Verfügbare Informationen zu "Lukas & Nerina nach der Mission"
Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Lukas Graf - Nerina Celei - Kestra Kruspe - Isabelle - Fermat Sim Forum: USS-Hazard Forenbeschreibung: Ein Star-Trek E-Mail-Rollenspiel aus dem Unterforum: Aktuelle Mission Antworten: 57 Forum gestartet am: Donnerstag 13.04.2006 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Lukas & Nerina nach der Mission Letzte Antwort: vor 12 Jahren, 11 Monaten, 8 Tagen, 14 Stunden, 46 Minuten
Alle Beiträge und Antworten zu "Lukas & Nerina nach der Mission"
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:37Lukas & Nerina nach der Mission
Hallo!
Anna und ich haben die letzten Monate ebenfalls für charakterliche Weiterentwicklung und kreatives Schreiben genutzt - hier das Ergebnis unserer Ergüsse: :shock: :shock:
-----> Quartier Graf <------
Lukas Graf wachte an diesem Tag in exakt derselben Position auf, in der er sechs Stunden zuvor eingeschlafen war. Mit einem Grunzen schlug er nach dem Wecker und räumte dabei den halben Nachttisch ab, auf dem ohnehin nur Müll, Trümmer und Überreste seiner Zimmereinrichtung lagen.
Für einen Großteil war nach der turbulenten Flucht aus dem Spalt zwar sicherlich keine Normalität eingekehrt, doch immerhin war für alle anderen das Schlimmste überstanden, viele Crewmitglieder hatten wenig zu tun, weil ihre Labors und Stationen nur noch Schrott waren. Nur die Offiziere wuselten durch das Schiff und alle hatten nur einen Ansprechpartner: Den Menschen, in dessen Macht es stand, ihr persönliches Problem jetzt und sofort dadurch zu richten, indem er sofort den Replikator im Frachtraum reparierte, damit endlich der neue Teppichboden verlegt werden könnte – der Chefingenieur. Doch nicht immer fiel es ihm so leicht, die teils berechtigten Anliegen zurück zu weisen wie im Falle der bolianischen Wissenschafterin, die ihn tatsächlich wegen ihres Teppichs angesprochen hatte. Er hatte gerade noch zurückhalten können, zu sagen „Schätzchen, bevor nicht alle wieder eine Wand haben, kannst du dir deinen Teppich abschminken!“ und hatte stattdessen nur was von wegen Prioritätenliste gemurmelt und sie an PO Koyoko verwiesen, welche von ihm die etwas undankbare Aufgabe zugewiesen bekommen hatte, derartige kleinere Schäden zu sammeln und zu organisieren, damit beizeiten auch solche Probleme gelöst werden konnten. Außerdem war im Frachtraum noch immer eine Notunterkunft für die Mannschaftsdienstgrade, deren Quartiere noch immer unbewohnbar waren oder die ihr Quartier einem Offizier zur Verfügung stellen mussten, dessen Quartier ein solches Schicksal ereilt hatte. Zwar war die Hauptenergie wieder hergestellt und stabil und damit die Notfallkraftfelder aktiv, aber Lukas hätte neben einem klaffenden Loch in der nackten Wand auch nicht besonders gut schlafen können und deshalb waren diese Bereiche immer noch gesperrt.
Diese Gedanken schossen ihm durch den Kopf, während er langsam zu sich kam. Warum hatte er nicht daran gedacht, den verdammten Wecker abzustellen? Selbst dafür war er wohl zu müde gewesen. Er hatte jetzt einige 20-Stunden-Schichten hinter sich und war froh, dass die Hazard endlich die Werft erreicht hatte [NRPG: Die Schäden sind zumindest so massiv, dass wir ein Raumdock oder eine Starbase brauchen, das kann aber an dieser Stelle später ggf. angepasst werden], das nahm ihm einen Großteil seiner Verpflichtungen ab und deshalb hatte er sich einen wohl verdienten Ausgleichstag genommen – immerhin hatte er die nötigen Reparaturen in stundenlangen Konferenzen mit Lt. Jenkins abgestimmt, so dass es wohl mal einen Tag ohne ihn gehen sollte… Er begann sich im Bett leicht zu bewegen und meinte es in allen Gelenken knacken zu hören. Eigentlich bestand kein Grund, aufzustehen – seine biologische Uhr war ohnehin im Eimer und das Schlafbedürfnis riesig, also drehte er sich um und zog die Decke enger um sich. Doch im selben Moment begann es jenseits seines Fensters zu rumoren und vibrieren – die Reparaturtrupps begannen mit den Reparaturen an der Hülle, nur ein Deck und eine Sektion benachbart, und das machte es unmöglich zu schlafen. Ärgerlich stieß Graf die Decke von sich und schleppte sich erst einmal unter die Schalldusche, die seine Lebensgeister weckte.
Als er nackt, aber belebt und frisch rasiert – bis auf einen kurzen Oberlippenbart und einen halbmondförmigen Kinnbart, den er seit dem Ende der Mission stehen ließ – aus dem Badezimmer trat, lief gerade ein Arbeiter (oder eine Arbeiterin?) über sein Fenster und so sprang er schnell zur Seite und drückte den Knopf für die Verdunkelung, der die Fenster von außen verspiegelte und die Sicht ins Zimmer unmöglich machte. Ohne groß darüber nachzudenken begann er, wie gewohnt seine Uniform anzuziehen, doch als er bereits die Hose anhatte hielt er inne – dies war sein erster wirklicher freier Tag seit er an Bord gekommen war, wenn man mal von der Party auf Ulas absah, die schon Ewigkeiten herzusein schien. Er könnte mal zivile Kleidung anziehen. Doch hatte er überhaupt welche? Seit er an Bord gekommen war, hatte er immer Uniform getragen, weil er auch fast jeden Tag im Dienst gewesen war und sich irgendwie auch in der Uniform wohl fühlte, sie gehörte einfach zu seiner Identität als Sternenflottenmitglied.
Doch nach allem was geschehen war, fühlte selbst Lukas, dass ihm ein wenig Abstand gut tun würde, und wie um seinen freien Tag optisch zu manifestieren schritt er (immer noch nackt) trotzig zum Kleiderschrank. Als die Tür zur Seite glitt, fiel ihm ein Kleid entgegen, ein kurzes und halb durchsichtiges Nichts, welches Liz Trefoil bei ihrer stürmischen ersten Begegnung getragen hatte. Sofort machte sich der Schwermut wieder bemerkbar und mit aller Gewalt musste sich Lukas zusammenreißen. Er ballte die Hände zu Fäusten und bückte sich, um den feinen Stoff aufzuheben. Liebevoll strich er über den feinen Stoff. Er drehte den Kopf zu dem verwüsteten Nachttisch, dessen Inhalt er zuvor teilweise heruntergeworfen hatte, und sah den schwarzen Bilderrahmen mit dem Holobild von Corinna verkehrt herum auf dem Boden liegen. Er seufzte und strich sich mit dem weichen Stoff noch einmal über seine frisch rasierte Wange. Es war so weich, dass die zarte Berührung es auf der vom Rasieren noch empfindlichen Haut wie Feuer brannte – oder war das nur seine Empfindung? Wahrscheinlich, denn die caldonische Seide vermochte sicherlich keinerlei Schmerzen auszulösen. Graf faltete das Kleid ein wenig zusammen, so gut das bei dem leichten Material ohne Ablage ging, und legte es vorsichtig auf ein freies Regalbrett in seinem sehr übersichtlichen Kleiderschrank. Er bemerkte, dass noch etwas heruntergefallen war und errötete leicht – es war der BH, der die kleinen, festen Brüste von Liz an dem Abend gehalten hatte, von Liz, die jetzt kalt und tot in einem leeren Torpedo langsam einem unbekannten blauen Stern entgegen driftete. Tränen füllten seine Augen – es war einfach so unfair. Dass es alles vorbei war, bevor es überhaupt nur die Chance gehabt hatte, etwas zu werden. Dass Liz, so jung, so schön, so grausam sterben musste. Dass er nicht da gewesen war, sie zu retten oder wenigstens mit ihr zu sterben. Dass es alles so schnell gegangen war…
Er stopfte den BH zu dem Kleid und angelte lustlos eine alte Jeans, die vermutlich seit Jahrhunderten aus der Mode war, die er mal während eines Urlaubs auf den britischen Inseln gekauft hatte, ein Jahr bevor er Corinna kennen gelernt hatte und alles angefangen hatte. Er erinnerte sich an die großen Baudenkmäler, die großartigen Kathedralen, die so viele Kriege überdauert hatten und teils schon seit 1000 Jahren standen. Er war nie religiös gewesen, wie die meisten Menschen. Überhaupt wurde Religion in der Föderation eher verhalten praktiziert und erst durch den jüngsten Kontakt zu Bajor, dessen Bewohner einen offenen und starken Glauben praktizierten, war das Thema überhaupt wieder breiter diskutiert worden. Doch die Gebäude hatten ihn fasziniert – sie strahlten eine solche Gottesfurcht aus und waren gleichzeitig Zeugnis des menschlichen Triebs, sich zu beweisen und großartiges zu bewirken. Und doch strahlten sie bei allem zugleich eine tiefe Ruhe und einen Frieden aus, wie er ihn nie wieder empfunden hatte.
Lukas riss sich aus seinen Gedanken und begann sich anzuziehen. Zu der Jeans zog er ein kurzes, eng anliegendes schwarzes Hemd mit kleinen, weißen Knöpfen an und musste sich auf die ungewohnte motorische Herausforderung der Knöpfe konzentrieren. Das Hemd hatte er ebenfalls schon länger und doch passte es noch – oder wieder, denn Lukas war sich sicher, dass er in den letzten Tagen einige Kilo verloren hatte, wobei das bei ihm gar nicht so einfach war. Dennoch bemerkte er, als er die Schranktür schloss und sich im kurz im Spiegel sah, dass es ihm gut stand und der Schnitt seine Größe unterstützte. Vermutlich würde es ihm bei einer Beach-Party gelingen, jemanden zu finden, mit dem er ohne emotionale Verwicklungen die Nacht verbringen könnte, um seine emotionalen Verwicklungen zu vergessen, schoss es ihm durch den Kopf, doch als er sich an die letzte Party erinnerte, die er besucht hatte, verzog er das Gesicht. Obwohl er die Party auf Ulas in Uniform besucht hatte, war er nicht frei von „emotionalen Verwicklungen“ geblieben…
Er wandte sich seinem Quartier zu und hob als erstes das Bild von Corinna auf. Es kam ihm falsch vor, dass er von Corinna ein Bild hatte und von Liz nicht, und deshalb aktivierte er die Konsole auf seinem Schreibtisch. Zum Glück funktionierten tatsächlich die Computersysteme, ein Datenverlust war ebenfalls nicht eingetreten, und so durchsuchte er die Datenbanken und Sensorenlogbücher nach Bildern von Liz. Zu seiner Überraschung fand er eines von ihrem letzten Abend, welches aus irgendeinem Grund nicht aus den Sensoren gelöscht worden war, dass ihn und Liz lachend, Arm in Arm aus dem Holodeck kommend zeigte – ein Schnappschuss, wie er nicht schöner hätte sein können. Zwei Minuten später hatte er es mit einem passenden Rahmen repliziert und ging damit zur Wand neben dem Bett, um es, ebenso wie das Bild von Corinna, aufzuhängen, als der Türsummer ging.
Lukas erste Reaktion war Ärger – wer störte ihn denn jetzt, was konnte so wichtig sein? Kurz entschlossen warf er die Rahmen aufs Bett und ging schnurstracks zur Tür, fest entschlossen, niemanden in sein Quartier zu lassen. Er öffnete die Tür mit finsterer Miene und sah – Nerina Celei. Sein Ärger verflog so schnell, wie er gekommen war und wich Überraschung. Was könnte sie denn wollen? Er musterte sie wie versteinert – sie trug ebenfalls Zivilkleidung, ein recht kurzes T-Shirt, das ihr trotzdem zu weit zu sein schien (irgendwie war ihm in Uniform nie aufgefallen wie dünn, ja beinahe dürr sie war) und eine ebenfalls eher weite Hose. Sie hatte eine neue Frisur, bei der Lukas nicht sofort wusste, ob sie ihm gefiel, und die einerseits „friseurfrisch“, andererseits zerzaust aussah – aber wirkte Nerina nicht immer „irgendwie zerzaust“, schoss es ihm durch den Kopf. Irgendetwas stimmte jedoch nicht, denn über ihrem Gesicht lag ein Schatten und die Augen und Wangen waren leicht gerötet, also ob sie geweint hatte. Er zwinkerte unwillkürlich und erinnerte sich daran, dass auch er erst Minuten zuvor Tränen in den Augen gehabt hatte.
Nachdem sie sich sekundenlang schweigend gegenüber gestanden hatte, brachte Graf hervor:
„Nerina. Was ist denn los? Kommen Sie erstmal rein.“ Und er trat zur Seite und bedeutete ihr einzutreten.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:38
Nerina war froh, dass der Ärger aus Grafs Gesicht umgehend verschwand, nachdem er ihr die Tür geöffnet hatte. Was sie jedoch sorgte, war, dass dieser Ärger überhaupt da gewesen war, und keineswegs einer freundlichen, bestenfalls einer ausdruckslosen Miene wich.
Ohnehin empfing sie eine Mischung von Gefühlen, die nicht unbedingt einladend wirkten. Nun, kaum einer lief nach dieser Mission mit einem Grinsen auf dem Gesicht herum (Leute wie Kestra und Lona mal ausgenommen), und offensichtlich hatte sie Graf in schlechter Laune erwischt. Und in seiner Freizeit, etwas, das in den letzten Tagen ja nun wirklich Mangelware gewesen war.
Es schien eine halbe Ewigkeit zu dauern, bis Lukas sie begrüßte und herein bat. Und selbst da war Nerina sich nicht sicher, ob er sie tatsächlich willkommen hieß, oder ob er sich nur seiner guten Manieren erinnert hatte.
„Ich... ich wollte nur...“, fing Nerina an, ohne sich vom Fleck zu rühren. Ihre Stimme stolperte über die Worte, und sie fragte sich: ‚Ja, was willst du eigentlich hier?’
Einfach umdrehen und gehen. Wenn sie erst mal den Fuß in sein Quartier gesetzt hätte, müsste sie auch erklären, warum sie hergekommen war. Die Reparaturen waren doch nur ein Vorwand, um sich nicht mit ihren Gefühlen auseinander setzen zu müssen.
Lernte sie denn gar nichts dazu? Wer war sie, dass sie unangemeldet bei Leuten hereinplatzte, erwartete, dass diese alles stehen und liegen ließen, um sie von ihren Problemen abzulenken? Zumindest hatte Lukas nicht gerade unter der Schalldusche gestanden, wie Lillian Benton zu Silvester.
„Ich wollte nicht stören. Ich schätze, ich hab nicht richtig nachgedacht.“
Nerina lächelte reuig. „Das tu ich viel zu selten“, murmelte sie.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:39
Lukas hatte den Eindruck, dass Nerina sich schon zum Gehen wandte und griff kurz entschlossen nach ihrem Ärmel und zog sie herein.
„Nana, irgendeinen Grund werden Sie schon gehabt haben.“ Durch seine brüske Intervention stolperte sie fast auf ihn zu und kam sehr dicht vor ihm zum Stehen. Da er barfuß war und sie Schuhe trug, waren sie fast auf Augenhöhe und einen Moment fand ein direkter Blickkontakt statt, ein Moment, der durch das Zischen der sich schließenden Türen sogleich unterbrochen wurde.
„Entschuldigung“, sagte Lukas mit einem leichten Lächeln um den Mundwinkel. „Setzen Sie sich.“ Er wies in Richtung des Bettes, ansonsten war im Moment nur ein einfacher Stuhl in der Schreibtischecke benutzbar, alles andere war zugestapelt.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:40
Verlegen wandte Nerina den Blick ab, ihr Magen hatte einen nervösen Hüpfer gemacht.
Was sollte sie jetzt sagen? Nerina beschloss, so ehrlich zu sein wie es ging, ohne gleich wieder zu einem Häufchen Elend zu mutieren. Ihr Blick wanderte unstet durch Lukas’ Quartier, suchte etwas, woran sie sich festhalten könnte. Nun, er schien glimpflicher davongekommen zu sein, wenn auch einige seiner Sachen beschädigt worden waren. Nerina fiel insbesondere ein Haufen, nun, Müll war wohl der passendste Ausdruck, auf, der neben Lukas Bett auf dem Boden lag, als sie der Geste folgte, mit der er in die entsprechende Richtung wies.
Am besten, sie brachte es schnell hinter sich.
„Irgendwie fällt mir die Decke auf den Kopf. Ich muss irgendwas tun,und da dachte ich an mein Quartier. Aber ich weiß nicht mal, ob die Spezialverkleidung noch funktioniert, und ob im Boden auch eine ist, und bevor ich nen neuen Teppich verlegen kann, da wollte ich das prüfen lassen, und da hab ich an Sie gedacht, weil...“, sprudelte sie heraus, während sie zum Bett hinüber ging und sich setzte.
Nicht weil er der Chefingenieur war. Sondern...
„Weil ich Sie mag“, wollte Nerina sagen, brachte es aber nicht über die Lippen. Oh ja, das war ein toller Grund, jemandem noch mehr Arbeit aufzuhalsen. Aber... die Quartierverkleidung war ihr so schon unangenehm genug. Und auch wenn ihr Quartier im Moment keinerlei Persönlichkeit hatte, so war es doch IHR Quartier. Und sie bat lieber jemanden, sich die Sache anzusehen, der... der ihr ein Gefühl von Ruhe vermittelte, aufgewühlt wie sie war.
Sie konnte ihm nicht ins Gesicht sehen, sah zum Fenster, auf ihre eigenen Hände, die sie im Schoß verschränkt hatte, auf den Müllhaufen neben dem Bett, auf das Bett selbst. Und da erst sah sie es. Das Foto von den beiden.
Sie fühlte einen kurzen, heißen, närrischen Stich der Eifersucht. Konnte regelrecht vor sich sehen, wie er hier auf dem Bett gesessen, das Foto angestarrt, und in einem plötzlichen Wutanfall all die Sachen zu Boden gefegt hatte, die nun nicht weit von ihren Füßen lagen.
Nerina schluckte, heftete den Blick wieder auf ihre Hände. Ihr war elend zumute. Also war etwas zwischen den beiden gewesen. Und er hatte sie verloren.
„Ich weiß, wie das ist“, wollte sie sagen, aber wieder bekam sie den Mund nicht auf. Ich weiß es. Wenn man jemand verliert...
‚Du dachtest, du weißt es!’, schoss es ihr durch den Kopf. Das mit Mark war anders gewesen, anders geworden. Nerinas Hände verkrampften sich, ihre Augen brannten.
So viele waren bei dieser Mission gestorben. Kollegen, Freunde, geliebte Menschen... und sie saß hier, in einem fremden Quartier, drauf und dran loszuheulen wegen einem Mann, der noch nicht mal tot war!
Ein seltsamer Laut entrang sich ihrer Kehle, halb Lachen, halb Schluchzen.
„Ich bin schrecklich“, beschuldigte sie sich selbst und rieb sich die bloßen Arme, auf denen auf einmal Gänsehaut zu sehen war. Irgendwie gelang es ihr, die Tränen zurück zu halten. „Bitte entschuldigen Sie.“
Sie holte tief Luft. „Vielleicht könnten wir... einfach ein bisschen hier sitzen. Tee trinken. Reden. Oder... schweigen. Ganz egal.“
Sie senkte den Kopf und gestand heiser: „Ich wusste nicht, an wen ich mich sonst wenden sollte.“
Hoffentlich empfahl er ihr jetzt nicht, zur Counselor zu gehen. Daran mochte ja grundsätzlich nichts verkehrt sein, aber...
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:42
Graf entging Nerinas Unsicherheit nicht und der Blick, mit dem sie das Zimmer musterte und die Bilder. Als sie zu sprechen begann, wurde ihm schnell klar, dass die Frage nach dem Quartier nicht ihre alleinige Motivation sein konnte, sonst hätte sie sich auch gleich bei der Technik melden können, und sie war nicht der Typ, sich eine bevorzugte Behandlung durch persönliche Beziehungen zum Abteilungsleiter zu sichern. Irgend etwas stimmte nicht – kein Wunder. Als sie so wie ein Häufchen Elend vor ihm stand, wurde ihm klar, wie verdammt jung sie war, immerhin 8 Jahre jünger als er, und er selbst war ja auch nicht gerade alt für einen Abteilungsleiter. Sicherlich alles andere als optimal, jemand derart junges in eine Mission zu schicken, wo sie Entscheidungen über Leben und Tod anderer Personen treffen musste. Und die Sicherheit hatte – wenig überraschend – die heftigsten Verluste zu beklagen gehabt, das konnte an der jungen Sicherheitschefin nicht spurlos vorüber gegangen sein.
Als er sah, wie sie sich fröstelnd die Arme rieb, war sein erster Impuls, hinüber zu gehen und sie in den Arm zu nehmen. Tatsächlich machte er bereits einen Schritt auf sie zu, besann sich dann jedoch eines Besseren. Stattdessen nahm er die Bilder, die Nerina mit einem Blick, den er als Mischung aus Neugier und Unsicherheit verstand, gemustert hatte, und legte sie auf den Schreibtisch, nicht ohne einmal gedankenverloren über die Rahmen zu streicheln, um dann die Bettdecke um ihre Schultern zu legen.
„Hier.“, sagte er sanft. Einen Moment dachte er daran, die Temperatur zu erhöhen, aber die Kälte konnte nicht an der Temperatur liegen, es herrschten die üblichen 21,5 °C an Bord, es musste sich um ein inneres, emotionales Frieren handeln. Deshalb zog er lieber den Schreibtischstuhl herüber und setzte sich rittlings auf ihn, so dass er seine Arme auf der Rückenlehne ablegen konnte und ihr gegenüber saß. Er streckte den Arm aus und ergriff ihre Hand.
„Kein Grund sich zu entschuldigen. Reden ist gut. Reden Sie. Ich besorge uns Tee.“ Er drückte noch einmal ihre dünne, knochige Hand und stand dann auf, um sich um Tee zu kümmern.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:43
Dankbar zog Nerina die Decke enger um die Schultern. Versuchte sich darin zu verkriechen. Darin zu verschwinden.
„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“
Oder wie sie es in Worte fassen sollte. In ihrem Inneren herrschte Chaos. Sie fühlte sich so verloren.
„Es sind... meine Gefühle. Und meine Fähigkeiten. Irgendwie hängt das ja alles zusammen.“
Wie erklärte man einem Nicht-Empathen, wie es ihr momentan in Bezug auf ihre Fähigkeiten ging? Das war ein wenig, als wolle man einem Blinden erklären, was Farben sind. Nein, das war kein guter Punkt, um anzufangen. Sie brauchte etwas Greifbares.
Wieder schweifte ihr Blick im Raum umher, wurde wie magnetisch von den Bilderrahmen angezogen, die Lukas beiseite gelegt hatte. Von hier konnte sie den Inhalt nicht erkennen, aber... Das würde er verstehen können. Nachempfinden können.
Und bevor sie es wusste, war „Ich weiß nicht, was Sie gehört haben über Mark Bassett...“ draußen, und Nerina brach mitten im Wort ab. Sie konnte Mark aus ihrer Erklärung nicht ausklammern, er war zu sehr Teil davon. Jetzt aber drückte sie das schlechte Gewissen, ausgerechnet ein Thema anzuschneiden, das Lukas wohl unumgänglich an den Tod von Liz Trefoil erinnern würde.
Atemlos trank sie den Anblick des ihr zugekehrten Rückens ein, während Lukas mit der Teekanne hantierte. Die Gefühle, die sich auf seinem Gesicht abzeichnen mochten oder auch nicht, die aber dank ihrer Empathie durch ihn durch strömten wie Licht durch ein Fenster.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:44
Lukas hatte schnell ein Teetablett mit einer Kanne seines Lieblingstees und zweier Teegläser repliziert und goss Nerina eine Tasse ein, während er geduldig ihrem zögernden Vortrag lauschte. War überrascht und etwas verwirrt, als sie plötzlich auf Mark Bassett zu sprechen kam – er hatte eher damit gerechnet, dass es um die Mission gehen würde.
„Bassett?“, fragte er. „Hmm, ich muss gestehen, dass ich über ihn nicht viel weiß. Ich weiß nur, dass er vor meiner Zeit an Bord als im Dienst vermisst galt und dann plötzlich wieder auftauchte, aber wohl irgendwie unter Arrest gestellt wurde – genaueres weiß ich leider nicht. Was hat er mit Ihnen zu tun?“ Teilweise konnte er sich die Frage beantworten, als er Nerinas Ausdruck sah – offensichtlich war seine Reaktion unerwartet unsensibel. Aber immerhin hatte sie das Thema selbst aufgebracht. Er reichte ihr daher das Glas und setzt sich wieder ihr gegenüber auf den Stuhl.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:45
Nerina kämpfte mit widersprüchlichen Gefühlen, die sich gewiss auch auf ihrem Gesicht abzeichneten. Da Lukas nicht Bescheid wusste, würde sie alles erklären müssen. Einerseits gab ihr das die Chance, die ganze Geschichte von Anfang an zu erzählen. Ihre Sichtweise darzulegen, ohne dass er dabei eine Version vor Augen hatte, die womöglich vom Hören-Sagen verfälscht war.
Andererseits war sie nicht gewohnt, sich selbst derart offen zu legen, und sie hatte ein wenig Angst davor.
Dankbar nahm sie den Tee von Lukas entgegen, nahm einen Schluck, starrte hinein und versuchte den nötigen Mut aufzubringen. Was sollte schon passieren? Lukas war nicht Firewall, und würde ihr wohl kaum eine Simulation von Bassett auf dem Holodeck vorsetzen.
„Mark und ich, wir...“
Nerina holte tief Atem. Die passenden Worte tanzten in ihrem Kopf herum, ließen sich aber erst packen, als Nerina die zugehörigen Erinnerungen hervor holte. Noch immer hielt sie den Blick gesenkt, irgendwie machte es das einfacher.
„Ich traf ihn am selben Tag, als ich an Bord kam. Es war Liebe auf den ersten Blick.“
Nerina lächelte schwach, sie wusste noch so gut, wie beeindruckt Mark gewesen war, als sie ihn vor dem Angriff durch Prog gerettet hatte. Da hatte sie es noch nicht gemerkt, zu sehr war sie auf Prog und den Parasiten in seinem Inneren konzentriert. Später im Kasino jedoch, als sie beide allein waren... Es hätte nicht seiner unbeholfenen Worte gebraucht, dem Satz, der angefangen in der Luft hing, ohne je beendet zu werden. Seine empathischen Emanationen sagten es klarer als alle Worte, und sie... hatte das gleiche gefühlt. Im Nachhinein hinterließ dieser Gedanke einen seltsamen Beigeschmack, den Nerina mit einem weiteren Schluck Tee hinunterzuspülen versuchte.
„Ich weiß, dass er in mich verliebt war“, brachte sie heraus, und irgendwie klang es in ihren Ohren nach einer Verteidigung. „Als Empathin weiß man so was.“
Sie riskierte einen kurzen Blick auf Lukas' Gesicht, nur um gleich wieder wegzusehen.
„Er hat meine Stärke bewundert“, murmelte Nerina, „aber die hab ich verloren, als...“
Sie stieß den Atem mit einem gequälten Laut aus. Es tat noch immer so weh, auch nur daran zu denken.
„Während der Mission auf Ulas IX... er hat es nie gesagt, nicht laut. Aber ich weiß, dass er sich nur meinetwegen für das Außenteam gemeldet hatte. Er wollte in meiner Nähe sein.“
Nerina schloss die Augen, sie brauchte einen Moment, um sich zu sammeln. Dennoch war stammelte sie unbeholfen, als sie sich durch die nächsten Sätze hindurch kämpfte.
„Das Shuttle... das Shuttle wurde angegriffen. Wir wurden noch rechtzeitig heraus gebeamt, aber Mark... das Shuttle stürzte ab, und Mark war... er war noch an Bord, er war...“, das letzte Wort war nur ein Flüstern, „tot.“
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:45
Lukas’ Miene verfinsterte sich unwillkürlich bei Nerinas Schilderung. Einen Moment schwiegen sie beide, doch Lukas wusste, dass er etwas sagen musste. Seine Hände griffen ineinander, so dass die Nagelbetten weiß wurden.
„Ich weiß, wie Sie sich fühlen“, sagte er schließlich langsam und mit ruhiger, leiser Stimme. „Ich… Meine Verlobte –“ Er sah auf und suchte Nerinas Blick. „Sie ist ebenfalls mit dem Shuttle abgestürzt. Gleich zu Hause, im Sol-System. Die Deflektoren haben versagt, als sie unter Warp kam und Weltraumstaub hat die Triebwerke und die Hauptenergie beschädigt. Das Shuttle geriet außer Kontrolle und ist auf Pluto abgestürzt. Rettungsteams waren nur Minuten später an der Unglücksstelle – es war nichts zu machen.“ Er senkte den Blick auf seine verkrampften Hände und atmete schwer durch. „Es ist der Grund, warum ich die gelbe Uniform trage und nicht die türkise, ich wäre sonst Wissenschaftler geworden.“ Wieder schwieg er einen Moment, und als es zu schmerzhaft wurde, drehte er sich um und griff nach den Bildern, reichte Nerina das Bild von Corinna.
„Hier. Das ist sie.“ Nach einer Pause fügte er hinzu: „Ich kann Sie also sehr gut verstehen. Ich habe lange gebraucht, um ihren Tod zu überwinden, jedenfalls dachte ich gerade, ich wäre endlich so weit. Ich bin mir im Moment auch nicht sicher, ob ich das wirklich bin.“ Er zwang sich zu einem traurigen Lächeln.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:46
Nerina sah auf als sie spürte, wie sich gerade gegen Ende ihrer Erzählung Lukas' Gefühle veränderten. Sie erhielten eine drückende, fast schon düstere Färbung.
Wie betäubt lauschte sie seinen Worten. Sie hätte nicht erwartet, dass sich das Gespräch in diese Richtung entwickelte. Lukas sah sich selbst in ihrer Geschichte wieder, teilte seine Geschichte mit ihr, zeigte Mitgefühl.
Was er nicht sah, war der Logikfehler in ihrer Geschichte: einen Toten konnte man nicht unter Arrest stellen.
In Gedanken schweifte Nerina ein Stück weit ab; entschuldigte sich stumm bei Kestra, die ohne es zu wissen in einer frischen Wunde gestochert hatte. Wenn Kestra ein Trampel war, galt das gleiche für sie. Sie hatte eindeutig eine alte Wunde wieder aufgerissen.
'Die kurze Version hätte gereicht!', schalt sie sich selbst. 'Er war tot. Punkt. Musstest du das verdammte Shuttle erwähnen?'
Sie stellte rasch den Tee beiseite, als eine neue Welle Schmerz gegen sie anbrandete. Wollte nach Lukas' Händen fassen, ihm irgendwie Trost spenden. Doch genau in diesem Moment wandte er sich von ihr ab, und Nerina zog hastig die schon halb ausgestreckte Hand zurück.
Da hielt er ihr ein Bild hin, und Nerina nahm es unbeholfen entgegen.
„Tut mir Leid.“
Die Züge der jungen Frau auf dem Holobild verschwammen vor ihren Augen. Sie zwinkerte heftig, blickte zu Lukas auf. Sein trauriges Lächeln machte alles nur noch schlimmer.
„Es tut mir so Leid!“
Sie richtete sich abrupt auf, die Decke glitt von ihren Schultern, und Nerina sprang regelrecht vom Bett auf.
„Tut mir Leid!“, stieß sie hervor, währen sie ziellos zwischen Lukas' Möbeln umher irrte, „Ich muss nur... Ich brauche... einen Moment... Tut mir Leid.“
Sie wisperte die drei Worte wieder und wieder, bis sie Teil ihres Atems, Teil ihrer Selbst zu sein schienen.
Nerina merkte, dass sie noch immer das Holobild in der Hand hielt, und legte es behutsam auf den Tisch zurück.
Mit einem schweren Seufzen beugte sie sich vornüber, die Hände am Tisch abgestützt, den Kopf zwischen die Schultern gezogen.
Sie starrte das Bild an. Hilflos. Traurig. Und, ja, auch wütend.
Warum mussten manche Dinge nur so beschissen schwer sein? Wie sollte sie denn Lukas JETZT erzählen, dass Mark gar nicht tot war?
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:46
Seine Erzählung hatte Nerina spürbar aufgewühlt und offenbar machte sie sich Vorwürfe, die Erinnerungen und Emotionen bei ihm geweckt zu haben. Überhaupt schien sie in einer Stimmung zu sein, sich selbst Vorwürfe zu machen.
„Hey!“, unterbrach er sie deshalb, stand auf und griff nach ihrer Schultern, um sie aus ihrer jämmerlichen Position zu befreien und umzudrehen. „Schon ist Ordnung. Es ist lange her, lang genug, und ich sollte das schon längst und besser überwunden haben. Und Sie müssen sich für nichts entschuldigen, ich war gerade als Sie kamen ohnehin innerlich mit Corinna beschäftigt.“ ‚Und mit Liz’, fügte er in Gedanken hinzu, aber das wollte er jetzt nicht auch noch ansprechen, jetzt war erstmal Nerina dran. Er führte die junge Frau zurück zum Bett und hieß sie, wieder Platz zu nehmen, auch er nahm wieder die vorherige Position ein.
„Reden Sie weiter. Irgendwie scheint die Geschichte mit seinem Absturz ja nicht zu Ende gewesen zu sein – was ist passiert?“
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:46
Nerina brachte ein wackliges Lächeln zustande. So vieles tat ihr Leid. Dass Lukas Corinna verloren hatte, und nun auch Liz. Dass sie mit ihren persönlichen Problemen einfach da hinein geplatzt war. Dass sie sich nicht besser im Griff hatte, und Grafs Geduld mehr auf die Probe stellte, als sie befürchtet hatte. Doch er zeigte sich verständnisvoll, und dafür war Nerina ihm dankbarer, als sie hätte sagen können.
„Ich bin etwas... nein, ziemlich mit den Nerven runter, seit...“
Nerina lachte kurz und trocken, beim Gedanken daran wie Fermat sie vor kurzem gesund geschrieben hatte. Mit der Auflage, es „langsam angehen“ zu lassen.
Sie griff nach ihrem Glas und leerte es mit mehreren, langsamen Schlucken, und Lukas schenkte ihr nach.
„Es war einfach alles zu viel. Die Sache mit Mark, dass ich infiziert war und unter Quarantäne stand...“
Nerina schüttelte sich unwillkürlich, und ihr Tee war gefährlich nahe daran, überzuschwappen.
„Ich hasse es, eingesperrt zu sein, das tat sein übriges dazu. Es ging mir... nun, nicht gut, wie Sie sich wohl vorstellen können. Meine Kräfte sind an meine Gefühle gekoppelt. An negative Gefühle, und von denen hatte ich genug. Da hat es angefangen.“
Nerina biss sich auf die Lippen.
„Vielleicht sollte ich sagen, wieder angefangen. Ich hatte schon früher Probleme damit. Aber ich dachte, ich hätte es einigermaßen im Griff. Ich hätte gewisse Grenzen gesetzt, was Häufigkeit und Heftigkeit meiner Anfälle angeht. Das Kampftraining hat mir dabei sehr geholfen.“
Nerina grinste schief.
„Ich schätze, deshalb bin ich bei der Sicherheit. Ich ziehe Nutzen aus einer Notwendigkeit.“
Sie hatte sich auch für Wissenschaft interessiert, besonders Xenologie, was angesichts ihres Hintergrunds wohl kaum überraschte. Doch sie war zu rastlos, zu unausgeglichen für die Wissenschaftsabteilung. Die Sicherheit, das häufige körperliche Training, hatte ihr den Ausgleich geboten, den sie brauchte.
Wieder schwieg Nerina einen Moment, versuchte an das vorher gesagte anzuknüpfen.
„Ich wollte nicht mit Counselor Benton sprechen, vor allem anfangs nicht. Von Psychologie hab ich die Schnauze voll.“
In ihrer Kindheit, als ihre Kräfte sich zu zeigen begannen, hatte sie regelmäßig den Schulcounselor besuchen müssen, und später einen privaten Therapeuten. Aber genützt hatte das nichts, sie war schließlich doch der Schule verwiesen worden.
„Ich hab meine Gefühle in mich rein gefressen, und je mehr sich da drin angestaut hat“, sie legte die Hand auf ihre Brust, „desto gefährlicher wurde ich. Ich war dienstuntauglich. Ich hatte Angst vor mir selber.“
Nerina stellte den Tee beiseite, um die Hände ineinander verschränken zu können und so das Zittern zu unterdrücken.
„Irgendwie weiß ja keiner, wie man das kontrollieren soll. Deshalb haben sie versucht, es zu unterdrücken, so wie ich. Mit Medikamenten. Dem Stirnreif. Der Quartierverkleidung. Aber alles kommt irgendwann mal hoch.“
Vielleicht zum ersten Mal während dieses Gesprächs suchte Nerina Lukas' Blick um ihn festzuhalten. Es lag eine Entschlossenheit in ihrem Blick, derer sie sich nicht bewusst war.
„Ich habe das Holodeck praktisch in die Luft gejagt“, sagte sie. Die Worte kamen ruhig und gefasst aus ihrem Mund. Eine Feststellung, nicht mehr und nicht weniger.
„Es wurde niemand verletzt, mit Ausnahme von Firewall. Er...“
Nun senkte sie doch wieder den Blick, und auch die Stimme. „Ihm wollte ich wehtun. Ich hatte es mir nur nie erlaubt.“
Sie fühlte die Röte ihre Wangen und ihren Nacken hinaufkriechen.
„Davor hatte ich immer Angst. Schaden anzurichten. Jemandem weh zu tun. Das kann ich, wissen Sie? Wenn ich will..."
Nerina räusperte sich. Sie nahm einen Schluck Tee, um einen Moment zu gewinnen, in dem sie gar nichts sagen musste. Nur der Gedanke, dass es eigentlich kaum noch schlimmer werden könnte, gab ihr die Kraft, weiter zu sprechen.
"Als ich meine Kräfte entdeckt habe, hab ich einem Jungen damit die Nase gebrochen. Weil er mich Wechselbalg genannt hat. Die Wesen aus der Mythologie, nicht die Gründer. Ich... wollte ihn schlagen“, gestand sie, leise und beschämt. „Ich wollte, dass er aufhört.“
Wieder schwieg Nerina, ihre Gedanken wanderten zu jenem lange vergangenen Tag zurück. Bran war im Grunde kein übler Kerl gewesen, nur manchmal entsetzlich nervig.
„Es ist doch ein Unterschied, ob man nur daran denkt, jemanden zu schlagen, oder ob man es auch wirklich tut“, versuchte sie sich zu verteidigen. Sie suchte Bestätigung in seinem Blick. Ihre Stimme wurde heftig, leidenschaftlich. „Und das sollte verdammt noch mal MEINE Entscheidung sein! Es sollte nicht einfach passieren, nur weil ich wütend bin.“
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:47
Lukas saß einfach nur da und ließ die aufgestauten Emotionen aus Nerina heraussprudeln. Manchmal, das wusste er aus eigener Erfahrung, musste man selbst manche Sachen einfach für sich selbst aussprechen, indem man sie einem Vertrauten erzählte. Ein wenig freute sich Lukas, dass Nerina ihn gewählt hatte. Irgendwie war es ein Unterschied, ob man es freiwillig einem Freund erzählte oder in einer Therapiesitzung, wo es von einem erwartet wurde und irgendeine Therapie oder Diagnose an die Erzählung gekoppelt war. Auf der U.S.S. Berlin hatte er Leska sein Leid unzählige Male ganz ähnlich geklagt und sie hatten gemeinsam um Corinna geweint.
Einen Moment lag waren seine eigenen Gedanken auf Wanderschaft gegangen, doch Nerinas Stimme zog wieder seine Aufmerksamkeit auf sich, als ihre Stimme fester, aggressiver wurde und sie von dem Erlebnis auf dem Holodeck berichtete. Er hielt ihrem Blick stand, als sie ihn funkelnd auf ihn richtete, und spürte ihre Energie. In diesen Augen loderte eine Leidenschaft, die beinahe spürbar war – doch dahinter meinte er auch ein kleines, verunsichertes Mädchen zu sehen.
„Ich erinnere mich. Da haben Sie ganz schön für Kleinholz gesorgt“, warf er ein und lächelte leicht. „Aber ich kann jeden verstehen, der von Firewall zur Weißglut gebracht wird. Der Mann hat irgendwie etwas unwirkliches an sich, was das letzte aus einem herausholt…“ Dann hörte er weiter zu, und erst als Nerina schwieg, überlegte er, was er dazu sagen wollte.
„Nun“, begann er zögerlich. „Es sind beeindruckende Fähigkeiten, die Sie da haben, und es fällt uns mit unseren technischen Mitteln schwer, sie zu erforschen oder zu erklären. Das kann einem Angst machen. Aber Sie müssen diese Fähigkeiten annehmen. Sie sind ein Teil von Ihnen. Sie kämpfen dagegen an. Und damit meine ich nicht, dass Sie sich zusammenreißen. Könnte es sein, dass Sie versuchen, diese Kräfte zu unterdrücken, weil Sie mit diesem Teil von sich nicht klarkommen und sie selbst am liebsten vergessen würden? Vielleicht ist der Schlüssel zur Beherrschung, sie zuallererst zu akzeptieren, als einen Teil von Ihnen, der Sie besonders, einmalig macht. Ich sehe, Sie tragen den Stirnreif nicht. Der steht Ihnen zwar ausgesprochen gut, aber vielleicht ist es trotzdem eine gute Idee, ihn weniger oft zu tragen.“ Er lächelte sie wieder an und suchte in ihrem Gesicht nach einer Reaktion auf seine Worte.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:47
Nerina zwinkerte perplex. War das gerade ein Kompliment? Was Nerina wirklich überraschte war, dass Lukas ihr von dem Stirnreif abriet. Aber dass er auch noch sagte, das Ding würde ihr stehen... Ungebeten, unerwünscht drängte ein belustigtes Glucksen, mehr schon ein Kichern, nach draußen.
Der Stirnreif... Lona hatte er schon immer gefallen, und Nerina hatte die Bemerkung, dass er ihr stehe, stets mehr als Beleidigung denn als Kompliment aufgefasst. Weil sie beim Blick in den Spiegel keinen silbernen Reif auf ihrer Stirn sah, sondern ein Warnzeichen. Einen Makel.
Dieser blöde Stirnreif... ja, wenn sie den nicht vergessen hätte, säße sie jetzt wohl nicht hier. Würde nicht mit Lukas sprechen, und dabei tat das so gut.
Nerina konnte nicht anders, sie prustete und schnaubte, das Kichern wuchs heran, bis sie beinah Tränen lachte.
Irgendwie konnte sie Lona gar nicht mehr böse sein, dass sie so lang brauchte, den Stirnreif zurückzubringen. Eigentlich wollte sie ihn ja gar nicht. Wollte einfach nur sie selbst sein, Kräfte inklusive.
Und die vermittelten ihr gerade, dass Lukas von ihrem plötzlichen, unerklärlichen Lachanfall überrumpelt war, kein Verständnis dafür aufbringen konnte – oder wollte.
„Emotional instabil“, glaubte sie MacCullums Worte zu hören, und das schien ziemlich gut zu umschreiben, wie Lukas sie in diesem Moment sah. Das reichte, um ihr einen Dämpfer zu versetzen, der Lachanfall verebbte.
„Entschuldigung“, ächzte Nerina, nach Luft schnappend. Sie unterdrückte das Verlangen, sich die stechenden Seiten zu reiben.
„Ich lache nicht ihretwegen... Sie haben ja Recht.“
Sie lächelte Graf zögerlich an. Was immer er davon halten mochte, das Lachen hatte gut getan. Nicht mehr alles so ernst zu sehen... Sie konnte plötzlich mit Abstand – nein, das war das falsche Wort. Aber etwas unbeschwerter über ihre Probleme sprechen.
„Sie haben Recht.“ Nerina lächelte Graf an.
„Ich hab das nie wirklich akzeptiert. Zum Teil wohl auch, weil ich unter Menschen aufgewachsen bin, und einfach 'normal' sein wollte. Ich wollte nicht 'besonders' sein, weil das auch anders zu sein heißt.“
Vielleicht hatte sie sich auch deshalb auf der Akademie zu den Austausch-Kadetten von Qo'noS hingezogen gefühlt. Sie hatten eine kleine Gruppe innerhalb der Akademie gebildet, die auch anders war. Natürlich waren auf der Akademie nicht nur Menschen, sondern verschiedenste Spezies vertreten gewesen. Aber die Klingonen stachen aus all dem doch deutlich hervor.
„Wenn ich Raufereien mit anderen Kindern angefangen hab, dann zum Teil auch deshalb, damit meine Kräfte mir nicht zuvor kamen. Aber lieber hab ich die anderen generell gemieden, durch meine Empathie hab ich ja alles, was ich ausgeteilt hab, auch selbst einstecken müssen.“
Nerina kaute auf ihrer Unterlippe herum, wie eine nachträgliche Erkenntnis setzte sie hinzu: „Ich glaube fast, ich hab mit dem Kampfsport angefangen, um jemandem auf normalem Weg die Nase brechen zu können. Wenn ich gewollt hätte.“
Nerina seufzte leise.
„Ich wollte keine Kräfte. Ich hab das alles gewissermaßen verweigert – nicht nur die Telekinese. Auch die Telepathie und die Empathie. Ich hab gelernt, mich dahingehend abzuschotten. Aber in letzter Zeit – schon eine ganze Weile, noch ehe ich auf die Hazard kam – bin ich nachlässig geworden.“
Sie nickte, wie um sich selbst zu bestätigen.
„Ich hab mich inzwischen daran gewöhnt. Ohne es zu merken. Und jetzt fehlt es mir. Wenn ich den Stirnreif tragen muss... ich hab das Gefühl, dass diese Blockade meiner Empathie meine Sichtweise beeinträchtigt, meine Entscheidungen. Ich kann Personen und Situationen nicht mehr so gut einschätzen, wie ich es vorher konnte. Ich habe meine Kräfte während diese Mission öfter aktiv eingesetzt als...“
Nein, sie konnte sich nicht erinnern, innerhalb eines kurzen Zeitraums so oft ihre Telepathie benutzt zu haben, noch unter derartigen Bedingungen.
„Ich bin Risiken in Bezug auf meine Kräfte eingegangen, die ich bisher nicht kannte, die vielleicht unnötig waren. Die ich nicht richtig einschätzen konnte. Etwas fehlt ohne meine Empathie. Das hab ich besonders gemerkt, als...“
'Moment', unterbrach sie sich selbst. Da fehlte ein Stück. Sie konnte nicht jetzt zu Mark springen, nicht ohne zumindest zu versuchen, es zu erklären.
„Ich habe meine Kräfte schon seit Jahren. Und trotzdem lerne ich immer wieder neues über sie. An jenem Tag auf dem Holodeck... Firewall hat mir sozusagen eine Lektion erteilt, hat mir einen neuen Aspekt offenbart, den ich zuvor nicht für möglich gehalten hätte. Und an dem Tag sagte er mir auch, dass Mark am Leben sei.“
Sie lachte nervös.
„Verstehen Sie mich nicht falsch, er war tot. Die Ärzte haben das bestätigt. Die Joklotten haben irgend etwas mit ihm gemacht... sie haben ihn zurück gebracht. Aber nicht für mich.“
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:47
Lukas war von Nerinas Stimmungswechseln etwas überfordert – Tränen der Trauer und der Freude schienen sich unkontrolliert abzuwechseln, oder war da auch Hysterie dabei? Er schüttelte innerlich den Kopf bei dem ihm unverständlichen Ausbruch von Heiterkeit und Albernheit, doch dieser hielt nicht lange an, und der Chefingenieur merkte, dass die junge Frau nur die Nervosität wegen des eigentlichen Themas aufschieben oder verbergen wollte – die Auferstehung ihres, nun, Freundes, Partners, Geliebten, was auch immer er für sie gewesen sein mochte. Doch es half nichts, sie musste(n) da jetzt durch.
„Was ist passiert?“, fragte er deshalb nur leise.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:48
„Wenn ich das nur wüsste. Wir haben uns so furchtbar gestritten. Wegen meiner Kräfte, und seiner Auferstehung und...“
Nerina räusperte sich hinter vorgehaltener Hand, ihre Stimme klang etwas belegt.
„Sein Tod hat ihn verändert. Und mich auch.“
Vielleicht hatten sie sich nicht richtig gekannt. Reichten zwei Wochen denn überhaupt, um jemanden kennen zu lernen? Vielleicht hatten sie während der sechs Wochen, die sie getrennt voneinander gewesen waren – immerhin mehr Zeit, als sie überhaupt zusammen gehabt hatten! - eine Erinnerung, eine Idee von der Liebe glorifiziert, mit der die Wirklichkeit dann einfach nicht mehr mithalten konnte. Vielleicht war ihre Liebe nicht tief genug gewesen, mehr Verliebtheit als Liebe. Vielleicht doch, und die Veränderungen in ihrer beider Leben waren zu tief gegangen. Vielleicht war einfach nicht genug Zeit geblieben, nach dem Streit wieder einen klaren Kopf zu bekommen und sich auszusöhnen.
Vielleicht... viel zu viel vielleicht. Es gab nur eines, was Nerina mit Sicherheit wusste.
„Er war wieder da. Aber... aber für mich war er nicht da.“
Nerina fasste sich an die Brust, wusste nicht recht, ob sie auf ihren Kopf oder ihr Herz deuten sollte, weil sie die empathischen Emanationen an der einen Stelle empfing, aber an der anderen fühlte. Sie klopfte mit den Fingerspitzen gegen ihre Schläfe, wo sonst der Stirnreif anlag. Klopfte dreimal heftig dagegen, während sie sprach, als wolle sie die Gedanken aus ihrem Kopf heraustreiben.
„Er war hier nicht da. Er war gar nicht richtig da, weil ich... ich konnte ihn sehen, und anfassen, und mit ihm sprechen, aber...“
Ihr Hals wurde eng, ihre Brust wurde eng, hielt die Worte gefangen.
Bilder von Mark schwammen in ihrem Kopf herum. Bilder von ihrem Wiedersehen, von dem kleinen Teich auf Ulas, wohin sie sich zurückgezogen hatten. Auch da hatten ihre Gefühle zwischen glücklich und unglücklich sein geschwankt. Sie wusste noch so gut, wie unecht ihr das alles vorgekommen war. Wie eine Holodecksimulation.
„Wie eine Holodecksimulation“, wiederholte Nerina den Gedanken, nicht laut, nur flüsternd. Sie sah auf, Tränen in den Augen.
„Ich konnte ihn nicht fühlen!“, brach es aus ihr heraus. „Wie eine Holofigur. Ich konnte nichts fühlen, er war gar nicht richtig da. Er war nicht mehr echt für mich.“
Vielleicht war es niemals echt gewesen, rumorte es in ihrem Kopf. Vielleicht hast du nur seine Gefühle widergespiegelt, und konntest es nicht mehr, als du von deiner Empathie abgeschnitten warst. Aber diesen Gedanken wollte sie nicht aussprechen, wollte ihn nicht einmal denken.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:49
Lukas nickte und schwieg erst einmal. Er glaubte, sich die Situation ungefähr vorstellen zu können. Da verlor man plötzlich und nach viel zu kurzer Zeit einen Menschen, den man zu lieben glaubt, ohne zu dem Zeitpunkt zu wissen, wie ernst und tief diese Liebe wirklich war. War es nicht mit Liz genauso? Hätte ihre Beziehung eine Zukunft gehabt, oder war es nur eine Liebelei gewesen, eine heiße Affäre, deren Beendigung nicht nur im Interesse des Schiffes, sondern auch ihrer selbst gewesen wäre? Eine Affäre, die irgendwie auf die merkwürdigen, anregenden Umwelteinflüsse auf Ulas und Alkohol zurückzuführen war? Oder eben doch wieder nicht? Diese Fragen bedrängten ihn seit Trefoils Tod, und umso mehr seit der Beerdigung. Er fühlte sich leer, ohne genau zu wissen, was er verloren hatte. Er hatte viele Fragen – doch Nerinas Beispiel zeigte, dass es nicht zwangsläufig ein Happy-End bedeuteten musste, wenn man die Gelegenheit bekam, diese auch zu stellen.
„Vielleicht hat es nicht einmal was mit Empathie zu tun“, murmelte er, mehr zu sich selbst, den Blick immer noch auf den Boden gerichtet. Nach einigen weiteren Sekunden des Schweigens fühlte er Nerinas fragenden Blick auf sich. Er zwang sich zu einem leichten Lächeln und setzte zu einer Erklärung an.
„Ich glaube, ich verstehe Sie. Sie haben Bassett geliebt. Aber noch während diese Liebe sich entwickelt hat, war er weg. Und nicht durchgebrannt oder so – da geht man emotional anders mit um und verrennt sich nicht darein, Gefühle zu idealisieren und zu überhöhen – sondern gestorben. Sie wussten nicht, wie sehr Sie ihn geliebt hatten, welche Zukunft Sie verloren hatten.“ Er schwieg wieder für einen Moment. „So ähnlich war es bei Liz auch. Ich hatte mich auf der Hazard beworben, um neu anzufangen, um endlich über die Frau hinwegzukommen, die ich verloren hatte. Und endlich glaubte ich in Liz vielleicht die Person gefunden zu haben. Zumindest war die Affäre – ich weiß nicht, ob es mehr war, und werde es nie erfahren – es war trotzdem ein gutes Zeichen, weil ich nichtmals Affären hatte seit Corinna… Nun werde ich nicht erfahren, was es war und was es hätte sein können…“ Er verstummte plötzlich und sinnierte einige Momente lang, dann frage er: „War er sogar so etwas wie Ihre erste Liebe?“ Er blickte auf, um in ihrem Gesicht eine Bestätigung zu finden, und erschrak beinahe ob ihrer Offenheit – ihre tiefblauen Augen waren weit geöffnet und als ihre Blickte sich trafen, war ihm, als würde er in ihr Innerstes blicken. Jeder Schutz, den man im Alltag um sich herum trug und der bei Nerina immer besonders ausgeprägt war, ja sogar durch den Stirnreif wie eine Rüstung verstärkt wurde, war verschwunden. Ihn blickte aus diesen Augen, die sich langsam mit Tränen füllten, ein junges Mädchen an, das seine erste Liebe verloren hatte. Vielleicht war es irgendwie wirklich so einfach. Nur dass es dadurch verkompliziert wurde, dass sie nicht einfach sitzen gelassen worden war…
Er brach den Blickkontakt mit Gewalt, bevor er dem Drang nachgeben konnte, etwas törichtes zu sagen oder zu tun, und blickte wieder zu Boden.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:49
Nerina legte leicht den Kopf schief, als Lukas sagte, es müsse nicht mit ihrer Empathie zu tun haben. Sie studierte sein Gesicht und seine Gefühle, während er sprach. Spürte, dass er mit seinen Worten zumindest einen Teil der Wahrheit erfasste, und selbst ähnlich empfand. Aber er hatte ihre Empathie, ihr Dilemma aufgrund ihrer Kräfte abgetan.
Er war kein Empath, konnte wohl einfach nicht nachvollziehen, wie das war. Aber sie wollte ihm so gern glauben. Weil es bedeuten würde, dass sie nichts falsch gemacht hatte... dass nichts an ihr falsch war, und die Beziehung nicht deshalb gescheitert war. Denn so hatte es sich angefühlt. Als hätte ihr persönliches Scheitern, an ihren Kräften und ihrer Kraft, das ihr den Stirnreif aufgezwungen hatte, auch zum Scheitern der Beziehung geführt.
Sie wollte glauben, dass es nicht so war. Dass Mark sie geliebt hatte, und es nicht ihr Fehler war, wenn er es nicht mehr tat. Dass sie das ganze nicht hätte verhindern können, selbst wenn sie ihre Kräfte akzeptiert und im Griff gehabt hätte.
Sie wollte daran glauben, wollte nicht erneut den Fehler in sich selbst und ihren Kräften suchen, weil sie so niemals zur Ruhe kommen würde.
Aber das alles konnte sie Graf nicht sagen. Sie hatte schon so viel preisgegeben, hatte sich verwundbar gezeigt. Nun hatte sie beinahe Angst vor ihrem eigenen Mut – oder war es Dummheit gewesen? – der sie dazu gebracht hatte.
So saß sie nur stumm da, kämpfte mit den Tränen, und sah ihn an. Sog seine Worte und sein nachdenkliches Gesicht in sich auf, während er erzählte, und schließlich verstummte.
Nicht erfahren, was es war und was es hätte sein können... diese letzten Worte trafen Nerina wie ein Pfeil ins Herz. Weil sie wirklich nicht wusste, was es gewesen war, auch wenn sie ihm das nicht gesagt hatte. Vielleicht niemals laut sagen würde, nicht einmal vor sich selbst.
Der Schmerz saß in ihrer Brust, kroch den Hals hinauf, kribbelte in der Nase, brannte in den Augen.
„War er sogar so etwas wie Ihre erste Liebe?“, traf sie die Frage, nach seinem Schweigen und der vorangegangenen Erzählung, völlig unvorbereitet.
Er sah sie an, und es war keine Zeit geblieben, sich zu sammeln. Haltung anzunehmen. Die Tränen wegzublinzeln, die in ihren Wimpern hingen.
Plötzlich fühlte sie sich als würde sie in der Falle sitzen. Und sie war auch noch freiwillig hinein spaziert. Am liebsten wäre sie aufgesprungen und geflüchtet.
Aber Flucht wäre ein erneutes Zeichen von Schwäche. So hielt sie seinem Blick irgendwie stand, solange er anhielt. Als er sie freigab, stand sie mit einem Ruck vom Bett auf. Sie hatte gefühlt, dass er sich dazu hatte zwingen müssen, als hätte dieser kurze Augenkontakt auch ihn überwältigt und gefangen genommen. Und sie war dankbar dafür, dass er die Kraft gefunden hatte, weg zu sehen, weil sie ihr selbst gefehlt hatte.
Das bot ihr die Chance, ihm nun den Rücken zu kehren, den Tee beiseite und sich ans Fenster zu stellen. Wenn man schon sein Gesicht verbergen wollte, war es besser, gerade zu stehen, den Kopf erhoben, und so tun zu können als würde man aus dem Fenster sehen, auch wenn man in Wirklichkeit gar nicht wahrnahm, was da draußen vorging.
Allemal besser, als in sich zusammengesunken auf dem Bett zu sitzen, den Kopf zwischen die Schultern gezogen, im Versuch sich möglichst klein zu machen, als könne der Schmerz einen dann nicht finden, und den Blick auf den Boden geheftet. Ein jämmerlicher Anblick.
Zu stehen, sich zu voller Größe aufzurichten, gab ihr das Gefühl, den Anschein, dass es ihr irgendwie gelang, ihre Fassung zu wahren.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:50
„Dann ist es besonders schlimm“, sagte Lukas leise. Er bekam mit, wie der enge Blickkontakt auch Nerina aufgewühlt hatte und schwieg wieder für einige Sekunden. „Und dann taucht er plötzlich auf und ist am Leben, gerade als Sie seinen Tod akzeptiert hatten, und das stellt alles in Frage. Freude, Hoffnung, Liebe – alles ist plötzlich wieder da und vollkommen durcheinander. Und dann die Erkenntnis, dass es irgendwie nicht passt – warum auch immer. Vielleicht hätten Sie das in derselben Zeit auch gemerkt, wenn er nicht gestorben wäre, und es wäre bei weitem nicht so schlimm gewesen, oder es war der ‚Tod’, der ihn so verändert hat – wer kann das noch sagen. Man braucht kein Empath zu sein, um mit einer solchen Situation überfordert zu sein. Wenn dann noch dazu kommt, dass der betreffende offenbar tatsächlich Persönlichkeitsveränderungen erlitten hat…“ Lukas verstummte, auch weil er die Einzelheiten nicht kannte – er wusste nur, dass der für tot gehaltene Bassett auf Ulas gefunden worden war und an Bord unter Hausarrest in seinem Quartier gestanden hatte, bevor er in eine psychiatrische Einrichtung überwiesen worden war…
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:50
„Dann ist es besonders schlimm“, hörte sie ihn sagen, beinahe, als hätte er aus ihrem Kopf gepickt, wie sie in diesem Moment fühlte.
Es war wunderbar und es war schrecklich zugleich. Ihr Herz jagte in der Brust, und es lag beinahe etwas wie Magie, wie ein hypnotischer Zwang in seinen Worten.
Jetzt, wo sie so weit gekommen war, hatte eine Art lähmende Panik sie überfallen, weil sie sich so offen gelegt hatte - deshalb hatte sie sich wohl auch in der Gegenwart anderer Telepathen stets unwohl gefühlt, weil sie stets davor zurück gescheut war, dass jemand einen Blick in ihr Inneres warf, samt ihren Schwächen.
Was sie jedoch faszinierte, bezauberte, und auf andere, schönere, irgendwie aufregende Weise hier festhielt, war dass Lukas aus Erfahrung sprach. Dass er seine Erfahrungen mit ihr teilte, und wie sie auch einen Teil seiner Vergangenheit und Gefühle bloßlegte.
So hatte sie sich noch nie mit jemandem unterhalten.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:50
Nerina schwieg nach seiner Rede, stand nur am Fenster und drehte ihm den Rücken zu, blinzelte Tränen fort und blickte zu Boden. Lukas war unschlüssig, was er tun sollte. Seine Gedanken kreisten wieder zurück zu Corinna und Liz.
„Wissen Sie“, begann er unvermittelt, stand ebenfalls auf und trat neben sie, „ich wusste genau, was ich an Corinna hatte, und deshalb habe ich um sie lange getrauert. Ich wusste, was ich verloren hatte und wie glücklich ich war.“ Er suchte wieder ihren Blick und verzog den Mund zu einem leichten Lächeln, weichgezeichnet von den warmen, wunderbaren Erinnerungen an seine Gefährtin, doch etwas zynisch ob der bitteren Erkenntnis. „Und jetzt, bei Liz, weiß ich nicht einmal, was ich verloren habe – meine zweite Chance? Oder nur eine Tändelei, deren Unvollkommenheit und Bedeutungslosigkeit ich bald erkannt hätte? Diesmal wird mir nichts anderes übrig bleiben, als um das zu trauern, was hätte sein können, und ich bin nicht sicher, ob ich Liz’ Andenken damit nicht Unrecht tue…“ Er sah auf und zog eine Braue hoch. „Verstehen Sie, was ich meine?“
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:51
„Ich glaube schon.“
Nerina wischte sich rasch die Augen, starrte zu Boden. Sie glaubte nicht, dass er ihre Trauer um Mark herabsetzte, oder seine um Liz. Aufgrund der kurzen Zeitspanne gab es einfach weniger Erinnerungen, weniger gemeinsame Zeit zu betrauern. Und egal, wie lange es dauerte, irgendwann würde die Trauer... verschwinden? Nein, so einfach war es wohl nicht. Vielleicht hob sie noch von Zeit zu Zeit ihr Haupt, um einem die verlorene Person ins Gedächtnis zu rufen. Aber sie würde nach und nach verblassen. Man konnte sie nicht ersetzen. Aber man war fähig, mehr als eine Person zu lieben.
Nerina kaute auf der Unterlippe herum, unsicher, ob und wie sie ihre Gedanken in Worte fassen sollte. Aber es ließ ihr keine Ruhe.
„Ihre zweite Chance, sagten Sie.“
Nerina sah auf, nachdenklich musterte sie Graf. „Sie sagen das fast so, als könnte man nur einmal lieben. Ein zweites Mal, wenn man Glück hat.“
Vielleicht hatte sie die unterschwellige Bitterkeit falsch interpretiert.
„Sie glauben nicht, ihre Chance verpasst zu haben...?“, verloren sich ihre Worte nach und nach, als ihre Unsicherheit wieder zunahm.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:51
Lukas lächelte. „Nein, so zynisch bin ich gar nicht. Ich weiß nur, was ich mit Corinna hatte und kann mir nicht vorstellen, glücklicher zu sein. Das ist das Ideal, das ich vor Augen habe, wenn ich an eine Beziehung denke. Vielleicht geht es ja sogar noch besser, schöner, vertrauter – ich weiß es nicht. Nur mit weniger werde ich mich nicht zufrieden geben. Aber es ist sicherlich schwierig, einen Menschen zu finden, den man so bedingungslos lieben, dem man grenzenlos vertrauen kann und vor dem man sich niemals zusammennehmen muss – und der dann auch noch einem selbst dieselben Gefühle entgegen bringt. Das Universum ist groß, aber trotzdem kann man da, denke ich, im Zweifelsfall lange suchen.“ Er sah ihr freundlich in die Augen und versuchte ihren Gesichtsausdruck zu deuten – hatte sie ihn diesmal verstanden?
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:51
Nerina lächelte, auch wenn ihre Augen dabei traurig blieben. Was Graf da beschrieb, klang schön, fast zu schön um wahr zu sein. Und es führte ihr vor Augen, dass genau das bei Mark und ihr nicht der Fall gewesen war. Er hatte nie viel von sich selbst erzählen wollen, vor allem nicht von früher. Aber in der Hinsicht hatte sie ja auch eine gekürzte, man konnte fast schon sagen geschönte Version ihrer selbst präsentiert. Nun, mit manchen Dingen rückte man halt auch nicht beim ersten Date heraus.
Rückblickend jedoch wurde ihr klar, dass sie Lukas Graf in einem einzigen Gespräch mehr (teils unangenehme) Details aus ihrer Vergangenheit erzählt hatte, als Mark während ihres ganzen Zusammenseins je erfahren hatte. Er hatte sie im Grunde gar nicht gekannt. Nicht richtig. Er wusste nicht einmal, woher sie ihre Narbe hatte. Und seine eigene Narbe hatte er abgetan, als sei sie ohne Bedeutung. Vielleicht war sie das für ihn ja auch, wobei sie sich fragte, warum er sie dann nicht hatte entfernen lassen.
Von grenzenlosem Vertrauen war sie weit entfernt gewesen. Nerina fragte sich, ob sie so etwas je finden würde. Vielleicht war sie noch nicht reif für eine derartige Beziehung, und musste erst mehr mit sich selbst im reinen sein. Mehr auf sich selbst vertrauen, ehe sie auch jemand anders so vertrauen konnte.
Einen Moment lang fragte sie sich, was wohl wahrscheinlicher wäre: dass sie einen Menschen fand, wie Graf ihn eben beschrieben hatte, oder dass es ihr gelang, ihre Herkunft zu klären, herauszufinden, woher sie stammte.
„Das Universum ist groß“, wiederholte Nerina, mit gemischten Gefühlen – einerseits die Fülle von Möglichkeiten, die sich einem bot, andererseits die Suche nach der Nadel im Heuhaufen...
Ihr Lächeln nahm an Wärme zu, und ging tiefer als das vorige.
„Aber wir haben Zeit.“
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:52
Lukas freute sich, dass Nerina aus ihrer sehr dunklen Stimmung herauszukommen schien. Ob das kurze Gespräch gereicht hatte? Sie war doch sehr verzweifelt gewesen, und er war alles andere als ein Wunderheiler – andererseits brauchte es manchmal nur ein geneigtes Ohr, einen ruhigen Zuhörer, der, ohne zu urteilen, vielleicht einen anderen Blickwinkel ansprach. Und auch ihm hatte es irgendwie gutgetan, mit den düsteren Gedanken der Trauer und Unschlüssigkeit nicht ganz allein zu sein. Manche Gedanken mussten einmal ausgesprochen werden, um sie loszuwerden, um sie selbst verarbeiten zu können.
„Das haben wir“, antwortete er nickend, und aus einem plötzlichen Impuls heraus griff er nach ihrer zarten, feingliedrigen Hand.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:52
Es war keine Dummheit gewesen. Es war genau das, was sie wollte. Sie hatte nur Angst gehabt, danach zu suchen und auf nichts zu stoßen.
Nerina blickte hinunter, auf ihre linke Hand, die seine rechte berührte, und dann wieder auf, in Lukas' Gesicht. Wir war gut. Wir war etwas, das ihr Halt gab, ohne eine klare Definition zu brauchen.
Sie sagte nichts, weil Worte jetzt unzulänglich, ja, beinah überflüssig schienen.
Sie hatte sich ihm zugewandt, hielt den Kopf nun aber wieder leicht gesenkt, wie um einen Blickkontakt wie vorhin zu vermeiden, der in seiner Intensität praktisch greifbar war.
Nerina hob die freie Hand, langsam, zögernd, und legte sie vorsichtig, ein Stück oberhalb des Herzens, auf Lukas' Brust. Sie schloss die Augen, neigte den Kopf noch etwas mehr, um ihr Gesicht zu verbergen. Ihre Haare waren mittlerweile zu kurz, um es vollends zu verstecken, das leichte Lächeln auf ihren Lippen. Noch ein bisschen mehr, ein bisschen näher, und ihre Stirn hätte seine Schulter gestreift. Im Grunde aber berührte sie ihn kaum.
Am liebsten hätte sie die Arme um seinen Hals gelegt, sich an ihn gedrückt und ihr Gesicht dort an seiner Schulter vergraben. Aber sie wollte nicht durch ihren Überschwang die Nähe aufs Spiel setzen, die zwischen ihnen entstanden war, und die ihr noch so neu, so zerbrechlich erschien.
Wollte nicht diese Nähe, die so wichtig war, gegen eine körperliche Nähe tauschen, die sie ihm womöglich aufgezwungen hätte, der Situation unangemessen.
Die Anspannung war aus ihr gewichen. Nerina lauschte mit geschlossenen Augen in sich hinein. Sie fühlte sich wohl. Fühlte sich sicher. Und sie wusste, dass es richtig gewesen war, herzukommen. Auch wenn der Besuch etwas anders verlaufen war als geplant. Es war gut so.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:52
Lukas wusste nicht, was er noch sagen oder tun sollte, und von ihrem irgendwie kindlich-vertrauten oder geschwisterlichen Ausbruch überrascht und überwältigt, legte er seine Hand auf ihre, die sie flach und sanft auf seine Brust gelegt hatte. Sie hatte den Kopf leicht gesenkt und aus einem plötzlichen Impuls heraus beugte er sich leicht vor und küsste sie auf die Stirn knapp unter dem Haaransatz. Er wusste selbst nicht genau, warum, irgendwie schien es, als wäre es in diesem Moment das richtige, obgleich sich Lukas sofort im nachfolgenden Moment erschrocken fragte, ob dem so war.
Doch der Türsummer beendete die Situation, bevor einer von beiden etwas sagen konnte.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 11.01.2010, 12:53
Am liebsten wäre Nerina einfach so stehen geblieben. Ihr war nicht mehr kalt. Als wäre der Eisblock ihrer selbst, den sie in Kestras Geist gesehen hatte, wirklich getaut. Im Nachhinein hatte sie Szene beinah etwas prophetisches. Der Stirnreif war weg. Und Nerina hatte ihren Schutzwall sinken lassen. Sie ließ jemanden ein, in beiderlei Hinsicht: sie gab auch ihre eigenen Gefühle preis, anstatt nur ihre Empathie zuzulassen.
Lukas drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, und für einen Moment fühlte Nerina sich an ihren Vater erinnert. Er hatte sie immer auf den Scheitel geküsst, selbst dann noch, als sie ihn überragte.
Lukas' Schrecken jedoch, der dieser zärtlichen Geste folgte, war wie eine kleine Nadel, die in diese Gefühlsblase aus fast verträumter Zufriedenheit piekste. Der Türsummer ließ sie endgültig platzen.
„Nicht gehen“, war Nerina versucht zu sagen. Doch der Moment war dahin.
Nerina drückte sachte Lukas' Hand, um zu signalisieren, dass alles in Ordnung war. Sie hob den Kopf und lächelte ihn flüchtig an. Ein angedeutetes Nicken Richtung Tür, dann löste sie sich fast widerwillig von ihm.
Der Moment war dahin. Die Verbundenheit war geblieben.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 12:59
Hier kommt dann der Zug http://www.iphpbb.com/board/ftopic-91977728nx33188-104-15.html#1505, damit kann es jetzt weitergehen.
Kestra Kruspe hat folgendes geschrieben:
[color=white]--Flur--
Mit schlechtem Gewissen und eilenden Schritten machte Lona sich wieder zurück ins Casino.
„Hoffentlich ist sie nicht allzu sauer. Oh je und hoffentlich hat ihr das Essen geschmeckt!“
Kurz vor der Tür zum Casino hielt sie inne und erkannte ein kleines Problem. Wenn sie jetzt dort hinein ging, musste sie ihre Gedanken unter Kontrolle halten. Nerina konnte ja schließlich Gedanken lesen und sie wollte die Überraschung nicht verderben. An was sollte sie denken?
„Am besten an nichts, aber das ist ganz schön schwer...hmmm...an einen Mann?“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, sonst denkt sie ja noch, ich würde immer nur an das eine denken. Nein, ich habe noch andere Interessen.“
Sie klopfte überlegend mit dem Reif an ihre Wange. „An was könnte ich denken? Ah ich weiß, an eine neue Cocktail Kreation. Ja das ist gut!“
Sie strafte die Schultern, begann sich eine neue Sorte Cocktail auszudenken. 'Irgendwas mit roten Früchten...ja, Johannisbeeren sind gut...'
--Kasino---
Mit diesen Gedanken betrat sie das Kasino. 'Dekoriert mit Minze und...'
„So, Miss Celei, ich habe Ihren...“ Lona schaute sich um, Nerina glänzte mit Abwesenheit.
„Na toll...!“ Die Enttäuschung war groß. „SO lange war ich denn doch nicht weg, die paar Minuten hätte sie noch warten können.“
Vor sich hin brummelnd ging sie zur Bar, legte den Reif auf den Tresen, schnappte sich einen Lappen, ging zu dem Tisch an dem Nerina gesessen hatte, wischte über den Tisch. Am Boden sah sie noch kleine Reste von einem entflohen Gagh.
„War das Essen so schlecht, dass sie so schnell wie möglich hier verschwinden wollte, ohne auf den Reif zu warten!“
Lona hatte die letzten Spuren beseitigt und kam zu einem Entschluss. Sie hatte den Reif geholt sie würde ihn seiner Besitzerin auch bringen. Sie fragte den Computer wo Nerina sich im Moment aufhielt und die Antworte hätte nicht besser sein können. „Na das ist doch perfekt!“
Sie konnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens konnte sie sofort mit Lukas Graf über die Feier sprechen, wenn sie es schaffte, dass Nerina es nicht mitbekam. Und zweitens konnte sie eventuell etwas tun, das die beiden dazu brachte sich näher zu kommen. Sie schnappte sich ihr Padd und fand Nerinas Nachricht. < Danke fürs Frühstück>
Lonas Lächeln zog sich über das ganze Gesicht.
„Nicht dafür, danke mir für das Nächste was ich dir zaubern werde. Ein Hauptgang geht nicht ohne Nachspeise! Und ich weiß schon was ich machen werde. Ich werde deine betazoidische Seite anregen.“
Lona schaute im Lager nach, ob sie noch genügend Uttabeeren hatte. Sie wollte diesen Nachtisch nicht replizieren sondern mit viel Liebe selbst machen. Vor sich hin summend, buk sie mit den Uttabeeren mehrere sehr lecker aussehende Uttabeerencrêpes. Die übrigen Beeren legte sie liebevoll dekoriert auf ein paar Oskoid Blätter. Da Lona momentan nicht wusste, wie die Laune der Frau war, brühte sie einen Jestral Tee, der sehr gut gegen Unruhe und Stress half.
Das Essen sah sehr lecker aus und hatte vielleicht die Wirkung auf die sie hoffte, dass sie eintrat, nur was sollte sie Lukas zum Trinken servieren? Bier? Nein das passte nicht dazu. Vielleicht war Lukas Graf in der Gegenwart Nerinas etwas nervös? Die Barkeeperin schnippte mit den Fingern. „Bolianisches Tonicwasser, es beruhigt die Nerven!“
Stolz betrachtete sie ihr Werk, aber irgendwas fehlte noch. Sollte wirklich eine romantische Stimmung aufkommen, brauchten sie Früchte. So replizierte sie zusätzlich eine Schüssel mit Alvas, Mobas (beides von Bajor), Weintrauben, Erdbeeren. Lona war fertig, das Tablett würde zwar recht schwer zu tragen sein, aber sie würde es schaffen. Sie steckte den Reif an ihren Gürtel, fragte den Computer noch, wo Lukas Grafs Quartier lag und machte sich zufrieden auf den Weg. Der Tag konnte nicht besser werden.
---Vor Lukas Grafs Quartier
Später stand sie mit schmerzenden Armen vor seinem Quartier, man sah ihr die Anstrengung an, während sie mühsam mit dem Ellenbogen den Türsummer betätigte.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 11.01.2010, 13:17
Der leichte Händedruck Nerinas erleichterte Lukas, sie hatte die zärtliche Geste nicht zurückgewiesen und hoffentlich auch nicht fehlinterpretiert – aber das würde ihr mit ihren telepathischen und empathischen Fähigkeiten vermutlich nicht passieren, nun da sie den Stirnreif nicht trug. Er löste sich von ihr, trotzdem etwas peinlich berührt, der an sich sanfte Ton des Türsummers hatte gleichwohl bei zu plötzlich und zu brutal in die Wirklichkeit zurückgerufen.
Etwas verdattert, aber auch minimal verärgert ließ Graf Nerina daher am Fenster stehen, ging zur Tür und betätigte den Öffner. Draußen stand Lona Mikael, die blonde, etwas quirlige finnische Barkeeperin, mit der er bislang kaum etwas zu tun gehabt hatte – sie war nicht sein Typ und er hatte sich kaum mal länger als nötig im Kasino aufgehalten, geschweige denn mehr als ein „Toast bitte“ oder „Nein, ich esse nur tote Tiere“ mit ihr geredet. Nun stand sie vor seiner Tür, strahlte ihn aus ihren blauen Augen von unten an und hielt ein gewaltiges Tablett mit Obst, Getränken und Crêpes in der Hand, das sie augenscheinlich kaum tragen konnte. ‚Was zum…?’, schoss es ihm durch den Kopf, doch er fing sich.
„Sind Sie der Zimmerservice? Ich kann mich gar nicht erinnern, was bestellt zu haben..?“, brachte er in ironischem Tonfall hervor und zog eine Braue hoch.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Kestra Kruspe - 11.01.2010, 22:47
Um die Situation ein bischen aufzumischen ;-)
Lona
betrifft: Lukas Graf
---Vor dem Quartier---
Das Tablett neigte sich gefährlich zur Seite, fast wäre alles auf den Boden gelandet und die Überraschung wäre nur noch Matsch. Ächzend rückte sie das Tablett wieder zurecht. Die Getränke schwappten über. „Verdammt nochmal!“, fluchte die Barkeeperin. „Wie lange braucht dieser Mann um die Tür zu öffnen?“ Ihre Bürde zitterte bedenklich als sie zum zweiten mal mit dem Ellenbogen klingeln wollte. Endlich öffnete sich die Tür und Lona öffnete den Mund, kam nicht dazu etwas zu sagen. Sie sah es an seinem Gesichtsausdruck. Sie war unerwünscht und sein Satz tat sein Übriges.
<„Sind Sie der Zimmerservice? Ich kann mich gar nicht erinnern, was bestellt zu haben..?“, brachte er in ironischem Tonfall hervor und zog eine Braue hoch.<
Bis jetzt hatte sie nie wirklich was mit ihm zu tun gehabt und ab jetzt wollte sie auch nichts mit mit ihm zu tun haben.
War sie zuvor, als Nerina nicht im Kasino gewartet hatte, nur leicht eingeschnappt gewesen, wurde sie jetzt wirklich sauer. Die ganze Mühe für nichts.
Bei Grafs Laune würde wohl selbst mit Oskoid kaum romantische Stimmung aufkommen, da müsste sie sein Quartier schon in eine Oskoid-Plantage umwandeln um noch was zu retten!
Seine Frage mochte ja berechtigt sein, aber der Tonfall ließ deutlich zu wünschen übrig.
'Wie wäre es denn mit einem: Nett, dass sie sich so viel Mühe gemacht haben. Aber ich kann mich nicht erinnern...', dachte sich Lona. Da würde dem doch auch kein Zacken aus der Krone fallen!
Er wollte das Essen nicht, das sie so liebevoll zubereitet hatte?
'Na warte, du Miesepeter wirst Nerina nicht um ihren Nachtisch bringen!'
Böse zog sie die Augenbrauen zusammen und zischte schnippisch. „Nein, aber der Laufbursche!“
Mit diesen Worten stieß sie ihm aggressiv das Tablett entgegen, dass Graf entweder einen Hieb in den Magen hinnehmen oder abwehren musste. Die Getränke schwappten noch heftiger als zuvor.
Kaum hatte er die Hände am Tablett, ließ Lona los, drehte sich auf dem Absatz herum und ging ein Stück den Flur zurück.
Trotz ihrer Wut konnte sie sich ein wenig Selbstzufriedenheit nicht verkneifen. Sie hatte Graf ausgetrickst, und angekleckst – nicht absichtlich, und im Moment stand ihr auch nicht der Sinn danach, eine Situation zu provozieren, in der er vor Nerina sein Hemd wechseln musste. Was fand Nerina nur an diesem Kerl?
„Eingebildeter rasierter Affe. Zynischer Blödmann!“, murmelte sie in ihren Bart. Zufällig berührte sie den Stirnreif an ihrem Gürtel und hätte am liebsten das Ding auf den Boden geschmissen, sie musste zurück und dem Lackaffen wieder gegenübertreten, der jetzt bestimmt noch weniger erfreut sein würde, sie zu sehen.
Sie marschierte zurück. „Das Zimmermädchen hat beim Aufräumen den Stirnreif gefunden...hier bitte schön!“ Ohne lange nachzudenken setzte sie Lt. Graf den Reif auf die Stirn. „Mit besten Grüßen zurück!“ Sie rauschte von dannen, ihr Tag war gelaufen.
gruß ela ;-)
www
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 13.01.2010, 20:07
Nerina war am Fenster stehen geblieben, und hatte sich gefragt, wer jetzt wohl etwas von Lukas wollte.
Immerhin war das sein Quartier, doch als sie ihn etwas von "Zimmerservice" sagen hörte, drehte sie sich langsam um und neigte sich zur Seite, um einen Blick an ihm vorbei durch die Tür zu erhaschen. War das etwa... tatsächlich.
Nerina spürte Ärger, von Lukas, aber noch stärker von Lona.
Sie schnappte ein paar Wortfetzen auf - nein, nur Gedanken, Lona hätte das "Miesepeter" wohl kaum ausgesprochen.
Und als Nerina Lonas gedachtes "Nachtisch" hörte, merkte sie erst, wie hungrig sie war. Kein Wunder, immerhin hatte sie den Hauptgang übersprungen...
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 15.01.2010, 08:43
Vollkommen überfahren von dem unerwarteten Ausbruch der Barkeeperin griff Graf nach dem Tablett, um zu verhindern, dass es ihm vor die Füße fiel.
'Was ist denn mit der los?', schoss es ihm durch den Kopf - immerhin fand er seine Reaktion auf ihr unerwartetes, unbestelltes und letztlich unerwünschtes Auftauchen jetzt nicht über Gebühr unfreundlich.
Lona schien das allerdings anders zu sehen und rauschte von dannen, nur um gleich darauf wieder umzukehren, während Lukas noch immer perplex mit offenem Mund in der Tür stand, den Schaden an seiner Kleidung begutachtete und zu verstehen suchte, was gerade passiert war und - zur Hölle - warum.
"Was denn jetzt noch?", protestierte er, als sie resolut auf ihn zugeschritten kam, doch da steckte sie ihm schon Nerinas Stirnreif auf die Frisur, etwas quer zwar, aber gar keine schlechte Leistung, da sie fast 40cm kleiner war als er.
Schon schritt sie wieder von dannen und Lukas wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Langsam drehte er sich mit dem Tablett zu Nerina um.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 15.01.2010, 14:13
Nerina war das ganze etwas peinlich. Als sie das Casino verlassen hatte, wäre sie nie auf die Idee gekommen, dass Lona ihr bis hier folgte, um den Stirnreif zurück zu bringen. Lona hätte sie doch einfach kontakten können, dann hätte sie nochmal im Casino vorbei geschaut und ihn abgeholt.
Und schon gar nicht hatte sie damit gerechnet, dass Lona auch noch mit dem letzten Gang des Frühstücks aufkreuzte, das Nerina bei ihr bestellt hatte. Von hier konnte sie allerdings nicht erkennen, worum es sich bei diesem Gang handelte.
Ihre Verlegenheit wich Schrecken, als Lona nochmal zurück kam, sich auf die Zehenspitzen stellte und Lukas den Stirnreif überstreifte.
„Nein!“, murmelte Nerina und erschauderte. Von einem Moment auf den anderen konnte sie nur noch Lonas Wut wahrnehmen, die den Korridor hinab verschwand. Von Lukas war sie abgeschnitten.
Er drehte sich zu ihr um, offenbar mehr verwirrt als verärgert, das vollbeladene Tablett in der Hand. Aber Nerina hätte sich in diesem Moment nicht weniger für Essen interessieren können.
Mit ein paar raschen Schritten war sie bei Lukas, hatte die Hände an seinem Kopf und nahm ihm den Reif wieder ab.
Vor Erleichterung wurden ihr die Knie weich, und sie berührte flüchtig seine Wange.
„Da bist du ja wieder.“
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 19.01.2010, 12:38
Lukas war leicht überrascht, als er den entsetzten Gesichtsausdruck sah, mit dem Nerina auf ihn zugestürmt kam und ihm den Stirnreif geradezu vom Kopf riss und zärtlich seine Wange berührte.
"Öhm.", brachte er nur hervor und stellte erst einmal das Tablett ab.
"Was war das denn?" Er musste lachen.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 20.01.2010, 00:26
Nerina grinste etwas nervös.
"Lona", meinte sie, unsicher, ob Lukas jetzt die Barkeeperin gemeint hatte, oder ihre erleichterte Geste, und schaute verlegen auf den Stirnreif, den sie ihm abgenommen hatte.
Ein Glück, dass er nicht verärgert war. Sie hatte schon Angst gehabt, Lona könnte mit einer gut gemeinten Geste ihren Vormittag ruinieren, gerade jetzt, wo er angenehm wurde.
"Das ist dann wohl für...", sie deutete auf das Tablett, und das "mich" blieb ihr im Hals stecken. Es waren zwei Gedecke auf dem Tablett. Nerina legte den Stirnreif daneben.
"Für uns." Sie lachte unsicher, musste trotz allem lächeln.
"Ich schätze, das schreit nach einer Erklärung. Also, ich hatte bei Lona Frühstück bestellt..."
Sie wurde etwas rot, als ihr klar wurde, wie sich das anhörte, und hob abwehrend die Hände. "Ich hab es nicht hierher bestellt, ich würd doch nicht einfach... ! Ich war..."
Nerina unterbrach sich mitten im Satz. Nein, sie wollte jetzt nicht die ganze leidige Geschichte von vorn erklären. Wieso sie ihren Stirnreif hatte liegen lassen, und ihn nicht selbst hatte holen wollen, wie sie deprimiert im Casino gesessen hatte, und schließlich hierher gekommen war.
Lonas Auftritt war ihr zwar immer noch etwas peinlich, aber sie fasste sich ein Herz und sagte:
"Ist doch egal, wie das Essen hergekommen ist. Möchtest du frühstücken? Ich, ähm..."
Das klang ja schon wieder so, als wolle sie sich zu ihm zum Essen einladen!
"Ich kann das auch mitnehmen. Oder... dir was hierlassen. Wie du willst."
Merkwürdig. Das ganze war ihr peinlich, und trotzdem fühlte sie sich noch wohl. Und egal, wie Lukas' Antwort ausfallen mochte, würde es ihm wohl nicht gelingen, ihr damit die Laune zu verhageln.
Es sei denn, er wollte das ganze Tablett da behalten, denn das hieße, wieder zurück ins Casino, um was Essbares aufzutreiben, wo eine saure Barkeeperin wartete.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 01.03.2010, 17:27
Lukas grinste.
"Du kannst auch einfach noch bleiben. Einiges sieht ja ganz lecker aus. Wer weiß, vielleicht kommt die verrückte ja auch noch einmal zurück und bringt uns weitere Überraschungen."
[NRPG: Dieser Micro-Zug rechtfertigt wohl kaum die lange Wartezeit... ;)[/NRPG]
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 01.03.2010, 22:06
Gut, Lona mochte durchaus anstrengend sein und öfter mal auch was unerwartetes tun. Aber sie deshalb gleich als Verrückte zu bezeichnen?
Nerina machte sich jedoch nicht weiter Gedanken darüber, sondern nahm das Tablett mit dem Essen näher in Augenschein.
"Sind das etwa..."
Sie beugte sich nach vorn, schnupperte, und schlug begeistert die Hände zusammen, ein seliges Lächeln im Gesicht.
"Uttabeerencrêpes!" Solche hatte ihre Mutter ihr oft gemacht, es war das erste betazoidische Gericht das sie kennen gelernt hatte.
"Ob die wohl frisch sind?" Sie kannte ja Lonas Vorliebe für frische Zutaten, aber selbst wenn es sich um Replikatoressen handelte, sie war jetzt so hungrig, dass sie fast alles hätte essen können. Dieses Gagh aus dem Casino mal ausgenommen.
Nerina schnappte sich das Tablett und trug es hinüber zum Tisch.
Behutsam schob sie die beiden Bilderrahmen ein wenig zur Seite, um Platz für die Gedecke zu schaffen.
Die beiden Getränke stellte sie in die Mitte des Tisches, unsicher, was davon Lukas wohl mochte. Für sich selbst holte sie beim Replikator noch schnell ein großes Glas Milch.
"Mahlzeit", meinte sie fröhlich. Sie war Lukas dankbar dafür, dass er sie aufgeheitert hatte, denn so würde sie ihr Frühstück auch genießen können statt es bloß in sich reinzustopfen.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Isabelle - 02.03.2010, 17:11
NRPG: ähm, soll ich das jetzt noch zur Chronik hinzufügen, die ich eigentlich schon dem Florian geschickt habe oder macht der das selbst?
Bzw. wann kommen denn die ganzen Chroniken damit so quasi alle dann wieder am gleichen Stand sind und wir wieder "normal" weiterschreiben können
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 02.03.2010, 17:47
gute Frage;
wenn die Szene nicht demnächst abgeschlossen wird, kann es ja auch in ne neue Chronik kommen?
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 02.03.2010, 22:35
Klar, kein Problem, das hier ist schließlich "Zukunftsmusik" und soll bitte in keinster Weise den Spielfluss aufhalten!
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Fermat Sim - 08.03.2010, 23:30
Ich bin jetzt endlich dazugekommen, die ganzen Forenzüge, die ich nicht "live" miterlebt habe, dank Claudias Vorabchroniken nachzuholen; heute und morgen werden die dann auch endlich versendet; dabei werden die Szenen, die bei Pierre und im Kasino spielen, in eine Chronik kommen, und die in Grafs Quartier in die nächste, die ich heute NOCH NICHT versenden werde. Ich denke mal, ihr spielt hier mal ruhig weiter und ich füge den aktuellen Stand dann von hier in die Chronik ein, wenn ich sie versende.
Irgendwann sollten wir dann wieder den Sprung vom Forum auf die Mails auch schaffen!
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Isabelle - 09.03.2010, 12:34
Fermat Sim hat folgendes geschrieben:
Irgendwann sollten wir dann wieder den Sprung vom Forum auf die Mails auch schaffen!
Und das wird jetzt dann eh passieren, denke ich. Schließlich sind, wenn die Chroniken draußen sind, alle wieder auf dem aktuellen Stand und einige Züge ergeben sich dann ja auch gleich aus den Chroniken (ich möchte z.B. die Szene mit Pharao noch ausspielen).
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Fermat Sim - 09.03.2010, 13:03
Isabelle hat folgendes geschrieben: Fermat Sim hat folgendes geschrieben:
Irgendwann sollten wir dann wieder den Sprung vom Forum auf die Mails auch schaffen!
Und das wird jetzt dann eh passieren, denke ich. Schließlich sind, wenn die Chroniken draußen sind, alle wieder auf dem aktuellen Stand und einige Züge ergeben sich dann ja auch gleich aus den Chroniken (ich möchte z.B. die Szene mit Pharao noch ausspielen).
Als Isa oder als Cardi? Ich steh grad auf der Leitung. ;)
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Isabelle - 09.03.2010, 13:27
Stimmt, da würden sich sogar zwei anbieten:
- mit Isa die Szene, wo sie um Erlaubnis wegen der Party fragt, auch was Holodeck nutzen usw. angeht (oder wurde das vielleicht so zerstört, dass wir unsere Partypläne noch etwas anpassen müssen?)
- mit dem Cardi die Ankunft an Bord
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Fermat Sim - 09.03.2010, 14:11
Ich hab ja vorhin gerade die Chronik 140 rausgeschickt, wo ich diese Punkte ja angesprochen hab; heute kommt noch die Chronik 141 mit der ganzen Partyplanung im Friseursalon, die am 14. Februar spielt; nachdem wir da schon an der Raumbasis angedockt sind & die Quarantäne vorbei ist, geh ich davon aus, dass der Cardi schon viel früher an Bord gekommen ist, immerhin war er ja schon auf dem cardassianischen Schiff "gleich nebenan".
Also irgendwann am 10. oder 11., spätestens 12. Februar muss die Quarantäne aufgehoben worden sein, wahrscheinlich während der Schleppung zur Raumbasis. Am 13. Februar sind wir dort schon angekommen, und die Reparaturen laufen auf Hochtouren (sh mein Zug gerade eben).
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Isabelle - 09.03.2010, 18:51
Ja, also ich geh' mal davon aus, dass der Cardi an Bord kommt, sobald die Quarantäne aufgehoben ist. Was wir da dann genau für ein Datum festlegen, überlasse ich auch gern den GMs bzw. dem Chronisten.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 08.04.2010, 11:33
So, das ist jetzt natürlich nicht wert, darauf wochenlang gewartet zu haben, aber immerhin etwas... ;) Nerina Celei hat folgendes geschrieben: (...)
"Mahlzeit", meinte sie fröhlich. Sie war Lukas dankbar dafür, dass er sie aufgeheitert hatte, denn so würde sie ihr Frühstück auch genießen können statt es bloß in sich reinzustopfen. "Ebenso", antwortete Graf mit einem Lächeln und begann ebenfalls mit dem Essen. Einige Minuten herrschte eine gefräßige Stille.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 12.04.2010, 22:07
so, ich weiß, das ist jetzt wieder etwas länger geworden...
aber wo Ela schon so ne Vorlage geliefert hat, wollte ich das Oskoid nicht ganz unbeachtet lassen *g*
***************
Nerina hatte ihren Uttabeerencrêpes schnell den Gar ausgemacht und sich der Obstschüssel zugewandt. Neugierig probierte sie zuerst die ihr unbekannten Früchte, dann die Trauben und Erdbeeren. Sie achtete jedoch darauf, von jeder Sorte etwas in der Schüssel zu lassen, damit Lukas nicht zu kurz kam. Blieb noch der Teller mit den Uttabeeren. Nerina musste sich beherrschen, nicht alle auf einmal zu essen, jetzt, wo ihr Appetit zurück war.
Interessiert nahm sie eines der Blätter, auf dem die Beeren angerichtet waren. Sie besah es sich von beiden Seiten, roch vorsichtig daran und biss schließlich hinein. So, wie sie Lona kannte, legte diese großen Wert darauf, wie sie ihr Essen dekorierte, und vor allem womit. Bisher war Nerina nicht untergekommen, dass die Deko auf einem Teller, den Lona anrichtete, nicht essbar gewesen wäre. Ob es auch genießbar war, das war die Frage.
Etwas exotisch, stellte Nerina fest, als sie an dem Blatt knabberte. Dabei musterte sie Lukas, der es sich zwar auch schmecken ließ, mit dem Tempo das sie bis jetzt vorgelegt hatte, aber nicht mithalten konnte.
Nerina lächelte, als sie beim Essen auf die rosarote Mitte des Blattes stieß. Die Blattachse war etwas holzig, das Aroma jedoch intensiver. Es löste ein angenehm warmes Kribbeln im Bauch aus und machte Lust auf mehr. Nerina zog ein zweites Blatt unter den Uttabeeren heraus und aß es langsam und bedächtig.
Selbstvergessen beobachtete sie Lukas. Erstaunlich, wie gut ein gemeinsames Frühstück tun konnte, selbst wenn dabei nicht gesprochen wurde. Es machte einfach gute Laune. Und diese Blätter waren wirklich lecker, sie musste Lona fragen, was das war.
‚Er hat sich einen Bart stehen lassen‘, fiel ihr erst jetzt auf. Es veränderte sein Gesicht, zusammen mit den Linien, die die letzte Mission darin hinterlassen hatte. Er wirkte reifer als zuvor. Attraktiver.
Am liebsten wäre sie die Konturen seines Bartes nachgefahren um zu spüren, ob die Haut dazwischen sich so glatt anfühlte wie sie aussah.
Nerina musste schmunzeln. Hatte es wirklich nur ein klärendes Gespräch gebraucht, um den Kopf freizukriegen, mit der gescheiterten Beziehung zu Mark abschließen zu können? Es schien so.
Sie senkte den Blick ein wenig, fragte sich, ob Lukas ihr wohl ansehen konnte, was ihr grade durch den Kopf ging.
Warum hatte sie vorher nicht bemerkt, wie eng sein Hemd anlag? Nicht so eng, dass es der Fantasie keinen Spielraum mehr ließ, nein, gerade eng genug, um diese noch anzuregen. Zu dumm nur, dass es fest bis obenhin zugeknöpft war.
Ihr Blick und ihre Finger wanderten zu dem Teller mit Uttabeeren, und sie suchte sich das nächste Blatt heraus. Gierig biss sie hinein.
‚Die Dinger könnten geradezu süchtig machen!‘
„Die solltest du mal probieren“, wollte sie sagen, doch als sie wieder aufblickte, das Aroma des Blatts noch auf der Zunge, musste sie ein Grinsen unterdrücken. Es gelang ihr mehr oder minder gut.
Der oberste Knopf von Lukas‘ Hemd war offen.
‚Doch nicht so fest zugeknöpft‘, dachte sie mit einer gewissen – ja, was eigentlich? Befriedigung? Genugtuung? Vergnügen?
Es war ja eigentlich nichts zu sehen.
‚Noch nicht‘, schoss ihr durch den Kopf, und sie verlor den Kampf gegen ihr Grinsen.
Nerina legte den Kopf schief und blickte Lukas verschmitzt an. So ganz verstand sie sich ja selbst nicht. Am liebsten hätte sie über den Tisch gelangt, ihn dazu gebracht, das Frühstück zu unterbrechen.
Zum Glück war sie hier diejenige mit den telepathischen Fähigkeiten, nicht Lukas. So konnte sie das Kribbeln im Bauch genießen, ohne ihm nachgeben zu müssen, und sich über die Situation amüsieren.
Solange, bis sie sah, wie sich der zweitoberste Hemdknopf langsam, wie von unsichtbaren, behutsamen Fingern gelenkt, aus dem Knopfloch löste.
Das Grinsen erstarb auf ihren Lippen, sie öffnete den Mund um etwas zu sagen, wusste nicht was, und spürte, wie ihr das Blut in die Wangen stieg.
Das war doch nicht… hatte sie etwa…?
‚Sag etwas!‘, hämmerte es in ihrem Kopf. ‚Sag was, bevor er es merkt!‘
Schließlich wurde sie nicht ohne Grund so rot.
„Ich, ähm, wegen meinem Quartier…“, brachte sie irgendwie heraus, und damit den angeblichen Grund ihres Besuchs noch einmal auf den Tisch.
„Ich… ich weiß, ich bin eigentlich nicht deshalb hergekommen, aber es stimmt. Ich weiß nicht, ob die Spezialverkleidung noch intakt ist. Das sollte überprüft werden. So beschädigt, wie die Hazard ohnehin schon ist, möchte ich nicht noch eins draufsetzen. Meine Kräfte hatten schon früher negative Auswirkungen, die sich bis in den Hauptcomputer erstreckt haben…“, stotterte Nerina sich durch ihr Ablenkungsmanöver hindurch.
Sie brach ab, starrte verlegen auf ihren leeren Teller.
‚Das klang ja beinah wie eine Drohung – das Schiff kann es sich nicht leisten, noch größere Schäden davonzutragen. Tolle Leistung, Nerina!‘
Sie fragte sich, wie das hatte passieren können, und wünschte sich nichts sehnlicher als die unbeschwerte Stimmung zurück, die sie zu Beginn des Frühstücks gespürt hatte. Warum mussten auch ihre Hormone verrücktspielen?
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 13.04.2010, 11:00
Lukas ließ sich das Frühstück ebenfalls schmecken, wenngleich er normalerweise morgens nur wenig aß. Auch war der Obstteller an ihn grundsätzlich verschwendet, trotzdem probierte er von jedem, war aber bei einigen der Beeren nicht sicher, ob er sie mochte. Nerina war mittlerweise dazu übergegangen, auch die Deko zu verspeisen. Interessiert biss er auch in eines der Blätter. Es schmeckte wie ein leichter, süßlicher Salat, nur dass der Saft aus dem Blättern einen warmen Geschmack im Mund hinterließ. Lukas kannte Oskoid nicht und war sich auch nicht sicher, ob er es mochte.
Plötzlich fiel ihm auf, dass sich offenbar Nerinas Laune wieder gebessert hatte. 'Wie soll das bei ihr mit den Stimmungsschwankungen nur werden, falls sie mal schwanger ist?', dachte Lukas biss sich schuldbewusst auf die Zunge. Hoffentlich las sie nicht seine Gedanken. Sein Blick wanderte zu dem Tablett, auf dem der Stirnreif lag, dann zu Nerina. Plötzlich kitzelte es ihn am Kinn, fast so, als würde er gestreichelt. Abwesend strich er sich durch den Bart und ihm wurde wärmer. Er nahm noch einige Beeren und lächelte Nerina zu, die plötzlich lebhafte rote Wangen hatte. Er ertappte sich dabei, wie sein Blick über ihre Brüste glitt – warum? Bevor er dem Gedanken weiter nachgehen konnte, riss ihn Nerinas Stimme zurück in die Realität.
>>>„Ich, ähm, wegen meinem Quartier…“<<<
Lukas errötete und sah ihr ertappt in die Augen.
>>> „Ich… ich weiß, ich bin eigentlich nicht deshalb hergekommen, aber es stimmt. Ich weiß nicht, ob die Spezialverkleidung noch intakt ist. Das sollte überprüft werden. So beschädigt, wie die Hazard ohnehin schon ist, möchte ich nicht noch eins draufsetzen. Meine Kräfte hatten schon früher negative Auswirkungen, die sich bis in den Hauptcomputer erstreckt haben…“<<<
Lukas nickte. „Das stimmt, ich kann mich an das letzte Mal erinnern…“
Irgendwie behagte ihm die Situation nicht, ihm war immer noch auf eine angenehme Weise warm, und das war ihm unangenehm.
„Wenn Sie möchten, kann ich gleich ein paar Messungen durchführen und gegebenenfalls Reparaturen veranlassen, wenn es Ihnen Recht wäre…?“
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 13.04.2010, 14:40
hi, das ging ja diesmal schnell :)
**********
Nerina nickte. „Sicher“, meinte sie nur, wobei sie sich im Moment alles andere als sicher fühlte.
Waren sie jetzt wieder beim „Sie“ angelangt? Was war nur los mit ihnen?
Nerina sah, dass auch Lukas rot geworden war, und sie konnte spüren, dass ein gewisses Kribbeln in der Luft lag, das ihnen beiden nicht recht geheuer war.
Das „Sie“ schien wie ein Fluchtweg, der Versuch, eine sichere Distanz zu wahren.
Wäre sie nicht so verlegen gewesen, hätte sie versucht, die Situation mit einem Witz zu entspannen. Vielleicht vorgeschlagen, dass Lukas gleich die Umweltkontrollen überprüfen solle, ob irgendwelche bewusstseinsverändernden Stoffe freigesetzt wurden. Dieses Hin und Her war absurd.
Lag es einfach daran, dass sie wirklich nicht wussten, woran sie miteinander waren? Oder mit sich selbst? Eine gewisse gegenseitige Anziehung ließ sich nicht abstreiten, doch schien keiner von ihnen bereit, dem nachzugeben.
Sie räusperte sich kurz.
„Schon satt?“, wollte sie wissen, und deutete auf die restlichen Früchte. „Dann bring ich Lona das Tablett wieder.“
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 13.04.2010, 18:11
Lukas nickte hastig.
"Ja, ich bin fertig." Er erhob sich. "Soll ich eben mitkommen? Dann können wir gleich auf dem Rückweg das Quartier in Augenschein nehmen..."
Er vermied eine direkte Ansprache, nachdem er vorhin hastig zum förmlichen "Sie" zurückgekehrt war, ohne recht darüber nachzudenken.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 13.04.2010, 18:43
"Gut."
Nerina nahm den Stirnreif vom Tablett - nicht dass er schon wieder irgendwo liegen blieb - und überlegte einen Moment, ob sie ihn nicht wieder aufsetzen sollte.
'Was', höhnte die Stimme in ihrem Inneren, 'versteckst du dich jetzt schon vor ein bisschen Nervosität?'
Nerina schüttelte leicht den Kopf, steckte den Stirnreif in den Hosenbund und stapelte rasch das Geschirr wieder aufs Tablett.
Mit ein paar großen Schlucken trank sie noch das Tonicwater aus, der Tee war mittlerweile kalt geworden.
"Wir können."
Das Tablett in den Händen ging sie zur Tür.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Lukas Graf - 15.04.2010, 19:24
Lukas sah, wie Nerina einen Moment lang zögerte, als sie nach dem Stirnreif griff. Einen Moment lang hatte er fast so etwas wie Mitleid mit ihr - er spürte, dass sie sich im Moment weder mit, noch ohne den Stirnreif wirklich wohl fühlte. Sie hatte einfach ihre Kräfte, die sie selbst wohl nicht voll verstand, nicht unter Kontrolle, obwohl sie ein Teil von ihr waren.
Der Moment verging, und Nerina ging in Richtung Tür. Lukas folgte ihr. Als er sich bückte, um seinen kleinen Werkzeugkoffer aufzuheben, bemerkte er, dass sein Hemd offen stand. Merkwürdig... Geistesabwesend schloss er schnell die Knöpfe und folgte der jungen Sicherheitschefin.
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 16.04.2010, 19:32
Die kurze Fahrt im Turbolift verbrachten sie schweigend - sie hätte auch nicht recht gewusst, was sagen. Nerina war seltsam befangen, und atmete leicht auf, als sie das Kasino erreicht hatten.
Bis ihr an der Bar bei Lona die goldüberfrachtete Haarpracht einer gewissen Krankenschwester ins Auge fiel.
Nerina wollte schon einen Rückzieher machen - ausgerechnet der Person, die sie vorhin mit ihrem Gequatsche von wegen "einen Mann abkriegen" aus Pierres Salon vertrieben hatte, wollte sie jetzt nicht unbedingt begegnen. Noch dazu mit Graf im Schlepptau.
Aber es ging ja nur darum, ein dämliches Tablett zurückzugeben und danke zu sagen.
'Schnell rein, und schnell wieder raus!', dachte sich Nerina. Irgendwie bekam sie das Gefühl, sich in Gegenwart von Kestra und Lona stets so etwas wie einen Schlachtplan bereitlegen zu müssen.
***************
so, ich denke, jetzt liegen wir mit dem Verteiler wieder auf einer Zeitlinie :)
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Nerina Celei - 19.04.2010, 10:22
ach ja, sollen wir die Züge jetzt wieder über den Verteiler schicken, wo wir bei den anderen angekommen sind?
Re: Lukas & Nerina nach der Mission
Isabelle - 19.04.2010, 16:16
Hoi,
ich würd's feiner finden.
Allerdings bräuchte es dann wohl auch die Chronik schon mal wo die Züge drin sind, damit dann alle auf dem gleichen Lesestand sind?
Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken
Weitere Beiträge aus dem Forum USS-Hazard
WWF - Der Tiger - gepostet von vivian am Freitag 21.07.2006
Welcher Rollenspiel-Typ bist du? - gepostet von Nerina Celei am Donnerstag 27.03.2008
Star Trek Marathon auf Kabel 1 - gepostet von Louis Landau am Samstag 30.09.2006
Trägt Fermat Sim Ohrringe? - gepostet von Isabelle am Mittwoch 03.10.2007
Ensign Michael Poole - gepostet von Louis Landau am Sonntag 10.12.2006
T'Nar - gepostet von Isabelle am Montag 13.08.2007
Knapp daneben ist auch vorbei - gepostet von vivian am Sonntag 02.07.2006
Aus dem Archiv: "Technikdetails - Intrepid vs. Hazard - gepostet von Lukas Graf am Dienstag 02.05.2006
Ähnliche Beiträge wie "Lukas & Nerina nach der Mission"
Bewerbungstext - gepostet von armande am Dienstag 15.08.2006
Raids bei Allianz-Mitgliedern - gepostet von moeritze am Mittwoch 06.09.2006
