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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Elvo Forenurl: Klick aus dem Unterforum: arts-forum Künstler Antworten: 1 Forum gestartet am: Dienstag 19.10.2004 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Gedichte Juni 2005 Letzte Antwort: vor 16 Jahren, 9 Monaten, 20 Tagen, 2 Stunden, 25 Minuten
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Re: Gedichte Juni 2005
Elvo - 08.06.2006, 02:20Gedichte Juni 2005
Ich hab lange überlegt ob ich die Juni Gedichte überhaupt reinposte... Im Januar hab ich schon darüber nachgegrübelt ob ich, dass mache, weil da einige Kriegsgedichte drinnen sind die ein unverarbeitetes Thema für mich sind. Und ich hab mir gedacht ich schreibe sie rein zum Nachdenken für euch... und wünsche keine Kritik.
Warum plötzlich diese Periode angebrochen ist war das aufgetauchte Video, dass man sich hier runterladen kann... ACHTUNG das Video ist sehr Brutal SREBRENICA.WMV
Danke für euer Verständniss.
zuhören (1. Juni 2005)
es ist schön
einfach zuhör’n
kopf stützen
und laut zuhör’n
acht geben
was ein mensch sagt
acht geben
worüber er klagt
den menschen
reden lassen
sich von ihm
mitreißen lassen
die stunde des poeten (1. Juni 2005)
die geburt eines poeten
ist anders
die geburt eines dichters
ist woanders
es ist nicht der moment
an dem er
die erde erblickt wie
anders-wer
und auch nicht der ort
an dem er
die erde erblickt wie
anders-wer
nein, nein sein ort platz
und seine sekunde
sind in der stunde
in der er seine wunde
bemänteln will zugrunde
mit seinem wortschatz
ein jahr (9. Juni 2005)
ein einziges jahr
es ist nicht genug
um zu vergessen
wofür es noch schlug
ein einziges jahr
ist ungenügend
für mein herz ist es
falsch und betrügend
zu sagen ich habe
sie ganz vergessen
ich hab’ es noch nicht
bin nicht besessen
nur ich war mir so
neun neun pro gewiss
dass nur sie nur sie
dieser eine mensch ist
und zurzeit bin ich
einfach nur verwirrt
und hoffe sehr dass
mich die zeit entwirrt
und einer and’ren
auf die brüste legt
die sich um mich sorgt
und den stich pflegt
die mich auch versteht
weil ich anders bin
denn ich such jetzt
den verdammten sinn
im vergangenen
und verlassenen
im verflossenen
und verblassenden
verworfenem jahr
weißer knopf (13. Juni 2005)
warum sitz ich
seit einer guten stund’
und krieg kein wort
zugrund’ aus meinem mund
ich möcht’ einfach
mein herz sprechen lassen
hörbar schreien
mich befrei’n von massen
mich befreien
vom politischen hass
ich halt’s nicht aus
bin für uns’re welt schwach
wie jedermann
der nichts verändern kann
verändern will
der aufgibt irgendwann
und akzeptiert
die welt bleibt immer gleich
er tut es nicht
er wird mit der zeit bleich
verliert träume
jeden tag und hoffnung
verliert täglich
kräfte vom stehaufsprung
stehaufmänchen
in mir wo bist du jetzt
ich suche dich
denn ich wurde verletzt
verlor etwas
das ein teil von mir war
verlor etwas
das mir stand äußerst nah
etwas woran
mein geist und herz glaubte
das mir die welt
gab und wieder raubte
denn für sie
war es nur ein weißer knopf
Srebrenica vergessen (13. Juni 2005)
Eine Stadt,
Man hat dich verloren.
Aus dem Kopf,
Den Augen und Ohren.
Arme Stadt!
Das Gedächtnis der Welt
Ist ein Sieb.
Durch den Alles zerfällt
Und durchfällt,
Wie durch ein Taschenloch.
Taschendieb!
Heuchler! Du versuchst noch
Zu täuschen.
Dich und die Geschöpfe.
Krieg gäb’s nicht.
Körperlose Köpfe.
Kein Beweis
Für dein Kinderschlachten?
Bildstreifen
Willst du nicht beachten?
Soll ich ’ne
Zeitmaschine fertigen?
Hör auf mit
Deinem Rechtfertigen!
Wo keine
Rechtfertigung besteht!
Mord bleibt Mord!
Auch dein Leben vergeht.
Was sagst du,
Wenn du vor ihm erwachst?
Plünderer!
Ob du noch gierig lachst?
Wie im Schnitt,
Als dein Gewehr ihn kreuzt.
Feuer Blei,
Das auf ihn nieder schnäuzt.
Herzschlag (15. Juni 2005)
Bum, Bumm.
Bum, Bumm.
Schlägt das Herz,
Während Dein Gesicht auf der nassen Erde liegt.
Bum, Bumm.
Bum, Bumm.
Schlägt das Herz,
Während Militärstiefel um Dich stiefeln.
Bum, Bumm.
Bum, Bumm.
Schlägt das Herz,
Während Du Sätze laut befehlen hörst.
Bum, Bumm.
Bum, Bumm.
Schlägt das Herz,
Während Du Dich nach Wasser sehnst.
Bum, Bumm.
Bum, Bumm.
Schlägt das Herz,
Während Du Deine Mundhülle mit Spucke befeuchtest.
Bum, Bumm.
Bum, Bumm.
Schlägt das Herz,
Während Du das Laden des Gewehres hörst.
Bum, Bumm.
Bum, Bumm.
Schlägt das Herz,
Und fragt sich, wie lange noch.
Bum, Bumm.
Nein (15. Juni 2005)
Ja,
Es gab Verbrechen auf beiden Seiten.
Ja,
Bosnier Töteten Serben beim fighten.
Weil,
Menschen Fehler machen.
Weil,
Menschen zusammenkrachen.
Weil,
Menschen angreifen und verteidigen.
Weil,
Menschen heilen und peinigen.
Aber,
Sarajevo errichtete keine Konzentrationslager.
Und,
Sarajevo blieb umlagert im Lager.
Aber,
Sarajevo schickte keine Soldaten.
Und,
Auch keine Granaten.
Auf,
Belgrad oder irgendeine serbische Stadt.
Auf,
Keine slowenische oder kroatische Stadt.
So,
Wie es Belgrad tat.
So,
Wie es Serbien tat.
Und,
Ist es zu viel verlangt.
Wenn,
Man eine Entschuldigung verlangt?
Nein.
Ende des Krieges (15. Juni 2005)
Ist für euch der Krieg zuende,
Wenn Kinder in die Luft gehen
Von Tretminen. Ohne Hände.
Ohne Augen zum nachsehen.
Ist für euch der Krieg zuende,
Wenn Kriegsverbrecher herumlaufen,
Frei und ohne Gitterwände.
Angstlos frei feiern und saufen.
Ist für euch der Krieg zuende,
Wenn sich zwei Menschen verlieben,
Sich w’i’n der Shakespearelegende
Fühlen und sich dann nicht kriegen.
Ist für euch der Krieg zuende,
Wenn Flüchtlinge nach zehn Jahren,
Warten auf die Rückfahrwende,
Und dann nicht nach Hause fahren.
Ist für euch der Krieg zuende,
Wenn ihn die Masse nicht verflucht
Und weiterhin ohne Ende,
Unwahrheiten als Deckung sucht.
Ewige Liebe (19. Juni 2005)
Ewige Liebe
Ein mal gesehen
Für immer verliebt
Von beiden Seiten
Für alle Zeiten
Wenn du gehst (20. Juni 2005)
Heute Nacht hört der Himmel meine Gebete nicht.
Die Seele ist so trocken, dass sie der Wind verwischt.
Heute Nacht schläft jemand auf deiner Schulter, ganz nah,
Während die Sterne verschwinden, die ich mit dir noch sah.
Sag mir wen du küsst und mit deinen Lippen betrinkst.
Wessen Herz du jetzt vergiftest, seit du nicht bei mir bist.
Verflucht seiest du mit all deinem unehrlichen Betrügen.
Ich gab dir mein Leben und bekam nur falsche Lügen.
Ich dachte wen du gehst, geht der Schmerz mit dir.
Doch um so weiter du bist, desto mehr bedeutest du mir.
Heute Nacht hört der Himmel meine Gebete nicht.
Die Seele ist so trocken, dass sie der Wind verwischt.
Heute Nacht schläft ein anderer bei dir ganz nah,
Während die Sterne verschwinden, die ich mit dir noch sah.
Sonntag (20. Juni 2005)
Es ist Sonntag
Ich hab’ frei
Ich sitze Daheim
Und ich schreibe einen kurzen Sonntagsreim
Das Wochenend’
Es vergeht
Wie jedes and’re
Während ich meinen Zeitraumtraum durchwand’re
Der Zeitraumtraum
Das Leben
Es ist nur die Zeit
Die man durchlebt, niemals zum sterben bereit
Doch es vergeht
Wie jede
Woche am Ende
So Hat auch das Leben sein Wochenende
© Elvis Kurtalic
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