Die Grippe

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    Re: Die Grippe

    Cyraja - 19.08.2009, 01:51

    Die Grippe
    Rih sah sich gehetzt um. Die zwei Männer verfolgten sie immer noch. Sie hielten sie fälschlicherweise für eine Diebin, die sie in den Nachrichten gesehen hatten. Endlich erreichte sie eine leere Straße. Dort stellte sie sich dicht an eine Hauswand, während sie die beiden Männer sehen ließ, wie sie weiter geradeaus sprintete und dann abbog. Sich selbst tarnte sie als Teil der Wand. Wie erwartet funktionierte es und die beiden liefen weiter. Doch es war anstrengender als sonst. Rih brauchte dringend mehr Schlaf und etwas zu essen. Zuerst musste sie aber hier weg. Wenn jemand hier vorbeikam und sie entdeckte, hatte sie ein Problem.
    Immerhin wurde sie inzwischen im Fernsehen als vermisst gemeldet. Es wurde spekuliert, ob ihr Vater sie entführt habe.
    Rih sah sich um. Da war eine Seitengasse, an der sie gerade vorbeigelaufen war. Dort konnte sie sich vorerst verstecken. Sie ließ die Hauswand los und schwankte. Sie ging langsam zu der Gasse und stützte sich an der Wand ab. Kaum war sie um die Ecke gebogen, sackte sie an der Mauer zusammen. Sie hörte noch, dass jemand wie von Weitem rief: "Hey, was hast du?" Dann wurde es dunkel um sie.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 23.08.2009, 00:11


    Myriel saß schon eine Weile neben dem Mädchen. Sie hatte vor ein paar Minuten die Augen geöffnet und schien etwas besserer Verfassung zu sein als sie es gewesen war, als Myriel sie aufgesammelt hatte.
    "Wer bist du?" fragte das Mädchen, nachdem es festgestellt hatte, dass eine Unbekannte vor ihr saß.
    "Ich bin Myriel und lebe hier. Ich weiß, wir sind jetzt in einem halb zerfallenen Haus und es sieht hier nicht grad angenehm aus, aber hier ist es erstmal sicher. Ich habe dich zusammenbrechen sehn, nachdem du vorhin verfolgt wurdest. Du gehörst auch zu den sogenannten 'Mutanten', nicht wahr?" Aufmunternd sah Myriel das Mädchen an und reichte ihr etwas Wasser, damit sie ihren Durst stillen konnte. Zögernd nickte Rih; sie war von der Frau aufgelesen worden und sie hätte sie schon direkt ausliefern können. Was sollte jetzt schon noch schlimmeres passieren können? "Ich heiße Rih."
    "Weißt du, bei mir ist es nicht viel anders als bei dir, habe ich den Eindruck. Ich war von Geburt an anders als andere. Ich phantasierte viel und meine Vorstellungen konnte kein Erwachsener richtig nachvollziehen. Nach meiner Grippe war ich in allen Dingen langsamer als andere. In der ersten Zeit wurde das auf meine Pubertät verschoben und auf den Trotz gegenüber meinen Eltern. Ich merkte, dass mit mir etwas nicht stimmte, und fing an, mich zu trainieren, damit ich nicht mehr so auffiel. Meine Eltern merkten trotzdem, dass ich nicht normal war, und schickten mich in eine Spezialklinik, in der ich zwar weggeschlossen von allen anderen lebte, aber erstmal vor den ständigen medizinischen Kontrollen in Bezug auf die Mutationen in Sicherheit war. Ich floh allerdings aus dem Krankenhaus und tauchte hier unter.
    Bisher kam keiner auf den Gedanken, hier nach jemandem zu suchen und ich bin sehr froh darüber. Aber lassen wir das; jetzt kümmer ich mich um dich. Wie fühlst du dich?"



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 23.08.2009, 00:36


    Rih musterte die Frau einen Moment lang aufmerksam. "Ich glaube, ich bin müde", sagte sie schließlich. "Und ich habe Hunger. Aber sonst ist alles soweit in Ordnung, glaube ich." Bisher hatte sich Rih nie gefragt, wo ihre Grenzen lagen. Jetzt hatte sie sie offenbar überschritten. Die Illusionen zu erzeugen war doch recht anstrengend. In Zukunft musste sie wohl besser auf sich aufpassen.
    Dann fiel ihr Myriels fragender Blick auf. "Die beiden Männer, die mich verfolgt haben, haben offensichtlich etwas verwechselt. Sie dachten, ich sei eine Diebin, die sie im Fernsehen gesehen hätten. Wahrscheinlich haben sie mich wirklich im Fernsehen gesehen. Ich werde da als vermisst gemeldet... Ich bin aus dem Internat weggelaufen, weil ich Angst hatte, dass jemand was rausfindet." Bedrückt sah sie zu Boden. Ihre Mutter hatte ihren Vater damals ohne zu zögern angezeigt. Seitdem hatten sie ein ziemlich schlechtes Verhältnis zueinander.
    "Kann ich bitte was zu essen haben?" fragte sie und lächelte Myriel freundlich an.



    Re: Die Grippe

    Feder - 05.09.2009, 18:12


    Müde saß Dr. Santo im Krankenhausflur. Das Neonlicht flackerte, er bekam Kopfschmerzen. Die Operation bei der er eingesprungen war, war nicht gut verlaufen aber die Patientin hatte überlebt. Er seufzte und lies sich das Telefonat durch den Kopf gehen. "Wir würden Ihnen die Stelle sofort geben. Was wollen Sie denn noch in dem staatlichen Krankenhaus?" Die Stimme vom Personalleiter der Spezialklinik klang in seinem Kopf nach. "Helfen, ich möchte helfen", dachte er, während er sich mit beiden Händen durchs Haar fuhr. Er war seit 14 Stunden auf der Station.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 22.09.2009, 22:34


    Myriel lächelte: "Natürlich kannst du auch was essen. Hab ich ganz vergessen, dass du Hunger haben könntest; tut mir Leid."
    Sie stand auf, ging weiter in den Raum hinein zu einem Regal.
    "Ich kann dir leider nicht viel anbieten, ich habe nicht viel. Hier, nimm. Ich hoffe, es ist nicht zu alt und muffig." Sie reichte Rih Brot und ein Stückchen Käse, was sie noch hier hatte. "Danke." "Was suchst du eigentlich genau? Wo willst du jetzt hin? Es gibt nicht viele Möglichkeiten, die dir jetzt offen stehen. Du könntest natürlich eine Weile bei mir bleiben, aber ich denke mal, dass du schon etwas anderes vorhast, hab ich Recht?"



    Re: Die Grippe

    Feder - 23.09.2009, 20:59


    Bei Betreten seiner schlicht eingerichteten Wohnung fiel ihm der Brief sofort auf. "Dr. Santo- privat" stand darauf, wie jedesmal, wenn die Spezialklinik schrieb. Er war noch keinen Schritt weiter als am Vormittag in der Klinik, aber dort gab es auch keine Zeit zum Nachdenken. Ungeöffnet landete der Brief im Müll. Den Wortlaut konnte er schon auswendig; vielleicht sollte er einfach zu einer Art "Betriebsbesichtigung" vorbeischauen. Aber würde ihm das wirklich helfen? Ratlos sank Santo auf sein unbenutztes Sofa. Er bekam keinen Besuch, hatte keine Freundin; sein Beruf kostete zu viel Zeit. Vor fünf Jahren war seine Mutter an der mutierten Grippe gestorben, sein Vater vor drei an Altersschwäche. "Was habe ich schon zu verlieren?", dachte er sich und lächelte, endlich hatte er einen Entschluss fassen können.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 23.09.2009, 23:39


    "Ich suche meinen Vater. Ich habe ihn schon sehr lange nicht gesehen", sagte sie und biss in das Brot. Es war wirklich nicht mehr ganz frisch. Aber es war besser als nichts. "Wirst du gesucht? Ich bin aus dem Internat weggelaufen. Es weiß niemand, dass ich anders bin. Wissen die, dass du anders bist?" Rih redete viel zu schnell und verschluckte sich fast. "Das war wohl ein bisschen viel auf einmal", stellte sie lächelnd fest.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 28.09.2009, 19:08


    Myriel seufzte. "Ja, leider. Meine Eltern haben das öffentlich verkünden lassen, nachdem sie festgestellt haben, dass ich weggelaufen bin. Sie hatten immer hohe Ansprüche; ich musste die perfekte Tochter sein. Ich wurde immer hart bestraft, wenn ich was falsch machte. Mein Vater vertrat die Meinung, dass das richtig sei, stärker als meine Mutter. Aber beide waren immer die großen Karrieremenschen - und sind es noch bis heute. Perfekte Karriere, perfektes Auftreten. Zu besonderen Anlässen mit Familie; das störte mich sehr. Ich wollte mich noch nie so geben müssen, wie ich nicht bin. Ich fühlte mich immer wie ein Vorzeigeexemplar, das überhaupt keine Rechte hat und das zu tun hat, was es gesagt bekommt. Gehorsam stand an oberster Stelle - aber da ich das durch mein Weglaufen wieder nicht beachtet habe, tun sie jetzt so, als gäbe es mich nicht mehr."
    Stille trat ein. Eine Weile saßen sich Rih und Myriel schweigend gegenüber. "Ich muss es lassen, die Vergangenheit besser zu wünschen. In die Zukunft schauen bringt mehr. Weißt du, wo dein Vater zur Zeit wohnt? Und es klingt grad so, als würden deine Eltern getrennt leben. Ist das so?"



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 28.09.2009, 19:32


    Rih zögerte einen Moment. Myriel war eine vollkommen Fremde. Sollte sie das wirklich erzählen? "Mein Vater ist auch... anders. Ich weiß noch nicht einmal, warum. Meine Mutter hat ihn angezeigt, als sie es herausgefunden hat. Seitdem habe ich ihn nicht gesehen." Sie seufzte. Das war schon eine Ewigkeit her. Sie hatte damals viel Ärger mit anderen Kindern bekommen. Bis sie testen wollten, ob Rih fliegen konnte. Sie hatten versucht, sie aus dem Fenster zu werfen... Danach hatte sie auf das Internat gewechselt. Da gab es strengere Kontrollen und somit auch weniger Gefahren. Aber es war auch nicht viel besser gewesen.
    Sie schüttelte den Kopf. "Meine Mutter ist auch so ähnlich wie deine Eltern. Sie hat mir verboten, Fragen über meinen Vater zu stellen. Jetzt weiß ich nicht, wo ich ihn suchen soll." Betrübt blickte sie zu Boden. Warum musste das alles nur ihr passieren?



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 11.10.2009, 13:34


    "Hmmmm - das ist schwierig. Meinst du, er ist hier in der Stadt? Wie kommst du auf der Flucht eigentlich gerade hierher?"
    Myriel sah Rih fragend an.
    "Ich kenne nicht viel Orte, wo man sich hier verstecken könnte. Aber wir sollten alle Möglichkeiten durchgehen:
    Hier am Stadtrand sind mehrere heruntergekommene Häuser; hierher kommen nicht gern viele Menschen. Hier leben hauptsächlich nur Arbeitslose, die nichts besseres finden. Hier könnten wir natürlich suchen.
    Es kann auch sein, dass er ganz anders denkt und sich sagt: Wo viele Menschen sind, fällt ein einzelner nicht auf. Dann müssten wir ihn eher im Stadtzentrum suchen.
    Suchen wir erstmal hier. Komm, wir brechen auf!"



    Re: Die Grippe

    Feder - 11.10.2009, 23:47


    Er überlegte, ob er sich noch einmal telefonisch anmelden sollte, aber dann dachte er nach. Wenn er unangemeldet kam, sah er alles so wie es war. Hatten sie nicht gesagt, er solle kommen, wann er wolle? Dr. Santo war froh, eine Entscheidung getroffen zu haben, und markierte sich den Tag in seinem Kalender. Einer von seinen zwei freien Tagen, den ersten zwei seit drei Monaten.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 12.10.2009, 01:16


    "Ok." Rih glaubte nicht wirklich, ihren Vater hier zu finden. Er konnte überall sein. Sie war per Anhalter in die Stadt gekommen. Ihr war egal gewesen, wo genau sie hinkam, solange sie möglichst weit weg vom Internat war. Wie genau sie ihren Vater finden sollte, wusste sie nicht. Was Myriel sagte, klang einleuchtend.
    "Ich weiß nicht, ob mein Vater sich eher zurückgezogen hat oder ob er sich unter Menschen aufhält. Im Moment dürfte er sich aber eher verstecken. Seit ich verschwunden bin, wird auch er verstärkt gesucht. Die glauben, er hätte mich entführt." Rih lächelte. Aus dem Internat war sie allein rausgekommen. Dazu brauchte sie keinen Entführer.



    Re: Die Grippe

    Zane - 13.10.2009, 10:25


    Eklige, flohverseuchte Brut! Jämmerliche Arbeitslose, stinkendes Gesocks! Er genoss es, nicht unter diesem Pack zu wandeln. Er verachtete sie!
    Den Anzug, den er trug, war schon lange nicht mehr makellos, seine Kleidung seit Wochen nicht gewaschen und außerdem hatte er seit Tagen Hunger!
    "Verdammt!" zischte er, als er sich die Hose an einem abstehenden Metallteil aufriss. Die ganze Gegend hier glich einer großen Schutthalde. Wie konnte man hier als Mensch leben?



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 13.10.2009, 23:04


    Myriel beschloss, erstmal in der Nähe zu suchen. Auf dem Weg erklärte sie Rih: "Du siehst nicht gerade voll fit aus. Deshalb dachte ich, wir können nicht so lang unterwegs sein - aber je länger wir warten, desto unwahrscheinlicher wird's, dass wir deinen Vater zuerst finden. Wenn es wirklich so ist, dass er gesucht wird und man ihn für deinen Entführer hält, ist das ein Wettlauf gegen die Zeit. Wir müssen auch nach etwas zu Essen Ausschau halten."
    Myriel brach mit einem Fuß in einen Schutthaufen ein und fiel hin. "Au, verdammt!!!" Sie sog scharf die Luft ein und biss die Zähne zusammen. "Ahhhhhh, das tut weh. Wieso passiert das gerade jetzt? Immer dann, wenn man es gar nicht braucht!" Leise fluchte sie in sich hinein. "Das tut mir so Leid, Kleine. Ich glaub immer, ich bin ein fünftes Rad am Wagen. Was sollen wir jetzt machen?" Fragend sah sie zu Rih auf und merkte, dass das komisch aussah - sie, eine erwachsene Frau, die hier in der Stadt schon länger lebt, fragt ein Kind, was sie zu tun hat. Aber ihre Gedanken führten gerade zu nichts - und spontan etwas zu entscheiden hatte sie noch nie hinbekommen. Manchmal hasste sie ihr Langsamkeit sehr.



    Re: Die Grippe

    Zane - 13.10.2009, 23:30


    Fast im gleichen Moment, als er vor Schmerzen fluchte, hörte er von weitem: "Au, verdammt!!!". Es war die Stimme eines Mädchens, wenn er richtig gehört hatte. Danach gab es noch etwas Getuschel und er blieb erstmal eine Weile stehen, um sich umzusehen. Irgendein Drecksgör versuchte ihn wohl zum Affen zu machen... Was man sich hier alles bieten lassen musste. Noch sauer über die Schmerzen im Bein schrie er: "Leck mich, verarschen kann ich mich selber!!!" und humpelte dann weiter leise vor sich hin fluchend den kleinen Pfad zwischen den Schuttbergen entlang.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 14.10.2009, 00:23


    "Bist du verletzt?" Rih streckte Myriel die Hände hin, um ihr aufzuhelfen. "Wenn du verletzt bist kümmern wir uns zuerst darum. Um meinen Vater mache ich mir eigentlich weniger Sorgen. Er ist seit Jahren auf der Flucht und meines Wissens ist er schon sehr lange nicht mehr gesehen worden." Sie dachte kurz nach. Wie sollte sie dann ihren Vater finden? Egal. Das würde sie schon schaffen.
    "Brauchst du Pflaster oder so? Ich geh welche holen, wenn du mir sagst, wo ich welche bekommen kann." Myriel hatte Recht. Rih war nicht ganz fit. Aber sie selbst sah auch nicht so aus, als hätte sie genug gegessen.
    Jemand schrie wütend. Verwundert sah das Mädchen sich um.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 14.10.2009, 13:54


    "Ich kann nicht richtig auftreten. Das tut höllisch weh. Du bist echt lieb; aber ich glaube, Pflaster helfen da nichts."
    Auch Myriel schaute auf, als sie das Geschrei hörte. "Die Stimme kenne ich gar nicht", meinte sie zu Rih. "Der scheint nicht von hier zu sein. Außerdem fluchen hier nicht so viele herum, denn die, die hier leben, können sich nichts anderes leisten. Aber wer kommt hier schon freiwillig hin? Hier besteht doch alles aus Schmutz, Müllhalden, Schutthaufen und die meisten Bewohner sind Ratten und Läuse. Komisch. Ich würde nicht hier leben, wenn ich mich überall frei bewegen könnte." "Ich schau einfach nach, wen ich sehe, und beschreib ihn dir. Bin gleich wieder da!" - "Aber sei vorsichtig. Du weißt, wie gefährlich es ist, wenn wir entdeckt werden!"



    Re: Die Grippe

    Zane - 14.10.2009, 18:57


    In Gedanken versunken trat er immer und immer wieder auf dem Boden liegende Gegenstände weg. Er wusste, dass er die ganze Zeit dabei beobachtet wurde, denn den Bewohnern hier war er nicht verborgen geblieben. Aber meistens ignorierten sie ihn einfach - ließen ihn machen was er wollte; scherten sich nicht lange um ihn.
    Doch diesmal war es anders. Dieses Mädchen verfolgte ihn nun schon eine ganze Weile...



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 14.10.2009, 19:16


    Rih beobachtete den Mann eine Weile. Er sah komisch aus. Völlig unpassend. Er trug einen schmutzigen kaputten Anzug, der ihn einfach nur heruntergekommen aussehen ließ. Sein Gesicht konnte sie nicht sehen. Sie sollte zurück zu Myriel gehen.
    Sie drehte sich wieder um. "Oh nein!" dachte sie und ärgerte sich über sich selbst. Sie hatte nicht darauf geachtet, wie sie hierher gekommen war. Sie fluchte leise. Mal ganz langsam. Was hatte sie auf dem Weg gesehen. Müll... Da war ein rostendes Fahrrad ohne Räder gewesen... Nur wo genau? Vorsichtig ging Rih wieder ein Stück zurück. Hier war alles so unübersichtlich. Da war ja das Fahrrad. Dann war Myriel nur um die Ecke.



    Re: Die Grippe

    Feder - 14.10.2009, 23:01


    Joe Santo war auf seinem Sofa eingeschlafen. Immernoch nicht ganz wach versuchte er sich zu erinnern, was er vorgehabt hatte, bevor er nach der heißen Suppe einfach eingeschlafen war. Vor ihm lag der digitale Stadtplan seines Kalenders. "Genau. Der Weg zur Klinik." Er lächelte. "Wenn Lucy mich mal wieder hören würde." Seine Cousine würde sicher lachen, wenn sie wüsste, dass er noch immer mit sich selber sprach, wenn er nachdachte. Wie lange hatte er Lucy schon nicht mehr gesehen? So viele Kollegen mit seiner Qualifikation hatten die städtischen Kliniken schon verlassen, um an den gut bezahlten Spezialkliniken zu arbeiten. Aber nur den ehemaligen Grippepatienten helfen? Die waren doch genesen, und er hatte nie genaueres erfahren, außer dass Ausstattungen und Bezahlung übermäßig gut waren. Das verunsicherte ihn.



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 15.10.2009, 10:50


    Er ging an seinen Schreibtisch. Im Posteingang lag ein dicker A4 umschlag. Er öffnete ihn und begann zu lesen.

    Von:
    Abteilung Für Personalien:
    An:
    MtHd

    "Hier sind die gewünschten Unterlagen, die sie angefordert haben."

    Er legte das Deckblatt bei Seite und nahm dem ersten Schnellhefter heraus.

    Subjekt: Joe Santo

    Derzeitiger Status: Arzt in einem städtischen Krankenhaus.
    Qualifikationen: Ausgezeichnet
    Intelligenz: Sehr hoch
    Psychische Stabilität: NA

    Allgemeines: Mr. Santo konnte bisher noch nicht dazu bewegt werden, seinen alten Arbeitsplatz aufzugeben und in eine von uns unterstützten Spezialkliniken zu wechseln. Allgemein stehen wir seiner Person kritisch gegenüber. Wir gehen nicht davon aus, dass, falls er das Angebot doch annimmt, eine hohe Sicherheitsstufe einnehmen wird, da seine Einstellung zu unserer Arbeit wahrscheinlich mehr als negativ ausfallen wird.


    Er begann eine Antwort zu schreiben:

    Von
    MtHd
    An
    Abteilung für Personalien

    Ihre persönlichen Zweifel interessieren mich nicht! Ich will diesen Mann in meinem Team. Wahrscheinlich hat er schon längst gerochen, dass da etwas nicht stimmt. Schicken sie zur Not einen Agenten hin, der ihm etwas reinen Wein einschenkt. Sie müssen ja nicht gleich alles heraus posaunen. Aber wenn er das Gefühl hat, dass wir ehrlich zu ihm sind, lässt er sich vielleicht zur Mitarbeit bewegen.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 16.10.2009, 15:19


    Myriel schlug die Augen auf. Allerdings brachte das nicht den gewünschten Effekt, den sie erwartete - es blieb genauso dunkel, wie wenn sie die Augen geschlossen gehalten hätte. Sie sah einfach nichts, egal, was sie versuchte. Sie wollte aufstehen, doch sie spürte eine Last auf sich liegen; sie konnte kaum atmen, ihr Fuß tat immer noch weh. Bedrückende Panik kroch schleichend in ihr auf. Was war geschehen? Wo war sie überhaupt? Sie hatte auf Rih gewartet und versucht, sich trotz des schmerzenden Fußes wenigstens an den Rand der "Straße" zu kommen, um sich an eine Wand zu lehnen. An etwas anderes konnte sie sich nicht erinnern.
    Sie versuchte sich zu bewegen. Nur ihren linken Arm konnte sie leicht bewegen, den Rest ihres Körpers nicht. Mit Hilfe dieses Armes fing sie an die Teile, die auf ihr lagen, von ihr runterzunehmen und die Panik zu unterdrücken, die sie zu verschlingen drohte.



    Re: Die Grippe

    Feder - 16.10.2009, 20:10


    Er entschied sich doch eine E-Mail zu verfassen, einen genauen Termin wollte er zwar nicht nennen, aber er war die ständigen Anrufe leid. Schnell tippte er ein paar Zeilen ein, die ankündigten, dass er in nächster Zeit einmal die Einrichtung besuchen wolle.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 16.10.2009, 20:33


    Myriel war nicht, wo sie sein sollte. Oder hatte Rih sich doch verlaufen? "Myriel, wo bist du?", murmelte sie leise. Sie traute sich nicht, laut zu rufen. Was sollte sie jetzt nur tun? Sie bekam keine Antwort und wurde nervös. "Myriel?" Sie suchte nach etwas, das ihr helfen konnte, sich zu orientieren. Nichts. Sie hätte schwören können, dass Myriel hier gewesen war. "Myriel?" fragte sie zaghaft. Wenn sie laut nach ihr rief, lief sie Gefahr entdeckt zu werden.
    Vielleicht sollte sie zum kaputten Fahrrad zurückgehen und von da noch einmal versuchen, sich zu orientieren.



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 17.10.2009, 01:29


    Absender: MtHd
    Empfänger: Vpbs

    Betreff: Zusammenfassung für den Aufsichtsrat.

    Hi, hier ist der erste Teil der Zusammenfassung für unsere Sesselfurzer. Ich hab's so simpel wie möglich gehalten. Ich hoffe, dass stellt Sie erstmal zufrieden.
    Der Teil über die Ausprägungen kommt noch, ich will da nochmal kurz Rücksprache halten. Ich versuch mich zu beeilen, hab aber auch noch anderes zu tun. Wenn Sie sich beschweren, dass das so wenig ist, sollen Sie sich doch selbst ins Labor stellen. Vernünftige Forschung braucht halt ihre Zeit.


    Zusammenfassung der aktuellen Forschungsergebnisse über die Grippe und Veränderung am Menschen.
    Teil 1: Von der Infektion zur Mutation und ihrer Manifestation.


    Wir glauben nun, die Zusammenhänge zwischen der Ausprägung der Fähigkeiten und der Infektion erkannt zu haben. Es sind mehrere Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Als erstes das Virus an sich. Wir haben drei Stämme isolieren können, die zur Zeit im Umlauf sind. Die meisten Infizierten weisen eine gleichzeitige Infektion 2 dieser Stämme auf.
    Dazu kommen noch unzählige temporäre Stämme, die sich durch spontane Mutation im Patienten bilden. Dazu kommt noch, dass die verursachten Mutationen durch die köpereigenen Reparaturmechanismen teilweise wieder rückgängig gemacht werden. Dazu kommt noch, ob der Patient geimpft war, und wann die medikamentöse Behandlung eingesetzt hat.
    Außerdem sind wir uns sicher, dass die genetische Struktur des Patienten ebenfalls von Bedeutung bei der Ausprägung von Fähigkeiten ist. Wir bräuchten in dieser Hinsicht allerdings noch bessere Testergebnisse, z.B. von ebenfalls infizierten Familienmitgliedern der Patienten für Vergleiche.
    Wir sind uns auch sicher, dass die Art der befallenen Gewebetypen eine Bedeutung hat. Leider lässt sich immer noch kein klares Muster erkennen.
    All diese Faktoren beeinflussen jegliche eventuelle Entwicklung von Psi-Kräften oder eventuellen Veränderungen, die sich nachteilig für den Betroffenen auswirken. Daher ist es zum gegebenen Zeitpunkt noch unmöglich vorherzusagen, wie eine Infektion einen Patienten verändern wird.



    Re: Die Grippe

    Feder - 18.10.2009, 21:50


    Im lichtdurchfluteten Foyer war kaum etwas los. Ganz anders als in den städtischen Krankenhäusern, in denen ständig Leute herum eilten, Ärzte, Pfleger, Patienten, Angehörige. Hier war von dem Chaos gar nichts zu bemerken, fast schon zu wenig. Patienten waren keine da und Angehörige? Es war wahrscheinlich noch zu früh. Die Frau an der Rezeption sah irritiert auf, dann lächelte sie freundlich. Alles war sauber, gerade, perfekt. Selbst das Stadtviertel, in dem die Klinik stand - natürlich war es kein Villenviertel, aber auch keine schlechte Gegend. Es schien alles ziemlich gut zu sein. "Kann ich etwas für Sie tun?", die junge Frau lächelte. "Ich... ähm", er sah sie unbeholfen an. "Lächeln. Du musst einfach nur lächeln. Die Leute lieben dein Lächeln und helfen dir gerne weiter", hatte seine Mutter immer gesagt. "Ich habe mich nicht angemeldet. Ich bin" - "Dr. Santo? Freut mich, Sie wurden erwartet. Nehmen Sie doch noch einmal bitte Platz, in Kürze wird sich jemand um Sie kümmern." Die Frau lächelte freundlich und deutete auf die freien Stühle. "Danke", antwortete er überrascht und lächelte.
    Der Stuhl war bequem, die Frau hübsch und die Ruhe nach der kurzen Nacht angenehm. Bisher gefiel ihm die Klinik gut, doch er wusste, wie wenig er gesehen hatte. Eigentlich noch nichts.



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 19.10.2009, 15:45


    Die Empfangsdame griff zum Telefon. Dr. Santo bekam nicht viel mit. "Ja... gerade eben.... natürlich..... ich werde ihm bescheid sagen. Dr. Santo, gleich wird jemand kommen, um Sie herumzuführen.

    Das Telefon klingelte. Es war die Rezeption. "Zentralverwaltung. Was ist?"-"Dr. Santo ist hier."-"Wirklich, sind Sie sicher?" "Ja" "Wann ist er gekommen?" "Gerade eben"-"Bleiben sie dran." "Natürlich."
    Der Mann drückte eine der Kurzwahltasten auf dem Telefon:"Dr. Lang, ich sollte Sie doch informieren, falls ein gewisser Dr. Santo hier eintrifft. Er ist eben gerade gekommen." "Gut, geben Sie weiter, dass sich gleich jemand um ihn kümmern wird." Dr. Lang legte auf.
    "Hallo sind Sie noch dran? Gleich kommt jemand und wird sich um ihn kümmern." "Ich werde ihm bescheid sagen."


    Dr. Lang ging noch einmal kurz an den PC und verschickte eine Nachricht.

    Von: LgMn
    An: MtHd

    Betreff: Santo

    Santo ist hier, werde mich wie besprochen um ihn kümmern.


    Dr. Lang verließ sein Büro.



    Re: Die Grippe

    Feder - 20.10.2009, 22:10


    Ein Mann betrat das Foyer. Sein Kittel reichte bis zu den Knöcheln und er ging zielstrebig auf ihn zu. Vorsichtshalber stand Joe auf. Der Mann streckte lächelnd die Hand aus. "Dr. Santo, nehme ich an. Freut mich, dass Sie sich entschlossen haben, unsere Einrichtung zu besuchen. Mein Name ist Dr. Lang. Kommen sie doch mit." Joe lächelte, aber bevor er etwas erwidern konnte, hatte sich Dr. Lang umgedreht. "Ich zeige Ihnen heute schon mal eine Teil unserer Spezialklinik. Möchten Sie danach mit mir und einigen Kollegen Mittagessen? Dann könnten Sie weitere Fragen klären." - "Gerne. Ich denke, das geht." Er war leicht verwirrt. Man schien sich auf seinen Besuch enorm gut vorbereitet haben. Er wollte eine Frage stellen, aber der Professor setzte zu einer ersten Erklärung an: "Hier können Sie den Labortrakt sehen. Hier werden Proben untersucht, Impfstoffe gezüchtet. Sie kennen das ja. Wir haben den neuesten Laborkrempel. Möchten Sie einen Blick hinein werfen?" "Ähm... Nein danke, ich würde eigentlich lieber...", er zögerte. "Ich kann mir denken, was Sie gerne wüssten. Kommen Sie hierentlang. Ich gebe Ihnen die Antworten, wenn Sie die übrigen wichtigen Stationen gesehen haben." Joe war noch verwirrter als vorher. Was sollte ihm jetzt gezeigt werden? Wollte man ihm wirklich Einblick in das geben, was draußen die schlimmsten Gerüchte los trat?



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 21.10.2009, 18:28


    "Wir haben natürlich auch Patienten hier. Auf jeder Etage haben wir einen anderen Schweregrad. So befindet sich im ersten Stock die Isolationsstation, wo wir Patienten beherbergen, die die Infektion noch nicht überstanden haben oder noch ansteckend sind." Sie waren an einer Reihe von Laboren vorbeigekommen, und standen nun an der Haupttreppe neben den Aufzügen. Vor ihnen war eine große Glastür.
    " Sie kommen da nur mit einer Zugangskarte rein. Und dann müssen Sie natürlich noch durch die Schleuse, wo Sie nochmals kontrolliert werden. Wie Sie sicherlich erkennen, legen wir hier sehr viel Wert auf Sicherheit. Dabei denken wir ebenso an unsere Patienten wie an unsere Mitarbeiter." Sie stiegen in den Aufzug, und die Führung wurde im 2ten Stock fortgesetzt.
    "Was kommt nun?", fragte Santo. "Der 2te Stock" sagte Dr. Lang und lächelte. Sie stiegen aus. "Hier haben wir Patienten, deren Schädigungen gering oder nicht gefährlich sind, die " "Gefährlich?" "Oh ja, aber dazu kommen wir noch. Wie Sie sehen können, ist die ganze Anlage zweigeteilt. Auf der einen Seite haben wir die Patienten und auf der anderen Seite Labore und Behandlungsräume. Natürlich gibt es auch vereinzelt Ausnahmen, aber das werden sie schon selbst herausfinden, falls sie zu uns kommen natürlich." Dr. Santo war etwas stutzig. Abgesehen von dem Hochsicherheitsquarantänebereich sah hier noch alles ganz normal aus. In dem Moment ging der Aufzug auf. Ein Mann mit einem Kind an der Hand verließ den Aufzug und verschwand in dem Trakt für Patienten.
    " Sie sind zu einem ungünstigen Zeitpunkt gekommen. Es beginnt gerade die Besuchszeit. Wir müssen da teilweise sehr streng sein, weil die Patienten im dritten und vierten Stock teilweise nur wenige Stunden am Tag ansprechbar sind" "Warum? Was ist mit ihnen.?" "Das hat unterschiedliche Gründe. Aber die Gemeinsamkeit besteht darin, dass alle sehr starke Medikamente bekommen müssen und daher nur wenige Stunden normal ansprechbar sind. Diese Zeit wollen wir den Angehörigen überlassen." Er machte eine Pause. "Die Störungen, unter denen diese Patienten leiden, sind recht unterschiedlich. Sie reichen von Stoffwechselstöhrungen unterschiedlichster Art über Hypersensilibisierung in sämtlichen Bereichen bis zu starker Depression und Suizidgefährdung. Am schlimmsten sind davon diejenigen betroffen, die eine "übersinnliche Begabung" erlangt haben"
    Wären Dr. Lang sprach, waren sie in den Aufzug gestiegen und im ersten Untergeschoss wieder ausgestigen. "Wo haben sie mich denn jetzt hingebracht?" Dr. Santo sah sich um. Neber dem Aufzug war die Treppe, die ins Erdgeschoss führte. Ansonsten wirkte es wie die anderen Stockwerke, nur dass Fenster fehlten und die Türen alle nur noch mit Karte oder Passwort geöffnet werden konnten. Lediglich eine hatte ein normales Schloss. Santo drehte sich zu ihr, da er annahm, dass dort die Führung dort weiterging. "He! Was bewundern sie unseren Heizungskeller? Hier geht es lang!"
    Dr. Lang öffnete eine der Türen mit seiner Karte und sie gingen hindurch. Dahinter lag eine Art Empfangsraum wie oben im Foyer, nur kleiner. Die Rezeption war mit Panzerglas verkleidet und dahinter saß ein Wachman. Auf der gegenüberliegenden Seite war eine schwere Panzertür. Gegenüber der Eingangstür hingegen waren drei Schiebetüren aus Stahl. Über jeder leuchtete eine rote Lampe. " Hier, nun sind wir im Sicherheitsbereich. Hier werden Individuen untergebracht, die besonderer Isolation bedürfen. Einer unserer Patienten verträgt zum Beispiel keinerlei elektrische Felder. Seine Zimmer ist daher komplett isoliert. Als Beleuchtung benutzen wir dort Kerzen und andere chemische Lichtquellen. Einige andere hingegen sind besonders temperaturempfindlich. Ihre Umgebungstemperatur darf nur gering schwanken, sonst bricht ihr Kreislauf zusammen. Hinter der Panzertür befinden sich gefährliche Individuen. Die meisten davon sind Telepaten. Wenn Sie wollen, kann ich ihnen beim Essen mehr über einige unserer Sonderfälle erzählen"



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 22.10.2009, 00:59


    Immer wieder lief sie hin und her. Eigentlich war Rih sich aber sicher, dass Myriel genau hier gewesen war. Sie sah sich um. Zum wievielten Mal wusste sie nicht. Dann entdeckte sie etwas, das sich im Schatten einer Hauswand bewegte. Vorsichtig trat sie näher. Da lag jemand unter dem Müll. "Myriel?" fragte sie leise. "Rih, bist du das? Kannst du mir helfen? Ich kann mich nicht bewegen." Sofort ging Rih in die Hocke und befreite Myriel Stück für Stück vom Müll. Widerlich, was alles hier rumlag.
    In so einer Gegend würde sich ihr Vater doch wohl kaum aufhalten, oder? Er war weniger zimperlich, was Schmutz betraf. Vielleicht war er also gerade hier anzutreffen? Rih hatte ihn so lange nicht gesehen. Sie konnte ihn kaum einschätzen. Das machte die Suche nicht gerade einfacher.
    "Myriel, was ist passiert? Wieso liegst du hier im Müll?"



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 22.10.2009, 20:39


    Ihr Atem ging schwer. Sie lehnte an einer Hauswand und wartete darauf, dass sie sich wieder besser fühlte. Ihre Panik verflog langsam. Sie schloss die Augen, denn das Licht schmerzte etwas und sie bekam durch die Helligkeit Kopfschmerzen, obwohl es langsam dunkel wurde. Wieso war sie jetzt auch noch lichtempfindlich?
    "Ich wollte mich hier an die Wand lehnen und hab vergessen, wie baufällig Häuser hier sein können. Siehst ja, was daraus wurde - die Mauer ist einfach eingebrochen und hat mich begraben.
    Lass mir etwas Zeit, bis ich mich besser fühle, ja?"
    Myriel fühlte sich sehr schwach. Der Staub in der Luft reizte ihre Kehle; sie fing an zu husten.



    Re: Die Grippe

    Feder - 22.10.2009, 22:20


    Vollkommen verwirrt nahm Santo an dem großen, edel wirkenden Holztisch Platz. Er war sich nicht sicher, was ihm unangenehmer war: dass noch niemand hier war außer ihm und Dr. Lang oder dass noch mehr Leute kamen. Er versuchte sich klar zu werden, was er gerade gehört hatte. Dr. Lang hatte bisher nichts gesagt, was dagegen sprechen würde, hier zu arbeiten. Aber hatte er nicht schon Dinge angedeutet, die auf so etwas schließen ließen? "Haben Sie keinen Hunger?" Santo sah auf. Um ehrlich zu sein hatte er keinen mehr. "Ich denke, ich warte bis die anderen zu uns stoßen?" Er merkte selber, wie unsicher er klang. "Wie sieht es aus, haben Sie sich schon entschieden?" Santo blieb zuerst die Sprache aus. Konnte man wirklich jetzt schon eine Entscheidung von ihm verlangen? "Nun, ich bin mir sicher, Sie brauchen Bedenkzeit." Die Tür öffnete sich. "Nun, wenn Sie noch Fragen haben, dann stellen Sie sie einfach beim Essen. Darf ich Ihnen meine Kollegen vorstellen? Das hier ist meine bezaubernde Kollegin Dr. Yun. Sie arbeitet auf der Kinderstation." Eine junge Asiatin reichte ihm lächelnd die Hand. "Das hier ist Dr. Richkam. Er arbeitet in dem Labor auf Stockwerk 3." Er bekam noch ein paar Leute vorgestellt, aber irgendwie hatte er das Gefühl, sie wären ausgesucht, um ihn zu beruhigen.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 23.10.2009, 02:19


    Ratlos saß Rih neben Myriel. Wie sollte sie der Frau helfen? So konnte sie kaum aufstehen, geschweige denn alleine gehen. "Du brauchst was zu essen", sagte sie schließlich. "Ich gehe dir was holen. Gibt es hier irgendwo einen Laden?" Sie hatte schon einmal mit Hilfe ihrer Fähigkeit geklaut. Hoffentlich war sie wieder fit genug, um es wieder zu schaffen. Wenn sie wieder einfach umkippte, hätte sie ein großes Problem. "Na sag schon, wo bekomme ich für dich was zu essen?"



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 23.10.2009, 13:00


    "Nicht hier in der Nähe", antwortete Myriel mit schwacher Stimme. "Hier in diesem Viertel gibt es sowieso nicht viel außer diesen Bruchbuden." Sie wurde wieder durch einen Hustenkrampf unterbrochen. "Ich hasse Reizhusten. Der wird noch eine Weile bleiben, fürchte ich.
    Der nächste Laden - ja das dürfte der Supermarkt sein. Ich zeichne dir den Weg mal hier in den Staub. Das geht leichter als erklären." Sie zeichnete einen Stadtplan in den Staub und zeigte Rih, wo sie hinmusste. Es würde länger dauern, bis sie wiederkam.



    Re: Die Grippe

    Zane - 23.10.2009, 16:02


    "Ich würde sie nicht die alte Hauptstraße entlanggehen lassen. Außerdem gibt es den Supermarkt schon seit etwa einer Woche nicht mehr...die letzten Flammen wurden vor vier Tagen gelöscht. Sie haben das ganze Viertel auf der Suche nach einem entflohenen Patienten hochgehen lassen..." sprach Jayden, der auf einmal fast neben ihnen stand und die letzten Worte der beiden jungen Damen mitbekommen hatte.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 23.10.2009, 23:45


    Myriel drehte sich erschrocken um und hielt sich wankend an Rih fest, weil ihr von der schnellen Bewegung schwindelig wurde. Sie fing sich aber schnell wieder und betrachtete den Mann genauer. "Wer sind Sie? Ich habe Sie noch nie hier gesehen - außerdem passt ein Anzug nicht in diese Gegend." Etwas herausfordernd sah sie den Mann an. "Ich weiß ja nicht, ob man Ihnen wirklich Vertrauen schenken kann - gerade hier in diesem Viertel und dann in dieser Erscheinung. Woher wissen Sie von dem Feuer? Selbst gesehen?"



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 23.10.2009, 23:52


    Rih war ebenso erschrocken wie Myriel. Sie hielt die junge Frau fest und achtete darauf, dem Mann den Rücken zugedreht zu halten. Wenn Myriel ihn nicht kannte, war es besser, wenn er ihr Gesicht nicht sah.
    Ein Feuer... Jagte man die Grippepatienten wirklich so brutal? In den Nachrichten hieß es immer, die Gejagten seien an den Verwüstungen schuld. Doch das konnte genauso gut eine Lüge sein. So langsam machte Rih sich doch Sorgen...



    Re: Die Grippe

    Zane - 24.10.2009, 00:33


    Jayden gab sich keine Mühe, seinen genervten Gesichtsausdruck zu verstecken. Wie er es inzwischen hasste, mit anderen Menschen zu reden. Gelangweilt lehnte er an einem Mauerstück und sah die junge Frau an:
    "Glaubt mir oder lasst es bleiben ...und geht dort drauf...



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 25.10.2009, 02:09


    Myriel wurde stutzig. Und geht dort drauf? Wie viel hatte das zu bedeuten? Hatte der Unbekannte sie etwa erkannt? Würde er sie verraten? Was wird er jetzt machen? Sie konnte sich nicht wehren, dass wusste sie. Gegen ihn hatte sie keine Chance.
    Sie sollte sich nichts anmerken lassen. Sie hoffte einfach, dass sie nicht als Mutantin erkannt wurde. "Ich vertraue keinem so schnell. Wieso dann gerade Ihnen? Aber Sie scheint das gar nicht zu interessieren. Komm, meine Kleine. Gehen wir. Auf Wiedersehn!"



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 25.10.2009, 02:43


    Rih war froh, von dem Fremden wegzukommen. Doch so einfach war das nicht. Myriel stützte sie noch schwer auf sie. Weit konnten sie so nicht kommen. "Dir geht es immer noch nicht gut", flüsterte Rih ganz leise. Sie selbst hatte auch Hunger und sie war ein bisschen müde.
    Wenn dieser Mann sie erkannte, hatten sie ein Problem. Rih wusste, dass sie eine kleine Illusion bei einem einzelnen noch zustande bringen konnte. Aber sie aufrecht erhalten? Das wäre schwierig...



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 25.10.2009, 12:07


    Das Essen verlief recht normal. Sie unterhielten sich hauptsächlich über ihre Arbeit und ihre Familien, nichts Außergewöhnliches. Aus den Gesprächen über ihre aktuelle Arbeit wurde er nicht schlau, da es meistens sehr spezifisch war. Allerdings fand er heraus, dass alle Versammelten höhere Positionen belegten oder in einem Arbeitskreis waren. Es gab mehrere dieser kleinen Kantinen auf jeder Etage. Außerdem bekam er am Rande mit, dass sich Dr. Richkams Frau darüber beschwerte, dass er solange arbeitete, und irgendwer hatte ein Problem mit Gen-Markern.
    Dr. Lang erzählte ihm, dass Teamfähigkeit hier sehr geschätzt wurde, aber dass ebenfalls Raum für individuelle Arbeit gewährt wurde. Schließlich kamen sie auf die Patienten im Untergeschoss zu sprechen.
    "Sie haben mir bereits von den Patienten, die einer besonderen Isolation bedürfen erzählt. Was ist nun aber mit ihren gefährlichen Individuen?" Santo erwartete eine ausweichende oder oberflächliche Antwort. Die hätte er wahrscheinlich auch bekommen wenn sie schlechter auf seinen Besuch vorbereitet gewesen wären. Aber so wurde er überrascht. Dr. Lang holte Luft und begann zu erzählen: "Ich werde am besten etwas weiter ausholen. Dass einige der Infizierten mentale Fähigkeiten bekommen haben, mag zwar in der Bevölkerung noch ein Gerücht sein, ist aber bei den Fachleuten schon längst zur Normalität geworden. Nun ist das mit diesen Kräften so wie mit fast allem im Leben. Mit einem Hammer kann man Nägel in Wände schlagen oder Köpfe zertrümmern. Und ein Gewehr ist erst dann gefährlich, wenn jemand den Abzug betätigt. Allerdings ganz so simpel ist dies auch nicht. Stellen Sie sich vor, Sie sehen einen Menschen an und können in seine Gedanken sehen. Können Sie sich das vorstellen?" Santo schüttelte langsam den Kopf. "Keiner von uns kann das. Aber wir haben festgestellt, dass dies teilweise sehr verstörend sein muss. Einige verängstigt es, andere werden verrückt und manche aggressiv. Eine der häufigsten Störungen ist Verfolgungswahn. Nun stellen sie sich einen Menschen vor, der überall feinde sieht, und die Fähigkeit hat mit den Gedanken seiner Opfer zu spielen. Einmal haben wir die Gefahr, die von einem Patienten ausging, nicht sofort erkannt. Erst als er einen Pfleger aus dem 3ten Stock hat springen lassen, wussten wir, woran wir waren. Allerdings sind das noch die weniger schlimmen Fälle. Manche Menschen lassen sich einfach nur als Böse bezeichnen. Einer unserer Patienten hat regelrechten Spaß daran, andere Menschen glauben zu lassen, dass sie verbrennen. Das Schlimme daran ist, der Körper denkt wirklich, dass er verbrennt und reagiert dementsprechend. Dies kann durchaus tödlich enden. Sie verstehen nun hoffentlich auch, warum die Registrierung so wichtig ist. Sie dient nicht nur der Eindämmung der Krankheit, sondern auch der Sicherheit der Bevölkerung. Wenn wir wissen, wer alles infiziert war können wir die Betroffenen gezielt beobachten und so die gefährlichen Individuen herauslesen und behandeln. Ich hoffe, Sie verstehen nun, wie wichtig unsere Arbeit hier ist."



    Re: Die Grippe

    Zane - 25.10.2009, 14:44


    "Tzzzzz...." Jayden atmete kurz durch. "Ihr kapiert's nicht, oder? Ihr werdet dort keinen Supermarkt finden. Das Gebiet wurde weitläufig abgesperrt und das schon seit Anfang der Woche. Seitdem herrscht dort das totale Chaos. Anwohner und Spezialeinsatztrupps der großen Forscherunternehmen liefern sich dort eine kleine Schlacht wegen dem Kerl, der aus einer der Forschungsstationen ausgebrochen sein soll und sich nun angeblich dort aufhält."



    Re: Die Grippe

    Feder - 25.10.2009, 20:08


    Die Gabel fiel mit eine leisen "Bling" auf den Tisch. "Wollen Sie das hier nicht mehr? Also wenn Sie nichts dagegen haben, nehme ich mir Ihren Nachtisch?" Irgendeiner seiner zukünftigen Kollegen griff nach dem kleinen Schälchen, mit dessen Inhalt sich Santo noch gar nicht auseinandergesetzt hatte. Die Doktorin von der Kinderstation legte ihm die Hand auf die Schulter. Langsam fasste er sich wieder, dann setzte er zu der Frage an, die ihn die ganze Zeit über am meisten beschäftigt hatte: "Wie behandeln Sie denn solche Art von Patienten?" Er hatte nicht damit gerechnet, diese Frage je stellen zu müssen, bisher hatte er die Mutationen für übertriebenen Schwachsinn gehalten. Aber jetzt, wo alles wahr zu sein schien, trat sein Gewissen auf den Plan. "Ich denke das war genug für heute, nach so einem Schock. Wir können gerne darüber reden, wenn Sie ihren Arbeitsvertrag bei uns unterzeichnen", überging Dr. Lang seine Frage. Er dankte den Übrigen für ihr Kommen und lächelte Dr. Santo auffordernd an. Vollkommen verwirrt verließ er mit den übrigen Ärzten die Kantine. Im Fahrstuhl begegnete er zufällig Dr. Yun, sie lächelte ihn verständnisvoll an, dann schien sie etwas zu überlegen. "Möchten Sie noch mit auf meine Station kommen? Ich möchte Ihnen etwas zeigen." Eigentlich wollte er nicht, dennoch nickte er. Auf der Station führte sie ihn zu einem Zimmer, in dem nur ein Bett stand, in dem ein kleines Kind lag, das an Maschinen angeschlossen war, die gut dreimal so groß waren wie es selbst. "Ihre Fähigkeiten sind ihr zum Verhängnis geworden. Sie konnte sie nicht kontrollieren, sie liegt seit fünf Tagen im Koma." Betroffen starrte Dr. Santo auf den leblosen Körper des Kindes. "Kommen Sie mit, wir gehen noch einen Kaffee trinken, meine Schicht ist in ein paar Minuten vorbei." Sie lächelte ihn an und er war froh, dass er die Spezialklinik in Kürze verlassen konnte.
    Er wartete im Foyer auf Dr. Yun. Er war mit seinen Gedanken immer noch so beschäftigt, dass ihm gar nicht auffiel, dass auch jetzt zur Besuchszeit fast alle Stühle leer waren.



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 26.10.2009, 09:06


    Dr. Santo hatte das Gebäude verlassen. Dr. Lang sah von einem Fenster im Obergeschoss aus wie er zur Bushaltestelle ging. Die Klinik lag etwas abseits, zwischen zwei Distrikten. Auf der einen Seite lagen die besseren Wohnbezirke und auf der anderen Seite war das arme-Leute-Viertel. Auf dem Grünstreifen dazwischen lag die Klinik. Die U-Bahn fuhr nicht so weit. Früher war die ganze Stadt von der U-Bahn untertunnelt gewesen, aber irgendwann wurden die wenigen Linien, die in die schlechteren Stadtteile führten, ganz stillgelegt.



    Re: Die Grippe

    Feder - 26.10.2009, 20:21


    Unmengen von Gedanken wirbelten in seinem Kopf herum; Joe wusste nicht mehr, was er denken sollte. Er kannte diese Fragestellung schon von Suchtpatienten, psychisch Kranken und hochinfektiösen Patienten: Waren diese Patienten eine Gefahr und, wenn ja, für wen? Musste man sie vor sich selber schützen oder die anderen vor ihnen? Und wie?
    Er lief Richtung U-Bahnstation; seine Gedanken kreisten um das Thema, als er laute Stimmen hörte. "Haltet ihn auf, er versucht abzuhauen!"- "Vorsichtig! Er ist gefährlich!" Einige Männer in Schutzkleidung rannten jemandem hinterher. Der junge Mann stürzte und schrie auf. In kürzester Zeit war er umstellt. Er schrie etwas in Richtung Hilfe und wurde dann weggetragen - zur Klinik. Dr. Santo reichte es; er beeilte sich, um so schnell wie möglich wegzukommen. Sollte er wirklich hier arbeiten?



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 01.11.2009, 16:11


    Der Typ schien sie nicht als "Kranke" erkannt zu haben und es ernst zu meinen mit dem, was er da behauptete. Es klang allerdings nicht gut. Dem Entflohenen ging es anscheinend auch nicht gut in der Spezialklinik, sonst wäre er nicht weggelaufen wie sie. Egal, was mit ihm passieren würde - ob er jetzt gefasst werden würde, oder ob er entkommen, dafür aber sein Leben lang verfolgt würde - es würde ihm weiterhin schlecht gehen. Ihr tat der Mann leid. Konnte sie ihm helfen? In ihrer jetzigen körperlichen Verfassung nicht, das war vollkommen klar. Aber sie wollte nicht untätig bleiben.

    "Dann sollten wir überlegen, wohin du gehen kannst, um etwas zu besorgen, meine Kleine", meinte sie laut. "Oder haben Sie etwa einen Vorschlag?", fragend schaute sie den Fremden an.



    Re: Die Grippe

    Zane - 01.11.2009, 18:07


    "Nein, ich hab seit Tagen selbst nichts mehr gefuttert...", stöhnte Jayden. "Was ist los? Hast du Schmerzen?", fragte er schließlich und begann in seiner Jackentasche herumzukramen.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 02.11.2009, 23:36


    Rih schaute den Fremden an. Sie mochte ihn irgendwie nicht. "Ich glaube, ich weiß was." Tatsächlich war sie erst vor Kurzem an einem kleinen Laden vorbeigelaufen. Sie wandte sich an Myriel. "Kannst du mich dahin bringen, wo du... wo wir uns getroffen haben? Von da finde ich einen Laden." In der Ecke war nicht besonders viel los gewesen, fast nichts. Das wäre wirklich nicht allzu schwer, selbst wenn Rih sich noch nicht wieder gut fühlte.



    Re: Die Grippe

    Zane - 04.11.2009, 12:50


    Gelangweilt zog er sich eine Zigarette aus seiner Jackentasche und zündete sie an. Es war eine der Zigaretten mit Vanillegeschmack.
    "Dadurch, dass die das ganze Viertel plattgemacht haben und langsam die Bevölkerung von dort evakuieren, um den Flüchtling besser finden zu können, gibts ne ganze Ecke mehr Menschen, die in den anliegenden Stadtteilen versorgt werden müssen. Egal, wem dein toller Laden gehört, den du gesehen hast - er liegt entweder erschlagen hinter dem Tresen seines leergeräumten Geschäfts....oder er kann sich seine Kundschaft inzwischen aussuchen, und dann werdet ihr mit Geld nicht viel reißen können."
    Jayden nahm einen tiefen Zug. "Aber vielleicht habt ihr auch Glück und der Laden steht noch und der Verkäufer gibt euch was...", sagte er dann mit einem schwer zu deutenden Grinsen im Gesicht.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 08.11.2009, 00:37


    Myriel war mit Rih so weit gegangen, bis sie von ihr ein kleines Zeichen bekam, dass sie sich wieder erinnerte, wo sie war. Der Fremde hatte von ihnen nicht abgelassen und sie mit irgendwelchen oberflächlichen Fragen behelligt, sodass er Myriel langsam auf den Nerv ging genauso wie sein ununterbrochenes Lächeln, das die ganze Zeit auf seinen Lippen lag. Es kam ein gewisses Unbehagen in ihr auf.
    Als sie von Rih das Zeichen bekam, zwinkerte Myriel ihr zu. Sie wankte etwas und stützte sich auf den Fremden. "Es tut mit leid, aber ich kann nicht weiter. Mein Knöchel", stöhnte sie. "Kennen Sie nicht irgendetwas, was mir helfen kann?" Mit einem flehenden Blick schaute sie ihn an. Ihr Knöchel war angeschwollen und tat wirklich weh.
    Während der Unbekannte dadurch abgelenkt wurde, verschwand Rih unbemerkt um die nächste Ecke.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 08.11.2009, 01:34


    Rih brauchte fast eine Viertelstunde, um den kleinen Laden wieder zu finden. Er war noch ganz normal und noch genauso leer wie zuvor. Offenbar hatte der komische Typ mit seinen Beschreibungen übertrieben. Hoffentlich ging er Myriel nicht allzu sehr auf die Nerven.
    Vor dem Eingang fand Rih Rechnungen. Eine davon hob sie auf und steckte sie in die Tasche. Dann betrat sie das Geschäft. Es gab scheinbar keine Überwachungskamera, auch wenn sie so nah am Armenviertel wohl nötig gewesen wäre. Vermutlich war so etwas einfach zu teuer. Sehr gut. Die hätte das Mädchen nicht täuschen können.
    Die Kassiererin, bei der gerade der scheinbar einzige Kunde bezahlte, sah kurz auf. Rih ließ ihr Haar etwas dunkler erscheinen, hielt das Gesicht abgewandt und verschwand schnell hinter einem der wenigen Regale.
    Sie brauchte nicht lange, um ein paar Sachen zusammen zu suchen. Darunter auch eine Salbe und ein Verband für Myriels Knöchel. Damit ging sie zur Kasse. Wieder ließ sie ihr blondes Haar in den Augen der Kassiererin dunkler aussehen und ihr Gesicht veränderte sie auch leicht. Konnte die Frau sich nicht ein bisschen beeilen? Es war anstrengend, sie zu täuschen. Endlich wurde ihr die Summe genannt. Rih zog die Rechnung aus der Tasche. Die Kassiererin nahm den "Schein" wortlos entgegen und sortierte ihn in die Kasse ein. Die Rechnung hatte genau die passende Größe. Also hatte die Frau keinen Grund, sich über irgendetwas zu wundern. Rih steckte das Wechselgeld ein, packte die Einkäufe in eine Tüte und verließ den Laden so schnell sie konnte ohne aufzufallen.
    Erschöpft lehnte sie sich an eine Hauswand außer Sichtweite. So anstrengend war ihre Fähigkeit in der Schule nie gewesen. Sie packte eine Flasche Cola aus der Tüte und trank sie zur Hälfte leer. Das Zeug war lecker und es half immer schnell.



    Re: Die Grippe

    Zane - 08.11.2009, 16:25


    Plötzlich wankte das Mädchen und hielt sich an seiner Schulter fest. Jayden blieb stehen. Mit ernstem Gesichtsausdruck nahm er ihren Arm und entfernte ihn von seiner Schulter. Sie zwang sie mit leichtem Druck sich auf den Boden zu setzen und kniete sich dann ebenfalls hin. Ohne zu sprechen entfernte er ihren Schuh und fing an mehr grob als vorsichtig den Knöchel zu betasten. Schließlich murmelte er: "Ausgerenkt, kriegen wir hin..." und hatte kaum ausgeredet, als er sie mit einem festen Griff kurz über dem Fußgelenk packte und mit der anderen eine blitzschnelle Drehung des Fußes herbeiführte, die schließlich das Gelenk wieder in die Richtige Stellung brachte. Das Mädchen schrie vor Schmerzen.

    Jayden stand wieder auf und nahm einen tiefen Zug seiner Zigarette.
    "Wird gleich besser..." sagte er leise.



    Re: Die Grippe

    Feder - 08.11.2009, 20:56


    Santos Wohnung glich schon wenige Minuten nach seinem Besuch der Spezialklinik einem Schlachtfeld. Schon lange hatte er sich nicht mehr so gehen lassen, das letzte Mal vor drei Jahren. Damals hatte er seine Freundin mit seinem Tutor im Bett erwischt. Er fragte sich, wieso keiner der Nachbarn kam und ihn aufforderte, die Musik leiser zu machen. Der Fernsehbildschirm flimmerte und auf dem Boden verteilt lagen die Blätter des Arbeitsvertrages der Spezialklinik. Endlich klingelte es an der Tür, aber es war nur der Pizzaservice. Er drückte im ein viel zu großes Trinkgeld in die Hand und ließ dann den Karton neben dem Telefon stehen. Rund 50 Mails von seinen Kollegen waren in seinem Postfach. Er öffnete die zweite Flasche Wein und schlief nach einigen Stunden auf der Couch ein.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 09.11.2009, 17:12


    Langsam beruhigte Myriel sich. Tränen rollten über ihre Wangen, sie wimmerte leise. Der Schmerz pochte in ihrem Knöchel, der sich kaum veränderte. Er war vor dem Einrenken schon angeschwollen. Das bedeutete, dass die Verletzung noch eine ganze Weile blieb. Aber Gott sei Dank ließ der Schmerz etwas nach, aber angenehm war es noch lange nicht.

    "Danke", meinte sie nach geraumer Zeit leise. Nach einem kurzen Zögern, fragte sie: "Könnten Sie vielleicht aufhören zu rauchen?" Bittend sah sie den Fremden an. "Ich rauche nicht und ich fänd es lieb, wenn Sie es lassen würden.
    Wie heißen Sie eigentlich? Wo haben Sie es gelernt, jemanden etwas einzurenken? Sie sind nicht zufällig Arzt, oder?"



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 09.11.2009, 23:12


    Endlich fühlte Rih sich wieder besser. Sie wollte gerade aufstehen und zurückgehen, als ihr drei grobschlächtige Kerle entgegenkamen. Zwei davon erkannte sie wieder. "Da ist die Diebin!", rief einer von ihnen. "Die haben sie doch längst gefasst! Ihr Idioten! Das ist nur ein kleines Mädchen!" Grinsend kam der Typ auf sie zu. "Tut mir leid, wenn meine Jungs dir Ärger gemacht haben. Aber wie ich höre, hast du sie ganz schön an der Nase rumgeführt..." - "War nicht wirklich schwer..." "Dafür hast du dir 'ne Belohnung verdient, Kleine. Was wünschst du dir denn?" Rih sah den Mann misstrauisch an. Eigentlich konnte sie die Gelegenheit nutzen, um etwas mehr über den entflohenen Patienten zu erfahren. Das hatte sie sowieso neugierig gemacht. Aber den nervigen Raucher hatte sie nicht fragen wollen. "Sagt mal, wisst ihr etwas über den, der neulich aus der Klinik abgehaun sein soll? Ich meine, die betreiben einen ziemlich großen Aufwand, um ihn wieder einzufangen. Da fragt man sich schon, ob man den Behörden sonst noch trauen kann..." Sofort begannen die drei miteinander darüber zu diskutieren, was sie alles darüber gehört hatten. Vieles klang einfach nur wirr. Einiges aber auch wieder nicht. Schließlich gerieten sie regelrecht in einen Streit darüber, was davon nun dem Alkohol zuzuschreiben war. Rih beschloss, diese Gelegenheit zu nutzen und zu Myriel zurückzugehen. Unbemerkt verschwand sie mit ihrer Tüte um die Ecke.



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 09.11.2009, 23:45


    Von:MtHd
    An: Vpbs

    Betreff: Zusammenfassung für den Aufsichtsrat, Teil 2

    So, hier ist die Abhandlung über die Illusionsfähigkeit. Sie wird wohl für Sie am interessantesten sein.


    Abhandlung über die Illusionisten

    Die Fähigkeit, Illusionen zu erzeugen, ist eine der am besten erforschten mentalen Fähigkeiten.
    Eines der Systeme dahinter ähnelt dem natürlichen Mechanismus zur Verhinderung der Reizüberflutung. Hierbei werden Objekte zwar wahrgenommen, aber nicht realisiert. Das Auge sieht zwar alles, aber die "überflüssigen" Informationen werden nicht wahrgenommen. Dies funktioniert allerdings nur, solange nicht aktiv nach dem entsprechenden Objekt Ausschau gehalten wird.
    Diese Art der Täuschung ist recht simpel und leicht zu durchschauen; dementsprechend ist sie aber auch am einfachsten einzusetzen.
    Weitaus komplexer ist eine fortgeschrittenere Art der Sinnestäuschung. Hierbei werden z.B. Farben ausgetauscht oder Objekte in ähnliche verwandelt. Je nach dem, wie gut der Anwender seine Fähigkeiten beherrscht, desto schwieriger sind diese Illusionen zu durchschauen. Ein häufiger Fehler bei ungeübten Anwendern ist z.B. bei einem Farbwechsel eines Objektes, dass nicht nur das gewünschte Objekt die Farbe von z.B. rot nach grün wechselt, sondern jedes rot im Blickfeld des Betrachters. Dem geübten Auge allerdings fallen auch bei besseren Illusionen Fehler auf, die man normalerweise nicht so einfach bemerkt.
    Die Grundlage dabei ist, dass sie sich nicht an die Regeln der Physik halten, da die Illusionen nicht wirklich vorhanden sind. Vor allem bei schnell erstellten Illusionen macht der Erschaffer oft recht banale Fehler. Fehlende Schatten, genauso wie überzählige Schatten, weisen darauf hin, dass ein Objekt nicht existiert oder verborgen wird. Andere Anzeichen sind Unstrukturiertheit einer Oberfläche oder sich wiederholende Strukturen. Die einfachste, aber auch effektivste und unauffälligste Methode, Illusionen zu durchschauen, ist die Laserpointmethode. Wir arbeiten dabei mit dem Fakt, dass der Illusionist das Verhalten des Lasers nicht bedenken und somit auch nicht in die Illusion einfügen kann. Somit weist ein reflektierter Lichtpunkt im Nichts auf ein verborgenes Objekt hin, während ein nicht reflektierter Punkt auf einer Wand anzeigt, dass sie eine Illusion ist.
    Bei dieser Methode ist äußerste Diskretion gefordert, damit der Illusionist sich nicht darauf einstellen kann. Solange er nicht weiß, wie seine Illusionen durchschaut werden, kann er nichts dagegen unternehmen.
    Was man immer im Hinterkopf behalten muss, ist, dass die Illusionen erst in den Köpfen der Menschen entstehen. Somit können sie keine Geräte täuschen. Videoüberwachung ist daher ein essenzieller Bestandteil der vorbeugenden Maßnahmen und der Ordnung von Illusionisten.
    Normalerweise muss der Illusionist Blickkontakt zu seinen Opfern haben, oder wenigstens wissen, wo sie sich befinden. Personen, die sich versteckt halten und vom Illusionisten nicht gesehen werden, sind normalerweise nicht betroffen.
    Ob die Zielperson die Illusion komplett aufheben kann, hängt unter anderem von der Willensstärke, der mentalen Stabilität und der Intelligenz ab. Selbst wenn die Illusion nicht aufgelöst werden kann, reicht das Erkennen oft vollkommen aus, um effektiv gegen den Illusionisten vorzugehen.



    Re: Die Grippe

    Zane - 11.11.2009, 12:42


    Als das Mädchen von ihm forderte, das Rauchen aufzuhören, war er sich nicht sicher, was er tun sollte. Schließlich atmete er lange ein und nahm den letzten Zug seiner Zigarette. Den Qualm blies er in ihre Richtung. "Das werde ich nicht tun...", sagte er gelangweilt und drückte den Zigarettenstummel an einem Geröllstück aus. Er setzte sich auf ein Stück Holz, was einmal eine Europalette gewesen sein musste. "Ich verbiete dir ja schließlich auch nichts..."
    Es verging einige Zeit, die der Mann damit verbrachte sich eine neue Zigarette zu drehen. "Wie kommt's, dass ihr alleine hier rumstolpert? Habt ihr niemanden, der auf euch aufpasst?", fragte er schließlich.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 13.11.2009, 00:34


    "Ich wollte Ihnen nicht verbieten zu rauchen. Es war die Bitte, ob Sie dies in meiner Gegenwart lassen könnten", meinte Myriel.
    "Außerdem bin ich erwachsen. Wieso sollte ich da nicht auf meinen eigenen Beinen stehen? Glauben Sie etwa, meine Eltern würden auf mich achtgeben wie eine Henne auf ihre Küken? Ich habe meine Ziele und weiß, was ich will. Oder haben Sie jetzt darauf angespielt, dass ich keinen Freund habe und nicht verheiratet bin? Ich muss zugeben, ich bin noch keinem über den Weg gelaufen, der da in Frage käme. Ich hab auch noch keinen Gedanken daran verschwendet."
    Myriel verfiel in ihre Gedanken. Wenn sie ehrlich war, dann hatte sie sich schon jemanden gewünscht, der sie verstand und sie in jeder Situation unterstützte, egal wie schwer es war. Sie seufzte. Sie glaubte nicht daran, dass sie jemals so einen fand.



    Re: Die Grippe

    Zane - 13.11.2009, 13:10


    "Hmmm...'Auf eigenen Beinen stehen' ist vielleicht in diesem Moment eine etwas unglückliche Metapher...." Jayden lächelte kurz und begann den Tabak auf dem kleinen Papierchen in die richtige Form zu ziehen.
    "Du hängst hier mit diesem kleinen Mädchen rum und bist selbst nicht mal in der Lage zu laufen. Ihr wirkt recht verloren, wenn ich das so sagen darf..." Wieder begann er in der Tasche herumzunesteln.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 13.11.2009, 19:15


    "Ich bin nicht klein!" Rih bog um die Ecke. Sie war fast genauso groß wie er. Sie würdigte ihn nicht eines Blickes und ging zu Myriel. "Ich hab was gefunden." Mit diesen Worten stellte sie die Tüte vor der jungen Frau ab. "Nimm dir was, wenn du willst." Sie selbst hatte unterwegs schon ein wenig gegessen. "Und was machen Sie noch hier?", fragte sie den Fremden unfreundlich.



    Re: Die Grippe

    Feder - 13.11.2009, 20:46


    Das Telefon riss ihn aus dem Schlaf. Er hatte kein Gespür für Zeit oder ähnliches. Vollkommen perplex meldete er sich: "Santo, ähh... Dr. Santo, mit wem spreche ich?" - "Hier ist Dr. Lang. Sind Sie heute Nachmittag zu Hause zu erreichen? Sie haben etwas vergessen und wir würden es Ihnen vorbeibringen." Ehe er darüber nachdachte, sagte er zu und legte schon wieder auf. Erst eine halbe Stunde später, als er nach zwei Schmerztabletten unter der Dusche stand, fiel ihm auf, dass er nichts vergessen haben konnte. Als er allerdings direkt danach wieder einschlief, hatte er das schon wieder vergessen.

    Als er aufgestanden war und sich etwas zu essen kaufen wollte, bemerkte er schon nichts mehr, als er die Tür öffnete. Kaum war sie einen Spalt weit offen, traf ihn der erste Schlag. Er stolperte zurück in die Wohnung und die Tür schloss sich wieder. Nach dem gestrigen Abend würde keiner der Nachbarn sich über den Lärm wundern, der nun aus seiner Wohnung drang. Nach einem weiteren Schlag sah er benommen auf. Vor ihm bauten sich drei Gestalten auf, die ihre Gesichter unter Masken versteckten. Zwei von ihnen entsprachen dem klassischen Schlägertypen, doch der dritte war eher hager. Ausgerechnet er wandte sich jetzt an ihn. "Her mit dem Scheiß, der was wert ist, du Versager! Wir haben dich gestern gesehen, erwarte keine Gnade, du Pseudoarzt!" Bevor er mehr verstehen konnte, trafen ihn einige Tritte der zwei anderen. Dann spürte er ganz plötzlich einen heftigen Schmerz, sein gesamter Körper verkrampfte. "Wenn ich will, bist du Geschichte, du Schwein! Du weißt doch, was passiert, wenn alle Muskeln verkrampfen... das Herz zum Beispiel? Schließlich bist du Arzt." Das Atmen fiel ihm immer schwerer, er versuchte sich wegzudrehen oder ähnliches, aber seine Gliedmaßen reagierten nicht mehr. Unkontrolliert verkrampften sie immer wieder. Er verlor das Bewusstsein.

    Als er wieder zu sich kam, kniete neben ihm Dr. Yun. Sie lächelte ihn an. "Wie geht es Ihnen? Fühlen Sie sich besser?" Vorsichtig richtete er sich etwas auf. "Ich denke schon.... ich fürchte nur, ich werde mich morgen nicht mehr ohne Muskelkater bewegen können." Sie lächelte. "Sie haben die Tür offen gelassen. Ich gehen davon aus, dass das hier die Typen waren, die mir unten im Hauseingang noch begegnet sind." - "Wahrscheinlich, wenn es zwei Schränke waren und ein Schlanker. Es war ein Mutant dabei." Er seufzte und ließ sich von Dr. Yun aufhelfen. Ihre Anwesenheit tat ihm gut. "Ich habe es mir gedacht, als ich Sie gefunden habe. So etwas bekommt man sonst nur mit medizinischen Apparaten hin. Sie haben Sie liegen gelassen, als sie Sie wohl für tot gehalten haben. Eigentlich wollte ich Ihnen die Sachen, die Sie vergessen.... eigentlich wollte ich Sie nur nochmal sehen." - "Gott sei Dank.", antwortete er lächelnd. "Wenn Sie möchten, nehme ich Sie gleich mit in die Klinik, wir sind schließlich auch auf so etwas spezialisiert. Es kommt häufiger als man denkt zu Übergriffen von Mutanten. Wenn Sie bei uns anfangen sollten, bekommen Sie eine Wohnung zur Verfügung gestellt. In einem Viertel, wo ihnen so etwas nicht nochmal passiert." Er zögerte. Zum ersten Mal hatte er die Kraft eines Mutanten abbekommen und das nur, weil er in der Klinik gewesen war. Er sah sich um, sein altes Leben lag praktisch in Trümmern und in der städtischen Klinik fühlte er sich schon seit längerem nicht mehr wohl. "Ich werde hierbleiben, aber vielen Dank für das Angebot. Ich werde mich in den nächsten Tagen melden, aber vorerst werde ich hier weiter wohnen." Dr. Yun verabschiedete sich und ließ eine neue Version des Arbeitsvertrages in seiner Wohnung liegen. Santo griff zum Telefon. Das einzige, was er noch zustande brachte, war ein Anruf, um sich für morgen krank zu melden.



    Re: Die Grippe

    Zane - 13.11.2009, 21:20


    "Ich bin nicht klein." Das Mädchen hatte inzwischen einen Ton ihm gegenüber drauf, der ihn an seine eigene Tochter erinnerte, nachdem sie ein Leben lang von seiner Exfrau verzogen wurde. Eine miese Geschichte war das damals gewesen... und er fragte sich, ob es vielleicht anders gekommen wäre, wenn er sich damals mehr um seine Tochter gekümmert hätte, anstatt ihr ganz den Rücken zu kehren. Vielleicht hätte er es geschafft, sie davon abzubringen, ihr Leben wegzuwerfen, und sie auf den richtigen Weg zurückzuführen. Vielleicht hätte sie dann einen anderen Umgang gehabt. Vielleicht wäre sie dann erst gar nicht in die Nähe dieses betrunkenen Junkies gekommen, der sie zu Tode vergewaltigt hatte...

    Mutanten waren eben auch nur Menschen, genauso wie das Mädchen vor ihm.

    "Und was machen Sie noch hier?"

    Jayden strich sich genervt über den Dreitagebart und sah das Mädchen an. Schließlich nickte er zu der jungen Frau, die immer noch auf dem Boden lag.
    Endlich hatte er gefunden, was er gesucht hatte und zog ein gefaltetes Stück Papier aus seiner Jackett-Tasche.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 15.11.2009, 01:07


    Als sie keine Antwort bekam, wandte Rih sich ihrer Tüte zu. Myriel hatte sich bereits eine Stück Brot genommen. Sie fand die Zeitschrift über Mutanten sofort. Eigentlich hasste sie die Darstellungsweise dieser Magazine. Aber sie waren trotzdem recht interessant. Sie überblätterte einige Seiten und fand endlich die Seite mit dem Interview ihrer Mutter. Sie setzte sich so hin, dass niemand sah, was genau auf der Seite stand, und begann zu lesen.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 16.11.2009, 22:51


    "Was liest du da?", fragte Myriel Rih. "Ach nichts besonderes...... ist nur ein Magazin so wie viele andere. Aber ich lese halt ab und zu gerne Zeitschriften." Sie lächelte.
    Myriel zuckte mit den Achseln und ließ sie in Ruhe weiterlesen. Sie wandte sich an den Fremden und hielt ihm ein Stück Brot hin: "Wollen Sie auch etwas essen? Sie haben doch auch Hunger. Wie heißen Sie eigentlich?"



    Re: Die Grippe

    Zane - 16.11.2009, 23:54


    Misstrauisch über diese plötzliche nette Geste zögerte Jayden einen Moment, bevor er das Stück Brot griff. "Danke...", sagte er und begann kurz am Brot zu riechen. Das hatte er sich angewöhnt.

    Schließlich nahm er einen Bissen und antwortete ihr. Die alte Masche...

    "Mein Name ist James; bis vor kurzem habe ich noch als Devisenbearbeiter bei der HPI, bei Harvart&Parker Insurances, gearbeitet." Er deutete in Richtung eines Hochhauses, was sich trotz der großen Entfernung problemlos erkennen ließ. "Anfang des letzten Monats wurde ich entlassen..."



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 19.11.2009, 23:43


    Myriel lächelte traurig. "Mich will auch keiner haben." Sie schaute auf ihren wehtuenden Knöchel. "Und mit dem Fuß schon gar nicht. Ich weiß auch nicht, was ich noch machen soll, um wieder eine Stelle zu finden. Einmal im Dreck , immer im Dreck; zumindest habe ich so den Eindruck." Sie seufzte und schaute wieder in die Tüte, die ihr Rih mitgebracht hatte. Dann fischte sie die Salbe heraus, schmierte sie sich auf das schmerzende Gelenk und bandagierte den Fuß. Es war nicht gerade professionell, aber bestimmt besser als vorher.
    Auftreten tat immer noch höllisch weh, aber wenigstens schaffte sie es, den Schmerz etwas zu verdrängen.
    Währenddessen fragte sie James: "Was haben Sie jetzt vor?"



    Re: Die Grippe

    Zane - 20.11.2009, 12:40


    "Ich weiß es nicht. Ich kann meine Wohnung nicht bezahlen, deswegen sitz ich jetzt auf der Straße...", sagte er traurig. "Ich wollte bei 'nem alten Freund einziehen, aber der hat mich verarscht und wohnt schon lange nicht mehr an dem Ort, den er mir gesagt hat... Seitdem lebe ich von der Hand in den Mund in den Tag hinein."



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 20.11.2009, 18:28


    Der Großteil des Artikels bestand eigentlich nur daraus, was für ein Monster ihr Vater doch war und wie schrecklich Rih und ihre Mutter darunter gelitten hätten. Der übliche Mist.
    "Was zum...?" Rih traute ihren Augen nicht. Mit Sätzen wie "Es ist so schrecklich." hatte sie ja gerechnet. Auch damit, dass der Freund ihrer Mutter behaupten würde, er habe immer versucht ihr den Vater zu ersetzen, was natürlich glatt gelogen war. Aber was da stand, trieb dem Mädchen fast die Tränen in die Augen. "Wir wollten ihr am Wochenende, wenn sie zu Hause gewesen wäre, sagen, dass wir verlobt sind..."
    Die beiden konnten das unmöglich ernst meinen. Ihre Mutter konnte diesen Typ doch nicht heiraten. "Das kann doch nicht wahr sein...", flüsterte sie. "Nicht das noch..."



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 21.11.2009, 00:13


    Ein Polizeihelikopter kreiste am Himmel. Ein inzwischen häufiger Anblick an den Grenzen des alten Hillside District, das inzwischen die heruntergekommenste Gegend war. Es gab viele lehrstehende Häuser, in denen sich nun Flüchtlinge versteckten. Das gesamte Distrikt war sowas wie abgeriegelt. Es gab zwar keinerlei richtige Kontrollen, aber Streifenwagen und Helikopter patrouillierten regelmäßig an den Grenzen. Das war nicht gerade schwer, da bis auf den Hafenbezirk kein anderer Direkt angrenzte. Die Überwachungsmannschaft im Helikopter gähnte. Sie hatten zwar Glück, dass sie heute nicht die langweilige Grenzpatrouille fliegen mussten, aber selbst bei einem Flug quer über das Distrikt hatte nichts mehr zu bieten. Die Helikopter waren am Anfang so effektiv gewesen, das sämtliche "Patienten", wie die durch die Grippe mutierten Menschen bei der Polizei scherzhaft genannt wurden, wussten, dass man besser keine Fähigkeiten einsetzte, wenn man einen Helikopter hörte.
    Das Prinzip dabei war recht einfach. Eine hochauflösende Kamera mit angeschlossenem Gesichtserkennungsprogramm diente dazu, gesuchte Personen zu identifizieren. Einmal erfasst, gab es kaum noch ein entkommen. Mit der Wärmebildkamera konnte der Flüchtige sogar in Häusern verfolgt werden. Sämtliche Aufnahmen wurden auch noch an die zentrale Polizeistelle weitergeleitet, sodass das Bildmaterial auch auf "normale" Gesuchte durchforstet werden konnte (was, wenn, dann nur elektronisch geschah, weil keiner dazu Lust hatte, Zeit damit zu verschwenden). Anfangs hatte es mit der Wärmebildkamera noch eine besondere Eigenschaft gehabt. Bei den Grenzpatrouillen war sie ein gutes Mittel, um Patienten von normalen Menschen zu unterscheiden. Außergewöhnlich große Wärmeausstrahlung vor allem am Kopf deutete nämlich darauf hin, dass jemand mentale Fähigkeiten einsetzte.
    Allerdings wurde diese Methode mit abnehmender Zahl von Patienten immer unzuverlässiger. Es kam zu immer mehr peinlichen Zwischenfällen wegen Fehlalarm, sodass diese Methode nicht mehr als Erkennungsmethode genutzt wurde. "Wieso machen wir das eigentlich noch? Wir haben seit Monaten keinen mehr erwischt." - "Wenn man's genau nimmt, haben wir über ein Jahr keinen mehr erwischt", antwortete der Pilot seinem Copiloten."Bis unsere Leute vor Ort waren, waren bei den letzten paar immer die Klinikleute schneller. Ich hab noch immer nicht kapiert, wie die immer so schnell vor Ort sein konnten und auch wieder verschwinden. Aber mir kann's egal sein. Sieh's doch mal so, wenigstens kommen wir regelmäßig zum Fliegen." Der Copilot zuckte mit den Schultern. "Hast ja recht, aber mir sind trotzdem alle, die für Pharmatec arbeiten, suspekt. Leute zu verhaften ist unsere Aufgabe, nicht deren!"

    Pharmatec & Biogen Solutions, kurz PBS oder einfach nur Pharmatec, war das weltweit größte Unternehmen im Bereich der Medikamentenforschung, Gentechnik, des Bioengeneering und was sonst noch so damit zu tun hatte. Außerdem entwickelten sie die meisten medizinischen Geräte, die sie benutzten, auch selbst. Sie hatten den Impfstoff gegen die Grippe entwickelt und leiteten auch im Auftrag der Regierung die Spezialkliniken.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 22.11.2009, 13:46


    "Das kann doch nicht wahr sein..." Der Satz war zwar nur geflüstert, aber da Rih nicht weit weg neben ihr saß, hatte Myriel den Satz verstanden. Rihs Blick sagte auch nichts Gutes voraus. Irgendetwas war passiert.
    "Stimmt was nicht, Kleine?" Myriel sah Rih fragend an. Sie hatte den Verdacht, dass es mit ihren Eltern zusammenhing. Was würde ihr sonst so zu Herzen gehen, was man auf dem Gesicht lesen konnte? Hatten sie ihren Vater erwischt? Hatte die Mutter irgendwas Scheußliches getan? Aber das konnte sie nicht laut fragen. Noch traute sie James nicht ganz über den Weg. "Was ist los? Haben sie irgendwas Neues gebracht? Die Nachrichten drehen sich doch immer nur um diese 'Patienten'. Gibt's mal was anderes? Etwas was uns betrifft?" Myriel hoffte, dass Rih wusste, welche Vermutungen sie hatte und verstand, dass ein "Nein, es gibt nichts Neues" ausreichte, um ihren Verdacht zu bestätigen.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 22.11.2009, 15:54


    Wenn Rih irgendetwas jetzt nicht tun wollte, war es reden. Sie klappte das Heft zusammen und betrachtete kurz den Umschlag. Eigentlich hatte sie es überhaupt nur bemerkt, weil etwas über ihre Lieblingsband darin stand. Der Sänger hatte durch die Grippe seine Stimme verloren. Das war schade, aber nicht allzu schlimm. Die Konzerte hatte sie sowieso nie besuchen dürfen.
    Sie schlug die entsprechende Seite auf, riss sie aus und gab sie der Frau.

    Hoffentlich sah man ihr nicht an, wie sehr sie mitgenommen war. Ihr stand die ganze Zeit das Bild ihrer Mutter Hand in Hand mit ihrem Freund vor Augen. Langsam bekam sie Angst, dass es auch für die anderen beiden sichtbar werden würde. "Ich brauch jetzt meine Ruhe. Und ich bin nicht klein!" Hastig stand sie auf und lief los. Sie wollte nur weg.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 22.11.2009, 21:40


    Völlig irritiert starrte Myriel Rih nach. "Rih, was ist los mit dir? Bleib doch hier!", rief sie ihr hinterher. Aber Rih reagierte nicht, sondern rannte nur noch schneller und verschwand hinter dem nächsten verfallenen Haus. Was war das denn? Die Kleine schien verstört zu sein. Aber so verletzt konnte sie durch ihre Anrede "Kleine" doch nicht sein...... Was stand in der Zeitschrift noch?
    Ein Schmerz riss Myriel aus dem Gedanken. Ohne es zu merken, war sie aufgesprungen und stand auf beiden Füßen. Der verletzte Knöchel aber hielt ihr Körpergewicht nicht aus. Leicht stöhnend lehnte sie sich wieder an die Hauswand und ihr Blick fiel auf den Zeitungsartikel in ihrer Hand an. Sie begann zu lesen. Himmelte Rih diese Band so sehr an, dass ihr das jetzt so stark zu Herzen ging, dass der eine seine Stimme verloren hatte? Das glaubte Myriel jetzt aber nicht, dass es daran lag, dass sie weggelaufen war. Aber woran lag es dann? Stand noch mehr in der Zeitschrift?



    Re: Die Grippe

    Zane - 25.11.2009, 00:08


    Genervt verdrehte Jayden die Augen. Was war denn nun schon wieder los? Er sah es gar nicht ein, dem Mädchen zu folgen, schlug die Beine übereinander und begann sich erneut eine Zigarette zu drehen. Er rauchte in letzter Zeit viel zu viel...

    "Lass sie, sie wird sich schon wieder beruhigen..." sagte er ruhig zu der jungen Frau, die anscheinend wieder starke Schmerzen im Knöchel hatte.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 25.11.2009, 00:48


    Rih rannte weiter, bis sie sicher war, dass James ihr nicht gefolgt war. Also hatte er wohl nicht gemerkt, dass sie mit Bildern geradezu um sich warf. Myriel wusste ja, dass sie anders war und sie würde bestimmt nichts sagen.
    Rih ließ sich auf einer Kiste nieder und begann hemmungslos zu weinen. Wenn jetzt jemand käme, würde er auf jeden Fall die Bilder sehen. Aber das war ihr egal.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 25.11.2009, 22:56


    "Wer weiß, wer weiß..... Manche Wunden sitzen tief. Und sie ist doch noch ein Kind", meinte Myriel. "Wissen Sie, was Kinder so beschäftigt? Wir Erwachsenen vergessen oft, was es bedeutet, ein Kind zu sein. Wir verlernen all zu schnell, so zu denken, wie wir es früher getan haben."
    Gedankenversunken schaute Myriel wieder in die Richtung, in die Rih verschwunden war. Wenn ihre Mutter so schlimm war wie ihre eigene, dann würde Myriel auch nicht mit ihr zurechtkommen. So wie es in der Wirklichkeit war - manche Eltern waren furchtbar. Sie wäre an Rihs Stelle im Moment auch lieber allein.
    "Wann sie sich beruhigt, weiß ich nicht. Ich glaube, sie weiß, was sie will. Ihr nachzulaufen, hätte allerdings echt keinen Sinn. Auch wenn ich keinen kaputten Knöchel hätte.
    Haben Sie eigentlich Kinder?" Mit dieser Frage, so hoffte Myriel, würde sie das Thema wechseln können und nicht mehr über Rih sprechen müssen. Sie wollte nicht mit Fragen gelöchert werden. James sollte ruhig glauben, Rih sei ihre Schwester oder Cousine oder etwas in diese Richtung. Das war bestimmt der beste Schutz im Moment.



    Re: Die Grippe

    Anonymous - 21.12.2009, 00:35


    Patrick öffnete die Haustür und rief: "Ich bin wieder zu Hause!" Eine junge Frau kam in den Flur, an ihr vorbei rannte ein Junge von 6 Jahren. Patrick hob ihn hoch und drückte ihn. Dann gab er der Frau einen Kuss und umarmte sie. Alle drei gingen in ein gemütliches Wohnzimmer mit großen Terrassenfenstern. Plötzlich verdunkelte sich draußen der Himmel, die Eingangstür splitterte, bewaffnete Männer drangen ins Haus ein. Patrick schob seine Frau und seinen Sohn hinter sich. "Lasst uns in Ruhe!", rief er. Ein Mann kam auf ihn zu und schlug ihn nieder. Sein Sohn begann zu weinen.

    Ihm wurde schwarz vor Augen und er hörte nur noch das Weinen.

    Plötzlich fuhr er aus dem Schlaf auf. "Alles nur ein Traum", dachte er. Aber das Weinen war echt. Langsam erhob sich Patrick aus der dunklen Ecke und blickte vorsichtig die Gasse hoch und runter.

    Was er dort sah verschlug ihm die Sprache. Ein Mädchen saß auf einer Kiste und weinte. Doch das faszinierende war, dass um das Mädchen herum lauter Bilder waren.

    Patrick suchte die Gasse erneut gründlich nach Personen ab. Dann packte er seine Sachen und ging auf das Mädchen zu. Er war sehr von den Bildern angetan. Er kniete sich neben sie. Sie hatte ihn noch nicht bemerkt. Er holte sein Taschentuch aus der Tasche, hielt es ihr hin und sprach mit möglichst sanfter Stimme: "Faszinierende Bilder. Aber du solltest sie verschwinden lassen, bevor man dich noch entdeckt!"



    Re: Die Grippe

    Feder - 21.12.2009, 00:56


    Der Schlaf wirkte wahre Wunder. Am nächsten Morgen stellte er allerdings fest, dass seine Tür komplett hinüber war. Erst wunderte er sich, dass es ihm nicht schon gestern aufgefallen war, aber dann beschlich ihn sofort ein ungutes Gefühl. Der Angriff hatte ihn wohl doch etwas mehr mitgenommen, als er vermutet hatte. Sorgenvoll sah er sich um. Jede Erholung war verloren gegangen. Dann versuchte er sich zu beruhigen und unterschrieb den Arbeitsvertrag, dann klingelte das Telefon. Dr. Yun war am anderen Ende der Leitung. "Dr. Santo, wie geht es Ihnen? Ich wollte Sie bitten das Angebot mit der Wohnung noch einmal zu überdenken. So etwas wie der gestrige Vorfall könnte öfters vorkommen, wenn jemand mitbekommt, dass Sie hier arbeiten." Joe seufzte. Er stimmte ihr zu und legte auf. Die nette Ärztin hatte ihn nur ermutigen wollen, aber die Wohnung lag ihm am Herzen. Als Nesthäkchen war es schwer gewesen eine eigene erste Wohnung durchsetzen zu können und er hatte sich Mühe gegeben eine zu finden, die zu ihm passte. Sie sollte hübsch sein, aber auch nahe an den Menschen, denen er helfen wollte. Sie würde ihm fehlen. "Vielleicht behalte ich sie einfach und vermiete sie.", dachte er bevor er sich einfach wieder hinlegte, um sich wieder zu erholen.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 21.12.2009, 01:45


    Rih zuckte zusammen wie unter einem Hieb und fiel von der Kiste. Hastig stand sie auf. "Was genau haben Sie gesehen?" Sie schloss die Augen und atmete tief durch. Vermutlich flackerten die Bilder für den Mann wie bei einem kaputten Fernseher, bevor sie verloschen. Wie hatte sie nur so leichtsinnig sein können?
    Sie öffnete die Augen wieder. Vor Tränen konnte sie das Gesicht des Mannes kaum erkennen. Sie wischte sie mit dem Ärmel weg. Als sie wieder etwas erkennen konnte, bemerkte sie, dass der Mann ihr ein Taschentuch anbot. Rih ignorierte es und wiederholte ihre Frage.



    Re: Die Grippe

    Anonymous - 21.12.2009, 13:42


    Die Bilder verschwammen und verschwanden dann vollständig. "Nun ich habe Erinnerungen aus einem Leben gesehen, das nicht mein eigenes war.", sagte er ruhig und steckte sein Taschentuch zurück in die Tasche. Er blickte noch einmal die Gasse rauf und runter. Er lächelte das Mädchen an und sagte: "Keine Panik, ich sag keinem was. Ich gehe mal davon aus, dass diese Bilder von deinen übernatürlichen Kräften erzeugt wurden?"



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 21.12.2009, 23:55


    Rih sah ihn irritiert an. Er verhielt sich, als sei es normal, dass sie Illusionen erzeugen konnte. Außerdem irritierte sie sein Lächeln. Es schien ihr unangebracht. "Sie tun so, als sei es normal", sagte sie und blickte zu Boden. "Warum? Wer sind Sie?"
    Warum war sie so leichtsinnig gewesen? Jetzt hatte jemand sie gesehen und sie hatte schon wieder Hunger und war müde. Rih ärgerte sich einmal mehr über sich selbst. Wenigstens würde sie nicht direkt wieder umkippen. So schlimm war es noch nicht.



    Re: Die Grippe

    Anonymous - 22.12.2009, 12:19


    "Mein Name ist Patrick Brownford. Ich habe schon alle möglichen Formen von Nachwirkungen gesehen, aber diese ist die faszinierendste, die ich je gesehen hab", sagte Patrick etwas verträumt. Dann setzte er sich neben sie und sagte: "Du bist nämlich nicht die einzige mit besondere Fähigkeiten."

    Er begann sich auf seine Hand zu konzentrieren. Das Blut pulsierte und die Temperatur in der Hand stieg an. Die Luft darum begann aufgrund der großen Hitze zu flimmern. Dann gab es eine 50cm hohe Stichflamme und seine Hand stand in Flammen. Die Luft um die Hand hatte sich entzündet.

    "Nicht ganz so beeindruckend, aber äußerst nützlich", sagte Patrick. Er kramte in seiner Manteltasche nach einer Schachtel Zigaretten. Er zündete sie sich an, danach begann die Flamme kleiner zu werden und verschwand schließlich ganz.
    "Nun jetzt kennst du mich. Und wer bist du?"



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 22.12.2009, 17:46


    Einen Augenblick staunte Rih. Dann rümpfte sie die Nase. Sie mochte Zigaretten nicht besonders, weil der Freund...der Verlobte ihrer Mutter auch rauchte. "Ich finde Feuer besser." Einen Moment überlegte sie. "Ich heiße Rih." Sie wollte nun wirklich nicht über sich reden. "Ich kenne nur jemanden, der ziemlich gute Wettervorhersagen machen kann... Was haben Sie denn schon so gesehen?"



    Re: Die Grippe

    Anonymous - 22.12.2009, 19:10


    "Ich habe Leute gesehen, die sich wie ein Chameleon ihrer Umgebung anpassen können. Oder Personen, die Haut aus Diamanten haben, oder", er fuhr sich mit der Hand über den linken Unterarm, "Menschen, die schneller als der Schall laufen können, und...." In der Ferne konnte er Personen hören. "Los hau ab!", sagte er mit ernster Stimme.
    Dann sah er die zwei Personen in langen schwarzen Ledermänteln.

    Patrick stellte sich mit ausgebreiteten Armen in die Mitte der Gasse. Er konzentrierte sich. Sein Puls hämmerte ihm in den Ohren. Er spürte wie er sich erhitzte. Der Asphalt unter ihm begann zu kochen und seine Hände brachen in Feuer aus.

    Die beiden hoben ihre Pistolen. "PENG, PENG", die Projektile verfehlten ihn. Dann schleuderte er eine Flamme nach den beiden, die in Deckung sprangen. Von dort aus schossen sie erneut nach Patrick.
    Er hoffte, dass das Mädchen bereits verschwunden war, und ging dann selbst in Deckung.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 23.12.2009, 03:16


    Rih kauerte hinter einer Kiste und wagte nicht, nachzusehen, was genau geschah. Sie hatte nur einen kurzen Blick auf die beiden schwarz Gekleideten erhascht, die sich die allergrößte Mühe gaben, jedes nur erdenkliche Klischee zu erfüllen, indem sie einfach drauf los schossen. Einerseits hatte sie Angst. Andererseits kam sie sich schrecklich nutzlos vor. Ihre Fähigkeit brachte einfach nichts, wenn man nicht gerade stehlen oder abschreiben wollte...
    Solange sie nicht wusste, wo genau die beiden waren, wäre es viel zu anstrengend und riskant, ihnen eine Illusion schicken zu wollen. Wenn sie aus Versehen Patrick etwas Falsches sehen ließ, würden die beiden ihn am Ende noch erschießen.



    Re: Die Grippe

    Zane - 23.12.2009, 16:09


    "Kinder? Nein...dafür war bisher nie Zeit...", murmelte Jayden. Plötzlich knallte es mehrere Male. Schüsse. Und sie waren gar nicht weit weg. Jayden richtete sich auf und lauschte.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 23.12.2009, 20:49


    Erschrocken drehte auch Myriel ihren Kopf in die Richtung, aus der die Schüsse kamen. "Schon wieder eine Schießerei", dachte sie ärgerlich. Hier schien es langsam normal zu werden, dass man regelmäßig Schüsse hörte, aber sie waren schon lange nicht mehr so nah gewesen. Nachdem anfangs viele entflohenen Patienten festgenommen worden waren, war hier immer seltener jemand in die Fänge der Cops geraten, die sie in die Spezialkliniken steckten. Und freiwillig kam keiner ins Armenviertel.
    Die Schüsse bedeuteten aber nie etwas Gutes. Vielleicht kamen die Behörden doch langsam auf die Idee, hier in diesem Viertel genauer zu suchen. Dann sollte ihr jetzt langsam doch etwas besseres einfallen, wo sie unterkommen konnte oder keiner merkte, dass sie "unnormal" war.



    Re: Die Grippe

    Zane - 23.12.2009, 21:01


    Besonnen und als wäre es die natürlichste Sache der Welt zog Jayden langsam eine Halbautomatische aus der Jackettinnentasche und kramte mit der anderen Hand in der äußeren Tasche herum. Langsam begann er das Magazin zu befüllen.

    Schließlich bemerkte er die Blicke von Myriel. "Hab ich gegen zwei Packungen Kippen getauscht..."



    Re: Die Grippe

    Anonymous - 23.12.2009, 21:23


    Kugeln schlugen in der Wand neben ihm ein. Patrick schleuderte als Rache ein Geschoss aus Feuer nach seinen Feinden. Es explodierte an einem Eckpfeiler.
    Er sah, dass das Mädchen immer noch da saß. "Verdammt! So ein dummes Gör!", dachte er. Patrick musste nun nicht nur die beiden Paladine besiegen, sondern auch noch auf dieses Mädchen achten. Er sprang auf und rannte auf die andere Seite und schleuderte eine Kugel aus Feuer nach seinen Gegnern. Bei dem Mädchen angekommen zog er sich auf die Beine und brüllte: "Lauf oder willst du etwa sterben?" Dann schubste er sie weg und drehte sich um. Er starrte in die Mündungen beider Pistolen. Patrick erkannte beide. Sie hatten vor vielen Jahren mit ihm gemeinsam Überlebende der Grippe gejagt. "Hallo Patrick, ich gehe davon aus, dass du jetzt nicht aufgibst. Aber ich bitte dich trotzdem. Ich kann dafür sorgen, dass du gut behandelt wirst", sagte der größere der beiden. Patrick lächelte grimmig: "Du hast mich Richtig eingeschätzt, Richard." Erneut entzündeten sich Patricks Hände. Der Große lächelte.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 23.12.2009, 23:14


    Weglaufen war keine schlechte Idee. Wenn sie nur wüsste, wohin sie laufen konnte, ohne direkt gesehen zu werden. Überall in der engen Gasse war Müll und auf dem schmalen Pfad, der nicht völlig zugeschüttet war, gab es keinerlei Deckung. So würde sie nicht weit kommen. Das war ihr zu gefährlich.
    Von ihrem jetzigen Standort aus konnte sie allerdings einem der Männer eine Illusion schicken, ohne Patrick dasselbe sehen zu lassen. Sie konzentrierte sich darauf, seine Sicht verschwimmen zu lassen. Tatsächlich rieb er sich bereits nach wenigen Sekunden die Augen.



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 24.12.2009, 12:13


    Der Helikopter zog seine Kreise. "Hey, da unten passiert was!" Der Polizist schaute auf die Bildschirme der Überwachungskameras. Dabei fiel sein Blick auf den Bildschirm der Wärmebildkamera. "Wow, der eine ist ja ein richtig heißer Kerl. Das muss ein Patient sein; dass wir endlich mal wieder ein fangen! Los, das müssen wir sofort der Zentrale melden!"

    Theodor Struck griff zum Telefon: "Schickt Team Omega 12 zu Ausstiegspunkt C32. Wir haben einen 3C oder einen 4D. Wir sind uns noch nicht ganz sicher. Genauere Informationen geben wir dem Team später. Auf jeden Fall sollen sie mit allem rechnen. Vorerst nur observieren bis wir wissen, womit wir es zu tun haben. Außerdem sind Bewaffnete vor Ort. Identifizierung läuft noch. Ich melde mich, sobald wir mehr wissen."
    Er legte den Hörer auf. Eine Sichtung hatten sie schon eine ganze Zeit nicht mehr von der Polizei erhalten. Zum Glück waren seine Jungs dank des geheimen unterirdischen Transportsystems immer schneller vor Ort. Nun musste er noch den Wissenschaftler benachrichtigen. Ihn regte es jedes Mal auf, dass er nur das Kürzel kannte, aber nicht wusste, zu wem es gehörte. Immerhin war er hier der zweithöchste Sicherheitsbeamte von Pharmatec. Nur Harold Waneck hatte einen höheren Rang. Natürlich gab es noch mehrere, die denselben Rang hatten wie er, aber nicht in dieser Stadt.
    MtHd, was für ein albernes Kürzel, aber so war es nun Mal. Die ganze Angelegenheit mit der Grippe und alles, was damit zusammenhing, stand unter der Aufsicht von MtHd. Der Wissenschaftler war einer der wenigen, der eine Ahnung davon hatte, was überhaupt da draußen vorging. Und immerhin konnte er selbst entscheiden, wie er seine Einsätze durchführte. Eigentlich hatte er keinen Grund sich zu beschweren.

    Die Gesichtserkennung bei dem Mutanten hatte kein Ergebnis geliefert. Er schickte das Bild an den Wissenschaftler. Er hatte nur die Daten von Personen mit besonderer Priorität für weiterführende Forschungen.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 25.12.2009, 03:21


    "Ich halte nichts von Waffen und Kämpfen. Ich will mal über die Straße gehen können, mein Leben leben können, ohne, dass mir misstraut wird. Was haben so Menschen wie wir denn getan, dass man bei jeder Sache vor einem Lauf einer Flinte steht?" Nicht gerade begeistert schaute Myriel James' Waffe an. Aber sie sagte nichts weiter und beließ es bei ihren Blicken. Sie erwartete einfach zu viel. Der Traum würde nie in Erfüllung gehen, egal wie sehr sie sich das auch wünschte. Traum blieb Traum und manche Träume waren zwar schön, aber nicht realisierbar.



    Re: Die Grippe

    Anonymous - 25.12.2009, 21:08


    Der eine Unbekannte rieb sich die Augen und blinzelte mehrmals. Dann sprach er leise: "Richard ich kann nichts mehr sehen!" Die Panik in seiner Stimme konnte er nur schwer unterdrücken. "Was? Konzentrier dich auf deinen Auftrag!", sprach Richard mit fester Stimme. Dann wanderten seine Blicke an Patrick vorbei und erfassten Rih. "Das Mädchen hat wohl auch besondere Kräfte. Faszinierend!", sagte der Fremde."ICH KANN NICHTS MEHR SEHEN!", schrie der andere panisch. "Beruhig dich!", schrie Richard. Patrick lachte laut auf: "Du hast einen Fehler gemacht! Du hast dein Ziel aus den Augen verloren!" Dann schleuderte er eine Kugel aus Feuer nach Richard. Diese traf ihr Ziel mitten auf der Brust. Richard wurde drei Meter zurückgeschleudert. Auf seiner Brust klaffte eine große Brandwunde. Nun wandte sich Patrick dem Blinden zu. "Richard? Richard?", schrie dieser noch panischer. Dann schoss er in der Gegend umher. Patrick schmiss sich auf den Boden. Der Blinde verschoss sein ganzes Magazin und rannte dann los. Doch nach nur 10 Metern stoppte ihn unfreiwillig eine Straßenlaterne. Er ging bewusstlos zu Boden. Patrick stand auf ging zu Richard.

    Er hob dessen Pistole auf und mit tödlicher Präzision und Kälte gab er ihm den Gnadenstoß. Dann ging er zu dem anderen und tat dasselbe.

    Als letztes wischte er die Pistole ab und warf sie neben die Leiche.
    Nun war es still in der Gasse. Nur das Geräusch eines Rotors war zu hören.
    "SCHEIßE!", dachte sich Patrick und fuhr herum. Dort am Himmel sah er einen Helikopter. Die Lackierung ließ auf Polizei schließen. Er rannte los.

    Er packte das Mädchen am Arm und schleifte sie hinter sich her. Sie versuchte sich loszureißen. Doch dies ließ er nicht zu. Er ignorierte ihr Geschrei, er musste sie in Sicherheit bringen.
    Am Ende der Gasse standen zwei Personen. Sie blickten ihn an.
    Patrick ließ das Mädchen los. Er konzentrierte sich, bereit zur Verteidigung und erwartete, dass sie ihn angriffen.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 25.12.2009, 23:27


    Eigentlich hatte sie dem Mann nur ein verstärktes Flirren der Luft vorgaukeln wollen. Offenbar hatte der Stress den Effekt ihrer Fähigkeit verstärkt. Scheinbar kannten diese Leute Patrick. Wenn sie wussten, wozu er fähig war, erklärte das einiges. Immerhin erschoss er sie einfach.
    Rih schrie auf, als Patricks Hand ihren Arm umschloss. Gerade eben war dort noch Feuer gewesen. Die Hitze tat höllisch weh. Sie verstand auch nicht, wie er es schaffte, hier in all dem Müll zu rennen. Als er sie losließ, blieb jedoch keine Zeit für Erleichterung. Da waren wieder zwei Leute. Dieses Mal konnte sie ihre Fähigkeit nicht zuverlässig nutzen. Sie hatte schon zu viele Illusionen gebraucht und die beiden waren ein gutes Stück von ihr entfernt. Wenn sie weit weg waren, war es schwieriger, sie zu beeinflussen. Sie fluchte leise. "Was jetzt?"



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 26.12.2009, 01:59


    Eine neue Nachricht war eingegangen. Der Bereichssicherheitschef hatte ihm eine Sichtung gemeldet. Er erkannte das Bild sofort. Patrick Brownford. Leider war es ihnen nicht gelungen, ihn damals einzufangen. Seine CIA-Ausbildung war eben nicht umsonst gewesen. "Ein Wunder, dass er noch lebt", dachte sich der Wissenschaftler alias MtHd. Brownford und einige andere waren unter anderem an dem besonders aggressiven Typ 4 Virus erkrankt, welches inzwischen ausgerottet war. Die Mutationen, die es hervorgerufen hatte, waren so stark, dass sie früher oder später zum Tod führten. Ein weiteres Problem ergab sich dadurch, dass alle 39 Personen, die die Infektion mit Typ 4 überlebt hatten, sich durch ihre Kräfte selbst überschätzten und jedem rationalen Gedanken über sie entsagten.
    Die Fälle waren ihm teilweise immer noch vor Augen. Viele von ihnen hatten sich Namen gegeben. Steven Warde, alias Stoneskin: Seine Haut hatte sich durch Kristalleinlagerungen stark verhärtet. Trotzdem war er nicht unverwundbar und weder aus Granit noch aus Diamant, auch wenn er es vielleicht dachte. Der Tod trat sechs Wochen nach Überwältigung der Infektion ein. Todesursache war Kreislaufversagen, weil die Haut ihre Funktion nicht mehr wahrnehmen konnte.
    Ganz ähnlich ein anderer Fall: Der Name viel ihm nicht mehr ein, aber ansonsten erinnerte er sich noch an den Fall. Stark erhöhter Stoffwechsel und stark erhöhte Muskelleistung. Eine Laufgeschwindigkeit von über 100 Kilometer pro Stunde. Dummerweise hatte diese Fähigkeit tödliche Nebenwirkungen. Irgendwann lief die Person zu lange zu schnell. Es kam zur Unterzuckerung und zum Zusammenbruch. Das Ergebnis war Genickbruch. Das Ironische daran war, dass auch ohne Genickbruch der Tod eingetreten wäre. Ohne den Fahrtwind hätte bei diesem plötzlichen Stopp die Körperkühlung versagt und der Tod wäre durch Überhitzung eingetreten.
    So oder ähnlich waren die meisten der mit Typ 4 coinfizierten Personen gegangen. Mit Ausnahme von Brownford. Er hatte sich absetzen können und hatte sich nun über ein Jahr erfolgreich versteckt. Dass er noch lebte, war überraschend. Seine Mutation sorgte dafür, dass seine Haut außergewöhnlich viele Kohlenwasserstoffverbindungen absondern konnte, darunter auch leicht entflammbare. In Kombination mit der Fähigkeit, seine Haut stark zu erwärmen, konnte er so Feuer erstellen. Ein Manko dabei war, dass er nicht feuerfest war. "Erstaunlich, dass er sich noch nicht selbst verbrannt hat. Aber wenn meine Vermutungen stimmen, hat er ohne Hilfe trotzdem nicht mehr lange zu leben, falls ihm noch zu helfen ist", dachte sich der Wissenschaftler. Er verfasste eine Nachricht mit allen wichtigen Informationen für Struck.

    Von: MtHd

    An: Struck

    Betreff: Sichtung

    Ich habe die Zielperson identifiziert. Der Name ist Patrick Brownford, ehemaliger CIA-Agent. Seine Mutation erlaubt ihm, Feuer an seiner Haut zu entfachen, wahrscheinlich auch Feuerstöße mit geringer Reichweite. Wenn ihre Männer feuerfeste Kleidung tragen und Abstand halten, sollten die Fähigkeiten kein Problem darstellen. In seiner Ausbildung sehe ich den größeren Risikofaktor, aber das ist ihr Spezialgebiet. Gehen sie kein unnötiges Risiko ein. Sie und ihre Männer haben die Erlaubnis, die Situation selbst einzuschätzen und den Verhältnissen nach nach eigenem Ermessen zu handeln. Viel Glück!



    Re: Die Grippe

    Feder - 27.12.2009, 00:08


    Etwas ungewohnt war das große Büro auch nach den ersten paar Tagen noch, aber dort hielt er sich nie lange auf. Als gewissenhafter Arzt wollte er so oft wie möglich seine Patienten "besuchen" und mehr über ihre Probleme herausfinden. Als die Grippe mutiert war, war er noch Student gewesen. So hatte er nie einen dieser Patienten behandelt, denn als er fertig gewesen war, waren sämtliche Fälle bereits in die Spezialkliniken verlegt worden. Er hatte noch nicht genau gesagt bekommen, wo er arbeiten sollte, aber es war Dr. Santo sowieso ein Rätsel. Eingearbeitet wurde er auf der Kinderstation bei Dr. Yun. Bisher gefiel es ihm ganz gut in der Klinik und seiner neuen Wohnung. Aber er hatte auch kaum Zeit gehabt über irgendetwas genauer nachzudenken.



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 27.12.2009, 03:06


    Dr. Santo betrat das Büro von Dr. Lang. Dr. Lang deutete auf einen Stuhl. "Setzen Sie sich. Wie hat Ihnen Ihre erste Woche bei uns gefallen?" - "Ganz gut, bisher. Die Kollegen sind alle freundlich. Die meiste Zeit allerdings habe ich damit verbracht, mich einzurichten und mir einen Überblick zu verschaffen. Wirklich gearbeitet habe ich bisher ja noch nicht...." Dr. Lang lächelte. "Das habe ich erwartet. Ich habe Sie heute hierher bestellt, um mit Ihnen Ihre zukünftigen Aufgaben zu besprechen. Wie Sie bereits festgestellt haben, ist Ihr Labor im 2. Stock. Dort werden Sie auch arbeiten." - "Und worin wird meine Arbeit bestehen?"
    "Genau dazu wollte ich gerade kommen. Ihnen werden einige Patienten zugeteilt, die Sie betreuen werden. Sie werden ihr Krankheitsbild analysieren und versuchen eine entsprechende Behandlung der Symptome einzuleiten. Außerdem werden Sie Zellkulturen entnehmen und sie nach Anomalien untersuchen. Achten Sie dabei besonders auf Stoffwechselunregelmäßigkeiten und unbekannte Verbindungen. Des Weiteren werden Sie standartmäßig das Chromosomenbild analysieren und nach Unregelmäßigkeiten ausschauhalten. Ihre Ergebnisse werden Sie weiterleiten. Eine andere Gruppe wird versuchen, die modifizierten Gensequenzen zu finden und entschlüsseln.
    Natürlich werden Sie nicht alleine arbeiten. Vor allem bei der Laborarbeit werden Sie im Team arbeiten. Bei der Patientenbetreuung ist es allerdings besser, wenn Sie sich alleine um ihre Patienten kümmern, das schafft Vertrautheit. Sie verstehen?" - "Sicher." - "Gut. Bei den Analysen werden Sie natürlich auch die anderen Patienten mitbearbeiten. Sie sollen ja ein Team sein. Je nach dem, wie Sie sich entwickeln, werden Sie eventuell einem Arbeitskreis zugeteilt, aber das hat noch Zeit. So das war's erstmal." Dr. Lang reichte Santo eine Mappe. "Darin steht alles, was Sie wissen müssen, um mit der Arbeit anzufangen. Falls Sie ein Problem haben, rufen Sie mich an oder kommen sie vorbei. Sie sollten sich aber vorher bei meiner Sekretärin anmelden."
    Santo bedankte sich und ging in sein Büro. Endlich konnte er das machen, wozu er hergekommen war, nämlich Menschen helfen. Und vielleicht würde er dann auch mehr über das mutierte Grippevirus erfahren. Es war zwar eine grauenhafte Seuche, aber als Wissenschaftler konnte er nicht anders als davon fasziniert zu sein. Und er hatte das Gefühl, als ob er nicht der einzige war, dem es so erging.



    Re: Die Grippe

    Feder - 27.12.2009, 20:47


    Sein Labor im 2. Stock war eher das Gegenteil von seinem Büro. Die Fenster waren klein gehalten und der Raum war ausgefüllt mit Apparaten, die Dr. Santo nicht alle etwas sagten. Gerade war er damit beschäftigt, eines dieser ihm unbekannten Geräte genauer zu betrachten, als jemand klopfte und ohne auf Antwort zu warten eintrat. "Tagchen! Knut mein Name, ich bin Laborassistent in diesem Labor. Irgendwelche Fragen?" Leicht irritiert musterte Santo die Person, die eingetreten war. Die Haare waren unter einem Tuch zusammengebunden, der Kerl gute 1,90m groß und er sah nicht aus, als ob er irgendetwas von den Maschinen verstand. Noch bevor er etwas erwidern konnte, grinste Knut ihn an und sagte: "Naja, wenn Sie Fragen haben, stellen Sie sie besser jemand anderem. Ich bin 'nur' Pfleger hier. Sie sollten allerdings nichts anfassen, wenn Sie nicht wissen, wozu es gut ist." Er lächelte und Santo entspannte sich wieder. "Freut mich, Sie kennen zu lernen, mein Name ist Santo, Dr. Joe Santo", er reichte Knut die Hand, "Wie geht es denn meinen Patienten? Wie stark sind ihre Mutationen?" - "Sie können in 10 Minuten selber einmal einen Blick auf sie werfen, momentan gibt es Essen. Die Auswirkungen der Mutationen müssen Sie allerdings selber feststellen, dafür haben Sie hier das Labor." Mit diesem Satz und einem Winken verabschiedete Knut sich und Santo stand wieder zwischen den Geräten. Er beschloss, erst einmal selber etwas zu essen, und wählte die erste Piepernummer an, die er gespeichert hatte; hoffentlich hatte Dr. Yun Zeit für ein Essen.



    Re: Die Grippe

    Zane - 28.12.2009, 20:52


    "Ich werde dich an deine Worte erinnern, solltest du irgendwann zersiebt im Staub liegen. Die Welt, die du dir da erträumst, gibt es nicht. Hier heißt es leben oder sterben. Wenn dir an letzterem im Moment nicht gelegen ist, dann musst du was dafür tun... So sind die Regeln." Mit diesen Worten lud er einmal durch und ging lässig in Richtung des nächsten Gebäudes, um dort Schutz und Deckung zu suchen.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 28.12.2009, 22:17


    "So ein Angeber", dachte Myriel verärgert. Laut sagte sie: "Das weiß ich selbst, sonst wär ich jetzt schon Tod. Aber renn' nur hin und lass mich allein, was soll's. Ich frage mich nur, was das bringen soll, wenn sich alle gegenseitig beschießen und dabei draufgehen. Die Menschheit bekämpft das, was sie nicht gewöhnt ist und deshalb unnormal findet. Und was hat das für einen Sinn? Ich halte mich da lieber raus und geh den Kämpfen aus dem Weg, als jedes Mal hinzurennen, wenn ich Schüsse höre. Echt schwachsinnig!"



    Re: Die Grippe

    Zane - 28.12.2009, 22:32


    Als Jayden die Worte Myriels hörte, drehte er sich um und zog eine Augenbraue hoch.
    "Ich suche Schutz, keinen Ärger. Sollen die sich gegenseitig die Köpfe wegschießen, ich werd mich ne Runde hinlegen. Wenn du magst kannst du mitkommen..." Mit diesen Worten drehte er sich wieder um und verschwand hinter einer halb zertrümmerten Tür, die schon halb aus den Angeln hing.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 28.12.2009, 22:44


    "Hey, wie stellen Sie sich das denn vor?", rief sie ihm hinterher. "Ich kann doch nicht laufen. Ich nehme mal an, Sie haben nicht vor, mich zu tragen, oder?"
    Schon die Vorstellung fand sie komisch. Aber ärgern tat sie das schon. Wie kann man so leicht vergessen, dass sein Gegenüber verletzt ist? Hilfsbereitschaft ist auch was anderes. Sie erwartete einfach echt zu viel.



    Re: Die Grippe

    Zane - 28.12.2009, 23:00


    "Hey, der Allmächtige war so gütig, dir zwei Beine zu schenken... Stell dich nicht so an", hörte man seine Stimme von innen. Dann hörte man es immer und immer wieder laut Poltern. Holz zerbrach.



    Re: Die Grippe

    Anonymous - 28.12.2009, 23:19


    Patricks Hände entzündeten sich erneut. Er schleuderte die Flammen fächerförmig von der rechten Seite der Gasse zur linken. Die beiden Personen traten einen Schritt zurück. "Hör gut zu, Mädchen, ich werde...", plötzlich unterbrach ihn ein brennender Schmerz in den Armen. Er setzte erneut an und hatte dabei Schwierigkeiten, die Schmerzen zu unterdrücken. "Also ich werde die jetzt aufhalten und du siehst zu, dass du dich in Sicherheit bringst! Ich will, dass du dich nicht umdrehst oder anhälst! Und nun geh." Dann kniete er sich in der Mitte der Straße nieder, kramte in seinem Rucksack und zog eine alte Cremedose heraus. Er öffnete sie und sah, dass sie halb leer war. Die Salbe roch stark nach Pfefferminz. Patrick strich sich die Arme damit ein. Der Schmerz lies nach. Dann packte er sie wieder weg. Das Feuer wurde langsam kleiner. Seine Kräfte konnte er jetzt vorerst nicht mehr einsetzten, also würde er sie im Nahkampf besiegen müssen. Patrick schmiss seinen Rucksack in eine Ecke zwischen den Müll.

    Plötzlich sprangen die beiden Personen über die Flammen auf seine Seite. "Ok, ich ergebe mich!", sagte er und nahm die Hände über den Kopf. Nun musste er nur noch warten bis sie nahe genug dran waren.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 28.12.2009, 23:35


    Rih drehte sich nur ungern um und lief weg. Aber eine Wahl hatte sie nicht. Patrick sah nicht gut aus. Aber sie war ihm so keine Hilfe. Also lief sie. In einer Hauswand fiel ihr ein Loch auf. Am besten schaute sie, ob sie durch das Haus auf die andere Seite kam. Die Gasse war noch lang und eine Abzweigung sah sie nicht. Sie kletterte über den Müll in das Loch. Sie schaute sich kurz um. Dann griff sie in ihre Tasche und zog etwas Traubenzucker heraus. Den hatte sie für Notfälle eingesteckt und das schien ihr ein Notfall zu sein.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 29.12.2009, 00:16


    Myriel stellte sich hin und stützte sich an der Wand ab. Ihr Fuß störte sie doch sehr. Warum musste das gerade sie treffen und wieso tat das weh?
    Sie fragte sich, was der Lärm in dem Gebäude zu bedeuten hatte. Was hatte James vor? Wollte er die Möbel da drinnen auseinandernehmen und sie wie einen Schutzwall aufbauen? Am besten schaute sie nach. Unter Schmerzen humpelte sie hin und biss die Zähne zusammen. Nur nicht losheulen - das war jetzt das Letzte, was sie sich leisten konnte. James gegenüber wollte sie nicht noch mehr Schwächen zeigen.



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 29.12.2009, 15:06


    Von: LgMn

    An: MtHd

    Betreff: Santo

    Santo ist nun unser Angestellter. Er arbeitet sich gut ein. Ich hoffe, Sie sind nun zufrieden.


    Ja, er war zufrieden, als er die Nachricht las. Insgesamt entwickelte sich die gesamte Situation vorteilhaft.
    Das war nicht immer so gewesen. Als vor 5 Jahren alles begonnen hatte, war alles eine Katastrophe gewesen. Das ungewöhnliche an der Seuche war, dass sie zu erst in einem Industriestaat aufgetreten war. Sie hatte sich sehr schnell verbreitet. Vor allem in Entwicklungsländern hatte sie viele Opfer gefordert, da sie dort wesentlich ineffizienter bei der Eindämmung waren. Nach zwei Jahren und über einer Milliarde Opfer waren endlich die Impfung und das Gegenmittel entwickelt worden und es konnte effektiv gegen die Grippe vorgegangen werden. Doch es hatte noch mehr als ein halbes Jahr gedauert, bis die Anzahl der Infektionen zurückgegangen war. Bis heute waren somit ca. 1,6 Milliarden Menschen der Grippe weltweit zum Opfer gefallen...
    Aber inzwischen hatte sich vieles zum Besseren gewendet. Ja, sie hatten gute Arbeit geleistet. Der Impfstoff war verbessert worden, genauso wie die Behandlungsmethoden. Sie hatten es geschafft die Überlebenschance auf 70% zu steigern und die Anzahl der Neuinfektionen war auf eine annehmbare Größe geschrumpft. In den Industriestaaten gab es den Umständen entsprechend wenige Grippetote. Die 70%-Marke wurde durchschnittlich eingehalten. Allerdings war damit ein neues Problem aufgetreten, an dessen Lösung er nun seit drei Jahren arbeitete. Die Mutationen der Überlebenden. Irgendwie ironisch, dachte er sich, zuerst helfe ich bei der Entwicklung des Gegenmittels und nun bin ich verantwortlich für die Konsequenzen. Wir haben ja Mutationen erwartet, doch das Ergebnis war teilweise jenseits der Erwartungen.

    Theodor Struck gab seinem Team Anweisungen:"Also denkt dran, seine Flammen sind echt. Erledigt ihn aus dem Hinterhalt. Lasst euch nicht blicken. Dank Luftunterstützung kann er uns kaum entkommen, lasst es aber nicht zu einer Verfolgung kommen." "Hier Teamführer, habe verstanden. Erreichen nun den Ausstiegspunkt. Melde mich wieder, sobald wir Sichtkontakt haben."

    Der Raum war wohl mal ein Büro gewesen, auf jeden Fall stand noch ein Schreibtisch in dem Raum. Farbe blätterte von den Wänden. Durch eine Tür kam man in einen weiteren Raum, der eine große Scheibe hatte, durch die man in eine Halle blicken konnte. Dort befanden sich mehrere Werkbänke. Wahrscheinlich war dies mal eine kleine Fabrik gewesen, die nun aufgegeben war. Alles in allem sah es wie ein ganz gewöhnliches leerstehendes Gebäude aus, bis auf eine Kleinigkeit. Eine Wand in dem Büro bewegte sich. Sie schwenkte nach hinten und gab den Blick in einen weiteren Raum frei. Der größte Teil dieses Raumes wurde von einer Transportplattform eingenommen, auf der fünf Männer warteten. Ein sechster Stand an einem Steuerpult für die Tür. Nachdem sich die versteckte Tür vollständig geöffnet hatte, ging die Gruppe hindurch und sie verschlossen den geheimen Zugang wieder. Nun sah wieder alles friedlich und normal aus. Die Gruppe verließ das Gebäude und begann ihren Einsatz.



    Re: Die Grippe

    Anonymous - 29.12.2009, 22:55


    Patrick legte sich, wie es ihm befohlen wurde, auf den Boden. Die eine Person stand ca. zwei Meter links von ihm, während die andere über ihm kniete und ihn durchsuchte.
    Nun kam es auf Schnelligkeit und Deckung an.
    Er drehte sich blitzschnell um.

    Er packte ihn mit der linken Hand am Kragen... mit der Rechten griff er nach der Pistole des Mannes... gleichzeitig zog er den Mann von den Beinen und nutzte ihn als Schutzschild.

    Dann knallte es mehrmals und Patrick spürte, wie die Kugeln den Körper des Mannes durchbohrten. Er ließ den Mann los, legte die Pistole auf dem Toten ab und krümmte ab.

    Der andere Mann wurde in der Brust getroffen und sackte zusammen.

    Der Rest war für Patrick reine Routine. Er schoss beiden Personen in den Kopf, um sicher zu gehen.
    Der Helikopter kreiste immer noch über ihm in der Luft und er hatte auch nicht mehr viel Zeit. Er zog einem der Männer das Holster aus und legte es an. Dann nahm er sich von beiden Männer insgesamt 20 Magazine.
    Seine Arme schmerzten immer noch ziemlich stark, aber durch seine Ausbildung hatte er gelernt, den Schmerz auszublenden. Dann packte er seinen Rucksack und sprang durch die langsam niedergebrannte Feuerwand und rannte durch die Gasse davon.
    "Hoffentlich verfolgen sie nur mich und das Mädchen hat sich in Sicherheit gebracht", dachte sich Patrick.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 01.01.2010, 22:12


    Rih sah sich in der Ruine um. Die Treppe war modrig. Die würde sie unter keinen Umständen betreten. Der Boden war mit einer dicken Staubschicht bedeckt, in der sie deutliche Spuren hinterließ. Das Profil ihrer Markenschuhe musste sie unbedingt verwischen. Sie nahm einen Lumpen und versuchte, ihre Spuren am "Eingang" auszulöschen.
    Plötzlich hörte sie wieder Schüsse. Sie wollte nachsehen, was geschah. Doch dafür hatte sie zu viel Angst. Also ging sie weiter in das Haus und suchte nach einem anderen Ausgang.



    Re: Die Grippe

    Zane - 05.01.2010, 21:41


    Es ging alles viel zu schnell und wenn er es gekonnt hätte, hätte er alles rückgängig gemacht. Der alte Mann lag keine zwei Schritte vor im auf dem staubigen und mit Müll übersäten Boden. Wahrscheinlich war er tot.

    Er selbst war dabei nach hinten auf den alten Tisch gestürzt, welcher unter seinem Gewicht nachgegeben hatte. Nun lag er ruhig zwischen den Trümmern auf dem Boden und starrte nach oben...



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 08.01.2010, 23:29


    Struck blickte auf. Die Gesichtserkennung hatte ein Ergebnis für die beiden Zivilisten ergeben. "Verdammt! Paladine!" Er fluchte. Das Letzte, was sie brauchen konnten, war eine Gruppe Verrückter, die Inquisition spielten. Bisher hatte er noch nicht mit ihnen zu tun gehabt, da sie sich meistens aus den Städten und den Machtbereichen von Pharmatec fernhielten, aber es hatte immer wieder Reibereien gegeben. Außer den Namen war nicht viel über sie bekannt. Sie arbeiteten wohl meistens in kleinen Gruppen und zogen es vor, ihre Ziele zu eliminieren anstatt sie gefangen zu nehmen. Warum sie das überhaupt machten, war ihnen unbekannt und eigentlich auch egal, solange sie nicht im Weg waren. Er würde seinen Vorgesetzten informieren. Dass sie es wagten, sich hier blicken zu lassen, war ein dreiste Provokation. Bisher wurden sie als höchstens leicht störend empfunden, aber nun musste etwas unternommen werden. Aber zuerst funkte er sein Team an.
    "Omega 12 Leader. Achtet auf zwei Männer in schwarzen Mänteln. Sie sind bewaffnet und es sind Paladine" "Aye, wir haben sie grade gesichtet. Beide bereits tot. Außerdem haben wir noch zwei tote Polizisten. Nehmen die Verfolgung auf. Bitte um eigene Luftunterstützung. So wie's aussieht, ist unser Ziel nun bewaffnet und hat jede Menge Munition. Eine Waffe und alle Magazine fehlen." "Ich werde mich um die Luftunterstützung kümmern. Versuchen sich Sichtkontakt herzustellen. Ende"



    Re: Die Grippe

    Feder - 09.01.2010, 01:18


    Die ersten paar Tage blieben recht ereignislos, bis er den ersten Patienten vorgestellt bekam. Die dürre Frau saß auf einem weißen Hocker im Labor und rang sich ein Lächeln ab. Er begrüßte sie freundlich und begann dann eines der normalen ersten Patientengespräche, wie er sie auch in der städtischen Klinik geführt hatte. Anders als seine zukünftigen Patienten war diese schon etwas länger in der Klinik und er sollte sich einfach mit der Situation etwas vertraut machen. Nach zehn Minuten fiel ihm auf, wie nervös die Patientin zu sein schien. "Ist alles in Ordnung bei Ihnen? Erwarten Sie ein wichtiges Testergebnis?", er versuchte sie mit einem Lächeln zu beruhigen, aber sie nickte nur. Nach ein paar weiteren Minuten empfahl er ihr eine Tasse Tee und etwas Ruhe und blieb allein im Büro zurück, nachdem eine Schwester die Frau auf ihr Zimmer zurückbegleitet hatte. "Erhöhter Stoffwechselumsatz.... seltsam wie normal solche Mutationen auch sein können.", dachte er.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 11.01.2010, 23:07


    Es gab keinen anderen Ausgang. Fenster und Türen auf der anderen Seite des Hauses waren verriegelt. Auf der Seite, an der sie reingekommen war, hörte sie jemanden. Wenn er das Loch in der Wand bemerkte und hindurchkam, konnte sie sich nicht vor ihm verstecken. Hoffentlich hatte sie nicht schon vor dem Loch die Spuren ihrer Schuhe hinterlassen. Sie drückte sich in eine Ecke und holte noch etwas mehr Traubenzucker aus der Tasche.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 15.01.2010, 00:52


    Myriel kam an dem Haus an und starrte hinein. "James? Wo sind Sie?" Mit unsicheren Schritten trat sie in den Raum ein. Ihre Augen gewöhnten sich nur langsam an das Dunkel. Sie sah Berge von Müll und Überreste einer Tisches. Unter ihm sah sie die Umrisse eines Menschen und erkannte James. "James, James, wie geht's Ihnen? Was ist passiert?" Sie stolperte und fiel hin. Da fiel ihr ein anderer, lebloser Mann ins Auge. Erschrocken schrie sie auf. Ihre erste Frage, die ihr in den Sinn kam, war: "Haben Sie den getötet?" James richtete seine Augen auf sie, sah sie ruhig an und schien sich zu fragen, was er ihr und wie er es ihr sagen sollte.



    Re: Die Grippe

    Zane - 15.01.2010, 18:25


    Für einen Moment konnte Jayden das Gesicht, das er sah, nicht zuordnen und fragte sich, warum ihn dieses Mädchen "James" nannte. Er war verwirrt und unfähig sich zu bewegen. Wie gelähmt lag er auf dem Boden und spürte die kleinen spitzen Holzteile, die sich unangenehm in seinen Rücken bohrten. Einige Zeit verging, bis er seinen Atem soweit unter Kontrolle gebracht hatte, dass er sprechen konnte.

    "Würdest du mir glauben, dass er dort schon lag, als ich hereingekommen bin?" flüsterte er leise nachdem er seinen Blick wieder an die Decke gerichtet hatte.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 17.01.2010, 00:02


    "Glauben? Nachdem ich hier den Lärm gehört hab, bei dem der Tisch zusammengebrochen ist?" Myriels blickte James entsetzt an, dann wieder den Toten. Nein, sie glaubte James nicht. Ihr Herz hämmerte in ihrer Brust, sie fühlte sich hier fehl am Platz. Es passierten immer nur die Dinge, die man sich gerade nicht wünschte. Langsam sollte sie sich daran gewöhnt haben, aber das war echt zu viel.
    Nach ein paar Augenblicken, in denen sie stumm versuchte, die Tatsache, dass hier Tote auftauchten, hinzunehmen, schaute sie James wieder an. Langsam krabbelte sie zu ihm hin; auf allen Vieren war sie sicherer als auf humpelnden zwei Beinen. Myriel begann die Splitter des Tisches wegzuräumen und die Teile, die auf James lasteten, von seinem Körper zu räumen.



    Re: Die Grippe

    Zane - 17.01.2010, 01:26


    Jayden hatte nicht erwartet, dass sie ihm einfach so glaubte...er glaubte sich in diesem Moment ja nicht einmal selbst. Aber wie solle er ihr erklären....? Das Mädchen begann damit die Holzstücke von seinem Körper zu sammeln und das auch noch auf allen vieren...während er dort lag und sich immernoch nicht bewegen konnte. "Ich werd wohl noch ne Weile brauchen ..." stammelte er und versuchte langsam seine Finger zu bewegen. Das Gefühl schien wieder zurück zu kehren...schneller als sonst, wie er fand. Aber das war es ja, was sie damals im Labor gesagt hatten. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper daran und Sie werden es wie selbstverständlich hinnehmen, wenn es wieder passiert...



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 17.01.2010, 03:40


    Myriel betrachtete James kritisch. Eigentlich müsste er sich mehr bewegen können, als er tat. Er blieb liegen an dem Fleck, an dem er war. Ich werd wohl noch ne Weile brauchen, ja das schien eine passende Beschreibung zu sein. So schwer konnten die Bewegungen ihm doch nicht fallen. Er bewegte seine Finger, mehr nicht - aber selbst das schien im lästig zu sein. "Stimmt etwas nicht?", fragte sie ihn und nahm seine Hand in ihre. Sie war verschmiert von Blut und hatte ein paar kleinere Kratzer. Myriel fing an, die Hand zu betasten und zu massieren. "Tut dabei etwas sehr weh? Spüren Sie etwas?" Sie musste flüchtig lächeln, als James sie irritiert ansah und sein Blick auf den Händen haften blieb. Sie wurde allerdings sofort wieder ernst: "Was ist hier passiert?"



    Re: Die Grippe

    Zane - 17.01.2010, 14:56


    "Nein, alles gut..." sagte er und zog seine Hand zurück. Dann versuchte er sich langsam aufzurichten, was ihm nur schwer gelang. Umständlich stemmte er seinen Oberkörper nach oben, in seinen Beinen hatte er noch immer kein Gefühl.
    Was hier passiert ist? Er wusste es doch selbst nicht genau. Deswegen tat er das, was er am besten konnte: lügen.
    "Der Kerl stand auf einmal hinter mir und packte mich am Hals, ich zog mein Messer und stach zu. Dann schleuderte er mich weg und ich landete auf dem Tisch hier. Anscheinend ist er aber nicht mehr dazu gekommen, mir nachzusetzen..."
    Tatsächlich war ihm an dem Mann eine tiefe Stichwunde am Schlüsselbein aufgefallen, dass sie nicht von ihm stammte, musste sie ja nicht wissen. Die Tatsache, dass der alte Mann innerhalb weniger Sekunden daran zugrunde gegangen sein musste, damit seine Beschreibung wasserdicht war, war schon eher verdächtig.



    Re: Die Grippe

    Feder - 18.01.2010, 15:21


    Ein Mann betrat sein Labor und sah ihn ernst an."Kommen Sie mit, Sie werden gebraucht und sollen sich etwas anschauen!" Irritiert über den wenig freundlichen Ton wollte er sich erst weigern, aber dann kam die Neugier durch. "Ich komme gleich, ich" "Sie kommen jetzt mit!" "Wie reden Sie denn mit mir?", es reichte ihm, aber sein Gegenüber ignorierte seine Frage einfach und deutete hinter sich auf den Gang. Seufzend packte er einige Unterlagen und folgte dem Mann zu einem Fahrstuhl.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 19.01.2010, 00:38


    Als die Schritte endlich verklungen waren, war Rih sehr erleichtert. Doch lange hielt die Erleichterung nicht. Ihr fiel ihre Zeitschrift wieder ein, die sie offen hatte liegen lassen. Wenn jemand das fand wäre es eine Katastrophe für sie. Man konnte daraus vielleicht nicht auf ihren Aufenthaltsort schließen, aber ihr Bild war groß abgedruckt, sodass der Finder sie sofort erkennen würde und sie hatte den Artikel noch nicht zu Ende gelesen. Sie überlegte, ob sie sich hinaustrauen konnte, um die Zeitschrift zu holen. Sie ging zu dem Loch zurück und schaute vorsichtig auf die vermüllte Straße. Sie konnte niemanden sehen, der Müll verstellte ihr den Blick.



    Re: Die Grippe

    Feder - 23.01.2010, 00:33


    Obwohl er nun schon einige Wochen in der Klinik tätig war, war er in diesem Abschnitt noch nie gewesen. Er war aufgebaut wie einer der Labortrakte, doch die Räume schienen viel kleiner zu sein und es klebten keinerlei Warnhinweise auf den Türen. "Hier. Setzen Sie sich!", der Mann öffnete ihm eine Tür hinter der sich ein äußerst spartanisch eingerichteter Raum befand. Auf einem er Stühle nahm Santo Platz, ihm gegenüber saß ein weiterer ihm unbekannter Mann. "Schön, dass Sie Zeit gefunden haben sich dies hier anzusehen." Der Mann deutete auf einen Bildschirm, der auf dem Tisch stand. Darauf war nun eine Videosequenz zu sehen. Erst sehr unscharf und deutlich als zufällige Aufnahme zu erkennen, dann aber wurde die Einstellung korrigiert und alles scharf. Ein Mann war zu erkennen, verfolgt von zwei Polizisten. Er blieb stehen und tat dann etwas, dass Santo kaum für möglich gehalten hätte, würde er nicht in der Spezialklinik arbeiten: Er erschuf Feuer. Dann tötete er damit die beiden Polizisten. "Sehen Sie, dieser Mann ist sehr gefährlich. Wir haben ihn seit einiger Zeit beobachtet. Sie haben sicher schon bemerkt, dass eine solche Attacke ihn auch selber schwächt und verletzt. Ungeachtet von seinen Straftaten braucht dieser Mann dringend Hilfe." "Solch eine starke Mutation muss enorme Auswirkungen auf den Organismus haben. Hoffentlich reicht die Zeit noch, bevor er die Kontrolle darüber verliert!", Dr. Santo musterte sein Gegenüber. "Dr. Santo wir halten Sie für einen unserer fähigsten Mitarbeiter, vor allem was Eindämmungsmechanismen betrifft haben Sie großes Interesse gezeigt. Leider haben wir einige Probleme so engagierte Mitarbeiter zu finden. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie bereit wären auch in sogenannten Außeneinsätzen mitzuwirken. Natürlich werden Sie außerordentlich gut betreut und bezahlt." Santo zögerte, aber was sollte ihn daran hindern? Man würde ihn wohl kaum in den sicheren Tod schicken, nachdem man wochenlang um ihn geworben hatte. Er stimmte zu.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 23.01.2010, 01:48


    Dieser Erklärungsversuch klang nicht gerade einleuchtend, je länger Myriel darüber nachdachte. Wie konnte der Mann jetzt schon tot sein, wenn er die Kraft dazu hatte, James zu verletzen und ihn so auf den Tisch zu schleudern, dass der zerbrach? James konnte sich nicht gerade gut bewegen und wirkte sehr geschwächt. Dieser Mann auf dem Boden war aber tot und gab nicht einmal mehr die Laute eines Sterbenden von sich. Er musste schnell gestorben sein. Wie sehr konnte sie James über den Weg trauen? Was war wirklich geschehen?



    Re: Die Grippe

    Anonymous - 24.01.2010, 20:13


    "Hier Alpha Lima zwo, wir befinden uns drei Kilometer südwestlich ihrer Position. Haben sie das Zielobjekt im Blick, kommen" "Jawohl, es bewegt sich Richtung Westen. Vermutlich will es in der Innenstadt untertauchen, kommen" "Jawohl, so verstandenen. Ich bitte um Erlaubnis ein Scharfschützenteam mit Betäubungsgeschossen auf dem Rockettower abzusetzen, um das Ziel zu neutralisieren, kommen"
    Patrick rannte die Gassen entlang. Er hielt kurz an einer Ecke an, um Luft zu schnappen. Seine Haut schmerzte höllisch und sein Herz raste. Irgendwas stimmte nicht, normalerweise wirkte die Salbe sehr gut. "Vielleicht nur das Adrenalin und die Anstrengung", dachte er.
    Patrick drehte sich um, blickte in den Himmel und sah den Helikopter.
    Er drehte sich erneut um und rannte weiter. Sein Ziel war es, unter der Autobahnbrücke entlang zu laufen und sich dort vor den Hubschraubern verstecken und zur Ruhe kommen.



    Re: Die Grippe

    Feder - 24.01.2010, 21:51


    In dem Raum mit den Spinten erhielt er eine letzte Einweisung. Sein Training war nur kurz gewesen, er sollte einfach dem Einsatz beiwohnen und sich nur auf Geheiß eines Arztes, der eine bestimmte Sicherheitsschulung, die er später selber noch durchlaufen sollte, hinter sich hatte, auf der offenen Straße zeigen. Er war ein wenig nervös. Das, was er gesehen hatte, hatte ihn nicht gerade beruhigt. "Feuer.... Flammen aus seinem Körper... Der Mann braucht dringend Hilfe." Entschlossen stand er auf. Unter einer dicken Jacke, die mit großen weißen Buchstaben gekennzeichnet war, trug er nur zur Sicherheit eine kugelsichere Weste, die ihn aber nicht vor einer Feuerattacke schützen würde. Zwei Stunden Training, mehr nicht. "Kommen Sie? Sie brauchen nicht nervös zu sein, Sie bleiben in sicherer Entfernung. Die Leute wurden Ihnen ja schon vorgestellt. Aber ich sage Ihnen, Sie zeigen sich erst, wenn ich es Ihnen sage oder ich übernehme keine Verantwortung!", der kräftige Mann wirkte eher wie ein Söldner und Soldat, nicht wie ein Arzt.



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 25.01.2010, 01:24


    "Basis an Omega 12, hier Struck. Schlechte Neuigkeiten. Die Polizei hat ihre eigenen Einsatzteams geschickt. Zur Zeit sind es zwei Bodenteams und eine Luftlandeeinheit. Sie haben auch bereits Sichtkontakt mit dem Ziel." "Hier Omega 12 Leader. Bestätige. Haben sowohl Ziel als auch Polizeieinheiten gesichtet. Ziel bewegt sich voraussichtlich aber nicht zum Zentrum des Standteils, sondern zu einer Brücke, die daran vorbei führt. Jedenfalls ist das die logischste Annahme. Dort kann er sich mehrere hundert Meter von der Luft aus ungesehen in zwei Richtungen bewegen." "Da stimme ich zu. Ich hab auch noch eine gute Nachricht. Wir haben nun unseren eingen Helikopter in der Luft. Einen Aufklärer mit Bewaffnung für Unterstützungsfeuer." Struck dachte nach. Der Typ war gut. Schon seit über einer Stunde verfolgten sie ihn. Bisher hatten seine Jungs einfach nicht die Möglichkeit gehabt, einen sauberen Schuss zu setzen.
    Und nun kam auch noch die Polizei ins Spiel. Er musste nun dafür sorgen, dass die Polizei seinen Jungs nicht in die Quere kam. Wenn das mit der Brücke stimmte, hatten dort seine Jungs endlich freies Schussfeld. Die lange Verfolgungsjagt hatte auch ihre Vorteile. So hatte die Sanitätseinheit genug Zeit sich ordentlich vorzubereiten. Wenn er alles richtig einschätzte, würde es noch gut eine halbe Stunde dauern, bis sie die Brücke erreichen würden. Bis dahin war auch die Sanitätseinheit bereit. Nun musste er nur noch ein paar Anrufe tätigen...

    "Alpha Lima zwei, sie bekommen vorerst keine Unterstützung. Es wird eine Weile dauern, bis wir einen Helikopter eine Einheit und einen Piloten haben. Sorgen sie einfach nur dafür, dass er in Ihrer Richtung nicht abhauen kann. Sie haben keine Feuerfreigabe. Verteilen Sie sich und sichern Sie einfach ihre Position" Den Männern blieb nichts anderes übrig, als den Befehl zu befolgen, auch wenn sie ihn unsinnig fanden...

    Die Verfolgungsjagd ging weiter. Patrick Brownford bewegte sich geschickt zwischen den Häusern hin und her, immer wieder Blicke zum Himmel werfend. Das Omega 12 Team folgte ihm wie ein unsichtbarer Schatten. Die Polizeieinheiten waren nun endlich außer Sichtweite. Endlich kam die Brücke in Sicht. Der Polizeihubschrauber war inzwischen auch abbeordert und durch den Pharmatec Helikopter ersetzt worden. Brownford setzte sich unter die Brücke und atmete durch.
    "Omega 12 b bis d, Schafschützenposition für Betäubungsschuss einnehmen. Der Rest gibt Deckung."



    Re: Die Grippe

    Feder - 25.01.2010, 16:52


    Er betrat mit der Gruppe von Sicherheitskräften und Ärzten das Dach des Klinikkomplexes. Vor ihm stand ein Helikopter, groß genug, um das ganze Team aufzunehmen. Mit Unbehagen musste er feststellen, dass sich auch Waffen an Bord befanden. "Die sind nur zur Sicherheit da, diese Leute reagieren manchmal äußerst extrem, im Nachhinein sind sie aber froh über die Hilfe. Die Waffen sind nur Betäubungswaffen. Wir achten schon darauf, dass niemand zu Schaden kommt." Mit einem mulmigen Gefühl setzte er sich in den hinteren Teil des Helikopters."Wir warten noch auf eine Starterlaubnis, dann gehts los."



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 25.01.2010, 23:27


    Rih wachte im hinteren Teil des Hauses auf. Sie hatte sich doch nicht getraut, weiter aus dem Loch zu klettern und war hierher zurückgegangen. Dann war sie wohl eingeschlafen. Wenigstens fühlte sie sich jetzt um einiges besser. Allerdings hatte sie keine Ahnung mehr, wie lange sie geschlafen hatte. Wenn sie Pech hatte, war ihre Zeitschrift schon weg oder es war jemand bei den Leichen oder... Sie atmete tief durch. Ihre Fantasie war etwas zu lebthaft, wenn sie Angst hatte. Dann konnte es leicht zu ungewollten Illusionen kommen. Langsam beruhigte sie sich wieder.
    Sie wusste, dass es nichts brachte, erneut nach einem anderen Ausgang zu suchen, der nicht da war. Aber sie tat es dennoch.



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 26.01.2010, 23:43


    Ohne jegliche Vorwarnung trafen Patrick drei Betäubungspfeile. "Verdammt!" Er riss sich die Pfeile raus, stand auf und zog seine Waffe. Allerdings war niemand zu sehen. Alles begann sich zu drehen. Er ging in die Knie, seine Waffe fiel ihm aus der Hand. Alles verschwamm vor seinen Augen und er fiel auf die Seite. Bevor er endgültig wegtrat, sah er noch, wie sich mehrere Männer auf ihn zu bewegten. Einer beugte sich über ihn und sagte: "Der macht uns keine Probleme mehr." Danach wurde alles schwarz.

    Das Omega 12 Team fesselte seinen Gefangenen mit Kabelbindern. "Hier Omega 12 Leader. Wir haben das Paket. Zu welchem Einstiegspunkt sollen wir uns begeben?" "Gehen Sie einfach ein bisschen weiter nach Westen. Dort holen wir in 10 Minuten das Paket per Helikopter ab." "Per Helikopter? Aber wir haben zwei Einstiegsmöglichkeiten ganz in der Nähe, wieso eine Extraktion per Helikopter?" "Wir haben einen Neuen an Bord. Außerdem holen wir nur das Paket ab. Sie verschwinden auf dem üblichen Weg, sobald wir übernommen haben." "Verstanden, machen uns bereit für Übergabe. Kommt Jungs, bewegt euch."

    "Achtung an alle, hier spricht Ihr Pilot: wir haben Starterlaubnis. Wir heben nun ab" Die Maschinen begannen zu dröhnen und der Helikopter begann seinen Flug. Santo schaute sich um. Außer ihm, dem anderen Arzt und den beiden Piloten waren noch drei Männer mit Betäubungswaffen mitgekommen. Außerdem wurde noch ein größerer Teil des Innenraums von einer Bahre eingenommen, die für Patienten gedacht war. Nach einem kurzen Flug setzten sie zur Landung an.



    Re: Die Grippe

    Feder - 27.01.2010, 22:20


    "Bleiben Sie erstmal hier direkt beim Helikopter, hier ist es am sichersten. Ich lasse Ihnen einen Mann hier. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an ihn, er wird Auskunft geben. Los geht's Männer!" Der Arzt und zwei der Bewaffneten entfernten sich vom Helikopter. Santo hatte keine Ahnung, woher sie wussten, dass sie hier richtig waren. Vor ihm war eine staubige Straße gesäumt von Hausruinen und Müllbergen. Nirgends war ein Mensch zu sehen.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 27.01.2010, 23:55


    Es gab noch immer keinen anderen Ausgang. Rih ging unruhig hin und her, bis sie sich entschied, endlich doch nachzusehen, ob jemand draußen war. Vorsichtig kletterte sie durch die Öffnung in der Wand. Zwischen dem Müll sah sie niemanden. Langsam ging sie zu der Stelle, wo sie ihre Zeitschrift zuletzt gehabt hatte. Jederzeit erwartete sie, angesprochen zu werden. Doch nichts geschah. Das Heft lag sogar noch an der vermuteten Stelle. Es war ein wenig mitgenommen, nachdem jemand darübergelaufen war. Aber das, was sie brauchte, war noch da.
    Sie sah sich um. Die Leichen waren bereits weggebracht worden. Sie hatte wohl eine Weile geschlafen. Trotzdem konnte noch jemand hierher kommen. Sie sollte sich lieber einen anderen Ort suchen, um ihre Zeitschrift zu lesen. Vielleicht wäre es bei Myriel sicherer. Die kannte sich hier besser aus. Sie wusste allerdings nicht mehr, auf welchem Weg sie hierher gelangt war. Erneut ärgerte sie sich über ihren Leichtsinn, wenn auch nicht lang.



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 01.02.2010, 22:12


    Myriel hatte es satt, stumm neben James zu sitzen und darauf zu warten, dass er etwas sagte oder sich endlich wieder ganz bewegen konnte. Sie brauchte etwas zu tun. Ihr Blick lag auf dem Toten; er, der so direkt in ihrer Nähe lag, machte sie etwas nervös. Nach ein paar Augenblicken fasste sie einen Entschluss. Sie fing an, Steine und Holz aufzusammeln und in einer Ecke des Hauses aufzustapeln. "Was machst du da?", hörte sie hinter sich James' Stimme. "Wonach sieht es denn aus? Ich find es nicht schön, wenn ein Toter hier so liegen bleibt. Ich werde ihm hier direkt einen Sarg bauen, wenn man das so sagen kann", erklärte sie etwas mürrisch. Sie war sich sicher, dass James das nicht für sinnvoll hielt und sie für verrückt erklärte.



    Re: Die Grippe

    Zane - 11.02.2010, 22:44


    "Einen Sarg bauen?" wiederholte Jayden und versuchte seine Verblüffung nicht allzusehr herausklingen zu lassen. Tatsächlich schien die Kleine das Herz am rechten Fleck zu haben, dachte er sich. "Wäre es nicht einfacher, ein Loch zu buddeln und ihn draußen zu begraben?"
    sagte er schließlich, nachdem er ein wenig überlegt hatte, und richtete seinen Oberkörper unter Mühen auf.



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 24.02.2010, 00:12


    Nach kurzer Zeit kamen die Männer wieder. Auf einer Bare trugen sie den Mann aus dem Video. Sie luden ihn in den Helikopter. "Sofort anästesiern!", sagte der Arzt zu Santo. Dieser nickte und sie machten sich an die Arbeit. Nach kurzer Flugzeit kamen sie wieder am Krankenhaus an.



    Re: Die Grippe

    Feder - 25.02.2010, 20:39


    Der Mann schien den Umständen, aus denen er kam, entsprechend gut auszusehen. Außer einigen kleineren Verbrennungen konnte Santo zu seiner Überraschung keine weiteren Verletzungen feststellen. Aber er hatte keine Ahnung davon, wie groß die Auswirkungen der Mutation auf den Körper waren. Seine wissenschaftliche Neugier freute sich darauf, den Mann untersuchen zu können. Doch bevor er etwas sagen konnte, wurde der Mann mit höchstmöglicher Geschwindigkeit vom Landeplatz weggebracht. "Auf mich machte er nicht den Eindruck, ein besonders dringender Notfall zu sein. Ich konnte keine schweren inneren Verletzugnen feststellen." Fragend sah er den Einsatzleiter an. "Wenn er es noch nicht ist, wird er es bald sein, glauben Sie mir, Dr. Santo, seine Kräfte sind enorm gefährlich für ihn und für uns. Wenn er zu sich kommt, wird er desorientiert sein und daher eventuell gewaltbereit. Wir gehen nur auf Nummer sicher. Ich informiere Sie, sobald Sie Zugang zu ihm haben können."
    Nachdem alle anderen gegangen waren, blieb Santo noch eine Weile auf dem Dach stehen. Das Panorama der Stadt lag vor ihm, er dachte über seine neue Stelle nach. Zumindest was den Dienst an der Wissenschaft betraf, hatte er sich richtig entschieden.



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 10.03.2010, 01:17


    Rih lief schon einige Zeit orientierungslos durch das heruntergekommene Viertel. Inzwischen war sie recht sicher, die Straße, in der sie Myriel zuletzt gesehen hatte, wiedergefunden zu haben. Doch sie war nicht zu sehen, wie auch James, auf den das Mädchen weniger Wert legte. Im Moment wollte sie eigentlich nicht allein sein. Ansonsten hätte sie sich einfach irgendwo hingesetzt und gelesen. So wurde sie immer unruhiger und lief die Straße auf und ab. Nach einiger Zeit begann sie, vor sich hinzumurmeln: "Myriel, wo bist du?"



    Re: Die Grippe

    Arwenira - 11.04.2010, 18:44


    "Myriel, wo bist du?" Myriel zuckte zusammen; ihre Muskeln spannten sich an, bereit, sich wehren zu müssen. Sie blickte Richtung Tür, bis sie nach einem kurzen Moment wusste, dass es Rih sein musste. Erstens war das Rihs Stimme und zweitens war sie eine der wenigen, die ihren Namen kannten.
    Sie humpelte zu Tür, schaute hinaus und merkte, dass Rih allein unterwegs war und dem Haus gerade ihren Rücken zudrehte. An den Türrahmen gelehnt sagte sie laut: "Ich bin hier, komm rein! Und erschrick nicht, hier ist ein Toter unter uns."



    Re: Die Grippe

    Cyraja - 12.04.2010, 00:38


    Überrascht drehte Rih sich um. Sie hatte nicht damit gerechnet, tatsächlich gehört zu werden.
    "Ich bin hier, komm rein! Und erschrick nicht, hier ist ein Toter unter uns." Noch einer? Erschrecken würde sie wohl nicht. Immerhin war sie dieses Mal gewarnt. Sie betrat das Haus. James auf dem Boden sitzen zu sehen, hob ihre Stimmung nicht gerade. Unweit von ihm lag der Tote, von dem Myriel gesprochen hatte. Sie betrachtete ihn nicht lang, sondern setzte sich stumm in eine Ecke und nahm sich wieder ihre Zeitschrift vor.



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 13.05.2010, 17:55


    Am nächsten Tag wurde Santo zu Dr. Lang ins Büro gerufen, um über den Einsatz zu reden. Er berichtete, was er erlebt hatte, und fragte, was mit dem Mann nun geschehen würde. "Nun, das kann ich Ihnen sagen. Erst einmal haben wir ihn in ein entsprechend gesichertes Zimmer gebracht, damit er weder sich noch andere verletzt. Des weiteren werden wir natürlich versuchen, ihn zu heilen. Da seine Mutation auf einer Stoffwechselfehlfunktion beruht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir wenigstens seine Symptome heilen könnnen, gar nicht mal so gering. Wenn Sie neben Ihrer Arbeit noch Zeit aufwenden können, dürfen Sie sich gerne miteinklinken. Ich habe Ihnen schon einmal eine kleine Übersicht mit allen Fakten zusammengestellt." "Sehr aufmerksam von Ihnen. Ich werde mich möglichst bald damit befassen. Aber wenn Sie mich nun entschuldigen würden, meine Patienten warten." Lang nickte verständnisvoll und reichte ihm die Hand.
    Den restlichen Tag war Dr. Santo vollauf mit seiner Arbeit beschäftigt. Wenn er nicht auf Visite war, stand er im Labor und analysierte Proben.



    Re: Die Grippe

    Feder - 14.05.2010, 22:09


    Die Arbeit gefiel ihm, auch wenn er gefühlt noch weniger Zeit hatte als früher. Und um ein Haar hätte er bei seinem ersten Gehaltscheck seine Schwester angerufen, um ihr von der Summe zu erzählen. Nur seine neue Wohnung war noch nicht eingerichtet. Die wenigen Kartons, die er mitgebracht hatte, waren noch nicht ausgepackt, obwohl er schon seit Wochen in der Klinik tätig war. Die Patienten, die er betreute, waren selten Notfälle, doch er hatte trotzdem das Gefühl ihnen zu helfen.
    Als er an diesem Morgen die Klinik betrat, war er sich sicher, endlich Zeit für den Patienten zu haben, den er bei dem Einsatz aufgegriffen hatte. Ihm fiel auf, dass er nicht wusste, in welchem Zimmer er untergebracht war und auch der Name war ihm entfallen. Seufzend machte er sich auf den Weg zum Empfang. "Entschuldigen Sie, ich suche einen Patienten. Er wurde vor ein paar Tagen mit einem Spezialkommando in die Klinik gebracht und...", er brach ab, als die Schwester ihn fragend ansah. "Tut mir Leid, aber darüber kann ich Ihnen keine Auskunft geben." "Dann können Sie mir sicher sagen, ob ich Dr. Lang in seinem Büro treffe, oder?"
    Wenig später zupfte er nochmal seinen Kittel zurecht, bevor er an die Tür des Arztes klopfte.

    ---MoC---



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 10.01.2013, 12:59


    Dr. Lang studierte gerade Berichte, und Patientenakten, als es an der Tür klopfte. Er rief “Herein“ und Dr. Santo trat ein. Dr. Lang deutete auf einen Stuhl und sagte: “Bitte nehmen Sie einen Moment Platz, gleich habe ich für Sie Zeit“ Santo tat wie ihm geheißen und setzte sich. Nachdem Dr Lang zu Ende gelesen hatte, schaute er auf und fragte: “Was kann ich denn heute für Sie tun?“



    Re: Die Grippe

    Feder - 02.02.2013, 02:57


    "Ich, ja, also wir sprachen ja schon einmal über den Patienten, der in einem Notfalleinsatz in die Klinik gebracht wurde. Ich wollte mich nach ihm erkundigen, aber leider war ich mir nicht sicher, wo ich ihn finden kann und man hat mir keine Auskunft gegeben." Irgendetwas in ihm war fast enttäuscht als Dr. Lang nur freundlich lächelte und ihm antwortete: "Wir hatten noch vor einiger Zeit viele Probleme mit besorgten Angehörigen, deshalb werden die Daten nicht sofort weitergegeben. Ich lasse für Sie direkt einmal nachsehen, wo Sie hin müssen. Benötigen Sie sonst noch etwas?" Santo verneinte und wollte sich beinahe schon auf den Weg machen, als sein Vorgesetzter ihn aufhielt. "Warten Sie, meine Sekretärin wird Ihnen gleich die Daten geben, sonst wissen Sie ja immer noch nicht wo, sie hin müssen. Und nehmen Sie sich doch mal einen Tag frei, Sie leisten gute Arbeit, aber es gibt ja noch mehr im Leben."



    Re: Die Grippe

    Tabigarasu - 12.04.2013, 13:45


    Santo ließ sich von der Sekretärin die Patientenakte geben und ging in sein Büro, um sie zu studieren.
    ____________________________________________________________

    Patient Nr: G3-0137421
    Brownford, Patrick,
    Alter: 38
    Raum U P-014, !Achtung! Sicherheitsbereich, Gefahr auf Angriffe durch Patient

    Symptome:
    - Erhöhte Drüsenfunktion der Haut
    - Veränderte Sekretzusammensetzung
    - Erhöhte Durchblutung der Haut
    - Zellschädigung der Haut und des kardiovaskulären Systems
    - Stark entwickelte Hautmuskulatur
    - Stark erhöhte Wärmeproduktion der Haut und Skelettmuskulatur

    Der Patient wurde von einem Virus der Gruppe 4 infiziert. Der Virus befiel Haut- und Muskelzellen. Infolge dessen entwickelte sich eine verstärkte Hautmuskulatur. Hautmuskulatur und Skelettmuskulatur sind in der Lage, innerhalb kürzester Zeit eine extreme Hitze der Körperoberfläche zu erzeugen, vor allem an den Gliedmaßen. Dieser Effekt kann willentlich gesteuert werden.
    Die Drüsen der Haut sondern hochentzündliche Substanzen ab. Erhitzt sich die Haut wie oben angegeben, entzünden sich diese Substanzen.
    Das wiederholte Anwenden dieser Fähigkeiten hat zu schweren Schäden der Haut, Muskulatur und des umliegenden Gewebes geführt.
    Es besteht Verdacht auf Hautkrebs.

    Der Patient ist psychisch labil. Er ist gewalttätig und tötet ohne Gnade. Er führt einen persönlichen Kreuzzug gegen Regierungen, Pharmaunternehmen und jeden, der irgendwie in sein Feindbild passt. Er ist geprägt durch seine Geheimdiensttätigkeiten, seine Arbeit bei Paladine und die Trennung von seiner Familie. Anderen Erkrankten gegenüber besitzt er einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, besonders Frauen und Kindern.
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