Saison 09/10

Berliner Bähren
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    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 21.09.2009, 13:42

    Saison 09/10
    On tour 2009 / 2010



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 21.09.2009, 13:45


    FC St. Pauli vs. Hertha BSC 2:2
    Saisonvorbereitungsspiel 2009/2010
    Samstag, den 25.07.2009 17:30 Uhr
    Millerntor Stadion
    10.486 Zuschauer

    Tobys Bericht. Gefahren mit der Regio

    Patte du alter Rowdy…

    Wie auch immer. Die Sommerpause neigt sich dem Ende zu, was dem Einen oder den Anderen dazu veranlasst, ein Testspiel gegen St. Pauli zu besuchen, wo man nichts gewinnen kann. Außer vielleicht die Erkenntnis, dass das alles wieder irgendwie sinnlos war.
    Scheißegal, rinn jehauen. Das dachten sich Denis, Thor, Tobi, Marcel, Mel, Timo, Laura und meine Wenigkeit. Warum auch immer trafen wir uns also am Bahnhof Gesundbrunnen und warteten voller Vorfreude auf die Regio. Gegen Langeweile hilft was? Genau. Druckbetankung. Da wir am Hauptbahnhof den Zug wechseln mussten, waren wir also gezwungen innerhalb von 4 Minuten unsere Vorräte zu vernichten. Angekommen wurden wir direkt von der Bullerei empfangen. Von dem Punkt an wussten wir, dass es wie immer ein netter Tag, mit nicht so netter Begleitung werden würde. Letzteres sollte sich aber erst später herausstellen. Die Fahrt nach Schwerin, unseren zweiten Umsteigebahnhof, war eigentlich ganz ruhig. Wir verbrachten die Zeit mit sinnlosen Gesprächen und damit, Timo einen neuen Spitznamen zu geben. Reudi Reuss war unser Favorit. Nur Timo fand das irgendwie nicht lustig, komisch… Auch die Fahrt von Schwerin nach Hamburg war ruhig. Was uns allerdings am Hamburger Hauptbahnhof erwartete, sollte uns den ganzen Tag noch beschäftigte. Schlau, wie die Herren der Polizei nun mal sind, sperrten sie den einzig möglichen Aufgang ab, um den Mob vor der Treppe zu sammeln. Mein Fehler war da nur, dass ich fast in der ersten Reihe stand, als irgendjemand seiner Unzufriedenheit Luft machte und der gesamte Mob in Richtung Sperre drückte. Infolge dessen, brach die Sperre und ich fand mich kurzer Hand liegend auf der Treppe wieder. Behelmte Polizisten stürmten die Treppen runter und prügelten teilweise auf die Masse ein. Da ich immer noch leicht irritiert auf der Treppe lag, trat mich ein netter Bulle in die Seite und bat mich höflich aufzustehen. Dementsprechend aufgeheizt war dann auch die Stimmung unter den mitgereisten Herthanern. Die Fahrt zum Millerntor war dann wieder ganz ruhig, vor allem weil einer jede gutaussehende Frau angepöbelt hat und es eigentlich alle ziemlich lustig fanden. Angekommen am Millerntor begrüßten wir Jörn und Moni die mit dem Bus angereist waren, weil sie noch einen Tag länger in Hamburg verbrachten, um eine gemeinsame Freundin zu besuchen. Minni ließ auch nicht lange auf sich warten. Die feine Gesellschaft war nämlich mit dem Auto unterwegs.

    Zum Spiel:
    Wenig interessant. Nur der ständige Sonne-Regen-Mix nervte.

    Zur Stimmung:
    In der ersten Halbzeit so gut wie kein Support. In der zweiten Halbzeit verbrachte der Mob, damit Patrick Ebert zu feiern und ihm mitzuteilen, dass seine Aktion mit den Rollen und den Spiegeln doch gar nicht soooo schlimm war.

    Nach dem Spiel verabschiedeten sich Jörn, Moni und Minni. Der
    Rest von uns machte sich auf zum Hauptbahnhof. Mit gehöriger Verspätung im Gepäck, wurden wir von Bahnhof zu Bahnhof gekarrt. Wir brachten unsere Zeit mit einigen Gesprächen und machten uns über den HKD lustig. Genauer gesagt über Sascha und Gina.
    Sie machten die Rückfahrt zur Mottofahrt „Kuscheln wie bei Muttern“.
    Trotz allem, war es eine gelungene Fahrt. Lustig, mit n bisschen Alkohol und jeder Menge guter Laune.

    Immer wieder gerne!
    In dem Sinne noch ein Gruß an Porno-Patte:

    „Patrick Ebert – du alter Rowdy! Du trittst die Spiegel ab, das ganze in der Nacht und schmeißt die Roller um!“

    Achja: " ALL COPS ARE BASTARDS - ACAB"


    Hauptmanns Bericht. Gefahren mit dem Bus

    Pflaumenmuß im April.

    Endlich ist es wieder soweit, man schlurft völlig übermüdet in Richtung fremde Stadien, fremde Städte und Kulturen. Endlich ist dieses Kribbeln am Wochenende wieder da. Die Sommerpause ist zu Ende.
    Samstag früh, machte ich mich mit Moni auf, um einen Kurzurlaub in der freien Hansestadt Hamburg anzutreten. Natürlich nicht ohne die Tickets für Herthas Testspiel an der Reeperbahn in der Tasche zu haben.
    Um 7 Uhr morgens bestiegen wir am ZOB unseren Reisebus Richtung Alster und bekamen kurz vor der Abfahrt Prominente Gesellschaft.
    Drei Schüler der „Super Lehrer“ (klasse Sendung über Berlins Jugendlichen Abschaum auf SAT. 1) machten es sich im Bus bequem und fingen schon vor der Abfahrt an zu nerven:
    „Wann fahren wir los? Wie lange fahren wir? So lange?! Und was ist wenn wir mal Darm endleeren müssen?*“
    (*von der Redaktion aus Jugendschutzgründen zensiert)
    Spitze. Ein Bus voller Freaks. Gott sei Dank hatte ich meinen IPod des Nächtens gut mit Strom versorgt und bekam so gute 2 Std nichts von dem Schwachsinn der Rütli-Schüler mit.
    Kurz vor Hamburg nahm ich die Stöpsel aus den Ohren und konnte so die letzten Gesprächsfetzen unserer zukünftigen Super-Generation verfolgen.
    „Fisch ist lecker, Zwiebelmettwurst und Leberwurst sind auch lecker… aber das esse ich nicht. Weil sich das komisch im Mund anfühlt. Oder Pflaumenmuss. Das sieht eklig aus und fühlt sich ganz doll komisch an. Aber ich esse es trotzdem…“ und so weiter.
    Wir erreichten den ZOB Hamburgs, schnappten uns unsere Tasche und nahmen gleich mal gehörigen Abstand zu diesen Idioten.
    Nachdem wir unser Tasche dann in einem Schließfach untergebracht hatten, machten wir uns auf den Weg zur Alster. Mal ‘n bisschen Kultur tanken.
    Um halb eins trafen wir uns mit Silvie und machten erst mal ne Mittagspause.
    Gestärkt ging’s dann zur Reeperbahn und über den Hamburger Dom. Und eh wir uns versahen waren wir auch schon am Gäste Eingang des Millerntors.
    Da noch etwas Zeit war, nahmen wir noch ein kühles Getränk zu uns und Genossen das herrliche Hamburger Wetter, welches sich wohl noch im April wähnte. Auf Regen folgte Sonne, auf Sonne folgte der Regen and so on…
    Nach einem Stündchen kam dann der Mob der Berliner an. Natürlich waren die BBH-Assis mit dabei und so wurde sich erst mal herzlichst begrüßt und man tauschte die Reisegeschichten des Morgens aus.
    An den Schleusen des Away-Sektors kamen dann auch die restlichen BBH-Mitglieder, die via Auto angereist waren an.
    Trotz der ziemlich langen Pause fühlte man sich, im Gedränge der Einlassschleusen, sofort wieder so, als hätte es nie eine Pause gegeben.
    Was allerdings neu war, dass auch weibliche Ordner männliche Fans abtasten dürfen. Mein Gott… wär die gute Frau ‘n Stück weiter gewesen mit ihrem zarten Elefantenhändchen, gäbe es jetzt ne Klage wegen sexueller Belustigung…
    Kaum hatten wir uns gute Plätze gesucht, da wurde das Spiel auch schon angepfiffen.
    Zum Spiel selbst ist nur zu sagen, dass Hertha beruhigenderweise mindestens Zweitliga-Niveau spielen kann.
    Die Stimmung auf beiden Seiten war etwas mau. Der Heimblock gab selten was von sich und wurde auch nur ganz selten so laut, wie er immer beschreiben wird.
    Der Sektor der immerhin ca. 500 Blau Weißen verflachte phasenweise ganz. Wurde aber Mitte der zweiten Hälfte wieder laut und skandierte einige neue Liedchen. Unter anderem wurde Patrick Eberts nächtlicher Streifzug (den es nie gegeben hat) musikalisch gelobt.
    Das Spiel wurde pünktlich abgepfiffen und wir konnten uns aus dem Staub machen und damit dem ständig wechselnden Wetter unter dem Stadiondach entkommen.
    Wir verabschiedeten uns von einem Großteil der Jungs und Mädels, die zum Hauptbahnhof mussten und machten uns auf den Weg nach Bönningstedt. Marian, Nora, Erik, Minni und Andrea begleiteten uns noch ein Stück. Sie mussten nach Stellingen, um dort in ihren PKW umzusteigen.
    Obwohl die Hamburger S-Bahnen einige Probleme haben mit ihren Anzeigen (na gut wenigstens fahren die da überhaupt noch), fanden wir die richtige Bahn.
    Als wir uns nach einer Weile Fahrt von den Autofahrern verabschieden konnten, ging’s mit der AKN zu unserem Nachtquartier.
    Da Silvies Vatter seinen Geburtstag feierte, konnte man vor dem Schlafen gehen noch einige wirklich gute Steaks vom Grill abgreifen, bevor es tot müde ins Bett ging.

    Am nächsten Tag fuhren wir zu dritt nach Büsum, um nochmal einen Kilometer auf dem Meeresboden der Nordsee zu wandern.
    Für alle Schüler der Superlehrer: Es war natürlich Ebbe und wir wanderten durchs Watt. Wir sind ja nicht Harry Potter, der sich einfach ne Ladung „Diantuskraut“ einwirft, um damit ne Runde unter Wasser zu bleiben…

    Ja und schon war das Wochenende vorbei und wir fuhren mit dem Bus wieder heimwärts und erreichten um kurz nach Mitternacht die Mudderstadt.
    Danke an Silvie und Familie für die wieder einmal großartige Gastfreundschaft.

    Tja, liebe Herthaner, dann lasst mich noch fix in Erwartung der neuen Saison einen Knetgummi-Schiedsrichter zitieren:
    „Lets get it on“

    Ha Ho He
    Hauptmann



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 21.09.2009, 13:47


    Tennis Borussia Berlin – Karlsruher SC 0:2
    1.Hauptrunde des DFB Pokals 2009/2010
    Samstag 01.08.09 19:30 Uhr
    Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
    2386 Zuschauer


    Born TeBe wild.
    Was Köpenicker eine ganze Saison nicht schafften, brachten die Badener in 45minuten fertig

    Als die erste Hauptrunde des Pokals ausgelost wurde, drückte jeder von uns die Daumen, dass Hertha und Karlsruhe Union und TeBe als Gegner bekommen sollten.
    Leider wurde Hertha eine Aufgabe im fernen NRW zugelost und nur der KSC durfte sich gegen einen Berliner Underdog messen.
    Nun galt es die Daumen zu drücken, dass beide Spiele nicht auf denselben Tag fallen sollten.
    Und wieder drückte irgendjemand nicht fest genug und beide Spiele wurden auf einen Tag auf dieselbe Uhrzeit gelegt.
    Tja, zu Hertha nach Münster oder nach Prenzlauer Berg zum KSC. Die DFL stellte einen vor eine schwierige Endscheidung.
    Aber man musste sich nicht lange den Kopf darüber zerbrechen. Bei einem Blick aufs Konto stellte man fest, dass die Wirtschaftskrise einem diese Entscheidung schon längst abgenommen hatte.
    Also versammelte sich der BBH in Begleitung einiger Karlsruher am Samstagabend an der Eberswalder Str., um den KSC gegen die Veilchen aus Charlottenburg zu unterstützen.
    Mit Hilfe der Berliner Polizei fanden wir den Gästeeingang. Nun gut, dass wir nicht das erste Mal im Jahn Sportpark waren und der Gästeblock auch kürzer zu erreichen gewesen wäre, war den Jungs in Grün egal.
    So oder so, wir kamen an und die Jungs die noch ohne Karte dastanden löhnten fix ein lilafarbenes Kärtchen für 15€.
    Die Marketingabteilung der Borussia hatte sich für diese Saison einen Spitzenspruch als Aufdruck der Eintrittskarten überlegt, und so war auf der Karte Born TeBe wild zu lesen… was unter uns gesagt wirklich einer der schlechtesten Wortwitze im deutschen Fußball seit „Malik Fathi..- Nein?! Jut dann Mal ick Mutti“ ist.
    So, damit aber rein in den Block, gut positionieren und schon bestiegen Toby und der unvergleichliche Schneider den Zaun.

    Zum Spiel:
    Die Berliner Medien überschlugen sich nach dem Spiel gerade zu über TeBes super Leistungen.
    Die Berliner seien über weite Phasen mindestens ebenwürdig gewesen und hätten auch die besseren Torchancen gehabt. Nun ja. Ich kann das so nicht bestätigen, aber sei es drum. Der KSC ging nach einer guten halben Stunde nach einem Kopfballtor in Führung.
    Halbzeit.
    Nach dem Tausch der Seiten, sah man ein eher langweiliges Spiel mit nur einer guten Chance für TeBe, die aber ziemlich erbärmlich vergeben wurde.
    Der KSC erhöhte kurz vor Schluss durch ein sehenswertes Eigentor auf 2:0 und damit war das Spiel auch schon beendet. Abpfiff. TeBe darfs im nächsten Jahr nochmal versuchen.

    Zur Stimmung:
    Da mal wieder rund 60% der Blau-Weißen im Gästeblock der Hertha Szene zuzuschreiben waren, litt die Stimmung natürlich etwas an dem nicht beherrschen der Texte.
    Die Karlsruher Liederklassiker aber wurden gut hörbar bis zum Brandenburger Tor geschmettert.
    Auf TeBes Seite wurde es nur einmal etwas lauter, nämlich als die Durchsage von Münsters Ausgleichstreffer gegen Hertha kam. Jedoch wurde der aufkommende lila-weiße Jubel von einem lauten „Ha Ho He Hertha BSC“ aus dem Gästebereich schnell wieder unterdrückt.
    Während des Spiels gab es immer wieder leichten Ärger mit dem Ordnungsdienst, der drauf bestand, die Treppen freizuhalten und den Zaun bitte nicht zu erklimmen. So kam es, dass die beiden Karlsruher Capos phasenweise den Zaun verlassen mussten, ihn sich aber recht schnell zurück erobern konnten.
    Minnis absolutes Highlight waren die Bänke, die nach einigen Hüpfeinlagen nachgaben und von den Ordnern weggeräumt werden musste.
    Was sie dabei am erstaunlichsten fand, war wohl die Tatsache, dass Unioner so etwas in 17 Liga Spielen nicht fertig brachten und die Karlsruher dafür nur 45 Minuten brauchten.

    Das Spiel war aus, die Mannschaft kam zum Abklatschen und wir machten uns aus dem Staub.
    Außerhalb des Stadiongeländes war sich die Gruppo aber anscheinend nicht so einig, wo es nun hingehen sollte. Da ich noch eine Verabredung hatte, musste ich also alleine ums Stadion wandern. Aber keine Angst lieber Leser, ich erreichte mein Ziel in Form eines Indischen Restaurants, ohne in die Massen der blutrünstigen TeBe Hooligans zu geraten.

    So, dann zählen wir mal die Tage bis zum Liga Start.
    Ha Ho He Hauptmann

    P.S. Seit nicht allzu traurig, liebe Herthaner und Karlsruher, dass wir wohl nie Born TeBe wild sein werden.



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 21.09.2009, 13:48


    1. FC Union Berlin vs. Werder Bremen 0:5
    1.Runde DFB-Pokal Saison 2009/2010
    02.08.09 , 14.30 Uh
    Stadion der Alten Försterei
    19.000 Zuschauer

    Nachdem ich ein Kumpel vom S-Bahnhof Beusselstraße abgeholt habem, machten wir uns auf den weg zum Stadion.Erst am Bahnhof Ostkreuz kam uns ein größerer Mopp von Unioner und Bremer entgegen.Dennoch war es relativ leer.Es lag wahrscheinlich daran, dass es nur noch ne Stunde bis zum Anpfiff war.Als wir Köpenick ankamen und uns mit Bier eindeckten folgten wir unseren Freunden in Grün,bis wir bemerkten, dass wir nur den Bremern folgten und auf einamal am Gästeingang standen.Also sind wir zwangsweise einmal rumgelaufen, bis wir auf der richtigen Seite des Stadions waren und meinem Kumpel einfiel,dass er noch sein Taschenmesser dabei hatte.Also ab in Busch und dann so schnell es ging rin ins Stadion.Pünktlich zum Einlaufen der Mannschaften waren wir an unseren Plätzen, was zur Folge hatte,dass wir ganz hinten standen und fast nichts sehen konnten.
    Da die unioner Fans beim Einlaufen mit Klopapier und Kassenrollen warfen, die auf dem Spielfeld landeten,fing das Spiel mit nen paar Minuten Verspätung an.Bremen zeigt von Anfang an,wer die dominierende Mannschaft war und so stand es bereits nach etwa ner halben Stunde 3:0.Das Spiel war gelaufen.Was man auch am Einsatz der Unioner sah.Während der Pause wurde dann endlich Bier geholt und der Block gewechseld, was auch belohnt gemacht hat.
    Denn auf einmal zeigten die Unioner in Halbzeit Zwei den Kampfgeist , den sie in Halbzeit Eins haben vermissen lassen.Dadurch wurde die bis dahin durchwachsene Stimmung im Stadion immer besser.Immer mehr Zweikämpfe gewannen die Unioner und ab und an gab es sowas wie eine Torchance.Ungefähr ne Viertelstunde vor Ende, begannen die unioner Fans mit nem Dauergesang,der bei den Gegentoren Vier und Fünf lauter wurde.
    Nach dem Spiel gings dann zurück zum Kumpel nach Moabit, wo nen kalter Sixer und ne leckere "Volkspizza" auf uns wartete.1

    von Max



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 21.09.2009, 13:49


    1.FC Union Berlin – Fortuna Düsseldorf 1:0
    2. Spieltag. 2.Bundesliga 2009/2010
    Samstag, den 15.08.2009 13:00 Uhr
    „Neue“ Alte Försterei
    12.300 Zuschauer


    Gut, dass du kein Gewaltfan bist.
    Wie man sich in seiner eigenen Stadt verfährt.

    "Ich verliebte mich in Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden... "
    Nick Hornby

    Kaum ist der deutsche Fußball aus seiner Sommer-Ruhe erwacht, bekommt der gemeine Fußballfan schon wieder einen Anflug von Größenwahn. Hertha spielt erst Sonntag, also gucken wa mal, was Samstag fußballerisch in Berlin so geht. Und siehe da: die Fortuna gastiert in Köpenick.
    Minni kennt ja praktischerweise in ganz Fußballdeutschland Leute und so hatten wir uns Karten für das Spiel aus Düsseldorf schicken lassen.
    Wir trafen uns samstagvormittags am Ostkreuz. Toby, der nach einer Nachtschicht keinen Schlaf fand, gesellte sich spontan dazu.
    Zusammen fuhren wir mit der S-Bahn nach Köpenick. Mit der Straßenbahn ging es dann bis vor den Gästeblock. Dieses Straßenbahnfahren war sehr viel angenehmer als bei gefühlten 50 Grad im Schatten zum Stadion zu laufen.
    Der Gästesektor fungierte heute wohl als Sammelbecken für rheinländische Terrorzellen, denn die Polizei hatte den Eingangsbereich in zwei Kontroll-Abschnitte aufgeteilt. Bei der ersten Kontrolle waren Sprengstoffhunde im Einsatz (ich tippe mir hier mal ganz klar gegen die Stirn) und die Schuhe der Gästefans wurden kontrolliert.
    Allerdings hätte man sich das auch sparen können, denn der Ordner der sich meine Schuhe ansah, hatte wohl keine Lust sich zu bücken, um die Boots auf Kappen zu kontrollieren. Ihm genügte meine Aussage, dass da keine Stahlkappen drin seien. Na juti…
    Toby löhnte noch schnell ein Ticket und wurde bei der zweiten Kontrolle mit den Worten: „Bauchtasche kannste umlassen, du bist ja kein gewaltbereiter Fan“ vom Ordner durchgelassen. Immer diese Unterstellungen von Seiten des Ordnungsdienstes. Man, man, man!
    Dann waren wir auch schon drin, in dieser neuen Alten-Försterei. Wirklich begeistert war ich noch nicht, denn weder die Wege zum Stadion noch die Gäste-WCs hatten etwas von dem Umbau zu spüren bekommen.
    Nur das Nick Hornby Zitat, welches an der Außenwand des Gästeblocks zu lesen war (siehe oben), überzeugte.

    Beim Betreten des Blockes lies man mal seinen Blick durch das sanierte Stadion schweifen und musste feststellen, dass die Wuhlekinder ihre Zeit und ihr Engagement doch lieber in ein paar Laubenhäusschen hätten stecken sollen.
    Der Blick auf die Uhr und natürlich Nina Hagens Rost-Stimme verrieten einem, dass es langsam Zeit für den Anpfiff wurde:

    Zum Spiel:
    Au weia, dass ist 2. Liga? Die beiden Mannschaften sensten in blinder Zerstörungswut in Rasen, Ball und Gegner und droschen die Bälle, wie es ihnen gerade beliebte durch das Stadion.
    Union wirkte dabei ein bisschen druckvoller und die Fortuna etwas zu langsam.
    Das wars dann auch schon in der ersten Halbzeit.
    Die Zweite war dann etwas besser und beide Teams hatten Chancen um in Führung zu gehen.
    Allerdings war es Union vorbehalten, sich mit einem zu frühen Sonntagsschuss den Sieg zu bescheren.

    Zur Stimmung:
    Ein gut gefülltes Stadion an einem herrlichen, sonnigen Samstag. Perfekt!
    Leider haben Unioner grundsätzlich was gegen gute Stimmung (blöde Nörgel-Ossis) und gaben ausschließlich geklaute 0815-Lieder zum Besten. Selbst vom Erzrivalen aus Hohenschönhausen wurde der Hauptgesang geklaut und zum besten gegeben. Auch die „Aufstiegschoreo“ und das mit Doppelhaltern geformte Spruchband bekamen das Prädikat „wirklich traurig“.
    Die Ultras Düsseldorf dagegen präsentierten eine bunte Palette erfrischend neuer Lieder.
    Nur in den Schlussminuten beschränkten sie sich auf kurze Durchhalteparolen, was ganz klar am verzweifelten Anrennen der Mannschaft lag.

    Abpfiff und diese hässlichen Wuhlekinder feierten ihre Tabellenführung.
    Wir hatten uns entschieden nach Spielende noch etwas im Block zu verweilen, um die Masse an Köpenickern von dannen ziehen zu lassen.
    So bekamen wir mit, wie ein paar aktive Düsseldorfer Szene fremde Leute in ihrem Block ausmachten. Direkt vor uns standen vier Jungs mit Buttons aus der aktiven Szene Babelsberg.
    Eine hitzige Diskussion wurde sofort entfacht, bis man sich einig war, dass Babelsberger keine Nazi Ultras sind. Also keine Hauerei heute.

    Wir machten uns aus dem Staub, durchbrachen mit unserm Perso eine Bullen Absperrung und waren an der Straßenbahnhaltestelle, an der gerade eine Hertha-Tram einfuhr. Und da wir uns alle ziemlich einig waren, dass von hier eh alle Bahnen zum S-Bahnhof fahren, hopsten wir rein.
    Und wie man sich täuschen kann… natürlich fuhr die Bahn nicht zum S-Bahnhof. Also nächste Station raus da und in eine andere Tram gestiegen… aber irgendwie wollte die auch nicht so recht dahin fahren wo wir hinwollten.
    Also wieder Ausstiegen und zu Fuß weiter. Man ey, warum kann man Köpenick nicht einfach zumauern?
    Ohne weitere Irrwege erreichten wir die S-Bahn und sicherten uns Sitzplätze. Neben uns ließ sich ein Union-Fan nieder, der sich lautstark mit seinem Kumpel über die Wiederkehr des dritten Reiches unterhielt und mehr als nur eine antisemtische Äußerung vom Stapel ließ.
    Da kamen mir natürlich gleich ein paar Gedanken zu: Warum geht der Vogel denn zu Union und nicht zu Hertha, wo wir doch in diesem schicken Nazibau spielen, und: wenn dieses Fascho-Pack unbedingt seinem Führer folgen will, dann doch am besten durch Selbstmord!

    Am Ostkreuz trennten sich dann unsere Wege. Ich machte mich auf den Weg nach Charlottenburg zum Gartenkolonie-Sommerfest, blieb aber bewusst nüchtern, denn am nächsten morgen sollte es ja….



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 21.09.2009, 13:50


    Borussia Mönchengladbach vs. Hertha BSC 2:1
    2.Spieltag. 1.Bundesliga 2009/2010
    Sonntag, den 16.08.2009 15:30 Uhr
    Borussia – Park
    41.800 Zuschauer


    Bloody Lauri auf der A2
    Wo zum Teufel geht’s zum Zoo?

    … nach Gladbach gehen.
    Eigentlich fehlte mir dazu das nötige Kleingeld, aber die liebe Verwandtschaft greift einem doch gerne mal unter die Arme, wenn’s darum geht, Hertha zu unterstützen.
    Am Sonntag früh schleppte ich mich zum Zoo. Minni und Bob kamen kurz nach mir an und dann fuhr auch schon Oli vor. Nach kurzer Wartezeit torkelte auch Laura an. Sie kam direkt aus dem Ku‘dorf mit kurzem Zwischenstopp unter der heimischen Dusche.
    So dann mal alle rein ins Olis Auto uns los geht’s.
    Wir waren kaum auf der Autobahn, da verließ uns Laura auch schon ins Land der Träume. Minni und ich genossen unterdessen den Martini, den wir die ganze Sommerpause über vermisst hatten.
    Das Radio wurde von einer gebrannten CD abgelöst und so wurden die ersten 200 Kilometer ohne große Probleme runter gerissen.
    Für die erste Pause wurde Mäces angefahren, weil Oli und Bob ihre Küchenutensilien aufbessern wollten und die Mäces-Gläser sich dazu hervorragend eignen.
    Laura nutzte die Gunst der Stunde und machte sich auf der kompletten Rückbank breit, während ich feststellen musste, das MC Donalds Café für Herzkranke Leute bestimmt zu sein scheint. Schlappes Spülwasser.
    Weiter ging’s: Laure hatte in der Zwischenzeit ihren Kopf auf ihre Tasche gelegt und schlief in einer Art Embryohaltung. Dummerweise blockierte sie damit die Lüftung der Klimaanlage, so dass Minni und ich so gut wie keine Luft Zirkulation zu spüren bekamen.
    Aber die Rache folgte, Laura schreckte aus dem Schlaf hoch und sah aus, wie Axel Schulz nach den meisten seiner Kämpfe. Blut schoss ihr in strömen aus der Nase und nur mit Mühe und Not konnte wir eine Notbluttransfusion verhindern.
    Vermutliche Ursache dafür war die Klimaanlage, die kalte, trockene Luft direkt in Lauras Näschen pumpte.
    So waren wir zu einer zweiten Pause gezwungen, denn wir konnten Laura ja nicht so lassen. Die Gute musste sich erst mal das Blut vom Gesicht und den Händen waschen.
    Vollkommen erledigt von diesem Blutverlust schlief Laura auch kurz nach dem Weiterfahren wieder tief und fest.
    Der nächste Stopp erfolgte dann schon im tiefsten Pott zum Tanken.
    Hier zeigte Oli mal all sein Geschick und vertiefte den neben ihm tanken Fahrer in ein Gespräch, sodass dieser völlig vergaß an welcher Säule er getankt hatte und Olis Rechnung zahlte. Oli zahlte, nachdem er weg war, natürlich seine Rechnung, sparte dabei aber ordentlich Geld ein. Raffinierter Fuchs du…
    Voller Freude über das gesparte Geld erreichten wir Gladbach. Nur die Suche nach einem Parkplatz erwies sich als etwas schwierig.
    Auf einen 10€ teuren Parkplatz an der Messe hatten wir eher keine Lust. Schließlich wollten wir ja auch nicht auf die Messe.
    Auf den Gästeparkplatz durften wir nicht rauf. Der sei ausschließ für Busse reserviert, wurde uns gesagt. Na nur gut, dass der einzige Bus, der aus Berlin kam, ordentlich Platz hatte.
    Also fuhren wir nochmal auf die Autobahn und die nächste Abfahrt wieder ab, um zum Stadionparkplatz zu kommen. Hier kostet das Parken ja nur 5€… also eine Packung Kippen…
    Beim Aussteigen mussten wir feststellen, dass dieser Parkplatz nicht die beste Lösung gewesen war. Wir konnten den Borussia Park nur sehr schemenhaft am Horizont erkennen. Aber es hilft ja nicht. Also wanderten wir los und trafen unterwegs noch Sascha und Birgitt.
    Zusammen machten wir uns unter brütender Hitze auf den Weg zum Gästeblock. Unterwegs wurden wir noch Zeuge eines Zusammenstoßes zwischen einer Wespe und eines Gladbacher Sandalenträgers. Die Wespe (wohl Fan der anderen Borussia… haha von wegen Schwarz gelb und so) flog in die Sandale des Gladbachers und jagte ihren Stachel in seinen Spann.
    Sehr geringes Mitleid erfüllte uns.
    Am Gästeblock trafen wir Tiffi und stellten uns schon mal auf eine lange Wartezeit ein. Denn es wäre ja auch mal ein Wunder gewesen, wenn Lucas pünktlich gekommen wäre.
    Aber heute sei es ihm verziehen, immerhin hat er Geburtstag. An dieser Stelle nochmal: Happy Birthday Lucas.
    Als Lucas dann mit der BSC NRW Crew im Schlepptau an trabte, konnte es endlich rein gehen.
    Nach kurzem Einsingen war es dann soweit. „Die Elf vom Niederrhein“ erklang und der Block 0815 versuchete sich an einer kleinen Choreo… die Betonung liegt hier ganz klar auf versuchte.

    Zum Spiel:
    Seit ihr schon mal im Heidepark mit der Colossos Achterbahn gefahren? So ähnlich fühlte sich das Spiel von Hertha an. Es ging hoch hinaus wenn Hertha sich spielerisch dem Gladbacher Tor nährte und dann folgte diese grausame Fahrt nach unten: Torchancen ohne Ende kläglich vergeben und Gladbach macht wie selbstverständlich zwei Buden.
    Dass ‚Gojko, Gojko Kacar schlalalalala…‘ direkt nach dem 2ten Gladbacher Tor den Anschluss köpfte, ließ nochmal leichte Hoffnung aufkeimen. Nur ohne Stürmer und etwas Pech im Abschluss stand Hertha am Ende ohne Punkte da.

    Zur Stimmung:
    Die Gladbacher hätten in ihrer Nordkurve so viel Potenzial. Doch durch den Umzug der Aktiven in die Ecke des Oberrangs, kommt so gut wie nichts von den Fohlen rüber.
    Zwar versuchen sich Ober-und Unterrang zu koordinieren doch das ganze hat nur mäßigen Erfolg und selbst wenn mal beide dasselbe singen, überschneidet sich der Schall dermaßen, dass im Gästeblock nur unverständliches Gebrabbel ankommt.
    Gipfel der Peinlichkeit war die HUMBA, die nur dank Stadionlautsprecher möglich war.
    In unserem Block hatte sich mal wieder nur eine enttäuschende Zahl an Herthanern eingefunden. Auch das Singen wollte noch nicht so klappen. Aber ich denke, der Auftritt war für den 2. Spieltag schon ok.

    Nachdem Spiel saßen wir noch kurz im Block bei einer Zigarette, um das Spiel Revue passieren zu lassen. Expertentalk direkt vor Ort quasi.
    Dabei fiel mir die Co-Kapitänin eines kleinen Kahns auf, die gerade die Stufen des Blocks runtersprang, und ich zu Minni und Marian meinte, dass sich die Gute vielleicht mal ein stärkeren BH kaufen sollte, damit - na ja ihr wisst schon…
    Marian verstand das irgendwie nicht und machte mich darauf aufmerksam, dass er auch schnell Treppen runter laufen könnte. Ich erklärte ihm mit der endsprechenden Geste, dass er allerdings keine sooo große Oberweite hätte, die dabei wackeln könnte. Seine Antwort:
    „Ja noch nicht“.

    Er eröffnete uns, dass er gerne eine Marina wäre und sein Name im Englischem sowieso weiblich wäre.
    Okay….
    Bloß schnell ab zum Auto und nach Hause.
    Bevor es aber losgehen konnte, genehmigten wir uns alle noch Schluck kochende Cola. Hmmm Köstlich. Probier mal was Neues diesen Sommer und Coke bei 33 Grad…
    Dann wars aber Zeit, das Rheinland zu verlassen und Kurs zu nehmen auf die geilste Stadt des Universums.
    Auf dem Weg hatten wir noch eine schöne Unterredung darüber, warum eigentlich alle Kurven ‚Kurven‘ heißen, sind die meisten davon doch Geraden. Und wir waren uns einig, darüber, dass es schön ist noch eine richtige Kurve zu haben, in der noch anständige Choreos möglich sind und dass unsere Choreos der letzten Saison zu den besten überhaupt gehört haben.
    Wir waren schon zur Hälfte durch Niedersachsen durch, als der Magen einen ans Abendessen erinnerte. Mäces wurde angefahren und Oli und Bob freuten sich auf ein weiteres Glas für ihre Sammlung.
    Wir setzten uns mit unserm Essen nach draußen, in die „Chiller Lounge“. Eigentlich waren es ganz normale Mc Café-Möbel. Aber durch uns wurden sie zu VIP-Plätzen umfunktioniert.
    Ich weiß nicht wieso, aber immer wenn man mit Oli fährt, blödelt man beim Pause machen auf der Rücktour total rum. Ich hab mir schon überlegt, vll. hat sein Tank ‘n Leck. Ist ja ‘n Erdgasauto… Also haben wir vll. den Tank „gekifft“.
    Auf jeden Fall lachten wir über jeden Mist und kamen irgendwie auf das Thema ‚Zoo‘. Auf jeden Fall fragte Oli einfach mal bei der Mc Donalds Mitarbeiterin, die neben uns einen Tisch abräumte, wo es denn hier einen Zoo gäbe. Total genervt und sauer drehte sie sich ab und verschwand. Erst zu spät kam uns in den Sinn, dass die gute Frau Oli für einen kleine Rassisten hätte halten können, der sie aufgrund ihrer dunkeln Hautfarbe nach einen Zoo gefragt hatte. Dabei war das doch ganz harmlos gemeint und wenn dann ist Laura hier der Nazi, der Flaschensammler haut.
    Der Rest der Fahrt wurde eher ruhig verbracht. Minnis CD mit den Atzen, den Broilers und einigen anderen musikalischen Feinschmeckern lief leise vor sich hin und endlich kam die Grenze zu West-Berlin.
    Oli ließ Bob und mich am Adenauerplatz aussteigen, von wo wir mit der U-Bahn nach Hause fuhren.

    Ein dickes Danke geht natürlich an Oli fürs Fahren.
    Ein starker Café und eine große Packung Taschentücher gehen an Laura.
    Ein großes „Gott sei ihr peinlich“ geht an den ‚Block 0815‘ und ans Schiff.
    Ein fettes „Happy Birthday“ nochmal an Lucas
    Und ein leckerer Martini geht an Minni und mich.

    In diesem Sinne,
    bis zum nächsten Mal

    Ha Ho He
    Hauptmann



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 21.09.2009, 13:51


    Futbol Klub Energie Chozebus – Karlsruher SC 2:4
    5. Spieltag 2.Bundesliga 2009/2010
    Montag, den 14.09.2009 20:15 Uhr
    Stadion der Freundschaft
    11.000 Zuschauer



    Einmal ohne Vorhaut bitte
    Nur Nazis sind tätowiert…

    Christoph Biermann mahnte in seinem Buch „Als ich einmal vergaß Schalke zu hassen“, dass Fußballfans sich heutzutage nur noch über ihre besuchten Spiele und gefahrenen Kilometer definieren und dass das heute wichtiger sei, als die Liebe die man zu einem Verein empfinden kann.
    Vielleicht sollten einige Menschen, gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise und Hartz IV, darüber mal nachdenken.

    Der Tag fing einigermaßen bescheiden an und wurde dann nur besser, aufgrund der Vorfreude die Kumpels ausm Spreewald wiederzusehen.
    Die gute Laune sollte aber spätestens beim Einsteigen in die S-Bahn wieder zunichte gemacht werden. Dank eines perfekten Krisen-Managements seitens der S-Bahn Berlin konnte man erahnen, wie sich eine Sardine in der Dose fühlen muss. Natürlich durften genervte Mütter mit wuchtigen Kinderwagen genauso wenig im Gedränge fehlen wie hochmotivierte Fahrradfahrer samt Drahtesel.
    In der Straßenbahn ging das Drängeln weiter und erschwerend kam hinzu, dass ich mich vor den bösen Blicken einer Ex verstecken musste.
    Nun gut, ich kam einige Minuten zu spät am S-Bahnhof Marzahn an, hatte aber Glück, dass Oli und Minni gewartet hatten.
    Also rein ins Auto und ab Richtung Lausitz.
    Die Fahrt verlief ruhig und entspannt. Bevor wir uns einigen wichtigen Diskussionsthemen zuwandten, las ich noch einen Artikel in der „Zeit“ über die Unterwanderung des Vereins Lok Leipzig durch die NPD in Sachsen.
    Höchst interessant und gut geschrieben war ja das Ganze. Was mich allerdings furchtbar störte war die Tatsache, dass zu jedem interviewtem Nazi die Anmerkung „seine Arme und Beine waren tätowiert“ zu lesen war. Was soll mir denn das jetzt sagen? Muss ich jetzt auch die NPD wählen, weil meine Arme und Beine etwas Farbe in der Haut haben? Immer diese Diskriminierung von uns Schmerzgeilen. Tz tz tz…

    Ohne weitere Probleme erreichten wir unser Ziel, die polnische Metropole, und fanden einen gebührenpflichtigen Parkplatz, der Gott sei Dank noch nicht von der Inflation gehört hatte.
    Für nur 3€ stellten wir das Auto ab und liefen die restlichen paar Schritte zum Gästeblock.
    Voller Freude bemerkte man, dass die Baucontainer-Konstruktion mit frischer Farbe versehen war. Was das Ganze allerdings noch mehr wie einen Wanderzirkus aussehen ließ.
    Wir löhnten uns Karten und unterwarfen uns dann der Durchsuchungsprozedur. Natürlich musste man auch wieder die Schuhe ausziehen. Aber ich hatte mir sowas schon fast gedacht und meine Socken drei Tage lang nicht gewechselt…

    Wir waren so ziemlich die ersten im Stadion und konnten so, ohne Schlange zu stehen, ein paar Fressalien kaufen. Minni bestellte sich eine Bratwurst und Oli riet ihr, eine ohne Vorhaut zu nehmen… was auch immer er damit meinte oder sagen wollte. Die Reaktion war herzhaftes lachen.
    Wir flezten uns in den Gästeblock und sahen zu, wie sich das Stadion langsam füllte. Viel los war nicht, dank des Montag Abends.
    Der Anpfiff rückte immer näher, die Ultras aus Ka waren schon da. Nur aus unserer Heimatstadt fehlten bis jetzt die Aktiven.
    Da die Sonne im Osten aber mittlerweile schon das zweite Mal an diesem Abend aufging, hatte man keine Zeit sich über die fehlenden Berliner Gedanken zu machen.
    Das Spiel begann.

    Zum Spiel:
    Der KSC von Beginn an druckvoll und mit der verdienten Führung durch Langkamp in der 19. Minute.
    Danach erspielte sich der KSC noch ein paar gute Chancen, aber Energie erzielte den Ausgleich nach einem Torwartfehler von Miller, 36. Minute.
    Kurz vor der Halbzeit erzielte Shao sein zweites Tor an diesem Abend für Energie zur 2:1 Halbzeitführung.
    Nach dem Wechsel zunächst wieder die Karlsruher am Drücker. Timm erzielte in der 53. Minute das 2:2. Dann kam wieder Energie und ließ einige hochprozentige Dinger liegen. Der KSC cleverer: Stindl mit der Führung in der 64. Minute. Der KSC verwaltete das Ergebnis geschickt und machte mit einem Konter zum 2:4 durch Iashvili in der 90. Minute alles klar.

    Zur Stimmung:
    Gut und gerne 200 Karlsruher veranstalteten ein geiles Spektakel. Nach dem 0:1 für den KSC kam dann auch der Berliner Mob in den Gästeblock gestürmt und ab da gab es keine ruhige Minute im blau-weißen Sektor. Auch die zwischenzeitliche Führung für Energie konnte nichts daran ändern, dass Berliner und Badener lauter als die Lausitz waren.
    Cottbus versagte, wie nicht anders zu erwarten war, auf ganzer Linie.

    Das Spiel war aus und die Spieler des KSC durften sich über eine ausgelassen Feier mit den mitgereisten Anhängern freuen.
    Dann wurde es aber langsam Zeit, den Heimweg anzutreten. Kurz vor dem Parkplatz harrten wir noch eine Weile aus, um zu beobachten, wie sich unsere Leute mit einer doch etwas übertriebenen Polizeipräsens zum Bahnhof aufmachten.
    Während wir warteten, passierten uns einige Sorben, die durch ihr Verhalten den Eindruck erweckten, dass Sorben die direkten Nachfolger der Schimpansen sind. Einzeln sind die leise und verstört. In der Gruppe plustern sie sich auf, wirbeln Staub auf und zeigen das Gebiss, um dann nach viel Show und mit wenig Tat von Dannen zu ziehen.
    Als die ersten 17 Polizeiwannen an uns vorüber gezogen waren, beschlossen wir loszufahren. Bevor die Autobahnzufahrt am Bahnhof gesperrt wurde.
    Wir entfernten noch schnell einen stümperhaft geklebten Aufkleber der Ultras Cottbus von Olis Heckklappe und fuhren gen Westen.
    Die Rücktour verlief ruhig. Wir machten eine Pinkelpause und waren gegen 0 Uhr wieder in Berlin.
    Am S-Bahnhof Schöneweide wollte Oli mich raus lassen. Bei der Suche nach einer Haltemöglichkeit schnitt uns ein Taxi und hätte Oli nicht so grandios reagiert, hätte es einen erheblichen Sachschaden geben können. So hatten beide Fahrzeuge eine kleine Schramme im Lack. Nicht weiter wild, aber der Taxifahrer bestand darauf, die Polizei zu holen. Bis die nun da war und alles aufgenommen hatte, war es schon nach eins.
    Das hieß für mich, ich kam mit der S-Bahn noch bis zum Südkreuz und musste mich mit drei Nachbussen nach Hause quälen.
    Gegen halb vier in der Früh war ich dann endlich im Bett. Vor dem Einschlafen huschte noch einmal ein Lächeln über mein Gesicht bei dem Gedanken an Cottbusser Stadtwächter, die weinend unter der Brücke sitzen, weil wieder keiner mit ihnen spielen wollte. Das Lächeln verschwand allerdings sofort, als mir wieder einfiel, dass ich ja nun NPD-Wähler war.

    Ha Ho He – Allez Karlsruh´
    Hauptmann

    Ach ja, bevor ich das vergesse:
    Mein liebes Bruderherz sinnierte wie folgt über „Im Osten geht die Sonne auf“:

    Erich Honecker verlässt sein Haus und tritt auf die Straße.
    Die Morgensonne scheint ihm ins Gesicht und er ruft: „Guten Morgen, liebe Sonne! Ist das nicht ein herrlicher Tag über unserm geliebten Vaterland?“
    Die Sonne grüßt freundlich zurück: „Ja, guten Morgen Erich. Du hast recht, es ist ein wunderschöner Tag heute.“
    Am späten Vormittag tritt Honecker auf den Balkon seines Büros. Noch immer scheint die Sonne hell und warm vom Himmel.
    „Liebe Sonne“, ruft er, „ist es nicht immer noch ein schöner Tag hier in unserem geliebten Vaterland?“
    Und wieder antwortet die Sonne: „Ja, Erich, da muss ich dir wieder recht geben, es ist immer noch ein wunderschöner Tag.“
    Am frühen Abend ist Honecker auf dem Weg nach Hause und ruft der untergehenden Sonne zu: „Danke, liebe Sonne für diesen schönen Tag über unserm geliebten Vaterland!“
    Die Sonne reagiert nicht.
    Er versucht es erneut: „Liebe Sonne, warum redest du nicht mehr mit mir? Ich wollte dir doch nur danken.“
    Die Sonne guckt ihn an und sagt: „Man Erich, lass mich in Ruhe, ich bin jetzt im Westen!“



    Re: Saison 09/10

    Minni - 22.09.2009, 19:42


    FSV Frankfurt – St. Pauli 2:3 (2:1)
    5. Spieltag, 2. Bundesliga 2009 / 2010
    Sonntag, den 13.09.2009 13.30 Uhr
    Stadion am Bornheimer Hang – Frankfurt
    8577 Zuschauer

    hüpf, hüpfen, Hopping!

    Ein Groundhopper zieht von Stadion zu Stadion mit dem Ziel, durch Spielbesuche sein Konto an Ground- und Länderpunkten zu erhöhen und möglichst viele unterschiedliche Sportstadien oder -hallen zu besuchen.
    (Quelle: Wikipedia.de )

    Mit diesem oder einem ähnlichen Gedanken, begann der Tag nach der doch sehr bitteren Niederlage in Mainz, janz bequem in Jogger und Kapuzenpulli, das Ziel für den heutigen Tag hieß Stadion am Bornheimer Hang, irgendwann so gegen Mittag machte sich die illustre Reisegesellschaft Stadionfein, und los gings durch den Frankfurter Verkehr, Die Fahrt dauerte lediglich 20 Minuten, von daher gibts da nicht so viel zu erzählen, erwähnt sei allerdings, das Nora und ich irgendwann mal auf nen Spielplatz direkt am Main wollen, falls ihr euch nun fragt besoffen oder Drogen, nichts von beidem, ich schieb die Idee auf die Nachwirkungen vom Vorabend.
    Das Stadion, wurde eine gute Stunde vor Anpfiff erreicht, also nen Parkplatz gesucht, und sogar einen in Stadionnähe gefunden, nach 10 Minuten Fußweg standen wir nun also vor dem kleinen Schmuckstück, allerdings natürlich ohne Karte, gut das wir uns vorher die Preise im Internet angeschaut hatten, sonst hätte uns wohl spätestens an der Stadionkasse der Blitz getroffen, da ich eigentlich lieber in den Pauli Block wollte, sich der Rest allerdings so rein gar nicht für diese Idee begeistern konnte, viel die Wahl, auf Karten für die Gegentribüne, also hab ich mich ziemlich schnell mit dem Gedanken angefreundet mal wieder nen Spiel im Sitzen zu sehen. Die Personenbezogene Anti – Gegenstands - Kontrolle war für mich überraschend lasch, kurz mal anne Schulter getippt und dann ließ die Ordnerin mich durch, warum nicht immer so?
    Die Plätze auf der Tribüne waren schnell gefunden, und so konnte ich das Stadion in aller Ruhe begutachten. Die Zeit bis zum Anpfiff wurde mit den üblichen sinnlos Gesprächen und Stadionfotos rumgebracht.

    Zum Spiel:

    Der FC St. Pauli legte einen Blitzstart hin, nach nur 1 Spielminute landete der Ball das erste mal im Tor. Beide Mannschaften spielten schnellen Fussball, es war über 90 Minuten ein Stürmen aufs gegnerische Tor, dat is Fussball wie man ihn sich wünscht, schöne Aktionen, sinnlose Fouls alles dabei gewesen.

    Zur Stimmung:

    Die handgezählten knapp 1500 Pauli Fans, legten ordentlich los, die Stimmung hielt sich auch bis auf jeweils kurz nach den Anschlusstreffern auf einem konstant guten Dezibel Pegel.. Von den Frankfurtern war wie nicht anders zu erwarten, nichts zu hören und selten was zu sehen, das einzig erwähnenswerte, der Frankfurter Kurve bleibt wohl der Tor Pogo der ziemlich lächerlich aussah mit den 20 Leuten.

    Nach dem Spiel, gings ab zum Auto, an der U-Bahn Station, noch von Torsten verabschiedet, und dann sollte es eigentlich ohne grösseren Umweg auf die Autobahn gehen, Marians Navi führte uns nach Links nach Recht und auf einmal wieder in die völlig andere Richtung, hatte ich erwähnt, das das Stadion direkt an der Autobahn liegt? Nunja, wie dem auch sei, Marian wollte nun also noch in Frankfurt tanken, was an sich kein Problem gewesen wäre, wenn da nicht zur gleichen Zeit grosse Kirmes gewesen wäre, die Tankstelle war zugeparkt, irgendwie schaffte Marian es aber doch auf die Tanke zu kommen, nach 5 Minuten war alles erledigt, und die Rückfahrt konnte beginnen, das Navi führte uns diesmal ohne grösseren Umweg auf die Autobahn, nach 7 stündiger Fahrt hatte Berlin uns wieder und ein grandioses Wochenende ging schon fast zu Ende.

    Zum Abschluss möchte ich noch sagen, Pro Stehplatz – denn Sitzen is fürn Arsch, nen bisschen Pyro hätte dem Spiel auch nicht geschadet und das Stadion ist definitiv eine Reise wert!

    Dank noch an Torsten fürs Aufnehmen der Fussball Touristen! ;)

    Minni



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 03.10.2009, 11:13


    Tennis Borussia Berlin – Hertha BSC Amateure 0:2
    9. Spieltag Regionalliga Nord Saison 2009/2010
    Freitag den 2.10.2009 19:00 Uhr
    Mommsenstadion
    704 Zuschauer

    Also wir deutschen sind doch doof. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich über den Sommer verteilt gehört habe: Wäää mir ist sooo heiß“
    Kaum hält der Herbst Einzug über unsrer geliebten Stadt heulen alle wieder rum, dass es so kalt und nass sei.
    Ganz ehrlich, der Herbst ist doch so wunderschön. Leichter Nieselregen über einem herrlich Bunten Blätterdach im Grunewald. Wären da nicht dauernd diese Lilianen Farbtupfer zwischen den bunten Blättern gewesen.
    Ich hatte mich mit Minni an der Messe Süd getroffen, nachdem ich vergeblich am ICC auf ein wenig Unterstützung gewartet hatte. Ich versteh das nicht. Bessere Bedingungen für ein Fußball Spiel kann es doch gar nicht geben: Leichter Nieselregen angenehme 8grad und ein Oldschool Stadion vom allerfeinsten.
    Trotzdem verirrten sich nur knappe 700 Zuschauer ins Mommsenstadion um dem kleinen Derby zwischen den Veilchen aus Charlottenburg und den Hertha Bubis beizuwohnen.
    Leider gesellte sich auch eine kleine Gruppierung in den Gästeblock, die das Wort „Asozial“ völlig neu prägen. Schämt euch! Ihr zieht unsere ganze Szene ins Lächerliche!
    Ansonsten war es aber ein netter Abend. Viele alt bekannte Gesichter, viele Geschichten von früher und ein wunderschöner Sonnenuntergang hinter Haupttribüne und Baumkronen.
    Ach ja, Fußball wurde nebenbei auch noch gespielt:

    Unsere Bubis eigentlich über die gesamten 90 Minuten das bessere Team. Dank eines Abwehrfehlers und eines Elfmetertores vom Dieter seinem Sohn stand es zur Pause bereits 2:0 für Herthas U23. Im zweiten Durchgang sorgte dann nur noch TeBes Torwart für einige Lacher mit seinen perfekten Abstößen.
    In der Halbzeit gab es vom Stadionsprecher die Info, dass am nächsten Samstag ein Bus für alle TeBe Fans nach Chemnitz fahren würde. Preis 12€. Minni, Momo und ich waren schon am überlegen, diese Angebot wahr zu nehmen für eine kleine Hopping Tour. Aber Minni macht uns darauf aufmerksam, dass man bei drei besuchten TeBe Spielen in einer Spielzeit ganz schnell „Born TeBe wild“ werden könnte. Also ließen wir den Gedanken ganz schnell wieder fallen.

    Zur Stimmung nicht viel zu sagen:
    Die Herren der Überdosis zogen kurz mal blank, riefen die Bullen mit sinnlosen Pöbeleien auf den Plan und ließen auch sonst keine Gelegenheit aus, sich mal wieder lächerlich zu machen.
    Von TeBes Seite war doch tatsächlich gelegentlich mal was zu hören. Aber nun ja… TeBe halt.

    Nachdem Spiel machten wir uns aus dem Staub und konnten noch beobachten, wie oben genannte Herren in Polizeibegleitung gegen TeBe, Frankfurt und Cottbus pöbelten… na ja wenn se meinen.

    Bleibt eigentlich nur noch zu sagen:
    Zweimal TeBe in einer Saison reicht voll und ganz.
    Und noch ein ganz wichtiger Gedankengang, hervorgerufen von einem Papa mit TeBe Schal und zwei kleinen Kinder an der Hand, der meinte Hertha komme nicht aus Berlin:
    Wenn Hertha das Berliner Sorgenkind ist, dann ist TeBe die ungewollte Schwangerschaft, die aus Ethischen Gründen nicht abgetrieben wurde und nun die Sonderschule besucht.

    In diesem Sinne
    Wir sind so wie wir sind
    Hi Ha Höre
    Hauptmann



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 19.10.2009, 00:02


    1.FC Nürnberg vs. Hertha BSC 3:0
    9.Spieltag. 1.Bundesliga 2009/2010
    Samstag, den 17.10.2009 15:30 Uhr
    Max Morlock Stadion
    38.094Zuschauer


    Ich steig mal kurz aus.
    Don´t worry be happy…trotz Stadionverbot.

    Der Sonntagmorgen ist grau und einige Regenwolken schleichen über das schöne Haselhorst.
    Hertha hat gestern mit 3:0 beim „Club“ nicht nur ein Spiel verloren, sondern nach den Meinungen der Medien auch schon den Kampf um den Klassenerhalt.
    Was das für uns, die „Fans“, bedeutet, weiß wohl keiner der Spieler, die auf dem Platz stehen.
    Das Horrorszenario begänne wirklich mit dem Abstieg, auf den eine Lizenzverweigerung folgt. Hertha BSC würde in der dritten Liga starten und nach Jena, Heidenheim, Regensburg, usw. fahren müssen.
    Spieler wie der Nutella-Arne wären dann schon längst im Epizentrum der Inzucht beim VFB, die Polnische 4 Tore Legende wäre für 15 Cent Flaschenpfand auf seine Alm zurück und unser Kader würde aus mehreren U23 Spielern und noch mehr Nobodys bestehen.
    Wir feierten an diesem Sonntagmorgen den Geburtstag von meiner Lieblings-Verlobten nach und mein Schwiegervater fragte mich, ob man mich aufrichten müsste nach dem, was gestern passiert sei.
    Nein, man muss mich nicht aufrichten. Aufrichten muss man Leute, die am Boden sind. Wir sind noch lange nicht am Boden! Wir haben Angst um unseren Verein. Angst, dass von elf Spielern acht Söldner sind, Angst, dass unser Verein sportlich und finanziell abstürzt.
    Aber man muss uns nicht aufrichten.
    Egal was passiert, egal mit welchen Spielern, egal in welcher Liga:
    Wir sind Hertha BSC. Und wir lieben unsere alte Dame in guten wie in schlechten Zeiten und nichts würde das jemals ändern.
    Ach Hertha BSC, wie lieb ick dir.

    Wisst ihr, was das geilste an der Tanke am ZOB ist?
    Natürlich: Die Mettbrötchen. Und mit eben so einem stand ich um kurz vor sieben im Nieselregen und erfreute mich an der dunklen Schönheit des Herbstes.
    Meine Freude stieg ins unermessliche als zwei meiner Lieblings-Reisebegleiter auftauchten und wir uns gen Franken aufmachten.
    Marians neues Auto war doch sehr viel bequemer, als ich dachte und so verlief die Hintour äußerst bequem und geschmeidig. Minni und ich leerten die Martinipulle so gut wie komplett und es wurde sich über Gott und die Welt unterhalten.
    Erwähnenswertes gab es kaum, außer dass Minni jede Stunde eine Pause forderte, was Marian und mich wenig störte, denn wir hatten ja Zeit. Außerdem bestand Minni darauf, einen „ich-darf-das-Schein“ zu besitzen, der ihr erlaubte jede Stunde eine Pause zu fordern.
    Na ok.
    Marian chauffierte uns ohne weitere Probleme auf den Parkplatz des Stadions und wir machten uns auf zum Gästesektor.
    Da parallel zu uns auch einige Busse ankamen, konnte man im größeren Mob und mit dem Geleit der Bayrischen Staatsgewalt durch einen Herbst-bunten Park zum Stadion - oder zur Arena? (Nee, hier heißt das Stadion trotz Sponsor-Name… ich blick irgendwann nicht mehr durch) - laufen.
    An den Eingangsschleusen standen schon Mirco, Tobi, Toby und Laura.
    Daniel, der ja seit einiger Zeit in Bayern leben darf / muss…- was auch immer - stieß auch noch dazu.
    Während die meisten schon reingingen, wartete ich noch vor dem Stadion auf einen Kumpel aus Nürnberg, um ein wenig zu plaudern, und wurde dadurch zur BBH Sektion SV. Warum willste wissen?
    Sag ick dir:
    Ein 17-Jähriger Hertha-Fan, den ich vom sehen her kenne und weiß, dass er aus der Nähe von Hannover kommt, wurde von Ordnern und Polizei wegen 0,9 Promille im Blut des Stadions verwiesen.
    Stinksauer durchquerte er die Eingangs- bzw. für ihn Ausgangsschleusen und wankte direkt auf mich zu, um mich in ein doch sehr merkwürdiges Gespräch über Dorfpolizisten zu verwickeln.
    Zum Ende seines Vortrages über Kumpels, die jeden Bullen umrotzen, und Nürnbergern, die wegen ihm in die Notaufnahme müssen, beschwerte er sich über sein Tagesstadionverbot und klopfte mir dabei aufmunternd auf die Schulter mit den Worten: „Hast ja och Stadionverbot, wa?“…
    Bitte was? Wie kommst‘n auf den Müll?
    Er verzog sich dann in der Hoffnung einen anderen Eingang nutzen zu können.
    Kaum hatte ich mich von dem Schock erholt, wurde der nächste aus dem Gästesektor gebeten.
    Wieder war ich Anlaufpunkt nummero uno für den Verbannten und er bat mich ihm zu helfen, indem ich an ihm irgendwie vorbeilaufen sollte – ja, ich hab‘s auch nicht verstanden - und ich müsse ihm unbedingt helfen, schließlich wüsste ich ja auch, was es heißt SV zu haben.
    Ein komischer Nachmittag heute. Au man.
    Mein Fränkischer Kumpel kam dann auch und nach einem kleinen Gedankenaustausch ging’s hinein ins Stadion – gut, dass die Ordner keinen Wind von meinem SV bekommen haben!

    Im Block vertrieben wir uns die Zeit mit dem üblichem Gelaber und der Erkenntnis, dass Toby und Tobi nicht Nebeneinader stehen dürfen. Fragt man nämlich nach Toby, kann man sich sicher sein, dass sich Tobi angesprochen fühlt und umgekehrt.
    Aua mein Kopf …
    Die Nürnberger präsentierten vor dem Anpfiff eine Choreo für ihre SV´ler.
    Idee, Optik und Durchführung: top.

    Zum Spiel:
    Don´t worry

    Zur Stimmung:
    Be Happy!

    Es ist traurig, dass nach dem Abpfiff nur eine handvoll Spieler zum Gästeblock kam und nur Krawall-Patte sich den Fans stellte.

    Wir verließen den Ort des Grauens, verabschiedeten uns von unserm Exilanten und den Busfahrern und stiegen ins Auto.
    In unserem Reisegefährt wurde dann das Radio aufgedreht und erst mal alles bepöbelt, was in der Nähe war. Dann ging’s aber auch schon auf die Autobahn, die in Bayreuth wieder verlassen wurde zwecks Betankung unseres motorisierten Fahrzeuges. Nach ein wenig Sightseeing (Bayreuth hat eine wunderschöne Altstadt) wurde eine Tanke gefunden und Marian machte sich ans Tanken. Minni ging eine rauchen und ich suchte die gekachelten Nebenräume der Tanke. Abgeschlossen – hmm blöd. Na ja lässt man hält seine Spuren etwas weiter im Gebüsch.
    Nachdem das auch erledigt war, fuhren wir wieder auf die Autobahn, um in Thüringen wegen einer Vollsperrung der A9 zwei Stunden im Stau zu stehen.
    Während ich die Zeit sinnvoll mit Schlafen zu nutzen versuchte, stieg Minni zum Rauchen mal kurz aus und hätte aufgrund des weiterfließendes Verkehrs fast den Anschluss verloren.
    Als wir den Stau hinter uns hatten, machten wir noch eine kurze Frischluftpause, ehe es ohne weitere Probleme, dafür mit schöner Mucke nach Hause ging.
    Ich nahm auf den letzten Kilometern meine Stautätigkeit wieder auf und döste ein wenig vor mich hin.
    Als ich meine Augen wieder öffnete, passierten wir gerade die Stadtgrenze und kurze Zeit später erspähte man auch schon den Funkturm.
    An unserem Ausgangspunkt angekommen, teilten wir die Spritrechnung und Minni und ich machten uns mit der S-Bahn auf den Weg nach Hause.

    Den Nachtbus hätte ich zwar noch bekommen, endschied mich aber fürs Laufen, um das Erlebte zu verdauen.
    Auf dem 20-minütigem Fußmarsch nach Hause schossen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Vom Sieg nächste Woche über die Betriebssportgemeinschaft des VW-Werks bis hin zur Einstellung von Tasmanias Rekorden war alles dabei.
    Als ich vor der Haustür stand und gerade den Schlüssel ins Schloss steckte, dominierte aber nur noch ein Gedanke:
    Notfalls fahren wir halt nach Jena, Heidenheim und Regensburg, denn wir und niemand anders sind Hertha BSC.
    Für immer und ewig Nur der BSC!

    Ha Ho He
    Hauptmann



    Re: Saison 09/10

    Toby_der_Lange - 02.11.2009, 00:38

    Der Hinterbus ist schwul!!!
    Ballspielverein Borussia Dortmund von 1909 vs. Hertha BSC 2:0
    11.Spieltag. 1.Bundesliga 2009/2010
    Freitag, den 30.10.2009 20:30 Uhr
    Westfalenstadion
    77.000 Zuschauer

    Der Hinterbus ist schwul !

    Freitag, 11 Uhr. Ich stand rauchend am Messedamm und beobachtete die ganzen Leute, die mehr oder weniger nur aus Pflichtgefühl mitgefahren sind, weil sie das Ergebnis des Spiels eh schon kannten. Wem kann man es auch verübeln. Die letzten Wochen haben uns verdeutlicht, dass unsere Mannschaft wohl ein Wunder braucht, um sich aus dieser Situation noch befreien zu können. Dass das nicht heute der Fall sein wird, war vielen klar, auch nach dem Auftrifft gegen die niedersächsischen Zoobewohner.
    Trotz allem flammt in uns allen noch die Flamme der Hoffnung. Und so stieg ich also, verlassen von anderen BBHlern, in den Bus. Naja ich hatte ja n paar Beiboote und eine Handvoll von BlueThunder, mit denen ich mir die Zeit vertrieb und in Dortmund hatte ich immerhin Minni, die im Auto unterwegs war. Je näher wir Dortmund kamen, desto mehr Stimmung war auch im Bus. Vor allem entwickelte sich ein Kleinkrieg zwischen dem Hinterbus und dem Vorderbus. Man bezeichnete sich gegenseitig als schwul, Schalker oder Schwabe. Eins ist ja schon schlimm, aber wie wäre ein Mensch gestraft, wenn er schwul ist, in Gelsenkirchen geboren wurde und nun VFB-Fan ist? Ich bin froh nichts dergleichen zu sein. Natürlich wurde auch Hertha supportet oder man beteuerte, dass man Titten mag und zwar nur die dicken. Der Alkohol floss in Strömen und so machte auch der ca. einstündige Stau nichts mehr aus, der uns kurz vor Hamm erwischte. Dieser Stau entstand allerdings nur wegen einer einzigen beschissenen Baustelle. Naja shit happens. Irgendwann gegen 18:30 in Dortmund angekommen, mussten wir noch eine Ewigkeit durch die Stadt fahren, bevor wir endlich am Parkplatz ankamen. Dort wurden wir natürlich von der Bullerei empfangen, die in voller Montur und Kampfhunden bereits parat stand. Nachdem alle ausgestiegen waren und sich am Zaun überflüssigen Urins entledigt hatten, machte der Mob sich auf. Begleitet von ca. 50 Polizisten und 3 Kollegen der Reiterstaffel ging es Richtung Westfalenstadion. Dort erwartete mich bereits eine gute Freundin aus Wuppertal, einige werden sie kennen, die aber aufgrund einer Krankheit nicht mit ins Stadion konnte, sich aber trotzdem den weiten Weg gemacht hat, nur um mich zu sehen. Danke dafür!!! Nach einem zu kurzen Plausch, ging es ab ins Stadion., wo man den Gästeblock unverständlicher Weise in die oberen Etagen der Arena verfrachtet hatte. Warum wissen auch nur die schwarz-gelben.

    Zum Spiel:
    Hertha versuchte mitzuhalten. Das klappte 25 Minuten ganz ordentlich, danach nahm der BVB das Heft in die Hand und erspielte sich Chance um Chance. Hertha rettete das 0:0 in die Pause. Danach ging es weiter, wie es aufgehört hatte. Nach 60 Minuten war es dann ein Elfmeter, der die Borussen in Führung brachte. Das Spiel war damit gelaufen. Den Endstand besorgte Barrios in der Nachspielzeit.

    Zur Stimmung:
    Trotz andauernden Boykotts seitens der aktiven Szene versuchten einige immer wieder Gesänge anzustimmen, was teilweise auch gelang.
    Die Borussen hingegen schafften durch Wechselgesänge die berühmte Atmosphäre hin und wieder herzustellen, doch größtenteils enttäuschte die Südtribüne durch unmotivierte Gesänge und zu geringer Lautstärke.

    Die Rückfahrt:
    Nachdem wir frustriert wieder zum Parkplatz gefunden hatten, setzten wir uns auch relativ zügig wieder in Bewegung. Es war spät und jeder wollte einfach nur noch nach Hause. Nichts desto trotz brach kurz darauf wieder der Krieg aus. Diesmal einigten wir uns auf Unentschieden. Wir machten noch das eine oder andere Mal Pause und verbrachten die Fahrt nur noch mit sinnlosen Gelaber. Bei der letzten Pause fuhr der Fahrer einen McDoof-Laden an und zwar nur mit einer Absicht: Er wollte uns müde machen. Ich hörte ihn sagen: „Jetzt fressen die sich alle die Bäuche voll und dann schlafen sie endlich!“. Ja, eine gute Mahlzeit macht eben müde und er sollte Recht behalten. Wir fuhren los, er machte das Licht oben aus und es dauerte keine 10 Minuten da schlief der gesamte Bus. So wachte auch ich erste auf der Avus wieder auf. Kommando „Sauber machen!“ ertönte und los gings. Später entsorgten wir noch unseren Müll auf einer Raststätte an der Avus. Natürlich legten wir unseren Müll sorgsam neben das Schild, auf dem geschrieben stand, dass das Ablagern von Müll verboten ist und bestraft wird. Naja scheiß was drauf…

    Eine Fahrt, wo das Duell im Bus stattfand und nicht auf dem Rasen, und ein Wiedersehen. Alles in allem doch irgendwie gelungen.

    Egal wie es nächstes Jahr um diese Zeit aussieht: HERTHA BSC WIRD ES IMMER SEIN – in Liga 1 oder 4!


    Ha Ho He
    Toby



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 07.11.2009, 01:02


    SC Heerenveen vs. Hertha BSC 2:3
    Europa Laegue 2009/2010 Vorrunde, Gruppe D
    Donnerstag, den 05.11.2009 19:00 Uhr
    Abe Lenstra Stadion
    18.000 Zuschauer



    Minnis letztes Spiel…
    …mit Kulinarischen Highlights.

    Letztes Wochenende standen wir wie gewohnt zusammen in der Ostkurve und sahen das Spiel unserer Hertha gegen den Betriebsunfall des VW-Konzerns.
    Der aktive Teil der Fanszene boykottierte schon seit 2 Spielen den Support und so hatten wir in den 90 Minuten genug Zeit, um uns über das Spiel in Heerenveen zu unterhalten.
    Im Vordergrund unsrer Debatte stand das Logo. Sind das nun Herzchen oder Tulpen?
    Gismo war fest davon überzeugt, dass es sich um Tulpen handelt. Wir anderen waren uns sicher, dass das Herzchen waren. Jetzt war nur die Frage, warum Herzchen? Toby fand dafür sehr schnell eine plausible Erklärung: Der SC Heerenveen wurde von schwulen Einwanderern gegründet und das SC stehe für Sauna Club. Ha, kein Geheimnis, was wir nicht lösen!
    Trotz dieses Kommunikees wollte bei mir noch keine Vorfreude auf das Spiel in Holland aufkommen.
    Erst als ich am Dienstag mit meinem Kollegen, dem Hardcore-Alex, zu unserem Lager nach Pankow fuhr und in einem Blankenburger Garten eine Heerenveen Fahne entdeckte.
    An dieser Stelle möchte ich mich gleich nochmal bei meinem Arbeitgeber bedanken, der mir für das Spiel 2 Tage Urlaub schenkte und mir sogar anbot umzudrehen, damit ich die Fahne ziehen könne.
    Und richtig fickerig wurde ich dann Mittwochabend, als es hieß: Es wird wieder Supportet!
    Jetzt kann ja nichts mehr schiefgehen, es sein denn ich verschlafe oder der Bus geht kaputt oder das Spiel wird aus unerfindlichen Gründen abgesagt oder ich vergesse meine Karte oder meinen Perso oder böse Holländische Hools fangen uns ab… wie gut, dass ich so gut wie nie nervös werde.
    Am Donnerstagmorgen hätte das mit dem Verschlafen schon fast auf anhieb geklappt, total enttäuscht von mir selber, schwor ich mir, dass das der letzte Fehler des Tages wird. Also kontrollierte ich wie ein Neurotiker alle 30 Sekunden Karte und Perso auf dem Weg zum Bus.
    Gismo war überpünktlich und so schlenderten wir rauchend und hustend (obs da einen Zusammenhang gibt?) die letzten Meter zur Haltestelle.
    Ohne große Vorkommnisse erreichten wir, noch etwas verschlafen, den ZOB und besorgten uns an der Tanke erst mal einen Kaffee und - was wohl? Richtig!- ‘n lecker Mettbrötche!
    So gestärkt trafen wir uns mit Minni und erreichten kurze Zeit später den Treffpunkt.
    Noch schnell bei Funke den Bus bezahlen, alle bekannten Gesichter begrüßen und rein in den Bus. Birgitt, die verschlafen hatte, erreichte den Bus gerade noch so.
    Also rauf auf die Autobahn und los geht die wilde Fahrt, akustisch unterstützt von feinster Ballermann-Mucke.
    Auf der Hintour machten wir drei Pausen, die trotz bitte an den Busfahrer nicht bei Mäces oder Burger King gemacht wurden.
    Ansonsten kaum was Nennenswertes auf den Stopps, außer dass Blue-Thunder-Jens permanent im T-Shirt und mit einer nicht zu ertragenden guten Laune durch den Herbstregen lief.
    Na ja, 20 Jahre Mauerfall, da freut sich der Ossi halt…
    Im Bus wurde die Ballermann-CD (Gott sei Dank) von einem Film über die „Ultras Nürnberg“ abgelöst und in dieser Dokumentation gab es ein paar sehr interessante Gedankengänge: So sinnierte der „1.Megafon-Mann“ über Ultras und ihren Entwicklung. Nach seiner Meinung seien Ultras die legitimen Nachfolger der Hools, nur dass die Gewalt nur noch eine Relevanz von 20 bis 40 % hätte. (wie wir später noch sehen sollten)
    Desweiteren ging es um das Thema Frauen beim Fußball und hier waren sich ziemlich alle Nürnberger Ultras, die zu Wort kamen einig: Frauen haben beim Fußball nichts zu suchen.
    Minni war über diese Aussage natürlich alles andere als begeistert. Wir machten ihr aber klar, dass Frauen tatsächlich nicht zum Fußball gehören und aus diesem Grunde wird das heute wohl Minnis letztes Spiel gewesen sein.
    In diesem Sinne: War schön mit dir, machet jut und viel Spaß beim Briefmarkensammeln…
    So gegen 15 Uhr rollten wir am Abe Lenstra Stadion ein und die beiden FKO-Busbesatzungen machten sich auf die Suche nach den anderen Berlinern, die vor uns in Heerenveen angekommen waren.
    Nach kurzem Marsch durch das beschauliche Städtchen hatten sich alle gefunden und jeder machte sich auf den Weg, die Stadt zu erkunden… ach bleiben wir bei der Wahrheit: So ziemlich jeder machte sich auf die Suche nach einem „Coffee Shop“.
    Gismo, Minni, Birgitt, Zina und sein Kumpel und ich machten uns aber erst mal auf die Suche nach was zu essen, denn wie schon erwähnt wurde auf der Hintour kein Fresstempel angefahren.
    Gott sei Dank ist Holland kulinarisch sehr vielfältig und so fanden wir einen kleinen Laden, in dem man sich Sandwiches mit allem frisch belegen lassen kann, was man will. Ich hab nur leider den Namen vergessen… es war irgendwas, was auf Deutsch soviel wie U-Bahn heißt. Underground? Nee..oder Metro? Ich weiß es nicht mehr, auf jeden Fall war es sehr lecker.
    Wir ließen uns vom Filialleiter noch schnell den Weg zum nächsten Kaffeehäuschen beschreiben und weiter ging´s (Ich liebe Holländer, die deutsch sprechen! Remember Rudi Karell!). Dummerweise passierten wir auf dem Weg noch einen Sex Shop, sodass es zu diversen Verzögerungen kam. Letztendlich erreichten wir dann doch den „Coffee Shop“, dem ein zweiter direkt gegenüber lag. Übrigens behauptete Minni später, Marc Stein beim Kiffen gesehen zu haben. Diese Info wird noch nützlich sein!
    Gismo und Minni verschwanden in einem der beiden Shops, Zina und sein Kumpel bekamen eine Tüte geschenkt und Birgitt und ich ließen uns passiv zu dröhnen. Im Laufe der Zeit war bald die ganze Straße zwischen den Shops mit Berlinern vollgestopft.
    Es wurde viel konsumiert und viel gelacht. Nicht zuletzt über Zina, der eigentlich Nichtraucher und Nichtkiffer ist und sich nach einigen Zügen echt zusammenreißen musste, um nicht umzufallen. Nächster Kracher war ein Herr der Gruppa Süd, der mit dem Joint durch die Menge lief und schrie: „Nehmt mir das Ding weg, ich bin Asthmatiker!“, um dann kräftig den nächsten Zug zu nehmen.
    Momo wankte immer mal wieder durchs Bild um vom Shop zum nahegelegenen Spiel-Salon zu kommen und umgekehrt.
    Da wir noch etwas Zeit bis zur Stadionöffnung hatten, suchten wir den nächsten Supermarkt auf und erstanden eine Karamellschlagsahne…was es alles gibt. Dieses Zeug war pur schon fast widerlich süß, aber süchtig machend ohne Ende. Das unruhmreiche Ende vom Lied ist, dass Zina und ich das Ding alleine leer machten und die nächsten 3 Stunden einen Zuckerschock vom feinsten schoben. Finger wech vonne Drogen, ‘ne Kinders!
    Ein Blick auf die Uhr verriet uns, dass es wieder an der Zeit war, zum Treffpunkt von vorhin zurückzukehren, um dann mit dem gesamten Mob zum Stadion zu laufen.
    Am ebend genannten Punkt, trafen wir Kevin, der mit einem 9er aus Ka gekommen war. Er berichtete davon, wie er sein Auto zerlegt hatte (bei 220km/h kann man halt nicht immer schnell genug reagieren) und, dass 8 Leute aus dem 9er Bus betrunken und einer bekifft war… an dieser Stelle schon mal gute Heimfahrt.
    Der Mob setzte sich dann nach einiger Zeit in Bewegung.
    Im idyllischen Heerenveen gibt es eine Straße, die in der Mitte von einem Flüsschen geteilt wird und diese Straße liefen wir gerade entlang, als es hektisch wurde. Immer mehr Leute wurden schneller, von hinten rannten Leute nach vorne. Und eh man sich versah knallte der erste Böller und Gegenstände flogen durch die Luft. Einige Schaufenster gingen zu Bruch und ein oder zwei Leute gingen unfreiwillig baden.
    Die Polizei stellte zur Sicherung der ganzen Sache einige Szenen aus „Braveheart“ nach und sperrte mit ihren komischen Schilden alles ab. Hat nur noch gefehlt, dass se ihre Kilts heben…
    Als sich der Stress etwas gelegt hatte und der Großteil der Herthaner mit Eskorte weitergezogen war, blieb nur ein einzelner Polizeihelm im Wasser zurück, der sanft durch die Wellen schaukelte. Malerisch, wirklich.
    (Ob das nun 20 oder 40% Gewalt waren, kann ich leider nicht genau sagen)
    Die letzten Meter zum Stadion gestalteten sich ereignislos und so standen wir nach kurzer Zeit an den Eingangsschleusen.
    Die Ordner benahmen sich uns gegenüber wie alle Holländer, mit denen wir es heute zu tun hatten, unheimlich freundlich.
    Im Stadion selber sicherten wir uns Plätze und gingen noch eine Kleinigkeit essen. Ein ganz großes Lob an die Küche. Kannste sagen wat de willst, Holländisches Essen is klasse.

    Wieder auf unseren Plätzen angekommen, wurde es auch schon Zeit fürs Spiel:
    Nach kurzer Zeit lag Hertha zurück, kam aber überraschend wieder. Domovchiyski mit dem Ausgleich. Hertha nach dem Tor besser. Heerenveen kam nur dank Stein (verdammter Kiffer) immer wieder zu Möglichkeiten. Nachdem unser Rostocker Blondchen erneut über seine eigenen Füße gefallen war, ging Heerenveen mit 2:1 in Führung.
    Pause.
    In Halbzeit zwei Hertha wieder besser. Stein schien auch die letzten THC-Reste ausgeschwitzt zu haben (das würde jedenfalls den Geruch im Gästeblock erklären) und arbeitete hinten und vorne besser denn je.
    Wieder war es Domo, der nach Wichniareks zweiter Vorlage den Ausgleich besorgte. Und jener Artur Wichniarek erzielte, man mag’s nicht glauben, in der 91ten Minute den 2:3 Siegtreffer.
    Bravo Hertha und dacapo!

    Zur Stimmung:
    Recht viele Berliner hatten sich an diesem Donnerstagabend in Heerenveen eingefunden und begannen auch schon kurz vor Anstoß ihre Stimmbänder zu strapazieren.
    Jens und ich hofften auf eine schnelle Entscheidung zugunsten der Hausherren, da Babalu hinter uns stand. Versteht das bitte nicht falsch. Ich denke, Jens und ich würden uns sonst was abschneiden für einen Hertha Sieg. Aber dann würde Babalu das ganze Spiel trommeln und wenn der dabei direkt hinter einem steht, kann man seine Trommel auch noch drei Tage später hören.
    Der Support im Block passte sich dem Geschehen auf dem Rasen an. So wurde bei schlechter Laufbereitschaft gepfiffen und bei jedem Ballgewinn geklatscht. Gesänge kamen einige, aber nur wenig koordiniert, da es in Heerenveen keine Möglichkeit für den Vorsänger gibt, sich gut vor dem Mob zu positionieren.
    Dafür wurde eine erbeutete Fahne der Hausherren im Pyroschein verbrannt.
    Die Heimfans waren lauter und besser als ich erwartet hatte, enttäuschten dennoch, denn mit 2 Dauergesängen haust du keinen mehr vom Hocker. Außerdem war die Beteiligung des restlichen Stadions (was übrigens stark an die Bielefelder Alm erinnert) äußerst mau.
    Nach Herthas Siegtreffer und dem kurz danach folgenden Abpfiff explodierte der Block natürlich. Also alles in allem ein guter Auftritt und schön mal wieder zu singen.

    Die Kippe danach fühlte sich tatsächlich ein bisschen an wie die „Kippe danach“ und auch das versöhnliche „Kuscheln“ mit der Mannschaft sorgte für echt romantische Stimmung.
    Nachdem uns unsere Herzensdame also endlich mal wieder einen gelungen Abgang besorgt hatte, war es auch schon an der Zeit zu verschwinden. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn diese Romanze vom Ehemann entdeckt worden wäre.
    Nachdem man sich von allen verabschiedet hatte und den Karlsruhern rund um Kevin fürs Dasein gedankt hatte, saß man auch schon wieder im Bus.
    Ach ja, wenn es mal gepasst hat dann heute: Er ist so voll, er ist so zu, er ist der Kevin aus Karlsruh!

    Die Kolonne der Berliner Busse setzte sich zügig in Bewegung und Funke versuchte sofort einen Party Bus zu erschaffen. Mit Elektro-Zappel-Mucke und Licht-an-Licht-aus-Disco versucht er als DJ zu gefallen. Die meisten seiner Mitreisenden waren davon nicht so begeistert, wollten sie doch viel lieber schlafen. Logisch mit Alkohol und THC vollgestopfte Körper brauchen halt auch irgendwann Ruhe. Leider war an Ruhe nicht zu denken, denn die Ballermann-CD wurde wieder eingelegt und so hörte man noch den Krauses und Drews der Popgeschichte zu, wie sie von Lotusblüten und Besoffensein sangen.
    Nach unserm ersten Pinkel-Stopp löste dann ein Filmchen die Mucke ab und die meisten verfielen in tiefen Schlaf.
    Insgesamt machten wir drei Pausen auf der Rücktour, ohne dabei einen Mäces oder Burger King anzusteuern. Verdammte Frechheit!
    Wieder an der Messe angekommen, fuhren Gismo und ich mit der Ringbahn bis Jungfernheide, wo wir uns nochmal und damit auch wohl endgültig von Minni verabschiedeten. Ist echt schade, dass das heute ihr letztes Spiel war.
    Kurz vorm Umsteigen besorgten wir uns noch was zu essen, schließlich mussten wir heute auf unser Junk Food verzichten.
    Und so endete der Tag, so wie er begonnen hatte: Totmüde mit einem lecker Mettbrötche inner Hand.

    Ha Ho He
    Hauptmann


    Danke an alle Karlsruher fürs unterstützen. Speziell Kevin & KSC Sabine on tour.



    Re: Saison 09/10

    Minni - 19.11.2009, 23:08


    BallspielVerein Borussia Dortmund 1909 – VfB Stuttgart 1:1 (1:0)
    3. Spieltag der 1. Bundesliga 22.08.2009
    Westfalenstadion – Dortmund
    Zuschauer 72.100 ( davon ca. 800 – 900 ausm Schwäbischen)

    Die Schwarz Gelben, werden 100 Jahr - Happy Birthday!
    Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht...

    Nicht mal ganz 24 Stunden nach der Ankunft aus Kopenhagen, ging es schon wieder Richtung Hauptbahnhof, um dem Spiel der Borussia aus Dortmund gegen die so ungeliebten Schwaben beizuwohnen, die Fahrt in den Pott, verlief recht ruhig, und wurde grösstenteils mit Lesen, verbracht. Der Zug rollte pünktlich um kurz nach 13.00 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof ein, am Bahnhof noch auf Biby und Marc gewartet und schon ging es ab Richtung Westfalenstadion, dort von den beiden verabschiedet, und ab zur Nordtribüne um meine Karte für die Südtribüne entgegen zu nehmen, noch die Tasche abgegeben, und rein ins Stadion, da der Weg zur Süd gut ausgeschildert war, wurde diese recht schnell gefunden. Nach gefühlten 3000 Stufen, stand ich nun endlich auf der Südtribüne, schon sehr imposant dieser Stehbereich, einen grandiosen Blick aufs Spielfeld gabs obendrauf, die Zeit bis zum Anpfiff wurde mit Gesprächen mit den umstehen Leuten zugebracht. Zu erwähnen sei noch, das man in Dortmund immer noch der Meinung ist, das der VfB Stuttgart von Armin Veh (aktuell Trainer in WOB ) trainiert wird, dies sorgte für einige Lacher.

    Zum Spiel:

    hmm... Das Spiel, da dieser Bericht mit 2 Monaten Verzögerung geschrieben wurde, kann ich dazu leider nichts mehr sagen, aber bei nem 1:1 wird es wohl nicht so doll gewesen sein... ja ja immer dieses Klischee bei nem Unentschieden... ;)

    Zur Stimmung:

    Da ich die Südtribüne nur vom Gästeblock her kannte, und da nun wirklich nich viel ankommt hatte ich schon leichte Hoffnungen, das die Stimmung auf der Süd direkt besser ist, leider muss ich gestehen, das ich keinen grossen Unterschied festgestellt habe... Die Verzögerung ist einfach zu gross!
    Der Gästeblock, war 90 Minuten lang in Bewegung, ab und an kam auch mal was auf der gegenüberliegenden Seite an.

    Nachm Abpfiff gings wieder die gefühlten 3000 Stufen abwärts, in Richtung Ausgang Tasche abgeholt und zum Treffpunkt, der Geschäftstelle vom BVB gelaufen, war gar nich so leicht zu finden das Ding, aber irgendwie hat es dann doch geklappt, da ich nun allerdings noch 1 Stunde warten vor mir hatte, wurde die Zeit mit Telefonieren verbracht, was auch sonst dadurch verging die Wartezeit einigermaßen gut, das Auto fuhr vor und brachte mich sicher noch tiefer in den Pott...



    Re: Saison 09/10

    Toby_der_Lange - 11.12.2009, 00:25

    RIGA
    "Du kannst pöbeln, du musst nur freundlich dabei gucken!"

    FK Ventspils vs. HERTHA BSC 0:1
    03.12.2009
    Skonto Stadiums, Riga (Ja, die schreiben Stadium mit s hinten!)

    Man könnte viele Überschriften für diese Tour finden, denn in den 4 Tagen
    hat man viel erlebt und viel gelacht. Aber von vorne.

    1. Abend
    Momo, Minni und icke waren schon gegen 17:15 lettischer Zeit in Riga, aber als ich den Flughafen betrat war mir klar, dass dieser Trip ein Abenteuer wird. Fremde Sprache, komische Menschen und keine Ahnung wo man hinmuss, um seinen Koffer zu bekommen. Mir rutschte erstmal das Herz in die Hose als mich der lettische Zollbeamte anhielt und mich erstmal von Kommissar Rex beschnüffeln lassen durfte.
    Nachdem wir letztendlich unsere Koffer hatten und die "Wir sind gut gelandet"-Anrufe hinter uns hatten, suchten wir den Bus Richtung Innenstadt. Die Bushaltestelle war schnell gefunden und nach gefühlten 20 Minuten kam auch der Bus. Man merkte deutlich, dass je näher man der Innenstadt kam desto besser waren die Gebäude und die Straßen. Schlauerweise hatte sich keiner gemerkt, wo wir raus mussten. Also schnell den Stadtplan gezückt und nachgeschaut. Wir wußten danach zwar immer noch nichts neues, aber war ja egal. Wir also am Zentralmarkt raus und nachgefragt. Nachdem die Marktfrauen uns erstmal zum Busbahnhof geschickt haben und ich nochmal fragen war, waren wir auch schon auf dem Weg in Richtung Hostel. Keine 10 Minuten Fußweg und wir waren da. Nettes Personal und ein gutes Zimmer. Wir waren zufrieden. Vor allem der Gemeinschaftsraum, wo 2 internetfähige Rechner standen, wurde von uns erstmal in Beschlag genommen. Denn schließlich mußte man erstmal seine Jappy-Sucht befriedigen. Danach gingen wir erstmal einen Happen Essen in einem wirklich guten Steakhaus. Gegen das Essen dort konnte man wirklich nichts sagen und preislich war auch alles in bester Ordnung. Mit vollen Bäuchen gingen wir erstmal in einen Supermarkt in der Nähe. Dieser Supermarkt sollte noch die nächsten Tage öfters besucht werden.
    Die Perle des Ladens saß natürlich an unserer Kasse. Mit einer ausgesprochenen *IRONIE AN* Freundlichkeit *IRONIE AUS* schmiss sie mir das Wechselgeld entgegen, getreu dem Motto "Fuck german guys". Wir deckten uns natürlich mit Vodka und Cola ein und der Abend war gerettet. Momo pöbelte auf dem Weg zurück zum Hostel jeden voll. Gut halt, dass nur wenige in Riga deutsch verstehen.
    SO verkrümelten wir uns aufs Zimmer, dass wohlbemerkt im 6. Stock lag. So quälten wir uns jeden Tag mehrmals die Treppen rauf. Karten ausgepackt und Becher gefüllt und ab ging er. Müde, leicht angetrunken und Unsinn redend gingen wir dann irgendwann ins Bett.

    1. Tag
    Nach kurzer Nacht in doch recht unbequemen Betten wollten wir das so viel gepriesene Frühstück probieren. Als wir aber im Gemeinschaftsraum ankamen, bat sich uns ein trauriger Anblick. Ein wenig Marmelade, Quark, Toastbrot und Cornflakes. Ich war froh, dass zumindest der Kaffee schmeckte. Wir dachten, dass heute wahrscheinlich der einzige Tag sei, wo man auch ein wenig von der Stadt sehen kann. Und so machten wir uns auf in den Regen. Es regnete und regnete und regnete.
    Es störte uns aber nicht wirklich, also machten wir uns auf zur St.-Petri-Kirche, wo wir sage und schreibe 3 Lvl berappen mussten um auf den Turm zu kommen. Momo versuchte verzweifelt noch als Schüler durchzukommen, doch die dicke Tante im Glaskasten war unerbittlich. Das Gute war, dass ein Fahrstuhl uns dorthin beförderte, der von dem pickligen Schüler bedient wurde. Muss schon geil sein, 8 Stunden in einem Fahrstuhl zu stehen und 2 Knöpfe zu bedienen.
    Weiter in Richtung Rathaus lief uns ein Kerl über den Weg, der uns anbot ganz Riga zu zeigen. Wir müßten nur ein bisschen Geld bezahlen und dann dürfen wir in der ganz normalen Straßenbahn seinen Ausführungen lauschen und dann dort abseits von Gut und Böse rumlaufen. Naaaa klaar. Uns war dit nischt und wir lehnten dankend ab. Wir erkundeten die Stadt lieber auf eingenen Füßen und da Momo und Minni unbedingt zum Hafen wollten, stiegen wir in die Straßenbahn. Nur war es nicht ganz so einfach die richtige zu finden. Nachdem wir uns rumgefragt hatten, fanden wir auch die Haltestelle und los gings.
    Am Hafen angekommen mußten wir feststellen, dass der Hafen eher ein Häfchen war und wir ihn uns eindeutig größer vorgestellt hatten. Es regnete immer noch. Wir liefen zurück Richtung Innenstadt und bemerkten, dass Autos teilweise 30 cm in einer Pfütze versunken waren. Bei den Straßen in Riga kein Wunder. Man muss nämlich wissen, dass die Letten Kopsteinpflaster lieben. Nur leider beherrschen sie die Kunst der ebenen Bauweise nicht. Wir fluchten nicht selten über die Straßen Rigas. Wir kamen noch zu einem Weihnachtsmarkt, den wir schon vom Turm der Kirche aus gesehen hatten. Dort ließen wir es uns nicht nehmen noch einen Glühwein zu trinken. Schnell noch Postkarten gekauft und zurück ins Hostel, wo wir bis zum Abend Karten gespielt und gebechert haben. Abends kamen dann auch andere Atzen an, z.B. Teile von BlueThunder und den HBs. Sie schlugen ihr Quartier ein Hostel weiter auf. Wir gingen zusammen einkaufen und berichteten den Anderen unsere ersten Eindrücke von Riga. Wir kauften 3 Flaschen Vodka, dementsprechend viel Cola und noch was Essbares. Nur saufen ging eben doch nicht. Später noch in die Pizzeria. Als wir zurückwaren saß im Gemeinschaftsraum ein recht übel riechender Schwede, wie sich später herausstellte. Er laberte vor allem mich zu, weil ich nicht schnell genug fliehen konnte. Als dann Minni zum Rauchen wieder herunterkam, war meine Chance da. Mit den Worten "I have to go!" ließ ich ihn sitzen und verschwand nach draußen.
    Wir tranken noch im Zimmer den einen oder anderen und gingen irgendwann pennen.

    2.Tag
    Noch etwas verkatert standen wir heute auf. Wir schenkten uns das "Frühstück" größtenteils und begrüßten lieber die anderen Herthaner die gerade angekommen waren. Die restlichen Harlekins, DSB und auch unsere Brüder aus KA hatten es nicht nehmen lassen, die alte Dame in der Fremde zu unterstützen.
    Minni und Momo saßen fast den ganzen Vormittag vor dem Rechner, weil sie letzte Infos aus Berlin abcheckten. Wie eigentlich schon geahnt, hatten sich ein paar Gruppen angekündigt, die heute Stress haben wollten. So schmiedeten Minni und ich einen Plan, um der Hauerei, wenn sie denn stattfinden sollte, bestmöglich aus dem Weg zu gehen.
    Dementsprechend wuchs in uns auch die Spannung. Was würde passieren und wenn ja, wie viele? Uns war klar, dass wir kein Bock drauf hatten, aber weggerannt wären wir auch nicht. So verbrachten wir den Tag größtenteils im Hostel und warteten darauf dass, es endlich losging. Um 17 Uhr war es dann soweit. Der gesamte Mob von ca. 150 Leuten setze sich in Bewegung. Es war schon ein eindrucksvolles Bild.
    Wir zogen durch die Altstadt Rigas und die Blicke der Leute waren zum Teil echt Weltklasse. Fast der gesamte Haufen verzog sich erstmal in eine Kneipe. Minni und ich mussten aber erstmal was gegen unseren Hunger tun. Und wo geht man als Fußballfan an einem Spieltag hin? Richtig. Zu McDoof.
    Dort fertig und etwas verwundert über die dortigen Essgewohnheiten, gingen wir nochmal kurz in den Supermarkt. Wir hatten noch genug Zeit. Der Vodka war alle, also mussten wir Nachschub besorgen. Kurzerhand beschlossen wir im Hostel einen zu bechern, um dann nach 20 Minuten wieder aufzubrechen Richtung Stadion. Endlich.
    Mit Stadtplan in der Hand fanden wir den Weg durch Rigas Großstadtdschungel. Zwischendurch wurde ich noch von einer jungen Dame aufgehalten. Zuerst dachte ich "Geil endlich zieht die Masche -I am from Germany-". Doch es stellte sich heraus, dass sie nur ein paar Cent erbetteln wollte, um sich irgendwas zu kaufen. Als sie merkte, dass ich kein Bock habe ihr was zu geben, wurde sie aufdringlich und versuchte mich festzuhalten. Höflich aber bestimmt machte ich der jungen Dame klar, dass sie die Idee besser vergessen sollte und ging weiter.
    20 Minuten später waren wir am Stadion angekommen. Dafür, dass es in den 90ern erbaut wurde, sah es ganz schön schäbig aus. Es stand mitten im Wohngebiet. Was in England fast normal ist, war hier mehr Not als nützlich. Dixiklos, Biergartentische (hier wurden Chips verkauft) und sonst nix. Wir versuchten erstmal den Gästeeingang zu finden und liefen einmal um das gesamte Stadion herum. Am Haupteingang angekommen, liefen wir Fans aus Ventspils über den Weg, die ihr Material aus einem Auto kramten. Auch sichteten wir die ersten Herthaner, die aber nicht bei uns oder nebenan im Hostel wohnten. Natürlich waren es Kutten (Hauptsache ich trage 20 Schals um meine Hüfte).
    Als wir mit unserer Stadionumrundung fertig waren, fanden wir auch den Gästeblock. Ich glaube heute noch, dass wenn nicht ein paar Herthaner davor gestanden hätten, wären wir wieder daran vorbei gelaufen. Einige Zeit später kamen auch die Leute am Stadion an, die mit der Fähre und per Bus nach Riga gekommen waren. In dem Bus war die Fanbetreuung, die uns nach kurzem Warten auch die Eintrittskarten, oder wie Minni sagen würde Spielkarten, gab. Als wir allerdings hörten, dass die Letten erst um 21 Uhr öffneten, beschlossen wir nochmal in eine Bar zu gehen. Ein Schwabe schloss sich uns an. Es scheint noch anständige Leute im Ländle zu geben, denn auch er war natürlich Herthaner. Wir unterhielten uns ne ganze Weile in dieser Bar und waren 45 Minuten vor Anpfiff im Stadion. Das Geilste waren allerdings die Kontrollen. Die Herren vom Ordnungsdienst tasten nämlich nicht mit der Hand ab. Nein, sie benutzten so ein Dingens, dass wenn es metallene Gegenstände erfasst es anfängt zu piepen. Wladimir kam nur nicht damit zu recht, dass ich n Reißverschluss an meiner Jacke hatte. So wunderte er sich tatsächlich, dass es piepte und untersuchte mich besonders gründlich. Auch Minni war arm dran. Sie hatte eben eine Tasche mit und die Letten schienen damit nicht gerechnet zu haben, also musste auch sie laaaange warten.
    Endlich waren wir im Block. Die HBs und der restlich Mob waren auch schon da. Also schnell ein Platz gesucht und dann konnte es losgehen. Als Drobny, Burchert und Enver Maric das Feld betraten, testeten wir zum ersten Mal die Akustik des Stadions. Schnell war klar, dass wir den anderen haushoch überlegen waren. Uns war irgendwie langweilig, manche mögen besoffen gewesen sein (So wie Momo der in schöner Regelmäßigkeit von seinem Sitz segelte und mich sage und schreibe 5 Mal nacheinander nach einer Zigarette fragte). Wir feierten alles und jeden. Sogar Enver Maric wurde mit Gesängen bedacht. Es dauerte nicht lange und das Spiel begann. Highlight war ein Einwurf von Ventspils genau vor unserem Block.
    Als der Spieler zur Linie gewatschelt kam, wurde er mit "YOU ARE GAY" empfangen. Er grinste nur, so als wollte er uns sagen: "Endlich merkt es mal jemand!". Spielerisch hatte die alte Dame Ventspils im Griff und ging dann auch in Führung. Kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit wurden wir noch Zeuge einer sportlichen Höchstleistung: Ein Wettrennen zwischen Linien- und Torschiedsrichter. Wie eine Gazelle auf der Flucht vor dem Löwen nahm der Torschiri dem Assi Meter um Meter ab. Als er vor seinem Kollegen an der Linie ankam, grinste er zufrieden und schien irgendwie glücklich. Die 2. Halbzeit war wieder Zittern pur. Die Mannschaft fiel in alte Muster zurück. Es kamen kaum noch Bälle an und so machte man die Letten wieder stark. Dem Fußballgott und Drobny sei Dank, dass wir das Spiel über die Zeit retten konnten.
    Nach dem Spiel mussten wir noch kurz warten, bis wir den Block verlassen konnten. Es war ein ruhiger Marsch Richtung Hostel, gut begleitet von der lettischen Polizei. Den Großteil des Mobs zog es wieder in die Kneipe. Wir gingen erstmal zurück zum Hostel. Dort angekommen tranken wir kurz was und entschlossen uns wieder zur Kneipe zu gehen, wo wir eine ganze Weile vor der Tür standen. Dort unterhielten wir uns mit anderen und kamen auf die Idee noch in die abgesagteste Disse der Stadt zu gehen: das "Skandal".
    Und was teilweise in dem Laden abging, war auch ein Skandal. Die Weiber tanzten sehr freizügig auf den Tresen und machten die Männer geil, die dann natürlich noch mehr tranken. Ein gutes Konzept, wie ich finde. Als dann Momo anfing Stress zu verbreiten, und es dementsprechend Ärger vom Türsteher gab, entschlossen wir uns zu gehen. Ziemlich angetrunken hätten wir noch Streit mit einer Gruppe Russen bekommen können, die uns fast bis zum Hostel verfolgten, es aber irgendwann aufgaben. Gut gelaunt tranken wir noch den einen oder anderen auf unserem Zimmer. Außer Momo. Der Zog es vor in Klamotten zu pennen. Vorher musste er jedoch seine Jacke suchen und fragte mich völlig aufgeregt "Toby wo is meine Jacke?". Er hatte wohl im Suff vergessen, dass er sie 2 Minuten zuvor ausgezogen und vor das Bett geworfen hatte. Unser Momo...

    3.Tag
    Wer kann es uns verübeln, wenn wir diesen tag nutzen, um uns zu erholen. Momo und ich waren selbst nach 10 Stunden schlafen noch besoffen. Auch jetzt frühstückten wir nichts. Ich trank lediglich einen Kaffee. Wir gingen lieber zu PelminiXL, ein Laden der das russische Nationalgericht zu bieten hatte. So ähnlich wie Ravioli, nur anders gefüllt. Schmeckte wie ich fand recht passabel und war nach der letzten Nacht genau das Richtige.
    Abend sind wir dann nochmal mit Zina und Marko in die Pizzeria gegangen. Zina wollte seine Pizza gerne ungeschnitten, nur das verstand die Kellnerin leider nicht. Dementsprechend war auch seine Laune, als er die Pizza bekam. Wir fanden das eher lustig. Zina und ich beschlossen uns noch eine Pizza zu bestellen. Er laberte die Kellnerin 3 Minuten zu, dass er wirklich eine "ganze" Pizza haben will, ansonsten würde er -so hatte man den Eindruck- in dem Laden Amok laufen. Nach 25 Minuten(!!!!) kam dann die Pizza. JA, sie war ganz.
    Zina war glücklich und begann die Pizza zu rollen. Die Kellnerin fand das irgendwie lustig und lachte ihn erstmal aus. Wir beschlossen später noch einmal ins Skandal zu gehen. Am letzten Abend mussten wir es noch einmal richtig krachen lassen. Das taten wir dann auch und waren so gegen 03:30 wieder im Hostel. Dass wir am nächsten Tag wieder nach Berlin fliegen würden, war uns erstmal egal. Voll wie 20 Russen vielen wir dann ins Bett...

    4. und letzter Tag
    Morgens noch mit leichtem Kater, schmissen wir schnell alle Sachen zusammen und machten uns auf in Richtung Flughafen. Nur leider war es nicht so einfach die entsprechende Haltestelle vom Flughafenbus zu finden. So irrten wir dann erstmal ein wenig durch die Stadt. Wir waren aber erfolgreich undfanden die Haltestelle. Also ab in Bus, zum Flughafen und eingecheckt. Die Zeit bis zum Flug schlugen wir irgendwie tot. Bis zum Boarding war es immerhin noch über eine Stunde.
    Irgendwann saßen wir dann im Flieger und hoben in Richtung Heimat ab. Circa eine Stunde später landeten wir in Tegel und die Mutterstadt hatte uns wieder. Momos Freundin wartete bereits auf ihn und Minni und ich suchte ebenfalls unseren Bus.

    Das war also Riga. Eine geile Tour. Viel Alkohol und jede Menge gute Laune.

    Ich habe auch ein neues Lied gelernt mit dem ich diesen Bericht beenden möchte:

    „Lolitaaaa Erotikaaaaa und stecken den Puller in die Vagina. Ja sie schreit so laut wie sie nur kann. Eine Frau und 50 Mann!!!

    Noch Fragen? ^^



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 19.01.2010, 18:07


    Hannoverischer Sport Verein von 1896 vs. Hertha BSC 0:3
    18. Spieltag 1.Bundesliga 2009/10
    Samstag, den 16.01.2010 15:30 Uhr
    Niedersachsenstadion
    28.712 Zuschauer


    Gummibärchen & Luftkekse

    Es ist der 23. Dezember, in den Spandauer Arcarden sitzt nach Amerikanischem Vorbild ein Weihnachtsmann, der sich die Weihnachtswünsche der Kinder anhört.
    Zwischen kleinen Mädchen und Jungen, die sich Ballettschühchen und Feuerwehrautos wünschen, komme ich an die Reihe.
    „Lieber Weihnachtsmann, bitte mach, dass das Spiel am 16.1. in Hannover wegen schlechten Wetters abgesagt wird und der DFB uns die drei Punkte am grünen Tisch zuschiebt…“
    … „Speziell in Niedersachsen ist verstärkt mit Eisregen und Blitzeis zu rechnen…“
    Der Radiowecker platziert den Wetterbericht optimal in meinem irgendwie merkwürdigen Weihnachtstraum.
    Bää aufstehen, was ‘ne scheiß Erfindung und dann raus in die Kälte. Wozu denn? Damit 5000 Berliner zusehen, wie Hertha den letzten Strohhalm in einem Meer aus Hoffnungslosigkeit verspielt?
    Blödsinn! Ich schüttelte dermaßen destruktive Gedanken von mir ab. Erst mal ‘n Kaffee und dann ab nach Hannover. Unsere Hertha spielt - da jibbet nichts als hinzufahren.

    An der Bushalte warteten schon Haselhorst-Marcel, Maddin und der Waschbär auf mich. Dope-Chiller Grisu gesellte sich kurz nach meinem Erscheinen dazu.
    Via Bus, U-Bahn und S-Bahn erreichten wir Lichtenberg und stießen schon auf Nancy und Timo alias known as Tincy das Pantoffeltierchen.
    Nach einigen Zügen an der Zigarette erschienen dann nach und nach Toby, Minni, Mucki, André, Tobi, Denis und Mäxchen.
    Wir suchten uns einen hübschen Platz am Bahnsteig, in der Hoffnung gute Plätze im Sonderzug zu ergattern. Als der Zug einfuhr, standen wir natürlich genau zwischen zwei Türen. Jeder Versuch, jetzt noch zusammenhängende Plätze zu ergattern, war aussichtslos.
    Also setzten Minni und ich uns fürs Erste zu den Jungs und Mädels vom HFC Gesundbrunnen.
    Als der Zug die Stationen Gesundbrunnen und Wannsee passiert hatte und man sich sicher sein konnte, dass niemand mehr auf der Suche nach Sitzen den Zug durchstreifen würde, konnte man wieder zur eigenen Truppe stoßen.
    Die Zeit zog sich und so suchten wir nach sinnvollen Alternativen zur Langeweile. Timo fand ein recht probates Mittel und ließ in regelmäßigen Abständen anale Gasausstöße von sich, die Toby nur als ‚lecker-stinkende Luftkekse‘ bezeichnete.
    Quasi als Rache für die doch recht widerliche Verpestung der ohnehin schon knappen Atemluft, torpedierten wir seinen Bierbecher mit Gummibärchen. Traurigerweise blieben die meisten Würfe ohne Erfolg. Nur zwei meiner grünen Gummibärchen schafften es ihr Ziel, den Becherboden, zu erreichen. Yeah, Baby, Handballer 4life. Vielleicht sollte ich mal bei den Füchsen vorbei schauen.
    Und die Moral von der Geschicht: Luftkekse gewinnen gegen Gummibärchen nicht…Ich weiß, dass sich bei solchen Reimen die meisten deutschen Dichter wohl in ihren Gräbern umdrehen würden.
    Was gibt es noch von der Hintour zu berichten? Der FKO hatte wieder einen Getränkeverkauf in der Mitte des Zuges errichtet, in welchem auch das Rauchen erlaubt war, weswegen wir ein ums andere Mal den Weg dorthin auf uns nahmen.
    Die WCs waren natürlich schon nach kurzer Zeit unbenutzbar. Was so langsam nervig wird, denn es ist schon widerlich knöcheltief im fremden Urin zu stehen und die weiblichen Mitfahrer haben dann überhaupt keine Chance mehr das WC zu benutzen.
    Naja, irgendwann wird die Bahn die Dinger auf solchen Touren abschließen und dann ist das Geheule groß.

    Mit ein paar Minuten Verspätung ruckelten wir im Hauptbahnhof von Hannover ein.
    Der Pöbel machte sich sofort zu Fuß auf den Weg zum Niedersachenstadion. Die bereitgestellten U-Bahnen wurden gekonnt ignoriert.
    Auf dem Weg sammelten wir noch Lucas und Anke auf. Mouse und Jenny, die mit der Regio gefahren waren stießen auch noch zu uns.
    Bei unserem Spaziergang durch die niedersächsische Landeshauptstadt wurde mir recht schnell klar, dass nicht annähernd genug Schnee bzw. Eis lag und das Spiel wohl stadtfinden würde. (verdammter Weihnachtsmann!)

    Bei der Einlasskontrolle fiel auf, dass die Geldbörsen nicht pedantisch nach Aufklebern durchforstet wurden und auch, dass es tatsächlich einige deutschsprechende Ordner im Auftrage der AWD gibt.
    Durch eine kleine Notlüge gelangte auch der Banner sicher ins Stadion, in welchem Hertha 3000 Fahnen als Dankeschön an die mitgereisten Berliner verteilte.
    Der Blick auf die Uhr mahnt zur Eile. Schnell Banner aufhängen, Toilettenbesuch (war ja im Sonderzug nicht zu ertragen), Wat zu beißen gekauft und ab runter in den Block zu den Jungs… ab runter in den Block… ab runter in den Block… hm ich häng fest. Tatsächlich gab es eine halbe Stunde vor Anpfiff keine Möglichkeit mehr, sich in den unteren Teil des Blocks zu begeben. Toll, dass man 5000 Berliner nach Niedersachsen bekommen hat. Aber gemütlicher werden die eh schon kleinen Gästeblöcke dadurch nicht.
    Also stellte ich mich zu Lucas, Anke, Minni und den Leuten vom HFC Gesundbrunnen, die auch nicht weiter nach unten kamen.

    Zum Spiel:
    Ich mach’s kurz. Die Wettmafia hat ganz klar ihre Finger im Spiel. Ein klarer 3:0 Erfolg für die Hertha… Logisch. Wie werden wohl die Quoten gewesen sein? Und wer bitte hätte in der Winterpause gewettet, das Hertha die Klasse hält? Ich sage dazu klasse Spiel, danke Café King! (Weiter so)

    Zur Stimmung:
    Wie gesagt, 5000 Berliner waren anwesend und dank des doch etwas überaschenden klasse Spiels waren auch alle bei bester Singlaune. Für so viele Leute hätte es etwas lauter sein können aber im Ganzen ging der Support schon klar.
    Besonders hübsch anzusehen war das ganze auf jeden Fall. Fast jeder Herthaner hatte ja eine Fahne geschenkt bekommen und schwenkte diese fleißig kurz vor dem Anpfiff. Abgerundet wurde das ganze mit zwei großen Spruchbändern. Oben im Block las man „Niemals aufgeben“ und unten „Hertha BSC“.
    Topp.
    Den 96igern muss man das Kompliment machen, dass einige von ihnen bis zum Schlusspfiff dablieben.

    Die Siegeswelle der Mannschaft nach Ende der Partie wirkte etwas ungeübt, aber das mag man verzeihen. Ist ja auch das erste Mal gewesen seit dem ersten Spieltag.
    Mit einigen Freudentränen und ein bisschen Hoffnung verließ man das Stadion. Natürlich nicht ohne den riesigen Stein liegen zu lassen, der einem vom Herzen gefallen war.
    Wir verabschiedeten uns von unserer NRW-Truppe und den Regio-Fahrern und nahmen die Straßenbahn in Richtung Hauptbahnhof.
    Kurze Zeit später erreichten wir den selbigen. Einige von uns suchten noch nach etwas Reiseproviant, die anderen sicherten schon mal Plätze im bereitstehenden Zug.

    Auf der Rückreise vertrieben wir uns die Zeit auf verschiedenste Art und Weisen: Schlafen, rauchen gehen, quatschen, Blue Thunder beleidigen und beim HKD Brötchen kaufen. Sehr nette Idee dieser Brötchenverkauf vom Schiffchen. Muss man ihnen lassen.

    Mit einer etwas größeren Verspätung als auf dem Hinweg erreichten wir unsere geliebte Heimat.
    Vom Gesundbrunnen ging es dann direkt in die heiligen Hallen des BBH, um das 8-jährige Bestehen der Gruppo standesgemäß mit Zäpfle zu begießen.

    Der letzte Strohhalm im Meer der Hoffnungslosigkeit ist also nicht an uns vorbei getrieben.
    Und das, obwohl gespielt wurde.
    Danke lieber Weihnachtsmann!


    Niemals Aufgeben!
    Ha Ho He
    Hauptmann



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 24.02.2010, 19:23


    Sport Club Freiburg vs. Hertha BSC 0:3
    23.Spieltag. 1.Bundesliga 2009/2010
    Sonntag, den 21.02.2010 15:30 Uhr
    Dreisamstadion
    21.600 Zuschauer

    Viel zu nett!
    Hoch lebe die Platzreservierung

    Der Arm ist rasiert, der Stamp sitzt perfekt. Der völlig zughackte Typ neben mir hält seine Maschine prüfend in das Licht seiner Arbeitslampe und tritt das Fuß-Pedal um zu sehen, ob die Nadel gleichmäßig rotiert.
    „Los geht’s“, sagt er, taucht die Nadel in die Tinte und spannt das Stück jungfräuliche Haut leicht mit den Fingern, bevor er mit der Arbeit beginnt.
    Es wird mein sechstes Tattoo, welches sich um mein doch etwas geisteskrankes Hobby dreht.
    Und anders als sonst, durchbohrte mich in diesen Moment nicht die Frage nach dem warum. Viel eher gingen mir die Ereignisse vom letzten Wochenende durch den Schädel:

    Samstagabend stieg ich in den Bus, um zu Mouse zu fahren. Nach 5-minütigem Fahren und einem kleinen Aufenthalt beim besten Döner-Mann Spandaus fand ich mich in der schmucken Altbaubude wieder, welche von Mouse und seinem schmuddeligem Kumpanen als WG genutzt wird.
    Wir verbringen die Nacht größtenteils vor dem Fernseher und einigen hochklassigen DVDs, bevor es via Nachtbus zum Rathaus geht.
    Der Regionalexpress ist auch pünktlich und spuckt uns kurze Zeit später an Berlins überflüssigstem Bahnhof aus.
    Toby kam zeitgleich mit uns an und nach einer kleinen Begrüßung und einem Anruf von Chancentot, der sich anscheinend etwas verlaufen hatte, zogen wir am Automaten vorsichtshalber eine Platzreservierung für unseren Zug.
    Chancentot wurde bei Mäces gefunden und da er schon in der Schlange stand und wir natürlich so gar keine Lust hatten uns anzustellen, gaben wir ihm den Auftrag etwas mitzubringen.
    Während er also brav den Burgerlieferanten spielte, checkte Toby schon mal das Gleis, damit wir nach dem Einsteigen sofort zu unseren Plätze gelangen konnten.
    Da Theorie und Praxis von Tobys Plan perfekt aufgingen, saßen wir kurze Zeit später auf bequemen Sitzen der zweiten Klasse und waren bereit für das Abenteuer Breisgau.

    Es gibt von der Fahrt erschreckend wenig zu berichten (klarer Minuspunkt für eine ICE-Tour).
    Mouse schlief im Grunde direkt nach Abfahrt ein und wachte auch nur für gelegentliche Raucherpausen kurz auf.
    Toby und ich machten uns alsbald auf die Suche nach dem Speisewagen… Ältere Menschen brauchen halt morgens ihren Kaffee.
    Leider mussten wir feststellen, dass es die Deutsche Bahn wirtschaftlich doch härter getroffen hatte, als bekannt war. Nur so lässt sich dieses schwarze Wasser mit leichtem Kaffeegeschmack erklären.
    Wieder zurück auf unseren Plätzen hatten wir unsere helle Freude daran zu sehen, wie der dicke Ludwig und seine Begleiter von einem kleinen Mädchen, welches samt Mama in Leipzig zugestiegen war, beim UNO-Spielen abgezogen wurden.

    Tja was soll ich sagen? Mehr passierte nicht und nach sieben mehr oder weniger unspektakulären Stunden waren wir in Freiburg.
    Wir schmissen noch schnell unsere Rucksäcke in eine von diesen hochmodernen Schließfächer-Anlagen und machten uns mit der Straßenbahn auf den Weg zum Dreisamstadion.
    Mouse, wohl immer noch im Halbschlaf, murmelte die ganze Fahrt etwas von einer Vision die über ihn gekommen war und ihm einen Auswärtssieg prophezeit hatte.
    Nach einem kurzen Spaziergang durchs recht beschauliche Freiburg inklusive Kampf gegen einen Zigarettenautomaten (diese Runde geht an dich du verdammtes Stück Schrott) erreichten wir den Gästeblock. Die Ordner waren schon fast widerlich freundlich und so war man nach kurzer Zeit im Inneren.
    Drinnen warteten schon Marcel, Julien und Thor auf uns, die recht spontan und mit zwei Kaputten Radlagern an Marcels Polo, nach Baden-Württemberg gereist waren.
    Zuerst wunderte ich mich, dass sie nur zu dritt erschienen waren, aber dann begrüßte mich Denis, indem er mich auf dem WC fast in die Pinkel Rinne geschubst hätte.

    In Freiburg geht alles sehr gemächlich zu und auch die Stadionuhr schien langsamer zu laufen. Doch irgendwann war es dann doch Zeit für den Anstoß:

    Zum Spiel:
    Ja zwickt mich mal einer? Die in Blau-Weiß spielenden Herthaner beherrschten das Spiel ab der 10. Minute und gewannen dank viel zu freundlicher Mithilfe der Freiburger ungefährdet 0:3.

    Zur Stimmung:
    Die Freiburger präsentierten sich lauter und optisch sehenswerter als erwartet und sangen und hüpften 90 Minuten lang durch. Zwar muss man den Auftritt der Heimfans als eher Mittelmaß einstufen, dennoch Hut ab.
    Der Gästeblock zeigte sich heute geteilt. Anscheinend verpassten viele (so auch wir) die Info, dass man im Oberring für Stimmung sorgen wollte.
    Also musste der untere Block versuchen sich via gehör am oberen zu orientieren, was leider nur gelegentlich gelang. Trotzdem ein recht guter Auftritt.
    Nervig waren die ganzen Umlandfans, die nicht nur mit falschen Texten, sondern speziell mit einem Trommler nervten, der nicht auf den Takt, sondern auf die Wörter trommelte.
    Danke dafür.

    Die Mannschaft wurde mit Applaus und einer Laola Richtung Lissabon verabschiedet und wir machten uns aus dem Staub. Natürlich nicht, ohne uns von den Leutchens zu verabschieden, die den weiten Weg nach Portugal auf sich nehmen wollten.

    Auf dem Rückweg zur Straßenbahn wähnte man sich in einer merkwürdigen Parallelwelt. Von überall her hörte man:
    „Gute Heimreise“, „War ein tolles Spiel“, “Ihr wart einfach besser als wir“…etc.
    So viel Freundlichkeit ist ja schon fast beängstigend.

    Via Straßenbahn war der Hauptbahnhof schnell erreicht und nachdem wir unser Zeug aus den Schließfächern geholt und uns was zu essen besorgt hatten, verbrachten wir den Rest der Zeit mit quatschen und rauchen.

    Der Zug fuhr mit 5 Minuten Verspätung ein und war schon proppevoll mit Reisenden jeglicher Art.
    Unsere reservierten Plätze waren von einem Juppi-Skifahrer-Pärchen besetzt, die sich furchtbar darüber aufregten, dass sie ihre Plätze räumen mussten.
    Uns war‘s egal, reserviert ist halt reserviert.
    Bevor wir nun mit dem Kopf auf dem Tisch einschliefen (jaha wir hatten eine Vierersitzgruppe mit Tisch), gesellte sich Lucas noch zu uns und wir quasselten noch bis Mannheim, wo der Cannstatt Killer sich verabschiedete.
    Danach gingen dann endgültig die Lichter aus.
    Ein Würgereiz der besonders ekelhaften Sorte ließ mich wach werden. Verdammt warum war mir denn nur auf einmal so schlecht?
    Die Antwort ist genau so widerlich wie simpel: Wir passierten gerade den neongrün erleuchteten Sportplatz der VW AG.
    Nächster Halt Berlin-Spandau…müsste eigentlich mal geändert werden in Spandau-Berlin. Aber ok.
    Erstmal wach werden und dann die anderen müden Krieger wachrütteln.
    Während wir also im Halbschlaf auf die Einfuhr in den Bahnhof warteten, wurde ein Stück weiter hinten im Wag die verhehrende Wirkung des Alkohols sichtbar. Eine Truppe junger Herren versuchten sich an dem veränderten Europapokallied (so um die 25000mal) und schafften es einfach nicht, sich auf die richtige Reihenfolge der Strophen zu einigen. Außerdem schienen sie das Wort Pokal mit B vorne zu schreiben und die Stadt Lissabon ist kein Vorort von Bon mit dem Namen Lizza….
    Wie eine Erlösung tauchte das Schild auf, welches uns versicherte nun in Spandau zu sein.
    Bloß raus aus dem Zug und zum Nachtbus.
    Mouse verschwand als erster. Toby, Chancentot und ich mussten uns noch eine Weile gedulden. Aber nach einer etwas längeren Zugfahrt kamen einem die 15 Minuten warten wie ein Witz vor.
    Nach einer kurzen Busfahrt und einem kleinen Fußmarsch (verdammt war das wieder kalt) erreichte ich mich gemütliches zu Hause.

    Einige Passagen dieser Tour werden in diesem Bericht verschwiegen aus Diskretionsgründen. Ich hoffe die betreffenden Personen nehmen es mir nicht übel.


    Mein Glatzköpfiger Stecher wischt das neue Tattoo sauber und betrachtet noch einmal kritisch seine Arbeit.
    Mir gefällt es super. Mit einem Lächeln auf den Lippen verlasse ich das Studio und weiß ganz genau, dass der Tag, an dem ich es mal bereue so viel Hertha auf der Haut zu tragen, noch sehr weit in der Zukunft liegt.

    Ha Ho He
    Hauptmann.



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 10.03.2010, 17:37


    Hamburger Sport Verein – Hertha BSC Berlin 1:0
    25. Spieltag 1.Bundesliga 2009/2010
    Samstag, den 06.03.2010 15:30 Uhr
    Volksparkstadion
    55.000 Zuschauer



    Ich f**** deine Mutter hart…du Hu*ensohn!
    Dahinten ist schon Spandau

    Jeder von uns hat da diese eine Stadt, dieses eine Stadion, diese eine Fanszene, die ihn dazu bringt, mehr zu kotzen als er essen kann. Bei Minni z.B. ist das Lautern, bei Lucas ist es Wolfsburg, bei vielen anderen der Kommerztempel bei München.
    Bei mir ist das der HSV. Ich kann diese verdammten roten Hosen nicht mehr sehen. Ich kann Lotto King Karl nicht mehr sehen, wie er auf seiner bescheuerten Hebebühne steht und singt. Ich kann dieses dämliche „Hummel Hummel“ nicht mehr hören und ich kann diese besoffenen Vollidioten nicht mehr ertragen. Hauptsache ich sauf‘ mir die Hucke zu und fahre einmal in der Saison auswärts, um dann den Macker zu markieren. Bei keinem Auswärtsspiel fahren mehr Asoziale aus Berlin mit wie nach Hamburg.

    Da ich schon so gut wie vergessen hatte, dass ein Spiel in der Fremde anstand, war ich doch recht verwundert, dass der Wecker zur normalen Arbeitswochen-Weckzeit klingelte… Ach ja, da war ja was. Also Käffchen runtergespült, Mouse per Telefon geweckt und ab dafür.
    Haselhorst-Marcel wartete schon an der Bushalte auf mich und Mouse hatte es gerade noch geschafft den Bus zu bekommen, sodass wir einfach zusteigen konnten.
    Per U- und Ringbahn ging es gen Lichtenberg. Außer einem leckeren Chococcino gab es auf diesem Teil der Strecke kein wirkliches Highlight. Uns war sogar so langweilig, dass wir uns dazu herabließen den Sportteil der „Bild Zeitung“ zu studieren.
    Die Springerautoren waren der Meinung, dass die Mannschaft gar nicht erst wieder nach Hause zu kommen braucht, wenn sie in Hamburg verliert… Ziemlich harte Worte für eine Zeitung, die so schreibt, wie Hertha momentan spielt.
    Am S-Bahnhof Lichtenberg angekommen, wurden wir von Tincy begrüßt und bald kamen auch André und Mucki dazu.
    Im gemütlichen Tempo ging es rüber zum Regiogleis, wo nach kurzem Warten der Sonderzug einfuhr.
    Als wir alle saßen und der Zug Gesundbrunnen und Spandau passiert hatte, vertieften wir uns in mehr oder weniger stumpfe Gespräche.
    Im Vordergrund stand der Knüppelkrieg zwischen Spandau und Berlin, der im August 1567 stadtfand und eigentlich nur als eine Art lustiges Manöver zur Unterhaltung des Pöbels angesetzt wurde. Berlins Kurfürst Hektor hatte den Spandauer befohlen zu verlieren, doch diese lockten die Berliner nach einer dreitägigen Wasserschlacht auf der Havel in einen Hinterhalt und verdroschen sie ordentlich. Als der Kurfürst stinksauer für Ordnung sorgen wollte, wurde nicht nur er, sondern auch sein Pferd grün und blau geschlagen…Tja, liebe Kinder, seit diesem glorreichen August 1567 nennt man Berlin auch ‚Berlin bei Spandau‘.
    Gott sei Dank, erreichten wir dann auch schon den Hamburger Hauptbahnhof und man konzentrierte sich wieder auf‘s Wesentliche: Knüppelkrieg zwischen Hamburg und Spandau… oder Berlin.
    Komischerweise schienen die Sheriffs heute gar keine Lust auf Knüppeln zu haben. Jedenfalls wirkten alle sehr entspannt. Auch als der Mob, der mittlerweise zur U-Bahn gelotst worden war, mehrere Böller zündete.
    Auch auf der U- oder S-Bahn fahrt nach Stellingen verhielten sich die Cops sehr entspannt. Nicht einmal die auf Proll-Ossi gestylten und total betrunken Berliner Idioten schafften es, die Ordnungshüter aus der Ruhe zu bringen.
    Ach ja, ein Wort noch zu unseren Proll-Ossis… das ist es, was ich in meiner Einleitung meinte: Schwarzer Pullover mit altdeutscher Schrift, die verkündete, dass der Träger des Pullis ein Herthafan auf Auswärtsfahrt ist (hab diese Idioten noch nie vorher gesehen), ein kahl geschorener Schädel und natürlich ein fetter Glitzer-Ohrring im rechten (schwul) Ohrloch.
    Und weil dieses Outfit allein nicht ätzend genug ist, muss man sich noch den Körper mit Alkohol jeder Art und BTM-suspekten Zeug volldröhnen. Einer dieser Herren bat dann höflich darum, ihn doch in die Ecke zu lassen, da er mal urinieren wolle. Gnädig wie wir nun einmal sind, erklärten wir ihm, dass er seinen stinkenden Kadaver garantiert nicht im Zug endleeren sollte und so trollte er sich an der nächsten Haltestelle von dannen… Vollidiot.

    Endlich in Stellingen angekommen, war das Fußmarsch zum Volksparkstadion auch schnell bewältigt.
    An den Toren des Gästesektors wurden die üblichen Verdächtigen begrüßt, ehe es ins Innere der Deutschen Bank Filiale ging. Bevor es in den Block ging, aber noch mal schnell ein Boxenstopp an den allseits beliebten Pinkelrinnen machen, wo ich das Blue Thunder Jenseblümchen traf. Der sich im Gegensatz zu mir anscheinend gerne in der Hansestadt auffielt. Er führte meine Antisympathie für den HSV auf meine innige Liebe zum FC St. Pauli zurück. Recht schnell waren wir uns auch einig, dass man sich das Pauli-Symbol (den Totenschädel) am besten in den Intimbereich eintätowieren lassen sollte, damit man ihm durch pfiffiges Rasieren auch noch einen Iro verpassen könnte.
    Ich weiß nicht, ich glaube heute war der internationale Tag für schräge Theorien.
    Immer noch völlig verwirrt von meiner eigenen Intimrasur-Tattoo-These kam ich im Block an, wo Denis und Tobi schon warteten. Die beiden verbrachten das ganze Wochenende in Hamburg und machten wohl noch den einen oder anderen Türsteher am späteren Abend unruhig und brachten so manche Bordsteinschwalbe um den Verstand.
    Kurz vor Anpfiff traten dann auch wieder Timo und Nancy auf den Plan, die wir seit der Ankunft am Stadion vermissten. Der Grund war genau so simpel wie pervers: Nancy hatte im Auftrag ihres Vaters einen HSV Schal als Souvenir besorgt. Was anfänglich für eine echte Abneigung meinerseits sorgte. Aber ich konnte Papa verzeihen. Immerhin machte die Mama, die ja nun irgendwie zu Papa gehörte, immer wieder Prima auswärts Stullen Pakete fertig.

    So lieber Leser, nun bist du es von meinen Berichten gewohnt, etwas über die Stimmung und das Spiel zu erfahren. Leider sehe ich mich nicht im Stande, über beides viel zu Schreiben.
    Zum Spiel sei gesagt, dass es wohl noch nie leichter gewesen wäre den HSV zu schlagen. Aber man muss halt manchmal sein Glück erzwingen.

    Zur der Stimmung kann ich nur sagen, dass so ziemlich alle Berliner mal wieder alles für ihre Hertha gaben.
    Uns wurde das Spiel mehr oder weniger durch einen weiteren betrunkenen Vollidioten versaut, der permanent versuchte ein „Auf geht’s Hertha“ anzustimmen, den Vorsänger mit „Hey DJ“-Rufen auf sich aufmerksam machen wollte und bei jedem Zweikampf, jedem Foul und jedem Pfiff dem Schiedsrichter oder einem HSV Spieler zurief:
    „Ich f**** deine Mutter hart, du Hu*ensohn.“
    Zweierlei Dinge fielen mir bei dieser doch recht obszönen Aussage auf:
    Zum ersten: Gesteht er damit nicht auf Hu*en zu stehen? Und zweitens: Was macht er denn wenn die Mutter von Spieler XY nun mal nicht auf Blümchensex steht? Tut er ihr damit dann nicht eher einen Gefallen?
    Gott sei Dank erlöste uns der Abpfiff alsbald von derart beschränkten Rufen.
    Die Mannschaft kam zum Danke klatschen und stieß dabei auf geteiltes Echo. Einige klatschten, andere machten ihrem Unmut Luft. Ich stand einfach da, rauchend, bedrückt, niedergeschlagen.
    War‘s das nun? Sind wir damit abgestiegen? Eine widerliche kalte Leere kroch durch mein Innerstes und ich war froh, dass Mouse mich aus dieser traurigen Stimmung herausriss, indem er eine Geste machte, die zum Gehen aufforderte.
    Den eigentlich Plan, die vor dem Stadion wartenden Busse zum S-Bahnhof zu nehmen, mussten wir fallen lassen, da diese Busse nur für Problemfans reserviert waren. Na danke auch.
    Also liefen wir die 2 km zurück. Mucki, André, Tincy und Mouse versuchten auf dem Rückweg eine kleine Abkürzung, die eigentlich eine schlichtes Verlaufen war. Was hat man nur früher ohne Handys gemacht?
    Der restliche Weg zum Hauptbahnhof ist recht unspektakulär:
    Rein inne S-Bahn, Spiel verdaut, raus aus der S-Bahn, rein in den Sonderzug.
    Mit nur einer halbe Stunde Verspätung fuhr selbiger los und kaum hatte er den Bahnhof verlassen war André der festen Überzeugung schon Spandau sehen zu können…straffer Bengel.
    Während André also weiter nach Beweisen dafür suchte, dass Spandau nun irgendwo da draußen sein musste, unterhielt ich mich mit Mucki über Haustiere und ihre Eigenarten.
    Dann war es plötzlich Marcel, der Spandau im Dunklen sah. Er muss sehr gute Augen gehabt haben, denn erst eine Stunde nachdem er bereits unser Ziel wahrgenommen hatte, konnten wir es auch sehen.
    Endlich wieder zu Hause… im geliebten Vaterland, welches einst den glorreichen Knüppelkrieg für sich entscheiden konnte. Und kurze Zeit später im Herzen Spandaus, in Haselhorst angekommen.
    Also ich mir meine obligatorische letzte Kippe des Tages anmachen wollte, musste ich kurz inne halten, um das Feuerzeug gegen den Wind zu schützen.
    Dabei fiel mein Blick auf eine im Wind flatternde Berlinfahne, die neben dem Asia-Imbiss hing.
    Vielleicht lag es an dem Rauch der mittlerweile endzündeten Kippe, dass sich meine Augen langsam mit Flüssigkeit füllten. Auf jeden Fall verspürte ich eine seltsame Euphorie. Sind wir abgestiegen? War‘s das jetzt? Ist mir egal! Hertha ist Herzenssache und ick liebe meene Hertha.
    Außerdem würde ein Abstieg bedeuten, dieses HSV Pack ‘ne ganze Weile nicht mehr sehen zu müssen.

    Zum Schluss dieser Tour und dieses Berichts kann ich im Grunde nur noch die „Gumbels“ zitieren, die einst sangen: „Rote Hosen zieh‘n wir nicht an, denn das sieht scheiße aus“
    und möchte darauf hinweisen, dass Vereine, die weiter oben in der Tabelle stehen, nur zu Feige für den Abstiegskampf sind.

    Ha Ho He
    Hauptmann



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 12.04.2010, 22:53


    1.FC Köln vs. Hertha BSC Berlin 0:3
    29.Spieltag. 1.Bundesliga 2009/2010
    Samstag, den 03.04.2010 18:30 Uhr
    Müngersdorfer Stadion
    46.000 Zuschauer


    Dom versuch‘s mal da.
    Nur echte Rebellen rauchen im Nichtraucherblock

    Einer der größten Fehler beim Schreiben von Auswärtsberichten ist es, einen weiteren Spieltag dazwischen kommen zu lassen. Ich habe den Bericht vom 3:0 Erfolg unserer Hertha in Köln so lange vor mir hergeschoben, dass die bittere 0:1 Niederlage gegen das widerlich stinkende Schwabenpack dazwischen gekommen ist und mir sämtliche Freude über den Auswärtsdreier verhagelt hat. Desweiteren ist auch meine Euphorie, was das Erreichen des Relegationsplatzes betrifft, völlig im Eimer. Also sag ich es gleich vorweg: Wer was von Wundern oder Träumen lesen will, sollte sich lieber ‘ne Runde mit den Gebrüdern Grimm beschäftigen.

    Ich traf mich beim Aufgehen der Sonne mit Denis, Tobi, Dom und Minni an der Messe, um ins warme Kölle zu fahren.
    Steffi ließ sich entschuldigen, das reichlich konsumierte Bier der letzten Nacht wäre noch dabei, seinen Körper auf widerliche Art und Weise zu verlassen. Na dann Prost.
    Wir anderen bezahlten unsere Busplätze und beobachteten noch, wie der Bus der Harlekins die Hälfte seines Tanks beim Warmlaufen verbrannte und dabei den halben Kaiserdamm mit blauem Dunst überzog.
    Dann war es aber Zeit für uns Richtung Rheinland aufzubrechen. Reiseleiter Funke begrüßte die ganze Bande an Bord des Busses und die Bande begrüßte den Funke, Fotzen-Funke, lalalalalalalalala.
    Die Tour zog sich wie Kaugummi, was sicherlich auch daran lag, dass herzlich wenig passierte und die Ballermann-CD nu auch nicht wirklich neu ist.
    Minni und ich mussten uns zügeln, um noch etwas Martini für die Rückfahrt zu haben. Ansonsten machten wir ein paar kleinere Pausen zum Rauchen, Burger King-Überfallen und um Sanifair WC zu bescheißen… haha WC bescheißen… kapiert?!

    Nach ca. 7 Stunden erreichten wir die Domstadt. Auf dem Parkplatz für Gästefans warteten wir noch auf einige andere Busse, um zusammen zum Stadion zu laufen. Nachdem alle da waren und wir von süßen Polizei-Blondchens umstellt waren, marschierte der Mob zum Stadion. Die Tore waren noch verschlossen und so chillte man (wie die Jugend sagen würde) erst mal ‘ne Runde. Dom chillte nicht, er versuchte verzweifelt Steffis Eintrittskarte noch an den Mann zu bringen. Völlig aufgelöst rannte er vor dem Gästeeingang hin und her, nur unterstützt von Denis permanenten: „Versuch‘s mal da, geh‘ mal da hin, frag‘ doch mal den etc.…“
    Schließlich war es dann Denis, der mit Charme und Hartnäckigkeit die Karte loswurde.
    Dann durfte man auch endlich das Stadioninnere betreten. Weit kamen wir nicht. Direkt über dem Imbissstand hing ein Fernseher, der die Bundesliga-Konferenz zeigte. Da wir noch etwas Zeit hatten, sahen wir noch einige Minuten unseren Konkurrenten zu und wollten dann noch fix einen kleinen Imbiss zu uns nehmen. Selbiger bestand aus einer „Feuergriller“ und einer Cola. Das ganze gab es zum Schnäppchen Preis von 7,45€…. Punkt Numero Uno bei meinem Protest bezieht sich auf diese verdammte „Feuergriller“, die genau so scharf war wie ein Abend mit „Molli Luft“, und zweitens kostete mich der Mist genau 45 Pfennige mehr als ich in der Stunde verdiene. Wie soll man sich Fußball eigentlich noch leisten???

    Der Block war voll, die Stimmung gut, das Spiel begann.

    Zum Spiel:
    Dieser Verein macht mich wahnsinnig. Anscheinend ist Fußball spielen doch keine höhere Wissenschaft. Recht locker hatten die Berliner den Geißböcken zwei Ostereier zur Halbzeit ins Nest gelegt. Ein Konter, gefolgt von einer Notbremse, gefolgt von einem Freistoß brachte das 0:3 und damit die Entscheidung.

    Zur Stimmung:
    Die Kölner Fans protestierten mit mehreren Spruchbändern gegen die Erhöhung der Ticketpreise und gegen mehrere Stadionverbote seitens der „Wilden Horde“.
    Auch die Schalparade zur Hymne und der anschließend recht brachiale „1. Fußball Club Köln“-Gesang kam schon recht gut.
    Der Gästeblock konnte sich ein ums andere mal Gehör verschaffen und hatte nach der 0:2 Pausenführung keine Probleme mehr, die Kölner an die Wand zu singen.
    Danke an dieser Stelle an die 5 angereisten Straßburger.

    Was ich natürlich nicht vergessen darf zu erwähnen, bevor das Stadion gedanklich verlassen wird, ist, dass die Kölner seit kurzem den dampflosen Betrieb bevorzugen. Will heißen, dass ein Rauchverbot im ganzen Stadion besteht…tolle Idee, gut durchdacht und vor allem völlig bescheuert. Natürlich wurde überall geraucht. Besonders der Gästeblock verhielt sich noch krasser als krass und zeigte den Kölnern mal ganz rebellisch, wo hier die Kippe hing!

    Clowns auf Ponys und Zirkusäffchen mit kleinen Welpen an der Leine begleiteten uns wieder zurück zu den Bussen, wo wir noch eine Weile mit Rauchen, Quatschen und Kopfschütteln beschäftigt waren, bis es wieder in Richtung Heimat ging.
    Funke legte dieselbe brilliante Mucke wie auf der Hintour auf und jeder gab sich so seinen Gedanken hin.
    Irgendwann machten wir eine kleine Mc Donald’s-Pause und erwischten die Belegschaft gerade noch so, bevor sich diese in den Feierabend zurück ziehen konnte. Das metrosexuelle Etwas an der Kasse war natürlich hoch erfreut uns zu sehen, besonders weil ihm ein „Irgendwann, irgendwann zünden wir Mc Donald‘s an“ entgegen schmetterte. Zart wie eine Elfe flog es dann aber unbeeindruckt hinter dem Tresen hin und her und erledigte eine Bestellung nach der anderen.
    Als wir dann weiterfuhren, rächte sich der Alkohol bei dem einen oder anderen und so schliefen die meisten ein. Mein Vordermann bevorzugte es den Busgang mit seiner Magensäure zu dekorieren, was zu einer recht nervigen Unordnung und dem Einsatz eines Raumerfrischers führte. Pfui Spinne!
    Nach einer weiteren Pause für einen Fahrerwechsel und noch einem kurzen Stopp zwecks Bussäubern kurz vor der geliebten Heimat, waren wir auch schon wieder an der Messe angekommen und die Masse verstreute sich so schnell wie sie knappe 24 Stunden früher gekommen war.
    Noch schnell vom Taxi Fahrer bescheißen lassen, um den Nachtbus pünktlich zu erreichen, um noch fix duschen gehen zu können, damit man beim traditionellen Osterfrühstück in 4 Stunden nicht ganz so nach Raumerfrischer stinkt...

    Ha Ho He
    Hauptmann.
    Ach ja:
    Ausländer rein, Rheinländer raus.



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 03.05.2010, 23:32


    Betriebssportgemeinschaft der Bayer Schering AG - Hertha BSC Berlin 1:1
    33.Spieltag. 1.Bundesliga 2009/2010
    Samstag, den 01.05.2010 15:30 Uhr
    Ulrich – Haberland – Stadion
    22.500 Zuschauer

    Fucking Tour
    Ist Unterbodenbeleuchtung bei Bobby Cars erlaubt?

    Auf die Ewigkeit hochgerechnet haben wir zwischen unserem 18. Lebensjahr und dem Tag, an dem wir im Altersheim landen, verhältnismäßig wenig Zeit, in der wir selbst über unser Leben bestimmen können. Lassen wir uns Piercen oder Tätowieren? Machen wir eine Bankkaufmannslehre? Gehen wir zum Bund oder machen wir den Zivildienst?
    All das können wir weitgehend selber entscheiden. Was wir uns nicht aussuchen können, und da bin ich mir sicher, ist der Verein, dem wir die Treue schwören.
    So wie die Farbe der Augen, so wird uns auch im Moment unserer Entstehung unser Verein festgelegt.
    Hertha BSC ist in meinem Herzen, Hertha BSC fließt durch mein Blut, Hertha BSC ist mein Leben.

    Mein Handy weckte mich um kurz nach vier und um kurz vor fünf verließ ich das Haus.
    Waschbär wartete schon an der Bushalte auf mich. Als ich ihn für seine Pünktlichkeit lobte, meinte er, er hätte eh nicht geschlafen und sich zu Hause gelangweilt. Also sei er schon vor 40 Minuten da gewesen.
    Mit Nachtbus und U-Bahn erreichten wir recht schnell die Tanke an der Messe.
    Schnell noch ein Kaffee gelöhnt und dann die neue Sektions-Fahne als Überraschung für Minni ans Autobahngeländer gehängt.
    Minni erschien kurze Zeit später und war sichtlich erfreut über unser neues Schmuckstück.
    Marian ließ auch nicht lange auf sich warten und nach kurzem Tanken und einer Kippe machten wir uns auf‘n Weg.
    Der Martini wurde ebenso schnell entjungfert wie der Tequilla und mit etwas Musik und einer gepflegten Unterhaltung über Gott und die Welt erreichten wir unser erstes Etappenziel: Das Burger King in Peine. Erst mal lecker Frühstücken und dann geht’s weiter. Denkste. Feiertag und so… Burger King hat zu. Also wieder rauf auf die Schnellstraße und den nächsten Fast Food-Tempel ansteuern. Via Handy erfuhr Minni von Oli, dass am Rastplatz Auetal ein Burger King wäre. Zwanzig Minuten später erreichten wir dieses Ziel, um die Crew zu begrüßen und um festzustellen, dass zwar ein Burger King da war, aber dieses auch noch zu hatte. Danke an dieser Stelle an Oli und seine gastronomischen Tipps.
    Also steuerten wir einfach das Mäces Porta Westfalica an. Und siehe da, aller guten Dinge sind drei, es hatte offen.
    Während wir unser wohl verdientes Frühstück genossen, konnte ich meine Memory-Fähigkeiten an einem Kinder-Touch-Screen unter Beweis stellen und erntete nicht nur von den anwesenden Kindern hochachtungsvolle Blicke.
    Kurz bevor wir gehen wollten, betrat die Dorfjugend aus Porta die Location, bewaffnet mit Motorradhelmen. Draußen war nur leider kein helmpflichtiges Fahrzeug zu sehen. Waschbär mutmaßte schon, das vielleicht ein Computerspiel defekt sein könnte und die Jungs deswegen auf „real-virtuelle Bikes“ umsteigen musste. Plausibler fand ich die Theorie von Bobby Cars, die draußen in einem Gebüsch versteckt waren. Allerdings nicht, weil sie peinlich sind, sondern auf Grund ihres Tunings. Was wäre denn eine Dorfjungend ohne Bobby Cars mit breiten Felgen, Hydraulik, Bassrolle und Unterbodenbeleuchtung?

    Als wir weiterfuhren, spielten Minni und ich DJ, indem wir abwechselnd unsere I-Pods an das Autoradio schlossen. Als Minni mal wieder an der Reihe war, fiel ihre Wahl auf Jack Blacks Tenacios D. Nach ca. vier Liedern, in denen 856mal das Wort „Fuck“ vorkam, wollte Minni von Marian wissen, ob ihm das zu viel wäre…mit dem Fuck.
    Marian meinte, es würde zur Fahrt passen. Es wäre ja eine Fucking Tour, die mit einem Fucking Abstieg nach einer Fucking Saison endet. Und außerdem hat auch noch jedes Fucking Burger King geschlossen.

    Gegen 13 Uhr erreichten wir die Stadt unterm Bayer-Kreuz. Nach einigen Runden ums Stadion hatten wir einen Parkplatz gefunden und machten uns auf zum Gästeblock.
    Dort angekommen genossen wir das letzte Mal Erstliga-Auswärts-Abtasten.
    Im Block und davor traf man dann wieder Gott und die Welt und nachdem man alle begrüßt hatte, war es auch schon Zeit für den Anpfiff.

    Zur Stimmung:
    Bayer war nicht da.
    Herthas Anhang hatte es geschafft den Gästeblock in der Aspirin-Arena komplett zu füllen und sorgte für eine echte Heimspielatmosphäre. Je näher allerdings der Abpfiff und damit der Abstieg kam, desto ruhiger wurde es. Und als der finale Pfiff ertönte, sah man nur noch traurige Mienen und Augen voller Tränen.

    Zum Spiel:
    Herthas Spiel passte zur Rückrunde. Wenn man den Ball nicht ins leere Tor bekommt, muss man halt Absteigen.
    Um 15:42 Uhr hauchte Raffael der Hoffnung zwar nochmal Leben ein, aber um 16:45 Uhr fiel sie wieder ins Koma und wurde schließlich um 17:20 Uhr offiziell für tot erklärt.
    So weh mir es auch tut das zu schreiben, aber Hertha BSC ist völlig zu recht abgestiegen.

    Vor dem Stadion sammelten sich dann alle für den Heimweg. Wo man hinsah nur Tränen und Fassungslosigkeit. Der Abstieg kam nicht über Nacht und trotzdem kann und konnte man es einfach nicht fassen. Unsere alte Dame wieder in der zweiten Liga. Viele von uns kennen nur die Bundesliga und für viele wird es dank der abscheulichen Anstoßzeiten in Liga zwei eine echte Herausforderung die Hertha weiter zu unterstützen.
    Jetzt muss sich zeigen, wer nur hole Phrasen geklopft hat und wer wirklich bereit ist für seinen Herzensdame Opfer zu bringen.

    Minni machte sich mit der Crew auf den Heimweg, da Oli eh in Richtung Hohenschönhausen unterwegs war und das für sie sinnvoller war.
    So konnten wir Jenny die Rückfahrt per Bahn ersparen.
    Recht schnell waren wir wieder bei Marians Auto, natürlich nicht ohne uns gefühlte tausendmal als Absteiger titulieren zu lassen.
    Marian behielt also Recht mit seiner Aussage beim Aussteigen, dass wir beim wieder Einsteigen bereits Zweitligist wären.

    Die Rückfahrt gestaltete sich ereignisarm. Wir machten nur eine Pause, um endlich ein offenes Burger King zu erleben. Ansonsten versuchten wir drei Kerle uns irgendwie auf andere Gedanken zu bringen. Jenny verarbeitete ihren Frust im Schlaf.
    Nach unserem Abendessen versuchte ich dies ebenfalls. Gelang natürlich nur mit mäßigem Erfolg, aber wenigstens waren wir wieder in Spandau als ich wieder erwachte.
    Marian fuhr uns noch bis zu unserem Nachtbus, der nach nur drei Minuten aus der Dunkelheit auftauchte und uns in unsere Betten brachte.
    Ich weiß, dass dieser Bericht sich lesen wird wie alter Kaugummi und ich bitte, das zu verzeihen. Ich konnte mich einfach schwer motivieren.
    Natürlich nochmal ein großes Dankeschön an Marian fürs Fahren.

    Ha Ho He
    Niemals Aufgeben!
    Hauptmann



    Re: Saison 09/10

    Hauptmann - 13.05.2010, 14:33


    Karlsruher SC – SpVgg Kräuter Fürth 1:1
    34.Spieltag 2.Bundesliga 2009/2010
    Sonntag, den 09.05.2010 15:00 Uhr
    Wildparkstadion
    18.261 Zuschauer

    Marihuana Pizza

    „Ich bleib noch für ‘ne Weile in Gedanken hier allein, halte mich fest an den Gefühlen und wünschte mir, es könnt für immer sein.
    So ein Tag, so ein Tag sollte niemals vergehen, halt‘ den Augenblick fest, doch die Zeit bleibt nicht stehen. So ein Tag, so ein Tag gibt mir Kraft gibt mir Mut, denn ich spür‘ tief in mir, so ein Tag tut mir gut.“
    Es gibt viele tolle Lieder über diese Sportart, die unser Leben bestimmt, aber diese Zeilen sind mir die Liebsten und sie gingen mir Montag Morgen so gegen 5 Uhr durch den Kopf, als ich völlig fertig ins Bett fiel.

    Wir hatten das letzte Heimspiel der Saison größtenteils schweigend verbracht – Söldner brauchen keinen Support. Na ja außer von den Außenblöcken, die mal wieder alles taten um sich zu blamieren…Ja, der Mittelblock der Kurve besteht aus Herthanern!
    Bei Marcel ließen wir den angestauten Support und den Frust der Saison durch Grölen und Alkohol raus. Partys bei Marcel sind klasse.
    Als die Meute dann vom Hunger geplagt wurde, gaben wir eine Sammelbestellung beim Pizza-Fritzen um die Ecke auf. Timo war von seiner Salamipizza wenig begeistert und schob den schlechten Geschmack zu viel „Marihuana“ auf der Pizza zu. Ich weiß gar nicht, was er da meckert für 4,80€...außerdem glaub ich, er meinte Majoran. Leider mussten Minni, Maddin und ich die Party verlassen, als es anfing richtig lustig zu werden.
    Mouse, Moni und Kundi begleiteten uns noch ein Stückchen, bis sich unsere Wege an der Messe trennten.

    Kurz vor Mitternacht war der ganze Berliner Mob, der nach Karlsruhe wollte, angetreten und unser Bus fuhr vor. Wir positionierten uns wohlwissend im Mittelbus um den Krieg zwischen Vorder- und Hinterbus zu beobachten.
    Nachdem das obligatorische „Hinterbus ist schwul, Vorderbus noch viel schwuler“ erledigt war, beschäftigten sich die hinteren Reihen mit anderen Texten. Unter anderem wurde die deutsche Niederlage in Stalingrad besungen, Valeri Domovchivski bekam seine eigenes Lied („Valeri du supergeiler Typ“) und natürlich wurde der Alkohol besungen… „tut der Schädel noch so weh, scheißegal Wodka E“.
    Da wir keine CD an Bord hatten, war es Gott sei dank möglich, immer mal wieder wegzudösen oder sich einfach zu Unterhalten.
    Die fehlende Ballermann Mucke machte aber wohl einigen zu schaffen und so klauten sie bei einer Raucherpause eine Fußball-Hits-CD aus der Raststätte und präsentierten ihre Beute stolz vor dem Bus. Blöd natürlich, wenn man das Schild am CD Regal übersieht, welches einen darauf Aufmerksam macht, dass es sich um Leerhüllen handelt und es die CDs dazu nur bei Kauf am Tresen gibt.
    Ansonsten verlief die Fahrt recht entspannt, was auch an der grandiosen Beinfreiheit lag.
    Gegen halb neun Uhr morgens erreichten wir bei leichtem Nieselregen das Fanprojekt der Karlsruher. Leider schien noch keiner mit einer so frühen Ankunft gerechnet zu haben. Das Fanprojekt war leer. Also beauftragte Minni Jenny sich um unsere Karten zu kümmern. Denn Janine war schon auf den Platz getreten, um die Sektion letzte Reihe zum Frühstück abzuholen.
    Nach einer halbstündigen Fahrt durch den Regen erreichten wir das schöne Waghäusel, wo wir von Janines Familie herzlich empfangen wurden und ein fürstliches Frühstück zu uns nahmen.
    Anschließend sahen wir uns im Fernsehen nochmal den Platzsturm der Bochumer vom Vortag an und waren froh, solche Szenen nur vom hören sagen zu kennen…
    Dann war es auch schon an der Zeit zum Wildpark (yeahhhh ich liebe den Wildpark) aufzubrechen. Janines Vater brachte uns noch zum Bahnhof, von wo es zum Karlsruher Hauptbahnhof ging.
    Ein dickes, fettes, blau-weißes Dankeschön geht hier nochmal an Janines Familie für das grandiose Frühstück und die Gastfreundschaft.

    Vom Hbf ging es mit der Straßenbahn weiter, in der ich mit diversen Gesichtsgeräuschen ein Kleinkind voll und ganz in meinen Bann zog.
    Nach ein paar Minuten Fahrt stiegen wir an der Pyramide aus und machten uns zu Fuß durch den Schlosspark auf zum Stadion.
    Die Sonne war inzwischen aus den Wolken gekommen und so setzten wir uns noch eine Weile an einen Ententeich und genossen einfach die Welt und die Dampflock, die durch den Park fuhr und Touristen umherchauffierte.
    Als die Enten dann langweilig geworden waren, liefen wir weiter und erreichten recht bald den Eingang des Stadions und warteten am „nackten Mann“ auf unsere Karten. Fast hätten Minni und ich uns noch das U23 Spiel der Karlsruher gegen Fürth auf einem Nebenplatz angetan. Aber 5€ waren uns dann doch zu viel.
    Nach einer halben Ewigkeit erschienen dann Gismo und Maddin mit unseren Karten und wir gingen rein. Natürlich erst mal zum Fanshop, wo ich mir ein Trikot gönnte. Soviel Kommerz-Schwein bin ich dann doch.
    Dann wurde die ganze Nummer etwas stressig. Während ich mein Trikot besorgen war, ging Gismo schon in den Block – in den D1. Trotz Karte für D2. Minni und ich wollte ihm folgen, was nur Minni gelang. Ich kam mit der D2 Karte nicht in den D1. Merkwürdig. Nach einem kurzen Gespräch mit Gina und Leo war dann das Problem klar: Die Karten, die wir von den Karlsruhern bekamen waren zwar für den Block D2 ausgeschrieben, sollten den Berlinern aber den Zugang zum L1 also der Singing-Area ermöglichen. Das hatten wohl einige Ordner nicht ganz verstanden. Ich informierte Minni über diese Info und schon stand ich im Supporters-Block.

    Zum Spiel:
    Irgendwann fiel das 1:0 für den KSC und kurz darauf das 1:1. beide Teams hatten die Saison schon abgehackt und das sah man.

    Zur Stimmung:
    Die Gegengerade, angeführt von Toby und dem herausragenden Doc Schneider wirkte genau wie ihr Team etwas unmotiviert. Gelegentlich kamen die Gesänge gut und laut rüber aber im großes und ganzen maximal ein durchschnittlicher Auftritt.
    Die Fans der Spielvereinigung schwenkten zwar 90 Minuten lang ihre Fahnen und vollzogen eine niedliche Polonäse, zu hören waren sie aber nicht ein einziges Mal. Schade.

    Nach dem Spiel feierten einige Karlsruher Anhänger noch auf dem Rasen, sehr zum Ärger der Ordner.
    Ich verließ das Stadion und sammelte mich mit meinen Mitstreitern, die verteilt über die Gegengerade gestanden hatten.
    Als wir in Richtung Fanprojekt aufbrachen, brach auch der Regen wieder durch die Wolken und kühlte uns auf dem 20-minütigen Fußmarsch ordentlich ab.
    Völlig fertig und übermüdet kamen wir am Fanprojekt an. Unser Bus verspätete sich um einige Minuten und so quatschte man noch ein wenig bzw. ich versuchte einfach wach zu bleiben.
    Als der Bus dann da war, stiegen wir alle ein und machten es uns gemütlich. Die meisten schliefen recht schnell ein, lasen oder hörten Musik.
    Nach der ersten Pause wurde dann ein Film über die Ultras des AS Rom in den 70 ern gezeigt.
    Danach waren endgültig alle Lichter aus… außer bei Momo. Der Gute hatte sich mit Alkoholischen jeder Art zugeschüttet und lief immer wieder durch den Bus um zu verkünden, dass Frankfurt und Mannheim stinken. Zwischendurch schrie er immer wieder auf und forderte Analverkehr. Kurz vor Berlin klappte er dann auch ab und wurde bei unserer Ankunft an der Messe von Minni aus dem Bus geschleift.
    Jenny, Maddin, Gimso, Lisa und ich versuchten ein Taxi nach Haselhorst zu bekommen, was nicht ganz so einfach war. Aber Lisa organisierte nach 40 Minuten und drei immer wütender werdenden Telefonaten bei der Taxi-Hotline doch noch ein Großraumtaxi und wir waren um halb fünf im Heimatbezirk angekommen.
    Schnell duschen und mit dem Gedanken, dass so ein Tag guttut, einschlafen.

    So, das wars dann auch mit dieser Saison.
    Danke an alle Weggefährten, Freunde und die Familie.

    Grüße nach Karlsruhe und Straßbourg.

    Ha Ho He
    Hauptmann

    … Auf geht’s, Auf geht’s, Auf geht’s Karlsruh!!!



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