GnRH-Analoga

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    Re: GnRH-Analoga

    phoenix - 28.05.2006, 18:15

    GnRH-Analoga
    Wirkungsweise
    Aufgabe der GnRH-Analoga ist es, den Zyklus noch besser steuerbar zu machen und so zu ermöglichen, daß wir den Eisprung auf den Tag genau auslösen können. GnRH-Analoga blockieren die Hypophyse und verhindern so den vorzeitigen Eisprung. Damit wählen wir den Beginn einer Stimulationsbehandlung unabhängig von Ihrem natürlichen Zyklus.

    Indikation
    GnRH-Agonisten sind für alle Stadien der Endometriose geeignet, besonders aber wenn ein Kinderwunsch besteht. Ist das Behandlungsziel Beschwerdefreiheit, kommen GnRH-Agonisten eher bei mittelschwerer bis schwerer Endometriose zur Anwendung.
    Eine GnRH-Analoga Therapie soll immer dann durchgeführt werden, wenn chirurgisch nicht alle Herde angegangen werden, d.h. nicht radikal operiert werden konnte. In diesen Fällen soll ein Depot GnRH
    Analog für 3 Monate angewendet und immer eine second-look Laparoskopie angeschlossen werden.

    Nebenwirkungen
    Sollte eine längere Vorbehandlung mit GnRH-Analoga erforderlich sein - z.B. bei einer Endometriose über mehrere Monate -, so ist mit allen Nebenwirkungen zu rechnen, wie sie für die Wechseljahre typisch sind:

    Hitzewallungen, trockene Schleimhäute, Nervosität, Libidoverlust, Depression, Schlafstörungen.

    Diese Nebenwirkungen verschwinden jedoch spätestens innerhalb von vier Wochen nach der letzten Medikamentengabe, oft auch schon früher. Sollten die Nebenwirkungen jedoch sehr stark werden, können die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron in niedrigen Dosen in Form von Tabletten, Pflaster oder Crèmes gegeben werden und so die Beschwerden gestoppt werden (Add-Back-Behandlung).
    Diese Zugabe der Hormone von aussen stört die Behandlung der Endometriose überhaupt nicht. Die Add-Back-Behandlung wird vor allem wegen der Vermeidung des Knochendichteverlusts bei längerer Behandlung empfohlen.

    Wissenschaftliche Erkenntnisse
    Durch den Effekt der GnRH-Analoga-Therapie werden Patientinnen häufig asymptomatisch, jedoch konnte keine Studie zeigen, dass durch die Anwendung einer postoperativen GnRH-Analoga-Therapie die Rezidivrate kleiner ist. V.a. auf die tief infiltrierenden Herde im septum rectovaginale haben alle medikamentösen Therapien keinen Einfluss. Mehrere randomisierte Studien konnten zeigen, dass die Rezidivrate der Endometriome nicht von der Anwendung einer postoperativen GnRH-Analoga-Therapie abhängt. Die präoperative Gabe von GnRH-Analoga führt zwar zu einer Verkleinerung der
    Endometriome, jedoch konnte in einer randomisierten Studie von Mucii, (Fertil Steril 1996) beobachtet werden, dass dadurch der operative Eingriff nicht einfacher, die Operationszeit nicht kürzer und vor allem auch die Rezidivrate der Endometriome nicht kleiner ist.
    Vorbereitend für eine second-look Laparoskopie macht eine GnRH-Analoga Therapie jedoch Sinn, da durch die induzierte Amenorrhoe neue blutungsbedingte Adhäsionen vermieden und damit optimale
    Bedingungen für den Zweiteingriff geschaffen werden.

    Schwangerschaft
    Nach der Behandlung der Endometriose leichten bis mittelschweren Grades mit GnRH-Agonisten sind die Chancen für eine spontane Schwangerschaft deutlich erhöht.

    Präparate
    Zoladex
    Decapeptyl


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