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Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 22.02.2010, 19:51die Kraft in mir bist du
Ich hab mal "restauriert" :lol:
Und ich hab die Geschichte umbenannt.
Ich freu mich auf Kommis zur geschichte :lol:
Mensch, Rebecca! Jetzt pass doch mal auf!“
Beschämt kroch ich unter den Esstisch und sammelte meine Nudeln wieder auf. „Sorry.“, murmelte ich.
Meine Mutter seufzte. „Das geht jetzt schon seit Wochen so.“
„Ich weiß.“ Ja, ich wusste es. Ich wusste es, verdamt noch mal! Aber es passierte trotzdem. Es passierte seit Monaten. Fast täglich. Ich seufzte.
„Ich hab‘ keinen Hunger, Mama. Ich geh mal in mein Zimmer.“ Schon stand ich auf und verließ den Raum. Ich wollte gar nicht wissen, was mir meine Mama noch hinterher rief. Bevor ich in mein Zimmer ging, holte ich noch die Post aus dem Briefkasten. Wie immer war ein brauner Briefumschlag an mich adressiert. Seit genau acht Wochen. Als ich in mein Zimmer kam und abgeschlossen hatte, fühlte ich mich endlich wieder einigermaßen sicher. Hier würde keiner hereinkommen. Ich ging zum Schrank und holte einen kleinen Schuhkarton heraus. Darin lagen zig braune Briefumschläge, die gleichen braunen Briefumschläge, wie der, den ich auch heute aus dem Briefkasten geholt hatte. Alle mit dem gleichen Inhalt. Ich öffnete jetzt auch den neuen braunen Umschlag. Doch ich wusste sowieso schon, was darin stand. Ich kannte den Inhalt in- und auswendig. Ich las ihn zum zehntausendsten Mal. Schnell überflog ich die Zeilen. Was sollte ich machen? Ich seufzte, wie so oft in letzter Zeit. Warum ich? Warum ausgerechnet ich? Und warum nicht irgendjemand anders von den Millionen Menschen, die auf der Welt lebten?
Ich wusste es nicht. Ich hatte so oft darüber nachgedacht, hatte nächtelang kein Auge zugetan, doch ich fand keine Antwort darauf.
Ich legte den neuen Brief zu den anderen in den Schuhkarton und verstaute ihn wieder in der hintersten Ecke meines Schrankes. Doch viel brachte das nicht. Meine Gedanken kreisten trotzdem nur noch um die Briefe und deren Inhalt. Zehntausend Euro! Bis übernächsten Donnerstag! Das war abstrakt! Obwohl ich die Briefe nun seit mehr als einem Monat erhielt, hatte ich noch immer keinen blassen Schimmer, woher ich das ganze Geld bekommen sollte. Keine Polizei, hatten die Erpresser noch dazu geschrieben, und wenn auch nur eine Person davon erführe, würde ich meine zwei Pferde Kelly und Joe nicht mehr wieder sehen! Eine schreckliche Vorstellung! Meinen Eltern hatte ich vorgetäuscht, meine Reitlehrerin hätte sie mit auf ein Trainingscamp genommen. Was für eine müde Ausrede!
Wieder seufzte ich. Sollte ich das Geld doch klauen? Oder sollte ich es meinen Eltern verraten? Zum tausendsten Mal kreisten mir diese Gedanken im Kopf herum. Aber ich wollte es nicht! Ich wollte nicht klauen. Aber, und das lag mir noch viel mehr am Herzen, ich wollte auch Kelly und Joe nicht verlieren! Ich hatte keinen blassen Schimmer, wo sie jetzt waren. Und ob es ihnen gut ging. Mir gingen Bilder im Kopf herum. Blasse Bilder, auf denen Joe und Kelly waren, und ich. Es verpasste mir jedes Mal einen Stich, wenn ich daran dachte, dass sie jetzt weg waren. Weg, bei den Erpressern! Doch es tat jedes Mal weniger weh. Ich verlor langsam jedes Gefühl von Schmerz. Ich war es langsam gewohnt, verletzt zu sein. Irgendwann war man an einem Punkt angelangt, an dem man Schmerz nicht mehr spürte. An dem einem alles egal war und man sich in seine Isolation zurückzog. Und ich fühlte mich diesem Punkt immer näher.
Als es an meiner Zimmertür klopfte, schreckte ich auf. Isa, eine meiner drei besten Freundinnen, streckte den Kopf zur Tür herein.
„Bist du fertig? Wir sind spät dran!“
Mist! Das reiten hatte ich ja total vergessen. „Ich geh mich schnell umziehen.“, murmelte ich und schob mich an ihr vorbei ins Bad.
„Was ist denn mit dir los? Früher warst du immer eine viertel Stunde früher schon fertig. Und jetzt… irgendwie… bist du so verpeilt geworden.“ Hilflos schaute sie mich an.
Ich verdrehte die Augen. Langsam nervte es! Meine Eltern und Lehrer machten mich schon dauernd zur Schnecke, wegen meiner Verpeiltheit, aber mussten es jetzt auch noch meine besten Freundinnen sein? Aber irgendwie hatten sie ja auch Recht. Sie hatte ja keine Ahnung… Nachdem ich mich umgezogen hatte, gingen wir runter zu den anderen zwei.
„Hi“, begrüßte mich Louie, Part zwei meiner drei besten Freundinnen. „Na, mal wieder vergessen, dass wir Mittwochs reiten?“
Typisch! Sie neckte mich in letzter Zeit ständig! Ich schluckte meine Wut herunter und ging in den Schuppen, um mein Fahrrad herauszuholen.
„Mist!“, fluchte ich, als ich merkte, dass es einen Platten hatte.
Kea, die dritte meiner Freundinnen stöhnte. „Man, Becky, du warst doch früher nicht so daneben. Was ist mit dir los?“
Jetzt reichte es! Jetzt kochte ich! „Wisst ihr was?“, schrie ich. „Ihr könnt mich doch alle mal!“ Ich rannte ins Haus hoch in mein Zimmer und ließ die drei verdutzt stehen.
In meinem Zimmer angekommen schloss ich erst einmal ab und warf mich auf mein Bett. Dann wartete ich. Irgendwann würden die drei hochkommen und sich für ihr Benehmen entschuldigen. Und dann würden sie mich bitten, aufzuschließen, aber ich würde ihnen nicht aufmachen. Das hatten sie sich vergeigt. Und sie hätten ein ziemlich schlechtes Gewissen. Geschah ihnen Recht! Also wartete ich. Doch niemand kam. Nicht nach fünf Minuten, nicht nach zehn Minuten und auch nicht nach einer viertel Stunde. Langsam wurde ich unruhig. Sie hatten doch jetzt reiten. Trauten sie sich noch immer nicht, hochzukommen? Als sie nach einer halben Stunde immer noch nicht da waren, ahnte ich schon, dass sie gar nicht mehr hier waren. Ich schlich mich aus meinem Zimmer und schaute durch das Fenster im Klo. Von dort aus konnte man unseren Garten und die Straße sehen. Mein Verdacht bestätigte sich.
Enttäuscht ging ich wieder in mein Zimmer. War ich meinen Freundinnen nichts mehr wert? Verlor ich jetzt auch noch sie? Langsam fragte ich mich, wie ich das alles bewältigen sollte. Die zehntausend Euro, bei deren Gedanken mir schon ganz schlecht wurde, Joe und Kelly, Isa, Kea und Louie, meine Eltern, die Schule, in der ich auch immer schlechter wurde… Ich stöhnte und mein Blick fiel auf die Bibel, die etwas eingestaubt neben meinem Bett lag. Ich hatte in letzter Zeit irgendwie keine richtige Lust gehabt, darin zu lesen. Ich hatte schließlich andere Sorgen, als Geschichten von früher zu lesen. „Jesus!“, betete ich trotzdem. „Ich weiß nicht besonders viel von dir, ich habe zwar früher viel in der Bibel gelesen, aber irgendwie weiß ich nicht so richtig, ob ich an dich glauben kann. Aber wenn es dich gibt, warum hilfst du mir dann nicht? Warum musste das mit dem Erpresserbrief genau mir passieren? Und die ganzen anderen Probleme?“ Erschöpft sank ich auf den braunen Eichenboden. Nach einer Weile beschloss ich, dass mir ein bisschen Luft nicht schaden würde. Also zog ich meine Jacke an und ging nach draußen.
Es war Mitte Frühling und die Sonne schien angenehm auf die Haut, als ich in den kleinen Waldweg einbog. Wie hatte ich diesen Geruch vermisst! Früher war ich beinahe jeden Tag hier gewesen! Doch jetzt… Ich setzte mich auf einen Stein neben dem Bach. Hier war es kühler wie vor dem Wald, und ich begann zu frösteln. Also zog ich mir meine Jacke noch ein bisschen enger um den Körper. Ich wollte jetzt an nichts denken. Ich wollte einfach nur hiersitzen und es genießen, dem ganzen Trubel zu entkommen.
Ich wusste nicht, wie lange ich einfach nur so dasaß, aber es schienen schon einige Stunden gewesen zu sein. Auf jeden Fall hörte ich auf einmal Schritte, die näher kamen. Ich wagte nicht, mich umzuschauen. Ein eiskalter Hauch zog über meinen Rücken. Wer war das? Wer wollte offensichtlich zu mir? „Hi, Rebecca.“
Eine Jungenstimme. Und offensichtlich jemand, der mich kannte.
Langsam drehte ich mich um. Vor mir stand ein großer Junge in meinem Alter, mit braunen Haaren und braunen Augen, die Hände lässig in den Hosentaschen. „Lars?“
Ich war überrascht. Ich kannte ihn aus unserer Sportgruppe, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass er mich je richtig bemerkt hatte. Und da stand er vor mir und schaute mich freundlich an. Ich konnte nichts sagen. Mit offenem Mund starrte ich ihn an. Das war der Mädchenschwarm hoch drei, und jetzt sprach er ausgerechnet mit mir. Isa, Kea und Louie würden vor Neid erblassen, wenn ich ihnen das erzählen würde. Lars interessierte sich nämlich nicht sonderlich für Mädchen. Aber ich würde in den nächsten drei Tagen ja sowie so nicht mit den dreien reden, von dem her…
„Was ist mit dir los? Du bist so blass.“ Er schien besorgt und setzte sich neben mich.
Ich konnte immer noch nichts sagen, ich saß einfach nur da, starrte auf das Wasser, das sich eilig den Bach hinunter schlängelte und wagte nicht, mich zu bewegen.
Besorgt schaute Lars mich an und legte behutsam seine Hand auf meine Hände.
Was in dem Moment in mir abging, kann man kaum in Worte fassen. In mir tobte es. Ich hatte einerseits im Hinterkopf, dass ich nichts über alle meine Probleme erzählen durfte, andererseits hatte ich aber auch ein großes Bedürfnis danach, jetzt einfach mal alles zu erzählen. Doch wahrscheinlich würde er mich sowie so nur auslachen. Wieso sollte jemand, der so gut aussah, und bei den Mädchen von so großer Bedeutung war, ausgerechnet mir zuhören?
Aber meine Augen füllten sich mit Tränen. Ich konnte es einfach nicht mehr für mich behalten, ich brach schier unter dem Gewicht meiner Sorgen zusammen.
„He, was ist denn? Rebecca?“ Vorsichtig legte Lars mir den Arm um die Schultern. Doch das war zu viel für mich, ich brach in lautes Schluchzen aus und zitterte am ganzen Körper.
„Hey, ganz ruhig.“ Ich nahm seine Stimme wie im Traum auf.
„Es…“, schluchzte ich. „Es ist einfach alles zuviel.“
Während ich weiter weinte sagte Lars erst mal gar nichts, sondern streichelte immer nur gleichmäßig meinen Rücken. Nach einer Weile fragte er: „Was ist denn los?“
Ich atmete tief durch. „Ich… ich werde erpresst.“
Das saß. Schlagartig hörte Lars auf, mich zu streicheln und starrte mich fassungslos an. „Du… du wirst was?“
„Ich werde erpresst. Ich muss bis Donnerstag in zwei Wochen zehntausend Euro zusammenhaben.“
Eine ganze Weile lang sah er mich einfach nur fassungslos und ungläubig an. Dann fragte er: „Oh man, das ist ja ein starkes Stück. Aber…“, jetzt sah er lange nicht mehr so mitleidig aus, „kann es sein, dass du mich grad nur verarschst?“
Das brachte mich erneut zum weinen. „Eben nicht. Ich habe mir schon gedacht, dass mir das niemand glauben kann. Warum auch? Sowas kommt eben zu selten vor, um wahr zu sein. Aber es ist so.“ Ich entzog mich ihm ruckartig.
„Hey, ganz ruhig. Hab ich ja nicht so gemeint. Ich mein… das kommt halt nicht alle Tage vor. Aber ich glaub‘ dir.“
Überrascht sah ich ihn an. „Ehrlich?“
„Ehrlich.“
Ich atmete tief durch. „Und… da ist noch was.“
„Und das wäre?“
Und dann erzählte ich ihm alles. Von Joe und Kelly, von Isa, Louie und Kea und unserem Streit, von meinen Eltern und von der Schule und von allem, was mich in letzter Zeit bedrückte. Es tat so gut, endlich mal alles rauszulassen. Und am Ende ging es mir schon viel besser.
„Danke.“, sagte ich.
„Gerne. Ist doch klar.“
Ich schaute ihn an. „Du…“
„Was ist?“
„Du… du darfst das aber keinem weitererzählen. Okay?“
„Klar. Und… darf ich die Briefe mal sehen?“
„Natürlich. Aber ich glaube, ich muss jetzt heim. Sonst bekomme ich fürchterlich Ärger. Und ich glaub, das wär nicht so gut, nachdem, wie ich Mama vorhin angeraunzt habe.“
„Klar. Wie wär‘s… morgen um drei wieder hier?“
„Okay.“
Ich wartete kurz, doch dann sagte ich: „Okay. Dann bis morgen.“
Ich wollte bereits aufstehen, doch Lars hielt mich am Arm fest.
„Warte.“
„Was ist?“
Er schaute mir in die Augen. „Du… du darfst nicht aufhören zu kämpfen. Du bist klasse. Bitte…“
„Was bitte?“
Er atmete tief durch. „Bitte… bring dich nicht um, okay? Wir schaffen das!“
Ich sagte nichts. Ja, ich hatte diese Möglichkeit schon oft in Erwägung gezogen. „Lars…“
„Bitte! Für mich.“
Mir lief ein warmer Schauer über den Rücken und ich seufzte. „Ich versuchs.“
„Danke.“
Als ich die Haustür aufschloss kam mir ein leckerer Geruch entgegen. Es war schon dunkel, und ich wunderte mich, denn normalerweise gab es um diese Zeit keine warmen Mahlzeiten mehr.
Also zog ich schnell meine Jacke aus und ging in die Küche.
„Hallo Mama… oh!“
Vor mir stand Frau Rosenbaum, unsere Nachbarin, und backte Lasagne.
„Hallo, Schätzchen. Sag‘, wie geht es dir? Wir haben uns lange nicht gesehen.“
Ich starrte Frau Rosenbaum fassungslos an. Das durfte doch nicht wahr sein!
Ohne auf ihre Frage einzugehen, fragte ich zurück: „Wo sind Mama und Papa?“
„Ach Schätzchen, die sind heute Abend ausgegangen. Da du nicht da warst, konnten sie dir nichts sagen. Sie haben mich gefragt, ob ich auf dich aufpassen könnte.“
Oh nein! Ich schloss die Augen, um mich beruhigen zu können, denn ich bebte vor Zorn.
Mama! Papa!
Sie hatten damals versprochen, mir nie wieder einen Babysitter zu bestellen, und schon gar nicht Frau Rosenbaum, nachdem ich wegen ihr die Teetassen gegen die Wand geschmissen hatte.
Frau Rosenbaum war, nun ja, nicht so mein Geschmack. Sie meinte, meine Mutter und ich ihr Kleinkind zu sein. Und das konnte ich ihr überhaupt nicht abhaben. Doch ich war zu müde, um zu protestieren.
„Okay.“, meinte ich. „Wenn sie meinen, wird es wohl das Beste sein.“
Frau Rosenbaum schaute kritisch an mir herunter.
„Wie siehst du denn heute wieder aus, Kind? Deine Hosen sind ja ganz schmutzig. Geh dich schnell umziehen, okay? Und dann machen wir uns einen schönen Abend mit Lasagne, gut so?“
Ich verdrehte die Augen. Dann verschwand ich nach oben in mein Zimmer und schloss zu.
Als ich vor dem Spiegel stand, musste ich feststellen, dass meine Kleider wirklich ziemlich dreckig waren. Also ging ich duschen. Nachdem ich mir die Haare geföhnt hatte, rief Frau Rosenbaum zum Essen.
Ich ging zögernd hinunter.
„Na, bist du jetzt schön sauber? So und jetzt will ich dich richtig verwöhnen. Nimm dir ein bisschen Lasagne, das ist doch dein Lieblingsessen, nicht? Und dann setzen wir uns an den Küchentisch. Oder willst du doch lieber ins Wohnzimmer? Das ist vielleicht gemütlicher, oder? Also mir ist es egal, du darfst dir aussuchen, wo wir essen.“
„Vielen Dank, das ist nett von Ihnen. Ich weiß schon, wo ich esse.“ Und damit schaufelte ich mir zwei Löffel Lasagne auf den weißen Teller und verschwand den Rest des Abends in meinem Zimmer.
„Was soll das bitte heißen?“ Meine Mutter sah mich entsetzt an.
„Was soll was heißen?“ Ich war verwirrt.
„Na, das mit Frau Rosenbaum. Sie hat uns erzählt, dass du mit deinem Essen den ganzen Abend in dein Zimmer verschwunden bist, und sie hat alles erdenkliche getan, um dich da wieder herauszubekommen. Sie war am Ende ganz in Tränen aufgelöst.“
Mich berührte das wenig. „Na und was ist mit eurem Versprechen? Dass ich abends allein bleiben kann?“
Meine Mutter seufzte. „Weißt du, du kommst uns einfach doch noch nicht reif genug vor.“
Das reichte! „Danke!“, schrie ich, raste hoch in mein Zimmer und knallte die Tür so laut es ging zu.
Nachdem ich mich abgeregt hatte, dachte ich, es würde vielleicht nicht schaden, mal Kea, Louie oder Isa anzurufen. Irgendwie vermisste ich sie, obwohl ich nicht vorhatte, mich bei ihnen zu entschuldigen.
Doch als ich Kea auf dem Handy anrief, war die Begrüßung: „Vergiss es! Das war echt gemein. Wir haben dir helfen wollen. Und was machst du? Brüllst uns dafür an.“
Damit war das Gespräch beendet. Sie hatte aufgelegt. Einfach aufgelegt!
Doch bei Isa und Louie erging es mir nicht anders. Irgendwie schien es mir, als hätte sich die Welt gegen mich verschworen.
Ich war den Tränen nahe! Um drei konnte ich wieder zu Lars, aber würde ich es bis dahin aushalten? Aber was konnte ich machen, außer abwarten?
Da kam mir eine Erinnerung. Wir hatten einmal vom Sport aus Listen mit den Adressen der Teilnehmer bekommen. Da müsste auch Lars Telefonnummer draufstehen. Doch wo war die?
Nach einigem Suchen stellte ich deprimiert fest, dass sie nicht in meinem Zimmer war. Also blieb mir nichts anderes übrig, als unten zu suchen. Als ich in den Flur schlich, entdeckte ich einen weiteren braunen Umschlag auf der Kommode neben der Tür. An mich adressiert! Klasse! Flüchtig nahm ich ihn mit und nachdem ich auch die Liste mit den Adressen hinter der Mikrowelle gefunden hatte, ging ich wieder in mein Zimmer.
Zuerst war der braune Umschlag dran. Wie die letzten Wochen öffnete ich ihn auch dieses Mal und überflog ihn flüchtig. Doch mein Blick blieb an einem Datum haften:
… müssen wir das Übergabedatum mit tiefstem Bedauern auf den übermorgigen Samstag verlegen…
Vor mir verschwamm alles. Das konnte doch nicht wahr sein! Da stand es, in sauberer Computerschrift geschrieben, ganz unschuldig. Voller Zorn und Enttäuschung riss ich den Brief mitten durch und schmiss ihn aus dem Fenster. Er landete im Dornenstrauch und verfing sich dort in den großen Dornen.
Jetzt half nur noch eins: Mit zittrigen Fingern wählte ich die Nummer von Lars. Wenn er doch nur gleich dranginge!
Ich hatte Glück.
„Hallo?“ Die Jungenstimme am anderen Ende wirkte gehetzt.
„Lars?“ Meine Stimme war leise und heißer.
„Rebecca?“
„Ja, ich bins.“, hauchte ich.
„Was gibt’s? Sorry, ich geh gleich noch mit meinen Kumpels Fußball spielen.“
„Ach, egal, dann lass es. Ist nicht so wichtig.“ Ich war insgeheim enttäuscht.
„Doch, sag. So viel Zeit werde ich doch wohl noch haben.“, meinte er.
Er legte eine Pause ein, doch dann fügte er zögernd hinzu: „Vor allem für dich.“
„Danke.“ Ich atmete durch. „Ich… ich habe einen neuen Brief bekommen. Ich… ich muss das Geld schon bis nächsten Samstag haben.“
Lars rang nach Luft. „Bis übermorgen? Spinnen die? Das…“
„Lars, bitte! Ich… ich kann so nicht mehr leben. Das ist zuviel für mich.“
Mein Entschluss stand fest. Ich war mir immer sicherer, dass das die einzige Möglichkeit war.
„Nein, Rebecca. Das kannst du nicht machen!“
„Doch, Lars.“
Stille am anderen Ende der Leitung. Stille in meinem Zimmer.
Fortsetzung folgt...
Wie findet ihrs?
Re: die Kraft in mir bist du
jesusfreak - 24.02.2010, 18:10
ganz schön heftig ...
teilweise kommt es mir eher unrealistisch vor, zB dass Lars gleich so offen seine gefühle zeigt, oder wie die erpresser die ankündigung des datums formulieren.
trotzdem gefällt es mir sehr gut und ich werde beim lesen in den bann der geschichte gezogen, was immer sehr gut ist.
mach weiter so!!
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 24.02.2010, 19:38
Okay, das kann ich ja dann nöch ändern, dass unrealistische eca.
Übrigens mach ich jetzt eine Namensänderung, weil mir der ursprüngliche Titel nicht mehr so gefällt.
LG
Re: die Kraft in mir bist du
KleeneSunny - 24.02.2010, 20:47
emm...
ich hab mirs noch nicht durchgelesen ^^
aber den ersten teil fand ich sowiet wie ich gelesen habe gut.
sag mal hat es einen grund das du da teil 2 drauß machst?
ist teil eins abgeschlossen und das ist jetzt eine Fortsetzung oder wie hängt das zusammen???
falls es nur ein neues kapitel ist schreib das bitte alles in ein topic!!!
weil nur wegen einen neuen kapitel immer wieder ein topic aufzumachen ist ziemlich viel platz.!!!
soll jetzt nich böse gemeint sein, aber die moderatoren haben dann immer so viel beim aufräumen zu tun!
Ich weiß das es in manchen Foren so gehandhabt wird, dass man für jedes kapitel ein neues Topic aufmacht... darum ist es nur ein liebgemeinter Rat!
Du kannst mich ja aufklären falls es wirklich eine Fortsetzung ist ^^
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 25.02.2010, 16:23Sorry
Sorry,
wie schon im ersten Teil beschrieben, war ich aus versehen so dumm und hab es neu gemacht.
Ich machs net noch mal...
Tut mir echt leid.
LG
Re: die Kraft in mir bist du
KleeneSunny - 25.02.2010, 19:10
ach
so schlimm ist es doch gar nicht...
um ehrlich zu sein hab ich beim ersten teil nicht nochmal reingeschaut ^^
=)
passiert halt mal... wollte es dir bloß mal sagen =)
die welt wird davon nicht untergehen ^^
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 27.02.2010, 18:52
Ist echt interesant.....
Also, nur der teil, das die Briefe mit Cumputer geschrieben sind, überzeugt mich nicht so, aber sonst super.... übriegens, das Lars seine Gefühle so "offen" zeigt ist auch super, ich mein, er kann das ja auch einfach als Kumpel meinen....
Re: die Kraft in mir bist du
purple_angel<3 - 27.02.2010, 22:19
Ich finde die Geschichte sehr spannend. Aber es ist schon etwas unrealistisch! Ich glaube nicht, dass die ein Kind erpressen und die Pferde entführen. Und dass die Reitlehrerin nicht merkt, dass die Pferde weg sind. Aber es intressiert mich natürlich sehr, wie es ausgeht!!
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 01.03.2010, 14:03
[quote="Natalia"]Ist echt interesant.....
Also, nur der teil, das die Briefe mit Cumputer geschrieben sind, überzeugt mich nicht so...
Aber warum eigentlich nicht???
Frag ich mich eig. immer bei solchen Entführungen.
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 01.03.2010, 19:05
Weil die meistens nicht mit Computer getippt sind.....
Die schneiden meistens die Buchstaben, oder manchmal auch wörter aus Zeitschriften und Zeitungen....
Re: die Kraft in mir bist du
blueberry_ - 01.03.2010, 20:59
so.. hab mir auch mal deine geschichte durchgelesen
ich mag deinen schreibstil, man taucht in die geschichte ein und erfährt wie sich rebecca wg den ganzen erpresserbriefen und dem stress mit ihren freundinnen fühlt, nur find ichs ein bisschen arg, dass sie sich gleich deswegen umbringen will.. nya zumindest kommts für mich so rüber, kann natürlich auch sein, dass se was ganz anderes macht
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 02.03.2010, 13:29
ABer warum schreibt man Erpresserbriefe eigl. nicht mit Computer?
Nur so ne Frage,ich werds wahrscheinlich noch ändern.
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 03.03.2010, 01:08
Weis ich nicht, aber ich weis das sie meistens so geschrieben werden wie ich sagte......
Das ist zumindest die typische art.....
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 03.03.2010, 16:45Weiter geht' s
Es geht weiter mit der Geschichte:
Stille am anderen Ende der Leitung. Stille in meinem Zimmer. Stille in meinem Herzen.
„Rebecca? Bist du noch dran?“
„Ja.“
Er seufzte. „Wir können uns ja jetzt gleich treffen. Dann sehen wir weiter. Okay?“
„Musst du nicht zum Fußball?“
„Meinst du wirklich, das ist mir wichtiger?“
Ich sagte nichts.
„Rebecca, komm bitte gleich, okay?“
Ich nickte. Dann nickte ich noch einmal.
„Rebecca?“
„Ja. Ich komme.“
„Okay, dann bis gleich. Und…“ Er wartete.
„Was ist?“
„Ach… nichts, vergiss es.“
Als ich kurz danach mit dem Schuhkarton im Wald an dem Stein, auf dem ich gestern gesessen hatte, ankam, war Lars schon da. In Sportsachen.
„Sorry.“, meinte er verlegen. „Ich hatte keine Zeit mehr zum umziehen.“
„Ist nicht schlimm.“ Ich streckte ihm den Schuhkarton entgegen. „Da!“
Er öffnete ihn. Dann begann er, einen Brief nach dem anderen anzuschauen.
„Das gibt‘ s doch nicht!“, murmelte er dabei immer wieder. Als er in der Mitte des Stapels ankam, schüttelte er den Kopf und schaute mich an.
„Du tust mir echt leid.“
Ich schwieg. Was hätte ich sagen sollen. Ich fühlte mich so leer. Ich spürte mich ja selber nicht mehr. Auf einmal ergriff mich eine unbändige Wut. Eine Wut über mich selbst. Eine Wut über die Erpresser. Eine Wut über die Welt.
„Ach, ist doch alles Schei ße!“, meinte ich, ergriff den Schuhkarton und schmiss ihn in den Bach.
„Nein! Spinnst du?“, rief Lars und rannte hinter dem auf dem Wasser tanzendem Schuhkarton her. Geschlagen musste er zusehen, wie der eilig davon schwamm.
„Keine Angst!“, meinte ich trocken. „Morgen kannst du den gleichen Brief wieder sehen.“
Er seufzte. „Hör mal, Rebecca. So kann das nicht weitergehen. Du hast am Telefon angedeutet… Naja. Ich… ich trau mich nicht einmal, das auszusprechen. Du hast gesagt, dass… dass du dich… umbringen willst. Bitte…“
„Lars! Oh, bitte! Versteh mich doch. Ich komm mit all dem Kram einfach nicht mehr klar. Und da dieser Gott mir wohl auch nicht helfen will, was soll ich also machen?“
„Aber Gott hat dir doch geholfen!“
„Wie? Ich meine, überlege doch mal, ich habe zu ihm gebetet, aber bis jetzt hat sich nichts getan. Im Gegenteil, es wurde sogar noch schlimmer. Die Erpresser wollen das Geld jetzt schon bis nächsten Samstag! Wie soll ich das denn bitte schaffen?“
„Aber… helf ich dir nicht auch ein bisschen? Ich meine, ich… ich versuche, für dich da zu sein, in dieser schweren Zeit…“
„Ja, aber du bist nicht Gott. Du kannst die Situation auch nicht besser machen.“
„Aber vielleicht hat Gott dir trotzdem geholfen. Vielleicht… naja, ich mein ja nur, aber vielleicht… hat er mich ja zu dir geschickt, damit ich dir durch die Zeit helfen kann… Vielleicht hat das alles ja einen Sinn.“
Ich legte eine Pause ein. Es war totenstill. Man hörte nur das gleichmäßige Plätschern des Flusses und das Zwitschern der Vögel.
„Das verstehe ich nicht.“, meinte ich. „Ich verstehe das alles nicht. Wieso bitte soll so was gut sein? Und warum ich? Ausgerechnet ich? Lars, mein Entschluss steht fest. Ich muss…“
„Und wenn ich dir jetzt sage, dass ich dich liebe?“
Das kam abrupt und heftig. Und es klang verzweifelt.
Ich zuckte zusammen. Und wagte nicht, ihn anzusehen. Angestrengt starrte ich auf den Boden.
„Du tust was?“ Langsam wagte ich, den Kopf zu heben, und ihm in die verlorenen, fast hoffnungslosen Augen zu schauen. Und doch erkannte ich darin noch einen kleinen, klitzekleinen und letzten Funken Hoffnung. Hoffnung nach Leben. Und nach Freude.
„Ey, ich liebe dich. Ich… ich meine… vielleicht ist dir das nicht aufgefallen, aber ich…“
Ich schwieg. Dann flüsterte ich: „Wie kann man sich in mich verlieben? Wie kann man…“
Ich brach ab.
„Ich weiß nicht, wie es passiert ist. Ey, aber das Wichtigste ist, dass ich dich behalten kann. Und wenn du dich jetzt umbringen würdest… ey, ich wüsste nicht, was ich machen würde…“ Er legte eine Pause ein. „Weißt du, es gibt auch andere Leute, die schlimme Sachen erlebt haben. Vielleicht schlimmere wie du sie erlebt hast.“
Ich wollte wiedersprechen, aber er ließ mich nicht ausreden.
„Rebecca, das ist die Realität. Du solltest dich nicht daran halten, was du denkst oder was du dir wünschst. Überlege doch mal, das Hochwasser letztes Jahr in Russland… Tausende Menschen sind gestorben. Glaubst du nicht, dass es den Menschen, die alle Freunde, Familie, Verwandte, Bekannte verloren haben, die es mit eigenen Augen gesehen haben, dass es denen nicht schlechter ging? Ich meine, irgendwie kommst du mit Gott da wieder raus. Du solltest dich nicht gleich wegen einer Entführung töten. Das macht die Situation doch auch nicht besser.“
Fassungslos starrte ich ihn an. Ich war aufgestanden und hatte die Hände in Fäuste geballt. Mein Körper bebte. „Das macht es doch!“, schrie ich. „Du hast ja keine Ahnung. Keinen Fetzen Ahnung! Ich dachte, ich könnte dir vertrauen! Danke auch! Ich, ich…“ Ich wusste nicht, was meine Wut in Worte ausdrücken konnte. Kochend rannte ich weg. Ich rannte und rannte, immer weiter. Ich wusste nicht wohin. Merkte nicht, wie der Regen, der sich inzwischen aus den Wolken gekämpft hatte, aus meinen Haaren rann, ich lief nur immer weiter.
Irgendwann brach ich zusammen. Keuchend lag ich auf einem weichen Boden.
Als ich die Augen aufmachte, lag ich, zitternd und bebend, auf dem Stroh in Feilas Box. Die alte Stute sah schnaubend auf mich herab und stupste mich an.
Wie findet ihrs?
LG
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 08.03.2010, 00:02
WOw, das ist echt gut....
Gehts bald weiter?
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 08.03.2010, 13:56
Ich komm grad nicht so gut voran. Aber ich werd bald weiter schreiben.
LG :-k
Re: die Kraft in mir bist du
blueberry_ - 10.03.2010, 20:58
lass dir zeit, hauptsache du schreibst iwann weiter :wink:
Re: die Kraft in mir bist du
Lorena di Loreno - 10.03.2010, 21:01
ich freu mich schon drauf :wink:
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 11.03.2010, 18:50
Ja, ich auch....
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 11.03.2010, 19:29
Danke, ihr macht mir echt Mut, weiterzumachen. Ich hab überlegt, aufzuhören, aber ich glaub, ich schreib weiter... :wink:
Re: die Kraft in mir bist du
Lorena di Loreno - 11.03.2010, 20:10
super! :) zweifel nicht an dir du kannst toll schreiben :D
Re: die Kraft in mir bist du
Pauline - 12.03.2010, 16:53
ja, find ich auch :D
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 12.03.2010, 17:40
Danke! :D
Re: die Kraft in mir bist du
Lorena di Loreno - 13.03.2010, 12:56
du hast es verdient :)
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 15.03.2010, 21:06
Sorry wenn ich frag, aber wann geht die Story weiter?
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 16.03.2010, 17:00
Ich weiß noch nicht. Bist du denn interessiert?
Cool! Das gibt mir Mut. Ich find meine Geschichte nämlich ein bissl doof und hab ne neue angefangen. Aber wenn du interessiert bist, versuch ich bald weiterzuschreiben.
LG
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 20.03.2010, 17:42
Ja.... bitte....
Re: die Kraft in mir bist du
purple_angel<3 - 20.03.2010, 22:45
Ja bitte schreib weiter! Das wär toll!
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 26.03.2010, 21:26
Siehst, wir sind schon 2 die das wollen.....
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 27.03.2010, 18:47
Okay, dann schreib ich mal wieder weiter:
Irgendwann brach ich zusammen. Keuchend lag ich auf einem weichen Boden.
Als ich die Augen aufmachte, lag ich, zitternd und bebend, auf dem Stroh in Feilas Box. Die alte Stute sah schnaubend auf mich herab und stupste mich an. Meine Fingerspitzen waren eiskalt. Zitternd stand ich auf und vergrub sie in Felias weicher, blond- brauner Mähne. Sie beugte den Kopf zu mir herüber und schnaubte noch einmal. Wie immer, wenn sie merkte, dass etwas mit mir nicht in Ordnung war.
Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Wollte nur hierbleiben, bei Felia.
Sie war für mich so etwas wie eine Freundin. Klar, Joe und Kelly waren meine Pferde, aber mein Verhältnis zu ihnen war anders als zu Felia. Ich konnte es nicht in Worte fassen.
Langsam rubbelte ich die Stute mit Stroh sauber und sprach ihr dabei immer wieder sanfte Worte ins Ohr.
Dann öffnete ich die Boxentür und ließ mich auf Felias Rücken gleiten.
Als wir auf den vertrauten Waldweg traten, fühlte ich mich gleich ein bisschen besser.
Zum tausendsten Mal genoss ich Felias weichen, sicheren Schritt. Es war fast so, als läge man auf einem Bett.
Ganz im Gegenteil zu Joe und Kelly. Die zwei englischen Vollblüter hatten keinen besonders weichen Schritt, waren dagegen aber wahnsinnig schnell. Ich hatte mit ihnen schon einige Preise abgeräumt.
Aber ich wollte jetzt nicht an sie denken. Ich wollte den Ausritt genießen.
Das ging, bis auf einmal Lars vor mir stand.
„Becca!...“
Ich wurde schlagartig wieder wütend. „Woher nimmst du dir das Recht, mich mit meinem Spitznamen anzureden?“
„Aber…“
„Nichts aber! Du bist nicht auf der Welt, um mich zu korrigieren. Du, du…“ Mir fiel kein Wort mehr ein, das meinem Zorn standhalten hätte können.
Wenn Kea, Isa und Louie mitbekommen hätten, wie ich mit Lars umging, hätten sie mich verständnislos angeschaut.
Das machte mich noch wütender. „Ich…“
Später wusste ich nicht mehr, was ich alles gesagt hatte, ich wusste nur noch, dass Lars mir irgendwann Felias Zügel aus der Hand riss und kräftig daran zog. Entsetzt sah ich zu, wie er sich bemühte, die Stute verrückt zu machen.
Felia war ein sehr gutmütiges Pferd. Und deshalb dauerte es eine Weile, bis sie durchdrehte. Eine Weile, in der ich nur noch geschockt auf meinem Pferd saß und nicht wusste, was ich machen sollte.
Aber irgendwann drehte sie durch. Sie fing an zu bocken und später zu steigen.
Panisch klammerte ich mich in ihrer Mähne fest. Doch Lars hörte nicht auf. Immer weiter zog er an ihren Zügeln und weiße Schaumflocken tropften aus Felias Maul und Nüstern.
Irgendwann fiel ich. Ich fiel und fiel. Es ging ewig. Irgendwann fragte ich mich, wann ich wohl unten ankommen würde. Ich schaute um mich herum und merkte, dass es keine Chance mehr gab. Ich würde direkt mit meinem Genick auf dem Boden aufprallen. Und das von einem eins fünfundneunzig meter großem Pferd. Und selbst wenn ich das überleben würde, würden mich Felias große, Tellerförmige Hufe gleich zertreten.
Ich fing aus Todesangst an zu schreien. Nein! Ich wollte nicht sterben! Jetzt noch nicht! Das wurde mir klar! Ich hatte mich getäuscht.!
Mein ganzes Leben zog wie an einem Band an mir vorbei. Die guten und die schlechten Zeiten. Zum Schluss kam mir Lars Bild in den Kopf.
Wieder schrie ich. Meine Kehle brannte. Mein Gesicht glühte. Voll Panik bemerkte ich, wie ich mich langsam immer weiter dem Boden näherte.
Mein Schrei musste sich ziemlich grässlich angehört haben. Denn Lars verzog panisch das Gesicht.
Aber ich konnte nicht mehr. Ich kämpfte. Ich versuchte, mich an Felia festzuhalten, ohne Erfolg. Meine Hände fuchtelten hilflos in der Luft herum. Alles in mir wand sich aus quälender und unsäglicher Todesangst. Zwei Sekunden Fall kamen mir wie eine stundenlange Qual vor.
Irgendwann hörte ich auf, zu kämpfen. Ich ließ los und lies mich dem Schicksal entgegenfallen. Ich schloss die Augen…
Ich fiel weich.
Keuchend lag ich in zwei vor Angst bebenden Händen.
Gefällt es euch?
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 27.03.2010, 19:00
Wow.... Super!!!!!
Ich liebe diese Geschichte....
Re: die Kraft in mir bist du
Lorena di Loreno - 28.03.2010, 17:55
der neue teil gefällt mir echt gut! :biggthumpup:
Re: die Kraft in mir bist du
blueberry_ - 28.03.2010, 18:50
ja du hast weitergeschrieben! :D
ich glaub dieser teil gefällt mir bis jetzt von der ganzen geschichte am besten, weiß auch net warum, vllt weils so schön dramatisch is^^
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 29.03.2010, 20:24
Ja, ich finde es auch so....
Re: die Kraft in mir bist du
purple_angel<3 - 01.04.2010, 18:32
Ja, das ist auch mein Lieblingsteil. Sag mal, reitest du? Ich find das so toll, dass jemand eine Geschichte mit Pferden schreibt! Ich habe selbst auch zwei Pferde. In meiner Geschichte kommen darum auch Pferde vor! :wink:
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 01.04.2010, 18:50
Naja, ich hab bis vor kurzem geritten. Jetzt wird die Schule zu viel. Voll schade :(
Wie heißen deine Pferde? Welche Rasse ist das? Wir hatten im Reitstall Isländer und eine Hanoveraner Stute.
LG
Re: die Kraft in mir bist du
purple_angel<3 - 01.04.2010, 19:08
Ich habe eine Stute namens Leila, die ist schwarz und ein Deutsches Reitpony und einen Wallach namens Spike, der ist ein Palomino. Die sind echt voll toll! Aber du hast schon recht, es ist voll anstrengend mit der Schule, denn ich bin für alles im Stall verantwortlich und ich gehe auf das Gymnasium! Aber es ist es auf jeden Fall wert!!
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 01.04.2010, 20:14
Hey, toll-..... Ich hatte mal 2 Ponys....
Re: die Kraft in mir bist du
purple_angel<3 - 03.04.2010, 15:05
Ja, es ist echt toll! Warum hast du keine Ponys mehr?
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 03.04.2010, 15:32
Schade, dass du keine Ponys mehr hast.
@purple_angel<3: Ja, ich bin auch aufm Gymi, und ich finds mit G8 echt ziemlich anstrengend. :cry:
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 03.04.2010, 15:40
Na, die Stutte haben wir verkauft....
Und wir hielten dann der ihr Follen.... Aber das ist gestorben als das etwa12 Jahre alt war.... das ist in ein Ameisenloch gefahlen...
Re: die Kraft in mir bist du
purple_angel<3 - 04.04.2010, 21:37
@loveforgood: was meinst du mit G8? Bist du aus der Schweiz?
@Natalia: Das ist echt traurig mit deinem Pony und dem Fohlen! :cry:
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 04.04.2010, 22:29
ach.... Ich hatte es sowieso schon ewig nicht gesehen, und als ich dannnachfragte, ob es ihm noch gut ging, haben sie mir das erzehlt... Ich hab nie viel Zeit für ihm gehabt, immer Klavier üben, und all das..... Ausserdem biss es schreklich...
Re: die Kraft in mir bist du
purple_angel<3 - 09.04.2010, 20:40
Ja dann geht es ja noch und wie ich sehe, hast du es überlebt! XD
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 19.04.2010, 21:39
Jap....
Aber, wann geht es mit der Story weiter?.... ich bin schrecklich gespannt wies weitergeht....
Re: die Kraft in mir bist du
Pauline - 22.04.2010, 16:48
ja, wann geht´s weiter?
hab den letzten teil nich gecheckt, bin schon soooooooooogespannt!
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 23.04.2010, 21:11
Ja, ich kann es garnichtmehr abwarten....
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 16.01.2011, 19:07
Hab mal wieder weitergeschrieben:
„Geht es dir gut?“
Ich schloss die Augen und sagte nichts.
„Entschuldige, ey, entschuldige, Rebecca… das war so dumm von mir… ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht hab… sorry, echt…“
„Ist okay.“ Das war alles, was ich noch über die Lippen brachte. „Ich war so dumm. Danke. Ich will leben!“ Ich ließ mich in seinen Schoß sinken. Lars Nähe tat mir so gut.
„Ich liebe dich!“
Ich vergaß, zu atmen. „Ich dich auch!“ Das hatte ich noch nie zu jemandem und auch noch nie jemand zu mir gesagt. Aber es war der schönste Satz, den ich jemals gehört hatte.
Ganz langsam beugte er sich zu mir herunter und fragte: „Darf ich?“
Ich nickte. Ich zuckte zusammen, als seine Lippen meine berührten. Hektisch griff ich nach seiner Hand.
„Ganz ruhig.“, lächelte er. „Entspann dich.“
Langsam lockerte sich meine krampfhafte Haltung. Hier lag ich, mit eiskaltem Angstschweiß auf der Stirn und dem Tod haarscharf entkommen, und erlebte den schönsten Moment meines Lebens.
Irgendwann wendete ich mein Gesicht von ihm ab und schnappte schnell und hastig nach Luft.
Lars grinste. „Hast du etwa wegen mir vergessen, zu atmen?“
Ich lächelte. „Das gebe ich nicht zu. Aber ist so schön bei dir. Ich will nirgends anderes mehr sein.“
„Ich kann niemals genug von dir bekommen…“ Er vergrub sein Gesicht in meinen Haaren, die lang und glatt in seinem Schoß lagen. „Alles an dir ist so… so perfekt! Du bist so hübsch und…“ Er schien vergessen zu haben, was er sagen wollte, aber es war egal.
So schlief ich ein.
Ich wachte erst wieder auf, als jemand mir über die Schläfen strich. „Rebecca? Wir sollten gehen! Es ist schon elf!“
Unwillig öffnete ich die Augen. „Ich will aber noch nicht gehen!“
„Wir müssen aber! Das Pferd ist jetzt so geduldig hier stehen geblieben, aber langsam verliert es doch die Nerven. Und was denken unsere Eltern! Ich glaube, meine kriegen die Krise!“
Ich schloss die Augen wieder und tat so, als wäre ich wieder eingeschlafen.
„Na gut. Dann eben so!“ Er fing an, mich zu kitzeln. Ich quietschte.
„Okay, okay! Ich ergebe mich!“, keuchte ich. Er ließ mich los.
„Aber nur, wenn ich noch einen Kuss bekomme.“
„Kein Problem!“ Und zum zweiten Mal an diesem Tag hätte ich vor Glück für immer zu den Wolken fliegen können und wäre für diesen Moment für immer dort geblieben.
„Ich weiß nicht, wie du das machst.“, flüsterte ich. „Aber es ist so schön, wie noch nie etwas in meinem Leben!“
„Und ich beneide alle, bei denen das so gut gelernt hast!“, sagte er liebevoll.
„Bei niemandem.“, antwortete ich. „Ich habe noch nie einen Jungen geküsst.“
Er starrte mich an. „Noch nie?“
„Nein. Noch nie! Deswegen müssen wir das jetzt nachholen!“
Ich würde mich wohl nie an dieses berauschende Gefühl gewöhnen.
Irgendwann klingelte mein Handy. Ich zuckte zusammen, als das wunderschöne Orchester, das in mir spielte, jäh von ‚Dein Haaaandy klingelt!!!!‘ unterbrochen wurde. Stöhnend griff ich in meine Hosentasche und zog das kleine blaue Handy raus.
„Meine Mutter“, seufzte ich. „Hi, Mum? Ja, sorry, ich hab die Zeit vergessen… wo ich bin? Äh…“
„Auf dem Weg heim“, flüsterte mir Lars zu.
„Auf dem Weg nach Hause… ja, ich bin in fünf Minuten da. Ja… sorry… tschüss, bis gleich!“
Ich legte auf. „Mist, meine Mutter. Sie ist ganz schön sauer! Wir haben schon viertel vor zwölf! Hättest du das gedacht?“ Ich griff nach Felias Zügeln, die sich inzwischen wieder beruhigt hatte, und stieg auf. „Los, ich zieh dich hoch.“ Ich nahm seine Hand und dabei vergaß ich ganz, warum ich sie genommen hatte. Alles in mir wirbelte durcheinander.
„Erde an Rebecca!!! Könntest du mich jetzt vielleicht hochziehen?“
„Äh, ja. Sorry!“
Lars schwang sich hoch und ließ meine Hand den ganzen Heimweg, den wir in rasantem Galopp hinter und brachten, nicht mehr los. Was dazu führte, dass ich mich kaum mehr konzentrieren konnte und wir fast vom Pferd fielen.
„Ich sag das echt nicht gern, aber kannst du meine Hand loslassen? Wenn du mich berührst, dann kann ich mich gar nicht mehr konzentrieren!“, rief ich gegen den Lärm der klappernden Hufen auf dem Betonboden.
„Dann stell dich der Herausforderung!“, rief Lars nur zurück.
Als wir keuchend im Stall ankamen, war bereits fünf nach zwölf. Schnell rieben wir Felia trocken, gaben ihr das wohlverdiente Futter und rannten in Richtung Bahnhofstraße davon.
„Ich krieg voll Ärger!“, keuchte ich, während wir Hand in Hand meinem Haus entgegenliefen. „Du nicht?“
„Doch. Aber ist egal. Schaffst du den Rest alleine?“
„Klar. Okay, dann bis Freitag im Schwimmen.“
„Ich ruf dich an. Bis bald.“
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 17.01.2011, 03:23
Wow, super schön......
hoff es dauert diesmal nicht so lange,,.....
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 17.01.2011, 19:39
Er drückte meine Hand nochmal, dann war er verschwunden.
2. Kapitel
Der Wecker klingelte. Piep! Piep! Piep!
Ich verzog das Gesicht und drückte mir das Kissen auf die Ohren. Doch das half leider nicht viel. Also quälte ich mich aus dem Bett und zog mich an. Bevor ich hinunterging, legte ich noch einen Zwischenstopp im Bad ein.
Mir schaute ein Mädchen entgegen, das ich nur mit Mühe und Not wiedererkannte. Ich seufzte. Meine Haare sahen aus, als hätte jemand darin rumgewühlt (was ja zugegebenermaßen auch stimmte) und die schwarze Wimperntusche war total verlaufen.
„Ach du meine Scheiße“, war das erste, was ich murmelte. Mama war gestern glücklicherweise so lieb gewesen und hatte nichts gesagt. Sie hatte mich nur schnurstracks in mein Zimmer geschickt und gemeint: „Das klären wir alles morgen.“
Als ich die Holztreppe hinunterging, bekam ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Es war gestern bereits halb eins gewesen, als ich schnaufend in der Haustür gestanden hatte.
„Guten Morgen“, murmelte ich und setzte mich an den Esstisch. Meine Mutter holte Luft. „Wo warst du gestern Abend, Beccy?“
Ihr scharfer Ton senkte mein kleines bisschen Selbstvertrauen wieder auf den Nullpunkt.
„Ähm… ich war mit Felia ausreiten.“
„Um elf Uhr nachts! Ohne Reitklamotten! Genau!“
„Ja.“ Ich senkte den Kopf. Meine Stimme war nicht gerade sehr überzeugend.
Meine Mutter seufzte. „Komm, Beccy! Ich bin deine Mutter! Willst du mir nicht sagen, was los ist?“
Das konnte ich nicht. Schon allein deshalb, weil meine Eltern sofort die Polizei rufen würden, wenn sie von den Erpresserbriefen erführen. Langsam schüttelte ich den Kopf.
Meine Mutter sagte nichts. „Na gut.“, meinte sie dann und ich ahnte, dass ich sie gerade sehr verletzt hatte. „Ist okay. Aber eins muss klar sein: Ab jetzt hast du um halb zehn da zu sein. Und die nächste Woche hast du Hausarrest!“
Ich schloss gerade mein Fahrrad im großen Fahrradschuppen der Schule ab, als mir jemand von hinten die Augen zuhielt. Ich lächelte. Diese großen, weichen Hände kamen mir bekannt vor.
„Das funktioniert bei mir nicht! Ich weiß genau, wer du bist!“, grinste ich.
Lars zog seine Hände wieder zurück und stellte sich vor mich. „Hi.“
Ich konnte ihn mal wieder nur anstarren und auf Wolke sieben schweben. „Hi.“
„Hast du gestern noch viel Ärger gekriegt?“
„Eine Woche Hausarrest. Aber ist egal.“ Fast hätte ich noch hinzugefügt:
„Aber für den Abend mit dir hätte ich ein Jahr Hausarrest auf mich genommen!“, doch das kam mir dann doch ein bisschen zu kitschig vor.
„Oh, mist! Und wie willst du am Samstag dann das Geld zu den Entführern bringen?“
„Ich weiß nicht. Aber das wird schon irgendwie klappen.“
Da war ich mir zwar nicht so sicher, aber ich wollte jetzt nicht darüber reden. „Komm, wir gehen rein.“
Als wir das Schulhaus betraten, hatte ich das Gefühl, dass sich alle Blicke sofort auf uns richteten. Instinktiv griff ich nach Lars Hand und er führte mich lächelnd und ein paar Freunde begrüßend durch den Flür, ohne mit der Wimper zu zucken.
Ich beneidete ihn dafür, dass er so gar kein bisschen Nervosität zeigte. Als wir die Tür zu meinem Klassenzimmer betraten, ließ ich seine Hand los. Kea, Mia und Louie schauten spöttisch zu mir herüber.
„Wieder beruhigt oder müssen wir uns woanders hinsetzen?“ Doch als sie Lars bemerkten, der meine Hand sofort wieder nahm (wofür ich ihm unendlich dankbar war), rissen sie die Augen fast synchron auf und starrten mich entgeistert an.
„Oh, äh… hi!“ Mia hörte sich an, als wolle sie jeden Moment im Erdboden versinken.
„Hi, Mia.“, grüßte Lars zurück. Dann wandte er sich an mich. „Beccy, ich muss rüber in meine Klasse. In einer Minute klingelt es zur ersten Stunde.“
„Okay.“, murmelte ich.
Lars drückte ermutigend meine Hand und flüsterte:“ Hey, du schaffst das schon. Bleib einfach freundlich, okay?“
Ich nickte. „Bis nacher.“
Kaum war er aus dem Zimmer, stürzten Kea und Louie zu mir. Nur Mia blieb etwas verloren blickend auf ihrem Platz sitzen.
„Was war das eben gerade?“, fragte mich Kea ganz aus dem Häuschen. „Du bist doch grade nicht mit dem süßesten Jungen der ganzen Welt Händchen haltend hier entlang spaziert, oder?“
Ich grinste. „Nee, ich hab nur so getan.“
Sie lachte. Dann wurde ihr Blick ernst. „Sorry, wegen gestern. Wir hätten nicht so auf dir rumhacken dürfen.“
Ich grinste. „Sorry auch. Ich bin im Moment wahrscheinlich das unerträglichste Wesen der Welt.“
„Nee, bist du nicht.“, antwortete Louie. „Sonst würde Lars höchstwahrscheinlich nicht Hand in Hand mit dir hier rumlaufen.“
Ich überlegte: „Hm, vielleicht steht er ja auf unerträgliche Wesen!?“
Die anderen lachten.
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 18.01.2011, 03:35
hey, das ist sooo süss...
naja, momentan find ich alles süss.... :lol: :oops:
Aber der LArs ist echt süss.....
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 18.01.2011, 17:14
Danke :-)
Die anderen lachten.
Ich schaute zu Mia. „Was ist mit ihr los?“, fragte ich.
„Ach, du kennst sie doch. Sie ist eifersüchtig auf dich.“
„Wegen Lars?“, fragte ich überflüssigerweise zurück.
Louie nickte. Danach konnten wir nicht mehr reden, weil Frau Kelsch gut gelaunt zur Tür hereinkam.
„Einen wunderschönen guten Morgen alle zusammen“, unterbrach sie das allgemein Gemurmel, und die letzten huschten auf ihre Plätze. „Heute bekommt ihr eure Aufsätze über das Mittelalter zurück. Ich muss wirklich sagen, dass ihr ausgezeichnet wart. Besonders zwei Aufsätze haben mir gut gefallen. Mia und Rebecca, ihr habt beide eine eins!“
Ungläubig schaute ich Frau Kelsch an. In Deutsch war ich nie besser als eine drei bis vier gewesen! Doch als die Lehrerin mir den Doppelbogen zurückgab, stand dort eine fette, große eins!
Strahlend sah ich Mia an. Doch diese verstaute ohne eine Regung den Aufsatz in ihrem schwarzen Schulranzen und warf mir einen eisigen Blick zu. Ich biss mir auf die Lippen.
Den Rest der Stunde verbrachten wir mit Kommasetzung.
„Und, wie war’s bei euch?“
Wir saßen auf der grauen Schulmauer hinter den Büschen und aßen unser Pausenbrot. Wir, das waren Kea, Louie, Lars und ich. Nur Mia saß irgendwo im Klassenzimmer.
„Gut!“, rief Louie. „Mia und Beccy haben eine eins im Aufsatz!“
„Cool!“
Ich lehnte mich lächelnd an ihn. „Ja, das ist so was wie das achte Weltwunder.“
Er legte mir den Arm um die Schulter. Kea und Louie warfen sich einen bedeutungsvollen Blick zu und mussten sich ein Grinsen mühevoll unterdrücken.
„Jaja, lacht ihr nur. „, sagte ich. Ich schloss die Augen.
„Wo ist eigentlich Mia?“
„Im Klassenzimmer.“
Lars schaute mich unsicher an. „Wollen… wollen wir nicht zu ihr gehen?“
Ich seufzte. „Na gut. Kommt!“
Als wir im Klassenzimmer ankamen, saß Mia allein auf ihrem Platz und starrte ins Leere. „Hey! Was ist denn mit dir los, Mia?“ Lars zog sich einen Stuhl heran und setzte sich neben sie.
„Nichts.“ Sie schaute angestrengt an ihm vorbei gehen die kahle Wand.
„Ach komm schon, Mia!“ Louie setzte sich auf Mias Tisch. „Jetzt lass Beccy doch auch mal was! Lars hat sich jetzt nun mal in sie verliebt und nicht in dich. Ändern kannst du’s nicht!“
Eine klitzekleine Sekunde sagte niemand etwas. Eine klitzekleine Sekunde, in der ich entsetzt hoffte, dass Mia ruhig bleiben würde. Eine klitzekleine Sekunde, in der Louie bewusst wurde, was sie da gerade gesagt hatte, und sie vor Schreck ganz bleich wurde. Eine klitzekleine Sekunde, in der Lars den Kopf neigte und Mia anschaute.
Zuerst sah es aus, als würde Mia sich beruhigen wollen.
Dann stand sie auf und stellte sich so dicht an Louie, dass gerademal ein Haar zwischen sie gepasst hätte. „Sag mal, spinnst du eigentlich?“ Mia sah sie hasserfüllt an. „Blamierst mich hier vor allen!“
Ihre Stimme klang hysterisch.
Als sie aus dem Zimmer rannte, rannen ihr Tränen über die Wange. Ich musste zugeben, dass sie ziemlich süß aussah, wenn sie weinte, und wurde ein bisschen neidisch.
Betroffen schaute Louie und an. „Das… das wollte ich nicht. Sorry…“
Lars seufzte. „Das hilft uns jetzt auch nicht mehr weiter. Ich wird sie mal suchen gehen.“
Wiederstrebend ließ ich seine Hand los. Es verpasste mir einen Stich ins Herz, als er das so sagte. Aber ich riss mich zusammen. „Mach das. Hoffentlich findest du sie.“
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 19.01.2011, 23:25
wow.....
das klingt nach nem Krieg....
Re: die Kraft in mir bist du
Little_music_love - 20.01.2011, 13:11
ooh... das ist toll!! :D
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 20.01.2011, 15:20
@natalia: Jop, das gleub ich auch... ;)
Re: die Kraft in mir bist du
Natalia - 20.01.2011, 23:21
dann hab ich wenigstens darin recht....
Re: die Kraft in mir bist du
Smily - 13.02.2011, 16:40
total super...
wann geht's weiter?
Re: die Kraft in mir bist du
Amika - 15.02.2011, 09:37
echt super
wann gehts weiter??
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 15.02.2011, 15:40
3. Kapitel
Mitten in der nächsten Stunde kam Mia wieder zur Tür herein. Unsere Biolehrerin sah sie an und meinte nur: „Mia, setz dich. Und komm nach der Stunde noch mal zu mir.“
Und Mia setzte sich. Rechts neben mich, so wie immer. Sie zog ihren Stuhl zurück, nahm darauf Platz und rückte ganz auf ihre Seite, so weit es ging. Dann warf sie mir einen triumphierenden Blick zu und vertiefte sich in das Arbeitsblatt, das ich ihr auf den Platz gelegt hatte. Ich biss die Zähne zusammen und versuchte, mich auf den Unterricht zu konzentrieren. Sie schien ja nicht mehr so ganz am Boden zerstört zu sein wie noch vor einer halben stunde…
Nach der Schule tippte ich sie an die Schulter, als sie gerade dabei war, ihre Sachen in die Tasche zu packen.
„Was ist?“, fragte sie unfreundlich.
„Ähm, du… das hat Louie doch nicht so gemeint…“
„Das weiß ich“, fuhr sie mir ins Wort. „Lass das meine Sorge sein.“ Und damit schulterte sie ihre Tasche und rauschte auf die Tür zu.
Ich saß da wie ein nasser Pudel. „Und warum bist du deswegen auf mich sauer?“, rief ich ihr hinterher.
Sie blieb stehen und drehte sich mit hochgezogenen Augenbrauen schwungvoll zu mir um. Dabei schwang ihr glattes braunes Haar über die Schulter. Ich bewunderte sie für ihre wundervollen Haare.
„Tja, ich fürchte, dass du dich ganz schön in deinen Annahmen täuschst.“
Ich runzelte die Stirn. „Wie… wie meinst du das?“, fragte ich unsicher.
Lässig stellte sie sich in ihre so gut eingeübte Pose, die einen um zwanzig Zentimeter schrumpfen lies.
„Tja, Schätzchen, ich würde sagen, es ist für dich nicht alles ganz so heile Welt wie du denkst.“ Sie machte eine genüssliche Pause, die mich innerlich immer mehr brennen lies.
„Lars hat mich geküsst.“
Ich ließ mich auf den Boden sinken. „Das… das sagst du jetzt nur so…“ Meine Stimme verriet, das ich das nicht wirklich meinte.
Ihre Lippen verzogen sich zu einem wissenden Lächeln. „Netter Versuch. Ich weiß, die Wahrheit ist hart, aber du wolltest es ja wissen.“
Mein Herz zog sich krampfhaft zusammen und ich musste nach Luft ringen. „Ich hab gedacht, du wärst meine Freundin.“
„Tja… so täuscht man sich, wie gesagt…“
Als ich aufschaute, stand Mia nicht mehr in der Tür. Mein Herz fühlte sich so tot an. Zerstört saß ich auf dem Boden unseres Klassenzimmers, in mich zusammengesunken, und starrte ins Leere.
Re: die Kraft in mir bist du
Amika - 15.02.2011, 16:18
weiterschreiben!!!!!!!
Re: die Kraft in mir bist du
Pauline - 17.02.2011, 19:46
ja und zwar schnell!
is echt gut
Re: die Kraft in mir bist du
Smily - 17.02.2011, 20:18
total gut...
musst unbedingt weiterschreiben...
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 18.02.2011, 15:48
4. Kapitel
Ich wusste später nicht mehr, wie ich nach Hause gekommen war. Ich musste den ganzen Weg gerannt sein, denn ich war völlig außer Atem, als ich mich in meinem Dachboden widerfand. Ich lag auf dem Boden und weinte. Ich wusste, dass man Mia glauben konnte, denn sie hasste es, zu lügen, so gemein sie manchmal auch war.
Das kühle Holz erschien mir heute kühler als sonst und ich begann, zu frieren. Normalerweise kühlte es im Sommer so schön, wenn ich im T-Shirt in meinem Zimmer saß und die Hitze kaum aushielt. Doch heute war mir trotz der 35°C ziemlich kalt.
„Tief durchatmen!“, befahl ich mir mit zittriger Stimme, doch es gelang mir nicht so richtig. Warum machte mich das so verrückt, was Mia gesagt hatte? Er war ein Betrüger, ein Lügner, ein Idiot… und er konnte mir wirklich gestohlen bleiben!
Aber der Schmerz in mir war so groß, dass es mir schwer viel, zu atmen.
Er hatte ein Loch in mir zurückgelassen. Ein tiefes Loch, und ich war mir in diesem Moment ziemlich sicher, dass dieses Loch für immer bleiben würde.
Re: die Kraft in mir bist du
Amika - 18.02.2011, 17:59
bitte weiter :D
du kannst voll gut schreiben!!
Re: die Kraft in mir bist du
Loveforgod - 04.03.2011, 16:08
Ich wachte am nächsten Morgen davon auf, dass mir jemand die Decke wegzog. Ich stöhnte. „Was gibt das schon wieder?“, maulte ich.
Meine Mutter saß grinsend neben meinem Bett. „Du musst zufälligerweise in die Schule und du hast deinen Wecker überhört.“
„Dann ist doch gut, dann hab ich eine Ausrede, wenn ich zu spät in die Schule komm.“, murmelte ich und wollte wieder einschlafen.
„Nix da“, rief meine Mutter gut gelaunt und begann, mich zu kitzeln.
Langsam kamen mir wieder die Erinnerungen an den vergangenen Tag und ich hatte noch weniger Lust, aufzustehen. „Hör auf, Mum!“, rief ich schlecht gelaunt und warf mein Kissen nach ihr. Ich verfehlte um einige Zentimeter und das gab mir Anlass, noch schlechter drauf zu sein.
Meine Mutter hörte auf, mich zu kitzeln und schaute mich erstaunt an. „Was ist denn mit dir, Maus?“, fragte sie unsicher.
„Nichts! Und nenn mich nicht Maus! Ich hab auch einen Namen! Erinnerst du dich?“ Ich drehte mich in Richtung Wand.
Meine Mutter wusste nicht, was sie sagen sollte und meinte nur: „Okay, ich geh mal runter und mach dir dein Essen. Deine Kleider liegen hier auf dem Nachtschränkchen.“ Sie wandte sich zum Gehen.
Ich drehte mich zu ihr um. „Und warum um alles in der Welt musst du mir jetzt schon die Klamotten aussuchen? Ich bin doch kein kleines Kind mehr!“
„Ja, schon, aber… äh, also…“ Sie schien verlegen.
Ich schaute auf den Klamottenstapel auf meinem Nachttisch. „Mum!“, rief ich entsetzt. „Das hab ich vor zwei Jahren getragen! Damit seh ich aus wie ein Kindergartenkind!“
Eine halbe Stunde später war ich sauer auf dem Weg zur Schule. Meine Mutter hatte mir Butter unter mein Käsebrot geschmiert, das hatte mich schließlich auf hundertachzig gebracht und ich hatte die Tür ohne ein weiteres Wort hinter mir zugeschlagen. Ich wusste, dass meine Mutter es nur gut mit mir meinte und ich war nicht gerade fair mit ihr umgegangen, aber in letzter Zeit nervte sie mich einfach nur noch.
Vor dem Café „an der Ecke“ blieb ich stehen. Eigentlich konnte ich jetzt einen Kaffee gut gebrauchen. Ich zog meinen Geldbeutel aus der Hosentasche und kramte einen zerknitterten fünf-euro- Schein heraus. Das sollte für einen Kaffee und ein Croissant reichen.
Re: die Kraft in mir bist du
Amika - 05.03.2011, 08:35
weiter!!!!!!! :D
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