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Alle Beiträge und Antworten zu "CARMEN IN DER SCALA"
Re: CARMEN IN DER SCALA
gioachino - 07.12.2009, 17:56CARMEN IN DER SCALA
Heute Abend ab 20.45 wird in ARTE zur Saisoneröffnung der Mailänder Scala Bizets Carmen live übertragen, mit der georgischen Debütantin
Anita Rachvelishvili in der Titelrolle, Jonas Kaufmann ( !!! - Don José ), Erwin Schrott ( Escamillo ) u. a. Es dirigiert Daniel Barenboim. Regie : Emma Dante.
Ich hoffe, wir freuen uns nicht zu früh....
Ciao. Gioachino :big_beten
Re: CARMEN IN DER SCALA
Principe - 07.12.2009, 23:23
Meine Zwischenbilanz nach eineinhalb Akten - mit Blumenarie:
Spartanische Kulisse,
innovative (?) Regie,
brilliantes Orchester,
recht guter Chor,
Don José - sängerisch ausgezeichnet! (französisch??), spielerisch verbesserungsfähig (Regie?) - gebremst durch
Carmen - sängerisch voluminös-altbacken, spielerisch nicht erotisch (eher trullahaft),
Micaela - sängerisch beachtlich, spielerisch passend und
Escamillo - sängerisch enttäuschend, spielerisch ???
Ciao :roll: Principe
Re: CARMEN IN DER SCALA
Principe - 08.12.2009, 00:59
Meine Schlußbilanz:
Die Inszenierung ist gewöhnungsbedürftig.
Don José - insgesamt ausgezeichnet, beachtlich
Carmen - etwas gesteigert, aber nicht wirklich toll
Micaela - sehr beachtlich
Escamillo - gesteigert, aber insgesamt leider nur Durchschnitt
Ciao :roll: Principe
Re: CARMEN IN DER SCALA
gioachino - 08.12.2009, 01:23
Ich bin in vielen Dingen Deiner Meinung, lieber Principe :
Die Inszenierung ist selten schlüssig, teilweise m. E. total daneben. Wüsste man es nicht besser, glaubte man, einer Cavalleria Rusticana beizuwohnen. Der Sakralkitsch hat hier nichts zu suchen. So hat es offenbar das sonst eher unkritische Premierenpublikum auch gesehen.
Carmen und Don José wirklich gut. Von Kaufmann wissen wir` s längst.
" Herr Netrebko " hat aus dieser schwierigen Rolle das Beste gemacht.
Bei der Micaela jedoch scheiden sich unsere Geister : Ihr Sopran ist für mich unattraktiv und viel zu unruhig. Das Matronenhafte ihrer Darstellung ist wohl eher der Regie geschuldet, muss sie doch im dritten Akt gar die Mutter Josés mimen !
Barenboims Dirigat ist o. k. Im Vergleich zur DVD von Covent Garden
( 2005 ), ebenfalls mit Kaufmann, ist die Mailänder Produktion nur Mittelmaß, finde ich.
Ciao. Gioachino :wink:
Re: CARMEN IN DER SCALA
Uralt - 08.12.2009, 10:36
Principe hat folgendes geschrieben:
Die Inszenierung ist gewöhnungsbedürftig.
Leider habe ich erst ab der Kartenarie gesehen, ich fand die Inszenierung langweilig, einzig in der Fiesta-Chor-Szene waren die tanzenden Toreros kraftvoll und originell.Die "Kampfszene" am Ende war nur peinlich.
Principe hat folgendes geschrieben:
Don José - insgesamt ausgezeichnet, beachtlich
Carmen - etwas gesteigert, aber nicht wirklich toll
Micaela - sehr beachtlich
Escamillo - gesteigert, aber insgesamt leider nur Durchschnitt
Don José - d'accord, so habe ich ihn auch gesehen.
Carmen - im Abspann sagte man etwas von einer 25jährigen Debutatin - sorry, sie war bieder, altbacken, für mich muß Carmen Erotik haben, ich weiß, das ist schwer im Fernsehen zu erkennen, aber ich habe nix davon gespürt.
Michaela - ganz gut gesungen, aber wirklich gräuselich ( entschuldigung ) gespielt.
Escamillo - für mich die Enttäuschung des Abends. Lahm, hölzern, ebenfalls ohne Erotik, mit Standartgesten und einfallslosem Grinsen. NÄNÄ
Gio ich muß Dir absolut bepflichten : Den "Sakralkitsch" fand ich absolut deplatziert.
Fazit : Kaufmann war richtig gut, alles andere Mittelmaß
Grüße
Uralt
Re: CARMEN IN DER SCALA
Rosenkavalier - 08.12.2009, 11:14
Na, dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu.... :)
Sängerisch hervorragend natürlich Jonas Kaufmann. Darstellerisch fehlte mir gestern der letzte Kick zur Glaubwürdigkeit. Kann natürlich auch an der Partnerin liegen, die ich auch nicht wirklich "Carmen-like" fand. Sängerisch war sie allerdings tatsächlich eine Entdeckung - das ist eine wunderschöne große warme Mezzostimme. Die noch vorhandenen interpretatorischen Mängel kann man sicher ihrer Jugend zuschreiben.
Micaela hat mir überhaupt nicht gefallen. Wie Gio schreibt, der Sopran ist viel zu unruhig und in meinen Ohren weit von lyrisch entfernt.
Escamillo - langweilig und hölzern. Die Rolle ist wohl auch sängerisch nicht sehr attraktiv, aber dann muss man darstellerisch was daraus machen. Und beides war Herrn Schrott nicht gegeben. Und wer um alles in der Welt hat dem die Haare geschnitten :roll: :lol: ?!?!
Die Inszenierung hat mir im Großen und Ganzen gefallen. Meine Direktive ist: Solange die Inszenierung die Musik nicht stört und stringend ist, kann ich gut damit leben.
Der "Sakralkitsch" erklärt sich übrigens aus der sizilianischen Herkunft der Regisseurin und ihres Schauspiel-Ensembles (das waren die zähnefletschenden Damen). Im übrigen war es ihre erste Opernregie. Dass das Mailänder Publikum jeglichen Versuch von Regietheater in der Mehrzahl nicht begrüßen würde, war mir vorher klar. Die Buhrufe also nicht verwunderlich.
edit: Ups, da hab ich doch den Dirigenten vergessen. Barenboim schien mir nicht ganz so inspiriert wie bei seiner Carmen an der Staatsoper, auch wenn ich seine Zwischenmusiken wieder spitze fand. Der Rest kam mir manchmal etwas schleppend vor....
LG
Rosenkavalier
Re: CARMEN IN DER SCALA
Norina - 08.12.2009, 17:48
Ich habs auch gesehen, allerdings ebenfalls erst ab der Kartenszene.
Mir haben die Sänger, mit Ausnahme der Micaela, allesamt sehr gut gefallen, auch darstellerisch, wobei ich den angeblich etwas blassen Auftritt Escamillos beim Torrerolied ja leider nicht gesehen habe.
Auch Micaelas Stimme hat mir mit ein paar Abstrichen recht gut gefallen, hinschauen konnte ich bei den Szenen aber nicht, die Sängerin wirkte mir zu unruhig und nervös.
Die Inszenierung fand ich ganz in Ordnung, sehr gestört haben mich allerdings die sakralen Elemente und Micaelas Auftritt als Mutter fand ich nur unpassend, für mich wurde dadurch die ganze Dramatik und Eindringlichkeit der Szene zerstört.
Re: CARMEN IN DER SCALA
Rosenkavalier - 08.12.2009, 18:20
Norina hat folgendes geschrieben:....... Micaelas Auftritt als Mutter fand ich nur unpassend, für mich wurde dadurch die ganze Dramatik und Eindringlichkeit der Szene zerstört.
Die Szene fand ich wiederum gut. Sie zeigt, dass Don José Carmen dermaßen verfallen ist, dass er sich noch nicht mal angesichts seiner sterbenden Mutter ihrem Einfluss entziehen kann/will. Denn zu Micaela fühlt er sich ja eh nie wirklich hingezogen...
LG
Rosenkavalier
Re: CARMEN IN DER SCALA
Norina - 09.12.2009, 16:52
Rosenkavalier hat folgendes geschrieben:Norina hat folgendes geschrieben:....... Micaelas Auftritt als Mutter fand ich nur unpassend, für mich wurde dadurch die ganze Dramatik und Eindringlichkeit der Szene zerstört.
Die Szene fand ich wiederum gut. Sie zeigt, dass Don José Carmen dermaßen verfallen ist, dass er sich noch nicht mal angesichts seiner sterbenden Mutter ihrem Einfluss entziehen kann/will. Denn zu Micaela fühlt er sich ja eh nie wirklich hingezogen...
LG
Rosenkavalier
Was die Szene gezeigt hat, habe ich schon verstanden und das kann man auch sicherlich so machen, aber für mich persönlich paßt das irgendwie nicht. Weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll, mir kommt da einfach die Persönlichkeit Micaelas (die in der Oper ja eh schon sehr sparsam überhaupt ausgedeutet ist) zu kurz und dadurch fehlt mir irgendwie Direktheit. Gerade bei so einer direkten Person und bei so direkten Szenen wie denen mit Carmen paßt für mich dieses "Übersinnliche" nicht hinein, mir ists zu wenig "körperlich".
Ich habs eigentl. immer so gesehen, daß José sich zu Micaela hingezogen fühlt - aber eher wie zu einer Schwester. In der Inszenierung jetzt ist Micaela in meinen Augen nur als Instrument zur Darstellung der Beziehung José - Mutter "benutzt" worden und da fehlte mir irgendwie die Greifbarkeit.
LG
Norina
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