In der Christmette

www.opel-freun.de
Verfügbare Informationen zu "In der Christmette"

  • Qualität des Beitrags: 0 Sterne
  • Beteiligte Poster: VILEDA
  • Forum: www.opel-freun.de
  • Forenbeschreibung: ein kleines Forum der OPEL-Freunde Immenreuth
  • aus dem Unterforum: Gaudi
  • Antworten: 1
  • Forum gestartet am: Mittwoch 08.11.2006
  • Sprache: deutsch
  • Link zum Originaltopic: In der Christmette
  • Letzte Antwort: vor 13 Jahren, 3 Monaten, 1 Tag, 16 Stunden, 2 Minuten
  • Alle Beiträge und Antworten zu "In der Christmette"

    Re: In der Christmette

    VILEDA - 26.12.2009, 13:35

    In der Christmette
    In der Christmette

    Es ist ein alter und schöner Brauch, dass man am Heiligen Abend nach der Bescherung in die Christmette geht. Wenn der Schnee, falls er liegt, unter den Schuhen knirscht, wenn die Sterne am Himmel blitzen und überall in den Fenstern Lichter brennen und man stapft in einem wohlig warmen Mantel in die Kirche, dann kommt die richtige Weihnachtsstimmung auf. Bei mir käme diese Stimmung übrigens auch daheim auf den Kanapee auf, aber ich muss traditionell in die Christmette. Dort hat man dann nur friedliche Gedanken und das Herz ist ganz leicht. Meistens wenigstens. Es kann natürlich auch sein, dass die Gedanken, die man hat, weniger friedlich sind und das Herz nicht ganz so leicht. Zum Beispiel, wenn man in der überfüllten Kirche keinen Sitzplatz kriegt. Dann ist´s mit der inneren Besinnlichkeit schnell zu Ende. Dann gehen einem eher folgende Gedanken durch den Kopf:

    Des is typisch! Des is absolut typisch! Oamol im Johr gejst in d´Kircha und dann mousst stej! Und wer sitzt? Wer hockt in de Bänk drin wej d´Brozer? De, deß ganze Johr in d´Kirch rennand! De sitznd doch sowieso jedn Sunnta herin. De Kenntn doch an so an wichtign Dog, wou sogor unseroans in d´Kircha gejt, dahoam bleibn. Nacha kannt i bequem sitzn. Owa naa, einarenna meijßns und mir ´n Plotz wegnehma. Und des soll dann christlich sa. Dasse ned loch! Haha!
    Oa wos reg i mi aaf? Heit is Weihnachten! Des Fest der Liebe und der Freude. Do regtmase ned aaf. Do gfreitmase und aus! Obwohl, do soust die hort mitn gfrein, wennst links und rechts eikaalt bist und nix segst. I woaß gor ned, wos´se do von am Altar ospült, wal i ned fire seg. Des Weiberts vor mir hod aa no ihra Pelzkappn aff! De schaut aus wej a russischer Soldot. Hods de mimmer alle? Glaubt de vielleicht, dass Ihr do herin d´Luser ogfrert? Des is a katholische Kircha und koa sibirische Blockhüttn!
    Mei Wie is ned mitganga, wals dahoam aafaama mou. Des ganze Zeig vo da Bescherung. Des is sowieso da Wahnsinn. Zérst wird als stundenlang eipackt, dann stundenlang auspackt, und aaf d´Letzt wird’s Papier weggworfa. I wia des nie begreifa. Mei Wie hod gsagt, i soll für sie mitbetn. Frale des aa no! I bin frouh, wenn i für mi selber zum betn kimm zwischn de ganzn Leit do herin!!
    Wos singens grod? Oh du frühliche! Dasse ned loch! Do vergejt dir d´Fröhlichtkeit, wennst kaam schnaufa konnst vor lauter Leit. Der Mensch hinter mir singt aa. Ja mi host ghaut, sowos vo falsch! Des is koa Gsang, des is a Gotteslästerung! I konn zwar aa ned singa, owa i holt wenigstens mei Maal. Aso konn ma im Wirtshaus umanandaplärrn, owa doch ned in da Kircha. Und überhaupt: Wej schmeckt denn der? Es ist doch… des is doch… ja gibt’s des aa, der stinkt noch Knoblauch!
    Also, , des is eine Unverschämtheit! Dohaom d´Wampn mit Knofl vollhaun und dann mit z´Fleiß in d´Christmettn gej und an anständign Christen von hintn anstinkn. Bei aller Liebe, do hörtse alles aaf! Hoffentlich wird mir ned schlecht. I vertrog den Knoblauchgschmoch ned. Umhaun wennsme dout! Owa dann! Dann zeig´n o, den Hamml. Wega Körperverletzung. Ejtz faahlt dann bloß no, dass da Pforrer sagt: „Gebt Euch ein Zeichen des Friedens!“ und i mou dem Bärna d´Händ gebn.
    Hoffentlich is des Liadl bold aus, dass der sei Maal zoubringt. Mir is scho ganz schwindlig. Am Heiligen Abend an Knoblauch essn! Soweit samma scho! Koa Wunder is ned, dass mit da Wölt bergab gejt, wenn sechane Sittn eireissn. Am Heiligen Abend isstma Pfälzer mit Kraut, notfalls aa a Gans. Wenns gor ned anders gejt, aa amol an gräte. Owa doch koan Knoblauch! Mi daads ned wundern, wenn des a Asylant waar. De essdn nämlich kiloweis Konoblauch! Dog und Nacht, nur Knoblauch. Do gibt’s praktisch nix anders, Summa wej Winter. Dass de amol an gemischten Braten oder an Guglhupf esn daadn, des konnst vergessn. Nur Knoblauch.
    Obwohl, dass des a Asylant is, des is ejer unwahrscheinlich, wal de normal ned katholisch san. Und den Text vo „Oh du fröhliche“ kannt er aa ned. Im Prinzip is wurscht, was er is, aaf jedn Fall hod der koan Anstand ned. Gottseidank is ejts des Liadl aus, dass er sei Bappn zoumocht, bevors mi umhaut.
    Mir is eh ned guat. In Bauch rumpelts gewaltig. Des is des Sauerkraut. I sogs mein Wie scho Jahre, sie soll des Kraut mindestens a Stund vorher kocha loussn, dass im Bauch ned so aggressiv is. Owa naa, vor lauter Gschenka verpacka hods koa Zeit, dass des Kraut am Ofa stellt. Und wer mouss ausholtn? I! I stej ejtz do in da Kircha herin und bin am Zereißn.
    I hob a ganz a bläds Gfühl. Jamei, zum Kraut zwoa Weißbier und danoch acht Moscheripralinen, des hod scho a Gwolt. Und de Zigarrn, wos i zur Abrundung no graucht hob, de wor aa ned ideal. Schuld is mei Bou, wal der Hod mir a Kistl Zigarrn zu Weihnachtn gschenkt.
    Eigendlich is ja a feiner Zug vo eam. Er sport sei bisserl Taschengeld, dass er mir Zigarrn kaffa konn. A bravs Kind, i konn mi ned beschwern über eam. Owa mir is trotzdem schlecht. Und dann no vo hint der Knoblauchdampf. Hoffentlich is de Mettn bold aus!
    Wos sagta, da Pforrer? „Lasset uns beten!“ Ja, i lass eich scho, owa bitte a wenig schneller. I holt des nimmer lang aus.
    Ejtz mou i mi wieder a wenig bsinna. Immerhin is Weihnachten. Wieder a Johr vorbei. Unvorstellbar, wej de Zeit abhout. Kaam is das Osterhas furt, kimmt scho da Niglo. Des wennma aso bedenkt, dann is a Johr dodal kurz. Owa a Stund konn verdammt lang sa, wenn’s hinter dir noch Knoblauch stinkt!
    Ejtz joda gnejst, der Gloifl! Des derf doch ned wohr sa. Richtig „hatschi“, dassna grissn hod. I gspür, dass mei Hols ganz feicht is. Des san Milliarden Bazülln, de wos ejtz an mir dranpikand.
    I bin bestimmt dodal verseucht. Normal mejßert i mi umdraahn und eam sofort oane schmiern, wal dann waars Affekt. Owa ejtz in da Christmettn schauert des ned guat aus. Im Endeffekt waar i da Blamierte. I kanntna hejchstens ganz bejs oschaun, dassa deschrickt. Owas des is mir ejtza aa z´bläad.
    Mensch Meier, wej konnma bloß so rücksichtslos sa! Wennma an Katarrh hod, nacha bleibtma holt dahoam und nimmt an Melissngeist und a Wärmflaschn und gejt ins Bett. Owa naa, er mou in d´Kircha renna und anständige Leit hinterrucks onejsn. Wahrscheinlich hods eam no a boor Brockan Knoblauch mit ausaghaut.
    I verstej vo dera Predigt kein Wort, wal mi der Mensch hinter mir dauernd olenkt mit sein Gfetz. Wos sagta, da Pforrer? Zufriedner solltma alle sa? Omei, do hoda recht, der Mo! Wos is des für a Welt: Jeder wüll mehr und mehr und no mehr! Mir glangerts scho, wenn i gsundt bleibert und im Lotto 100-Tausend Euro gwinn. Owa ned amol des is mir vergunnt. Dauernd dout mirs Kreiz wej und außer oan Dreier mit Zusatzzahl hob i no nix gwunga. Und ejts krejg i bestimmt an Schnupfn aa no mit dera Onejserei.
    Owa i mou mi am Gottesdienst konzentriern, wal weg dem bin i ja eigentlich do. Ejtz kimmt des mit dem Frieden. Hoffentlich gibt mir koana d´Händ! I woaß awal ned, wos i do sogn soll. I moin, es is scho recht, wennma in Frieden mitanand lebt, owa wega dem brauch i doch ned an jedn d´Händ schütteln. Wer mir mei Rouh loust, den louh i aa in Rouh.
    Ja, wos is ejtz des? Ejtz klopft mir der vo hint affe! Der wüll mir d´Händ gebn! Akkrad der! Zérst vergift er mi mit sein Knoblauchdampf, dann hetzt er seine Bzülln aaf mi und dann sowos. Wos moch i ejtza? Also, in Gotts Nam, wal Weihnachtn is. Nach drah i mi holt um. Öha des is mei Chef!
    „Ah, … ah … grias god, … da Din, da Friede sei mit dir ... äh … beziehungsweise mit Eahna praktisch. Als Guate, aa dahoam schejne Griaß … ja, und a guat neis, vor allen Dingen Gsundheit … hähä, jaja, i richts aus, dankschön. Also nacha! Haha! Alls Guate noml!“
    Puh! Guat, das i eam vorher koane schmiert hob. Noja, guat, wenn i ehrlich bin, so schlimm is aa wieder ned gewn. Und außerdem is Weihnachten!



    Mit folgendem Code, können Sie den Beitrag ganz bequem auf ihrer Homepage verlinken



    Weitere Beiträge aus dem Forum www.opel-freun.de

    Amberg - Sulzbach (Lohhof Vilseck) fällt aus - gepostet von vileda am Dienstag 10.04.2007
    Winterparty der Opelfreaks Oberfranken am 13.01. in Lahm/Itz - gepostet von vileda am Freitag 05.01.2007
    Treffenbericht über Adams - gepostet von astra-ritchy am Montag 25.06.2007
    Tuningratte (vorsicht 5 MB) - gepostet von vileda am Samstag 25.11.2006
    IHK Prüfungsgespräch - gepostet von vileda am Montag 29.01.2007
    30.05.09 - gepostet von kolbe am Samstag 30.05.2009
    Eine Plastiktüte - gepostet von vileda am Freitag 16.02.2007
    Ergebnis der Neuwahlen - gepostet von vileda am Montag 05.03.2007



    Ähnliche Beiträge wie "In der Christmette"

    Abiverleihung - gepostet von arnefleischhut am Montag 03.07.2006
    Mini-Z Racer zu verkaufen - gepostet von Ernie am Donnerstag 20.07.2006