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Qualität des Beitrags: Beteiligte Poster: Schattendrache - Flame Forum: Indestructible Fantasy Forenbeschreibung: The Last Resort of Imagination aus dem Unterforum: Schriftliches, Geschriebenes Antworten: 4 Forum gestartet am: Freitag 23.02.2007 Sprache: deutsch Link zum Originaltopic: Elfenschatten Letzte Antwort: vor 13 Jahren, 5 Monaten, 4 Tagen, 10 Stunden, 25 Minuten
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Re: Elfenschatten
Schattendrache - 10.10.2009, 16:59Elfenschatten
Elfenschatten
Prolog
Mysterialis, der Name einer Welt in deren Spähren Kräfte walten, Magische Kräfte, Kräfte der Natur, wie des Lebens und des Todes, geschaffen vom Schöpfer Bazurea, aus dessen Geiste diese Mächte entstanden, auch der Ursprung des Lebens entstammt vom Schöpfer, deren Rassen die folgenden waren.
Elfen, Menschen, Zwerge, Orks die Bewohner dieser Welt, entstanden aus den gleichen Ursprüngen, getrennt durch Kulturelle und Politische Unterschiede, gelähmt durch Hass, Vorurteilen, stürtzten diese Rassen wider und wider in Kriegerische Schlachten, doch egal für welche Ziele diese Kriege stattfanden, egal wie lange sie sich leidvoll hinzogen und ihre Spuren der Zerstörung ins Land einbrannten, ihre Bedeutung und selbst die Erinnerung an sie wurde vom Sande der Zeit verweht.
Sie verschwammen zu nebulösen Aufzeichnungen in den alterwürdigen Archiven der Nationen der Welt welche sie im allgemeinen Pathos nur aus der eigenen Sichtweise verfassten, an rechter Schilderung nicht interessiert... Fast jedes Volk, jedes Land hielt Aufzeichnungen der Geschicke und der Geschehenisse, über Herrscher und Herscherinnen, über alles das sich zu lohnen schien erhalten zu werden.
Die Geschichten der Völker, aufbewahrt um die Fehler der Vergangenheit auszulöschen, sie im Gedächtniss zu bewahren damit sie nicht wider begangen würden, jedoch traten sie immer wieder und wieder hervor, bis heutigen Tage, schien sich dieser Verlauf der Geschichte in einem unheilvollem Zyklus zu widerholen. So geschah es das nach den letzten Kriegen die die Welt erschütterten die Völker in einem schwachen Frieden lebten, ein Trügerischer Friede der sich über die Welt Mysterialis gelegt hatte.
Diese Welt, Mysterialis, die aus drei Kontinenten bestand, welche die Namen Kamlea Mera, Ravniel und Kalgea trugen.
Kaela Mera, der elfische Kontinent, welcher der kleinste war, beinahe völlig bedeckt von einem lichtdurchfluteten Mischwald. In dessen Inneren waberten die Magischen Energien der Waldgeister unablässig wie das sanfte Rauschen des Wassers der zahlreichen Bäche und Flüsse dieses Sommerlich warmen Kontinents, welcher sich am westlichen Rande der Welt befand. Die Wälder dieses Landes waren erfüllt von den harmonischen Klängen der Natur, Vögel zwitscherten, leise summten die Gesänge der Feen durch Blattwerk, das Laub der Bäume rauschte sanft im Wind, das Wasser der Bäche plätscherte friedlich vor sich hin.
Friedlich und freundlich, so war dieser Kontinent der Elfen, welche die Wälder bewohnten.
Ravniel, der Kontinent der Menschlichen Reiche. Diese Landmasse war die größte unter den drei Kontinenten, gekennzeichnet durch seine weiten Baumlosen, grünen Ebenen, die sich beinahe endlos hinzogen, nur gelegentlich unterbrochen von den Schneebedeckten Gipfel vereinzelter Gebirge, wie dem Schneegebirge das sich im Norden des Kontinents hinzog, das Nasralgebirge welches sich im Südwesten befand, die Eisberggipfel die ganz im Westen waren und die Galeraen im tiefen Süden.
Hier lebten die Menschen, deren Dörfer und Städte sich überall ausgebreitet hatten, sie hatten ihr Land in besitzgenommen, wie es ihnen gefiel.
Dieses Land, das warm und Sonnenbeschienen war, das durch das sanfte Schwingen des Grasmeeres in eine Harmonische Idylle getaucht, es war friedlich und still.
Kalgea. Hier lebten überwiegend Orks an ihren Lebensraum angepasst, den das karge Leben dem dieses Land bot. Dieses Land war felsig, von hohen Gebirgen und tiefen Schluchten durchzogen. Das wenige Nutzbare Ackerland, das es gab, brachte nur wenig Ernte ein. Auch aus den wenigen Wäldern und Flüssen ließ sich dort nur wenig Nahrung beschaffen. Alles schien trist und grau zu sein, karg und öde, rau und wild. Auch so wild und ungezähmt wie das Land waren auch dessen Bewohner die Orks.
Diese unterschiedlichen Länder, vereint auf einer Welt, vereint und doch getrennt, lagen nahe beieinander. Doch war die Verbindung dieser Völker im letzen Jahrtausend abgebrochen, bis das vierte Jahrtausend der Geschichtsschreibung begann. Ein Jahrtausend das später das der kulturellen und technischen Umbrüche galt, eines das als das Jahrtausend des Endes und des Beginns gekennzeichnet war.
Re: Elfenschatten
Schattendrache - 10.10.2009, 17:01
Kapitel I:
Der Beginn einer Legende
Im dritten Jahre des vierten Jahrtausends der zweiten Epoche, auf dem Kontinent Ravniel des Landes Szyalis in der nähe des Schneegebirges in einer kleinen Holzhütte an einem der weißen Ausläufer des Gebirges, unweit eines kleinen Wildbaches welcher in den Nördlichen Hängen im Gebirge entsprang und leise plätschernd fließend, schäumend weiß durch sein felsiges Bett floss.
„Nun.“, sagte eine tiefe Männliche stimme in der Alten Holzhütte, welche aus dunkelen harten Holze gefertigt war und einen schnell zusammengeschusterten, leicht Windschiefen eindruck machte.
„...Seraphina, wie du weißt ist bald ein besonderer Tag, wirst du Morgen Siebzehn Jahre alt werden und weißt was es bedeutet….“, sagte diese Stimme leise aufklärend.
Diese tiefe Stimme gehörte einem Älteren Mann, der um die fünfzig war und kurzes Schwarzgraues Haar hatte. Leicht gebeugt saß er auf einem Alten Dunkelroten abgewetzten Sessel, stützte sich auf, blickte kurz in Richtung des Kamins. Das leise knisternde flackernde Feuer erhellte sein müdes Gesicht, welches nun vom Feuer weg sah, auf eine zweite kleinere Person.
Auf einem kleineren ebenfalls sehr abgewetzten Dunkelroten Sessel, saß Seraphina, diese Hatte weißblaues unordentliches, fast Schulterlanges Haar und eine Helle Haut. Ihre Augen waren trübe und Grau, wie ein unendlich tiefer Bergsee, blickten starr in Richtung Feuer, blinzelten selten, auch nicht nachdem sie die ganze Zeit ins Feuer sah. Man sah ihr an, das etwas mit ihr nicht stimmte, ihre Augen verrieten es, Seraphina war blind, doch störte diese Tatsache sie nicht, da sie schon Blind geboren worden war und so wusste sie auch nicht wie es war sehen zu können.
„Ja, das weiß ich, Großvater. Das sagst du schon seit Wochen, was ist daran denn so besonders das ich Siebzehn Jahre alt werde?“, sagte sie, leicht nach vorne und zurück wippend.
„Nun….“, sagte Seraphinas Großvater, nahm einen Schluck aus einem Großen Tonkrug, wischte sich den Mund ab und sprach weiter.
„Seraphina, wenn du Morgen Siebzehn Jahre alt wirst, darfst du eine Reise antreten, zu deinen Eltern die in Nela Elu wohnen, einer Stadt unweit von hier...“
„Meine Eltern?“, fragte diese unerwarte und fiel ihm ins Wort, ihre Eltern, zu ihnen reisen.
„Ja, deine Eltern. Sie wollen dich sehen...“
„Meine Eltern...“, Seraphina verband mit diesem Wort nur das es irgendwo zwei Menschen gab, mit denen sie noch verwand war, doch fühlte sie dabei nichts da sie diese nicht wirklich kennen gelernt hatte, waren es nur noch Schemenhafte Erinnerungsfetzen die sie von ihnen kannte, war ihre Zeit im Elternhaus nach wenigen Jahren vorbei, wurde sie im zarten Alter von fünf Jahren von ihren Eltern getrennt, im letzten Kriege des Landes Szyalis gegen die Horden aus dem Norden, bei dem letzten Orkeinfall vor zwölf Jahren, bei dem Nela Elu zerstört wurde hatten sie sich aus den Augen verloren, die zarten Familienbande wurden brutal zerrissen. Seraphinas Großvater hatte das unsichere Mädchen damals unweit des Dorfes gefunden, neben den verkohlten Ruinen ihres Wohnhauses, wimmernd, weinend, nicht wissend wo sie war und wo sie hingehörte, fest der annahme das sie die einzige war die diesen Angriff überlebt hatte, nahm er sie bei sich auf, versuchte dafür zu sorgen das dieses Ereigniss ihr Lebensgeschick beeinflussen sollte, so das er mit ihr diesen Ort verließ, weit weg von den Ruinen der Vergangenheit, so das sie zu einem fast Normalen Mädchen heranwachsen konnte, obwohl sie Blind war.
„Gut, Großvater, aber wie soll ich sie finden, wenn ich sie nicht sehen kann...“, fuhr sie nach einien Momenten des Überlegens schließlich fort.
„Mach die deswegen keine Sorgen, du wirst dorthin begleitet. Aber leider nicht von nicht von mir, ich muss es zugeben ich bin inzwischen zu alt dazu, eine solche Reise würde über meine Kräfte gehen.“, sagte ihr Großvater schließlich und klang müder als sonst.
„Gut, ich werde also begleitet, aber von wem?“
„…Im Brief deiner Eltern stand, dass es zwei Personen sind, denen sie gut vertrauen. Auch schrieben sie das diese Morgen ankommen um dich zu ihnen zu bringen.“, antwortete er schlicht um dieses ihn offembar unangenehme Thema zum Abschluss zu bringen.
„Gut, Morgen werde ich dann also aufbrechen zu meinen Eltern…“, entgegnete Seraphina, zwischen Euphorie des Widersehens und Furcht vor dem Aufbruch ins Ungewisse schwankend.
„Ja, jedoch musst du dich trotz deiner Begleitung vorbereiten, das wird kein Waldspatziergang werden, auch wenn es eine kurze Strecke werden wird, kann es Gefährlich werden…“
„Das werde ich, so wie du es mir beigebracht hast, das ich mich auf die Vorsicht anderer verlassen sollte wie ich sehen kann…“, sagte Seraphina, war sich dem Widersinn dieses Lehrspruchs bewusst, stand auf und beschritt die schlichtgestaltete dunkelbraune Holztreppe die sie zu ihrem Zimmer führte.
„Hm, du wurdest schneller Siebzehn als ich es jemals begriffen hatte…“, antwortete der Alte noch vor dem Kamin sitzende kurz darauf noch was seine Enkelin bewusst nicht hören sollte.
Die Weißhaarige indessen die am Ende der Trepe anbelangte, darauf durch einen Flur schritt, tastete sich an der Wand entlang als sie schließlich in ihrem Zimmer stand und die Tür öffnete. Mit einem leichten Knarren schloss sich die Tür hinter ihr wieder.
Sie tastete sich durch die Dunkelheit, suchte das zusammen, was sie gedachte zu brauchen, tastete alles benötigte länger als sonst ab, überspielte die verborgene Furcht vor dem das Morgen passieren sollte und versuchte zu verdrängen wie sie den anstehenden Abschied bewerkstelligen solle vor dem sie sich sicher nicht schützen konnte. Hastig stopfte sie einige Dinge die sie gerade greifen konnte in eine Tasche, verschnürte diese und stellte diesen an einen der Schränke. Danach ließ sie sich in ihr Bett fallen und versuchte zu schlafen, doch konnte sie heute Nacht einfach nicht einschlafen, die Unsicherheit auf das was sie Morgen erwartete war zu groß und auch das Gefühl des Abschiedes von ihrem Großvater taten das übrige um ihr den Schlaf zu rauben. Zwar freute sie sich auf ein Wiedersehen mit ihren Eltern, doch hatte sie kaum noch Erinnerungen an diese, zumal da diese auch noch verschwommen und Nebulös waren. Ihre Freude und Zuversicht auf der einen Seite, jedoch wurden diese von der Unsicherheit auf der anderen Seite fast völlig überdeckt.
`Wen haben meine Eltern geschickt, um mich abzuholen? Wie lange die Reise wohl gehen wird? Ob sie ihnen gesagt haben dass ich Blind bin? Wissen sie es selbst noch? `, dachte sie noch lange vor sich hin, bevor sie endlich einschlafen konnte und sie eine kurze Traumlose Nacht umfing die durch leises, kaumvernehmbares Klopfen an ihrer Zimmertür beendet wurde. Müde durch die wenigen verflosenen Stunden rappelte sich Seraphina schließlich auf, stolperte mehr denn sie ging in Richtung der Zimmertür und öffnete diese schließlich.
„Sie sind da...“, brachte ihr Großvater seltsam tonlos entgegen, ohne auf en „Guten Morgen“ zu warten, doch war sein Gegenüber es gewöhnt das er sie nicht mit einem solchen Normalen Morgengruß weckte, weshalb es sie auch nicht störte,sie beantwortete diesen Morgengruß mit einem Gähnen, als sie sich schließlich auf den Aufbruch vorbereitete, sich umzog und ihren Beutel umschnallte und ohne sich nochmal umzusehen ihr Zimmer verließ und die Treppe hinunter ging.
„… Sie sind draußen vor der Tür…“, sprach der Alte wider seltsam tonlos aus.
Die Weißhaarige schwieg, durchschritt den kleinen Flur zur Tür langsamer als sonst, verabschiedete sich gedanklich bei allem, auch an der Türkante an der sie sich des öfteren gestoßen hatte, oder der knarrenden Diele in der Mitte des Raumes deren quitschen ihr immer verriet ob ihr Großvater noch im Hause war oder nicht. Sie verabschiedete sich langsam von allem, was sie in den Jahren kennenlernte und öffnete die Tür, ungestört des hellen Morgenlichtes. Langsam trat sie aus der Hütte hinaus ins freie und blieb stehen, schwieg, vernahm kein Tröstendes „Lebe wohl, Seraphina, fürs erste...“ ihres Großvaters, nichts, unheimliche Stille breitete sich um sie aus, doch war es ihr auch genehmer, diesen Abschied so schnell wie möglich von statten gehen zu lassen, bevor sie noch Abschiedstränen vergießen würde. Einige Momente vergingen bevor sie schließlich die Anwesenheit ihrer Begleiter wahrnahm.
„Guten Morgen. Du musst Seraphina sein, stimmst?“, begrüßte sie die freundliche Stimme einer Unbekannten Links neben ihr.
„Ja, das bin ich und wen darf ich kennenlernen?“, fragte sie kühler als beabsichtigt und drehte sich dahin wo sie die Stimme vermutet hatte.
„Oh, fast vergessen... Ich bin Arela.“, sagte das Mädchen ihr gegenüber freundlich.
„Ich bin Jamu. Hallo.“, sagte eine Männliche stimme aus dem nichts neben der anderen Begleitung schließlich.
Seraphina nickte nur in die Richtung aus der die Stimme kam, denn ihrer Aufmerksamkeit galt etwas anderes, würde sie ihr Großvater nun doch verabschieden und ihr auf Wiedersehen sagen, wenn es gleich losginge oder würde er sie doch ziehen lassen, ohne ein Wort des Abschiedes wie sie es befürchtete. Sie wartete ab, doch als sie seine Stimme nicht vernahm, weder sein Atmen oder irgendwelche anderen Anzeichen das er sich zeigen würde seufzte sie, wandte sich ihren Begleitern zu da sie nichts an dieser Tatsache ändern könne, wollte aufbrechen bevor sie es zu bedauern begann und wider zurück wollte, doch wollte sie zum anderen auch zu ihren Eltern.
„Gut. Ich bin bereit, wir können aufbrechen.“, sagte sie schließlich um sich keine Zeit mehr zum Überlegen zu lassen.
„...Aber eins würde ich noch wissen wollen...“, fügte sie noch kurz hinzu.
„Das wäre, Seraphina?“, fragte Jamu zurück, mit ein wenig Ungeduld in der Stimme.
„Haben euch meine Eltern irgendetwas mitgeteilt wegen der Reise zu ihnen?“, fragte sie schlich, wartete ab, was die beiden sagen würden.
„Was soll damit sein, die sehen normal für mich aus.“, gab Arela unwissend von sich.
„Hm...?“, begann Jamu, doch beendete Arela vorschnell seinen Satz und fuhr fort.
„Ach ja, das. Das du… Nun ja, Blind bist. Das haben sie uns gesagt. Wir werden dich dann nach Nela Elu führen.“
„Hm…“, gab Seraphina nur kurz von sich bevor sie schließlich aufbrechen konnte.
„…Gut, da das nun geklärt ist, können wir ja endlich los.“, sagte diese und machte ein paar Schritte, bevor Arela sie zu führen begann und sie an die Hand nahm um die Blinde besser leiten zu können.
Für Seraphina war dies ungewohnt und seltsam, war sie immer daran gewöhnt ihren Weg alleine zu gehen, auch wenn dies manchmal schmerzhafte Konsequenzen zur folge hatte, doch nun, da sie die Hand ihrer Gefährtin führte, hatte sie weniger Sorgen diesbezüglich, auch wenn sie noch ein wenig Argwohn für die beiden hatte, da sie diese erst kürzlich kennen gelernt hatte und ihr nur übrig blieb auf die richtigkeit des Vertrauens ihrer Eltern zu setzen.
Für Arela war dies ebenfalls ungewohnt und seltsam, hatte sie noch nie zuvor mit einer Blinden Person zutun und auch nicht wusste, wie man mit genau ihr umzugehen hatte, auch fand sie es ungewohnt, diese zu führen, musste sich in Gedanen rufen das sie jeden Schritt zweifach bedenken musste, da Seraphina ihr Vertraute und nicht ahnen konnte wo und auf was sie trat. Es benötigte etwas eingewöhnung, doch nach einer weile des gehens führte sie Seraphina hinter sich her, blickte hin und wieder zu ihr zurück, sah ihre leeren und Trüben in das nichts blickenden grauen Augen, blickte jedoch immer schnell von diesem Ausdruck weg den sie nich gerne vernahm.
Während die drei sich allmählich von der Hütte entfernten, die Ebene durchschritten und sich leise unterhielten, schwieg Seraphina. Sie lauschte dem Gespräch ihrer beiden Begleiter und entnahm deren Ton und Ausdruck und Vertrautheit zueinander dass die beiden wohl Geschwister waren.
Sie betraten einen der kleinen Wälder des Landes, was Seraphina am rauschen der Blätter erkannte und am leisen knarren der Bäume.
„Arela, könntest du mir kurz die Karte geben? Ich glaube nicht dass wir hier auf dem Hinweg vorbeigekommen sind...“, sagte Jamu als dieser plötzlich stehen blieb. Diese blieb mit Seraphina beinahe Gleichzeitig stehen.
„Die Karte? Hattest du nicht die Karte?“, fragte diese zurück, als sie ebenfalls stehen blieb.
„Nein, ich dachte du hättest die Karte.“, entgegnete er hastig.
„Hatte ich nicht, weil ich dir sagte. `Nimm du doch dieses Mal die Karte mit, nicht das wir dieses mal wieder ohne losgehen. ´ Aber du hörst ja nie zu.“, Seraphina wusste nicht ganz was sie davon halten solle, sie zweifelte etwas an der Zuverlässigkeit ihrer Begleiter, wenn diese ohne Karte aufbrechen konnten, in der Annahme der jeweils andere hätte diese Karte bei sich. Während sie das dachte, kam ihr in den Sinn, was ihr Großvater ihr einmal über die Rassen dieser Welt gesagt hatte...
„... Jede Rasse hat ihre Eigenheiten, die es zu beachten gilt. Orks sind wild und Primitiv, manchmal auch bösartig und auch hinterhältig. Elfen hingegen sind intelligent Geheimnisvoll, sie sind auch Magiebegabt, neigen manchmal jedoch auch dazu etwas unzuverlässig zu sein, oder in Rätseln zu sprechen oder geben sich unnahbar...“, sie schlussfolgerte darauf, das Arela und Jamu also junge Elfen waren, auch wenn sie sie nicht sehen konnte verließ sie sich auf ihr Urteilsvermögen.
Da sie dies aber nicht sehen konnte und andere dinge vorgingen als das, beschloss sie nichts dergleichen zu fragen, sondern die beiden erst einmal zu beruhigen.
„Ähm, ich glaube ich habe etwas dabei, was uns weiterhelfen könnte...“, sagte sie und nahm ihre Tasche von der Schulterr, öffnete diese und suchte nach etwas bestimmten.
„Gut, aber was...“
„Ich glaube ich habe einen Kompass dabei...“, antwortete Seraphina auf Arelas Bemerkung.
„Du glaubst?“
„Ja, tue ich.“, sagte die Weißhaarige energischer dazu als sie es herausnahm und in der Hand hielt.
Sie merkte wie es ihr entnommen wurde, ein Klickendes Geräusch kündete davon dass es dann doch der Kompass war.
„So...“, fing Jamu vielversprechend an.
“Wir müssen nur nach Süden, bis wir an einem Fluss kommen. Dann nach Osten, wenn ich mich nicht irre, dann müssten wir dann kurz vor Sonnenuntergang da sein.“, sagte er noch nachträglich als er den Kompass wider zuklappte.
„Gut, dann sollten wir mal los.“, antwortete Arela und beide machten offensichtlich Anstalten zu gehen. Die Blinde fühlte jedoch das diese sie jedoch nicht führte und so tat sie keinen Schritt, verschränkte die Arme.
„Ähm, habt ihr nicht etwas vergessen?“, fragte sie schließlich als sie um Arela und Jamu etwas ins Gedächtniss zu rufen.
„Was? Oh ja.“, antwortete ihre Begleiterin schließlich und nahm sie wieder an die Hand, hatte sie es anscheinend wider vergessen das Seraphina ihren Weg nicht sehen konnte.
Sie wurde weitergeführt, weiter durch den Wald, vernahm zwischendurch nochh immer das Rauschen des Blätterdaches, doch schien sie noch etwas zu vernehmen, war sie sich jedoch nicht ganz sicher dabei.
Sie vernahm etwas dass ihre Elfischen Begleiter offenbar überhörten, es hörte sich an als würden viele Schritte schnell näher kommen. Näher, näher die beiden reagierten nicht darauf als Seraphina es nicht mehr ertrug.
„Sagt mal hört ihr das nicht?“, fragte sie, als ihre Begleiter stehen blieben und offensichtlich auch lauschten.
„Hm… Schritte. Sie kommen näher.“, bemerkte Jamu. Etwas kam auf die drei zu, bald würde es ihre Spur kreuzen als er sich offembar der Lage bewusst wurde.
„Los, runter vom Weg!“
Seraphina wurde von Arela vom Weg hinunter gezerrt, stand an einem alten Baum, dessen Rinde sie spürte. Sie wurde noch etwas weitergezogen und zwängte sich in einen schmalen Hohlraum.
Eingiges anderes Rascheln verriet das ihre Begleiter sich offembar ebenfalls versteckten.
Seraphina hockte in ihrem Versteck, lauschte angestrengt auf das was nun folgte.
Sie vernahm die Schritte, die schneller näher kamen, die sich in wildes trampeln verwandelten, zu denen sich auch Kriegerische Schreie die so durcheinander waren das sie diese nicht verstand, diese Lärm war hr nicht geheuer und so verblieb sie noch länger in ihrem Versteck, machte sich nun noch kleiner und versuchte keinen Laut von sich zu geben, denn was sie vernahm, machte ihr Angst. Schritte waren mit einem mahle verstummt, schien als würde die Meute stehen bleiben, sie flehte das man sie nicht finden würde und traute sich vor nagender ungewissheit kaum zu atmen.
Minutenlang hielt diese ungewisse Stille an, alles was zu hören war, waren leises Atmen und flüstern, was sie noch mehr verunsicherte als das Kriegsgebrüll. Sie lauschte, es fiel ihr ein Stein vom Herzen als sich die Menge schließlich wider in Beweg setzte, sie kauerte sich auch nach erneuten Verstummens dieser Laute in ihrem Baumverstecks, wartete darauf das sie ein Wort ihrer Gefährten vernehmen würde das sie aus ihrer Lage befreien würde, doch nichts dergleichen. Minuten um Minute schienen zu vergehen, sie hörte nichts keine erlösenden Worte, obwohl die Meute schon längst wieder vorbeigezogen war. Sie wartete ab, ungewiss lauernd, doch tat sich nichts. Unsicherheit nagte an ihr, ja länger sie da hockte und abwarteten musste.
`Ich kann nicht mehr warten, das dauert mir eindeutig zu lange... `, dachte sie und richtete sich auf, windtete sich aus ihrem Versteck, als sie nun noch immer keinen Laut von Jamu oder Arela vernahm, wurde aus der Vermutung lähmende Gewissheit, war sie nun allein, würde der Weg zu ihren Eltern nun noch schwieriger werden als er bisher bereits war.
„Ich bin alleine... Irgendwo zwischen meinem ehemaligen Zuhause und meinem anderen Zuhause... Ohne Ahnung wo ich hingegen soll...“, sagte sie zu sich selbst.
„…Nein, Seraphina, das seit ihr nicht...“, sagte eine zarte Weibliche Stimme aus dem nichts die die Weißhaarige erschreckte, kurz nachdem diese ihre Bedenken beendet hatte.
„Ich… Sagt, wer seit ihr, woher kennt ihr mich und was wollt ihr von mir?“, konnte sie nur fragen, hoffend das die Stimme einer wohlgesonnenen Person gehörte.
„Ich? Mein Name ist Lucelia…“, sagte das Geheimnisvolle Mädchen wirkte etwas erstaunt über die Frage nach ihrem Namen, bevor sie fortfuhr.
„… Woher ich euren Namen kenne braucht ihr noch nicht zu wissen… Doch eines, habt ihr euch jemals gefragt wie das Leben als Halbelfe wäre?“
Das Wort Halbelfe brachte die Welt Seraphinas um einiges durcheinander, das es die andere so frei aussprechen konnte, ihr Großvater hatte auf eine ihrer Fragen nur wütend geantwortet:
„Halbelfen sind widernatürlich zerstörte Kreaturen, im Wesen und Erscheinung der Orks gleich, mehr musst du dazu nicht wissen!“, hatte er damals schroffer gesagt als er eigentlich wollte.
Als die Weißhaarige wider etwas sagen wollte, kam ihr Lucelia zuvor.
„Seraphina, noch ist die Zeit nicht gekommen in der ihr sehen können werdet, daher lasst mich euch an euer Ziel begleiten wenn ihr meine Anwesenheit dulden könnt…“, sie schien äußerst pessimistisch veranlagt zu sein, doch war ihr Seraphina trotzdem dankbar, da sie diesen Weg durchs unbekannte nicht alleine gehen musste.
Sachte nahm sie Lucelia an die Hand, führte sie weiter auf ihren Weg, entlang durch den rauschenden Wald, sie war anders als die beiden anderen Elfen, schwatzte sie nicht wie diese, schwieg beharrlich während die beiden noch unterwegs waren, das Rauschen der Blätter allmählich schwächer wurde, sich mit dem plätschern eines nahenden Gewässers mischte.
Nach einer Weile, als sie es schließlich nicht mehr außhielt, wollte sie ein kurzes Gespräch mit iherer Begleiterin beginnen.
„Lucelia, sind wir bald da?“, fragte sie schließlich zur Auflockerung der Stille.
„Noch nicht, wir müssten noch etwas diesen Fluss entlang gehen, bis wir schließlich da sind. Wir sollten uns beeilen, Nachts ist es noch gefährlicher als sonst…“, sprach diese und zog sie etwas mehr hinter sich her, beschleunigten sie zu schnelleren Schritten, liefen fast, auf ihr Ziel zu.
Re: Elfenschatten
Flame - 23.10.2009, 00:39
Gut geschrieben, als Charakter-Hintergrund zwar etwas weitläufiger als sonst, aber das ist auch mal was neues.
Mir gefallen die Elfen, also ihre Fehler!
Re: Elfenschatten
Schattendrache - 23.10.2009, 18:30
Danke für diesen ersten Kommie. :)
Ja, ich wollte weg von dem klische das Elfen fehlerlos sind,
da kam das wie gerufen. :)
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