Chez Pierre

USS-Hazard
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    Re: Chez Pierre

    Louis Landau - 26.10.2009, 00:32

    Chez Pierre
    USS Hazard, irgendwann im Februar 2376

    -- Quartier Nerina Celei

    Nerina betrachtete sich im Spiegel. Sie sah schrecklich aus, oder empfand es zumindest so, weil sie sich genau so fühlte. Kein Wunder, nach dem Horror der letzten Zeit, dessen Ende nicht mit dem des Gezeichneten zusammengefallen war. Denn die Aufräumarbeiten, die daraufhin begonnen hatten, waren nur zu oft zur Bergungsaktion geworden. Anfangs zweifelte Nerina daran, ob sie noch genug Torpedohüllen für die Weltraumbestattung zur Verfügung hätten - aber dazu war es ohnehin erst nach Aufhebung der Quarantäne gekommen. Undenkbar, vorher jemanden von der Besatzung ins All zu schießen...
    Nerina schüttelte die Gedanken daran mit Mühe ab, konzentrierte sich ganz auf den Versuch, ihre Haare mithilfe von Bürste und unzähligen Haarklemmen in Form zu bringen. Was davon, nach dem Kampf auf Deck #3, und später Nerinas entnervten Griff zur Schere, um die Haare zumindest auf etwa gleiche Länge zu bringen, noch übrig war.
    Auch, wenn versucht worden war, die militärische Ordnung so gut wie möglich aufrecht zu erhalten, war noch nicht recht der Alltag eingekehrt. Und auch, wenn Nerina versucht hatte, sich wie eine Vorzeigeoffizierin zu benehmen, hatte sie nicht unbedingt wie eine ausgesehen. Es hatte weit Wichtigeres gegeben als ihren missglückten Haarschnitt.
    Mit einem Fauchen warf sie die Bürste beiseite und ließ die restlichen Haarklammern ins Waschbecken fallen. Eine nach der anderen rupfte sie die übrigen wieder heraus und fuhr sich mit den Fingern durch die Haare, die ihr unterhalb des Stirnreifs wild vom Kopf abstanden. Heute hatte sie wirklich nicht die Geduld dafür!
    ‚Erst mal frühstücken…‘, beschloss Nerina, und zog sich ein T-Shirt über den Kopf, wodurch ihre Haare noch chaotischer aussahen als zuvor.
    Da kam ihr Pierres Durchsage, dass er heute den Friseursalon wieder eröffnen wollte, gerade recht.
    Nerina zögerte kurz. Ob sie…?
    Im nächsten Moment war sie in eine Hose geschlüpft und eilte aus dem Quartier, um bei Pierre zu sein, ehe ihr jemand anders zuvorkam.
    Im Moment entsprach ihr Inneres ihrem Äußeren, und vielleicht würde sie sich ja auch besser fühlen, sobald zumindest für letzteres Sorge getragen war.

    – Anderswo an Bord

    Kestra wanderte verstimmt und leicht deprimiert durch das Schiff, tief versunken in Gedanken. In den letzten 4 – 5 Nächten war sie schreiend aus ihren Träumen erwacht und aus dem Bett gesprungen. Noch immer träumte sie von Spinnen, die auf ihren Körper umher krabbelten und sie bissen. Der Schlafmangel war ihr inzwischen an den dunklen Augenringen anzusehen. Sollte sie das Angebot der Counselor annehmen und endlich ein Gespräch beginnen?
    Sie schüttelte den Kopf. Nein, damit würde sie allein fertig werden. Sie musste nur noch raus finden wie.
    Bisher hatte es immer geholfen, wenn sie lange Spaziergänge am Strand des Opalmeeres gemacht und dabei den Seevögeln zugeschaut hatte. Sie hatte ein eigenes kleines Boot gehabt, das zwischen Schilf gut versteckt war. Sie konnte alles sehen, sie selbst war verborgen. Sie seufzte, wie sehr ihr im Moment der Wind fehlte, der ihr durch die Haare wehte. Sie strich sich hindurch und da kam die Durchsage des Friseurs, dass er seinen Laden wieder geöffnet hatte.
    Ein Lächeln erhellte ihr Gesicht und die Laune wurde umgehend besser. Mit Vorfreude auf einen angenehmen Beauty-Tag im Salon machte sich die Empathin auf den Weg.

    – Friseursalon "Chez Pierre"

    Endlich war die Zeit des Aufräumens vorbei. Den Friseursalon wiederzueröffnen stellte nun den hoffentlich letzten Schritt dar. Wenn jetzt nicht die Normalität an Bord zurückkehrte, wenn dann? Außerdem zwickte es ihn in den Fingern mittels einer Schere den ästhetischen Hochgenuss herzustellen: Haare zu riechen, zu fühlen und in kleine Kunstwerke zu verwandeln.
    Seine eigenen Haare waren ja leider nicht so zahlreich, als dass er dort viel erreichen konnte. Einzig sein Pferdeschwanz rebellierte noch gegen die bevorstehende Haarlosigkeit. Wie viele Jahre noch und würde er sich eines Tages dazu durchdringen sich Echthaar zu transplantieren? Eine Eitelkeit, die er sich jetzt noch nicht genehmigte, seine ‚Offenlegung’ durch die Klingonin lag erst wenige Monate / Wochen zurück. Sowieso hatte die exzentrische Frisur das Geschäft belebt.
    Ein letztes Mal streifte sein Blick die polierten Spiegel und die neu installierten Trockenhauben. Jedes kleinste Kabel und alle isolinearen Chips mussten einwandfrei funktionieren. Nicht auszudenken, wenn er am Eröffnungstag einen Techniker benötigte. Zögern konnte er jetzt nicht mehr, die Durchsage war erfolgt und bald würden die ersten Besucher eintreffen. Nur noch eine kleine überkommene Formalität galt es zu erledigen.
    Er nahm seine Schere und ging vor die Tür. Ein rotes Band hatte bisher allen Zutritten getrotzt, auch wenn eine Zugangssperre sicher effektiver gewesen wäre. Aber die Tradition wollte es so.
    Kaum war er draußen, wirbelte ihm auch schon das erste Opfer entgegen. Ein Opfer einer unsacht bedienten Schere. Wer hatte sich denn da nur vergriffen? Einen Moment musste er überlegen, wer da vor ihm stand: Die Chefin der Sicherheit höchstpersönlich.
    „Salut Madame Celei! Sie wollen sischer die Erste sein in meinem rund’erum erneuerten Salon. Einen kleinen Moment nur noch.“
    Er zückte die Schere und versteifte sich etwas in seiner Haltung. Ein gekonnter Schnitt und das rote Band war entzwei.
    „’iermit ist es eröffnet. Treten Sie ruhig ein.“

    Nerina grinste etwas unbeholfen, als sie Pierre du Cheval begrüßte. Mit „Madame“ angesprochen zu werden kam ihr merkwürdig vor, sie fühlte sich nicht wie eine Madame. Genauso, wie es sich merkwürdig für sie anfühlte, mit einem freundlichen „Guten Morgen, Mr. du Cheval“ zurück zu grüßen.
    Seltsam, da hatte sie vor der Mission der Authentizität wegen sogar ein Hologramm von Pierre du Cheval in das Trainingsprogramm eingebaut, aber seinen Salon hatte sie noch nie betreten. Nun ja, bislang war es ja auch nicht nötig gewesen. Nerina bezweifelte stark, dass es hier einen Zwischenfall geben könnte, der ihre Anwesenheit als Sicherheitschefin verlangte. Und falls sie Spliss gehabt hatte – nun, dem war auf unschöne Weise abgeholfen worden. Aber deshalb war sie ja hier, um den Haarschnitt, den die Cyberspinne ihr hatte angedeihen lassen (und der wohl eher als Kopf-ab-Schnitt gedacht war), von einem Profi ausbessern zu lassen. Pierre würde schon wissen, wie man ihre Haare in Zaum hielt.
    So setzte sie nun zum ersten Mal den Fuß in seinen Salon, ihre Finger streiften beim Eintreten die eine Hälfte des roten Bandes, das Pierre eben etwas theatralisch durchgeschnitten hatte.
    „Wow“, murmelte sie nur.
    Sie war überrascht, wie schnell Pierre seinen Salon wieder auf Vordermann gebracht hatte. Und dabei hatte er offenbar gleich noch neu dekoriert. Während die Hazard rein äußerlich wieder auf Vordermann gebracht war, gab es noch genug Bereiche, wo Reparaturen anstanden. Der Friseursalon jedoch sah aus, als würde die Hazard heute erst vom Stapel laufen. Nichts ließ erahnen, welche Gefechte sie erst vor kurzem durchgestanden hatte.
    Aber wenn man den Gerüchten glauben durfte, hatte Schi'Achper'chta La'Uf aus der Wissenschaft so gut wie jede freie Minute hier verbracht, um dabei zu helfen, den Friseursalon wieder in Schuss zu bringen. Immerhin besuchte sie ihn unter normalen Umständen täglich, Nerina wunderte sich, dass La‘Uf jetzt nicht hier war.
    Sie strich über die Lehne eines der bequem aussehenden Drehstühle, und wandte sich dann zu Pierre um.
    „Tja, ich… könnte Ihre Hilfe gebrauchen… wie man sieht“, meinte sie etwas kleinlaut und zwirbelte eine Haarsträhne zwischen den Fingern.

    Pierre freute sich, dass Nerina beeindruckt war. Dabei hatte sie gar kein Vergleichsobjekt, war sie zuvor noch nie hier gewesen. Wenn er es richtig anstellte, würde sich das natürlich ändern.
    „Dafür bin isch ja da.“
    Mit einem Handzeichen bat er sie, sich zu setzen.
    „Kurz stillhalten, während der Stuhl Sie scannt.“ Ihr Kopfprofil wurde analysiert und auf ein Padd geladen.
    „Kann isch Ihnen erst einmal etwas zu trinken anbieten? Kaffee, Tee? Dann können Sie kurz durch den neuen Katalog blättern und entscheiden, was wir mit Ihrem … ’aar machen“
    Er reichte ihr das Padd, was verschiedene Frisuren zur Auswahl hatte und das er erst vor ein paar Stunden aktualisiert hatte. Mit jedem Klick änderte sich ihre Frisur entsprechend dem Vorbild und auch eine Anpassung an gewelltes oder geglättetes Haar war jederzeit möglich.

    Das kurze Zögern war Nerina nicht entgangen. Aber wie viel mehr Diskretion wollte sie von einem Friseur verlangen? Immerhin hatte er bei ihrem Anblick nicht jammernd die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.
    „Ich, ähm… Tee. Danke.“
    Nerina nahm das Padd entgegen und blickte darauf. Offenbar hatte der Scan nicht nur ihre Gesichtsform sondern auch ihre aktuelle Haarlänge berechnet, denn das Padd zeigte ihr eine Vielfalt an Kurzhaarfrisuren. Nerina klickte eine nach der anderen weg. Da war so einiges vertreten, von der glamourösen Tolle über die verspielt-verwuschelten Strähnchen und den sportlich-androgynen Undercut. Aber nichts, von dem sie sich vorstellen konnte, dass es ihr jeden Morgen aus dem Spiegel entgegenblickte.
    Warum fühlte sie sich so komisch? Nicht unwohl, aber irgendwie fehl am Platz. Vielleicht, weil sie so selten zum Friseur ging, und den zuvorkommenden Pierre nicht gewöhnt war. Ein Friseur, der sie kannte, bot ihr auch gar nicht erst ein Padd mit Frisuren zur Auswahl an. Im Grunde lief es bei ihr immer auf das Gleiche raus: Spitzen schneiden, wenn es unumgänglich wurde.
    Wann hatte sie sich überhaupt letztes Mal die Haare schneiden lassen? Den Zwischenfall mit der Cyberspinne nicht mitgerechnet… Nerina kam zu dem Schluss, dass es noch vor Ende des Dominion-Krieges gewesen sein musste, vor ihrer Rückkehr auf die Akademie für den Unteroffizierskurs. Vor mehr als einem halben Jahr.
    Nerina war regelrecht erleichtert, als sie eine Frisur sah, die relativ unauffällig wirkte, und so, als könnte sie selbst sie auch ohne Pierre handhaben. Sie wollte kein Styling, bei dem sie jeden Morgen um Hilfe bettelnd im Salon stehen musste.
    Der Seitenscheitel wäre neu, und die Stirnpartie war glattgezogen und hinters rechte Ohr gestrichen. Aber diese Haarsträhnen ließen sich ja notfalls auch mit einer Haarklammer an Ort und Stelle halten.
    Nerina nahm den Stirnreif ab und legte ihn behutsam nahe der Wand auf dem schmalen Tisch vor sich ab, direkt unter dem Spiegel, der ihr noch mal in aller Deutlichkeit ihre verhunzte Frisur vor Augen führte.
    Es war merkwürdig, von einem Moment auf den anderen Pierres Gefühle zu spüren. Doch Nerina versuchte nicht, sich zu verschließen. Sie hatte bei dieser Mission wieder einen kleinen Schritt auf dem Weg gemacht, ihren Kräften offener gegenüber zu stehen.
    Doch ehe Nerina sich in Gedanken zu ihren Kräften verlieren konnte, kam auch schon Pierre mit dem Tee zurück.
    Nerina nahm dankbar die dampfende Tasse entgegen und reichte ihm im Austausch das Padd zurück.
    „Ich hab keine Ahnung, wie man das nennt, aber ich glaube, das ist es“, lächelte sie verlegen zu ihm empor.
    Anhand seiner Gefühle konnte sie ziemlich genau einordnen, was er von ihrer momentanen Aufmachung hielt. Aber um die zu ändern war sie ja hier!

    „Eine gute Wahl.“
    Ein schöner Bob und nicht so einen Wischmop, den sie gerade trug.
    „Dann wollen wir mal waschen.“
    Pierre drückte auf einen Knopf und unterhalb des Spiegels, dem Nerina gegenüber saß, öffnete sich eine Schublade mit Waschbecken. Er zog seine Handschuhe über und begann das Shampoo einzumassieren. Eine interessante Kopfform, aus der sicher einige Phrenologen was gelesen hätten. Er verstand davon nichts, bloß gewisse Punkte vermochte er zu drücken. Die letzten Wochen hatten diese Kopfhaut stark strapaziert und Entspannung tat da gut. Einfach loslassen. Das Shampoo auswringen und an die Arbeit gehen.

    Nerina ließ sich im Sessel zurücksinken und schloss die Augen, während Pierre ihr die Haare zu waschen begann. Sie war noch immer etwas nervös, und schön langsam war ihr auch klar, warum. Das hier war kein „Hinsetzen, Spliss weg und wieder raus“-Friseurbesuch.
    Pierre wollte sie hübsch machen. Und das war etwas, womit Nerina nicht besonders viel Erfahrung hatte.

    Die Tür zum Salon öffnete sich und ganz kurz nur machte sich Enttäuschung breit, sie war nicht die erste.
    ‚Schade’, dachte Kestra, ‚Aber egal, ich habe Zeit.’
    Sie lächelte den Friseur und Nerina Celei freudestrahlend an. „Hallo Herr Du Cheval, klasse dass Sie Ihren Laden wieder aufgemacht haben, dann kann ich Sie ja bald in Beschlag nehmen!“
    Sie setzte sich neben Nerina, genoss die Bequemlichkeit des Stuhls. „Hi Nerina, so ein Besuch bei einem Friseur ist doch das Schönste für eine Frau von Welt. Dann machen wir uns heute einen schönen Frauentag!“

    Schon als die Tür sich hinter ihr öffnete, konnte Nerina einen Hauch von Enttäuschung spüren. In Gedanken beruhigte sie sich selbst ‚Lass dir kein schlechtes‘ – und weiter kam sie gar nicht, da wurde sie auch schon von einem Schwall an Worten und positiven Gefühlen überrollt.
    ‚Frauentag?!‘
    Nerina hob abrupt den Kopf und öffnete die Augen. Sofort lief ihr schaumiges Wasser die Stirn und den Nacken hinunter.
    Pierre reagierte rasch und drückte ihr ein Handtuch in den Nacken, ehe das Rinnsal im Halsausschnitt ihres T-Shirts verschwand.
    Nichtsdestotrotz fluchte Nerina leise, weil sie Shampoo ins Auge bekam. Sie ließ sich, auch ohne dass Pierre hätte bitten müssen, rasch wieder zurücksinken, damit er es ausspülen konnte.
    Es war nur ein weiterer Beweis dafür, wie sehr sie mit den Nerven am Ende war, dass sie bei Kestras Worten in die Höhe schoss, als habe die ein Attentat geplant. Sie war sich nämlich nicht sicher, ob sie einen ganzen Tag mit Kestra verkraften würde, geschweige denn den ganzen Frauenkram. Wahrscheinlich wollte Kestra nur Konversation machen, sich von Pierre verwöhnen lassen und dabei ausspannen.
    Nerina wollte sich einfach nur die Haare schneiden lassen.
    Sie hatte noch nie einen Frauentag gemacht, und „Frau von Welt“ war sie erst recht keine.
    Während andere Mädels in ihrem Alter erste Schminkversuche unternahmen, hatte sie Kickboxen trainiert. Statt auf hohen Absätzen hatte sie auf den Händen zu laufen gelernt. Dem Paartanz auf dem Parkett hatte sie das Spiel in der Roda vorgezogen.
    Nerina seufzte leise, sie vermisste ihre Capoeira-Gruppe. Während ihrer Zeit auf der Akademie, und auch jetzt auf der Hazard hatte sie sich mehr auf Aikido und Muay Thai konzentriert, das Capoeira-Training hingegen schleifen lassen. Natürlich konnte sie jederzeit auf dem Holodeck eine Roda generieren, aber es war nicht dasselbe.
    Die junge Frau seufzte ein zweites Mal, länger und etwas entspannter.
    Sie musste ja zugeben, dass Pierres Wohlfühl-Programm ihr gefiel. Die Kopfmassage war angenehm, der Franzose arbeitete geschickt und sanft. Warum nur hatte Kestra hereinplatzen und sie daran erinnern müssen, dass das nicht zu ihr passte?

    „Zut“, fluchte Pierre kurz leise vor sich hin. Er war für einen Moment unaufmerksam gewesen, als Kestra hineingeplatzt kam und hatte es zugelassen, dass Nerina sich aufregte. Dabei war Ruhe jetzt besonders wichtig für sie. Zu einem gewissen Grade war Arbeit eines Friseurs immer auch Therapie. Es sich gut gehen lassen, über seine ganz privaten Probleme reden und nebenbei das eigene Bild von sich verschönern.
    Er kannte Kestra noch nicht sehr gut und wusste das Verhältnis der beiden schlecht einzuschätzen. Würde sich Nerina jetzt unwohler fühlen, da Kestra hier war? Rausschmeißen wollte und konnte er sie nicht, aber sie bitten nicht ganz so stürmisch zu sein. Schließlich musste er sich auch konzentrieren.
    „Ja, aber Sie werden sisch gedulden müssen, Madame Kruspe. Isch ’abe gerade erst angefangen. Kann isch Ihnen in der Zwischenzeit was zu lesen anbieten? Oder was zu trinken?“ Nebenbei trocknete er Nerinas Haare noch ein bisschen, so dass er bald mit dem Schneiden anfangen konnte.

    Kestra bedankte sich bei Pierre, und war froh, dass er sie so zuvorkommend behandelte, nachdem sie ihn in der Hitze des Gefechts sogar einmal als Idiot beschimpft hatte. „Einen Schwarztee, bitte. Und wenn Sie was zum Thema Mode hätten…“
    Während Pierre geschäftig davonwuselte, um ihr das gewünschte zu bringen, musterte sie Nerina neugierig von der Seite. Natürlich hingen die Ereignisse der letzten Tage ihnen allen nach. Aber ein Friseurbesuch war doch eine Zeit der Ruhe und des Wohlbefindens. Wie konnte man sich da so leicht aufschrecken lassen, nur weil eine weitere Kundin zur Tür herein kam?
    Die Gefühle, die Kestra von Nerina empfing, deuteten darauf hin, dass sie gar nicht recht hier sein wollte. Kestra konnte nicht genau sagen, warum. Vielleicht war Nerina einfach nicht wohl bei dem Gedanken, noch mehr von ihren Haaren einzubüßen. Kestra strich sich mit den Fingern über die eigene schwarze Mähne, die sie nur ungern missen würde.
    Nerinas Haar war immerhin mehr als schulterlang gewesen, und ihr war die Entscheidung, es abzuschneiden, nicht selbst überlassen geblieben. Wobei sie sich ohnehin glücklich schätzen konnte, nicht gleich den Kopf verloren zu haben, sondern lediglich ein paar Haarsträhnen.
    Kestra verzog leicht das Gesicht, sie wollte nicht an den Kampf denken, der Nerina wohl heute hierher geführt hatte. Sie wollte überhaupt nicht ans Kämpfen denken, davon hatte sie fürs Erste genug.
    Wieder sah sie Nerina an. Die hatte nicht mal zurück gegrüßt.
    Kestra spürte, dass die junge Frau sich nicht so recht wohl in ihrer Haut fühlte. Da war ein Gefühl von Eile, als wolle sie es einfach schnell hinter sich bringen, als könne sie nicht genießen. Was konnte Nerina schon so dringendes vorhaben? Vorfreude war keine zu spüren, also stand wohl kein Date auf dem Plan, für das sie sich hübsch machen wollte.
    ‚Ich glaube, sie muss einfach mal locker lassen. Sich einen Tag lang nur für sich Zeit nehmen‘, dachte Kestra und nahm sich vor, Nerina wirklich mal zu einem Frauen-Tag zu überreden. Was gab es besseres, um sich zu entspannen und zu amüsieren?

    Nachdem er Kestra mit einem etwas offenzügigeren Modepadd – was sicherlich ihrem Geschmack entsprach – und dem Tee versorgte, hoffte er jetzt Ruhe zu haben. Beim nächsten, der reinkam, würde er anfangen, Termine zu vergeben.
    Er fing an, Nerinas Haare durchzukämmen, um letzte Fitze und Knoten zu entfernen. Seine Schere lag griffbereit und nun begann er fast automatisch zu arbeiten. Links der Kamm, rechts die Schere. Begonnen am Hinterkopf und immer getreu der alten Weisheit: Lieber einmal zuviel gekämmt, als einmal zuviel geschnitten.
    „Wie läuft es denn derzeit in der Sicherheit? Regelt sich alles so langsam wieder?“, versuchte er etwas Smalltalk zu betreiben.
    Die Seiten waren leicht asymmetrisch zu schneiden und danach ging es daran die Konturen auszurasieren.
    So ein Rasiermesser konnte einem leicht Angst einjagen, aber trotz all der Technik war es immer noch das präziseste und gefühlvollste Werkzeug. Sicherlich gab es auch Billigfriseure, die mit Laserskalpellen arbeiteten und somit eine Frisur in 5 Sekunden fertig stellen konnten. Aber sein Stil war es nicht. Frisieren war eine Kunst und deshalb musste man die Handhabung seiner Werkzeuge sicher beherrschen.
    Das fing schon mit dem Öffnen an: Einmal angetippt und dann in einer fließenden Bewegung geöffnet.

    Nerina gab auf Pierres Frage nur ein unbestimmtes „Mhm“ von sich. Sie wollte jetzt nicht an die Arbeit denken, oder zumindest nicht an ihre eigene.
    „Es tut gut, dass Sie den Salon wieder geöffnet haben. Das ist ein weiteres Stück Normalität“, versuchte sie das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken.
    Sie beobachtete Pierres Werken im Spiegel, konnte sich aber noch nicht ganz vorstellen, wie das Endergebnis aussehen würde. Selbst bei den Scans, die eine Voransicht ermöglichten, glaubte sie nicht recht daran, dass das Bild ihre exakte Haarstruktur wiedergegeben hatte. Allzu groß würde der Unterschied ja hoffentlich nicht ausfallen, dennoch war Nerina auf das Endergebnis gespannt. Im Moment war ihr Haar noch nass, und lag stets einen Moment glatt am Kopf an, nachdem Pierre den Kamm durchgezogen hatte, ehe es sich wieder zu kringeln anfing.
    Als Pierre dann auf einmal ein Rasiermesser in der Hand hielt, wurde ihr doch ein klein wenig mulmig zumute. Was wollte er denn jetzt damit? Offenbar war ihrem Gesicht die Besorgnis auch anzumerken, denn Pierre warf ihr via Spiegel einen Blick zu, der zu sagen schien: „Schon in Ordnung. Lassen Sie mich nur machen.“

    „Nur keine Angst“, sprach er Nerina beruhigend zu. Schließlich saß hier die Chefin der Sicherheit vor ihm und bei einer unkontrollierten Bewegung konnte sie ihm, auch wenn sie im Moment zierlich wirkte, sicherlich das Handgelenk brechen und ihn sofort entwaffnen.
    Die Nackenpartie wurde ausrasiert und noch einmal jede Haarlinie angesehen. Sie würde zufrieden sein.

    Nerina wollte schon eine scherzhafte Bemerkung machen, dass sie keine Angst habe, und außerdem für alle Fälle eine Krankenschwester an ihrer Seite. Sie war sich nur nicht sicher, ob Pierre das richtig verstehen oder als Angriff auf seine Kunstfertigkeit als Friseur verstehen würde, also blieb sie lieber still und lächelte bloß.
    Bei der Berührung des Messers an ihrem Nacken zuckte sie kurz zurück, und Pierre ermahnte sie ruhig: „Still halten.“
    Nerina lachte nervös. „Entschuldigung. Es ist nur… als die Cyberspinne mir die Haare geschnitten hatte, hat sie Nacken und Rücken gleich mitgenommen… aber Sie haben es ja nicht auf meine Haut abgesehen.“
    ‚Und werden schon wissen, was Sie tun‘, fügte sie in Gedanken hinzu. So genau hatte sie sich das Bild des ausgewählten Haarschnitts dann doch nicht angesehen, dass sie hätte sagen können, was Pierre nun hinter ihrem Rücken mit dem Rasiermesser anstellte.

    „Mon dieu!“, regte sich Pierre leicht künstlich auf. „Dass die Viecher töten ist ja verständlich, aber auch noch frisieren? Und so stümperhaft. Ein Glück, dass wir sie los sind.“
    Ein kurzes Bild tauchte in seinem Geist auf: Er ersetzt von einer Spinne, in jedem der 8 Beine eine Schere haltend. Eine schreckliche Vorstellung.
    Danach griff er nach dem kleinen mobilen Fön. Das Trocknen der Haare ließ er doch lieber die Technik erledigen.
    Ein beherzter Griff zum Haarwachs diente noch dazu, um die Frisur in ihre endgültige Form zu bringen und einzelne verwirbelte Haare zur Räson zu bringen.
    „Et voilà“, rief er aus und betätigte einen kleinen Knopf:
    Dadurch verwandelte sich der Spiegel vor Nerina in einen Monitor und zeigte Nerinas Kopf beim Drehen um eine komplette Rundumansicht zu gewähren.
    „Sind Sie zufrieden?“

    Nerina starrte das Bild im Spiegel an und fasste sich automatisch an den Nacken. Vorsichtig betastete sie mit den Fingerspitzen ihre Haut und das bisschen Haar, das der Abbildung zufolge noch übrig war. Pierre hatte nicht nur die Konturen ihres Haaransatzes im Nacken symmetrisch ausrasiert, sondern auch einen Teil der Haare darüber so kurz geschnitten, dass sie praktisch kaum vorhanden waren. Es fühlte sich mehr an, wie ein kurzes, feines Fell als Haar.
    Dieses Ergebnis hatte sie nicht beabsichtigt, und Nerina ermahnte sich im Stillen, das nächste Mal genauer hinzusehen. Aber auch, wenn es unerwartet war, war es keineswegs unerwünscht.
    Ihre Finger wanderten Weiter, zupften an einer einzelnen Locke – ihre Locken waren noch nie so… klar definiert gewesen – und strichen sachte über die glattgezogene Strähne über der Stirn.
    „Ich… ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, murmelte Nerina. Die Frisur war gut, ohne Zweifel. Sie musste sich nur erst daran gewöhnen. So kurz hatte sie die Haare zuletzt gehabt, ehe sie von der Schule verwiesen worden war, aber damals war es mehr ein unbändiger Schopf gewesen.
    Die Frisur ließ sie jedoch nicht noch jünger wirken, als sie war, wenn überhaupt, hatte es ein wenig den gegenteiligen Effekt, was nur von Vorteil sein konnte. Sie war bei weitem die jüngste unter den Führungsoffizieren, ein etwas erwachseneres Erscheinungsbild als bisher konnte da nicht schaden.
    Und da war noch etwas anderes an der neuen Frisur, etwas das sie nicht genau benennen konnte. Nur eins stand für sie fest, dass sie Veränderung positiv war.
    „Danke“, fügte sie nach dieser merklichen Pause mit einem herzlichen Lächeln hinzu.

    Kestra hatte sich durch das Padd geklickt, doch ihre Blicke wanderten immer wieder zu Nerina und Pierre, während der Friseur seine Arbeit tat. Ihre Gedanken waren sowieso ganz woanders. Immer wieder drängten sich ihre Träume in den Vordergrund, und Kestra zoomte die nächste Abbildung auf dem Padd heran. Doch alle Mode des Quadranten konnte nicht verhindern, dass diese unangenehmen Gedanken immer wiederkehrten.
    Mal war es das Glänzen eines dichtgewebten, weißen Stoffes, der hauteng am Körper anlag, das sie an die Spinnenseide erinnerte, die sich um ihre Füße gewickelt hatte. Dann ein sattes Rostrot, eine Farbe zu ähnlich dem Leib mancher der Spinnenhybriden, als dass sie die Assoziation hätte vermeiden können.
    Dennoch hellte das Padd ihre Stimmung zwischendurch auch auf, wenn Kestra ein Schmuck- oder Kleidungsstück sah, das ihr besonders gefiel. Oder sie darüber staunte, wie gekonnt die Frauen der verschiedenen Rassen mithilfe der Intergalaktischen Mode in Szene gesetzt waren.
    Eine Trill in einem raffinierten Abendkleid, das so geschnitten war, dass man den Weg nachverfolgen konnte, den diese entzückenden Flecken ihren Körper entlang nahmen.
    Ein bolianisches Model, das durch Schnitt und Farbgebung seiner Kleidung auch mit der Glatze einfach umwerfend wirkte. War sicher nicht einfach gewesen, genau die Farbtöne zu finden, die mit der blauen Haut nicht nur harmonierten, sondern ihr schmeichelten.
    Dann eine Betazoidin, in farbenfroher, sexy Kleidung und mit einer gewagten Frisur, die der Mode beinah die Schau stahl.
    Als Kestra diese Mal aufblickte, war Nerina fertig. Sie hatte ihr schon vorher das eine oder andere Modell zeigen wollen, sich aber zurückgehalten. Das letzte, was ihr fehlte, waren ein zeternder Pierre und eine verstimmte Nerina, weil die im falschen Moment den Kopf gedreht und er die Frisur verschnitten hätte.
    Die Gefahr bestand ja nun nicht mehr, und umgehend tippte Kestra Nerina auf die Schulter.
    „Oh Nerina, schau dir dieses Kleid an. Es ist der letzte Schrei auf“, sie stockte kurz und blickte nochmal auf das Padd, konnte aber in dem Textblock den Namen des Planeten nicht so schnell wiederfinden. Nein, weiß war ohnehin nicht Nerinas Farbe, das würde sie nur noch blasser machen, als sie es ohnehin schon war. Aber Kestra hatte ein schwarzes Kleid mit ganz ähnlichem Schnitt gesehen, das sie Nerina nun zeigte.
    „Schau nur! Das würde nicht nur deine Figur, sondern auch deine Frisur super zur Geltung bringen. Und erst deine langen Beine! Was sagst du dazu?"
    Das Schwarz würde außerdem gut zu Nerinas Haaren passen.
    Sie zwinkerte Nerina kurz zu: „Ich glaube, der Schnitt schummelt sogar noch etwas Busen dazu.“
    Sie klickte ein Bild weiter, auf das nächste Modell: „Und das Rote erst! Das würde ja wohl jeden Mann umhauen, oder?“

    Nerina blickte entgeistert auf das Padd, das Kestra ihr in die Hand gedrückt hatte. Weniger wegen dem Padd, als wegen dem, was darauf abgebildet war.
    In ihrer Begeisterung hatte die Krankenschwester sich so weit zu ihr herüber gelehnt, dass sie halb über ihren Stuhl gebeugt saß. Und obwohl Nerina nun das Padd in der Hand hielt, tippte Kestra mehrfach darauf herum, um die gezeigten Kleider zu wechseln.
    Nerina hatte kaum Zeit gehabt, das erste Kleid richtig zu verarbeiten, als ihr auch schon das nächste präsentiert wurde.
    Sie klappte vor Staunen den Mund auf, war aber nicht unbedingt positiv beeindruckt. Das schwarze und weiße Kleid mochten sich in diversen Details unterscheiden, waren aber im Prinzip gleich. Tiefer Ausschnitt, auf einer Seite ein Beinschlitz, der fast bis zum Schritt hinaufreichte, und
    ‚Rückenfrei! Ausgerechnet!‘, schoss es Nerina durch den Kopf. Oh ja, genau das richtige für ihre neue Frisur. Der ausrasierte Part im Nacken würde wie eine Pfeilspitze auf ihre vorstehenden Rückenwirbel hinweisen.
    Und allein die dazugehörigen Schuhe! Wie hoch mochten die Absätze wohl…
    Da hatte Kestra schon auf das nächste Bild weitergeklickt und Nerina hielt den Atem an. Was um alles im Quadranten…! War den Modeschöpfern etwa der Stoff ausgegangen? Der leicht schräg verlaufende Ausschnitt reichte so tief, das er praktisch wieder mit dem hoch angesetzten Beinschlitz zusammentraf, sah man von dem bisschen gerafften Stoff dazwischen ab. Und natürlich, rückenfrei. Nerina legte den Kopf schief, als könne sie mit dieser hilflosen Bewegung etwas mehr Stoff hinzusehen. Aber das Modell blieb, wie es war, zwei schmale Bahnen roter Stoff, die sich vom Nacken aus über die Brust bis zur Hüfte hinab spannten.
    ‚Da darf man sich entweder nicht bewegen, oder keine Brüste haben‘, schoss es Nerina in einem Anflug von Panik durch den Kopf. ‚Die fallen ja raus!‘
    „Wenn du das auf einem Date trägst, wird dein Traummann hin und weg von dir sein.“
    Nerina merkte, wie ihre Wangen allmählich die Farbe des Kleides annahmen. Kestras Modetipps waren für ihren Geschmack ein bisschen – ach, wem wollte sie hier was vormachen! Eindeutig – zu freizügig. Warum empfahl sie ihr nicht gleich die althergebrachte Ferengi-Mode, nämlich Nacktsein. An den Kleidern hier war nämlich auch nicht sehr viel mehr dran…

    Nun störte Kestra wirklich. Nerina sollte sich mit ihrer neuen Frisur identifizieren und nicht von Kestra so überfordert werden mit unangebrachten Modetipps. Mode lag auch immer im Auge des Betrachters und nicht alles war auf jedes Wesen der Galaxis anwendbar.
    Er versuchte einzuschreiten:
    „Also isch glaube nicht, dass Sie sisch so entblößen müssen, um gut auszusehen. Das ist doch nur, wenn man keine anderen Qualitäten vorzuweisen hat.“
    Sein Charme verschwand aus der Stimme:
    „Außerdem sind Modetipps und Typberatungen meine Aufgabe. Wenn Sie es wünschen, kann isch Sie gerne dazu beraten, Miss Kruspe.“
    Sie als Kundin verprellen wollte er aber auch nicht.

    Verlegen war noch untertrieben, so wie Kestra sich im Moment fühlte. Immerhin spürte sie nicht nur den unterdrückten Ärger des Friseurs, sondern auch dass Nerina sich beim Anblick der Kleider geradezu unwohl fühlte. Hatte sie so einen schlechten Geschmack und auch noch daneben gehauen?
    ‚Ach Quark!‘, dachte Kestra und an den Friseur gewandt meinte sie: "Die Welt wär langweilig, wenn alle den gleichen Geschmack hätten, meinen Sie nicht auch? Aber eine Frau muss doch ihre Schokoladeseite zeigen, sonst bekommt sie ja nie einen Mann ab. So schlank, wie Nerina ist, dachte ich… aber Sie haben recht, die Kleider passen nicht so wirklich zu ihr."
    Das Padd legte sie zur Seite. „Welchen Vorschlag haben Sie, Mr. du Cheval?“

    Nerina saß mit zusammengezogenen Schultern auf dem Friseurstuhl und wäre am liebsten im Boden versunken oder in die Luft gegangen. Das war ja kaum auszuhalten!
    Erst brachte Kestra sie in Verlegenheit, und jetzt redete sie über sie, als wäre sie gar nicht wirklich da oder hätte keine eigene Meinung. Fragte Pierre, in welche Kleider der sie stecken würde, als wär sie ne Anziehpuppe.
    „Ich bin erwachsen und kann mir meine Klamotten selbst aussuchen!“, hätte sie am liebsten gebrüllt, was allerdings eine alles andere als erwachsene Reaktion dargestellt hätte.
    So beließ sie es bei einem rasch hervorgesprudelten: „Vielen Dank für den Haarschnitt! Dann will ich sie beide mal nicht länger aufhalten“, duckte sich zwischen Kestra und Pierre hindurch und flüchtete aus dem Friseursalon.

    << Fortsetzung folgt >>

    EDIT(20.02.10): Tippfehler und Absätze angepasst.



    Re: Chez Pierre

    Nerina Celei - 26.10.2009, 01:02


    für die, die's interessiert, ein kleiner Ausschnitt aus nem Bild, das ich mal von Nerina gezeichnet hab.
    So ungefähr würde ihre neue Frisur aussehen:




    der Avatar zeigt sie nicht mehr ganz so frisch vom Friseur mit etwas verstrubbelten Haaren *gg*



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 26.10.2009, 14:37


    Hihi, hat grad Spaß gemacht beim Lesen! :)

    Vielleicht lass ich Isa ja auch noch reinschauen....

    PS: sie könnte dort ja zum Beispiel durch Kestra von Nerinas Geburtstag erfahren und dann könnte gemeinsam die Planung gemacht werden! :)



    Re: Chez Pierre

    Nerina Celei - 17.11.2009, 01:29


    so, hier kommt die Fortsetzung.

    @Claudia: wir haben mal versucht, das Gespräch durch Lona auf das Thema Party zu lenken. Wenn du noch magst, kannst du Isa gern vorbei schicken und mitmischen :)

    ***************

    -- Friseursalon

    Nerina bezweifelte, dass Kestra ihr folgen würde, nicht jetzt, wo diese endlich selbst bei Pierre an der Reihe war. Trotzdem legte sie sicherheitshalber ein rasches Tempo bis zum nächsten Turbolift vor.
    Erst dort ließ sie sich mit geschlossenen Augen an die Wand sinken und atmete einmal tief durch, ehe sie die Turboliftkapsel Richtung Kasino dirigierte. Ein Frühstück hatte sie jetzt nötiger als zuvor.

    Pierre wollte gerade anfangen Nerina zu verteidigen: 'Vor allen Dingen, dass sie sisch wohl fühlt. Sie gewöhnt sisch erst an die neue Frisur. Warum sollte sie sisch weiter verbiegen und gegen eine fremde Person austauschen?' Aber da war sie schon aus der Tür entschwunden. Hatte es auch an ihm gelegen? Hatte er zu viel rein interpretiert in ihre neue Frisur, eine Façette ihres Wesens herausgearbeitet, die sie selbst nicht sehen wollte? Frisieren war immer ein schmaler Grat zwischen dem, wie man sich sah und wie man sich gerne sehen wollte. Ihr hinter her rennen konnte er jetzt nicht, er hatte schließlich noch eine andere Kundin zu bedienen. Vielleicht würde ihr die Einsamkeit auch gut tun.

    Mit großer Begeisterung begann sie sich mit Du Cheval über Mode und Lifestyle zu unterhalten. Nun, genau genommen kam Pierre kaum zu Wort, denn sie schwärmte vom Inhalt des Padds und fragte, ob er noch mehr davon auf Lager hätte.
    Dass Nerina den Salon verließ bekam Kestra erst mit dem Zischen der sich schließenden Tür mit. Verständnislos überlegte die Krankenschwester, warum sie gegangen war. Mode war das Lieblingsthema einer jeden Frau. Egal welcher Spezies sie angehört, welchen Planeten sie bewohnte oder auf welchem Entwicklungsstand sie sich befand. Jede Frau wollte einfach nur umwerfend auf die Männerwelt wirken.
    „Wissen Sie, warum Miss Celei gegangen ist?“

    War nun Kestra ihre Freundin oder nicht? Hatte sie denn nicht mitbekommen, dass sie Nerina überfordert hatte? Ihre Tipps einfach unangemessen waren? Aber vor den Kopf stoßen wollte er sie auch nicht. Hätte denn Nerina andere Gründe zum Gehen gehabt? Natürlich, sie war eine viel beschäftigte Person.
    "Je ne sais pas. Vielleischt gab es einen Zwischenfall? Sie ist schließlisch Chefin der Sicher‘eit."
    Nicht immer musste ein Kommunikator laut signalisieren, wenn jemand verlangt wurde. Und seine Geschichte klang mindestens genauso plausibel wie die Wahrheit.

    „Da könnten Sie natürlich recht haben, Arbeit geht vor.“
    War es wirklich die Arbeit? Oder hatte sie Nerina überfordert? In ihrem Überschwang Nerina für Mode zu begeistern schien ihr entgangen zu sein, dass die gar keine Lust dazu gehabt hatte. ‚Mist, ich hätte es anders angehen sollen.’
    Und dabei hatte sie extra Nerina zuliebe ihre Empathie zurückgehalten, sobald sie neben der jungen Frau Platz genommen hatte. Sie wusste doch, wie empfindlich Nerina reagierte, wenn man in ihren Kopf hineinschauen konnte, sobald sie diesen blöden Stirnreif nicht trug. Nun, damit hatte sie wohl auch nicht gerade gepunktet.

    „Aber nun gut, 'aben Sie sisch schon überlegt, was isch für Sie tun kann? Einen 'aarschnitt, eine neue Farbe? Oder etwas ganz anderes?“

    Kestra zog eine Strähne ihrer schwarzen Haare nach vorn, rieb sie zwischen den Fingern. Der Stress hatten ihnen zugesetzt. Sie waren stumpf, splissig und spröde. Sie wandte sich zu dem Spiegel, zappte durch das Padd schaute sich alle möglichen Frisuren an. Keine gefiel ihr wirklich. Und von ihrer mühsam gezüchteten Haarlänge wollte sie sich nicht trennen. Höchstens vielleicht die Spitzen schneiden.
    „Nun, ich möchte die Länge behalten, nur die Spitzen ein wenig. Und wenn Sie mir bitte ne Haarkur verpassen könnten. Sie sehen ja selbst wie mitgenommen sie aussehen!“ Während sie sprach hatte sie die Frisurvorschläge im Padd weiter geklickt. Mittlerweile war sie bei „Kunstvolle Hochsteckfrisuren“ angekommen mit passenden Schminktipps.
    Begeistert schaute sie den Frisur an und meinte. „Diese Frisur gefällt mir. Könntest du mich bitte passend schminken? Ich werde heute Abend ins Casino gehen und mich amüsieren. Bei dir lasse ich meine Seele baumeln und heute Abend geht die Post ab!“
    Beim Gedanken an entspannte Partyatmosphäre war sie ohne es zu merken vom höflichen „Sie“ ins vertrauliche „Du“ abgerutscht.
    Sie wollte heute Abend kein braves Mädchen sein, sie wollte feiern, flirten und Lonas Cocktails ausprobieren. Vielleicht war Roku Kamisari da.

    Pierre nahm das Padd zurück und nickte eifrig. „Aber sischer, meine Liebe“, meinte er zuvorkommend. Es war zwar gerade erst Morgen, und Kestra würde somit den ganzen Tag mit ihrem Abendlook herumlaufen, aber das war ja nun wirklich ihre Sache. Der Kunde war König.
    Er kämmte Kestras langes Haar einmal rasch und gründlich durch, ehe er mit der Haarwäsche anfing. Kestra sprach auf die Kopfmassage gleich an, sie war deutlich entspannter als Nerina und schien das ganze mehr zu genießen. Sie gab leise Laute des Wohlbehagens von sich, während Pierre das Shampoo einmassierte und mit lauwarmem Wasser auswusch. Nachdem er die Haarkur aufgetragen hatte, nahm er sich die Einwirkzeit über nochmal das Padd zur Hand und studierte die Hochsteckfrisur eingehend.
    Architektur und Frisurhandwerk hatten bemerkenswerte Gemeinsamkeiten: Beide arbeiten mit Modellen und setzten etwas naturgegebenes in eine kreative Neuschöpfung um. Ebenso musste man bei Gebäuden und Frisuren den umgebenden Stil beachten und konnte sie nicht unbedacht in die Landschaft oder auf x-beliebige Köpfe setzen.
    Das Bild vor ihm diente ihm auch als 'Bauanleitung': Ein paar antoupierte, gezwirbelte Strähnen, die kreuz und quer paarweise zusammengesteckt wurden, sodass die Enden teils wie ein Pony vors Gesicht hingen, während die restlichen frech in alle Richtungen abstanden. Das einzige, was ihm ein wenig Sorgen machte, war der ganze Metallkram auf dem Kopf des Models.
    Eine Art stabile Goldfolie war so gefaltet, dass sie schmale, lange Röhren ergab deren einzelne Glieder sich wie Drachenschuppen überlagerten, und jene Röhren waren zu kleineren und größeren Bogen geformt, welche die Art und Weise nachformten, in der die Haare hoch gesteckt waren.
    Und dann war da noch stark gekräuselter Goldfaden oder –draht, der in das Haar verwoben war, stellenweise dicht wie ein Teppich, anderswo wieder nur einzelne, zarte Metall-Löckchen, die über die Stirn oder den Nacken fielen. Da würde er sich wohl etwas Passendes replizieren müssen.
    Aus Kestras schwarzem Haar würde das Gold natürlich viel stärker hervorstechen als aus dem des Models, dessen Haare verschiedene Blondschattierungen aufwies, von einem dunklen über ein rötliches blond bis zu einem Ton, der fast so metallisch wie die eingearbeitete Goldfolie wirkte.
    Kurz fühlte er sich an jene betazoidische Tradition erinnert, bei der die Frauen lebende Tiere in ihren Haaren herum getragen hatten. Nun, dieser Unsinn war ja längst wieder abgeschafft, auch wenn Kestra, wenn er mit ihr fertig wäre, genug Metall für einen ganzen Vogelkäfig am Kopf hätte.
    Pierre machte sich daran, Kestras Haar auszuspülen, vorsichtig auszuwringen und etwas mit einem Handtuch trocken zu rubbeln.
    Ja, Kestra war wesentlich entspannter als Nerina es gewesen war, man konnte ungezwungen Konversation betreiben. Nur leider war es diese Ungezwungenheit gewesen, die Nerina aus dem Salon vertrieben hatte. Nun, sollte sie später zurückkommen, um sich ihren Stirnreif abzuholen, könnte er sich nochmals einen Moment Zeit für sie nehmen. Jetzt jedoch war Kestra an der Reihe. Jede Kundin hatte ihre Zeit, die ausschließlich ihr zustand.
    Seine Schere diente als Verlängerung der Hand und begann mit der Reparatur. Die Spitzen bekamen immer zuerst die Belastung mit und mussten ähnlich einem Baum verschnitten werden. Erst durch den Schnitt begann das Haar wieder seine Frische und Glanz zurückzugewinnen.
    Er gab etwas pflegenden Spray auf seine Hände, und ließ dann die Finger durch Kestras langes Haar gleiten, um es gleichmäßig zu verteilen. Es würde dafür sorgen, dass Kestras Haar geschmeidig und leicht zu frisieren war, sobald es trocken wäre.
    Dann nahm er die größten Lockenwickler zur Hand, die er parat hatte, und begann Kestras Haare aufzudrehen. Es würden nicht wirklich Locken entstehen, sondern eine leichte Welle, die dem aufgesteckten Haar helfen würde, so zu fallen wie es sollte.

    -- währenddessen im Kasino

    Nerina betrat das Kasino, warf einen Blick in die Runde – offenbar frühstückten die meisten Crewmitglieder lieber in ihren Quartieren, wo sie mit sich und ihren Gedanken alleine waren. Nerina hätte das auch vorgezogen, wäre nicht der Replikator sowohl in ihrem eigenen Quartier, als auch in Marks, kaputt. Die Explosion auf Deck #12, die mehrere Quartiere zerstört und ihr eigenes in Brand gesetzt hatte, hatte auch vor Marks Quartier nicht ganz halt gemacht.
    Zwar hatte sie ihr eigenes Quartier mittlerweile wieder bewohnbar gemacht und bezogen, aber die Technik hatte vorerst Wichtigeres zu tun, als ihren Replikator zu reparieren, oder den in einem zurzeit unbewohnten Quartier.
    Lonas Gesicht hellte sich etwas auf, als sie ihren Gast sah. „Guten Morgen!“, rief sie und eilte sofort zu Nerina, die sich auf einen der Barhocker an der Theke plumpsen ließ. „Was kann ich für Sie tun?“
    Nerina musterte die Barkeeperin und fragte sich kurz, ob Lona damit einfach nur eine Bestellung aufnehmen wollte, oder mit der Bemerkung wortwörtlich das meinte was sie sagte.
    Sah man ihr denn so genau an, wie sie sich fühlte? Nerina seufzte leise, sie stützte die Ellbogen auf die Theke und den Kopf auf die Hände und murmelte: „Frühstück. Kaffee und... egal was, Hauptsache reichlich.“
    Lona goss ihr eine Tasse Kaffee ein und tippte dann geschäftig auf einem Padd herum. Nerina ließ sie gewähren, denn sie war in Gedanken ohnehin woanders.
    Von einer Empathin sollte man doch wirklich mehr Einfühlungsvermögen verlangen können. Nicht nur, dass Kestra ihr mit ihren unmöglichen Modetipps die Schamesröte ins Gesicht getrieben hatte. Viel schlimmer noch waren die ständigen Bemerkungen über Männer gewesen. Eine dermaßene Taktlosigkeit war Nerina schon lang nicht mehr untergekommen!
    Zum einen stand ja nun nicht zu befürchten, dass ihre biologische Uhr ablief oder sie ein Leben lang Single blieb. Sie war erst neunzehn, zum Teufel! Und außerdem hatte sie gerade erst eine Beziehung hinter sich, sie brauchte sich nicht gleich in die nächste zu stürzen!
    Nerina griff nach der Tasse, verbrannte sich fast die Zunge, und stellte sie wieder weg.
    'Die hat doch keine Ahnung!', dachte sie wütend. Aber genau da lag ja das Problem.
    Konnte sie Kestra das überhaupt vorwerfen? Die wusste ja schließlich nichts von Mark, außer vielleicht ein paar positiven Erinnerungsschnipseln, die...
    Wieder schoss Nerina das Blut in die Wangen, als sie daran zurück dachte, was Kestra womöglich zu sehen bekommen hatte, als der Delphin Nerinas glücklichste Erinnerungen an die Oberfläche brachte.
    Himmel!
    Nerina schlug die Hände vors Gesicht. Ihr erstes Mal war nun wirklich nichts, das sie mit einer anderen Frau teilen wollte. Nein, abgesehen von diesen Erinnerungen konnte Kestra gar nichts über Mark wissen. Sie wusste weder von seinem vermeintlichen Tod, noch von der hässlichen Trennung, wie konnte sie da...
    'Und ob ich wütend sein kann!', dachte Nerina. Kestra hätte spüren müssen, dass das Thema sie aufwühlte. Oder hatte sie Rücksicht auf Nerina nehmen wollen, und ihre Empathie in Zaum gehalten, um ihr nicht zu nahe zu treten?
    Trotzdem! Sie hatte doch AUGEN im Kopf, und hätte sehen müssen, dass Nerina sich unwohl fühlte. Manche Leute trampelten durch das Gefühlsleben anderer wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen.
    Nerina vergrub die Finger in den Haaren, presste die Handkanten gegen die Schläfen in dem Versuch, den aufsteigenden Kopfschmerz niederzukämpfen, und starrte in ihren Kaffee.
    Da merkte sie, das etwas fehlte – von ihrem Frühstück mal abgesehen. Der Stirnreif!
    Nerina stöhnte und schob den Kaffee beiseite. Sie ließ den Kopf auf die Theke sinken und vergrub ihn zwischen den Armen. Auch das noch! Die Wut brannte heißer und bitterer in ihrem Magen als der Kaffee, den Lona ihr gebracht hatte. Wut auf Kestra, aber auch auf sich selbst, dass sie sich von dieser Frau so aus der Fassung bringen ließ.
    Ein Glück nur, dass das Kasino leer war, sonst würde Lona womöglich noch einen Versuch starten, sie zu verkuppeln, damit sie bessere Laune bekam.

    Lona war bester Laune, endlich war ihr Casino wieder das alte und sie konnte endlich wieder das tun, was ihr am meisten lag. Barkeeperin mit Leib und Seele. Kurz bevor der Gezeichnete besiegt worden war, Lona überkam eine Gänsehaut, hatte sie den Furz im Kopf, die Hazard zu verlassen. Den schrecklichen Dingen den Rücken zu kehren, aber als sie in ihr vollkommen demoliertes Casino gekommen war und anfing, ihren Arbeitsplatz wieder in Ordnung zu bringen, war mit jeder Scherbe, mit jedem ausgetauschten Tisch, mit dem Auffüllen ihrer Bestände, die Entscheidung immer weiter aus ihren Gedanken verschwunden. Zeitgleich mit Pierres Durchsage, dass sein Salon wieder geöffnet hatte, war auch ihr Laden wieder der alte und wer war ihr erster Gast? Sie hätte vor Freude fast weinen können. Nerina Celei.
    Sie erinnerte sich noch gut an das Gerangel zwischen ihnen beiden, hier an der Bar, ehe sie den Spalt erreichten. Schon da hatte Lona schreckliche Angst gehabt, und als der Gezeichnete schließlich sogar an Bord der Hazard gelangt war, hatte sie eine Stinkwut auf die Sicherheitschefin, überhaupt auf sämtliche Führungsoffiziere gehabt, die diesen bescheuerten Plan ausgebrütet hatten!
    Aber schlussendlich war es ihnen doch gelungen, den Gezeichneten zu besiegen. Nerina und Jaap hatten das Versprechen gehalten, dass die Hazard sicherer war als die übrigen Schiffe zusammen, auch wenn es zwischendurch ganz und gar nicht danach ausgesehen hatte. Sie hatten standgehalten.
    Sie waren noch hier. Nun, sie und Nerina. Jaap hatte die Hazard bereits wieder verlassen, und er fehlte ihr. Sie hatte diesen liebenswerten Menschen ins Herz geschlossen, und wünschte, er wäre noch hier um eine ihrer Cocktail-Kreationen probieren zu können, wie er es ihr beim Waffen-Training auf dem Holodeck versprochen hatte.
    Beim Anblick von Nerina kam ihr in den Sinn, wie sie dieser im Angesicht des vermeintlich sicheren, baldigen Todes leicht gefühlsduselig ihre Freundschaft erklärt hatte. Aber vielleicht konnten sie ja wirklich Freundinnen werden. Lona hatte Lust auf einen Plausch mit der jungen Frau, sie eilte zur ihr.
    „Guten Morgen! Was kann ich für Sie tun?“
    Die Hoffnung auf ein Schwätzchen schwand bei Nerinas Anblick ein Stück weit. Bildete sie sich das nur ein, oder war Nerina ziemlich schlecht gelaunt? Am liebsten hätte sie gefragt, wer der gemeine jemand war der ihr die miese Laune beigebracht hatte, aber sie hielt sich zurück und wartete auf eine Antwort, dabei fiel ihr die neue Frisur auf. ‚War es vielleicht Pierre? Ist sie so unzufrieden mit ihrer Frisur?’
    Sie goss den gewünschten Kaffee ein. Überlegte rasch, was sie der Sicherheitsleiterin wohl an Essen servieren konnte. Kestra hatte sie vor kurzem gebeten, auf die Ernährung der jungen Frau zu achten.
    „Lona, ich möchte, dass du ein Auge auf das hast was Nerina isst. Ich mache mir Sorgen, weil sie für ihre Größe einfach zu dünn ist. Sie braucht mehr fettige und nährstoffreiche Kost. Kannst du das hinkriegen?“
    Lona hatte genickt und nun stand sie hier an der Theke gelehnt und blätterte im Padd herum, was sie als Vorspeise servieren sollte. Sie scrollte rauf und runter. Bis sie endlich ein, wie sie dachte, passables Menü zusammen hatte. Sie wählte eine vulkanische Vorspeise, weil sie der Meinung war, wenn ihr Gast etwas sehr reichliches essen wollte, sollte sie mit leichter, milder Kost anfangen. Da war die Wahl auf vulkanisches Essen gefallen, die beste Idee.
    Sie setze Wasser auf, brühte vulkanischen Gewürztee auf, während der Tee zog, schälte sie mehrere Gespar, legte sie schön drapiert auf einen Teller, nahm diesen zum Replikator und ließ auf den Teller Pok Tar replizieren. Sie stellte den Teller und den fertigen Gewürztee auf den Tresen.
    „So, Miss Celei, ich habe für Sie etwas rein Vulkanisches zubereitet. Ich garantiere, es wird schmecken!“
    Sie zeigte auf die einzelnen Zutaten.
    „Lonas leichte Vorspeise, Gewürztee, Pok Tar garniert mit Gespar Früchten!“
    Zufrieden, dass sie den ersten Teil ihres Auftrags geschafft hatte, beobachtete sie Nerinas Reaktion auf ihre Kreation. Dabei fiel ihr noch etwas anderes auf, sie trug den hübschen silbernen Stirnreif nicht. Schade, da er ihr doch so gut stand.

    Als Lona den Teller vor ihr absetzte, hätte Nerina beinah verärgert aufgelacht. DAS verstand Lona unter einer großen Portion? Doch ehe sie sich beschweren konnte, betitelte Lona das Ganze als „leichte Vorspeise“, und Nerina war froh, den Mund gehalten zu haben.
    „Danke“, brachte sie stattdessen kurz angebunden hervor und begann, mit den Fingern ein Stück Gespar nach dem anderen in den Mund zu schieben. Lona konnte ja schließlich nichts dafür, dass sie so sauer war. Sie durfte ihre Wut nicht an der Finnin auslassen.
    Mit grimmiger Entschlossenheit arbeitete sie sich durch ihre Vorspeise, doch statt beim Essen war sie in Gedanken bei Kestra. Bei den Dingen, die diese gesagt hatte. Und den Erinnerungen, die das heraufbeschwor.
    Ohne es zu wollen, schnappte sie einen Gedanken von Lona auf. Der Stirnreif. Lona schien den immer noch für eine Art Accessoire, ein Schmuckstück zu halten. Man sollte meinen, dass sie mittlerweile genug Zeit auf der Hazard verbracht hatte, um zu wissen dass die Kleidungsvorschrift eigentlich keinen Schmuck erlaubte.
    'Ich würd ihn dir ja mit Freunden schenken', dachte sie, 'wenn ich nicht auf das blöde Ding angewiesen wäre.'
    Verdammter Stirnreif. Wenn sie drüber nachdachte, keimte in ihr mehr und mehr der Verdacht, dass dieses Teil mit Schuld am Ende ihrer Beziehung trug. Ohne ihre Empathie war ihre Beziehung zu Mark anders gewesen als zuvor. Vor allem der Sex. Nicht, dass sie viele Vergleichsmöglichkeiten gehabt hätte, schließlich hatte sie lediglich zwei Mal mit Mark geschlafen. Aber dieses eine Mal auf dem Holodeck...
    Gedankenverloren wischte Nerina sich die Finger an einer Serviette ab, die Lona ihr reichte, nahm Messer und Gabel auf und machte sich über die kleine Portion Pok Tar her.
    Nerina seufzte leise und war sich nicht bewusst, dass ein sehnsüchtiger, wehmütiger Ausdruck in ihre Augen trat.
    Sie war glücklich gewesen. Der Sonnenuntergang war atemberaubend, die Luft angenehm lau. Natürlich war das Wetter perfekt, die Aussicht perfekt, es war das Holodeck, auch wenn Mark das Programm so erstellt hatte, dass es seinem Zuhause glich. Aber sie wäre selbst dann glücklich gewesen, wenn es geschüttet hätte wie aus Eimern, und sie nass und durch gefroren gewesen wäre. Solange er nur bei ihr war.
    Er hatte sie schön genannt. Nein, nicht nur schön. Das Schönste, was er je im Leben gesehen hatte. Allein diese Worte hatten ausgereicht, ihr das Herz bis zum Hals schlagen zu lassen, dass ihr die geringste seiner Berührungen heiße Schauer durch den Körper jagte. Sie hatte sich selbst nie als schön empfunden. Alles an ihr war zu... irgendwas. Ihr Kinn war zu breit, die Stirn zu hoch, der Mund zu groß. Sie selbst war zu groß. Zu dürr, zu jungenhaft. Irgendwann hatte sie sich die Haare wachsen lassen, um wenigstens ein bisschen femininer zu wirken.
    Sie legte das Messer zur Seite, spielte unbewusst mit ihren Haaren, die jetzt wieder kurz waren, und doch nicht jungenhaft, während sie mit der Gabel immer noch häppchenweise Pok Tar in den Mund schob.
    Seine Worte allein hätten nie ausreichen können, ihr die Scheu zu nehmen. Doch die Empathie tat das übrige. Sie konnte fühlen, dass er meinte, was er sagte. Sie spürte, wie schön er sie fand, und es war ein süßer, köstlicher Rausch, als er den Körper bloßlegte, den sie so oft kritisch im Spiegel gemustert hatte. Seine Finger strichen über Brust und Bauch, über ihren Rücken, langsam und bedächtig, als würden sie Rippen und Wirbel zählen, die für ihren Geschmack viel zu deutlich hervortraten. Seine Berührungen hatten etwas forschendes, dienten aber nicht dem Versuch, ihre Andersartigkeit festzustellen, sondern sie einfach kennen zu lernen, so wie sie war. Er spürte ihrem Herzschlag nach, auf der rechten Seite der Brust, lächelte über das rasche Pochen das ihm zeigte, dass sie genauso aufgeregt war wie er.
    Seine Gefühle für sie zu spüren, seine Erregung zu spüren, machte ihr zum ersten Mal klar, wie wunderbar ein sein konnte, Empathin zu sein. Nicht nur seine Berührungen jagten ihr wohlige Schauer über den Rücken, sondern auch, wenn sie ihn berührte und die Schauer, die sie ihrerseits bei ihm auslöste, über sie hinweg fluteten.
    Sie hatten sich geliebt, vorsichtig, als könnten sie sich dieser wunderbaren Sache nicht völlig sicher sein, zärtlich, voll geflüsterter Liebesbezeugungen.
    In ihrer Erregung hatte sie ihn in die Schulter gebissen, und danach an ihn geschmiegt gelegen, Haut an Haut, von einer wohltuenden Erschöpfung erfüllte, und keinen Gedanken daran verschwendet, dass jemand aufs Holodeck kommen und sie so sehen könnte.
    Das zweite Mal, nach den langen Wochen der Trennung, war ganz anders gewesen.
    Kein zärtliches Erforschen, kein langsames Kennenlernen, als hätten sie schon alles voneinander erfahren, was es zu wissen gab. Sie liebten sich hungrig, leidenschaftlich, mehr Lust als Liebe. Und währenddessen hatte Nerina sich beinahe wie betäubt gefühlt. Es war nicht der Stirnreif gewesen, aber die Verkleidung ihres Quartiers, die einen ganz ähnlichen Effekt hatte, die ihre Empathie bis an die Grenze zur totalen Unterdrückung dämpfte.
    Sie hatte ihm seine Erregung ansehen können, hatte ihn seine Liebe für sie aussprechen hören. Aber sie hatte es nicht gefühlt.
    Nerina schluckte den letzten Bissen Pok Tar hinunter. Auf einmal war ihr eng in der Brust, der Kummer über die Trennung, den sie unter Arbeit und Stress der letzten Tage verschüttet hatte, fuhr die Klauen aus, krallte sich seinen Weg an die Oberfläche. Sie schluckte abermals, weil ihr der Mund trocken wurde, und griff nach der Tasse mit Tee, der längst nur noch lauwarm war.
    Das war das schlimmste an der ganzen Streiterei gewesen, der Mangel an Empathie. Dass sie nicht wusste, ob er etwas nur im Zorn dahin gesagt hatte, oder ob er es wirklich so meinte. Sie hatte nicht spüren können, wie er wirklich über sie dachte, wie er für sie fühlte. Sie hatte es nicht zugegeben, nicht mal vor sich selbst. Bis jetzt.
    Aber nach Marks Rückkehr auf der Hazard hatte sie sich regelrecht von ihm abgeschnitten gefühlt, selbst wenn sie ihm direkt gegenüberstand oder in seinen Armen lag. Kestra mochte die Empathie als eine Gabe sehen, als ein Geschenk, das einem half, sich im Leben zurecht zu finden. Es schien auch was dran zu sein, oder sie hätte sich ohne die Empathie in Marks Gegenwart nicht so verloren gefühlt. Aber sie konnte ihr Glück, ihr Leben doch nicht von den Gefühlen anderer abhängig machen!

    Dass Nerina mit den Gedanken ganz woanders war, das entging Lona natürlich nicht. Auch nicht, dass die Gedanken wohl nicht so toll waren. Zwar hätte die Barkeeperin liebend gerne gewusst, um was es ging. Entschied nach kurzem Zögern aber, sich nicht einzumischen. Sie lehnte sich wieder an den Thresen, mit dem Rücken zu Nerina. Und die Suche und das Planen, was sie als Hauptspeise servieren sollte, begannen von vorn. Diesmal musste es reichlich sein und… sie schielte kurz zu ihrem Gast, zur Laune passen.
    So stellte sie nun einen klingonischen Hauptgang zusammen. Was ihr Sorgen machte, war das Bithool Gagh. Lona war sich nicht sicher, ob sie dieses Gagh noch einem Klingonen hätte vorsetzen können, die Lieferung war nicht mehr die frischeste. Aber es war ihr gelungen, die Würmer mit Beinen bis jetzt am Leben zu halten, und was konnte frischer sein als lebendiges Gagh? Sie verstand zwar nicht, wie man so was als Essen bezeichnen konnte, hatte Nerina aber schon so oft auf klingonisch fluchen gehört, dass sie sich sicher war, diese müsse etwas für die klingonische Kultur, und somit auch deren Essen, übrig haben. Die anderen Gerichte musste sie replizieren.
    Sie wurde gerade rechtzeitig fertig, Nerina trank den letzten Rest Gewürztee.

    Während sie ihren Tee austrank, nahm Lona den leeren Teller weg und brachte ein Tablett mit dem zweiten Gang, auf den Nerina plötzlich gar keinen Appetit mehr hatte. Nicht, weil sie klingonisches Essen seit Jahren mied, sondern weil schlechte Laune stets diese Wirkung auf sie hatte. Dennoch machte sie sich in Gedanken eine Notiz, nie wieder etwas bei Lona zu bestellen mit den Worten „Egal was.“
    Voller Eifer erklärte Lona: „Milch vom Targ, Geschmorte Bok-Ratten-Leber mit Grapoksoße und -“
    „Lona, könnten Sie mir einen Gefallen tun?“, unterbrach Nerina die Aufzählung.

    Am liebsten hätte sie weiter aufgezählt um zu sehen wie Nerina auf diesen Gang reagierte. Vor allem auf das Gagh, da sie nicht wusste, ob Nerina das essen würde.
    Oder hatte sie bereits die Würmer entdeckt, die gerade versuchten vom Teller zu flüchten. Sah sie, dass es nicht mehr die aller jüngsten waren? Sie schob die Bedenken beiseite und strahlend fragte sie: „Klar, nur zu, sagen Sie, was Sie wollen!“
    Vielleicht hatte Celei Appetit auf frische Früchte und Süßigkeiten bekommen? Schlechte Laune konnten nur Früchte und Süßigkeiten verscheuchen.

    „Nehmen Sie das wieder weg“, hätte Nerina am liebsten gesagt, brachte es aber nicht über sich, das Menü abzulehnen, das Lona extra für sie zusammengestellt und liebevoll dekoriert hatte. Wenn sie jetzt sagte, sie habe keinen Hunger mehr, würde Lona es bestimmt auf die Schüssel voll von sich windendem Gagh schieben und enttäuscht sein.
    Irgendwie musste sie Lona ablenken, oder noch besser, loswerden, damit sie ein paar Momente für sich selbst hatte, um sich zu sammeln. Denn im Augenblick war sie nicht sicher, wie lange sie die missmutige, aber halbwegs gefasste Fassade noch aufrecht halten konnte.
    „Ich habe meinen Stirnreif bei Pierre vergessen...“, nahm sie das erste, was ihr einfiel.

    ‚Ah, da ist er also. Wie gerne würde ich dieses Schmuckstück tragen, dann aber eher in Gold, passt besser als Silber!’, ging es Lona durch den Kopf. Gold würde Nerina nicht stehen, ihrer war passend.
    „Den hübschen Silbernen?“ Als die Frage draußen war, stöhnte Lona kurz innerlich. ‚Natürlich Silber, sie hat ja nur den einen.’
    Schnell redete sie weiter. „Pierre hat gute Arbeit geleistet. Die Frisur steht Ihnen ausgezeichnet, hebt Ihre feminine Seite hervor!“ Sie hoffte, dass das Kompliment ankommen würde. Ihr gefiel die Frisur echt gut und sie wollte Nerina lächeln sehen, leider jedoch war ihr Gegenüber weit entfernt von einem Lächeln.
    Langsam fühlte Lona sich unwohl. ‚Ich hätte das wohl nicht sagen dürfen.’

    Nerina versuchte geflissentlich, Lonas Kommentar zu ihrem Stirnreif zu ignorieren. Als hätte sie eine ganze Schublade voll mit verschiedenen Ausführungen von diesem blöden Ding. Aber blöd oder nicht, sie musste ihn zurück bekommen.
    „Könnten Sie zu Pierre gehen und mir den Stirnreif holen, Lona? Wären Sie so lieb?“, bat Nerina. Sie hatte auch schon einen Vorwand parat, nicht selbst hingehen zu müssen, und Kestra dabei über den Weg zu laufen: „Ich möchte das Essen nicht kalt werden lassen.“
    Sie deutete auf das Tablett vor sich. Ein fadenscheiniger Grund, aber immerhin ein Grund. Und Lona dachte entweder nicht näher darüber nach, oder war taktvoll genug, nicht nachzuhaken.
    „Klar doch“, nickte Lona.

    Über diese Bitte war Lona unheimlich froh, die schlechte Laune steckte langsam an.
    „Oh, aber wenn Sie das Gagh essen wollen, tun Sie es lieber gleich, bevor es davon kriecht“, fügte sie noch mit einem Grinsen hinzu. Ein letzter Versuch, Nerinas Laune etwas anzuheben, ehe sie sich auf den Weg machte.

    Nerina schnappte sich einen der Würmer, der sich von den anderen frei gezappelt und es schon bis auf den Tisch geschafft hatte. ‚Lona zuliebe‘, sagte sie sich, während sie ihn zwischen Daumen und Zeigefinger gepackt vor ihr Gesicht hielt und anstarrte, als könne ihr Blick töten und ihn dadurch etwas weniger unappetitlich machen.
    „Wissen Sie, warum Klingonen Gagh essen, Lona?“, wollte sie wissen. Besser, sie brachte es schnell hinter sich, ehe sie noch ihre Meinung änderte.
    Nerina machte den Mund weit auf, ließ das zappelnde Vieh hineinfallen und schluckte, möglichst ohne etwas davon zu schmecken zu kriegen. Ihr Magen, nein, ihr ganzes Wesen rebellierte gegen diese Kost. Sie hatte das Gefühl, als versuche das Gagh mit seinen kleinen Füßen sich wieder den ganzen Weg durch ihre Speiseröhre nach oben zu arbeiten, wo es sich schon beim Schlucken gewunden und gewehrt hatte, überhaupt im Magen zu landen. Vielleicht war das aber auch nur das Ekelgefühl, das sie niederkämpfen musste, ehe es zum Brechreiz wurde. Sie wusste selbst nicht wie, aber irgendwie ging sie aus dieser Schlacht als Sieger hervor und beantwortete sich ihre Frage gleich selbst:
    „Weil sie selbst aus einer Mahlzeit noch einen Scheißkampf machen müssen“, murmelte sie.
    Lona trat den Rückzug an, und das Zischen der Tür, die sich vor der Barkeeperin öffnete und hinter ihr wieder schloss, signalisierte Nerina, dass sie alleine war.
    Müde schloss Nerina die Augen und sank auf dem Barhocker in sich zusammen. Sie ließ den Kopf hängen, sodass ihr die Haare ins Gesicht fielen, und schlang die Arme um sich in dem vergeblichen Versuch, die klamme Kälte aus ihrem Inneren zu vertreiben. So saß sie eine ganze Weile und merkte nicht, dass ihr Gagh sich auf die Beine gemacht hatte und die Flucht antrat. Sie merkte zuerst noch nicht einmal, dass sie weinte. Erst das leise, helle Plitschen als ihre Tränen in die Schüssel mit Targmilch tropften, schreckte sie auf.
    Energisch wischte sie sich die Augen mit dem Handballen der rechten Hand, während sie sich mit der linken an den Hals fuhr und tief Luft holte. Als könne sie den Kummer beim Ausatmen packen und eine Faust darum machen.
    „Du kannst nicht hier hocken und in dein Essen heulen, wie sieht das denn aus“, schalt sie sich selbst mit wackliger Stimme.
    Mit spitzen Fingern sammelte sie das davon kriechende Gagh ein und ließ es zurück in die Schüssel fallen. Dass die Portion deutlich kleiner war als zuvor, fiel ihr dabei nicht auf.
    Sie wollte nicht unhöflich sein, aber sie wollte auch nicht länger hier an der Theke sitzen, wenn Lona zurück kam. Also schnappte sie sich das Tablett, auf dem Lona angerichtet hatte, stand auf und… trat auf etwas Gagh, dem es gelungen war, sich auf den Boden abzusetzen.
    „Ugh“, schüttelte sich Nerina angewidert. Sie stellte das Tablett beiseite, angelte nach ein paar Servietten, um die Sauerei wegzumachen, und stieß, als sie die Hand zurückzog, mit dem Ellbogen den halb vollen Kaffeebecher um.
    Wieder brach sie in Tränen aus. Was für ein beschissener Morgen.
    Während sie eine Serviette nach der anderen verbrauchte, um die Kaffeepfütze aufzuwischen, sich die Nase zu putzen, das zerquetschte Gagh vom Boden und von ihrer Schuhsohle zu entfernen, kroch das unbeachtete Gagh schon wieder aus der Schüssel.
    Als Nerina sich aufrichtete sah sie, dass das Gagh nicht nur über die anderen Teller und die Theke kroch, sondern sogar schon einen Teil von Lonas Arbeitsbereich für sich erobert hatte.
    „BaQa'“, murmelte Nerina. Sie hatte versucht, sich das Fluchen auf klingonisch wieder abzugewöhnen, gelungen war es ihr nicht. Klingonisches Essen hatte sie aber nicht mehr angerührt, seit... nein, daran wollte sie jetzt auch nicht denken. Sie murmelte noch ein paar Schimpfworte vor sich hin, diesmal bewusst nicht auf klingonisch, aber die Flucherei machte auch nichts besser. Sie wollte nicht schreien, sie wollte weinen.
    Mit einem unterdrückten Stöhnen wischte sie sich die Augen. Wie sollte sie sich auch zusammenreißen, sie konnte noch nicht mal eine elende Schüssel voll Gagh unter Kontrolle halten. Nerina klaubte die Würmer, die auf ihren Füßchen erstaunlich flink waren, wieder zusammen, schnappte sich einen sauberen Teller und deckte damit die Schüssel ab. Sollte das Gagh doch jetzt mal sehen, wie es da rauskam!
    Sie schnappte sich noch eine Serviette, trocknete die letzten Tränen ab, schnäuzte sich hinein, und warf dann die ganzen schmutzigen Servietten in den Müll. Sie wischte noch einmal mit einem feuchten Lappen über den Kaffeefleck auf der Theke, und ließ sich erschöpft wieder auf ihren Hocker sinken.
    Ein paar Mal tief durchgeatmet, dann nahm sie das Tablett wieder auf und trug es zu dem großen Tisch vor dem mittleren Panorama-Fenster. Automatisch wollte sie sich am Kopfende hinsetzen, jenem, wo sie mit dem Rücken zu der Tür saß, durch die Lona verschwunden war. Sie erstarrte, die Hände noch am Tablett, das sie eben hatte auf dem Tisch abstellen wollen. Sie hatte die Tage nicht gezählt, aber es war noch nicht mal zwei Wochen her, dass sie an eben jenem Tisch, auf genau diesem Stuhl gesessen und ungeduldig nach draußen gestarrt hatte, voll Hoffnung und Zweifeln, dass Mark tatsächlich lebte und sie ihn wiedersehen würde.
    Sie hätte nicht geglaubt, dass sie ihn zurück bekommen und dennoch verlieren würde.
    Mit einem Ruck richtete sich auf, ein Teil der Targmilch schwappte bei der plötzlichen Bewegung über, und steuerte stattdessen einen der kleinen Zweier-Tische an. Sie setzte sich demonstrativ mit dem Rücken zum Fenster und wandte sich ihrem Essen zu, stocherte aber mehr darin herum, als dass sie aß.
    Am Nebentisch hatten sie sich das erste Mal geküsst.
    Nerina stieß zischend den Atem aus und strich sich mit dem Zeigefinger über den Nasenrücken, von der Spitze bis zur Wurzel, versuchte die beiden senkrechten Falten weg zu massieren, die sich zwischen ihren Augenbrauen einzugraben begannen.
    Irgendwie schien sie heute alles an Mark zu erinnern. Selbst das T-Shirt, das sie trug, weil sie es an einem der gemeinsamen Abende angehabt hatte. Kunststück, wo sie praktisch jeden Abend mit ihm...
    'Hör auf damit!', beschwor sie sich selbst, 'Hör auf an ihn zu denken, hör auf!'
    Am liebsten hätte sie sich samt dem Tablett in ihr Quartier verzogen, wo sie heulen konnte, ohne sich zu blamieren, wo sie das Essen nicht anrühren musste, nur um Lona nicht zu beleidigen. Wo sie aber vor allem nicht damit rechnen musste, dass jeden Moment jemand zur Tür herein käme und sie fragte, wie es ihr ging. Weil sie nicht sicher war, ob sie auf diese Frage hin ihr Elend für sich behalten könnte oder einfach mit der Wahrheit raus platzen würde.
    Aber jetzt, wo sie Lona losgeschickt hatte... sie wollte zumindest noch warten, bis Lona mit dem Stirnreif zurück kam, so lang konnte das ja nicht dauern.

    -- Gänge der Hazard

    Auf dem Weg zum Friseursalon dachte Lona nach wie sie Nerina eine Freude machen konnte. Sie mochte die Sicherheitsleiterin sehr, und die war zudem noch viel zu jung um als mies gelaunter Mensch umher zu laufen. Wie alt war sie überhaupt? Neunzehn? Zwanzig? Auf alle Fälle zu jung für Sorgenfalten!
    Sie wollte sich mit Nerina anfreunden, aber sie wusste leider viel zu wenig über sie. Es gab Gäste, die lieber an der Bar saßen und mit ihr schwatzten, statt sich an einen leeren Tisch zu hocken. Nerina gehörte nicht dazu.
    Was Lona über Nerina wusste, das wusste sie vom Hören-Sagen, durch Beobachtungen, die sie im Kasino gemacht hatte, und natürlich durch das Kampftraining vor der Mission. Und das, was sie wusste, war nicht grade hilfreich um eine Freundschaft aufzubauen.
    Vielleicht könnte sie ja jemanden ein wenig über die junge Frau ausquetschen, etwas über ihre Vorlieben und Hobbys erfahren. Aber wer wäre dafür am besten geeignet? Der Rest der Sicherheit? Natürlich hatte sie zu denen täglich Kontakt, aber zumeist im Dienst, nicht in der Freizeit.
    Es musste doch jemanden geben, der Nerina näher stand.
    Bassett war weg. Und nachdem er und Nerina sich so gezofft hatten, hätte er wohl ohnehin nicht mit Lona über die junge Frau reden wollen.
    Graf? Lona war sich nicht ganz im Klaren darüber, wie die beiden zueinander standen, aber da war eindeutig etwas zwischen Graf und Celei. Gut, vielleicht hatte noch nicht der Blitz eingeschlagen, aber hin und wieder war der eine oder andere Funke zu sehen.
    Lona musste kurz grinsen, überlegte aber weiter. Wenn ihr niemand besseres einfiel, konnte sie immer noch Graf fragen. Aber am Ende glaubte der wieder, Lona wolle ihn mit Nerina verkuppeln, und würde die offenbar unerwünschte Einmischung als Grund sehen, Nerina auf Distanz zu halten.
    Lona schüttelte den Kopf, sie verstand manche Menschen nicht. Wenn die eigenen Gefühle sogar für andere offensichtlich waren, warum einen Rückzieher machen sobald man darauf angesprochen wurde?
    Naja, vielleicht gab es ja einen dezenteren Weg, den beiden ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Solange sie dabei den Mund hielt und keine Andeutungen machte, würde es schon klappen. Nur wie?
    Ein kurzes Leuchten ging über ihr Gesicht, als ihr eine Idee kam. Nerina war doch halb Betazoid, vielleicht könnte sie den beiden mal etwas Oskoid servieren... falls Nerina um dessen Wirkung wusste, bewegte sie sich damit allerdings wieder auf gefährlichem Terrain. Natürlich könnte sie sich immer noch dumm stellen und es einfach als betazoidische Delikatesse ausgeben, aber eine Telepathin anzuschwindeln war wohl keine so gute Idee.

    -- Friseursalon

    Grübelnd betrat Lona den Salon. Sie seufzte, und freute sich zugleich als sie Kestra unter der Trockenhaube entdeckte. Waren Kestra und Nerina nicht sofort per du gewesen? Die beiden schienen einen direkten Draht zueinander zu haben. Vielleicht, weil beide zur Hälfte Betazoiden waren.
    Genau, bei passender Gelegenheit würde sie die Krankenschwester über Nerina ausfragen aber zunächst wollte sie ihren Auftrag erfüllen.

    Pierre hatte Kestra eben erst unter die Trockenhaube gesteckt, als auch schon die nächste Dame zur Tür hereinkam. Ob er eine Aushilfe für sich ausschreiben könnte, wenn es weiter so stürmisch zuging? Die Ver- und Neubesetzungen waren noch nicht abgeschlossen und eine neue Missionsorder lag auch noch nicht vor. Oder ob er jemanden aus einem anderen Bereich anlernen konnte, der dafür seine Freizeit opferte?
    Obwohl, wenn der erste Hype um die Neueröffnung verflogen war und allerspätestens, wenn die Mission begann, würde er froh sein, wenn 2 Kunden auf einen Tag fielen.

    „Gibt es eigentlisch einen festlischen Anlass für diese Frisur? Eine Party, über die isch nischt informiert wurde?“, fragte er noch schnell Kestra, bevor er sich seinem neuen Gast widmete.
    „Oh Lona, schön Sie zu sehen. Leider bin isch schon beschäftigt. Isch kann aber ruhig in einer Stunde einen Termin reservieren. Dann brauchen Sie nischt 'ier rumsitzen, oui?“


    Eine Party? Das käme ihr gelegen, aber sie hatte nichts von einer Party gehört, nichts, was als Anlass für die Aufmachung ihrer Haare herhalten könnte. Eigentlich wollte sie nur verwöhnt und hübsch gemacht werden. Sie mochte es einfach, wenn sie Zeit und Muse hatte, etwas aus sich zu machen. Ihre Vorzüge zu betonen und denn Männern den Kopf zu verdrehen. Kestra schob diese Macke auf ihre Betazoiden Seite.
    So zuckte sie auf Pierres Frage hin die Schultern.
    Brauchte es denn einen Anlass? Einen Grund hatte sie, aber sie wusste nicht recht, ob und wie sie ihn in Worte fassen sollte.
    Sie hatte es satt einfach „NUR“ normal auszusehen. Vor allem, weil sie vor ein paar Tagen ausgesehen hatte wie durch die Mangel gedreht. Kestra versuchte, das was vor ein paar Tagen gewesen war, zu kompensieren. Nicht nur das Aussehen, sondern vor allem den Stress, die Angst, das Stimmungstief das dadurch entstanden war.
    Sie wollte schön sein, sich entspannen, sich wohl fühlen, mit sich selbst zufrieden sein. Wenn es dazu nötig war, sich aufzustylen, zu flirten, zu spüren, dass sie schön und begehrenswert war, nicht nur in ihrem Inneren, sondern auch durch empathische Emanationen der anderen... warum sollte sie sich das nicht gönnen?
    Jeder hatte seine Art, mit dem Albtraum der letzten Tage fertig zu werden. Manche wollten alleine sein, brauchten Ruhe, Schlaf, das Wissen, dass sie sich gehen lassen konnten, und es absolut egal war, wie sie aussahen, weil niemand sie in ihrer Zurückgezogenheit stören würde.
    Kestra wollte schön sein, wollte unter Leuten sein, wollte auf den Putz hauen. Dann gab es keine Party, na und? Sie würde Party machen. Und die anderen schon dazu kriegen, mitzumachen.
    Es gab keinen Anlass zu feiern? Natürlich gab es den! Sie waren am Leben, oder nicht?
    Sie hatte im Kampf gegen den Gezeichneten zu oft um ihr Leben fürchten müssen, als dass sie jetzt die Chance es zu genießen ungeachtet verstreichen ließe.
    Als Kestra aus ihren Überlegungen auftauchte, Pierre eine Antwort geben wollte, merkte sie erst, dass dieser sich bereits Lona zugewandt hatte.
    Die beiden waren in ein Gespräch verwickelt, auch wenn Kestra unter der Trockenhaube kein Wort davon hören konnte.
    Kestra lächelte, sie konnte sich richtig vorstellen, dass alle Frauen die im Moment auf der Hazard dienten, im Laufe dieses Tagen hier erschienen. Pierre würde heute nicht wirklich zur Ruhe kommen. Sie schloss die Augen, genoss die Zeit unter der Trockenhaube mit dem Gedanken, wie ihre Haare aussehen, riechen, sich anfühlen würden, sobald sie trocken waren.

    'Eine Party', schoss es Lona durch den Kopf. Vielleicht wäre das ja eine Idee, das Problem war dann nur, Nerina dorthin zu kriegen. Sie konnte ja schlecht die Party zu Nerina bringen und die damit überfallen. Nein. Nichts war schlimmer als gut gelaunte Menschen, wenn man selbst sich elend fühlte. Das führte einem das eigene Elend doch nur umso deutlicher vor Augen. Wenn sie eine Party schmeißen würde – wie sie Nerina dorthin bekam, klammerte Lona vorerst aus – dann bräuchte es zumindest ne kleine Vorwarnung. Zeit, um ins richtige Outfit zu schlüpfen, vor allem aber in die richtige Stimmung zu kommen.
    Kurz zögerte die Barkeeperin, als Pierre vorschlug, einen Termin auszumachen. Sie strich sich durch die Haare und erwog kurz, sich ebenfalls von kundigen Händen die Haare machen zu lassen. Als Barkeeperin musste man schließlich ansprechend aussehen. Ein Teil ihres Jobs bestand darin, die Leute flirtend zu animieren mehr zu trinken und Spaß zu haben. Einfach mit guter Laune anstecken. Warum fiel ihr das bei Nerina so schwer?
    „Öhm… na ja, eine neue Frisur würde nicht schaden!“ Sie schüttelte den Kopf, als kurz das Bild der schlecht gelaunten Sicherheitschefin im Kasino auftauchte.
    Ob Nerina sich denn auf die Party freuen würde, wenn Lona eine ankündigte? Das wäre dann zumindest schon mal ein Teilerfolg. Eine Grundlage, auf der sie aufbauen könnte.
    'Und wenn sie nein sagt?'
    Niemand konnte Nerina zwingen, auf eine Party zu erscheinen, wenn sie keine Lust dazu hatte. Ja, wenn Nerina selbst die Party schmeißen würde, als Gastgeberin könnte sie sich ja wohl kaum davor drücken, auf ihrer eigenen Party zu erscheinen.
    Aber Nerina dazu zu kriegen, dass sie selbst eine Party organisierte…
    Nein, wenn Nerina auf eine Party zu schleppen auf einer Schwierigkeits-Skala von eins bis zehn auf der neun lag, war der Versuch, die Gastgeberin aus ihr zu machen, irgendwo weit jenseits der zehn.
    „Pierre, haben Sie eine Ahnung warum Miss Celei so schlecht gelaunt in mein Kasino kam?“ Sie sah auf sein Werkzeug. „Doch nicht, weil Sie sich verschnitten haben?“ Der Reif war vergessen. Sie setze sich auf einen Stuhl sah sich kritisch ihre Frisur an und meinte “Ich möchte Miss Celei lachen sehen. Was können wir für sie tun?“

    In Gedanken hatte sie sich noch immer an der Party-Idee verbissen. Sie musste doch irgendeinen Grund vorschieben können, der es Nerina unmöglich machte, eine Einladung auszuschlagen.
    Zu dumm, dass Nerina ihr Offizierspatent noch nicht erhalten hatte, das wäre doch ein Grund zu feiern.
    Erst jetzt registrierte sie Pierres entrüsteten Gesichtsausdruck und platzte heraus:
    „Oh, tut mir Leid, ich wollte Sie nicht kränken. Ich finde Nerinas neue Frisur klasse, ich dachte nur... eine verhaute Frisur ist ein echtes Ärgernis, und irgend ne Laus ist ihr über die Leber gelaufen, soviel ist klar. So schlecht war sie die ganzen letzten Tage nicht drauf.“
    Nicht mal nach dieser schrecklichen Mission, oder direkt nach der Trennung von Bassett. Vielleicht war ja die Trennung das Problem. Hatte Nerina überhaupt eine Freundin, mit der sie darüber reden konnte? Lona hätte diesen Part bereitwillig übernommen, aber Nerina schien nicht genug Zutrauen zu haben, um Lona ihr Herz auszuschütten.
    Vielleicht brauchte Nerina aber auch gar keine Freundin, der sie ihr Leid klagen konnte. Vielleicht brauchte sie einen neuen Freund, der sie dieses Leid vergessen ließ. Jemand, der neben ihr einschlief und aufwachte, jemand, der den leeren Platz füllte, der in Nerinas Bett und in ihrem Herzen entstanden war.
    Wieder seufzte Lona. Sie selbst hätte auch gern eine starke Schulter, an der sie sich anlehnen durfte. Jemanden, der sie in die Arme nahm und festhielt. Nein, nicht irgendjemand. Am liebsten Landau.
    Nur leider hatte sie keinen blassen Schimmer, wie sie mit ihm anbandeln könnte. Ihre doch recht offensichtlichen Versuche auf dem Holodeck hatten sie keinen Schritt weiter gebracht, vielleicht war sie ihm zu direkt gewesen.
    'So ein Mist, dass sein Geburtstag schon Mitte Jänner war.'
    Sie hätte eine Party für ihn im Kasino schmeißen können, und auf der Party wär es ihr sicher auch leichter gefallen, ihm etwas näher zu kommen. Ja, das wäre ein Plan...
    Plötzlich wollte Lona die Party nicht mehr nur, um Nerina aufzumuntern, sondern auch für sich selbst. Wann ließe es sich besser flirten als auf einer Party, wo sie voll in ihrem Element wäre, und Landau vielleicht auch etwas weniger ernst als während des Sicherheitstrainings? Vielleicht hatte er ja auch nur versucht, während des Dienstes auf professioneller Ebene zu bleiben.
    Plötzlich war es, als hätte es in ihrem Kopf KLICK gemacht. Hatte Nerina nicht im Februar Geburtstag? DAS wäre doch der perfekte Grund, Nerina auf eine Party zu bitten, denn was wäre eine Geburtstagsparty ohne das Geburtstagskind? Vielleicht könnte sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen... außer, sie hätte das richtige Datum schon verpasst.
    „Sagen Sie mal, Pierre, Sie wissen nicht zufällig, wann Miss Celei Geburtstag hat?“, fragte Lona in einer Mischung aus Vorfreude und Bangen. Es wäre einfach perfekt...
    Vielleicht war Nerinas Geburtstag ja vergessen worden, oder in all dem Stress und Elend der Mission, wo ja nun wirklich keine Zeit zu feiern geblieben war, untergegangen. Das würde zumindest Nerinas langes Gesicht erklären...

    << Fortsetzung folgt >>



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 17.11.2009, 10:36


    Wow, das ist ja richtig lang geworden! Aber ich werd' mich da gleich mal anschließen... aber vorsichtshalber lieber erst mal in Word schreiben..



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 17.11.2009, 12:48


    Sodala. Endlich fertig! Hab' heute den ganzen Vormittag irgendwie nur Hazardzüge geschrieben... naja, macht auch wieder mal Spaß! :)

    Also, der Großteil des Zugs spielt noch in Isas Quartier, aber das sind Sachen, die ich auch schon lange einbauen wollte und ich denke, so passt das ganz gut. Viel Spaß beim Lesen!

    Aber genau, wie sollen wir das denn jetzt weiterführen? Weil wird jetzt wohl ein Gespräch zwischen den nun 4 Anwesenden werden....

    Achja, und nochwas ist mir eingefallen. Bis zu der Party müsste mein Cardi ja eigentlich auch an Bord sein oder? Weil den würde ich da dann auch gerne hinschicken....

    Lg,
    Claudia

    *********************


    (Songbird)
    betrifft: Lona, Kestra, Pierre


    --> Isabelles Quartier, Deck 3, früher Morgen <--

    Isa wachte durch das Tapsen kleiner Pfoten auf ihrem Gesicht auf.
    „He, das kitzelt“, sagte sie schlaftrunken und wollte sich schon auf die andere Seite drehen, als ihr mit leichtem Nachdruck in die Nase gebissen wurde.
    „He“, die Wissenschaftlerin war sofort hell wach, „so geht das aber nicht!“
    Vorsichtig klaubte sie sich Yang aus dem Gesicht und setzte das Rattenweibchen dann neben sich auf die Matratze.
    „Ich kann euch beiden ja gar nicht sagen wie froh ich bin, dass ihr noch am Leben seit und nicht Spinnenfutter…“
    ‚Gut, eigentlich hab’ ich das in den letzten Tagen oft genug gesagt…’, dachte sie sich, ‚aber ich konnte es einfach wirklich nicht glauben, als ich nach dem ganzen Chaos, den Kämpfen, dem Sterben,… hier in mein Quartier kam und die beiden waren noch am Leben. Sehr durstig und sehr hungrig… aber am Leben!’
    Ein leichtes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht und sie nahm die schokoladenbraune Yang in ihre Hand, streichelte ihr sanft über den Rücken und setzte sie dann auf den Boden.
    „Ich hab’ gleich Zeit für euch, aber gönnt mir vorher noch fünf Minuten in denen ich im Bett liegen bleiben kann…“
    Wie sehr sie es genoss ausschlafen zu können. Vor allem weil heute ihr freier Tag war [NRPG: gibt es die überhaupt in Star Trek?] und sie hatte vor sich endlich richtig um ihr Quartier zu kümmern. Wollte es nach ihrem Geschmack gestalten, denn schließlich würde das jetzt erst mal ihr Zuhause sein. Sie seufzte und vermisste für einen Moment die Karlsruhe und ihre Freunde dort. Vor allem Jeon. Aber so war das nun mal wenn man sich für eine Karriere bei der Sternenflotte entschied…
    ‚Wenn ich hier zumindest schon Leute besser kennen gelernt hätte’, dachte sie dann, aber nachdem der Kampf mit dem Gezeichneten endlich überstanden gewesen war, waren alle noch Tagelang damit beschäftigt gewesen die Hazard wieder halbwegs in Ordnung zu bringen. Die Kampfspuren, und das hieß auch die Toten, hatten beseitigt werden müssen. Sie konnte sich nicht erinnern an wie vielen Begräbnissen sie gewesen war. Irgendwann hatte sie aufgehört zu zählen. Und auch wenn sie die meisten der Verstorbenen nur flüchtig gekannt hatte, so schmerzte sie doch jeder Abschied. Generell hatte auf der Hazard eine trübe Stimmung geherrscht und so war auch niemand daran interessiert sich mit einer gerade erst an Bord gekommenen Wissenschaftlerin anzufreunden. Jeder kämpfte mit seinen eigenen Problemen nach dem Kampf, viele stürzten sich in die Antwort, andere trauerten um enge Freunde… Isabelle selbst hatte sich auch für die Arbeitsversion entschieden und zusammen mit ihren Kollegen von der Wissenschaft sich darum bemüht die Labore so weit wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen. Außerdem hatten sie alles was an Mutantenüberresten noch an Bord war, erst mal inventarisiert und konserviert damit sich später andere Wissenschaftler noch genauer damit befassen konnten… Das war die Arbeit gewesen, die Isa am meisten gehasst hatte, denn so wurde sie ständig an die Kämpfe und das Sterben erinnert. Aber irgendwann war auch das alles geschafft gewesen und so hatte sie nun also ihren ersten freien Tag.
    Kurz schloss sie noch mal die Augen um die Bilder, die sie gerade selbst wieder hervorgeholt hatte, wieder verschwinden zu lassen. Dann atmete sie einmal tief durch, machte die Augen wieder auf und wunderte sich wieder einmal darüber, warum man die Quartiere ausgerechnet grau gestaltet hatte. Es gab doch so viele Farben, warum hatte die Föderation ihre Schiffe ausgerechnet grau gemacht?! Es war etwas, das sie wohl nie verstehen würde…
    ‚Und daher heute Quartierverschönerungstag!’
    Schwungvoll stand sie auf, natürlich darauf achtend nicht versehentlich auf Ying oder Yang zu treten, die sie in den letzten Tagen viel frei laufen gelassen hatte und replizierte sich dann erst mal eine Tasse Schwarztee mit Milch und Honig sowie Trauben, die sie den Ratten fütterte.
    Dann setzte sie sich wieder aufs Bett und ließ ihren Blick durchs Quartier schweifen. Wo anfangen? Womit anfangen? Und dann fiel ihr plötzlich die Reisetasche wieder ein, die ja damals bei ihrer Ankunft auf der Hazard zusammen mit ihr hergebeamt worden war. Eine Tasche, die sie bis dahin noch nie gesehen hatte und die also offenbar so etwas wie ein Abschiedsgeschenk war. Aber wo war die Tasche nun? Da Isa ja schon vor Tagen beschlossen hatte, dass ihr Quartier ohnehin erst richtig hergerichtet werden musste, hatte sie die Ordnung etwas schleifen lassen und so lagen überall verschiedene Sachen rum, die sie einfach irgendwo hingelegt hatte. Kleidungsstücke, Padds, leeres Geschirr….
    „Also gut, erst mal aufräumen…“, sagte sie sich und machte sich dann daran das Chaos zu beseitigen. Dabei kam ihr schließlich auch die Reisetasche wieder unter. Sie stellte sie aufs Bett und machte dann den Reisverschluss auf.
    ‚Was da wohl alles drin ist?’, dachte sie neugierig und begann dann auszupacken:
    - Als erstes zog sie zwei Holobilderrahmen hervor. In einem war ein Foto von ihr und Dae und Isa erinnerte sich daran, wie sie das Foto damals auf einer ihrer ersten gemeinsamen Partys mit Selbstauslöser gemacht hatten. Allein bei dem Gedanken daran musste sie wieder grinsen… Der zweite Rahmen war noch leer, dafür klebte darauf ein Zettel mit der Aufschrift „Für neue Freunde“. ‚Ach Jeon’, dachte Isa wehmütig. ‚Dich wird so schnell niemand ersetzen können.’
    - Als nächstes nahm sie eine Flasche mit Rum heraus, auf der ein Zettel mit „Happy Hour ;-) Pedro“ stand. ‚Achja, Pedro, alter Kumpel’, dachte Isa. Er war immer ein treuer Besucher, der von ihr veranstalteten Partys gewesen und hatte immer Rum und Cola mitgebracht, da er wusste, dass Isa diese Mischung gerne mochte.
    - Als nächstes kam ein Zigarettenhalter zum Vorschein. Und wieder ein Zettel, diesmal stand folgendes darauf: „Für mehr Authentizität bei deinem Holoroman. Jetzt sind nicht mehr nur die Zigaretten echt!“ Das musste von Renee sein, denn sie war immer gerne zusammen mit Isa und Jeon in ein 20er Jahre Holoprogramm gegangen.
    - Das Nächste war ein Padd mit einer Abhandlung über eine neu entdeckte Spinnenart. ‚Das kann nur von Nirak sein’, dachte sich Isa. Sie hatten zusammen auf der Karlsruhe in der wissenschaftlichen Abteilung gearbeitet und als Vulkanier zog Nirak natürlich nützliche Geschenke vor. Und tatsächlich war auf die Rückseite des Padds „Lebe land und in Frieden“ geschrieben. Isabelle schüttelte lächelnd den Kopf. Manchmal waren Vulkanier einfach soo berechenbar!
    - Dann kamen noch Hamsterleckerlis zu Tage (offenbar hatte da jemand nicht gewusst, dass sich Isa Ratten hielt), Nimrar-Jungmäuse (jetzt noch zarter und mit dem Kommentar „Nicht so frisch wie die beiden, die du für die Zucht behalten hast, aber feiner im Geschmack“ - darüber konnte Isa wieder einmal nur den Kopf schütteln), eine Tafel Weiße Schokolade (also wieder jemand, der Isa nicht wirklich kannte, denn auch wenn sie hin und wieder gerne Schokolade verzehrte, dann nicht weiße, da fehlte einfach der Kakao!)
    - Aber das war immer noch nicht alles. Als nächstes kam ein Holoprogramm zum Vorschein. Isa las neugierig die Beschreibung und hätte es im nächsten Moment fast an die Wand geschleudert. Es war offenbar von Marlon in die Tasche gelegt worden war. Marlon, der sie ewig um ein Date gebeten hatte und schließlich hatte sie zugesagt um ihre Ruhe zu haben, und tja, das Date hatte dann nie stattgefunden, da sie vorher auf die Hazard versetzt worden war. Zum Glück… Und jetzt hatte Marlon wohl noch diese Möglichkeit genutzt um ihr auf die Nerven zu gehen… und so wie es aussah, auch noch einen Brief dazugelegt…, denn wer sonst würde rosarotes Briefpapier verwenden und den Brief parfümieren?! Mit spitzen Fingern zog Isa den Brief aus seinem Umschlag. Ihre Neugier war halt doch stärker… um dann den Inhalt zu überfliegen (mit vielen Metaphern, wo bedauert wird, dass sie so früh auseinander gerissen wurden, blah, blah, „du schienst immer Lichtjahre für mich entfernt zu sein, und zu meinem Unglück bist du das nun wirklich“, „meine Leidenschaft, die so heiß glüht wie alle Sonnen, die zwischen uns liegen“) Wieder einmal konnte Isa nur den Kopf schütteln.
    - Und schlussendlich zog sie noch ein großes Tuch heraus, das offenbar Olaf für sie in die Tasche gelegt hatte, zusammen mit den Worten „Damit du dich schneller heimisch fühlst“ Sie faltete es auseinander und bewunderte das große Tuch mit einer leuchtend gelb-organgen Sonne in der Mitte und rundherum Sterne in der gleichen Farbe. Alles auf schwarzem Grund.
    ‚Ach Olaf’, seufzte Isa, ‚du fehlst mir hier schon auch. Nicht dass Lona nicht auch nett wäre, aber an dich kommt sie einfach nicht ran…’
    Isa blickte auf all die Geschenke, die sich nun um sie herum im Bett stapelten - so viel zur Chaosverminderung - und blickte dann noch einmal in die nun leere Reisetasche um dort noch eine kurze Nachricht von Jeon zu entdecken: „Hallo Isa, wie ich sehe, hast du ausgepackt. Ist wohl nicht alles nach deinem Geschmack, aber es ist der Gedanke der zählt - und hoffentlich konntest du drüber lachen. Jeon“
    [NRPG: hier mal danke an Anna ans gemeinsame Geschenkeausdenken! :)]
    ‚Zumindest grinsen und den Kopf schütteln’, dachte sich Isa und vermisste ein weiteres mal sehr ihre Freunde. Sie musste ganz eindeutig endlich hier mehr Leute kennenlernen!
    ‚Aber erst mal hier weitermachen.’
    Und so stellte sie das Bild von sich und Jeon neben das Bett, hängte das Tuch über ihr Bett, was den Raum gleich viel gemütlicher machte, replizierte dann noch einen flauschigen, grünen Teppich, den sie mitten im Zimmer ausbreitete und verräumte dann den Rest der Geschenke. Ein paar der Leckerlis gab sie den Ratten, vielleicht konnten die ja doch etwas damit anfangen… und sonst müsste sie an Bord halt jemanden finden, der Hamsterleckerlis mochte…
    ‚Den Rest des Quartierdekorierens mache ich später’, dachte sie dann und spürte wie sie langsam Hunger bekam, aber schließlich waren doch schon ein paar Stunden vergangen seit sie aufgestandne war, denn irgendwie dauerte aufräumen und dekorieren dann doch immer länger als geschätzt…
    ‚Casino oder hier essen?’, überlegte sie sich und entschied sich dann dafür sich schnell einen Käsetoast zu replizieren mit viel Lauch und Pfeffer so wie einem guten Patzen Ketchup mit Mayo und Currypulver. Nachdem sie gegessen hatte, betrachtete sie sich nachdenklich im Spiegel und erinnerte sich dann wieder an die Durchsage, die an diesem Tag offenbar durchs ganze Schiff gegangen war, nämlich dass der Friseursalon seinen Betrieb wieder aufgenommen hatte. Eigentlich ging Isa ja nicht oft zum Friseur, da sie ihre Haare lieber einfach wachsen ließ und wenn sie ihr zu lang wurden, dann hatte früher ihre Mutter, später auf der Akademie sie selbst (mehr oder weniger erfolgreich) und schließlich auf der Karlsruhe Jeon einfach immer so ca. 10 cm weggeschnitten und das hatte eigentlich auch immer gepasst.
    ‚Aber wenn ich heute schon mein Quartier auf Vordermann gebracht habe, dann kann ich ja auch mal zum Friseur gehen!’
    Und so durchwühlte sie erst noch ihre Kleidung - nackt wie jetzt im Quartier konnte sie ja wohl kaum beim Friseur auftauchen - und schlüpfte dann erst in Unterwäsche und zog sich darüber dann eine blaue Jeans sowie ein violettes, eng tailliertes T-Shirt mit schönem V-Ausschnitt an. Schließlich war heute ihr freier Tag und das wollte sie auch optisch zeigen!
    Es folgte ein weiterer, zufriedener Blick in den Spiegel und dann machte sie sich auf den Weg, wobei sie darauf achtete, dass die Ying und Yang nicht aus der Tür schlüpften als sie das Quartier verließ.


    --> Gänge <--

    Leise vor sich hinsummend spazierte sie durch das Schiff Richtung Friseursalon, dessen Position sie sich vorher noch vom Computer zeigen lassen hatte. Dabei fiel ihr auf wie viele Techniker immer noch überall zu Gange waren…


    --> Friseursalon <--

    Schwungvoll trat Isa ein und stellte fest, dass sie heute wohl nicht die einzige war, die dem Aufruf des Friseurs gefolgt war, denn außer Pierre befanden sich auch noch zwei weitere Kundinnen hier und zwar Kestra und Lona und so wie es aussah waren sie gerade in ein Gespräch verwickelt in dem es irgendwie um Nerinas Geburstag ging…
    „Hallo die drei“, grüßte Isa fröhlich.


    www



    Re: Chez Pierre

    Louis Landau - 30.11.2009, 21:39


    Hi!

    @all: Da wir jetzt bei 4-5 Mitspielenden sind, machen sich Kombizüge umständlicher. Also wäre ich dafür, jeden Zug direkt hier hinein zu posten, auch wenn dadurch die Textmengen nicht mehr ganz so lang werden.

    =/\=
    "Oui, Oui. Je n'ai pas sûr." Irgendwas hatte er im Hinterkopf, aber die Geburtstage von 140 verschiedenen Personen konnte er sich auch nicht alle merken.

    Pierre trat einen Schritt von der Trockenhaube zurück um sein persönliches Padd vom Nebentisch zu schnappen. Der Terminkalender würde sich ganz schnell füllen, aber auch die Geburtstage der Crew hatte er vom Computer eintragen lassen. Er sollte sowas wissen, um einen Komplettservice anbieten zu können.

    "Da. Der 17.Februar. Weniger als eine Woche. Gibt es schon Pläne für ihren Geburtstag?"

    Die Tür öffnete sich erneut. Im Extremfall noch 137 weitere Gäste, die heute hereinschauen könnten, aber spätestens bei 20 würde er einen Stop verhängen. Er wollte ein persönliches Verhältnis aufbauen und nicht einer dieser Billigferengis sein, die Frisuren als Massenware schnitten.

    Noch jemand, den er bisher noch nie in seinem Salon gesehen hatte: Madame Songbird. Sie war schließlich erst seit kurzem an Bord. Ihre Haare ließen vermuten, dass sie auch schon lange kein Profi mehr angefasst hatte. Arbeitslos würde er wohl nicht so schnell werden.

    "Bonjour Madame Songbird. Wollen Sie ebenfalls eine neue Frisur? Es kann allerdings dauern." Sein Blick schweifte über Kestra und Lona, um die Warteschlange zu verdeutlichen.

    <<weiter: wer will>>



    Re: Chez Pierre

    Kestra Kruspe - 01.12.2009, 23:44


    hi,

    Kurz öffnete Kestra die Augen und beobachtete wie Pierre ein Padd zur Hand nahm und wohl auf eine Frage von Lona antwortete: „Da. Der 17. Februar. Weniger als eine Woche. Gibt es schon Pläne für eine Geburtstagsfeier?“
    Neugierig hielt sie den Kopf etwas aus der Trockenhaube. „Wer hat am 17 Februar Geburtstag?“
    Sie sah abwechselnd Pierre und Lona an, als die Tür sich öffnete und Isabell Songbird den Raum betrat.
    Sie lächelte Isabell zu: „Hi Isa, schön dich zusehen!“ 'Na, wer kommt als nächstes?'
    „17 Februar, echt jetzt? Kein Versehen oder so. Das wäre ja perfekt!“ Vor Freude sprang Lona von ihrem Sessel auf, drehte sich zu Isa um. „Hey Isa, du kommst zur rechten Zeit.“
    „He, wer hat denn nun Geburtstag?“, fragte Kestra noch einmal nach.
    Lonas Freude kannte keine Grenzen sie würde eine riesen Party organisieren, vielleicht würden ihr Isa, Kestra und Pierre dabei helfen.
    Kestra wurde langsam ungeduldig: „Lona! Wer?“
    Ohne direkt auf Kestras Frage zu antworten fragte sie Isabell: „Hättest du in den nächsten Tagen Zeit?“ An Pierre gewandt meinte Lona: „Also...die Pläne für Nerinas Feier werden gerade jetzt geschmiedet. Willst du uns dabei helfen?“
    „Ach, Nerina hat Geburtstag?“, frage die Empathin überrascht. „Dann müssen wir zusehen was wir zur Feier tragen können. Isabell, Lona habt ihr Lust nachher in mein Quartier zu kommen und passende Partykleider auszusuchen?“
    'Glück muss man haben, und wenn es noch besser läuft, kann ich Louis von meinen Qualitäten überzeugen!', ging es der lächelnd Lona durch den Kopf.



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 02.12.2009, 00:45


    Huiuiui - Soapalarm! ;) :lol:

    Werd morgen was schreiben!



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 03.12.2009, 14:11


    Hallo!

    So, nach dem Mail-Zug nun auch noch der Zug hier! :) Und ich geh jetzt mal davon aus, dass sich die drei inzwischen etwas besser kennen! :)

    Lg,
    Claudia

    ****************
    (Songbird)
    betrifft: Pierre, Lona, Kestra


    --> Friseursalon <--

    >„Also...die Pläne für Nerinas Feier werden gerade jetzt geschmiedet. Willst du uns dabei helfen?“ <

    "Party?", fragte Isa nach, "Klingt super! Vor allem würde das gerade sicher allen an Bord gut tun nach den letzen Wochen..." Als sie die Worte aussprach, blitzten wieder die Bilder der Verletzten und Toten in ihrem Geist auf und sie versuchte sich selbst so schnell wie möglich davon abzulenken in dem sie weiter sprach: "Also wie gesagt, Party klingt wirklich super! Und ich bin auch sehr motiviert, dass wir da zusammen was organisieren. Vielleicht im Casino Lona? Da könnten wir dann auch alles schön dekorieren, gute Musik, haben wir hier DJs an Bord? Was gefällt Nerina denn so? Was gefällt euch? Weil zumindest auf der Akademie und später dann auf der Karlsruhe war ich bekannt für Parties... ich hoffe ihr mögt es etwas wilder?"
    Die Worte waren nur so aus ihr heraus gesprudelt. Würde sie vielleicht hier auf der Hazard auch endlich wieder so etwas wie ein normales Leben führen? Freunde finden und mit denen Spaß haben? Normale Missionen haben und keinen Kampf gegen irgendwelche mutierten Wesen und deren größenwahnsinnige Anführer?
    Und während sich ihre Gedanken bereits überschlugen was man denn dort alles so machen könnte, wandte sie sich gleichzeitig an Pierre: "Hallo Monsieur! Also was meine Haare angeht: ich hätte gerne nur etwas die Spitzen gekürzt, weil eigentlich mag ich sie so lange, aber ich würde es schön finden, wenn sie ein bisschen einen Rotschimmer hätten. Also schon so wie jetzt braun, aber wenn das Licht reinfällt, eben wie gesagt, ein leichter Rotschimmer!"


    www


    **************
    PS: die Haarfarbe wäre dann also so wie jetzt eh schon bei meinem Avatar-Bild hier. Beim Bio-Foto sind sie noch etwas brauner.



    Re: Chez Pierre

    Nerina Celei - 03.12.2009, 22:34


    Hallo,

    da hat der arme Pierre ja ganz schön zu tun *g*

    *****

    (Pierre duCheval)

    betrifft: Kestra, Isa, Lona

    -- Friseursalon

    „Tout doux!“, versuchte Pierre etwas Ordnung in das ganze Geschnatter zu bringen.
    „Setzen Sie sisch erst einmal, Madame Songbird. Und Sie, Lona. Dann können wir uns in aller Ruhe um ihre ‘aare und um die Partyplanung kümmern.“
    Lona ließ sich wieder auf ihren Stuhl sinken, und er bot Isabell den daneben an, sodass Lona zwischen Kestra und Isabell sitzen würde – seine Kundinnen in exakt der Reihenfolge, wie sie angekommen waren, wie Perlen auf einer Schnur.
    „Nun, Madame Kruspe“, wandte er sich an Kestra. „Isch verstehe natürlisch Ihre Begeisterung, was Mode angeht. Aber meinen Sie nischt, dass zuerst mal die Party auf die Beine gestellt werden sollte, bevor sie sisch dafür ‘erausputzen?“
    Solange Kestra nicht mit ihrem Modegeschmack, oder vielmehr dem Mangel daran, Nerinas Party ruinierte…
    Pierre machte eine winkende Geste mit beiden Händen und fügte bestimmt hinzu: „Und setzen Sie sisch bitte rischtig ‘in, so werden ihre langen ‘aare ja nischt trocken. Die Party läuft Ihnen schon nischt weg. ‘alten Sie jetzt still, dafür sind Sie früher fertig und können sisch dann rischtig am Gespräsch beteiligen, c'est bien?“
    An Lona und Isabell gewandt meinte er: „Das Casino bietet sisch sischerlisch für eine Party im kleineren Rahmen an, was natürlisch eine Gästeliste erfordern würde und nischt allen an Bord zu Gute käme… eine andere Möglischkeit wäre vielleischt das ‘olodeck, sofern es funktioniert. Oder ‘atten Sie eher eine etwas privatere Atmosphäre im Sinn? Wissen Sie denn, wen Nerina gerne dabei ‘aben würde?“

    (www)



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 04.12.2009, 23:35


    (Songbird)
    betrifft: Kestra, Lona, Pierre


    --> Friseursalon <--

    "Das Holodeck? Pierre, Sie sind genial!", antwortete Isa begeistert auf seinen Vorschlag.
    Warum war sie nicht selbst auf die Idee gekommen? Natürlich, man durfte das Holodeck nicht immer einfach so nutzen und hatten sie überhaupt schon wieder genug Ressourcen dafür? Aber andererseits, die Crew hatte eine große Feier mehr als verdient und sicher konnten sie auch den Captain davon überzeugen...
    "Wirklich, das Holodeck finde ich super. Da haben wir dann ja wirklich ALLE Möglichkeiten was die Partygestaltung angeht... und ich denke es sollte kein Problem sein Captain Pharao davon zu überzeugen. Das kann ich auch gerne übernehmen!"
    Isa spürte wie die Begeisterung ihren ganzen Körper kribbeln ließ. Ja, diese Party musste unbedingt stattfinden!


    www



    Re: Chez Pierre

    Kestra Kruspe - 05.12.2009, 07:10


    Kestra Krupse

    betrifft: Isabelle, Lona, Pierre

    ---Friseursalon---

    „Party?", fragte Isa nach, "Klingt super! Vor allem würde das gerade sicher allen an Bord gut tun nach den letzten Wochen..."

    Kestra nickte. „Stimmt, es gibt mehr als nur, Schlafen, Essen und Arbeiten. Und eine Party haben wir uns alle Verdient...“ Die Krankenschwester hielt inne, sie spürte das Isabelle sich innerlich verspannte um unangenehme Erinnerungen zu verdrängen. 'Sie kämpft, ihr geht es auch nicht viel besser als mir. Mit der Party würde es wieder Freude und Unbeschwertheit auf dem Schiff geben. Der Geist des Gezeichneten musste aus dem Kollektiven Gedächtnis verschwinden, sonst kämen sie allesamt nie wieder zur Ruhe.' Kestra schob die düsteren Gedanken bei Seite. Sie würde sich richtig ins Zeug legen um Nerina eine unvergessliche und schöne Geburtstagsparty zu liefern, an die sie sich immer wieder gerne Erinnern würde.
    Kestra musste bei Isabells Wortschwall lächeln, die Idee einer Party war nicht nur bei ihr auf fruchtbaren Boden gefallen.
    „Also ich mag wilde Partys. Ein DJ bin ich zwar nicht aber recht musikalisch. Ich spiele sehr gut E Gitarre...“
    Kestra hielt inne, als sie sich an die Gitarre erinnerte die sie von ihm Vater geschenkt bekommen hatte. Unersetzbar, sie hatte mit ganzem Herzen an ihr gehangen, dank des Gezeichneten war ihr Geschenk nun nichts weiter, als im Spalt zurück gebliebene Asche, ebenso all die anderen persönlichen Sachen, Erinnerungen und Freunde. Es tat weh, sie sah in den Spiegel und berührte die Lockenwickler. 'Schluss jetzt Kestra, du musst nach vorn schauen' Versuchte sie sich wieder aufzuheitern.
    Pierrs Rüge machte ihr nicht viel aus, er hatte recht. Erst musste mal die Party organisiert werden, dann konnte sie sich Gedanken über das Outfit machen und schließlich musste ihre Frisur fertig werden. Widerspruchslos, mit einem Lächeln auf den Lippen, setzte sie sich wieder richtig unter die Trockenhaube, schloss sich erstmal aus dem Gespräch aus und genoss Wortlos die weitere Behandlung.

    Lonas Begeisterung wuchs, Isabelle war schon mal mit an Bord ebenso Kestra, es konnte einfach nichts schief gehen, bis auf die Tatsache das das Casino nur begrenzt Platz bot. Sie wollte Isabelle darauf aufmerksam machen kam jedoch nicht zur Wort. Auf geheiß Pierres setzte Lona sich grübelnd auf den Stuhl. 'Wo war nur genug Platz? Eine Party sollte nicht an Platzmangel scheitern'
    Da wartete Pierre mit seiner Idee auf.
    „Pierre, das ist eine hervorragende Idee.“ Die Idee gefiel Lona. Auf dem Holodeck standen so viele Möglichkeiten offen, wie die Umgebung aussehen konnte. Sie wandte sich an Isabelle.
    „Ja das Holodeck ist klasse und wenn du noch den Captain überzeugen kannst, steht einer feucht fröhlichen Party nichts mehr im Weg. Und an erster Stelle der Gästeliste muss Lukas Graf stehen...oh!“ Die Barkeeperin sah vor sich einen silbernen Stirnreif liegen, ohne darüber nachzudenken, nahm sie den Reif in die Hand betrachtete ihn. „Weißt du Isa ich glaube zwischen Graf und Celei könnte sich was entwickeln. Nur wissen die beiden wohl nicht so recht wie sie es anstellen sollen...und wen wir noch einladen müssen...“ Sie schielte kurz zu Kestra, beugte sich
    zu Isabelle und leise meinte sie. „Roku Kamisari. Kestra steht auf ihn!“ Sie zwinkerte der
    Wissenschaftlerin schelmisch zu. Ohne sich darüber Gedanken zu machen setze die Barkeeperin sich den Reif auf die Stirn und betrachtete sich im Spiegel. Sie fand das er ihr sehr gut stand. 'Bei Gelegenheit werde ich mir auch einen zulegen, allerdings in Gold.“
    Lona spürte nichts von der Barriere die der Reif darstellte.

    Kestra fühlte sich in der fröhlichen Atmosphäre richtig wohl. Sie genoss die positiven Gefühle wie einen warmen Sommerregen auf der Haut. Um so mehr wunderte sich die empathische Krankenschwester, dass sie die Barkeeperin plötzlich nicht mehr wahrnahm. War sie einfach gegangen ohne sich zu verabschieden? Sie schaute neben sich und erkannte erschrocken das Lona den Reif auf der Stirn trug, aber bevor sie etwas sagen konnte, nahm Lona den Reif wieder von der Stirn und sofort war auch ihre Gegenwart wieder spürbar.
    „Lona, setze den Reif nicht wieder auf, du weißt nicht welche Auswirkung er auf dich hat!“

    Wie ein Blitz durchdrang Lona die Erkenntnis das Nerina im Casino auf sie wartete. „Ach du scheiße, das habe ich ja ganz vergessen. Ich sollte den Reif holen, nur deswegen bin ich eigentlich hier!“ Sie sprang vom Stuhl auf. „Isabelle, Kestra, das Gespräch müssen wir auf später verschieben, ich muss zurück ins Casino.“

    gruß ela



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 05.12.2009, 15:59


    Hihi, hier geht ja richtig was weiter! :)

    ****************
    (Songbird)
    betrifft: Kestra, Pierre, Lona


    --> Friseursalon <--

    >„Weißt du Isa ich glaube zwischen Graf und Celei könnte sich was entwickeln. Nur wissen die beiden wohl nicht so recht wie sie es anstellen sollen...und wen wir noch einladen müssen...“ Sie schielte kurz zu Kestra, beugte sich zu Isabelle und leise meinte sie. „Roku Kamisari. Kestra steht auf ihn!“ <

    Isa grinste. Celei und Graf also. Und Kruspe und Kamisari. Hachja, wie hatte sie solchen Tratsch in den letzten Wochen vermisst. Früher auf der Karlsruhe hatte sie immer Jeon gehabt um sich über die neuesten Ent- und Verwicklungen an Bord zu unterhalten. Aber so wie es jetzt ausschaute, würde sie diese Gelegenheit nun wohl hier auf der Hazard auch bekommen. Ein schelmisches Lächeln legte sich auf ihr Gesicht. Ja, so langsam fühlte sie sich hier nicht mehr fremd sondern zuhause.

    >„Lona, setze den Reif nicht wieder auf, du weißt nicht welche Auswirkung er auf dich hat!“<

    Die Wissenschaftlerin wurde aus ihren Gedanken gerissen als sich Kestra plötzlich recht scharf an Lona wandte, die in der Zwischenzeit wohl den silbernen Stirnreif aufgesetzt hatte. Irgendwie kam Isa der Reif bekannt vor, sie konnte aber nicht genau sagen woher. Aber offenbar war es wohl kein gewöhnliches Schmuckstück.

    >„Isabelle, Kestra, das Gespräch müssen wir auf später verschieben, ich muss zurück ins Casino.“<

    Und kurz darauf wusste Isa auch wieder woher ihr der Reif so bekannt vorkam. Nerina hatte ihn getragen. Und offenbar war Lona nur hierhergekommen um den Reif zu holen. Was es mit dem Stirnreif wohl auf sich hatte? Aber er schien der Sicherheitschefin wohl recht wichtig zu sein. Vielleicht eine Erinnerung an früher? An einen alten Liebhaber? Oder steckte mehr dahinter? Auf Kestras geschockte Reaktion hin tippte Isa eher auf letzteres.
    "Na dann Lona, lass dich von uns nicht aufhalten. Und wegen der Party reden wir noch!"
    Sie lächelte der Barkeeperin durch den Spiegel zu und wandte sich dann wieder an Kestra: "Also wegen E-Gitarre. Das finde ich ja auch super. Wir könnten das, wenn wir ja eh im Holodeck sind ja auch ein bisschen aufteilen. Verschiedene Floors zusagen. Oder zeitlich hintereinander. Erst Livemusik und später dann DJs oder so? Ich kann selbst etwas Gitarre spielen, vor allem aber bin ich gut im Trommeln. Mit etwas Übung könnte ich mich sogar über ein Schlagzeug trauen... Also, wenn du Lust könnten wir zusammen auftreten. Entweder nur wir zwei nur mit Gitarre und Schlagzeug bzw. Trommeln, oder aber wir finden vielleicht noch mehr Leute die Lust hätten mitzumachen? Dann hätten wir eine Hazard-Band!"
    Sie musste bei dem Gedanken grinsen. Ja, so wie es ausschaute, würde sie sich auf der Hazard wohl wirklich wohl fühlen können.


    www



    Re: Chez Pierre

    Nerina Celei - 06.12.2009, 21:46


    so, ehe Lona (schneller als ich erwartet hätte *g*) zurück kommt, poste ich mal meinen Zug, weil Nerina das Casino in der Zwischenzeit verlassen hat.

    Jan und ich sind schon fleißig am weiterschreiben, haben aber noch kein Ende gefunden *g*

    **********

    -- Kasino

    Mit jeder Minute, die verging, in der Lona nicht zurück kam, wurde Nerina unruhiger. Inzwischen hatte sie den Schiffscomputer schon drei mal nach der Uhrzeit gefragt, die sich mit der Langsamkeit einer Schnecke vorwärts quälte.
    Was dauerte das denn so lange? Für einen Moment sah Nerina lebhaft vor sich, wie Lona nun gemeinsam mit Kestra einen Frauentag einlegte, und der Gedanke ließ sie von ihrem Stuhl aufspringen. Sie konnte doch nicht den ganzen Tag warten!
    Unruhig lief sie im Kasino herum, zwischen Tischen und Stühlen, drehte um, wenn sie auf eine Wand stieß, und das ganze wieder von vorne. Lona würde doch nicht wirklich... nein. Der war ihr Kasino heilig, sie würde es nicht länger als nötig im Stich lassen. Oder?
    Nerina ballte die Hände zu Fäusten. Sie wollte nicht hier im Kasino sein. Wollte nicht, dass die nächste Person, die durch die Tür kam, sie hier auf und ab tigern sah wie ein Tier im Käfig. Egal ob es nun Lona mit ihrem Stirnreif wäre oder jemand anders.
    So viel Zeit hatte sie doch gar nicht mit Mark im Kasino verbracht. Was war nur los mit ihr, dass jeder Gedanke sie an ihn zurückführte? Sogar die verdammte Einrichtung.
    Sie hatte bei der Umgestaltung des Kasinos geholfen, und die Farbe an den Wänden, der blaue Teppich, all die Kleinigkeiten führten ihr nur zu deutlich vor Augen, dass selbst das Kasino zurzeit mehr Charakter hatte als ihr eigenes Quartier. Kein Wunder, ihr Quartier war vielleicht bewohnbar, aber noch weniger als Sternenflotten-Standard.
    Mehr als das Bett war kaum von ihrer Einrichtung übrig geblieben, nachdem sie alle Spuren des Brands beseitigt hatte.
    Sie hatte nur noch auf ihr Quartier gewollt, als es endlich überstanden war. Sich in ihr Bett fallen lassen und schlafen. Aber dann hatte sie ihr Quartier in schlimmerem Zustand vorgefunden als sie es verlassen hatte. Die ringsum verstreuten Klamotten waren ebenso Opfer des Feuers wie das Bettzeug, das Sofa, das Buch auf ihrem Nachttisch... die Trockenrosen zu Asche zerfallen, die Ebenholzschatulle verkohlt – nun, der Deckel hatte ohnehin schon einen Sprung gehabt.
    Das Problem war, dass aus ihrem privaten Chaos, das zumindest bewohnbar und in gewisser Weise sogar heimelig war, ein von Brandlöchern und Asche gemusterter Müllhaufen geworden war. Und sie war zu müde gewesen, um diesen Zustand zu ändern, ehe sie ausreichend Schlaf gefunden hätte.
    So hatte sie vor der Frage gestanden, wo sie schlafen sollte. Hatte eine Möglichkeit nach der anderen verworfen.
    Das Quartier eines verstorbenen Crewmitglieds? Pietätlos.
    Die provisorische Krankenstation? Sie wollte kein Bett belegen, das jemand dringender bräuchte als sie selbst. Außerdem fürchtete sie mögliche Albträume, gekoppelt mit telekinetischen Ausstößen. Sie hatte nicht riskieren wollen, die Krankenstation zu verwüsten, wo es keine Spezialverkleidung gab, die ihre Telekinese blockierte.
    Sie hatte auch kurz darüber nachgedacht, jemand zu fragen, ob sie auf dem Sofa übernachten könne. Und für eine noch kürzere Zeitspanne war ein bestimmtes Gesicht vor ihrem inneren Auge aufgeblitzt. Aber wieder hatte der Gedanke an ihre Albträume den Ausschlag gegeben. Sie sagte sich selbst, dass sie das niemandem zumuten wolle. Vielleicht aber hatte sie auch diese Schwäche nicht preisgeben wollen.
    Aber sie wusste von einem Quartier, das leer stand, ohne dass jemand gestorben war. Sie musste nur herausfinden, ob es die Explosion halbwegs unbeschadet überstanden hatte.
    So hatte sie ihr eigenes Quartier verlassen, war dem Gang gefolgt, und schließlich vor Marks Quartier stehen geblieben...
    „Das IST nicht mal sein Quartier!“, stieß Nerina aus, verbarg das Gesicht hinter den Händen.
    Nicht wirklich. Es war ein Sternenflotten-Standard Quartier, das man Mark nach seiner Rückkehr zugeteilt hatte. Ein Quartier, das keinerlei Persönlichkeit besaß, in dem er nur die Zeit verbracht hatte, die er unter Arrest gestanden hatte. Er hatte ja noch nicht einmal in dem Bett geschlafen, es war völlig unbenutzt, als sie sich hineinlegte.
    Das war es, was es erträglich gemacht hatte, was es überhaupt ermöglicht hatte, dort die Augen zu schließen und einzuschlafen. Nicht seine persönlichen Dinge sehen zu müssen, oder gar seinen Geruch an Kissen und Laken einzuatmen.
    „Raus aus meinem Kopf!“, hätte sie am liebsten gebrüllt, aber sie wusste nur zu gut, dass sie mit sich allein war. Sie selbst musste ihre Gedanken in eine andere Richtung lenken, irgendwie musste ihr das doch gelingen!
    Nerina versuchte, an etwas Erfreuliches zu denken. Sich auszumalen, wie ihr Quartier mit neuen Möbeln aussehen würde. Mit einem bunten Teppich auf dem Boden statt diesem faden Grau. Vielleicht sogar Farbe an den Wänden...
    Nerina unterbrach ihr unruhiges Umherwandern. Erst jetzt kam ihr der Gedanke, dass in ihrem Quartier womöglich mehr repariert werden musste als nur der Replikator. Sie konnte nicht sagen, ob bei der Explosion auf Deck #12, oder durch den Brand in ihrem Quartier, nicht vielleicht die Spezialverkleidung Schaden davon getragen hatte, die ihre Kräfte dämpfen sollte.
    Das einfachste wäre, eine andere Person hinein zu bitten und so festzustellen, ob ihre Telepathie und Empathie noch unterdrückt wurden.
    Das beste wäre, einen Techniker zu holen, der sich damit auskannte und das Ganze fachmännisch überprüfte. Und vielleicht auch gleich nach ihrem Replikator sehen könnte, wenn er dabei wäre...
    Nerina biss sich die Lippen. Würde sie ihn schlussendlich also doch um Hilfe bitten.
    Sie schnappte sich das Tablett und ging zum nächsten Replikator. Sie dematerialisierte das klingonische Essen – alles, bis auf das Gagh, welches sie Lona wieder hinter die Theke stellte.
    Ihr schlechtes Gewissen meldete sich, und Nerina schnappte sich schnell das Padd, auf dem Lona den Menüplan zusammengestellt hatte. Sie tippte hastig ein schlichtes „Danke fürs Frühstück“ ein, obwohl sie den zweiten Gang nicht mal angerührt hatte, und legte das Padd auf den Teller, mit dem sie die Schüssel Gagh zugedeckt hatte.
    Sie eilte aus dem Kasino Richtung Turbolift, und erst, als sie das entsprechende Deck angeben wollte, fiel ihr ein, dass sie ja gar nicht wusste, wo genau sein Quartier lag. Doch das war das geringste ihrer Probleme, und durch eine Anfrage an den Computer rasch gelöst.
    Nur Minuten später stand sie vor Grafs Quartier, betätigte den Türsummer und erinnerte sich dann mit Schrecken, wie sie vermutlich aussah: zerstrubbelt und obendrein noch verheult. Nerina wischte sich rasch nochmal übers Gesicht, zupfte an ihren Haaren und ihrer Kleidung herum. Für ein Zurück war es jetzt zu spät.

    <Fortsetzung folgt>



    Re: Chez Pierre

    Kestra Kruspe - 07.12.2009, 18:47


    hi,

    lona

    ---Friseursalon---

    "Super, ich freue mich schon auf das Gesicht das Nerina machen wird. Also bis später!"
    Sie lächelte der Wissenschaftlerin zurück, berührte beide Frauen an der Schulter und verschwand.

    --Flur--

    Mit schlechtem Gewissen und eilenden Schritten machte Lona sich wieder zurück ins Casino.
    „Hoffentlich ist sie nicht allzu sauer. Oh je und hoffentlich hat ihr das Essen geschmeckt!“
    Kurz vor der Tür zum Casino hielt sie inne und erkannte ein kleines Problem. Wenn sie jetzt dort hinein ging, musste sie ihre Gedanken unter Kontrolle halten. Nerina konnte ja schließlich Gedanken lesen und sie wollte die Überraschung nicht verderben. An was sollte sie denken?
    „Am besten an nichts, aber das ist ganz schön schwer...hmmm...an einen Mann?“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, sonst denkt sie ja noch, ich würde immer nur an das eine denken. Nein, ich habe noch andere Interessen.“
    Sie klopfte überlegend mit dem Reif an ihre Wange. „An was könnte ich denken? Ah ich weiß, an eine neue Cocktail Kreation. Ja das ist gut!“
    Sie strafte die Schultern, begann sich eine neue Sorte Cocktail auszudenken. 'Irgendwas mit roten Früchten...ja, Johannisbeeren sind gut...'

    --Kasino---

    Mit diesen Gedanken betrat sie das Kasino. 'Dekoriert mit Minze und...'
    „So, Miss Celei, ich habe Ihren...“ Lona schaute sich um, Nerina glänzte mit Abwesenheit.
    „Na toll...!“ Die Enttäuschung war groß. „SO lange war ich denn doch nicht weg, die paar Minuten hätte sie noch warten können.“
    Vor sich hin brummelnd ging sie zur Bar, legte den Reif auf den Tresen, schnappte sich einen Lappen, ging zu dem Tisch an dem Nerina gesessen hatte, wischte über den Tisch. Am Boden sah sie noch kleine Reste von einem entflohen Gagh.
    „War das Essen so schlecht, dass sie so schnell wie möglich hier verschwinden wollte, ohne auf den Reif zu warten!“
    Lona hatte die letzten Spuren beseitigt und kam zu einem Entschluss. Sie hatte den Reif geholt sie würde ihn seiner Besitzerin auch bringen. Sie fragte den Computer wo Nerina sich im Moment aufhielt und die Antworte hätte nicht besser sein können. „Na das ist doch perfekt!“
    Sie konnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens konnte sie sofort mit Lukas Graf über die Feier sprechen, wenn sie es schaffte, dass Nerina es nicht mitbekam. Und zweitens konnte sie eventuell etwas tun, das die beiden dazu brachte sich näher zu kommen. Sie schnappte sich ihr Padd und fand Nerinas Nachricht. < Danke fürs Frühstück>
    Lonas Lächeln zog sich über das ganze Gesicht.
    „Nicht dafür, danke mir für das Nächste was ich dir zaubern werde. Ein Hauptgang geht nicht ohne Nachspeise! Und ich weiß schon was ich machen werde. Ich werde deine betazoidische Seite anregen.“
    Lona schaute im Lager nach, ob sie noch genügend Uttabeeren hatte. Sie wollte diesen Nachtisch nicht replizieren sondern mit viel Liebe selbst machen. Vor sich hin summend, buk sie mit den Uttabeeren mehrere sehr lecker aussehende Uttabeerencrêpes. Die übrigen Beeren legte sie liebevoll dekoriert auf ein paar Oskoid Blätter. Da Lona momentan nicht wusste, wie die Laune der Frau war, brühte sie einen Jestral Tee, der sehr gut gegen Unruhe und Stress half.
    Das Essen sah sehr lecker aus und hatte vielleicht die Wirkung auf die sie hoffte, dass sie eintrat, nur was sollte sie Lukas zum Trinken servieren? Bier? Nein das passte nicht dazu. Vielleicht war Lukas Graf in der Gegenwart Nerinas etwas nervös? Die Barkeeperin schnippte mit den Fingern. „Bolianisches Tonicwasser, es beruhigt die Nerven!“
    Stolz betrachtete sie ihr Werk, aber irgendwas fehlte noch. Sollte wirklich eine romantische Stimmung aufkommen, brauchten sie Früchte. So replizierte sie zusätzlich eine Schüssel mit Alvas, Mobas (beides von Bajor), Weintrauben, Erdbeeren. Lona war fertig, das Tablett würde zwar recht schwer zu tragen sein, aber sie würde es schaffen. Sie steckte den Reif an ihren Gürtel, fragte den Computer noch, wo Lukas Grafs Quartier lag und machte sich zufrieden auf den Weg. Der Tag konnte nicht besser werden.

    ---Vor Lukas Grafs Quartier

    Später stand sie mit schmerzenden Armen vor seinem Quartier, man sah ihr die Anstrengung an, während sie mühsam mit dem Ellenbogen den Türsummer betätigte.

    gruß ela



    Re: Chez Pierre

    Kestra Kruspe - 07.12.2009, 20:29


    hi,

    Kestra sah zur Isabelle hinüber und wünschte sich sie hätte einen Lippenlesekurs besucht. Sie verstand unter der Trockenhaube absolut kein Wort. "Isabelle, bitte sprich lauter. Die Trockehnhaube verschluckt deine Worte!"

    gruß ela



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 11.12.2009, 16:35


    (Songbird)
    betrifft: Kestra, Pierre


    --> Friseursalon <--

    "Oh sorry", antwortete die Wissenschaftlerin, bereits bemüht einen lauteren Ton anzuschlagen.
    "Was ich sagen wollte, es wäre doch eine super Idee, wenn wir eine Hazard-Band gründen! Ich kann etwas Gitarre spielen, aber vor allem trommeln, bzw. wenn ich etwas Zeit habe, könnte ich sicher auch mit einem Schlagzeug umgehen. Und du könntest dazu E-Gitarre spielen. Und vielleicht finden wir ja auch noch andere Leute an Bord, die ein Instrument beherrschen!"
    Entschuldigend schaute sie zu Pierre rüber, was er wohl davon hielt, dass sie hier rumbrüllte? Aber sie wollte sicher gehen, dass Kestra sie diesmal verstand.



    www



    Re: Chez Pierre

    Kestra Kruspe - 14.12.2009, 17:57


    Kestra Kruspe

    betrifft: Isabelle

    ---Friseursalon---

    Die Halb-Betazoidin musste sich ein Stück nach vorn beugen, mit dem Kopf etwas raus aus der Trockenhaube und endlich verstand sie ihr Gegenüber. „Eine Hazard-Band? Isabelle, das ist wirklich eine coole Idee!“ Kestra setzte sich wieder normal unter die Trockenhaube und brach in Gelächter aus. Sie sah es sich schon vor sich. Eine bunt gewürfelte Truppe und jeder spielte mit größter Begeisterung falsche Töne.
    Die Lachtränen weg wischend wandte sie sich wieder an die Wissenschaftlerin. „Oh ja, das ist eine gute Idee, ich hätte auch schon eine Sängerin an der Hand. Bist du schon Petita Mercury über den Weg gelaufen? Sie ist Opernsängerin. Ich werde mit ihr reden, ob sie Lust hat in der Band zu singen.“
    Sie strich sich überlegend über ihr Kinn. Wer konnte von ihren überlebenden Norway-Kollegen ein Instrument spielen? Ihr fiel niemand ein. „Schade, dass die Rockband meines Vaters nicht hier ist, die würden alle so richtig aufmischen. Egal, wir werden das Schiff schon schaukeln und ein paar Leute werden wir auf jeden Fall auftreiben können. Wir müssen überlegen, was für ein Programm wir auf dem Holodeck laufen lassen. Es muss eines sein, das für alle etwas bietet. Was sagst du zu einer antiken Tempelanlage? Im Tempel ist die Musik und die Tanzfläche, vorm Tor Tische und Stühle und ein Garten, für die die ein bisschen Ruhe vom Trubel haben wollen. Was meinst du?“

    gruß ela



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 15.12.2009, 10:34


    (Songbird)
    betrifft: Pierre, Kestra


    --> Friseursalon <--

    'Eine Opernsängernin?', dachte Isa leicht irritiert.
    Irgendwie hatte die Musik an die bis jetzt gedacht hatte, keine Ähnlichkeit mit irgend etwas, das sie von einer Opernsängerin erwartet hätte... aber naja, wenn die Stimme stimmte, dann konnte sie ja vielleicht auch alles singen?

    >"Was sagst du zu einer antiken Tempelanlage? Im Tempel ist die Musik und die Tanzfläche, vorm Tor Tische und Stühle und ein Garten, für die die ein bisschen Ruhe vom Trubel haben wollen. Was meinst du?“<

    "Hm", antwortete Isa überlegend, "so im ersten Moment schwer zu sagen. Würde zwar sicher klassisch schön ausschauen, aber eine Tanzfläche in einem Tempel? Wie sieht denn so ein Tempel von drinnen aus? Ist da auch genug Platz? Und wir bräuchten eine Bühne..."
    Sie musste sich allerdings eingestehen, dass ihr die Idee immer besser gefiel. Vielleicht war ein Tempel ja doch nicht so ein schlechter Vorschlag.
    "Ich hätte bis jetzt ja eher an eine etwas "klassischere" Partylocation gedacht. Z.B. eine große Halle oder sowas, die dann halt einfach schön dekoriert wird... hm, oder was mir auch gerade gut gefallen würde: eine geräumige Höhle oder sowas wie ein altes Bergwerk und dann, so ähnlich wie bei deiner Idee mit dem Tempel, davor ein Platz mit Stühlen und Bänken usw. Könnte ja sogar eine Höhle in einem Wald sein und der Platz ist dann eine schön geschmückte Lichtung..."


    www



    Re: Chez Pierre

    Kestra Kruspe - 16.12.2009, 10:56


    Kestra Kruspe

    betrifft: Isabelle

    ---Friseursalon---


    Am liebsten hätte Kestra die Trockenhaube beiseite geschoben, die Wissenschaftlerin mit zum Holodeck genommen und angefangen alles für die Party zu organisieren.
    „Im Prinzip wäre sehr viel Platz vorhanden, ein Tempel ist recht weitläufig...aber weißt du was deine Idee gefällt mir besser. Wenn ich richtig darüber nachdenke passt freie Natur besser zur Nerina als antike Spiritualität.“
    Die Krankenschwester sah es schon vor sich.
    „Ich stelle mir das sogar ganz romantisch vor. Es ist Nacht, der Vollmond scheint auf die schön geschmückte Lichtung, im Wald wuseln die Tiere umher. Aus der Höhle dringt leise Musik und ein
    verliebtes Paar tanzt ganz für sich allein auf der Lichtung. Das ist klasse.“
    Kurz hielt die Empathin inne und stellte sich vor sie wäre diejenige welche die verliebt auf der Lichtung tanzte. Alles um sich herum vergessend, nur auf ihren Tanzpartner konzentrierend. Sie schüttelte den Kopf. 'Nein nicht ich. Nerina muss es sein'
    „An welche Art von Musik hast du gedacht? Meine Idee dazu wäre, von jeder Kultur etwas, ein Mix von allem. Falls wir zu wenig Leute zusammen kriegen, habe ich keine Scheu davor zu lernen wie man ein anderes Instrument spielt. Und du?“
    Kestra strich sich durch die Haare und endlich zeigte die Trockenhaube an, dass sie fertig war.



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 16.12.2009, 12:24


    (Songbird)
    betrifft: Kestra


    --> Friseursalon <--

    >„An welche Art von Musik hast du gedacht? Meine Idee dazu wäre, von jeder Kultur etwas, ein Mix von allem. Falls wir zu wenig Leute zusammen kriegen, habe ich keine Scheu davor zu lernen wie man ein anderes Instrument spielt. Und du?“<

    Isabelle lachte: "Nun, Scheu hätte ich davor auch keine. Die Frage ist eher ob es in so wenigen Tagen möglich ist ein Instrument soweit zu erlernen, dass man damit auftreten kann... und es ist ja nicht so, als ob wir die nächsten Tage nicht auch noch unserem Job nachgehen müssten... Aber was die Musikauswahl angeht: also, ich würde mal vorschlagen, dass wir die Höhle vielleicht ja noch in zwei Räume quasi aufteilen könnten, dann ein Raum mit eher ruhiger Musik, ein Raum mit wilder Musik zum Tanzen und die Live-Musik vielleicht draußen vor der Höhle auf der Lichtung? Und vielleicht könnten wir ja noch rausfinden welche Musik Nerina gefällt? Oder wo sie aufgewachsen ist und was dort typisch war oder so..."


    www



    Re: Chez Pierre

    Nerina Celei - 16.12.2009, 21:47


    so, damit Pierre nicht ganz so still ist:

    (Pierre duCheval)

    betrifft: Kestra, Isa

    -- Friseursalon

    Pierre hatte das Ganze, schweigend und leicht lächelnd, nur am Rande mitverfolgt. Zwar war er mehr daran gewöhnt, einen Plausch von Friseur zu Kundin zu halten, doch sah er keinen Grund, das Gespräch der Frauen zu unterbinden. Sein Salon war dazu da, sich wohl zu fühlen, und das taten die drei ja ganz offensichtlich.
    Und da Kestra noch ein wenig unter der Trockenhaube sitzen musste, kümmerte er sich nun darum, das ganze Metall vorzubereiten, das in ihre Frisur eingearbeitet werden musste.
    Er winkte Lona kurz zum Abschied, als sie sich davonmachte, und konzentrierte sich dann wieder auf seine Arbeit. Ein klein wenig machte es ihm schon Sorgen, dass Kestra unter der Trockenhaube so unruhig schien – nun, vielleicht lag es nur daran, dass sie sich richtig mit Isabelle unterhalten können wollte.
    Er befürchtete jedoch, dass dies ein generelles Problem zu sein schien, Kestra schien nicht recht stillhalten zu können. Und das würde die Arbeit mit der Hochsteckfrisur erschweren.
    Ein Signalton gab an, dass Kestras Haare trocken waren, und Pierre wandte sich wieder seinen beiden Kundinnen zu.
    Etwas überrascht stellte er fest, dass Isa nicht auf den freien Stuhl nachgerückt war, wo vorher Lona gesessen hatte, sondern sich über den leeren Platz hinweg mit Kestra unterhielt.
    Er schob die Trockenhaube nach oben, und begann die Lockenwickler aus Kestras Haar zu ziehen.
    „Nischt, dass isch ihren Enthusiasmus dämpfen will“, mischte er sich wieder ins Gespräch ein, „aber ehe Sie zum Captain gehen, Madame Songbird, sollte ein festes Konzept für die Party stehen. Wofür Sie das 'olodeck wollen – um die Crewmoral zu 'eben. Wann und wie lange Sie es brauchen... der Captain soll sisch etwas vorstellen können. Allerdings sollte es wiederum nischt so aussehen, als 'ätten wir alles schon fix und fertig geplant und fragen nur der form'alber um Erlaubnis.“


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    Re: Chez Pierre

    Kestra Kruspe - 16.12.2009, 22:45


    Kestra Kruspe

    betrifft: Isabelle Songbird

    ---Friseursalon---

    Das Thema war einfach zu umfangreich um es beim Friseur zu besprechen, Kestra musste den Impuls, aufzustehen um überlegend hin und her zu laufen, unterdrücken. Nachdenken konnte sie am besten wenn sie umher lief und nicht auf einem Stuhl saß.
    „Stimmt, viel Zeit hätten wir nicht um was neues zu lernen. Lass mich kurz Nachdenken, was ich über Nerina weiß!“
    Sie lehnte sich zurück, strich sich mit der rechten Hand über den Nasenrücken und versuchte sich zu erinnern, was sie in der kurzen Zeit über Nerina herausgefunden hatte. Leider viel zu wenig. Weder wusste sie etwas über ihren Kleidungsstil, was dazu geführt hatte, dass Nerina den Salon verlassen hatte, noch was sie gern aß.
    Was sie mit Sicherheit wusste, war, dass Nerina Celei eine Sicherheitschefin mit großem Hunger war. Dass Sie, Kestra, es spüren konnte, wenn ein telekinetischer Ausbruch zu erwarten war. Dass Nerina, aus Angst, ihre Fähigkeiten mit dem silbernen Stirnreif zurückhielt.
    Kestra atmete tief durch, sie musste doch mehr wissen. Sie legte die Stirn in Falten, schloss die Augen und dachte noch angestrengter nach. Und ganz langsam kamen ein paar Erinnerungsfetzen herauf. Ihr Nachdenken glich fast schon einer Meditation. Und das erste, das ihr einfiel, war die braun-weiße Feder, die Nerina in ihrem Unterbewusstsein zurückgelassen hatte.
    'Das muss ein schönes Krafttier sein, aber viel helfen würde es uns nicht, höchstens wenn es im Wald, auf dem Holodeck, auf einem Ast säße um die ganze Szenerie zu verschönern!'
    Sie dachte weiter nach, sie sah Bilder, die die Sicherheitschefin, neben der Feder, ebenfalls zurückgelassen hatte. Eigentlich viel zu privat, aber auch sie waren für eine Party
    nicht geeignet, es sei denn ihr Vater würde das Kampftraining auf der Hazard weiter führen.
    Nein, wie sich Babys im Bauch anfühlten, oder die Liebe zu Mark, das war absolut NICHT geeignet um Nerina zu überraschen.
    Warum bandelte Nerina überhaupt mit Graf an, wenn da doch dieser Mark war... Seltsam. Vielleicht war ja beides nichts ernstes, aber das ging sie im Grunde auch nichts an.
    'Verdammt, da muss es doch noch mehr geben. Vielleicht sollte ich mir einen Vulkanier holen, der mir beim Erinnern hilft. Man, streng deinen Kopf an!'
    Sie schob diese sehr privaten Erinnerungen bei Seite und endlich kam etwas.
    Sie sah eine jüngere Nerina in einem weißen Outfit. Tanktop, weite Hosen, barfuß. Eine einfache, farbige Kordel hinderte die Hose daran, über Nerinas schmale Hüften hinunter zu rutschen.
    Nerina bewegte sich im Takt der Musik, von der die Erinnerung begleitet wurde, übte Schritte und Armbewegungen. Zwischendurch drehte sie sich auf einem Bein, das andere in die Luft gehoben.
    Kestra konnte nicht einordnen, ob es sich nur um einen seltsamen Tanz handelte, oder eine Art aggressive Akrobatik, die mehr dazu diente, zu beeindrucken und zu necken als zu kämpfen. Sie entschied sich aufs Tanzen, wegen der brasilianische Musik von der die gesamte Szene unterstrichen wurde. Kein Samba, eher mit einer Gitarre gespielt und etwas ruhiger.
    'Gut, schon mal eins. Weiter.'
    Nerina, in dieser Erinnerung etwas älter als in der vorigen, in einem Zimmer mit Meerblick, vor dem Spiegel. Sie hielt sich verschiedene Kleidungsstücke vor, die auf dem Bett ausgebreitet lagen, schüttelte immer wieder den Kopf. Dabei aber lächelte sie voll Vorfreude und sang auf italienisch. Kestra konnte sich nicht ganz sicher sein, da Nerina das nötige Stimmvolumen fehlte und sie auch die Töne nicht so recht traf, doch es schien sich um ein Stück aus einer Oper zu handeln.
    Sie war ins Theater eingeladen, und wusste nicht so recht, was sie anziehen sollte, weil das übliche – Shirt und Hose – für eine Oper nicht passend war.
    Und während Nerina voll und ganz mit ihrem eigenen Spiegelbild beschäftigt war, entging ihr, was der Spiegel noch zeigte: das Gesicht ihrer kleinen Schwester, die die Tür einen Spalt weit aufgedrückt hatte und grinsend lauschte. Wäre Nerina bewusst gewesen, dass sie belauscht wurde, hätte sie wohl kaum so falsch und voller Hingabe weiter gesungen.
    Kestra musste lächeln, allein schon, weil das Meer in dieser Erinnerung vorkam.
    Die letzte Erinnerung war ein Restaurant, das Gefühl von „Zuhause“ und irische Musik.
    Nerina saß vor einer riesigen Portion Irish Stew und unterhielt sich mit ihrem Vater, während die Mutter weiter Essen auftrug und die kleine Schwester zwischen den Musikanten herumsprang, und den Fiddlespieler anbettelte, es auch mal versuchen zu dürfen.
    Kestra strengte sich noch weiter an, aber es kam absolut nichts mehr, sie öffnete die Augen sah zu Isabelle hinüber.
    „Also, unsere gute Nerina mag, wenn ich mich nicht getäuscht habe, brasilianische, irische Musik und italienische Oper. Und ich glaube zu wissen, aber da sollten wir lieber in den Akten nachschauen, das sie aus Irland kommt. Das sie italienische Oper mag, trifft sich gut, denn Petita ist ein Naturtalent, wenn es ums Singen geht!"
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    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 17.12.2009, 11:57


    (Songbird)
    betrifft: Kestra, Pierre


    --> Friseursalon <--

    >„Nischt, dass isch ihren Enthusiasmus dämpfen will“, mischte er sich wieder ins Gespräch ein, „aber ehe Sie zum Captain gehen, Miss Songbird, sollte ein festes Konzept für die Party stehen. Wofür Sie das 'olodeck wollen – um die Crewmoral zu 'eben. Wann und wie lange Sie es brauchen... der Captain soll sisch etwas vorstellen können. Allerdings sollte es wiederum nischt so aussehen, als 'ätten wir alles schon fix und fertig geplant und fragen nur der form'alber um Erlaubnis.“<

    Isabelle grinste als Pierre seinen Einwand brachte.
    "Glauben Sie mir", sagte sie dann zu ihm, "ich kann in solchen Sachen recht überzeugend sein. Und dass ich es anders als auf der Kalrsruhe mit einem Mann zu tun habe, macht die Sache sicher leichter. Und die Idee einer Party zu verkaufen sollte nicht schwierig sein. Gerade mit dem Argument der Crewmoral, das Sie ja auch gerade erwähnt haben..."
    Lachend strich sie sich eine Haarsträhne schwungvoll aus dem Gesicht, dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder Kestra zu.

    >„Also, unsere gute Nerina mag, wenn ich mich nicht getäuscht habe, brasilianische, irische Musik und italienische Oper. Und ich glaube zu wissen, aber da sollten wir lieber in den Akten nachschauen, das sie aus Irland kommt. Das sie italienische Oper mag, trifft sich gut, denn Petita ist ein Naturtalent, wenn es ums Singen geht!" <

    "Hm, brasilianisch, irisch und italienische Opern also... das sollte ja möglich zum Umsetzen sein. Vielleicht draußen die Sachen eher mit Livemusik, also z.B. mit irischer Musik anfangen, da gibt es glaub' ich auch ganz bestimmte, typische Trommeln, dann weiter mit was brasilianischem und zum Abschluss die Oper. Oder vielleicht die Oper besser zur Eröffnung?"
    Isa überlegte kurz: "Ja, ich glaube die Oper würde sich eigentlich gut für die Eröffnung anbieten. Dann vielleicht erst was irisches und dann was brasilianisches und dann kommt der grandiose Auftritt der Hazard-Band!"
    Die Wissenschaftlerin merkte, wie die Vorfreude, wieder ihren ganzen Körper kribbeln ließ.
    "Und ja, in der Höhle, da würde ich dann richtig wilde Musik zum Tanzen haben! Wo sich jeder jegliche negative Stimmung und Erfahrung von der Seele tanzen kann!"


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    Re: Chez Pierre

    Louis Landau - 29.12.2009, 23:00


    (Pierre du Cheval)

    Pierre war zwar noch nicht ganz einverstanden mit der Antwort Isabelles - zu schnell war sein Einwand weggewischt worden, aber vielleicht würde sie den Captain auch so überzeugen können. Außerdem hatte er noch genügend Zeit um ihr noch den Kopf zu waschen in beiderlei Wortsinn. "Gut, dann kümmern sie sich um die musikalische Ausgestaltung Kestra und Mme Songbird um die Vorsprache beim Captain. Lona und ich um die Ausgestaltung des Holodecks. Fehlt noch die komplette Gästeliste, Entwurf und Verteilung der Einladungsschreiben.“

    Soeben tönte die Trockenhaube.

    „Und natürlich die fertigen Frisuren.“

    Die Trockenhaube fuhr nach oben und gab Kestras trockene Haare frei.

    Er nahm das Metallgestell und begann es kunstvoll in ihre Haare einzuweben.



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 30.12.2009, 15:23


    (Songbird)
    betrifft: Kestra, Pierre


    --> Friseursalon <--

    "Also was die Gästeliste angeht", antwortete Isa auf Pierres Auflistung, "würde ich vorschlagen, dass prinzipiell jeder eingeladen ist! Gut, es gibt sicher immer ein paar, die das Schiff am Laufen halten müssen, aber ich denke von der Idee her sollte die Party offen für alle sein! Und bei den Leuten wo wir wissen, dass sie Nerina wichtig sind, müssen wir halt darauf achten, dass die dann sicher keine Schicht haben. Aber das könnte ich sicher auch mit dem Captain besprechen. Kestra meinte ja, dass Nerina z.B. gerne den Chefingenieur auf der Party hätte... Und was die Einladung angeht: da es eine Überraschungsparty sein soll, müssen wir das wohl irgendwie so machen, dass das Nerina nicht mitbekommt. Am einfachsten wäre es wohl einfach über den Computer eine Nachricht an alle zu schicken, also direkt ins Quartier jeweils meine ich, und Nerina davon halt einfach auszuschließen. Für sie müssen wir uns für den Abend halt einen Vorwand finden wie sie eingespannt werden könnte. Am besten wohl auch von jemandem von uns..."
    Isa ließ die Gedanken weiter schweifen. Wie sollten sie das mit der Musik genau machen? Gut, die ungefähre Richtung konnten sie jetzt vielleicht schon abschätzen, aber wie an die Musiker rankommen.
    Überlegend wandte sie sich an Kestra: "Sag mal, wie sollen wir das machen, dass wir mögliche Musiker an Bord finden? Weil wir können ja schwer eine Liste aufhängen wo draufsteht, dass wer Lust hat sich eintragen kann. Sonst bekommt Nerina das ja auch gleich mit..."
    Sie kaute beim Nachdenken gedankenverloren auf ihrer Unterlippe: "Aber vielleicht könnten wir mit Lona irgendwas aumachen dass sie eine 'versteckte' Liste dafür im Casino hat? Immerhin kommt sie doch mit den meisten irgendwann ins Gespräch..."


    www



    Re: Chez Pierre

    Kestra Kruspe - 31.12.2009, 17:29


    kestra kruspe

    betrifft: Isa Pieere

    Friseursalon

    Auch wenn Pierre sehr vorsichtig das Metallgestell in ihre Harre flochte, ziebte es doch hin und wieder und Kestra verzog unmerklich das Gesicht, ganz kurz wünschte sie sich, sie hätte sich eine andere Frisur ausgesucht. Aber wer A sagte musste auch B sagen und wer schön sein wollte musste leiden, solche Sprüche gingen ihr durch den Kopf.
    Um ein Zusammenzucken zu vertuschen, nickte die Empathin. „Klar, um die Musik kümmere ich mich, wer sonst wäre für diese Aufgabe am besten geeignet?“ Lächelnd zwinkerte sie den Beiden zu.
    „Um den Vorwand kann ich mich kümmern. Ich habe auch schon eine Idee. Während der Reinigung der Krankenstation habe ich Nerinas Ersatzstirnreif gefunden, den wollte ich ihr zurückgeben!“
    Pierre war schnell sie konnte jetzt schon erkennen wie das Ergebnis auf ihrem Kopf aussehen würde. In ihrer Jugend hatte sie eine Kurze Phase, da sie die alte Frisur der Betazed Frauen tragen wollte, inklusive der Tiere. Ihre Mutter hatte jedes mal die Hände über den Kopf zusammen geschlagen, wenn klein Kestra mit einem anderen Tier auf den Kopf nach Hause kam. Sie hatte nach einem Unschönen Erlebnis mit einer Fledermaus selbst erkannt, das es keine gute Idee war Tiere im Haar spazieren zu tragen.
    Isabelle holte sie aus ihrer Erinnerung zurück.
    „Ich würde sagen, wie eine Rekrutierung zur Armee. Lona macht mit ihrem Charme Werbung, holt die Liste aus einer Schublade, bringt jeden dazu, der was spielen kann, sich auf die Liste zu schreiben. Ich werde das mit Lona klären. Ich für meinen Teil freue mich riesig darauf!“

    gruß ela

    www



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 02.01.2010, 11:08


    (Songbird)
    betrifft: Kestra, Pierre


    --> Friseursalon <--

    "... Ich werde das mit Lona klären. Ich für meinen Teil freue mich riesig darauf!“"

    "Gut, ich denke dann wäre soweit alles geklärt!", antwortete Isa.



    www


    PS: ich dachte mir an dieser Stelle könnten wir die Szene erst mal beenden und schreiben dann entweder mit einem Teil weiter wo dekoriert wird oder wir warten erst mal bis uns die Hazard einholt... und dann wie gewöhnlich am Verteiler weiter?



    Re: Chez Pierre

    Louis Landau - 02.01.2010, 17:44


    <NRPG>
    Wenn ihr nicht noch was dringendes zu bereden habt, würde ich gerne so langsam hier abschließen und die Szene auslaufen lassen.

    Die Schminkbeschreibung stammt von Anna
    </NRPG>

    Pierre tat es leid, als er Kestras schmerzverzerrtes Gesicht sah. Vielleicht hätte er ihre Haare besser vorbereiten sollen, sie nochmal durchglätten oder ein weicheres Metall verwenden sollen?

    Erster Grundsatz war doch alles mögliche zu tun, damit sich der Kunde wohlfühlte. Aber er war auch nicht geübt mit dem Einflechten von Metall und solange sich daraus nicht ein Hype entwickeln würde, würde er auch nicht mehr Übung darin bekommen.

    “Et voilà!”
    Pierre gab Kestra etwas Zeit, ihr Abbild zu bewundern, während er nochmal einen kurzen Blick auf die Vorlage warf und dann die entsprechenden Utensilien zusammentrug.
    Das Augen-Makeup schien wie ein Smokey Eye geschminkt zu sein, nur nicht so dunkel. Und der Lippenstift des Models passte nicht zu Kestras Haut, er würde einen etwas anderen Farbton nehmen müssen.

    “So, jetzt bitte still'alten und ihr Gesischt entspannen”, bat Pierre Kestra. “Sonst kann isch nischt rischtig arbeiten. Das 'eißt, Sie müssen Ihr Gespräsch kurz unterbreschen.”

    Doch Isa meinte ohnehin: "Gut, ich denke dann wäre soweit alles geklärt!"

    Auf Pierres Anweisung legte Kestra den Kopf ein wenig zurück, er deckte mit einem breiten Band, das er im Nacken schloss, ihren Haaransatz ab damit dieser nichts abbekam.
    Dann feuchtete er Kestras Gesicht an und schäumte es mit einem milden Reinigungsgel auf. Mit lauwarmem Wasser abwaschen und sanft trocknen, damit war seine Leinwand fertig.
    Pierre war immer wieder von neuem davon fasziniert, welche Möglichkeiten sich aus den verschiedenen Gesichtern ergaben. Die Struktur, die Haut- und Haarfarbe, all die Kleinigkeiten machten jedes Gesicht einzigartig. Und jedes verlangte nach einem Make-Up, das seine Vorzüge unterstrich und Unzulänglichkeiten kaschierte, ohne dass danach eine Fremde aus dem Spiegel blickte.
    Mit ein wenig Feuchtigkeitscreme tat er nicht nur Kestras Haut etwas gutes, sondern schuf auch die perfekte Grundlage für das Make-Up.

    Als erstes musste er diese unsäglichen Augenringe verschwinden lassen. Er wählte einen Corrector, der deutlich heller war als Kestras Haut, und trug ihn sorgfältig vom Inneren Augenwinkel her auf. Ein wenig mit den Fingern verwischt, dann ein prüfender Blick. Schon besser, aber nicht gut genug.
    Noch etwas Concealer darüber, den er mit etwas Puder fixierte, um glänzende Stellen zu vermeiden. Dann die Foundation. Er musste zwei verschiedene Farbtöne auf Kestras Wangen und Stirn ausprobieren, um die richtige zu finden.
    Sorgsam verteilte er sie mit den Fingern um Nase und Mund, und verstrich sie dann bis zum Gesichtsrand. Manch einer arbeitete ja lieber mit Schwämmchen. Pierre zog es vor, die Haut unter seinen Fingern zu fühlen, das Make-up mit der eigenen Haut etwas anzuwärmen und sachte einzuklopfen. Das wirkte natürlicher.
    Nochmals stäubte er, diesmal mit einem größeren Pinsel als bei den Augen, Puder über das ganze um es besser zu fixieren.
    Um das Rouge aufzutragen, bat er Kestra, zu lächeln. Nur ein Hauch auf den hervorstehenden Teil der Wangen, und das ganze verwischen. Perfekt.
    Für die Lippen wählte er einen eher hellen Ton, der Kestras Augen nicht die Schau stehlen würde, und zog das ganze mit dem Konturenstift nach.
    Er betonte Kestras schmale Augenbrauen noch mit etwas Augenbrauenstift, um dem Gemälde den rechten Rahmen zu geben. Jetzt kam die wahre Herausforderung.
    In mehr als einem Dutzend Einzelschritten gab er weißen, rauchfarbenen und silbrigen Puder auf Kestras Augenlider, zog einen dunklen Lidstrich, verwischte die Übergänge mit den Fingern, und tuschte die Wimpern.
    Wie als Nachgedanken zog er von der Nasenwurzel schräg nach oben zur Schläfe noch je einen geschwungenen Strich über die Augenbrauen. Es verlieh Kestras Blick etwas dramatisches, und passte zu ihrem, wohl doch eher extravaganten Stil.



    Re: Chez Pierre

    Isabelle - 02.01.2010, 19:15


    Louis Landau hat folgendes geschrieben: <NRPG>
    Wenn ihr nicht noch was dringendes zu bereden habt, würde ich gerne so langsam hier abschließen und die Szene auslaufen lassen.

    </NRPG>

    Wie gesagt, dafür bin ich auch.

    Ich denke Ela könnte noch einen Abschluss für Kestra finden und dann lassen wir es hier erstmal.



    Re: Chez Pierre

    Kestra Kruspe - 03.01.2010, 16:47


    hi,
    ja beenden wir es hier. ich wusste langsam nicht mehr was ich schreiben soll.

    Kestra Kruspe

    betrifft. Isa, Pierre

    ---Salon---

    Die Empathin spürte die Sorge Pieers. Sie wollte nicht das der Friseur sich schlecht fühlte nur weil ihr das kleine bisschen zieben weh tat. Es gab schlimmeres, aber daran wollte sie nicht denken.

    <„Et voilà!“>

    Sie drehte den Kopf hin und her sie war mit dem Ergebnis zufrieden und zeigte im das durch ein strahlendes Lächeln. „Wunderbar, einfach klasse. Danke!“

    <“Gut, ich denke dann wäre soweit alles geklärt!“<

    Kestra nickte und ließ sich von Pieers Kundigen Händen schminken. Neben Friseurbesuchen, liebte
    Kestra es sich Schminken zu lassen. Sie entspannte sich, genoss Stumm das Programm. Das Pieere in seiner Aufgabe aufging entging ihr natürlich nicht. Schön das sie ihm diese Freude machen konnte.
    Das Ergebnis haute sie schier vom Hocker. Ihre Blauen Augen, untypisch Betazoidisch, hatte Pieere so gut betont, das sie Stahl hätte zum Schmelzen bringen können.
    Sie gefiel sich, sie stand auf drehte sich zu Pieere um, legte eine Hand auf seinen Arm und begeistert meinte sie. „Pieere du Cheval sie sind ein Genie. Ich bin begeistert. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll...Danke!“
    Als sie heute Morgen aufgestanden war, hatte sie nicht damit gerechnet noch so glücklich gemacht zu werden. Sie drückte Pieere einen Kuss auf die Wange. „Merci beaucoup chère, ils constituent un trésor (vielen lieben dank, sie sind ein Schatz)!“
    Sie betrachtete sich kurz nochmal im Spiegel und fragte. „Isabelle, wenn du heute Abend nichts vor hast, komm ins Kasino.“ Sie ging zur Tür. „Bis später!“

    gruß ela

    www



    Re: Chez Pierre

    Lukas Graf - 11.01.2010, 13:19


    Der Teil, wo Lona vor der Tür von Grafs Quartier steht, geht hier weiter.



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