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Re: - Ein (kleines) Traktat über die russische Mentalität -
rasor5fox - 05.12.2009, 16:06- Ein (kleines) Traktat über die russische Mentalität -
[b]
- Ein Traktat über die russische Mentalität
oder:
„...die Russen kommen!!“ -
Wir sind schon ein komisches Volk!
Wir bauen den ganzen Kram nicht, weil wir ihn unbedingt brauchen, sondern aus zwei völlig anderen Gründen: erstens mal sind die Winter kalt und langweilig, außerdem - weil wir es auch können. Mit ungezügelter Liebe zum Objekt basteln wir alles Mögliche und spielen mit den Details herum, als würden wir nichts besseres zu tun haben.
Aber, mal ehrlich, Korinthenkacken gehört nicht zu unserem Metier - würde mich nicht wundern, wenn der Spruch "die einfachste Lösung, ist meistens auch die Richtige" ursprünglich von einem russischen Ingenieur stammt. Wobei das Maximum an Funktionalität meistens schnell erreicht ist.
(Wir sind nicht so abstrakt angelegt im Denken, wie die Amis zum Beispiel mit ihren Siliciumkeksen; oder wie die Deutschen, mit ihrem ständig verbesserten Superkochlöffel mit dem sie in den Elementarteilchen wie besessen rühren.)
Der Rest einer neuen grad entwickelten Technik entsteht aus Liebe zum dekorativen Detail und dem berühmtberüchtigten "Hacken-an-der-Sache" samt "Ohoh..Das-war-so-nicht-geplant...!" - Notabschalter.
Das sind im Übrigen Standartfunktionen.
Im Grunde bauen die Russen nichts, was nicht jeder Ami und jeder Deutsche, jeder Israeli und auch jeder Franzose nicht zu stande bringen würden. Nur irgendwie sind wir die Einzigen, die einfach so primitiv denken, dass wir dadurch erst auf jene Ideen kommen. (Hmm..Wahrscheinlich ist der viele schwarzgebrannte Vodka im Laufe der Jahrhunderte an dieser Art zu Denken Schuld.)
Aber echt; es gibt doch nichts auszusetzen an einem warmen Kamin, einem Stinkefisch mit Meerrettichtunke, nem Gläschen Vodka zum Vorwärmen und dem verwässerten Bier, um den Geschmack auf den Zunge wieder loszuwerden. Dazu noch ein Bleistift, Zeichenblock und ein Lineal und fertig ist die Langstreckenrakete für den Hobbytüftler. In dem Sinne; die könnte auch im Garten, neben dem Fischteich eingegraben werden, um den baufälligen Gartenschuppen endlich mal anständig abzustützen, der seit letztem Winter fast am Zusammenbrechen ist, weil das schlecht geklempnerte Dach der Schneelast einfach nicht standgehalten hat.
Nun.
Der Westen sieht das leider 'n bisschen anders. Und bevor der Konstrukteur des "neuen Stützbalkens für den Gartenschuppen" überhaupt auf den Gedanken kommt, dass dem Teil einfach nur ein Düsenantrieb fehlt, rafft der Ami zusammen mit dem Israeli, Iraker und dem Franzosen einem den Stützpfosten weg, kichert gemein und sagt: "Ätschbätsch - jetzt hab ICH dein Spielzeug, und versohl DIR damit den Hintern, du TROTTEL!"
Es ist wirklich sehr selten, dass ein Russe, der etwas gebaut hat, von vorne rein alle angenehmen (und unangenehmen!) Nebeneffekte miteingeplant hat.
(Wenn Sie jemanden kennen, der behauptet Russe zu sein und seine Tüfftelei mit allen seinen Funktionen kennt und benennen kann, ohne etwas aus alkoholisch bedingter Zerstreutheit übersehen zu haben, dann versichere ich Ihnen: DAS ist KEIN Russe; DAS ist EIN Deutscher. Mit Theorie haben wir's nämlich nicht so...)
So kommt es häufig vor, dass wir uns gern mal selbst in die Luft jagen - im Kleinen, wie im Großen Stil; und meistens auch noch aus der schier nie kleiner werdenden und überaus naiven Vorstellung, dass doch sowieso alles gut geht; ...so, wie fast nie.
Man kann uns leichten Gewissens "Ihr Vollpfosten!" schimpfen. Man sollte uns nur nicht beleidigen, denn alles was wir bauen hat Charakter. Und wenn wir erstmal beleidigt sind, weil man uns eine unserer geliebten MiC 21 vor der Nase weggeklaut hat, dann Obacht mit der darauffolgenden flugfähigen Entwicklung!
Dementsprechend braucht man sich eigentlich nicht mehr über die Tücken der MiC 23 aufzuregen - die ist einfach genauso schlecht gelaunt, wie ihre Erbauer.
Das nur am Rande, um ein reales Beispiel für ein Stück russischer "Ich-hab-n-miesen-Tag!"-Technik zu nennen.
Ein Letztes noch zu der irgendwie angeborenen Faulheit Dinge einfach mal Instand zu halten oder zumindest mal ‚hin und wieder drüber zu wischen’:
Ich spiel ja auch nicht mehr mit Barbies, dafür bin ich inzwischen zu alt. Ich hab jetzt ein Nintendo. Das macht mehr Spaß.
That's it!
FoX
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- Another Way of Education - - gepostet von rasor5fox am Sonntag 08.11.2009
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