen. Ganz anders ist es bei Spielinhalten. Der Staff stellt einen Grossteil der Rollenspielfiguren auf hohen Posten, zumindest am Anfang. Diese Chars haben eine gewisse Regierungsgewalt, sie können Gesetze verfassen, Leute piesacken und straflos rumlabern. Nun kann es natürlich vorkommen das eben diese Chars unpopuläre Gesetze verfassen, welches Spieler und ganz besonders ihre Chars zur Verzweiflung treiben kann. Sowas führt gern dazu das Spieler ihren Unmut dazu äussern oder gar OOC darum bitten das zu ändern, was natürlich nicht drin ist. Entscheidungen auf IC-Ebene, die also von Chars gefällt wurden, sind auch nur IC zu besprechen oder zu ändern. Sei es mit politischen Diskussionen, Bedrohungen oder Rebellion. Die einfachste Option wäre natürlich, weil einem der Char durch die neue Gesetzgebung irgendwie langweilig wird, entweder einen neuen zu konzipieren oder den Server zu verlassen. Bevor man über sowas nachdenkt, sollte man darüber nachdenken welch Rollenspielpotential in solchen Gesetzen, Edikten und Handlungen der oberen Zehntausend steckt. Sowas kommt immer wieder vor und der Staff sieht natürlich Spielerabgänge nie gern, wenn ihr also in einer solchen Bredouille steckt, versucht IC was draus zu machen, fällt euch nichts ein, fragt doch einen Mitspieler oder gar GM wie man vorgehen kann, man hilft da gern.
    Der Staff hält sich im Übrigen an die selben Regeln und wird sich nur in äusserten Grenzfällen OOC in das laufende Rollenspiel einmischen.

    Umdenken

    In vielen Dingen sind sich Rollenspieler uneins. Besonders aufällig ist das bei Massenrollenspielen wie Lineage. Vielleicht liegt es daran, dass die Spieler unterschiedliche Regelwerke gewohnt sind oder an anderen Rahmenbedingungen. Man kann schlecht sagen dieses Rollenspiel ist richtig und jenes falsch, ebenso wie man schlecht sagen kann dieses Verhalten ist ist richtig und jenes falsch. Ausgewogenheit ist der Schlüssel und das Vergessen der realen Welt für die Dauer des Spiels. Gerade bei Spielen die im Mittelalter oder Dark Age kommt es oft zu Missverständnissen weil den Spielern ein Vorgang zu grausam oder zu unfair vorkommt. Diese Missverständniss treten nur auf, wenn ein Spieler vergisst in welcher Zeit sich sein Char befindet. So wird oftmals eine Folter als unrechtmäßig, grausam und falsch interpretiert. Heute, im 20. Jahrhundert ist das auch so, aber damals, im Mittelalter, in der Zeit in der der Char lebt war das normal. Eine Strafe wie zum Beispiel anprangern oder auspeitschen käme heute einem Bußgeld gleich. Und an diesem Punkt beginnen die Missverständnisse. Wer im Dark Age RPG realistisch spielen will, muß auch mit Reaktionen rechnen, die mit heutigen Maßstäben gemessen diabolisch wirken. Damals jedoch war dies normal. Am leichtesten verdeutlichen läßt sich das wenn man NPC und SC (Nicht-Spieler-Charakter und Spieler-Charakter) miteinander vergleicht. Nehmen wir einen kleinen Goblin. Er malträtiert den SC mit seiner Dornenkeule und der SC hält mit seiner Axt dagegen. Klar, normal, ist halt Rollenspiel. Dieses Szenario wird als richtig gewertet und wird nie bestritten. Wenn wir jetzt den Goblin durch einen SC ersetzen. Einen armen, bürgerlichen SC, der mit seiner Keule einem anderen SC massiert. Der andere wehrt sich natürlich mit allen Mitteln. Einer von beiden gewinnt, wie im ersten Beispiel. Im ersten Beispiel war das Szenario allerdings hier zu Ende, da der NPC sich in Wohlgefallen aufgelöst hat. Im zweiten Beispiel haben wir aber zwei SCs. Der SC mit der Keule, nennen wir ihn Hans hat den Kampf verloren, damit ist das Ding gelaufen, er ist tot. Der andere SC, meinetwegen Horst, hat gewonnen. In der heutigen Zeit würde nun ein Verfahren wegen Todschlags eingeleitet, im Mittelalter jedoch nicht. Wenn ein Adliger einen Leibeigenen verprügelte war das in Ordnung. Wenn ein Bürgerlicher einen Leibeigenen verprügelte war das geduldet. Wenn ein Leibeigener einen Bürgerlichen verprügelt, was das sein Todesurteil. Beachtet die Ingame-Gesetz, das Spiel läuft danach, nicht nach unserem heutigen Rechtsverständnis.



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